Archive for the ‘Erste Mannschaft’ Category

Sommerpause vorbei, Fanladen und JHV

Montag, Juli 26th, 2010

Hello again!

Die WM haben wir hinter uns, die Schwarz-Rot-Goldenen Autofähnchen und Außenspiegelkondome glücklicherweise auch, die Bundesligasaison wirft ihre Schatten voraus… Zeit also, den ÜS Blog aus dem Sommerschlaf zu holen.

Fanladen in finanziellen Schwierigkeiten 

Grundsätzlich gibt es genug positives, seien es die anscheinend durchaus passenden Neuverpflichtungen, die Einführung der Auswärtsdauerkarte, der Fortschritt des Haupttribünenbaus, die Härtefallregelung bei den Süd-DKs und vieles mehr. Der tatsächliche Anlass aber, der den Blog ausgerechnet heute aus der Pause holt, ist leider ein überhaupt nicht schöner und er betrifft den Fanladen. Aber lest selbst:

Liebe St. Pauli-Fans,
leider ist der Fanladen in finanziellen Problemen.

In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.
Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:
Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
Diese Spenden dienen dem Fortbestand des Fanladens in seiner Form!
Wir wissen, dass das gerade in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich ist und freuen uns über Euren Support jetzt, aber auch in den letzten Jahren und in der Zukunft!

Nutzt Euren Fanladen!

Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!
Spenden bitte an:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli,
Kontonr. 1045210935,
Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550

Solltet ihr die Urkunde haben wollen, dann bitte eine Mail an:
fanladen@gmx.de mit Namen unter dem ihr gespendet habt.

Vielen Dank,
Euer Fanladen St. Pauli
(Carsten, Elin, Justus, Kolja und Stefan)

Zu dem “Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!” ließe sich dann wohl ergänzen, dass die Fanszene des FC St.Paulis ohne den Fanladen ebenso gar nichts (wert) wäre, oder zumindest so gut wie gar nichts. Nahezu alle aktiveren Gruppen haben ihr Wurzeln im Fanladen und treffen sich noch heute regelmäßig dort, die Organisation der Auswärtsfahrten, die U16, Kiezkick… ach, ich zähl jetzt nicht erst alles auf, wisst Ihr ja hoffentlich selbst. Zumindest für mich selbst gilt, dass der Fanladen meinen Werdegang als St.Pauli-Fan entscheidend mit geprägt hat. Wer sich zu dem Thema äußern will, kann dies gerne noch hier in den Kommentaren machen, oder auch im entsprechenden Thread im St.Pauli-Forum. Dort findet man auch eine englischsprachige Version des Textes, falls dies jemand weiterleiten will.

Die JHV im November 

Dann noch eine aktuelle Info aus dem Verein dazu: Die Jahreshauptversammlung wirft ihre Schatten voraus, und aufgrund der anstehenden Präsidiums- und Aufsichtsrats-Wahlen hat man sich entschieden, sie auf zwei Tage zu verteilen: Am Sonntag, dem 14.November 2010 ab 14.00h und am Montag, dem 15.November ab 18.30h trifft sich also die Mitgliedschaft im CCH.

Die Oberliga beginnt, Sonntag zur U23!

Und last but not least: Fussi geht auch bald wieder los, zum Aufwärmen empfiehlt sich der Besuch unserer II.Mannschaft am Sonntag, die beim Klub unseres Ex-Präsidenten Renald Koch antritt, der Eintracht aus Norderstedt. Anpfiff ist um 15.00h im Edmund-Plambeck-Stadion. Außerdem hier der Link zu allem Wissenswertem im St.Pauli Forum. // Frodo

Corny Littmann ist zurückgetreten

Mittwoch, Mai 19th, 2010

Wie dem Abendblatt der letzten Tage und dem ÜS-Blog schon zu entnehmen war und die BILD heute gegen 12.15h vermeldete, ist Cornelius Littmann heute auf der Pressekonferenz um 13.00h als Präsident des FC St.Pauli zurückgetreten.
Und wie das in Zeiten des Web2.0. so ist, war seine um 13.00h verlesene Erklärung dann auch schon um 12.45h auf der Vereins-Homepage im Wortlaut nachzulesen.

Das Possenspiel der letzten Tage (Ankündigung des Rücktritts im Abendblatt durch Indiskretionen aus seinem eigenen Dunstkreis, vehementes empörtes Dementi inkl. der Verwendung des Wortes “Märchen” und dann heute der Rücktritt) sei ihm als Schauspieler mit der notwendigen Gabe zur Inszenierung auch gerne zugestanden.

Er stellte auf der Pressekonferenz noch kurz voran, dass er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und nüchtern sei(!), am Ende aber dann mit den Anwesenden mit einem Kaltgetränk anstoßen wolle. Der Rest der Rede ist unter dem Vereins-Link nachzulesen.

Was bleibt?

Zunächst einmal ein Danke, für die unbestrittenen Verdienste, die er als Präsident hat.

  • Finanzielle Konsolidierung aus einer Situation heraus, die an das Arminia Bielefeld von heute erinnert
  • zwei neue Tribünen und die realistische Chance, zwei weitere in einigen Jahren folgen zu lassen
  • das Vertrauen in die richtigen Leute im sportlichen Bereich, allen voran Holger Stanislawski und Helmut Schulte und der damit verbundene Wegn aus dem Mittelfeld der Dritten Liga in die Bundesliga
  • eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Heimspiel gegen den hsv am Millerntor austragen zu dürfen
  • siebeneinhalb Jahre ehrenamtliche Arbeit als Präsident des FC St.Pauli

Es gibt in den siebeneinhalb Jahren auch vieles, was keinen Dank verdient hat, aber nur wer arbeitet macht Fehler und zumindest für mich ist das ab jetzt Vergangenheit und abgeschlossen.

Es gilt, nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass es unter dem neuen Präsidium Verbesserungen im Bereich der Kommunikation gibt und auch die Fans wieder das Gefühl haben, Ernst genommen zu werden, wenn man denn schon miteinander spricht.
An der inhaltlichen (wirtschaftlichen und sportlichen) Arbeit gab es ohnehin selten Kritik, dies kann also gerne so weitergeführt werden wie in der Vergangenheit.

Dem Aufsichtsrat obliegt es jetzt satzungsgemäß, einen Interimspräsidenten vorzuschlagen. Bereits in den letzten Tagen kristallisierte sich hier aus unterschiedlichen und von außen schwer nachvollziehbaren Beweggründen unter der Oberfläche ein Shoot-Out zwischen Marcus Schulz und Bernd-Georg Spieß heraus. In jedem Fall wird auf der JHV im Herbst dann (auch nach Vorschlag des Aufsichtsrates) ein neuer Präsident zu wählen sein.
Die Gerüchteküche der letzten Tage hatte auch schon den Wunsch Cornys gestreut, einen Posten im Aufsichtsrat zu bekommen, gemeinsam mit Thomas Meggle und Krista Sager, wie heute auch von Rene Martens geschrieben wird.
Ob da was dran ist? Keine Ahnung, aber den Rücktritt Cornys hatten einige ja auch vorschnell ins Reich der Märchen abgetan, die Küche scheint also gut gekocht zu haben. Zumindest den Aufsichtsratsposten wird es aber nur per demokratischer Wahl geben, und solange er Geschäftsführer der Service GmbH bleibt, ist dies per Satzung zumindest für ihn auch ausgeschlossen. Bei Meggle und Sager hingegen liegen derlei Gründe nicht vor, die könnten sich also durchaus zur Wahl aufstellen lassen, wie jedes andere berechtigte Vereinsmitglied auch.

