Investor Matzen geht beim Ausbau des Medienbunkers über Mieterinteressen rigoros hinweg

Der grüne Bunker – ein stadtteilverträgliches Highlight sollte er angeblich werden, doch wir berichteten bereits im Übersteiger 134 von den Schattenseiten dieses Projektes. Allein die Baugenehmigung hätte vom Bezirk überhaupt nicht erteilt werden dürfen.

Hier noch einmal zum nachlesen:
http://uebersteiger.de/ausgaben/134/text_4.html

Spätestens seit es den Clubs im Bunker reinregnet und die Außenbereiche nicht mehr betreten werden dürfen, ist klar, dass der Umbau auf Kosten der bisherigen Mieter stattfindet. Von den Folgen für den Stadtteil und die Anwohner ganz abgesehen.

Aktuell hat nun gerade der Linke Bürgerschaftsabgeordnete Norbert Hackbusch den Senat aufgefordert, die Mieter zu schützen. Im Vertrag zwischen Stadt und Investor wurde unter anderem festgelegt, dass die Wünsche der Mieter beim Umbau berücksichtigt werden sollten. https://www.elbe-wochenblatt.de/2019/07/17/der-charakter-des-viertels-wird-angegriffen-der-linkenpolitiker-norbert-hackbusch-fordert-den-senat-auf-die-mieter-des-bunkers-an-der-feldstrasse-zu-schuetzen

To be continued …

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Anne Reiche – Auf der Spur

In unserem FC St. Pauli-Museum läuft seit heute „Kiezbeben – die zweite Geburt des FC St. Pauli“. Die Ausstellung erzählt vom Umbruch in den achtziger Jahren, der den Grundstein legte für vieles, wofür der Verein heute steht. Mittendrin damals die Hafenstraße und ihre Bewohner, von denen einige begannen, regelmäßig die Spiele des FCSP zu besuchen. Die Interviews, die in der Ausstellung zu sehen sind, geben einen intensiven Eindruck von der Stimmung damals. Wer noch tiefer eintauchen möchte in die politischen Ereignisse der damaligen Zeit rund um die Hafenstraße, dem sei das Buch von Anne Reiche, die bis heute dort lebt, wärmstens empfohlen – von Sven Brux, der ja selbst einer der damaligen Protagonisten war. Seine Rezension des Buches erschien in Übersteiger 135.

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So ziemlich alle LeserInnen dieses Blatts dürften wissen, was es mit der Hafenstraße auf sich hat. Schon wesentlich weniger dürften schon einmal in einem der Häuser gewesen sein, schon gar nicht zur heißen Zeit damals in den 80ern, als das Ensemble zum europaweiten Symbol für autonomen, militanten Widerstand wurde. So hält sich  der Mythos des Hafenstraßen-Blocks, der ab Mitte der 80er  mit dafür sorgte, dass sich am Millerntor eine Fanszene neuer Ausrichtung etablierte, meist erzählt von Menschen, die damit wenig zu tun hatten. Umso erfreulicher, dass nun ein Buch erstaunlich direkte und ungefilterte Einblicke in die damaligen Geschehnisse bietet. Die Autorin Anne Reiche hat mit „Auf der Spur“ auf 271 Seiten einen Rückblick auf ihr bisheriges Leben abgeliefert, der es in sich hat.

Anne geht 1965 als junge Frau aus  dem  Schwabenland nach Berlin und taucht dort ein in die turbulenten Ereignisse, die dieses Land fortan prägen werden. Das Buch lässt einen hautnah miterleben, was damals passierte. Die Demos und wie diese sich entwickelten. Von anfänglich friedlichen Aktionen hin zur Debatte, ob man es sich immer gefallen lassen muss, von der Polizei zusammengeknüppelt zu werden. Am 4. November 1968 war es dann soweit: Zu ersten Mal wurde die heranrückende Polizei mit einem Steinhagel empfangen und zurückgeschlagen. Der Anfang von einer Menge mehr, was folgen sollte …

Der große Unterschied zu anderen Biographien damaliger Protagonisten ist der, dass hier kein altersmilder Professor einen amüsanten Rückblick auf seine Jugend bietet, die nur den Auftakt für seinen Marsch durch die Institutionen bildete. Nein, Anne hat sich für den konsequenten Weg entschieden, ganz oder gar nicht: Kommune, Bewegung 2. Juni, 10 Jahre Knast, nach der Entlassung 1982 nach Hamburg, ab 84 bis heute im Hafen wohnend. Ich war beim Lesen hin und her gerissen zwischen Bewunderung für den furchtlosen Gang, Entsetzen angesichts dessen, was der Staat an Schweinereien abzog und Erstaunen über Fakten, die mir bislang nicht bekannt waren.

