28.Spieltag - (H) - FC St.Pauli - Hansa Rostock
FC St.Pauli – FC Hansa Rostock 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Marius Ebbers (41.), 2:0 Deniz Naki (54.)
Zuschauer: 19.146 (keine Gästefans)
Rote Karten: Martin Retov, Fabian Boll (beide 57.)Oha, heute mache ich mich unbeliebt… und bevor ich mich verzettel unterteile ich den Bericht mal, für mich recht ungewöhnlich, in Kategorien.
Die Vorgeschichte
Ich will das nicht alles wieder aufwärmen, daher in Kürze: Das Präsidium und die Polizei entschlossen sich, nur 500 Gästefans zuzulassen. Rostock verzichtete konsequenterweise ganz auf die Karten, Fangruppen des FC St.Pauli kündigten gegen diese Beschneidung der Fanrechte Proteste an. Wer das noch mal nachlesen möchte, kann dies im Blog hier und hier tun oder die ÜS-Sonderausgabe lesen, die am Sonntag verteilt wurde.
Das Spiel
Kann man schnell abhaken. Unterm Strich verdienter Arbeitssieg in einem umkämpften Derby, in dem Hansa uns mit diesem unglaublichen Fehlpass von Schöneberg auf Ebbers natürlich einen großen Gefallen tat und Matze Hain erneut großartig hielt, wenn er gebraucht wurde. Ich hab vor der Saison viel über ihn geschimpft, aber er ist diese Saison genau der Rückhalt, den man für einen Bundesliga-Aufstieg braucht, ich leiste in aller Form Abbitte bei ihm.
Die Situation, die zum Tumult führte, war hingegen eindeutig: Böses Frustfoul des Hansa-Kapitäns Martin Retov an Deniz Naki, welches für sich bereits zwingend eine rote Karte nach sich zog. Anschließend stürmt Boll auf ihn zu, was Retov zu einer klar erkennbaren Zidane-Gedächtnis-Kopfnuss verleitet. Klassisches Doppel-Rot für ihn, maximal Gelb wegen ungestümen Anrennens für Boll, aber eigentlich nicht mal das. Warum Rafati beiden die rote Karte zeigte, erklärte er dann später, indem er Boll wahlweise eine Kopfnuss oder ein deutliches Schubsen nachsagte… wenn das seine Begründung ist, so muss man Boll eben nach den TV-Bildern freisprechen, Fehlentscheidungen passieren. Allerdings stand Rafati nur zwei Meter weg mit bester Sicht aufs Geschehen, also schon eine sehr unverständliche Entscheidung. Retov hingegen muss für Minimum sechs Spiele gesperrt werden, weil beide Szenen für sich mindestens drei Spiele Sperre bedeutet hätten. Ich bin gespannt, wie das Schiedsgericht das sieht. (Edit: P.S. Der DFB hat grad sieben Spiele Sperre verhängt… bleibt abzuwarten, was mit Boll passiert.)
Schönes Highlight nach dem Spiel war dann das kollektive Niederknien der Mannschaft vor dem großen Bild von Truller in der Jahr100Elf, während Stani und Truller feixend im Mittelkreis standen.
Rostocker Randale
Blieb, wie zu erwarten, aus. Zwar war klar, dass es genug Leute versuchen würden, Stress anzuzetteln, aber die in den Medien vorher genannten Zahlen waren einfach lächerlich. Allein das Kamera-Team-Aufgebot um kurz nach eins vorm Riesenrad hätte für drei Folgen der Lindenstraße gereicht. Was haben die erwartet? Dass die Hansa Fans da oben im Kreis fahren und Bengalos runter schmeißen? Noch dazu, wo der Dom um die Uhrzeit noch nicht mal auf hatte?
Der Boykott der Südkurve
So, fertig machen zum „Auf mich einprügeln“. Ich stehe voll und ganz hinter USP und dem kompletten Absperren der Süd! Und zumindest die anderen beiden ÜS-Redakteure, mit denen ich heute Morgen schon sprechen konnte, schließen sich der Meinung an. So viel vorweg.
Die Fangruppierungen des Ständigen Fanausschusses hatten sich auf diverse Proteste verständigt, um u.a. auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass einige davon scheitern. Eine davon war, dass USP versuchen sollte, die Süd für fünf Minuten frei zu halten. Es war also keine „USP-Aktion“, sondern eine Aktion von mehreren aktiven Gruppen, die in diesem Fall eben von USP ausgeführt wurde. Und um es auch klar zu sagen: Es ging hier doch nicht um den persönlichen Seelenfrieden und den selbstgerechten Blick am Abend in den Spiegel, dass man selbst für sich boykottiert hat, sondern es ging um mediale Aufmerksamkeit… und genau die ist sowohl auf Sky, als auch beim DSF und auf N3 dadurch erreicht worden, dass die GESAMTE Stehplatzkurve des FC St.Pauli beim absoluten Saisonhighlight für fünf Minuten frei blieb. Gegen den “Hassgegner”, den FC Hansa Rostock!
Hätte es stattdessen eine windelweiche „Naja, wir boykottieren zwar, aber wer rein will, soll halt rein gehen…“ Aktion gegeben, wäre es wahrscheinlich nach und nach immer mehr aufgeweicht worden, weil Richtung Anpfiff immer mehr Leute reingegangen wären, frei nach dem Motto: „Ey, super Boykott… aber ich als Einzelperson bin ja nicht so wichtig, also kann ich auch eben mit rein. Einer mehr oder weniger fällt ja auch nicht so doll auf.“ Und Schwupps hätten eben nur noch 500 konsequente Leute draußen gestanden und die Aktion wäre verpufft.
Bleibt also entscheidend die Frage: Hat USP (bzw. die ebenfalls hinter dem Boykott stehenden Fangruppen) das Recht, die Zugänge zur Süd so abzuschotten, dass es den Leuten nicht gelingt auf ihre Plätz zu gelangen? Und wenn ja: Wie soll man reagieren, wenn Leute trotzdem auf ihre Plätze wollen, eingedenk der vorhergehenden Argumentation, dass nur ein „kompletter“ Boykott erstrebenswert ist?
Hier werden sich die Geister scheiden, ich persönlich beantworte die Frage nach dem „Dürfen sie das?“ aber eindeutig mit: Ja, dürfen sie. Es handelt sich um eine von Fans/Ultras selbst verwaltete Kurve, dies unterschreibt jeder Besucher dieser Stehplätze beim Erwerb der Saisonkarte… ob ihm dies gefällt oder nicht (und jetzt bitte nicht mit „Aber die Uralt-Südler haben noch Dauerkarten von vor dem Konzept…“ kommen, denn die jetzigen Unmutsäußerungen kommen bei weitem nicht nur von denen, wenn überhaupt). Genau jenes Konzept, mit dem sich der Verein gerne brüstet, welches auch einen guten Teil des „Non established“-Krams ausmacht und welches beim Verkauf der Business-Seats und Logen gerne auch nach vorne gestellt wird. Letzteres führt doch dazu (siehe ÜS Blog vom Logen-Besuch) dazu, dass „da oben“ die besser situierten Damen und Herren sitzen, die fasziniert auf das „merkwürdige Wesen Fußballfan“ herabblicken und entzückt jauchzen, wenn es sowas wie Wechselgesänge oder kollektives Hüpfen im Gleichklang gibt. Angestimmt von eben jenen Ultras, die unfassbar viele Aktionen durchführen, die den FC St.Pauli zu dem machen was er (noch) immer ist: Etwas anders. Ich will jetzt nicht alles aufführen, aber Projekte, die es Flüchtlingen ermöglichen, Spiele am Millerntor zu besuchen, oder das Engagement bei zahlreichen anderen Projekten, werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil USP es eben „wegen der Sache“ macht, und nicht um in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Und um es auch noch einmal deutlich zu betonen: Es ging um fünf Minuten! Fünf Minuten, die man zu etwas ganz Besonderen hätte machen können, wenn man beispielweise die Bereiche unter und außerhalb der Süd dazu genutzt hätte, sich einzusingen. Stattdessen wurde geschubst und gedrängelt, um auf den eigenen Platz zu gelangen, an dem man ja sonst auch immer steht. Muss jeder für sich selbst entscheiden ob er da freiwillig zu bereit ist? Ja, normal schon. Aber gestern ging es eben um mehr, zumindest aus Sicht der Gruppen, die im Ständigen Fanausschuss zusammengeschlossen sind. Und nochmal: Es handelt sich um eine von Fans verwaltete Kurve, für die eben auch andere Regeln gelten als für den Besuch eines Kinos oder des Zoos oder einer 08/15 Tribüne bei Hoffenheim. Hierbei spielt aber sicher auch das Problem rein, dass eben viele dort nicht aus Überzeugung zur Ultrakurve stehen, sondern einfach in Ermangelung einer anderen Möglichkeit.
Ich gebe gerne zu, dass man hier unterschiedlicher Meinung sein kann, hätte mir hier aber eben nach dem ganzen Theater der letzten Wochen erhofft, dass die Solidarität der Fanszene untereinander greift und man bereit ist, auf diese fünf Minuten gemeinsam zu verzichten. Auf den zweiten Teil dieser Grundsatzfrage zurückkommend: Wenn man also der Meinung ist, sie dürfen und man will niemanden auf die Süd lassen… wie geht man dann mit Leuten um, die anderer Meinung sind? Es bleibt dann nur der Weg der kompletten Blockade, die muss man dann auch konsequent umsetzen, ohne gewalttätig zu werden. Letzteres war wohl auch so, zumindest haben die „Blockierer“ sich nur in den Weg gestellt. (Ich kann hier natürlich kein allumfassendes Urteil über die Situation an allen Eingängen abgeben, aber jeder, der hier behauptet ein USPler hätte Gewalt ausgeübt, möge sich dann bitte nochmal fragen, ob das zum einen wirklich so war und zum anderen wer denn damit angefangen hat) Und nochmal: Diese Blockade steht und fällt mit der Frage, ob es einer Fangruppierung wie USP erlaubt ist, die Blockade durchzuführen oder nicht… alles andere sind dann (leider) die Folgeerscheinungen.
Ein Satz noch zu den Sitzplätzen der Süd: Ja, auch diese waren zu großen Teilen davon betroffen. Und wenn ich es mir hätte persönlich aussuchen können, hätte ich die davon ausgenommen, weil hier vielleicht auch der unbescholtene Familienvater mit seinen drei Kindern erstmals am Millerntor auftauchen kann (theoretisch zumindest… praktisch nicht, wenn man sich die Kartenverteilung im Vorfeld in Erinnerung ruft). Allerdings scheiterte dies auch einfach an der praktischen Umsetzbarkeit, da Steh- und Sitzplätze die gleichen Zugänge haben, und nachdem diese verstopft waren, war eben auch keine Ausnahme mehr möglich.