Wie dem auch sei: Corny, Alles Gute für Deinen weiteren Weg als Mensch und Fan.
Der Übersteiger hat es Dir sicher nicht immer leicht gemacht, Du uns andersrum auch nicht.

Wir sind gespannt ob und wie es weitergeht und wünschen Dir und uns nächste Saison ganz viel Spaß in der ersten Liga, mit Deinem und Unserem Verein. // Frodo

34.Spieltag (H) - SC Paderborn

Montag, Mai 10th, 2010

FC St.Pauli – SC Paderborn 1:2 (1:1)
Tore:
1:0 Marius Ebbers (19.), 1:1 Daniel Brückner (45.), 1:2 Nejmeddin Daghfous (81.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Schön war’s. Ein rundum entspannter Aufstiegstag… nur wenn ich ganz ehrlich bin, ist es eben doch nicht das gleiche wie 2001. Zum FC St.Pauli gehört ein Herzschlagfinale, die Entscheidung durch einen unberechtigter Handelfmeter in der Nachspielzeit, der an den Pfosten geht und dann vom Rücken des Torwarts ins Netz trudelt… natürlich erst, nachdem der erste Versuch bereits wiederholt werden musste.
Aber okay, ich will nicht meckern, auch wenn meine Saisonziele (DFB-Pokalfinale und Erreichen der Aufstiegs-Relegation) beide verpasst wurden und es an diesem Tag nur noch um die goldene Ananas die silberne Radkappe ging. Nächstes Jahr krieg ich bestimmt mein Finale und die Relegation ;-)
Schwarzmarktpreise bis zum Mond, Schlangen überall bis nach Meppen… wohl ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns nächstes Jahr in der ersten Liga erwartet. Wenn da an der U-Bahn St.Pauli Stehplatzkarten für 150,-€ angeboten werden und es auch noch Vollidioten gibt, die das bezahlen, muss man sich echt nicht wundern, dass die da immer wieder stehen. Warum der Verein in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt da nicht einschreitet, weiß ich allerdings auch nicht so genau, aber vielleicht wär das ja mal ein Thema für den ÜS.
Zum Spiel: Ich selbst wäre sehr gerne Meister geworden und muss schon mein Unverständnis darüber äußern, wenn solch ein erfahrener Profi wie Morena offensichtlich das falsche Schuhwerk wählt oder Richie frei vorm Tor so kläglich scheitert. Aber, auch klar: Völlig Ladde, die Jungs haben eine Woche gefeiert und das sei ihnen auch absolut gegönnt, da fehlen dann eben die letzten Prozent und in der Zweiten Liga gibt es eben kein Fallobst, dann wird derartiges auch ausgenutzt. Die Stimmung war grade vorm Spiel und zu Beginn bombastisch, das einschläfernde Gekicke tat dann aber auch seine Wirkung und so feierte man sich, wie so oft am Millerntor, mal lieber wieder selbst. Auch der Block 1 fand, wie schon gegen Augsburg und Koblenz wieder zu alter Form zurück. „Und schon wieder keine Schale, St.Pauli!“ nach dem 1:2 fand ich ebenso schön wie das „Erste Liga! Schulle ist dabei!“, welches bei Schulles Einwechslung vom Supportblock in der Mitte der GG herüberschwappte. Der Ohrwurm für mich war aber das von USP angestimmte „2.Liga war schön, Zeit für uns zu gehen!“ nach der vom letzten Aufstieg noch wohlbekannten „Schade, Magdeburger Jungs!“-Melodie.
Schön auch, dass in der medialen Nachbetrachtung (Tagesschau, Sport 1, Premiere, sky) fast nur der FC St.Pauli auftauchte und keine Sau die Meisterfeier aus der Region interessierte.
Womit wir beim Thema wären: Großartig, liebe Mannschaft! Ich hatte, nach den vollmundigen Ankündigungen („Die Mannschaft hat eine Überraschung vorbereitet!“ - „Ihr wisst ja gar nicht, was Euch erwartet!“) schon mit einer Rede, einer Tapete und ein paar netten Gesängen gerechnet, aber das Einlagespiel war dann wirklich der Hammer, ich habe Tränen gelacht. Sollte es tatsächlich jemanden geben, der es noch nicht gesehen hat, bekommt am Ende des sky-Berichts zumindest einen kleinen Eindruck und auf YouTube findet man vielleicht auch was. Aber aus reiner Chronisten-Pflicht muss ich es einfach noch mal aufzeichnen: Nach Spielschluss verließ das Team den Platz und kam nach drei Minuten wieder… zur Hälfte mit St.Pauli Trikots, die andere Hälfte in diversen bunt gemischten Erstligatrikots, standesgemäß zu Hell’s Bells. Hennings Frings und Schulle Jarolim bepöbeln sich schon beim Einlaufen, letzterer geht mehrfach per Schwalbe zu Boden. Nachdem er den Schiri bepöbelt bekommt er dann auch das „Schiri-Metzen-Gedächtnis“ Doppel Rot gezeigt und geht mit einer weiteren theatralischen Schwalbe pöbelnd vom Platz und zeigt der Gegengerade den Mittelfinger… unfassbar, das muss man gesehen haben.
Auch die „I’ve been looking for freedom“ Nummer fand ich großartig. Da mag man mich als billigen Jubelperser auf Ballermann-Niveau bepöbeln und im Forum zerhacken. Aber wer schon mal in nem Sonderzug im Partyabteil oder auf einer beliebigen Schlagerparty war, sollte wissen, dass derartiges manches Mal einfach aus der Situationskomik heraus entsteht und nichts mit Niveau oder Geschmack zu tun hat. Die Szenen in der Flimmerkiste nach dem Spiel in Fürth haben jedenfalls gezeigt, dass die Mannschaft Spaß an dem Song hatte… und dementsprechend muss man dann auch nicht groß drüber diskutieren, ob der Song nun passt oder ob man da mitsingen kann/darf/soll/muss. Wer nicht will, muss ja nicht, die Mannschaft hatte aber sichtlich dabei ihren Spaß und ein Großteil der Zuschauer eben auch.
Die restliche Feierei konnte ja auch auf sämtlichen Kanälen bestaunt werden und das auf der Reeperbahn mehr Leute waren als bei Bayerns Meisterfeier ist sicher eine Erwähnung wert. Ich persönlich war lieber im Fanladen und danach noch mit netten Leuten was zum Saisonabschluß essen, aber auch das ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.
Gleiches gilt natürlich auch für Alkoholkonsum, aber bevor der Text jetzt hier entgleitet, heb ich mir das Thema lieber auch mal für nen Übersteiger – Artikel auf, schließlich stand auf den T-Shirts ja “Einfach mal glücklich sein!” und ich will mich dran halten… aber was will man erwarten, wenn „Wir saufen jetzt sechs Monate durch!“ schon von höchster Ebene lange vor dem Aufstieg anlässlich des Geburtstages als Motto ausgegeben wurde oder ein Präsidiumsmitglied in der Süddeutschen aufgrund seiner völlig verwahrlosten Erscheinung und komplett abgeschossen auf der Pressekonferenz als herrlich kultig und anders gefeiert wird.

