Weitere Stellungnahmen zum letzten Sonntag

Und weiter gehts.

Inzwischen hat USP auch eine Stellungnahme veröffentlicht.
Meine Meinung: Differenziert, die eigene Aktion reflektierend, Fehler eingestehend… und trotzdem wird die eigene Meinung eben nicht alle drei Tage gewechselt sondern man steht dazu, auch wenn das einigen nicht passt. Insbesondere letzteres würde ich mir auch von Herrn Littmann mal wünschen, aber das ist sicher ein anderes Thema.
Und was zwei Boulevard-Zeitungen aus dieserStellungnahme heute machen, spottet ohnehin jeder Beschreibung. Aus den geschriebenen Sätzen ausschließlich eine Drohung an Corny Littmann herauslesen zu wollen, zeigt schon eine sehr große Fantasy und Interpretationsgabe.

Auch der Fanclub-Sprecherrat hat nachgelegt, in Ermangelung einer Verlinkung auf ihrer Homepage daher hier:

Liebe offizielle Fanclubs,
nach der Veröffentlichung unserer Erklärung zu den Vorkommnissen möchten wir auf diverse offene Fragen eingehen und einige Punkte erklären, die offensichtlich zu viel Interpretationsspielraum zuließen. Wir wollen uns in dem Zusammenhang bei allen Fanclubs bedanken, die uns kontaktiert haben. Die Mehrzahl dieser Mails war sachlich formuliert und nur so kann ein konstruktiver Meinungsaustausch stattfinden. Ebenso bedanken wir uns für die vielen Anrufe und die daraus resultierenden fruchtbaren Gespräche über die Deutung unserer Erklärung.
Der häufigste Kritikpunkt, der von euch vorgetragen wurde, war, dass wir uns nicht entschuldigt haben für die Vorgänge in der Südkurve. Kein Mitglied des Fanclubsprecherrates war an der Blockade aktiv beteiligt oder bei der Planung involviert. Einzelne Mitglieder des FCSR haben von der Blockade erst kurzfristig auf dem Weg zum Stadion bzw. beim morgendlichen Treff vor dem Fanladen erfahren. Eine wie auch immer geartete Reaktion auf die Blockade war so nicht mehr möglich. Wir waren und sind der Meinung, dass wir uns für nichts entschuldigen können, was wir nicht aktiv verschuldet haben. Allerdings tut uns weiterhin leid, dass sich die Situation am Sonntag so entwickelt hat und hoffen, dass sich sowas nicht wiederholt, dass Menschen sich in unserem Stadion unwohl fühlen. Aus alledem ergibt sich natürlich die Frage, weshalb wir diese Tatsache nicht deutlich in die erste Stellungnahme reingenommen haben? Wir wollten und wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen, vorallem weil auf beiden Seiten Fanclubs beteiligt waren. Wir sehen uns mit in der Verantwortung, daran mitzuwirken, dass es wieder ein Miteinander und gegenseitiges Verständnis zwischen allen Fans des FC Sankt Pauli gibt. Dabei hilft es nicht, nur mit dem Finger aufeinander zu zeigen und sich seine beiderseitigen Verfehlungen vorzuwerfen, sondern bei möglichen zukünftigen Protesten mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen und den jeweils anderen, mit seinen Ansichten und seiner Art sein Fansein zu leben, zu akzeptieren.
Leider wurde und wird oftmals der Flyer zum Boykottaufruf gleichgesetzt mit der Blockade. Das ist falsch. Es gab nie einen Blockadeaufruf. Damit nochmal allen klar wird was wir in Eurem Namen unterschrieben haben - findet ihr hier die gescannte Version des Flyers: http://dl.dropbox.com/u/4018990/5minutenboykott.pdf. Wir haben immer noch die Auffassung, dass der Protest wichtig ist und wünschen uns, dass mehr Fans des FC Sankt Pauli sich mit dem Thema Fanrechte beschäftigen.
Trotz alledem stehen wir immer noch zu unserer Frage, ob wir noch die richtigen Vertreter für eure Faninteressen sind. Einige Fanclubs haben uns in ihren Mails ihr Vertrauen ausgesprochen, andere nicht. Dies ist auch legitim. Ihr habt uns gewählt und könnt uns entsprechend das Vertrauen auch wieder entziehen. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass wir mit dieser Erklärung nicht \”unseren Arsch\” retten wollen. Die nächste Delegiertenversammlung findet zu Beginn der neuen Saison statt. Dort stehen turnusmäßig Neuwahlen an.
Was wir Euch noch mit auf den weiteren Weg geben wollen ist, dass die Kommunikation zwischen euch und uns verbessert werden sollte. Wir bekommen auf unsere Mails, Aufrufe, Einladungen, Mithilfeanfragen keine bis sehr wenig Rückmeldung. Wir sind der Meinung, dass hier deutlich mehr Engagement erfolgen könnte und würden uns freuen, wenn sich mehr Fanclubs einbringen. Eine höhere Meinungsvielfalt in bestimmten - zum Teil strittigen Themen - kann dem FCSR nur gut tun.
no retreat!
Euer FCSR
kontakt@fanclubsprecherrat.de

Es zeigt sicher Größe, auf die Vorwürfe nach der ersten Stellungnahme mit diesem Text noch mal zu reagieren und sie weiter zu verdeutlichen.
Klar aber auch: Aus meiner Sicht waren die vorher geäußerten Vorwürfe mehr oder weniger unhaltbar und unberechtigt, von daher werde ich alle FCSR Mitglieder ab sofort nur noch mit “Verdammter Hippie!” anreden.  // Frodo

One Response to “Weitere Stellungnahmen zum letzten Sonntag”

  1. Jekylla Says:

    Auch hier dann noch mal: da ich davon ausgehe, dass diese Stellungnahme von USP nicht von Dummköpfen verfasst wurde, muss ich davon ausgehen, dass sie bewusst interpretierbar verfasst wurde. Wie sagte ein Forumsuser eines Bundesligisten so schön:

    “Meiner Meinung nach schimmert hier hinter ein wenig aufgesetzt wirkender Selbstkritik viel Arroganz durch.”

    Beim ersten Lesen kommt sie gefällig, einsichtig und versöhnlich daher, beim zweiten Lesen nicht mehr. Man kann leicht das hineininterpretieren, was die MoPo hineininterpretiert hat und das wird durch die Formulierung bewusst in Kauf genommen. Dass man allerdings die Leser für so dumm hält, das nicht zu bemerken, finde ich ich schon ein bisschen überheblich.
    Meine Meinung.

    Zur Stellungnahme des FCSR: in der ganzen anfänglichen Diskussion wurde immer betont, dass die Blockade von Fanladen und FCSr mitgetragen wurde, das wurde als Verteidigungsschild immer ganz hochgehalten. Jetzt ist also der FCSR ein Haufen Hippies, weil sie sich zum Boykott bekennen, nicht jedoch zur Blockade? Aaaah ja. Noch so eine Korrektur vom Fanladen -und mich dünkt, sie liegt geradezu in der Luft- und dann sind wir wieder am Anfang: die Blockade war eine sehr einsame Aktion von USP/deren sympathisierender Fanclubs. Wäre die logische Schlußfolgerung.

    Ich muss mich allerdings an dieser Stelle ausdrücklich für meinen Irrglauben entschuldigen, dass ich bisher der Annahme war, dass “Der Übersteiger” kein Meinungsorgan von USP ist, sondern sich um Differenzierung bemüht. Unter diesen Umständen verzichte ich auch auf die fragmentarische Zerlegung der USP-Stellungnahme, weil ich ehrlich gesagt langsam auch einfach so… müde werde.

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