Wenn man dann allerdings, wie in einer Hamburger Boulevard-Zeitung sinngemäß zu lesen ist, von „weinenden Kindern im beängstigenden Gedränge“ lesen muss, sollten sich auch die Eltern hierbei mal hinterfragen. Wer sich pro Tag auch nur zehn Sekunden mit dem FC St.Pauli beschäftigt, dem muss klar sein, dass ein Spiel gegen Hansa Rostock vielleicht sowieso schon nicht geeignet ist, sein Kind mitzunehmen. (Ich rede jetzt nicht von 17 jährigen Kindern, die werden aber auch eher nicht weinen.) Und wenn man sich nicht nur zehn Sekunden sondern eben auch drei Minuten vorher mit diesem Spiel beschäftigt hat, war klar, dass auch die Situation auf der Süd an diesem Tag eine besondere sein würde. Wer dann mit seinem Kind auf seinen Sitzplatz will, sollte recht schnell feststellen können, dass dies eben nicht geht… und dann wäre zumindest ich mit meinem Sohn wieder ein paar Meter zurückgegangen, hätte ihm die Situation erläutert und nichts wäre passiert. Das dies problemlos möglich gewesen wäre, habe ich mit eigenen Augen gesehen, denn zum Anpfiff war die Treppe von der Gegengeraden hinauf zur Süd zwar gut gefüllt, aber eben auch völlig entspannt und ohne jedes Gedränge. Gleiches gilt für den Eingangsbereich, wo sich das Fanladen-Büro befindet, wo auch einer Frau mit Platzangst problemlos geholfen werden konnte, indem man sie in das Büro ließ. Wer es hier also nicht auf Konfrontation anlegte, konnte sich ihr auch problemlos entziehen. Und ich wiederhole mich gerne: Es ging hier um mehr, als um fünf Minuten Zweitligafußball… diese Einschätzung kann man teilen oder eben auch nicht, aber wenn ich in dieser Kurve stehe, muss ich mit solchen Protestaktionen rechnen. Und wenn ich sie auch selbst nicht teile, darf ich sie eben zumindest auch nicht sabotieren, sondern muss sie (wenn auch in mich rein grummelnd) mit- und ertragen.
Sonstige Proteste
Dementsprechend gab es nach den fünf Minuten eben auch „Scheiß USP!“ Rufe, mehrheitlich von den Sitzplätzen der Süd. Wie gesagt, ich kann deren Unmut zum Teil nachvollziehen, nur fallen dann eben fiese „fünf nicht gesehenen Minuten“ für mich unter den unschönen Begriff des Kollateralschadens, auch hierfür stehe ich zur Steinigung nach Terminabsprache gerne bereit.
Das USP aber mit seiner Meinung bei weitem nicht alleine steht, zeigten die restlichen Proteste in Form von Tapeten. Ich bekomme sie nicht mal mehr annähernd alle zusammen und hab leider auch vergessen, die besten mitzuschreiben, daher nur meine beiden Highlight: „Auch Arschlöcher haben Rechte!“ und „CL + Ahlhaus: If the kids are united!“ Großartig, traf mein Humorzentrum. Gegenteilige Tapeten gab es übrigens nicht, nur fürs Protokoll.
Die Stimmung
Auch hier muss man USP zugestehen, alles richtig gemacht zu haben. Der ÜS hatte sich auf seinem Flyer ja dafür ausgesprochen, vom akustischen Support her alles zu geben, um die Mannschaft nach vorne zu peitschen. USP hatte frühzeitig erklärt, dies natürlich nicht zu sabotieren, aber eben keinen organisierten Support zu machen. Will sagen: Keine Fahnen, keine Trommeln, keine Vorsänger… also quasi ein Paradies für all diejenigen, die USP immer das Übliche „Lalala“ vorwerfen. Und das wohlgemerkt bei DEM Spiel der Saison! Das Derby gegen Hansa, die Chance uns nach oben zu schießen und die Kogge zu versenken!
Und was passiert? Teilweise eine Stimmung wie bei der A-Jugend vom VSK Osterholz-Scharmbeck gegen Atlas Delmenhorst, komplettes Versagen der restlichen Besucher. Okayokay, natürlich gab es Gesänge und Anfeuerungen, aber das hielt sich doch alles sehr in Grenzen und passte viel eher zu nem lauen Sommerkick als zum eingangs beschriebenen Szenario, bei dem das Millerntor eigentlich hätte komplett brennen müssen! Wenn schon bei so einem Spiel, noch dazu nach den beiden roten Karten nur so wenig Stimmung bei rüber kommt, wie sollte das denn erst beim trüben Ligaalltag sein? Unvorstellbar. Und wohl gemerkt: USP hat ja nicht die Stimmung boykottiert, sondern bei Gesängen sehr wohl mitgemacht und teilweise auch eigenes gestartet… nur eben nicht so wie sonst. Und sonst meckern ja auch immer alle.
Fazit:
Das Kind liegt im Brunnen, und zweifelsohne ist gestern einiges in der Fanszene zerbrochen. Allerdings hat für mich nicht USP die Schuld an dem Bruch und das Kind liegt da auch schon einige Wochen, wenn nicht gar Monate.
Bis zu diesen Fronten war es ein langer Weg, an dem sicher viele Seiten ihre Schuld tragen. Und natürlich ist auch USP nicht völlig schuldlos, vielleicht hätte man vorher auch in der Kommunikation etwas anders lösen können. Nur die gestrige Situation entzündet sich eben an der Frage, ob alle Stehplatzbesucher das Konzept der Süd mittragen, oder eben nicht. So hart es klingt, aber der Verein und seine Fanszene stehen vor einer schwierigen Phase, die entscheiden wird, wie „non established“ wir wirklich sind, und wie lange dieser Verein noch von sich behaupten kann, „anders“ zu sein. Sollte der Verein tatsächlich Konsequenzen gegen USP aus den gestrigen Vorfällen ziehen, wäre für mich der Bruch mit diesem Präsidium noch stärker, als er nach den Lügen und Halbwahrheiten in persönlichen Gesprächen der letzten Wochen eh schon ist. Dummerweise werden einige es genau umgekehrt sehen und Konsequenzen gegen USP fordern bzw. haben dies bereits getan… und die Frage wird sein, welche Seite hier im Recht ist. Und damit meine ich nicht die juristische Seite, sondern die moralische. Und eben diese wird sich nur schwer beweisen lassen. Mir fehlt der Lösungsansatz, wie die verhärteten Fronten aufgeweicht werden können… die gestrigen Vorfälle haben diese sicherlich weiter verhärtet, nur liegt der Grund dafür eben nicht (alleinig) bei USP, sondern auch bei den anderen Gruppen, die diesen Protest mitgetragen haben und auf der anderen Seite bei denen, die diesen Protest eben nicht mitgetragen haben. // Frodo
P.S. Wer USPler als “Nazischwein”, “Fotze” oder ähnliches bezeichnet, hat damit dann auch schon genug über sich selbst preis gegeben, da geh ich gar nicht mehr drauf ein.
Links:
Fotos von miles-photo.net
Bericht eines Rostockers in der Ostsee-Zeitung
Ollis Tresen Thesen
März 29th, 2010 at 14:44
Ich danke Dir, dass Du - sowohl bei mir im Blog als auch hier - Deine Argumente aufführst, warum Du die Blockade der USP gegen die anderen St. Pauli-Fans für gerechtfertigt hältst. Teilen kann ich Deine Position trotzdem immer noch nicht.
Die Sicht der Dinge von denen, die gegen ihren Willen am Einlass gehindert wurden, habe ich ja hinreichend in meinem Artikel geschildert: Erzwungener Fan-Boykott im Rostock-Spiel am Millerntor: Ultras treten Fanrechte mit Füßen.
Es ging auch im Endeffekt nicht mehr nur um fünf Minuten, die geopfert werden sollten, die Ultras haben ja mit ihrer gestrigen - letztlich gescheiterten - Aktion das ganze Spiel und den ja eigentlich wunderbaren Sieg gegen die Rostocker überlagert und die Freude daran zumindest getrübt, wenn nicht sogar zerstört. Und gestern ist viel mehr kaputtgegangen. Wer den eigenen Fans Gewalt androht, hat jegliches Recht verloren, sich als deren Vertreter berufen zu fühlen.
März 29th, 2010 at 14:50
das nenne ich ein grenzwertiges demokratieverständnis
März 29th, 2010 at 14:56
Vieles in dem Artikel ist meiner Ansicht nach falsch aber ich stimme zu, daß der Knackpunkt selbstvertändlich die Frage ist ob die Ultras eine Blockade durchführen können und dürfen. Die Antwort ist aber sehr klar. Niemals hat der Verein sein Hausrecht auf die Ultras oder sonstwen übertragen. Also dürfen sie es nicht. Punkt. daher ist es klare Nötigung und nicht in Ordnung.
Es ist unwichtig ob es nur 5 Minuten waren oder ob der Protest berechtigt war.
Grundsätzlich um auch einmal mit Moral zu argumentieren- Grundsätzlich hat jeder Protest zu dem Menschen gezwungen werden überhaupt keinen Wert.
ich verstehe die Frustration, wenn bei Aktionen zu wenig Leute mitmachen und ich verstehe, daß man wahnsinnig wird, wenn man viel auf die Beine stellt und es nicht gedankt wird.
Und ich schätze die Ultras für ihre Arbeit
Diese Aktion aber ging entschieden zu weit und wer das nicht einsieht hat eine echtes Problem mit seinem Demokratievertsändnis.
Mehr Ironie geht ja wohl nicht mehr wenn hinter dem Banner: “Stellt Euch vor es ist Fußball und keiner darf hin” Menschen am Betreten des Stadions gehindert werden.
März 29th, 2010 at 14:59
Wir haben ja eben schon darüber telefoniert, und waren uns einig: die Kernfrage ist die Legitimation einiger, gegen andere St. Paulifans (passive ist auch welche) Gewalt anzuwenden. Die Antwort hierauf muss “Nein!” lauten. Vor allem, wenn man die Diskussion vorher als Rechtfertigung formuliert, denn Fanrechte sind Individualrechte der Freizügigkeit, und die sind mit unfassbarer Anmaßung gerade ggue anderen Paulianern verletzt worden.
Eine mediale Ästethik dann auch nich heranzuzitieren setzt der Hybris aber die Krone auf. Nein: es gibt “die Fans” nicht. Und das ist gut so. Jede dieser Kader-Aktionen, solange sie Zwang darstellen beschädigt die Kultur, auf die wir zurecht so stolz sind. Und ich möchte von diesen Gewaltbrüdern nie wieder mit meinen eigenen Fangesängen niedergeschrien werden!