Was sonst noch war:
Der Übersteiger ist ausverkauft! Evtl. gibt es noch Restexemplare vom Drucker, ansonsten bleibt nur der Schwarzmarkt!
Das „In the streets of Hamburg“ Nr. 10 ist ebenfalls am Wochenende erschienen und in diesem Fanzine der Skins steckt in jedem einzelnen Artikel mehr St.Pauli als … nee, den Vergleich lass ich jetzt, einfach nur glücklich sein. Kaufen! Lesen!
Und die Gazzetta hab ich noch nicht gelesen, allerdings ist alleine das Poster den Kauf wert… allerdings ist die Ausgabe wohl ebenfalls vergriffen. Von den Postern gab es aber noch Fehldrucke im Fanladen. Fällt kaum auf, dass die Spielpaarung da verkehrt herum steht, sieht trotzdem geil aus das Teil!

Die U23 hat in Plauen mit 6:0 ganz bös Dresche bezogen, und wenn TeBe nicht in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert hätte, wäre der Klassenerhalt (zumindest sportlich) schon so gut wie Geschichte. So aber gibt es noch ne kleine Chance, die aber spätestens Samstag gegen Wilhelmshaven auch genutzt werden muss. Anstoß in knapp zwei Wochen am Samstag, 22.5. um 13.30h am Millerntor. Vormerken!

Noch vorher allerdings kommt das Antira-Turnier an die Kollaustraße! Alles weitere hier, hin da! // Frodo

Links:
Bericht Breitseite
Blog pathos93
Fotos Ostfriesland Fußball
Fotos Stefan Groenveld
Fotos “paulweller”

Fotos “Fußball lebt”

33.Spieltag (A) - Greuther Fürth und der Aufstieg!

Dienstag, Mai 4th, 2010

AUFSTIEG in Fürth, da führt kein Weg mehr dran vorbei.

Jetzt hat der Kiez und ganz St. Pauli schon 2 Tage Kopfschmerzen, die kombiniert mit versagenden Stimmbändern und Heiserkeit auch den Übersteiger voll erwischt haben! Redaktionelles Schlafmangelsyndrom, wie uns der Hausarzt attestierte Diagnose: AUFSTIEG in die Bundesliga pünktlich zur hundertsten Ausgabe. Na wenn das nichts ist.

WAS WAR DAS BITTE FÜR EINE GROSSARTIGE NUMMER!

Und das war erst der Auftakt sämtlich kommender Festivitäten, also noch drei Tage ausruhen und dann geht es richtig zur Sache, obwohl die Stimmung in und um Fürth und im bestens organisierten Sonderzug wohl schon lange nicht mehr so fantastisch war. Da konnte auch die halbstündige Verspätung zwischen Altona und dem Hauptbahnhof aufgrund der Krawallbrüder auf der Schanze nicht für Panik sorgen! War ja dank DFL noch genug Zeit bis zum Anpfiff. Es ging einfach alles nach vorne los.
Im Zug eine Mischung aus besten Kutten die es wohl je gab, mein Highlight dabei Justus himself. Warum einige sich wie zu einer Badtaste Party angezogen hatten erschließt aus dem Motto der Fahrt ja nicht direkt – ist auch Schnurzpiepe. Ist doch eigentlich ganz einfach: Nur den Kleiderschrank aufmachen und alles anziehen was schon seit Jahren unter den neuen Polohemden und Jeans verborgen liegt.
Schön das, weil es offensichtlich nicht die Exzesse gegeben hat die man in Zügen nicht sehen will. Schon in der Samstagnacht war im Partywagen die Hölle los, die meisten habe wohl eher gar nicht geschlafen, so dass in Fürth erst mal Kaffee und Kneipe auf dem Programm stand. Dauerte nicht lange da war die erste Gardinenpinte überfallen und leer getrunken. Die übrigen wenigen Stammgäste verzogen sich auch gleich aufgrund unserer besten Stimmung in die Hinterräume. Also Bier war leer und Kaffee kalt. Weiter den nächsten Laden entern…!

Irgendwann ging es dann zum Stadion, was ne Bude, als ob nach einem Bombenangriff überall so kleine Tribünen und Bauklotzsysteme a la Lego dafür verantwortlich sind wie es da nun aussieht. Wenn man nicht gemein sein will, kann man getrost behaupten, dass es eine Zweigbaustelle des Millerntor für einen Tag war. Allerdings eben verbastelt. Fürther waren eher kaum da und auch nicht zu hören – unser Block 5 Südkurve hinter dem Tor hat schon mächtig was los gemacht. War schon sehr auf Heimspielatmo, Respekt! Aber 9.000 Leute sind auch ein mächtiger Auswärtsmob kann man sagen, ne.
Aber die Spannung die in der Luft lag war so stark, das man das Städtchen damit für einige Nächte mit Strom hätte versorgen können. Als der gute Matze Hain dann fast enthauptet wurde (Gute Besserung Aufstiegsgarant und Punkteretter!) wurd mir schon bang und übel. Aber nicht vom Bier! Zum Glück gab es im Stadion keins so konnte man sich dann noch mal auf die große Feier vorbereiten. Fürth war gefährlich und überlegen ich dachte immer irgendwie an das 2:2 aus dem Hinspiel. Doch dann kam die Halbzeit zum Glück.

If you are St Pauli Fan – ´going to the Flughafen … düb düb düp düp ü dü di dü dü

Die zweiten 45 Minuten haben dann einfach alles getoppt was es zu toppen geht. Mann, haben wir eine saustarke Truppe, wie die das Ding gedreht haben, gigantisch.

Beim zweiten und dritten Tor lief mir schon zum ersten mal feuchte Augenflüssigkeit die Wangen herunter, als dann der Schlusspfiff das Mark erschütterte gab es kein Halten mehr Alles im Block schob sich und drückte, man fiel sich in die Arme und wildfremde Menschen drückten sich die Herzen! Dann war der Druck im Kessel zu hoch und unerfindlicher Weise platzte die Tür zum grünen Rasen, wir hätten eigentlich den ganzen Rasen ausbuddeln und mitnehmen müssen, aber die wollen da noch mal spielen bald, auch okay das er heil geblieben ist. Egal wir sind wieder in der 1. Liga. Auf jeden Fall fand man sich auf dem Grün ein, heulte vor Freude und lag sich in den Armen. All die Jahre Regionalliga, die beiden Abstiegsjahre die 2. Liga. All das flog wie in Zeitlupen an einem vorbei und man stand da nicht alleine! Schlagartig wusste man mal wieder warum man in diesen Verein die ehrenamtliche Arbeit reinsteckt, weil die Momente für die es lohnt alles andere aufzugeben, unbezahlbar sind,.

Ich glaube dieser Aufstieg ist Kitt für unsere Fanszene die doch so arg gebeutelt ist in den vergangenen Monaten.

Nachtrag:
Was im Zug los war kann sich wohl jeder vorstellen der schon mal unterwegs war, so viel getanzt und gesungen hab ich persönlich noch nicht im Zug, Donnerwetter. In Altona angekommen um halb fünf tat sich noch ein kleiner Mob auf, wie gesagt … going to the Flughafen … Das war ein lustiger Trupp mit zerfetzen Hosen dunklen Brillen und eben durchgerockt. Irgendwie war für mich da klar, dass es nicht mehr nach Fuhlsbüttel gehen kann, weil einfach nicht mehr geht, wenn man nächstes Wochenende nicht die Übergabe der goldenen Radkappe verpassen will, denn wir gewinnen sowieso und Lautern eben nicht bä! Ich glaub die Kutte muss wieder mit! //JE

FC St. Pauli danke das es dich gibt!

Ihr seid nun Aufstiegshelden, allesamt!

Fürth, Fulham, Fröhlichkeit… fir follen faufsteigen!

Freitag, April 30th, 2010

Oirooooobbabooogaaaaaaaaaaaaal!
Also wirklich… da würde man dem hsv doch echt mal von Herzen nen Sieg gönnen (Nicht!), damit die Bundesliga in der Fünjahreswertung an Italien endgültig vorbeizieht und dem FC St.Pauli nächstes Jahr schon Platz 4 zur Champions League-Qualifikation reicht, und dann haben sie so ein Pech. Och Menno… aber egal, Kopf hoch, Jungs, ist doch nur Fußball! Alles nur ein Spiel! Und zwei Mal Halbfinale hintereinander im Europapokal schafft auch nicht jeder! Klasse! Respekt! Ganz tolle Leitung! Und auch nicht 1:5 wie am Sonntag, sondern nur 1:2 ist doch auch ne Verbesserung! Wenn das so weitergeht, holt Ihr morgen gegen den Glubb aus Nürnberg ja vielleicht auch mal wieder nen Punkt.
Polizeimeldungen, nach denen Bruno Labbadia gestern nacht onanierend über die Reeperbahn getorkelt sei und “Ohne Bruno, habt Ihr keine Chance!” gegröhlt hätte, konnten bisher übrigens noch nicht bestätigt werden. Allerdings ist die “Operation Rathausmarkt” für den 13.Mai wohl abgesagt, der Patient ist inzwischen verstorben.

Aber genug der Schadenfreude, blicken wir nach vorne: Am Sonntag erfolgt in Fürth wohl eine braun-weiße Invasion. Der Sonderzug ist inzwischen ausverkauft, der Gästeblock eh schon lange und langsam werden auch wie wenigen Resttickets des 15.000 Personen fassenden Ronhofs Playmobil-Stadions knapp, ca. 7.000 St.Paulianer werden erwartet. Da der Sonderzug schon lange geplant war und man damals noch von einer Anstoßzeit  um 13.30h ausging, gammeln die Zugfahrer also schon ab dem frühen vormittag in Franken rum. Die örtliche Polizei versuchte daher, die lokalen Lokale zum frühen Öffnen zu bewegen, was auch alle wohl sehr gerne machen. Insgesamt ist sowieso ein unheimliches Bemühen vor Ort zu spüren, sich als toller Gastgeber eines Fußballfestes zu geben, was auch in diesem Artikel der Fürther Nachrichten rüberkommt. Mein Lieblingszitat kommt vom Wirt des “Mephisto”: »Wenn es Rostocker wären, hätte ich extra zugesperrt, aber St. Pauli …« So soll es sein!

Auch die Mottofahrt des Fanladens wird von der Polizei und dem Ordnungsdienst vor Ort respektiert, Nietengürtel und Springerstiefel sind also ausdrücklich gestattet und führen zu keinerlei Problemen… sollte Franken doch was anderes sein als Bayern? Bei so viel echtem sympathischen Bemühen, sollte man dann auch ein netter Gast sein und folgende Bitte beherzigen, die Sven Brux im Forum und auf der Vereinshomepage neben weiteren Hinweisen veröffentlichte: “Unsere Kollegen von der SpVgg Greuther Fürth bitten die St. Pauli-Fans, nach dem Spiel eine Platzstürmung zu vermeiden. Im Ronhof finden noch Spiele der Regionalliga sowie ein Länderspiel statt.”  Find ich klasse, dass sie darum bitten, daher sollte man das dann auch respektieren.

Also, feiert alle schön in den Mai hinein, sorgt morgen für einen Nazifreien 1.Mai und man sieht sich dann am Sonntag in Franken! // Frodo
 
P.S. Wer für das Heimspiel gegen Paderborn noch ne Karte braucht, sollte Montag früh aufstehen oder abends erst gar nicht schlafen gehen.

32.Spieltag - (H) - TuS Koblenz und der Marathon

Montag, April 26th, 2010

FC St.Pauli - TuS Koblenz 6:1 (2:0)
Tore: 1:0 Charles Takyi (42.), 2:0 Deniz Naki (44.), 3:0 Charles Takyi (57.), 4:0 Marius Ebbers (59.), 5:0 Rouwen Hennings (69.), 6:0 Matthias Lehmann (74. Foulelfmeter), 6:1  Marvin Pourie (75.)
Zuschauer: 19.686 (geschätzt 600 Koblenzer)