Zur Vervollständigung: “Scheiss-USP” wurde von Vielen auf der rechten Seite der Stehplätze beim Zugang S3 gesungen, von so vielen, dass man dieses Statement sehr genau wahrgenommen hat bspw. auf der Nord.
März 29th, 2010 at 15:18
Vielen Dank für die bisherigen Antworten und Statements, insbesondere dafür, dass sie alle sachlich und ohne Bepöbelungen abgeben wurden.
Wenn man ins Forum schaut, ist es scheinbar nötig, dafür zu danken, denn selbstverständlich scheint das nach gestern nicht mehr.
Dass es dann natürlich mehr als fünf Minuten waren, ist mir ebenfalls klar, aber selbst 45 Minuten oder eine Stunde würden an meiner grundsätzlichen Meinung diesbezüglich nichts ändern.
Und dass es diese zwei unterschiedlichen Auffassungen generell gibt, wird uns (als gesamte Fanszene) sicher in den nächsten Wochen und Monaten noch beschäftigen.
März 29th, 2010 at 15:24
Moin,
endlich mal eine Zusammenfassung des gestrigen Tages, die sich nicht von der gängigen Anti-USP-Stimmung einfangen läßt.
Mein Gefühl ist, dass einige die Gunst der Stunde genutzt haben, um USP eine reinzudrücken - ohne Rücksicht auf die gemeinsam abgestimmten Protestaktion fast aller aktiven Fans. Man beachte doch einfach mal, wer die Flyer und die Planungen mit unterstützt hat.
Aus einigen Gesprächen in der Nord musste ich leider auch (wieder mal) den Schluß ziehen, dass vielen Vollbier deutlich wichtiger ist, als gemeinsame Ideale, Ziele und Vorstellungen - und Auswärts geht vielen ebenso völlig am Allerwertesten vorbei. Dann kommt die Stimmung bei Sky eben vom Band.
Gruß Kiesel
März 29th, 2010 at 15:46
Danke für den aufschlussreichen und gut geschriebenen Text. Ich habe schön lange ein Problem mit USP und fühle mich von Kiesel im vorigen Post persönlich angesprochen.
Ich lese bei solchen Texten immer zwischen den Zeilen, dass USP eine bedingungslose daseiensberechtigung hat. Wenn aber viele in der Nord und der GG und wie Gestern gesehen auch (von geschätzt 50%) auf der Süd USP kritisch bis ablehnend gegenüber stehen. Dann muss man sich aufeinander zu bewegen und darf nicht, wie ich das gestern subjektiv empfunden habe, süffisant lächeld eine Blockade aufstellen und seine Macht diktatorisch ausüben. Wenn irgandwann die Mehrheit der St.Paulifans lieber ein Stadion ohne USP hätten, dann wäre die eingangs erwähnte Daseiensberechtigng weg und USP müsste sich Chosen Few anschließen. (Sorry das letzte ist ein emotionaler Spruch aus einem unvernünftigen Teil meines Gehirns)
März 29th, 2010 at 16:10
Erstmal vielen Dank für diese ausführliche Stellungsnahme!
Und um nochwas vorweg zu nehmen: Das (teilweise) völlig übertriebene USP-Bashing im Forum geht mir auch auf die Eier, auch wenn ich ansonsten nicht der allergrößte Freund der Ultras bin… sie sind schließlich ein Teil der Szene (mit manchmal auch wirklich tollen Aktionen). Und homophobe/sexistische/rassistische Beleidigungen gegen wen und warum auch immer, gehen überhaupt nicht, da sind wir uns sicherlich einig.
Ich teile allerdings Deine Kernaussagen nicht wirklich, mal vorsichtig ausgedrückt… Die gestrige Aktion ist einfach unfassbar in die Hose gegangen und hat mich wirklich richtig traurig gestimmt, da ich sowas bei uns am Millerntor einfach nicht erwartet hätte. Noch trauriger macht mich allerdings das nachträgliche Schönreden und Rechtfertigen der Blockade. Thomas Nast hat aber dazu schon alles gesagt, daher spare ich mir hier die Worte, da ich mich in seinen nahezu komplett wiederfinde.
Darum noch etwas anderes… Du schreibst:
“Wer sich pro Tag auch nur zehn Sekunden mit dem FC St.Pauli beschäftigt, dem muss klar sein, dass ein Spiel gegen Hansa Rostock vielleicht sowieso schon nicht geeignet ist, sein Kind mitzunehmen.”
Entschuldige, aber wenn ein Spiel gegen Rostock so gefährlich ist, dass ich das Stadion mit meinem Kind meiden sollte, dann läuft irgendwas grundlegend falsch, und rechtfertig die strikten Maßnahmen seitens unseres Präsidiums und der Polizei. Und genau darum fand ich nicht nur die Umsetzung, sondern auch den Protest an und für sich fragwürdig. Wenn ich dann noch zur Solidarität für eine Sache die deutlich komplexer ist, als es einige aus organisierten Fan-Szene (insbesondere USP) wahrhaben wollen, genötigt werde, dann ist das ganz ganz großer Mist. Bitte nicht falsch verstehen, mir ist auch bei den Beschneidungen von Fanrechten nicht ganz wohl und bei so einigen Solidaritäts-Aktionen von USP & Co war ich mit Begeisterung dabei, aber sieht nicht gerade der Fall Rostock ein wenig anders aus? Die viel beschworenen Selbstreinigungseffekte sind doch leider besonders bei den Rostockern (in Teilen leider auch bei uns) nicht eingetreten… Und wenn diese Selbstreinigung nicht eintritt, muss eben von außen eingegriffen werden, so dass für jeden Zuschauer ein gefahrloses Zuschauen im Stadion möglich ist. Auch für Kinder (by the way…habt ihr, bzw Du, eigentlich mal drüber nachgedacht was passiert wäre, wenn gestern bei der Blockade eine Panik ausgebrochen wäre?).
Konstruktive Grüße!
März 29th, 2010 at 16:43
Ich möchte mich nicht großartig dazu äußern das werde ich offline tun. Schon gar nicht im Forum, da ich den betreffenden Faden in großen Teilen für unreflektiert und destruktiv halte. Insofern möchte ich diesen Artikel als Plattform für meine einzige kleine Anmerkung machen, die ich für wichtig halte. alles Weitere wurde gesagt, sämtliche Sichtweisen sind erörtert, Meinungen ausgetauscht.
“Wenn man dann allerdings, wie in einer Hamburger Boulevard-Zeitung sinngemäß zu lesen ist, von „weinenden Kindern im beängstigenden Gedränge“ lesen muss, sollten sich auch die Eltern hierbei mal hinterfragen. Wer sich pro Tag auch nur zehn Sekunden mit dem FC St.Pauli beschäftigt, dem muss klar sein, dass ein Spiel gegen Hansa Rostock vielleicht sowieso schon nicht geeignet ist, sein Kind mitzunehmen.”
Ich halte es durchaus für möglich sein Kind auch zu einem Spiel gegen Hansa Rostock mit ans Millerntor zu nehmen und auch in die Südkurve. Wo sich allerdings einige Eltern mal Gedanken machen sollten ist IHR Verhalten.
Ich halte es für außerordentlich verantwortungslos seinen Kindern gegenüber mit diesen durch die Menschenmenge zu drängeln um dann vorne, wo das Gedränge am allerdichtesten ist zu lamentieren “Ich stehe hier mit einem Kind, mein Kind hat Angst.” Diese Leute sollten sich fragen, ob und wie sie es verantworten können ihr Kind bewusst eben jener Situation aussetzen zu können, die sie kritisieren. Jedem Menschen sollte klar sein dass es bei derartigen Situation vorne am engsten und dichtesten ist. Nur um mit dem Kind ein Argmument zu haben von den Blockierern durchgelassen zu werden ist (auch(?)) Nötigung und ich bin sogar geneigt von Missbrauch zu sprechen. Schämt euch! Ich bin froh, dass meine Eltern mir sowas nie angetan haben!
mfg
März 29th, 2010 at 16:56
Frodo,
manch einem Fan unseres Vereins gönne ich Deine grandios-gute Schreibe einfach nicht! Was für einen Ruf hätte die Fanszene des FC St.Pauli wohl, wenn solche Leute sie mit Leben füllen würden, anstatt so geilen Typen wie Du? Ich möchte es mir gar nicht ausmalen, denn am Sonntag konnte man sie beobachten. Frustrierte Grüße, bis Donnerstag…
März 29th, 2010 at 18:19
bin normal auch eher vom ewigen lalala der ultras abgenervt, aber die aktion gestern geht meiner meinung nach in ordnung, konnte sich doch jeder drauf einstellen vorher, daß man nicht reinkommt, brauch man sich doch gar nicht reinsteigern, wegen 5 minuten, die ein starkes zeichen hätten sein können, wenn die großen kinder da nicht rumgeheult hätten. es werden bestimmt noch auswärtsspiele kommen, bei denen wir nur 500 karten bekommen, wenn das einfach so hingenommen wird.
nötigung wird seit ein paar jahren übrigens strenger ausgelegt, ne einfache blockade reicht da noch nicht aus…
März 29th, 2010 at 18:53
@henkthetank: Aber es geht doch überhaupt nicht um die 5 Minuten (es waren mit der Zeit vor dem Anpfiff übrigens deutlich mehr)…
Das traurige an der Sache ist, dass das so einige der Blockierer (bzw deren Befürworter), Dich wohl mit eingeschlossen, einfach nicht verstehen können oder wollen.
März 29th, 2010 at 19:46
Leider ist das Problem an “Es waren nur 5 Minuten”, dass man darauf entgegnen könnte: “Es waren doch auch nur 1.400 Karten”, die den Gästen gefehlt haben.
März 29th, 2010 at 20:35
If the Kids were United – sind se aber nicht.
Polizei und Vereine limitieren Tickets, organisierte Gruppen sperren Fans aus? Das geht gar nicht, zumindest darin scheinen sich inzwischen doch alle einig: Hansa Rostock Fans boykottierten das Spiel gestern komplett, organisierte Fangruppen protestierten und blockierten ihrer Tribüne gegen die in Kooperation von Polizei und Verein beschlossenen Maßnahmen.
Bilder die zunächst auf den entsprechenden Kanälen ausgestrahlt werden deuten auf eine geschlossene Abwehr hin, doch später heißt es, weite Teile der Fanszene wären zu derartiger Solidarität nicht bereit. Wenn man sich die Szenerien, die sich derweil an den Aufgängen der Tribüne abspielen gewahr ist, mag das erstmal stimmen. Man zerfleische sich gegenseitig, heißt es, aber warum? Weil man solche Aussperrungen gut heißt? Nein! Ganz im Gegenteil.
Wenn eines aus dieser buntschattigen Konstellation aus Zugehörigkeit und Auschluss wirklich jedem klar werden müsste, dann das: Aussperrungen will seitens der Fans wirklich niemand! Solidarität ist eine Waffe und sowas erfordert allseits verantwortungsvolles Handling. Nix Neues eigentlich, oder?
PS: Dass ich nochmal n Fussikommentar ablasse, hätt ich mir auch nicht träumen lassen.
März 29th, 2010 at 20:38
Das ist nun aber ein bischen sehr vereinfacht.
Aber schön, auch mal eine Diskussion lesen zu können, wo zwar nicht alle einer Meinung sind, wo es aber beim niederschreiben der Meinung bleibt.
Ich lasse mich halt nur ungerne als fette Nazisau bezeichnen, bloss weil ich mit dem Rücken zum Spielfeld irgendwo rumstehe…
März 29th, 2010 at 21:02
So als eher Unbeteiligter - ich bin seit 20 Jahren immer nur ab und an mal im Stadion, wenn ich Karten ergattern kann - möchte ich mich doch an der Diskussion beteiligen, weil mir viel an der Kultur des Vereins liegt. Mir fallen vier Dinge auf:
1.) Ich hatte im Internet vorab viele Diskussionen verfolgt, auch die Sonderausgabe des Übersteiger gelesen - von einer Blockade hatte ich nichts mitbekommen. Vielleicht gehen hier einige, die in der Fanszene aktiv sind, davon aus, dass jeder über das gleiche Wissen verfügt wie sie. Ich wäre ahnungslos in der Südtribüne aufgetaucht. Und ich denke nicht, dass St. Pauli nur für Elitefans (finanziell oder Engagement) da sein sollte.
2.) Die Südtribüne ist genau der Platz, zu dem ich mit Kindern bei einem Rostock-Spiel gehen würde. Weit weg von den Rostockern, moderne Sicherheitseinrichtungen, etc.
3.) Wenn ich mir die unglaublich vielen Kommentare auf anderen Blogs ansehe fallen ziemlich oft die Begriffe “Gewalt”, “Angst”, “Gedränge”. Selbst wenn die Blockierer nicht selbst geschubst oder zugeschlagen haben, hat ihr Verhalten doch bei vielen Angst ausgelöst.
4.) Ganz grundsätzlich: Streik und Streikbrecher gibt es im Arbeitskampf. Jemanden zu einem Protest zu zwingen, den sie/er politisch nicht unterstützt ist - in Gedanken an Godwins Law ganz vorsichtig gesprochen - nicht ok.
Wenn ich also davon ausgehe, dass viele von dem Protest nichts wussten, mitbekamen, dass Kinder, alte Leute und viele andere Besucher richtig Angst im Gedränge bekamen und vielleicht nichtmal den Protest für richtig hielten, dann konnte die Aktion nur so böse nach hinten losgehen, wie es passiert ist.
Wenn man versucht, die Menschen zu politischen Entscheidungs zu zwingen, geht es nach hinten los. Und allein die ganzen Artikel (Mopo, Zeit, Spiegel) haben mehr Porzellan zerschlagen, als dem Verein und den Fans guttut. Frei nach Tucholsky: Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint.
März 29th, 2010 at 21:11
Vielleich solltet ihr auch mal daran denken, dass Kinder dabei sind, die von allen Seiten geschubst werden und nicht sehen was um sie herum geschieht. Diese Kinder bekommen Panik und fangen an zu weinen. Auch das sind St.Pauli Fans auf die besondere Rücksicht genommen werden sollte. Also vielleich mal vorher das Hirn einschalten und darüber nachdenken was alles bei solchen Aktionen passieren kann.
Gruß
Andrew
März 29th, 2010 at 21:51
USP pp. haben sich einfach zu viel vorgenommen - es waren eben nicht alle von der Aktion überzeugt, die hätten überzeugt werden müssen. Also eine *politische* Niederlage für USP pp. Dass sie mit dieser Niederlage nicht umgehen konnten hat dazu geführt, dass sie jetzt ziemlich isoliert sind.
“Es handelt sich um eine von Fans verwaltete Kurve” - falsch! Es handelt sich um eine von *bestimmten* Fans verwaltete Kurve - den anderen bleibt da nur, sich verwalten zu lassen.
Die Stimmung gestern hat mir sehr gefallen, weil die Akustik mal wieder mit dem Spielverlauf übereingestimmt hat. Das hatte was mit Fussball zu tun. Und ich bin *sicher*, dass diese Akustik die Mannschaft besser supportet als das LaLaLa derer, die sich für das Maß der Dinge beim Supporten halten.
Nix für ungut.
elflaco
März 29th, 2010 at 23:14
Ich habe inzwischen über das “Sankt Pauli, wie es sein sollte”, das ich hinter Deiner Argumentation heute am Telefon und hier entdecke ein wenig nachgedacht. Eine Einladung zur Diksussion: http://www.ring2.de/archives/schoenes-neues-sankt-pauli
März 30th, 2010 at 07:18
In meinen Augen war die Idee die Südribüne zu blockieren genial. Denn hier setze ich auf die Macht der Bilder. Wenn man die Bilder von der leeren Südkurve sieht, stellt man fest, dass es nie ein besseres Statement für Fanrechte gegeben hat.
Leider hat sich die Aktion sehr unerfreulich entwickelt. Mir (und möglicherweise auch den Organisatoren der Blockade?) war vorher nicht klar, dass auch die Sitzplätze betroffen sein würden. Es ist wirklich nicht akzeptabel, dass Kinder oder Gehbehinderte daran gehindert werden zu ihren Plätzen zu gelangen. Zu diesem Punkt würde ich gern von den Organisatoren der Blockade eine Entschuldigung hören. Nicht für die ganze Aktion - aber wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man das auch zugeben können.
Ich finde es entäuschend, dass nun die Aktion benutzt wird, um alte Rechnungen mit USP zu begleichen. Leider kann nun auch das Präsidium die allgemeine Stimmung nutzen, um von den eigenen Fehlern abzulenken, die diese Protestaktion erst ausgelöst haben. Schade!
März 30th, 2010 at 07:46
@Harriet Und weswegen kann das Präsidium das? Hier muss man deutlich Aktion und Reaktion unterscheiden. Der aktive Part waren USP. - und eine Entschuldigung ist so überfällig, dass sie bald schal wird.
März 30th, 2010 at 07:50
schon wahr, man sollte nicht alles verteufeln was bisher geschah, nur vergesst bitte den Fussball nicht. Ich habe hier das gefühl, dass es den
meisten nicht um Diesen geht !! Ich stehe seit Jahren auf der Gegengeraden und bin das ein oder andere mal schon verwundert, was für ein Schwachsinns-support von der Südtribüne kommt. Das hat wenig mit Fussball zu tun, eher mit sich selbst feiern……… und eines noch, wenn kleine Kinder sagen ”papa ich habe angst” läuft es mir kalt den Rücken runter. Und diesen Vätern zu sagen, sie wären selber schuld….. tut mir leid, hinterfrag mal was du für einen Schwachsinn schreibst !!! DA KRIEG ICH ALS WERDENER VATER, DER IRGENWANN MIT SEINEM KIND ZU ST.PAULI MÖCHTE ECHT DIE KRISE………
März 30th, 2010 at 10:11
Zu Klarstellung, bevor mir hier weiter unterschwellig unterstellt wird, ich wäre dafür allen Kindern Stadionverbot zu erteilen oder dreijährige totzutrampeln, folgendes Szenario:
Man kommt am Sonntag mit seinem (ich nehm es jetzt mal als Beispiel) 8jährigen Sohn an der Süd an. Es handelt sich um ein besonderes Spiel, den Medienberichten der letzten Tage konnte man sich nun wirklich nicht verschließen… eigentlich sind einem diese Fanbelange aber auch schnurzpiep, aus dem Alter ist man als Daddy irgendwann raus und die Jungs da unten können gerne tun und lassen was sie wollen. Ich betrete also die Stufen, habe von dem angekündigten Boykott aber bisher nicht wirklich was mitbekommen, und das ich so komische Flugblätter lese… nee, dazu kann mich auch keiner zwingen.
Ich versuche also, mit Junior an den herumstehenden Personen vorbei zu meinem Aufgang zu den Sitzplätzen zu kommen, bemerke dann aber, dass das so nicht geht, weil alles von diversen (vielleicht sogar schon leicht erregten) Personen verstopft ist, die alle mit Macht gegen diejenigen drängen, die vorne durch passive Gewalt versuchen, den Aufgang zu versperren, was ihnen auch gelingt.
Bis hierhin ist alles okay, jetzt aber stehe ich vor einer Entscheidung und habe zwei Möglichkeiten.
A) Ich nehme meinen Jungen zur Seite, erkläre ihm, dass wir leider wahrscheinlich den Anpfiff verpassen werden, aber nach fünf Minuten auf dem Sitzplatz sein werden. Außerdem nehmen wir hier an einem Fanprotest teil, damit alle Fußballfans auch weiterhin auswärts fahren dürfen, wie wir es dieses Jahr ja auch schon einmal gemacht hatten. Ich sehe, dass es diverse ruhige Stellen gibt (u.a. beim Fanladen-Büro oder der komplette Bereich am Rand der Süd und außen an der Treppe), und stelle mich mit ihm dort hin. Wir gucken uns alles in Ruhe an und nach 5 Minuten kommen wir ruhig und gelassen auf unseren Plätzen an. Ich muss diese Proteste nicht mal inhaltlich teilen, je nach Lage der Dinge und Alter des Sohnes fange ich sogar mit Junior eine kleine Diskussion über den Begriff “Demonstrationsfreiheit” an.
Junior erzählt Mama abends stolz, dass er an einem total spannenden Fanprotest teilgenommen hat und ist auch am nächsten Tag in der Schule der Held.
B) Ich klemme mir meinen Sohn unter den Arm, schubse diverse besoffene Punker zur Seite und prügel mich durch die Massen, bis ich schließlich den Ultra vorne als “Nazisau” beschimpfe und seine Freundin als “Fotze”, und ihm erst mal feste gegens Schienbein trete. Anschließend spucke ich dem Idioten noch ins Gesicht und wundere mich anschließend, dass mein Sohn panisch und tränenverschmiert mit weit aufgerissenen Augen zu mir hoch schaut.
Beides natürlich extreme Versionen, beide werden sich Sonntag aber so oder so ähnlich abgespielt haben… wahrscheinlich auch viele, die irgendwo dazwischen lagen, aber hoffentlich alle etwas mehr Richtung A) tendierten.
Und mehr, als dass ich Möglichkeit A) favorisiere und als Verantwortungsbewusst bezeichne, wollte ich mit dem Blog nicht ausdrücken… ich hatte nur irgendwann ein Platzproblem und habe es daher (vielleicht zu lasten der Verständlichkeit) etwas gekürzt.