Es war ein zähes Ringen mit den Koblenzern, wobei ihre fußballerische Limitierung schon sehr früh deutlich wurde. Aber man weiß ja, wie sowas laufen kann wenn die Zeit voranschreitet und das Runde einfach nicht ins Eckige will.  Als dann der (zweifelhafte, weil eher außerhalb verübte) Elfmeter gepfiffen wurde, wähnte sich Braun-Weiß endgültig auf der Siegerstraße, aber dann folgte unglaubliches: Bruns schießt neben das Tor und die zurecht gegebene Wiederholung schießt Lehmann platziert nach unten links, der Ball wird aber vom Koblenzer Torwart Paucken klasse pariert… warum hier kein Reporter das billige Wortspiel vom Paukenschlag brachte, ist mir nach wie vor ein Rätsel.
Doch was so ein echter Fußballexperte ist, der lehnt sich locker zurück und sagt zum Nebenmann: “Kein Thema… machen sie jetzt das erste Ding, fallen die anderen automatisch. Wäre aber hilfreich, wenn es vor der Pause passiert!” Gesägt, Tun, Getan, um es mit Onkel Hotte zu formulieren. An dieser Stelle dann auch noch das schnelle Schulterklopfen in Richtung Stani, für sein Festhalten am Sir, gegen alle kritischen Stimmen während der vergangenen Monate. Der Rest war dann gegen zusammenbrechende Koblenzer ein Selbstgänger.
Die Stimmung auf den Tribünen war zunächst auch sehr verhalten, es gab auch diverse kritische Tapeten gegen die Vorfälle der letzten Wochen, hierzu sei nochmals auf die Stellungnahme von USP und Fanladen verwiesen, in dem alles wesentliche steht. Der Verein hat logischerweise eine davon abweichende Sichtweise, die aber ähnlich vage und ausweichend bleibt, wie die ganzen letzten Wochen schon und die entscheidenden Antworten auf die Sommerpause verschieben will. Und wenn die Stellungnahmen der letzten Wochen tatsächlich als “fortwährenden Angriffen auf den Verein im Allgemeinen und das Präsidium im Besonderen” empfunden wird, fragt man sich natürlich, was die machen wenn mal tatsächlich heftigerer und vereinter Gegenwind kommt, denn momentan ist sich die Fanszene ja nicht mal einig. Merkwürdig aber auch, dass aus Fehlern immer noch nicht gelernt wird, denn in dem sehr lesenswerten Artikel der Times Online von heute wird Littmann in Bezug auf Fans im Jolly Roger wie folgt zitiert: “I’ve been president for seven years but a fan for 30, so I understand what they want.” Mag für Teile der Fanszene sogar noch stimmen, denen sportlicher Erfolg und finanzielle Sicherheitwichtiger sind als Ideale, aber so ein Satz ausgerechnet in der derzeitigen Diskussion ist doch reichlich unbedacht… und gerade den Leuten im Jolly dürfte da so manches Bier wieder bei hochkommen, wenn sie das lesen.
Aber spätestens nach den ersten beiden Toren war die Stimmung dann natürlich bestens, gegen Ende kam mit “Wir ham die Schnauze voll!”, “Stani raus!” und ähnlichen Gesängen sogar so etwas wie Volkspark-Stadion Feeling die gute alte Ironie des Millerntors hervor und es wurde wunderbar und lange gefeiert.
Einziger Wehrmutstropfen: Hansa Rostock gewann zeitgleich beim 1.FC Kaiserslautern… warum das einige im Stadion sogar zum Jubeln brachte, kann ich mir nach wie vor nicht erklären, denn die Meisterschaft dürfte bei weiterhin vier Punkten Rückstand normalerweise trotzdem an “die Region” gehen und wäre mir ehrlich gesagt auch völlig egal, eine Niederlage von Rostock hätte hingegen die Chance auf deren direkten Abstieg am Leben gehalten und den Relegationsplatz gefestigt… vielleicht lag das am Alkohol, aber vielleicht mag sich einer der Jubler ja mal in den Kommentaren erklären, ich würd mich freuen.
Anschließend brachte auch der Stuttgarter Sieg in Bochum noch die Gewissheit, dass es für den hsv in der Bundeliga eng werden würde, noch nach Europa zu kommen.

Samstag amüsierte ich mich dann über Herthas erneute Niederlage kurz vor Schluß… sollten wir also doch noch in die Relegation müssen, wird es kaum gegen die Hauptstadt gehen, die damit nächstes Jahr in der Bundesliga nicht vertreten sein wird.

Der Sonntag sollte im Zeichen des Marathons stehen. Fanräume hatte die Aktion “Kein Sprint” ins Leben gerufen und als einer von 16 LäuferInnen machte auch ich mich (zum insgesamt fünften Mal) auf den Weg. Über 9.000,-€ wurden so für Fanräume und Viva con Agua erlaufen, sicherlich ein toller Erfolg für beide Projekte und ebenso natürlich für jeden einzelnen Läufer, von denen viele ihren ersten Marathon überhaupt angingen. Außer dem krankheitsbedingten Ausfall von Stefan (Gute Besserung!) gab es eine 100% Erfolgsquote, alle kamen an! Wie im Ticker nachzulesen ist, war insbesondere das Abschneiden von Kaeser ein echtes Überwinden des inneren Schweinehundes… wer sowas schafft, der hat den Aufstieg auch verdient!
Womit wir beim Thema wären: Nach dem Lauf konnte man sich im JollyDayInn noch schnell frisch machen und im Raval dann lecker essen und die Augsburger beim FSV Frankfurt bewundern… und pünktlich zum Frankfurter Ausgleich durch Cidimar per Fallrückzieher hatte ich es auch ins Raval geschafft, großartig!
Nun geht es also nach Fürth und es wird zur Mottofahrt aufgerufen:
Nieten, Schnauz und Dosenbier oder auch Hippiematten, schlimme
Lederschnürhosen und Batikshirts. Wollen wir doch nicht so tun, als ob
der Autonomen-Chic damals regiert hätte.
Na, das kann ja nur ein großer Spaß werden.
Und wenn wir so viele Punkte holen wie Augsburg, steigen wir (dank der aktuell 14 Tore besseren Differenz) quasi schon im Frankenland auf. Holen wir mehr Punkte, ist es sogar schon rechnerisch durch… nicht ganz auszuschließen, aber selbst bei einer Niederlage und einem Augsburger Sieg gegen 1860 würde ein Heimsieg gegen Paderborn reichen. Man müsste also jetzt schon sehr viel falsch machen, um Platz 2 noch abzugeben. // Frodo

31.Spieltag - (A) - Union Berlin

Sonntag, April 18th, 2010

1.FC Union Berlin - FC St.Pauli 2:1 (1:1)
Tore:
1:0 Torsten Mattuschka (10.), 1:1 Charles Takyi (19.), 2:1 Karim Benyamina (87.)
Zuschauer: 19.000 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Aaaaaach, was könnte man alles schreiben über diesen Samstag in Berlin:

  • eine entspannte Anreise mit dem ICE, inkl. “zänk yu for trewölling wiff Deutsche Bahn!”
  • nette Unioner Kollegen, die einen sogar am Hauptbahnhof abholen, eine Stadtrundfahrt mit einem machen und dann nach Köpenick kutschrieben, wo schon deren Kumpels mit gekühltem Berliner Pilsener warten
  • ein wirklich gigantisch toll gelungenes Stadion “An der alten Försterei”, in dem Fußball noch das wichtigste ist und man zu keiner Zeit den Kitsch der neuen Arenen vermisst
  • eine großartige Stimmung im Gästeblock, die dazu führte, dass man die Unioner kaum hörte
  • ein Spiel, welches leistungsgerecht 1:1 endete
  • einen entspannten “nach dem Spiel”-Nachmittag in einer großen Unioner Fankneipe, in der bunt gemischt die Bundesliga-Konferenz geguckt und die hsv-Niederlage bejubelt wurde
  • insgesamt ein Tag in Berlin, an dem es fast keinen Streß zwischen beiden Fangruppen gab (eine kleine Hauerei an der Tankstelle mal außen vor, deren Gründe ich aber nicht sehen konnte)

Und warum schreibe ich nichts darüber?
Weil ich mich über diese völlige Dummheit in der 87.Minute so sehr aufgeregt habe, dass ich weder dem Herrn Thorandt, der das Abseits aufhob, noch den Herren Morena oder Rothenbach, die sich in angemessener Entfernung zum Bestaunen entschlossen, einen angemessenen Bericht zukommen lassen könnte, ohne ausfallend zu werden.

Also erfreue ich mich lieber am schönen Sonntagswetter und vertage den nächsten längeren Spielbericht auf den Heimsieg gegen Koblenz am Freitag. // Frodo

P.S.
Fotos bei U.N.V.E.U.

30.Spieltag - (H) - FC Augsburg (oder: Nie mehr Hansa Rostock!)