März 30th, 2010 at 10:24
Diese Rechtfertigungsversuche sind der eigentliche Skandal an den Geschehnissen vom Sonntag. Fehler und Fehleinschätzungen können passieren, dass man sich aber auf Seiten der Blockieren so dermaßen uneinsichtig zeigt, ist einfach nur noch deprimierend. Da wurde unfassbar großer Mist gebaut, und nun verdreht man lustig Ursache und Wirkung und suhlt sich dabei in der Opferrolle.
Ganz ehrlich, sowas ist unerträglich.
März 30th, 2010 at 10:56
Ist es wieder soweit, dass man sich als Familienvater überlegen muss:
“Kann ich meine Sohn mitnehmen oder lieber nicht weil das ein “Hassspiel” ist?”
Das hatte wir in den 70ern und ich will das nicht wieder haben!
(Damals hat sich vor allem unser beliebter Lokalrivale unliebsam hervorgetan!)
Kinder sind die Zukunft des Vereins und wenn nur EIN Kind wegen so einer Aktion weint, ist das EINES zu viel, Liebe Leute.
Mal kezereisch gefragt: Blockiert Ihr dann auch demnächst den Zugang zur KiTa?
Denkt mal drüber nach…
März 30th, 2010 at 11:01
Es ist doch nun aber mal so, dass eine Demonstration nur Sinn macht, wenn man sie gegenüber allen Teilhabern nach Außen trägt. Sonst könnte ja auch jede stadtpolitische Auseinandersetzung bloß in Hinterzimmern des Rathauses stattfinden. Es ist aber allgemeiner Commen Sense, dass sowas eben zur Folge hat, dass diejenigen, die sich aus was für Gründen auch immer diesen Protesten nicht anschließen, an Rande darauf warten müssen, bis die Staße wieder geräumt ist, auch wenn das bedeutet, dass sie zu spät ins Konzert kommen. Richtig Scheiße ist es, wenn schutzbedürftige Dritte wie Kinder zwischen solche sich womöglich verhärtenden Fronten geraten und zwar für alle Parteien.
März 30th, 2010 at 11:42
Mal ne ganz andere Frage
(Die Ablehnung der Blockierung ist ja hinlänglich und eindeutig diskutiert):
Wie reagieren denn nun die aktiven Fans? Distanzieren wird hier wohl nicht ausreichen. Nehmen wir (auch die Blockierten) die USP doch wieder in die Mitte und entschuldigen wir uns als Mitglieder der unzeichnenden Fanclubs bei allen Sitzern, bei Butje, Stanis Frau und den Rollis, Kindern und Normalos, denen die Aktion, die ich ja auch in ihrem freiwilligen Teil befürwortet habe, mehr als zu nahe getreten ist.
Wäre das ein denkbarer Weg? Ich will nämlich auch nicht, dass der Verein und die Medien nun den Diskurs an sich ziehen, dafür ist er zu wichtig.
März 30th, 2010 at 12:00
Man sollte zusätzlich auch noch erwähnen, dass auch die Zugänge zu den Sitzplätzen (jedenfalls da wo ich stand - vor dem Aufgang zu S1) von USPlern blockiert wurden, nicht nur die Zugänge zu den Stehplätzen…. Jeder, der durch wollte, wurde mehr als grob am Aufgang gehindert. Zu einem Boykott der Sitzplätze hatte doch niemand aufgerufen, oder? Die Sitzplatz-Leute sind also nicht nur durch die im-Weg-Stehenden passiv sondern auch aktiv gehindert wurden ihre Plätze einzunehmen. Nur mal so am Rande von einem unbeteiligten Beobachter, der gerne an einem friedlichen und vorallem FREIWILLIGEN Boykott teilgenommen hätte.
Auch wenn es jetzt schon desöfteren gesagt wurden ist: Jemanden zu einem Boyktt zu zwingen geht meiner Auffassung nach meilenweit an der ursprünglichen Idee vorbei.
Wenn nicht alle Fans der Südkurve den Boykott freiwillig unterstützen ist das in der Tat zum Kotzen, aber trotzdem ja Fakt. Hinterher dann so zu tun, als ob der Boykott ein Erfolg gewesen wäre ist einfach nur lächerlich. Klar, man hat die leere Kurve gesehen, aber die folgenden Berichte über das Geschehene haben sicherlich nicht gerade dazu beigetragen, zu zeigen dass wir beim FC St.Pauli eine eingeschworene Fangemeinde haben. Das muss man sich dann leider auch eingestehen können, so bitter das auch ist.
März 30th, 2010 at 13:09
…der Text ist vollkommender Schwachsinn!!
USP führt sich auf wie eine Art Stadionpolizei und ihr wagt ernsthaft noch das so darzustellen, als wären die Leute die Bösen, die einfach nur versucht haben ihr gutes Recht wahrzunehmen und auf die Plätze zu gehen, die sie bezahlt haben??
Liebe ÜS-Redaktion, solltet ihr einen solchen Schwachsinn in einer eurer nächsten Hefte veröffentlichen, könnt ihr sicher sein, dass ich mein Abo direkt kündigen werde!!
Ich bin keiner, der dauernd gegen USP meckert, ich find die Choreos toll und dass USP so viel für den Verein tut. Selber würde ich mich gar nicht richtig trauen einen Gesang anzustimmen, deshalb finde ich es toll, dass USP das macht und ich dann mit einstimmen kann.
Aber die Aktion geht gar nicht! Da muss ein Exempel statuiert werden!! Die Südkurve gehört NICHT den Ultras! Und mit meiner Unterschrift unter den Schrieb von USP habe ich sicherlich nicht auf meine Menschenrechte verzichtet. Wenn da nämlich gestanden hätte, dass ich mich einer Freiheitsberaubung durch USP unterwerfen muss, dann hätte ich das nicht unterschrieben und mir lieber weiter Einzeltickets gekauft!!!
Also hört auf so einen Müll zu verbreiten. Hier geht es nicht um eine Meinung, die ihr ja durchaus haben könnt, sondern um rechtliche Tatsachen. Und rechtlich ist das absolut nicht haltbar, was USP sich da geleistet hat. (mal ganz von dem heiklen moralischen Aspekt Zwang gegen Fans des selben Vereins auszuüben!!)
Einfach nur traurig, was da in letzter Zeit so abgeht. Und noch trauriger ist, dass USP dafür auch noch Beführworter findet. Solange das so ist, wird sich auch nichts ändern.
März 30th, 2010 at 13:21
fußball ohne ultras ist doch scheiße. also ich finde man sollte das ganze jetzt mal als unglücklich gelaufen abhaken. eine entschuldigung für den ablauf (nicht für die aktion selbst) ist aber überfällig. den protest halte ich für wichtig, denn das betrifft alle die auch mal auf ein auswärtsspiel ihrer mannschaft fahren wollen (und wie man ohne fans spielt hat man ja am sonntag bei hansa gesehen)! dafür kann man man schon mal 5 minuten von einem der 34 spiele der saison verpassen.
p.s. freiwillig funktioniert so ein protest übrigens nie, das ist doch völlig illusorisch.
März 30th, 2010 at 13:28
Den Grund für die Aktion ünterstützen wohl die meisten Fans, aber was USP gemacht hat, ist ein Verrat an Grundwerten: Toleranz gegenüber Anderdenkenden? Verraten, lieber mit Gewalt diese am Betreten des Stadions hindern. Gewaltfreiheit? Verraten worden! Ein buntes Spektrum? Verraten, alle haben USP zu folgen! Was hier geschehen ist, wirft für mich die Frage auf, ob im Zusammenhang mit dem gescheiterten Kartenverkauf die USP a) überhaupt eine Gruppe ist, die legitim die Fans auch in der Süd vertreten darf und b) ob man dieser Gruppe so eine Aufgabe überhaupt vom interlektuellen und logitischen Potential zutrauen kann oder ob man sie nicht lieber als einen von vielen Fanclubs betrachtet.
März 30th, 2010 at 13:31
Natürlich geht das freiwillig und zwar nur freiwillig!
Ich kann doch nicht gegen Aussperrung mit Aussperrung demonstrieren…
Und noch eins: Wenn ich im Stadion gewesen wäre, wäre ich extra 650 km angereist, hätte im Hotel übernachten müssen und möchte dann schon die ganzen 90 Minuten, für die ich ja das alles schließlich auf mich genommen habe, sehen! Ich bin eben nicht (mehr) in der glücklichen Lage, in HH zu wohnen und jedes Spiel sehen zu können. Da kann man dann schon mal auf 5 Minuten verzichten…
Auf die Perspektive kommt es an und die ist Pauli Fans durchaus unterschiedlich!
März 30th, 2010 at 13:34
Einige Unterstellungen sind einfach nur frustrierend. Doch ich verteidige lieber uneingeschränkt die Meinung von Frodo und lass mich wie USP übelst beschimpfen, als diesen Club weiter zu dem verkommen zu lassen, was andere gerne zulassen würden! Und auch wenn ich das hier gerade immer noch aus Trotz schreibe, das war die typisch-deutsche Protest-Mentalität: Jede_r denkt nur an seinen Vorteil! Dann lest halt 11Freunde, verdammte Liberale.
März 30th, 2010 at 13:36
Selbstverwaltung der Süd entziehen und ein paar Stadionverbote aussprechen. Sich auch noch zu rechtfertigen. Unglaublich. Lohnenswert der Artikel bei 11Freunde, dass in keinem anderen Fußballverein Ultras so sehr deplaziert sind wie bei Pauli. mehr gibt es nicht zu sagen.
März 30th, 2010 at 13:44
@Stemmen: Ich würde dir zustimmen, wenn es sich um einen Protest einer überwiegenden Zahl ALLER St. Pauli-Fans handeln würde. Wenn man die Reaktion von Gegengrade und Nord gehört hat (nach 4 Minuten des Spiels) und die Berichte verfolgt, muss man doch wohl zum Schluss kommen, dass nur eine kleine Zahl von Fans den Protest in dieser Form unterstützt.
Wenn Viele teils mit (aktiver oder passiver) Gewalt gezwungen werden, der Ideologie einer kleinen Gruppe zu folgen, dann ist man bei sehr unschönen Vokabeln.
März 30th, 2010 at 13:49
Liebster Stemmen,
a) will Dich keiner beschimpfen
b) geht es dem Club so gut wie noch nie (ich weiß wovon ich Rede, ich bin seit Mitte der 70er St. Pauli Fan, als die Fans im Stadion noch per Handschlag begrüßt werden konnten)
c) dass jemand für sein sauer verdientes Geld eine Gegenleistung will ist mitnichten typisch deutsch, sondern normal und hat mit fehlender Protest-Mentalität nichts zu tun. Einem freiwilligen Protest hätte ich sogar zugestimmt, weil in der Sache liegt Ihr ja richtig. Aber so - neee
März 30th, 2010 at 13:58
Internetdiskussionen sind was schönes. Jeder ließt immer den Satz der ihm nicht gefällt und kommentiert diesen.
Hier: Die einen verfechten vehement und mit guten Argumenten den Zweck und die anderen verdammen ebenso die Mittel. Und nun kann man für sich entscheiden heiligt der Zweck die Mittel? Der übersteiger usp und ollistresenthesen sind der Meinung, der Zweck ist so wichtig, das die zweifelsohne sehr sehr fragwürdigen Mittel noch zu rechtfertigen sind. Jeki Curious und 11Freunde Mopo Abendblatt, halten keinen Zweck für so wichtig, dass solche Mittel zu rechtfertigen sind.
März 30th, 2010 at 14:08
Meine Fresse, da scheint sich ja bei vielen ein lange aufgestauter Hass gegen USP zu entladen!?
Freiheitsberaubung / rechtliche Schritte? Da gibt´s doch bestimmt eine Rechtschutzversicherung, die das Anwaltshonorar übernimmt, oder?
Die Leute, die jetzt ganz wild mit den Flügeln wackeln sind bestimmt die, die wenn jemand vor ihnen bei Rot über die Ampel läuft, anfangen zu hupen und nochmal ordentlich Gas geben.
Ich glaube, ein wenig mehr Gelassenheit würde jetzt jedem gut tun. Das Forum sollte man mal für eine Woche vom Netz nehmen und sämtliche Kommentarfunktionen der einschlägigen Seiten abschalten. Alles, was jetzt noch kommt, wurde schon irgendwie und irgendwo gesagt.
Die Leute, die die Aktion initiert haben, haben meine volle Solidarität und Unterstützung, allerdings müssen in einer öffentlichen Manöverkritik auch Fehler eingestanden werden.
März 30th, 2010 at 14:18
In meinem Fall geht es nicht um “Hass” gegen die USP und ich denke das geht hier vielen so.
Sondern es geht darum, dass eine Gruppe von Fans (in diesem Fall die USP) die anderen Fans in ihrer Freiheit eingeschränkt (bevormundet und genötigt könnten man auch sagen) hat. Und dazu kritisiere ich die Gruppe (eben die USP), die der Verursacher ist.
Wohlgemerkt: Kritik - und nicht Hass!
Und wer mit der Kritik nicht umgehen kann, den kann ich auch nicht helfen.
P.S.: Kritik sollte man dazu nutzen mal selbst zu reflektieren, um festzustellen, ob man evtl. doch Fehler begangen hat und nicht einfach reflexartig zurückweisen!
März 30th, 2010 at 14:22
ich finde es persönlich schade, wenn sich pauli fans in zwei lager aufteilen: anti-usp und usp(-freunde)…
die aktion am sonntag und der dauerkartenmarathon letzenswaren nicht wirklich gut fürs usp image. ich hatte zumindest nicht das gefühl, dass die message der aktion wirklich bei allen übermittelt werden konnte, so hieß es im internet an einigen stellen, es handle sich um eine solidarisierung mit rostockfans.. das war es meines wissens nicht.
und dass es hier irgendwo durchklang, die aktion wäre aufgrund der reaktionen nicht im sinne aller gewesen, kann nicht stimmen. anders gesagt sie darf nicht stimmen… ein st. pauli fan sollte eigentlich mehr als nur fußball fan sein… und wer sich mit dem protest an sich nicht einverstanden erklärt, sollte sich lieber einen anderen verein suchen.
usp ist ne tolle gruppe und sie sollten versuchen mehr leute im stadion davon zu überzeugen, dass sie gute arbeit leisten und nicht andauernd sich über andere fans aufregen, wie beispielsweise leute, die in den randbereichen der südkurve stehen usw… (wie wärs vielleicht mit nem zweiten typen mitm megafon oder so?)
das war jetzt nur so ein gedankenerguss von mir, aber dennoch… feindschaft unter fans desselben vereins geht echt gar nicht.
März 30th, 2010 at 14:33
Hallo Wolke, ich denke, dass der Protest gegen die Polizei-Verfügung im Sinne der meisten Fans war.
Aber: Sprüche wie “und wer sich mit dem protest an sich nicht einverstanden erklärt, sollte sich lieber einen anderen verein suchen.” gehen gar nicht, gerade St. Pauli-Fans sollten sich doch durch eine Toleranz gegenüber anderen Meinungen auszeichnen.
Und: Die Art des Protests stieß ja wohl bei einer Mehrzahl an Fans auf Ablehnung. Auf diese Art geht es nicht!
März 30th, 2010 at 14:35
@Olli: Hast recht, hat keinen Sinn mehr. Ernstgemeintes “Sorry” für die persönlichen Beleidigungen, ich bin müde.
März 30th, 2010 at 14:59
Sag’ mal, Frodo, sind diese “Tipps”, wie ich mich mit meinem Sohn in einer solchen Situation zu verhalten habe, ernst gemeint?
Sorry, aber mir wird kotzübel, wenn ich solch einen altklugen, dazu noch völlig fernab der Realität geschilderten Schwachsinn lese!
Erstens war beim Fanladen genauso ein Gedrängel wie an den anderen Stellen im Eingangsbereich auch (übrigens auch im Treppenbereich), aber das ist sicherlich nur wieder die maßlose Übertreibung eines Spinners, der sich nur über die Ultras auskotzen will.
Zweitens: Was macht denn der weise Frodo, wenn sein kleiner Sohn mal dringend zur Toilette muß oder ihm vor lauter Aufregung kotzübel wird? Das sind nämlich durchaus Situationen, die ich auch verfolgt habe. Aber auch dafür hast Du vermutlich einen ganz tollen Tipp parat, oder?
Es fällt mir, ehrlich gesagt, sehr schwer, sachlich zu bleiben angesichts der Tatsache, dass hier a) Rechtsbruch seitens der “Organisatoren”, b) Missachtung der Hausordnung des FC St. Pauli und c) das vollständige Ignorieren von Fan- respektive Menschenrechten dermaßen verharmlost wird.
März 30th, 2010 at 15:09
an die westküsten zecke:
also ich war im stadion in der nord und habe absolut nix von “scheiß usp” o.ä. rufen mitgekriegt.
an bobbit64:
das ist die art egoismus die ich nicht verstehe: es ging doch nur um 5 minuten! (und ich habe die letzten jahre auch immer eine anreise von über 500km gehabt) es ging darum, daß du vielleicht leider nicht mehr auf’s pauli auswärtsspiel bei dir in der nähe gehen kannst, da dann keine gästefans zugelassen werden.
März 30th, 2010 at 15:39
Ich verlinke dann Deinen Artikel auch mal bei mir, Stichwort Meinungsvielfalt.
Da das meiste schon gesagt ist hier, beschränke ich mich auf das Wesentliche: Solidarität darf NIEMALS erzwungen werden.
Dass die Aktion zunächst so auffiel wie gewollte, mag sein. Nur jetzt ist es nur noch der Aktionismus, die Durchsetzung, die der Aktion ihre Glaubwürdigkeit komplett nimmt. Daher würde ich das nicht als Erfolg bezeichnen.
März 30th, 2010 at 15:51
@Benni
Wenn Du meine Beiträge gelesen hättest, hättest Du entdeckt, dass ich Euch in der Sache recht gegeben habe.
Nur: Ihr könnt Anderen ihre Meinug nicht vorschreiben - und schon gar nicht wenn unschuldige Dritte (Kinder, Schwerbehinderte, usw.) drunter leiden…
(von Nötigung, Hausfriedensbruch, usw. will ich gar nicht reden)
Man kann sowas auch organisieren ohne das andere hineingezogen werden. Nur dann hätte man die Kommunikation deutlich verbessern müssen, damit genügend mitmachen und zwar freiwillig!
Ich behaupte, es wären genug freiwillig die 5 Minuten draußen geblieben, wenn das Ganze vernunftig organisiert worden wäre. So was geht!
(Und wenn ihr nicht genug freiwillig zusammen bekommt, solltet Ihr Euch ernsthaft Gedanken über Eure Legitimation machen, für alle Pauli Fans zu sprechen)
März 30th, 2010 at 15:53
P.S. Stellungnahme von Sven Brux im St. Pauli Forum
http://www.stpauliforum.de/viewtopic.php?t=55909&start=180
ungefähr Mitte der Seite.
März 30th, 2010 at 15:57
Sowas kann in Stehplatzbereich eines Fußballstadions immer passieren. Wenn (m)ein Kind dem nicht gewachesn ist ist es vielleicht andernorts besser aufgehoben.
März 30th, 2010 at 17:42
Hallo Frodo.
Deinen Artikel kann ich nicht unwidersprochen so stehen lassen.
In der Analyse der Vorgeschichte spricht einiges dafür, dass da seitens des Vereins (In persona: Corny? Aber der ist ja auch nicht alleine dort verantwortlich) nicht ganz sauber gearbeitet hat und MÖGLICHWEISE sogar gegen klare Absprachen gehandelt hat. Kann ich nicht beurteilen, aber ich kann das glauben und finde es absolut bekloppt und nicht förderlich!
Dazu kann und sollten dann diejenigen, die bei der Besprechung dabei waren klar Stellung beziehen! Ich bin nicht genügend informiert.
Das Entfernen von Protest-Transparenten durch den Verein ist schwach! Das muß das Präsidium und Aufsichtsrat aushalten!
Bis hierher bin ich nah an Deinen Aussagen.
Ich denke ein Protest-Treffen in welchem z.B. Corny dann Farbe bekennen müsste wäre durchsetzbar gewesen.
Eine Dauerdemo vor dem Millerntor oder so würde sicher Wirkung zeigen, denke ich. All das, was friedlich und demokratisch geht finde ich OK.
Und um das gleich klar zu sagen: Ich finde es EIGENTLICH auch nicht OK, wenn die Polizei per Verfügung das Kartenkontingent für Gästefans zusammen streicht.
ABER: Kann man andererseits nicht auch verstehen, dass es nach den ganzen Gewaltexzessen (gerade gegen Rostock) dazu kam?
Was ist denn die Alternative? Weiter so?
Bitte lass uns jetzt nicht die ebenfalls unerträglichen Gewaltexzesse der Polizei diskutieren! Geht gar nicht, sowas! (Jolly Roger etc.) Aber das ist jetzt nicht Thema.
Vielleicht geht ein “Lernprozess” in gewaltbereiten Fangruppen nur über präventive Stadionausschlüsse? Sollen sie sich doch gerne im Hafen treffen und die Schädel einschlagen. Solange die Teilnehmer freiwillig dabei sind und Passanten nicht betroffen sind. Ist zwar bekloppt und schadet dem Ruf, weil es heißen würde “die Fans von St. Pauli” aber das ist vielleicht nicht verhinderbar.