Dienstag, April 13th, 2010

FC St.Pauli - FC Augsburg 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 Matthias Lehmann (51.), 2:0 Marius Ebbers (63.), 3:0 Marius Ebbers (83.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft, ca. 1.000 Gästefans)

Welcome to the Hell of St.Pauli!
Diesen Song stimmte der Block 1, formerly known as Singing Area, gestern kurz vorm Einlaufen an, und schon da konnte man spüren, dass heute das Potential für einen ganz besonderen Abend vorhanden war.

Es war schon vor Anpfiff ein ganz merkwürdiges Gefühl im Stadtteil. Es war Dom, das Flutlicht war an, überall Spannung zum Anfassen und eine unfassbare Anzahl von Leuten mit selbst gebastelten “Suche Karten”-Kartons, wie ich sie in dieser Masse noch nie gesehen habe, größtenteils schon mit ziemlicher Verzweiflung im Gesicht. (Das Clubheim war übrigens während des Spiels prall gefüllt… allerdings hab ich da keinen Vergleich, ob das nicht sonst auch so ist.)

Das Vorgeplänkel der letzten Wochen dürften die meisten Leser dieses Blogs mitbekommen haben. Die Vorfälle rund ums Rostock-Heimspiel mit zig Stellungnahmen und einem großen Graben in der Fanszene. Anschließend die Diskussion um die Montagsproteste , mit der etwas überraschenden Last-Minute Änderung, eine andere Art des Protests als zwanzig Schweigeminuten zu wählen und damit Bahn frei für einen gemeinsamen großartigen Support zu schaffen. Dementsprechend waren auch die Tapeten von USP in Richtung Süd-Publikum, “Das Porzellan ist zerschlagen - Aber Scherben bringen Glück!” und “Gemeinsam für den Aufstieg!” eher nach vorne gerichtet, alles weitere war ja auch schon vorher in der langen Stellungnahme geschrieben worden.

Einen Flyer zum Rostock-Spiel gab es dann aber doch noch, und auch der soll nicht unerwähnt bleiben: Der Fanclub Skinheads St.Pauli äußerte sich darauf wie folgt:

“Du bist kein Linker, du Schwuchtel…”Nein, dies hier ist nicht die zehnte Stellungnahme zur Blockade an sich beim Rostock-Spiel. Dazu haben jetzt viele Gruppen ein Statement abgegeben, da braucht es nicht auch noch unsere Stellungnahme. Wir wollen an dieser Stelle einen Schritt weiter gehen, denn die Sprüche und Beleidigungen die uns zugetragen worden sind, als auch von Mitgliedern selbst erlebt wurden, sind für uns in keinem Fall akzeptabel. “Schwuchtel”, “Fotze”, “Nigger” u. ä. am laufenden Band…das waren nicht nur so genannte Ausrutscher! Was für Vollidioten laufen eigentlich in unserem Stadion herum?! Dies ist eine letzte Warnung an diese Leute. Verpisst euch vom Millerntor!

Sollte uns Derartiges auswärts oder am Millerntor zu Ohren kommen, könnt ihr euch eines verbalen oder auch non-verbalen Verweises sicher sein, versprochen! Mit rassistischen und sexistischen Arschlöchern wollen und werden wir unseren Verein auch in Zukunft nicht teilen. Wir gestehen grundsätzlich jedem zu, seine Vorstellunen vom Fan-Dasein auszuleben, aber hier hört der Spaß für uns auf!

Wer sich nicht angesprochen fühlt, und das wird hoffentlich die große Mehrheit sein, verarbeite diesenZettel einfach zu Konfetti.
Und jetzt gemeinsam auf 3 Punkte gegen Augsburg!

Mit sportlichen Grüßen

Eure Skinheads vom Block 1

Chapeau, treffend formuliert und Danke!

Nun konnte das Spiel aber beginnen und zumindest in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spitzenspiel auf Augenhöhe… will sagen: Langweilig, mit wenig Torchancen, zwei Mannschaften neutralisieren sich gegenseitig. Es waren sogar leichte Vorteile für Augsburg zu erkennen. Aber mit dem 0:0 ging man unterm Strich verdient in die Kabinen.

Allerdings hatte sich da auch schon deutlich gezeigt, woher der Wind an diesem Abend wehen sollte: Von den Rängen in den Rücken der Heimmannschaft, voran zum wichtigen Sieg! Die Proteste gegen das DSF Sport1 traten bis auf einige wenige, aber prominent platzierte Tapeten in den Hintergrund und nicht zu unrecht stimmte der Block1 eben das “Welcome to the Hell of St.Pauli!” an, denn der Millerntor-Roar war seit langem mal wieder spürbar und ging durch alle Tribünen. Schon beim “Aux armes!” konnte man problemlos die Gänsehaut überstreifen.

Und in Halbzeit zwei kam der Mannschaft dann das Glück zugute, welches man schon bei den (vermeintlich ungefährdeten) Siegen in Aachen und Karlsruhe hatte: Dort retteten Hain und das Glück in der Anfangsphase gegen Großchancen, bevor man selbst die erste Chance nutzte. Gestern erzielte Thurk das 0:1… und der Linienrichter Schiedsrichterassistent hatte eine Abseitsposition erkannt, die nach den Fernsehbildern durchaus fragwürdig ist. Wer weiß, wie es dann gekommen wäre. Doch im direkten Gegenzug erzielt Lehmann mehr oder weniger aus dem Nichts das 1:0 für “die Guten” und der Rest war Party… oder besser gesagt: Marius Ebbers! Unfassbar großartig, wie er das zweite Tor nach Ballannahme mit der Brust erzielte, ebenso fantastisch sein Durchtanken gegen zwei Augsburger Fahnenstangen zum 3:0. Abfeiern von Einzelpersonen ist am Millerntor ja eher selten, aber die “Marius Ebbers - Fußballgott!” Sprechchöre gestern waren nicht zu überhören.

Die Stimmung in der zweiten Halbzeit war ebenso fantastisch, man könnte sie sogar als “Wiedergeburt der Singing Area” bezeichnen, die gestern Abend zu längst vergessener Hochform auflief und diverse Gesänge anstimmte, welche von der Gegengeraden und der Süd nur allzugerne übernommen wurden. Kleiner Einschub diesbezüglich: Wenn man jetzt im Forum schon wieder lesen muss, dass USP “endlich” auch mal die Gesänge der Gegengerade übernommen hätte, sollte man sich mal ehrlich hinterfragen, ob denn USP nicht gestern abend “endlich” erstmals überhaupt in dieser Vielzahl die Gelegenheit dazu hatte, Gesänge zu übernehmen, die sonst selten bis nie da sind.
Aber nicht schon wieder stressige Diskussionen, gestern Abend war einfach nur ein Ereignis zum Freuen!