Schlägereien im Stadion bzw. in der Nähe sind aber anders bisher gar nicht oder nur mit unverhältnismäßigen Mitteln möglich gewesen.
Darum bin ich in dieser Frage zwiegespalten und habe noch keine abschließende Meinung dazu.
Anders in der retrospektive Analyse der Vorfälle in der Südtribüne:
Was Du da im Blog schreibt ist m. E. falsch, ja teilweise grotesk!
Du gehst nämlich davon aus, dass die USP von allen Fangruppen quasi beauftragt worden sei, die Eingänge zu blockieren, was (nach meinem derzeitigen Informationsstand) so NICHT stimmt! Und WENN es so gewesen wäre, hätten die beteiligten Fangruppen eben auch ihr Fett weg gekriegt!
Es ist nicht demokratisch, nicht friedlich, keine freiheitliche Entscheidung JEDES EINZELNEN möglich gewesen und somit hat sich eine Gruppe (egal wer noch dazu gehörte) angemaßt, anderen ihren Willen auf zu zwingen. Punkt. Das ist juristisch zumindest Nötigung und jenseits dessen des Fc St. Pauli unwürdig. Schlichtweg für mich nicht zu ertragen!
Auch die Schlußfolgerung, dass Du nach Prüfung der Meinung bist, die USP habe das gedurft und sich auf eine ziemlich verquere Moral dabei berufst (und ausdrücklich die juristische Sicht mißachtest) ist absolut hanebüchen und selbstgerecht!
Leider erleben wir immer wieder, dass die USP bzw. Teile davon sich das Recht herausnehmen, Normen, die ihnen nicht passen als “Herrschaftsrecht” etc. zu deklarieren und schlichtweg eigene Normen festzusetzten, die sie anderen dann aufzwingen!
Und wenn das jemand falsch findet, ist er eben einer von denen, die eh keine echten St. Paulianer, sondern “Modefans” oder so sind.
(Auch ein Problem: Man kann nicht sagen wie groß der Anteil derer ist, von denen ich hier spreche, aber der äußere Eindruck ist dann eben “die USP”, weil die anderen zumindest nichts dagen unternehmen bzw. diese Aktionen decken)
Dem Ganzen wird dann noch die selbstgerechte Krone aufgesetzt, indem Du arroganterweise und lakonisch Familienvätern empfielt, sich doch bitteschön einfach wieder zu entfernen, wenn man bemerkt, dass man nicht hinein kommt und dass es sich ja “lediglich um 5 min” gehandelt habe. Ja meine Güte, das Recht dürfte die USP doch wohl noch haben, was?
Ich muß fast kotzen, wenn ich das lese…
Welcher Ausbund an Selbstgerechtigkeit ist das denn?
Teilweise war es wohl kaum möglich wieder hinaus zu kommen, weil zu viele nachdrängten.
Zudem ist es das persönliche Recht jedes Einzelnen zu tun was er möchte.
Frei nach Rosa Luxemburg: “Die Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen!” Und: “Die persönliche Freiheit endet da, wo die persönliche Freiheit der Anderen beschnitten wird!”
Und wenn der Verein sich erdreisten sollte, das, was dort passierte zu ahnden, ja dann ist der böse, böse Corny wieder Schuld an alle dem.
Und übrigens sei die Südkurve “selbstverwaltet” was der USP also “das Recht” gebe, so etwas zu tun. Zumindest im Stehplatzbereich…
Wobei oben auf den Sitzplätzen ja sowieso nur die “Bessergebildeten” etc. sitzen, die es ja wohl eh nicht verdient haben dort zu sein und in Deinen Augen wohl keine schützenswerten Fans sind und so weiter…. Oder?
Zwischenfrage: Hat das Präsidium für die Südkurve die Stadionordnung außer Kraft gesetzt, der USP das Hausrecht übertragen und das Bürgerliche Gesetzbuch gleich noch dazu abgeschafft? Ach ich vergaß: Das gilt vermutlich nicht für die USP, was? Ist ja “unterdrückendes Herrschaftsrecht”…
Frodo, Frodo. Da verrennt sich aber jemand heftigst!
Wenn es nach mir ginge muß es nun eine harte und deutliche Antwort seitens des Vereins geben.
Das Littmann-Statement “Wir lassen prüfen, inwieweit es sich um Freiheitsberaubung handelte” ist natürlich affig und weit über das Ziel hinausgehend. Was ist denn, wenn es nun “Freiheitsberaubung” ist? Gegen wen vorgehen und wie? Leere Sprechblasen…
Die Taktik vermute ich eher so, dass böse geschimpft wird und sonst nichts passieren wird. Der Saisonabschluß ist nahe und ein möglicher Aufstieg kann keine derartigen Auseinandersetzungen gebrauchen, bei denen womöglich noch Gerichte bemüht werden vereinsinterne Dinge zu klären! (Unvorstellbar!)
Ich habe die Ultras lange Zeit sehr geschätzt und ich bewundere immer wieder die Choreos, die Kreativität und den Humor. Der Support ist wirklich klasse. (Exkurs: Teilweise sind die Anfeuerungen zu monoton geworden. In Aachen wurde fast 40 min. ohne Unterbrechung ein schmähendes Lied gegen Aachen gesungen, statt unsere Jungs positiv zu supporten.
Destruktive Gegnerschmähungen sind nicht OK. Egal gegen wen es geht.)
Und: Gewalt ist kein Mittel! Niemals! Das dieses infrage gestellt wird, finde ich unerträglich!
Dafür steht St. Pauli nicht!
Es bleibt die Frage:
Wie lange lassen wir die USP noch gewähren? Was erlauben wir Ihnen noch alles und wie will der Verein (und also auch wir alle) denn reagieren, wenn die USP noch mächtiger, arroganter und militanter wird?
Ich befürchte, ich bin ein einsamer Rufer in der Wüste und es wird noch grausam werden. Leider.
Ich hoffe inständig, dass ich mich täusche! Schließlich hat unsere offene Fankultur bislang noch immer alles lösen können…
Darauf hoffe ich! Nur gemeinsam sind wir stark und bunt, etwas verrückt und anders wollen wir ja sein. Das gilt es nun zu definieren!
März 30th, 2010 at 20:07
Auf Dich einprügeln?….bin viel zu fassungslos so ein Menschenbild und Demokratieverständnis bei einem Pauli-Fan zu finden
Zitat:
‘Hier werden sich die Geister scheiden, ich persönlich beantworte die Frage nach dem „Dürfen sie das?“ aber eindeutig mit: Ja, dürfen sie. Es handelt sich um eine von Fans/Ultras selbst verwaltete Kurve, dies unterschreibt jeder Besucher dieser Stehplätze beim Erwerb der Saisonkarte… ob ihm dies gefällt oder nicht’
Wenn eine selbstverwaltete Kurve zu einem totalitären Fan-Regime führt, in der ein kleiner Teil der Fans den anderen (vermutlich größeren) Teil bevormundet, nötigt und Zwang ausübt, hat dieses Konzept keine Daseinsberechtigung.
Schon gar nicht am Millerntor, wo die Fankultur eigentlich auf Toleranz und der Achtung des Anderen und Andersdenkenden aufgebaut ist.
Ich würde mal als Lektüre ‘Animal Farm’ von George Orwell empfehlen.
Wehret den Anfängen, denn sonst stirbt das Flair, daß mich vor fast 20 Jahren ans Millerntor gebracht hat.
Das Argument USP macht die Stimmung usw., zählt für mich nicht. Wenn die von mir befürchtete Entwicklung zur Zwangskollektivierung der Fan-Szene, der Preis dafür ist, kann ich auch sehr sehr gerne darauf verzichten. Außerdem würden die anderen auch wieder das Singen lernen wenn die weg wären (vieleicht ja auch mal wieder was originelles)
Guido Lang (GG-Dauerkartenbesitzer seit 95/96 und vorher mit Einzeltickets auch schon da gewesen)
März 30th, 2010 at 21:43
Moin, gut, dass jeder seine Meinung äußern kann in unserem Land. Auch gut, dass uns keiner zwingen kann, dieselbe Meinung zu haben. Noch besser, wenn unterschiedliche Meinungen sich befruchen und zu einer besseren Zukunft führen. Nur dies kann ich leider bei der Aktion in der Süd nicht glauben. Nichts gegen Proteste, keine Frage sollten Fan- und andere Rechte verteidigt werden aber die Art und Weise kann ich in einem Verein, dessen Fans sich immer als liberal, tolerant, weltoffen etc. titulieren, nicht gutheißen. Mir fehlen sogar glatt die Worte, wenn Tatbestände der Nötigung usw. als in Ordnung und richtig beschrieben werden. Wer demonstrieren will, soll es tun, wer es nicht tun will, darf nicht dazu genötigt werden. Wer eine Eintrittskarte gekauft hat, hat einen Vertrag abgeschlossen und zwar nicht mit der USP sondern mit dem Verein. Und hat somit auch ein Recht, seinen Platz im Stadion einzunehmen. Meine Meinung zu dem Ganzen: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und das trifft auf die Aktion in der Süd zu. Ich hoffe, die Organisatoren sehen das ein, entschuldigen sich, ansonsten dürfte die Fanszene komplett verhärtet gespalten bleiben. Gruß Stephan
März 30th, 2010 at 21:46
@Ulli: Super Artikel!
Ich hätte noch ein paar Fragen an die USP die mir nicht aus dem Kopf gehen:
Vorweg, ich gebe Euch in der Sache ja Recht. Als Pauli Fan in Süddeutschland bin ich ja quasi immer Auswärtsfan. Und wenn es da keine Tickets gibt ist das nicht besonders toll.
(Wobei man jetzt wirklich darüber streiten kann, ob man für Rostocker Hooligans diese Rechte auch durchsetzen sollte…)
ABER: Nach eingenen Aussagen habt Ihr die Aktion gründlich geplant! Hallo? Ist Euch denn NIE der Gedanke gekommen, dass die anderen Fans sich das mit Recht nicht gefallen lassen, wenn Sie nicht ins Stadion kommen? Vorallem, wenn man auch noch die Sitzplatztribüne sperrt, wo Familienväter, ältere Leute, usw. sitzen? Da muß man doch VORHER mal 5 Minuten drüber nachdenken, wie man damit umgeht? Und das man so ggfs. eine Massenpanik auslösen kann? Was habt ihr da geplant? Und was man tun kann, wenn die Sache aus dem Ruder läuft (z.B. Abbrechen). Das muss man sich doch bei so einer heiklen “Mission” vorher überlegen. Oder?
Könnt Ihr Euch vorstellen was passiert wäre, wenn wirklich jemand zu Schaden gekommen wäre? Ggfs. gar noch ein Kind? Man muss doch mal über die Konsequenzen des Ganzen im Vorfeld nachdenken. Ich komme da nicht mit. Ehrlich.
Und noch was: Ihr tut gerade so als ob die Südtribüne Euch gehört. Geht’s noch? Habt Ihr die Tribüne selbst bezahlt, vom Verein gekauft oder sonst was? Ihr habt - so wie ich das verstanden habe - nur vom Verein ein paar Sonderrechte bekommen (die ihr im übrigen meines Erachtens nun verwirkt habt), um FÜR den Verein zu wirken. Stattdessen führt Ihr Euch auf wie die Hausherren und fügt dem Verein einen immensen Schaden zu. Unerträglich. Unter diesen Umständen noch von erfolgreicher Aktion zu sprechen, ist schon ziemlich bizarr!
März 31st, 2010 at 11:02
Erschreckend zu sehen wie weit sich eine vor gerade mal 8 Jahren gegründete USP inzwischen von den unorganisierten Fans entfernt hat.
Noch erschreckender aber, wie man sich von der eigenen Macht hat korrumpieren lassen. Die Selbstverwaltung der Süd als Argument zu nutzen, um andere Meinungen (nämlich das nicht Mittragen eures Protest) gewaltsam zu unterdrücken und das ganze auch noch als im Sinne einer Höheren Sache gerechtfertigt anzusehen ist Hanebüchen.
Wenn die USP glaubt, mit der Unterschrift gebe jeder Südfan seine eigene Meinung ab und unterstelle sich bedingungslos den Aktionen der USP ist das Konzept einer Fan-verwalteten Kurve in dieser Form grandios gescheitert.
Leider.
März 31st, 2010 at 13:41
Mal ganz nüchtern und pragmatisch betrachtet..was ist Sonntag passiert?
Einige (wenige) haben dafür gesorgt, dass viele (ein ganzer Fanblock) nicht auf Ihre Plätze konnten.
In der Süd handelte es sich dabei um “nur” ca. 5min., im Gästeblock dauerte es das ganze Spiel über.
Was haben wir daraus gelernt??
JEDER der Ausgesperrten erfährt, wie emotional er reagiert, wenn er sich ungerecht behandelt, sich plötzlich seiner “Fanrechte” beraubt fühlt und es um Aussperrung Aller aufgrund von Fehlverhalten Einzelner geht.
Das Transparent auf der Süd “Stellt Euch vor, es ist Fußball und keiner darf hin” habe ich am Anfang auch als blanke Ironie betrachtet, im Nachhinein ist es aber eine Art Gleichnis:
“Wie, Ihr wollt zum Fussball..auf die Stehplätze?…Nee, ist nicht, Ihr dürft nicht, denn wir (die Polizei / die DFL / die Ultras..passendes bitte einsetzen), wir lassen Euch nicht…Ätsch !”
Und, wenn die Initiatoren genau das mit der Aktion ausdrücken wollten “Hey, wie fühlt Ihr Euch, wenn Euch die Fanrechte weggenommen werden, weil ein paar Leute sich nicht an die Regeln halten, fühlt sich das nicht richtig Scheisse an?”, dann finde ich die Aktion (mit Abstrichen) gelungen.
März 31st, 2010 at 14:16
Dein Freiheits- und Demokratieverständnis ist erschreckend. Mit Deiner Logik lässt sich jedes totalitäre System und jeder Terrorakt rechtfertigen. Du solltest Dir dringend darüber klar werden, dass weder Du noch sonst wer in einer selbstverwalteten Fankurve das Strafgesetzbuch und die freiheitsrechte außer Kraft setzen kann.
März 31st, 2010 at 14:26
@Olli: Wenn ich mich gegen Gewalt unter Jugendlichen engagiere und dann Freunde und Bekannte, die tendenziell die gleichen Ansichten vertreten wie ich, zusammenschlage, nur damit sie auch mal die Auswirkungen des Problems zu spüren bekommen, dann ist das eine (mit Abstrichen) gelungene Aktion? Nun ja…
April 2nd, 2010 at 10:25
Ich habe mir nicht alle Antworten auf den Text durchgelesen, aber:
in vielen Statements und auch vielen Stellungnahmen der Organisatoren/Unterstützer der Blockade ist mir aufgefallen, dass emotional auf “homophobe/sexistische/rassistische Beleidigungen” hingewiesen wird, die nicht sein dürften und der USP an den Kopf geworfen wurden.
Dazu will ich sagen, dass dies obwohl verurteilenswert, doch auf keinen Fall Inhalt und Thema dieser Stellungnahmen sein sollte! Das ist Stimmungsmache und Ablenkung von den eigenen Fehlern, um sich selbst im Recht zu fühlen und mit vorgestelltem Entsetzen ablenken zu können im Versuch Stimmung für die eigene Position zu machen.
Man demonstriert hier, um zu zeigen, dass die “Szene” anders ist, als sie in den Medien und bei den Entscheidungsträgern dargestellt wird. Die Aktionen, die zu Strafen für die ganze Fangemeinschaft führen, sind die Taten einzelnen Idioten. Man demonstriert gegen eine “Sippenhaft”!
Und dann steigert man sich trotz gutem Willen in eine übertriebene und ungerechte Aktion anderen Fans gegenüber und ramponiert damit deutschlandweit seinen Ruf und argumentiert daraufhin, dass einzelne sich unangebracht benommen hätten und das dies den Ruf der Kurve demolieren würde?
Tut mir leid USP und wer auch immer, aber in diesem Punkt seid ihr nicht besser als diejenigen, gegen die ihr eigentlich protestiert und denen ihr zeigen wollt, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann.
Ihr solltet lieber eure Fehler eingestehen und euch bemühen, beim nächsten Mal besser zu sein - nur so werdet ihr eurem Selbstverständnis gerecht und helft dem Fussball.
April 4th, 2010 at 14:29
Einen Aspekt habe ich bisher in keinem Forum oder Zeitungsbericht nach der “Aussperrung” gefunden: Was war eigentlich der Anlass des ganzen? Ich meine nicht erst ab da, wo der ach so böse Corny einfach entschieden hat nur 500 Rostocker reinzulassen.
USP (und Co) machen eine Aktion, weil Präsidium, DFL und Polizei (egal wer mehr oder weniger) sich Sicherheitsgedanken machen, die hervorgerufen wurden durch “unkorrektes” Verhalten in der Vergangenheit.
Genaugenommen war der Südtribünenboykott eine Demo für das Recht, weiter Randale machen zu dürfen. Mir kam es ein wenig so vor, als wäre USP (und Co) traurig, dass nicht genug Rostocker zum Krawallmachen nach HH gelassen wurden um dann die eigene Gewalt zu rechtfertigen.
Wie im ÜS-Flugblatt gesagt wurde, dass auch Kohl, Schröder und von Beust gute Dinge vollbracht haben - so ist es auch mit USP.
Aber mir sind die Leute doch zu aggressiv und gewaltbereit (Aufruf zur Gewalt auf Flugblättern, in Rostock, in Bremen oder beim Abzug der Dresdner z.B.) - und wieso muss jeder Gegner verunglimpft werden (”Ihr seid alles nur ein Haufen Scheiße”), die Aufstellung oder das Vereinslied zerpfiffen werden? Diese “Stimmung” braucht niemand.
Der gewaltbereite Teil der USP (und Co) sorgt für leere Ränge - nicht Littmann, DFL oder Polizei!
Lässt die DFL bei bestimmten Vereinen keine Fans beim Auswärtsspiel zu, schreit ihr gleich: Sippenhaft! Macht USP das gleiche, ist das aber OK.
Und wenn es dann noch nicht mal eine richtige Entschuldigung gibt, sondern nur in der Stellungnahme mal so mittendrin - immer mit dem Zusatz: aber eigentlich waren die anderen doch die Bösen… dann ist das nicht PC.
Und sollten auch die ÜS-Redakteure einhellig der Meinung sein, dass die Aktion gut und richtig war und die “Nebenwirkungen” für die Große Sache in Kauf zu nehmen sein, dann war’s das für mich mit ÜS Lesen.
April 8th, 2010 at 12:46
Die ganze Aktion hat für mich etwas wie Adolf Hitlers Schlägerbrigaden. Ooooooooh, ist beleidigt?! Kein Problem. DeerPaulianer
April 14th, 2010 at 20:42
Frodo, Frodo,
Du verrennst Dich hier leider völlig. Ich möchte nicht alles wiederholen, was hier bereits mehrfach ausführlich kund getan wurde und verweise auf den prima Kommentar von Thomas Nast vom 29.März.
Auf einen Punkt möchte ich jedoch einmal eingehen, da er hier m.E. noch gar nicht so richtig beleuchtet wurde.
Dafür zitiere ich mal aus Deinem Text:
“…ich persönlich beantworte die Frage nach dem „Dürfen sie das?“ aber eindeutig mit: Ja, dürfen sie. Es handelt sich um eine von Fans/Ultras selbst verwaltete Kurve, dies unterschreibt jeder Besucher dieser Stehplätze beim Erwerb der Saisonkarte… ob ihm dies gefällt oder nicht..”
Auf die Tatsache, dass es schlichtweg nicht möglich ist, per Unterschrift das Strafgesetzbuch außer Kraft zu setzen, gehe ich nicht ein, da hierüber schon hinreichend geschrieben wurde.
Ich habe gerade den Südkurven-Anmeldebogen für die Saison 10/11 vor mir liegen. Den Anmeldebogen für die aktuelle Saison 09/10 habe ich leider nicht mehr, dieser dürfte sich aber nicht wesentlich von dem 10/11-er unterscheiden. Und nun schauen wir doch ganz einfach mal, was wir dort für die Anmeldung denn nun ganz genau auf der Vorderseite mit Datum unterschrieben haben. Vorname, Nachname, Straße/Nr., PLZ, Ort, DK ja oder nein, DK-Nr. falls eine vorhanden, Vereinsmitglied ja oder nein, Vollzahler ja oder nein und ggf. die freiwilligen Angaben Geb.-Datum und Email-Addy. Nicht mehr und nicht weniger haben wir unterzeichnet.
Somit findet sich im Anmeldebogen auch nicht der Hauch eines Ansatzes für Deinen Argumentationsbezug. Bevor Du Dich auf eine Quelle beziehst, solltest Du sie also vorher besser erst einmal ganz genau lesen.
Auf der Rückseite des 10/11-er Bogens finden sich unter der Überschrift
“Information” halt logischerweise nur eben solche. Übrigens heißt es dort sinnigerweise (ich zitiere) “Eine Kurve….in der keine Stimmungskonsumenten und (jetzt kommt’s) keine Boykottierer erwünscht sind.” Noch Fragen? In diesem Sinne Forza FCSP