Einziges Ärgernis waren aus meiner Sicht die Augsburger Gäste. Was für eine jämmerliche Schauspielertruppe… der Raffael läuft bei jedem langen Ball rückwärts mit voller Wucht in den Verteidiger um dann theatralisch zusammenzubrechen, und der Thurk jammert auch ständig am Boden liegend herum. Umso beschämender, wo doch beide es aufgrund ihrer fußballerischen Fähigkeiten gar nicht nötig haben. Ich war jedenfalls heilfroh, dass Lehmann in der einen Szene nicht mit gelb-rot vom Platz musste.
Aber wie sehr muss sich Hertha BSC eigentlich jede Woche in den Hintern beißen, diesen Ibrahima Traoré diese Saison an Augsburg verliehen zu haben? Der spielt ja so großartig, den hätten die Berliner sicher gut gebrauchen können…
Zu den Gästefans: Respekt für die Anreise an einem Montag Abend, auch wenn es dann eben nur zur Füllung der Stehplätze gereicht hat und die Sitzplatztickets an St.Pauli Fans verkauft werden konnten. Schade, dass aufgrund der Akkustik durch die fehlende Haupttribüne aber bereits in der Gegengeraden generell nichts mehr vom Gästeanhang ankommt und ebenso schade, dass es die Ausgburger nicht mal zu einer einzigen Tapete gegen den ÜbertragungsSpieltermin gebracht haben… oder nehmen die gerne ihren Urlaub für solche Ausflüge? Dann dürfen sie auch gerne noch ne Runde in der Liga bleiben und die Düsseldorfer mit uns hoch lassen. (P.S. Nach einem Hinweis in den Kommentaren vom User Holzei1910 möchte ich hierfür Abbitte leisten: Nach einem Zündeln der Ausgburger vor zwei Jahren waren ihnen Tapeten o.ä. verboten ;-))

Endlich ist die dusselige “Aber gegen Spitzenteams bla bla…” Diskussion vom Tisch, und während einige jetzt bei “nur vier Punkten Vorsprung” auf Augsburg immer noch nicht beruhigt schlafen, sage ich: Nur noch vier Punkte Rückstand auf Lautern, wir können diese häßliche Schale noch holen! Wer mir nicht glaubt, tippe mal das Restprogramm durch.

Und nach den Ergebnissen des Wochenendes könnten tatsächlich zwischen uns und Hansa Rostock im Sommer zwei Ligen Differenz sein, wie geil wäre das denn bitte? Dazu passend dann auch das lautstakre “Nie mehr Hansa Rostock!”gestern Abend nach dem dritten Tor.

Am Samstag geht es in die Hauptstadt, die aller Voraussicht nach nächste Saison zwei Zweitligisten hat, während die schönste Stadt der Welt sich wahrscheinlich ab dem Sommer zwei Erstligisten leisten darf. Bei einem Sieg in der Alten Försterei und gleichzeitiger Niederlage der Augsburger gegen die heranrückenden Duisburger könnten wir dann aus eigener Kraft schon gegen Koblenz mit einem Heimsieg den direkten Aufstieg sichern… ich wiederhole mich gerne: Wie geil wäre das denn bitte? // Frodo

Links:
Fotos von miles photography
Fotos von Stefan Groenveld
Fotos aus Augsburg (Burning Nuts)
Blog von pathos93

Doch kein 20minütiger Stimmungsboykott am Montag!

Sonntag, April 11th, 2010

Ach nee, so ein Hin und Her…

Mittwoch hatte USP noch beschlossen und am Donnerstag per Gazzetta Digital verkündet, es wird auch am morgigen Montag einen 20minütigen Support-Boykott geben. Dies hatte zwar zu etlicher Kritik geführt, war aber aus meiner Sicht nur konsequent, auch wenn man bereits eingestand, dass es zur neuen Saison ganz sicher neue Überlegungen geben müsse, wie man mit dem Protest weiter vorgeht, da der Stimmungsprotest wenig Sinn macht, wenn 17 andere Vereine kaum oder gar nicht bereit sind, diesen mitzutragen.

Nun kam heute folgende Korrektur:

Hallo Sankt Pauli Fans!

In den letzten Wochen wurde in der Fanszene viel über den 20-minütigen Schweigeprotest gegen die Anstoßzeiten diskutiert. Proteste gegen das DSF, die DFL und den DFB, ab jetzt unter dem neuen Namen Sport1, haben bei Sankt Pauli eine sehr lange Tradition. Von Beginn an haben sich Fans gegen die beschissenen Anstoßzeiten vor allem am Montagabend gewehrt, die die Interessen derer, die den Fußball vermarkten wollen, über die Interessen derer stellen, die den Fußball leben und zu dem Machen, was er ist – die Fans. Dabei wurden am Millerntor und Auswärts viele Protestformen genutzt. Sei es das Verhängen der Kameras mit Ballons, Boykottaufrufe für die werbenden Firmen, öffentlichkeitswirksame Kampagnen, Unmutsrufe von tausenden Fans und manch ein DSF-Mitarbeiter hat in den letzten Jahren am Millerntor gar Angst um seine Gesundheit geäußert. Eine Protestform, die vor allem die Ultras genutzt haben war stets, die ersten zwanzig Minuten zu schweigen, um das Event, das übertragen wer den sollte, zu schädigen. Diese wurde in letzter Zeit auch innerhalb der Gruppe immer mehr in Frage gestellt, zumal mehrfach zu beobachten war, dass andere Protestformen eine bessere Wirkung entfalten können. Genannt seien die Spruchbänder der Düsseldorfer Fans letzte Woche oder die vielen Protestspruchbänder bei unseren Montags-Heimspielen. Da wurde es plötzlich zu einem Thema, mit dem sich das DSF auseinandersetzen musste. In der in der Folge anberaumten Diskussionsrunde äußerten die Vertreter des DSF dann auch, dass ihnen ein Schweigeprotest relativ gleich ist, sie nur die beleidigenden Spruchbänder gestört haben.

Wir sind der Meinung, dass der Protest immer ein Markenzeichen von Sankt Paulis Fans gewesen ist und wir denken auch, dass wir damit Erfolge erzielen konnten. Dennoch wurde intern schon oft diskutiert, ob die Protestform nicht überholt sei und etwas anderes, effektiveres her müsste. Warum sollte man so viel einsetzen, sich selber den Spaß nehmen und der Mannschaft die Unterstützung entziehen, wenn es kaum was bringt. In der letzten Woche wurde geplant, in der Sommerpause ausführlich über mögliche alternative Protestformen zu reden (auch wenn der direkte Gegner dann hoffentlich nicht mehr Sport1 heißt). Um es klar zu machen: würden wir weiterhin voll hinter einem Boykott stehen und dessen Erfolg sehen, dann dürfte auch ein sportlicher Erfolg nicht zum Abbruch führen, denn ein Boykott beweist sich erst dann wirklich, wenn es richtig schwer fällt ihn durchzuziehen. Es kommen nun aber viele Sachen zusammen. Zum ersten, dass die Form auch innerhalb der braun-weißen Ultra-Szene mittlerweile stark umstritten ist, desweiteren, dass die Mannschaft in den letzten Tagen mehrfach auf uns zugekommen ist und deutlich machte, dass sie die Unterstützung in diesem wichtigen Spiel von Anfang an braucht. Hinzu kommt, dass wir wissen, dass auch viele Fans in unserer Kurve ein Problem mit dem Schweigen haben und wir es mit dem „aufeinander zugehen“ ernst meinen. All das hat dazu geführt, dass wir die Mannschaft am Montag gegen Augsburg von Anfang an voll unterstützen werden und unserem Protest gegen das DSF anders Ausdruck verleihen werden. Wir wissen, dass wir auch dafür wieder Kritik ernten werden, es bleibt eine schwierige Geschichte und wir bedauern, wenn wir auch hiermit nicht allen gerecht werden können. Wir fordern euch alle auf, das Beste draus zu machen und den Protest nicht untergehen zu lassen, während wir – hoffentlich wieder mehr an einem Strang - unser Team in die erste Liga brüllen.

Ultrà Sankt Pauli im April 2010
Ich finde diese Entscheidung grundsätzlich richtig, da ja wie gesagt dieser Protest als Zeichen nur funktionieren kann, wenn er von beiden Fangruppen des Live-Spiels mitgetragen wird. Gerade bei Auswärtsspielen verkam der Protest so eher zur Farce, da sowohl in Aachen, Lautern und Düsseldorf die Heimfans genug Krach machten. Und so, wie Negation bei Menschen grundsätzlich nur schwer funktioniert (Denkt jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten…) ist eben “nicht singen” nicht dazu geeignet, den Fernsehzuschauer darauf aufmerksam zu machen.
Schade find ich lediglich den Zeitpunkt, denn gerade in einem Heimspiel kann man als Schweigende Masse mit entsprechenden Tapeten und Transparenten immer noch etwas erreichen… da wäre dann die Entscheidung bereits vor dem letzten Spiel in Düsseldorf sinnvoller gewesen.

Aber egal, auch Fehleinschätzungen einzugestehen ist eine Stärke.

Also: 90 Minuten Vollgas und alles geben! Für drei Punkte, für den Aufstieg!
Und zur neuen Saison kann man dann über neue Protestformen nachdenken, auch wenn uns zumindest das DSF Sport1 Livespiel am Montag abend hoffentlich nicht mehr direkt betreffen wird. // Frodo

29.Spieltag (A) - Fortuna Düsseldorf

Dienstag, April 6th, 2010

Fortuna Düsseldorf - FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Sebastian Heidinger (48.)
Zuschauer: 47.200 (geschätzte 4.000 St.Pauli Fans)


Hätte ich nur auf Dorthe gehört…

 

Im Nachhinein bin ich eigentlich nur froh darüber, dass ich zumindest die Fahrt hin zum Spiel nach Düsseldorf im Auto eines alten Freundes hinter mich bringen konnte. Haar-sträubende, lange Zeit verdrängte Jugendsünden (der letzten 2 Wochen) wurden aus den verstaubten Gehirnwindungen hervor gekramt und dem Gegenüber nochmal peinlichst detailiert unter die Nase gerieben. Trotz Feiertags-Rückreiseverkehr und spontanen Umwegs, quer durch den idyllisch-tristen Ruhrpott, trafen wir sogar völlig entspannt eine halbe Stunde vor(!) dem Anpfiff an diesem abscheulichen, einst als WM-Spielstätte beworbenen Würfelkasten an.
Keine Ahnung was sich die Modestadt dabei gedacht hat, die authentischen Umrisse des schnuckeligen Stadions hinter einer abgehängten Werbe-Leinwand zu verstecken. Aber das ist deren Architektursünde, mir blieb jedenfalls genug Zeit meine Laptoptasche und den Gitarrenkoffer von einem der hintersten Parkplatzlücken aus bis zu den Fanladenbussen zu schleppen, in einem derer ich dann später 6,5 Stunden gefrustet zurück nach Hamburg juckeln durfte.

Zurück zum Stadioneingang. Der Schwarzmarkthandel scheint in NRW´s Landeshauptstadt ähnlich zu florieren wie in der Freien und Hansestadt. Gänzlich ungenierter wird dort allerdings die überteuerte Ware lautstark präsentiert. Zudem scheinen die Neongelb bejackten Ordner keinen blassen Schimmer davon zu haben, was denn heute in dem großen Kasten hinter ihnen auf dem Programm steht bzw. wie man dem Treiben innerhalb beiwohnen kann. Erst beim dritten Exemplar der Gattung Zeitarbeiter bekamen wir die viel versprechende Antwort: „Äh, da fragt ihr am besten die mit den grünen Jacken!“ Ah ja.

Wesentlich bessere Sprüche seitens der Düsseldorfer gab es dann im Stadion. Zum Anpfiff wurden entlang der kompletten Seitenlinie mehrere Tapeten über die Werbebanden geklebt, welche in bester Kameraposition Fakten wie „Scheiß sky“, „Pyro statt Popcorn“, „Stehplätze statt Couch“ oder „DFL/DFB TV macht unseren Sport kaputt“ präsentierten. Allerdings überdauerten diese nicht mal annähernd den 20-minütigen Stimmungsboykott unserseits, da gehorsame Ordner sie recht schnell herunterrissen.
Wie uns daheimgebliebene
Gehirn-Amputierten-Szenler (G.A.S.) berichteten, strickte das DSF sich aus unserem abermaligen 20-Minuten-Boykott in bester Springer-Manier einen abstrusen Zusammenhang mit den Vorkommnissen rund um die Südkurven-Blockade beim letzten Heimspiel. Dreist und frech gelogen, aber was will man von nem Sender der Sexy Sportclips im Programm hat anderes erwarten.
Bezüglich dem letzten Sonntag verurteilten die Ultras der Fortuna in den gegenüberliegenden 42er Blöcken mehrmals die gebaute Scheiße unseres Präsidenten und forderten ihn zum Rücktritt auf, was einige auf unserer Seite wiederum mit Applaus bedachten.
Die nun mehr seit x Jahren andauernde Bumserei zwischen den Feuchten Bibern und den Lost Boyz aus Flingern ging ebenfalls in die nächste Runde: „Bereitet euch schon mal vor!“ war neben einem überdimensionalem Cartman zu sehen und schaffte es (wenn auch völlig aus dem Zusammenhang gerissen) heute immerhin ins Abendblatt.
Es folgte ein unspektakuläres Topspiel, nach dessen Verlauf meiner Meinung nach keine Mannschaft den Sieg verdient hatte. Mit nem Punkt wäre ich auch schon sehr zufrieden gewesen. Hätte, hätte, Herrentoilette.
Die Unterstützung der eigenen Mannschaft gestaltete sich aufgrund der schwammigen Akustik sicherlich ein wenig schwierig. Doch zu welchem Roar! man in der Lage wäre, wenn man nur einmal geschlossen supporten würde, dass machten uns die Gastgeber ein ums andere mal vor. Die Anstoßzeit trug ihren verdammten Teil dazu bei. Hoffentlich wird das beim nächsten Montagsspiel anders.

Für das größte Magengrummeln und permanentes Fremdschämen sorgten aber nicht diese vermeidbare Niederlage, der grottige Support oder die Pissplörre aus Warstein, sondern die Mitfahrer im Fanladen-Bus auf der Rückfahrt. Als Augen- und Ohrenzeuge unter den Bus-Insassen und gleichzeitiger Verfasser der Titelstory des ÜS#93 - welche sich zwar liest wie ein jämmerlicher Emosong, aber thematisch den Nagel auf den Kopf trifft - kam mir teilweise die Galle hoch. In etwa so wie dem Kollegen vor mir, wenn auch aus weniger alkoholisierten Gründen…
// Stemmen