Man muss die politische Denke von Anne und den anderen nicht teilen, fühlt jedoch dennoch ständig  mit und taucht ein in eine Welt, die nur wenigen offenstand. Etwas näher rückt diese Welt, wenn es um die Hafenstraße geht. Wir erfahren einiges aus dem Innenleben der Gemeinschaft, die so heterogen war, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass daraus ein so entschlossenes gemeinsames Handeln erwuchs. Das Buch bietet aber auch die Gelegenheit, mitzufühlen: All die Zweifel, die Ängste, die Widersprüche, die Bedrohungen lassen einen nicht kalt. Wenn man dabei auch noch erfährt, was alles nur durch Zufälle geschah, kann man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Doch es gibt auch lustige Szenen. Wie die, als in der Zeit des „Hönkelns“ beispielsweise ein vor den Häusern parkender LKW geknackt wurde, während sich der Fahrer auf dem Kiez amüsierte. Mit der Folge, dass kurz danach etliche Bewohner stolz ihre nagelneuen Cowboystiefel präsentierten …

Die schiere Wut packt einen angesichts der Schweinereien, die sich der Staat einfallen ließ, um den Hafen zu kriminalisieren, Stichwort „Da wohnt die RAF“. Nahezu thrillerartig stellen sich die Wochen in der zweiten Jahreshälfte 1987 dar, als der Konflikt zu eskalieren drohte. Festungsartig ausgebaute Häuser mitsamt einer europaweiten Unterstützerschar gegen einen Staat, der ebenso unbeirrt alles daran setzte, dieses Widerstandsnest auszulöschen. Anne schafft es, den Leser so mitzunehmen, als säße er auf dem Sofa daneben. Sie schildert die Ängste der Aktivisten so plastisch, dass einem fast schlecht wird. Die Einschätzung, dass es bei einer Räumung wahrscheinlich auch zu Toten kommen kann, beeinflusste damals sehr wohl die Gedanken. Wie wir wissen, ist es glücklicherweise nicht dazu gekommen und so können wir in der Folge nachlesen, wie beispielsweise das Viva-St. Pauli-Festival 1991 im Millerntor-Stadion geplant und durchgeführt wurde: So absolut herrlich dilettantisch, aber eben auch mit Liebe und Solidarität. Da kommen Erinnerungen hoch, die längst verdrängt waren.

Wie gesagt: Man muss die politischen Einstellungen nicht zur Gänze teilen. Aber „Auf der Spur“ bietet auf jeden Fall die Chance, einen unverstellten Blick zu erlangen auf das Innenleben einer Bewegung, die über Jahrzehnte die innenpolitische Diskussion prägte und den Boden bereitete für etliches, was auch heute noch in Hamburg präsent ist. Nicht zuletzt die Fanszene in unserem Stadion, deren damalige Entwicklung nicht losgelöst von den Häusern am Hafenrand betrachtet werden kann. Nach der Lektüre des Buches wird man die bunten Häuser in St. Pauli-Süd auf jeden Fall mit anderen Augen sehen. Absolute Leseempfehlung! //SB

Anne Reiche – Auf der Spur | Verlag: Edition Cimarron
ISBN 978-90-824465-2-4
€ 15,00 (auch im Fanladen erhältlich)  


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FISH e.V. Mitgliederdaten

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Unser nächster Gegner: Holstein Kiel

Am Montag den 26. August 2019 ist mit der Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e. V. ein alter Bekannter zu Gast am Millerntor. Die Störche sind seit der Saison 2017/2018 wieder in der zweiten Liga und haben mit den Platzierungen 3 und 6 in den vergangenen beiden Saisons eine beachtliche Leistung gezeigt.

Der Saisonstart

In der noch jungen Saison haben die Kieler bisher allerdings einen durchwachsenen Saisonstart hingelegt. Am ersten Spieltag gelang ein Unentschieden beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen (1:1), gefolgt von einer 0:4 Auswärtsniederlage bei Darmstadt 98. In der ersten Pokalrunde beim FSV Salmrohr konnten die Störche dann einen ungefährdeten 6:0 Sieg einfahren, ehe am vergangenen Wochenende ein 2:1 Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Karlsruhe gelang.

Der Kader

Erneut musste Holstein Kiel zur neuen Saison den Kader sowie das Funktionsteam in mehreren Bereichen anpassen. Wie auch in letztem und vorletzten Jahr übernahm ein neuer Trainer das Ruder an der Förde. Andre Schubert kam vom Drittligisten Eintracht Braunschweig und ist sicherlich jedem St. Paulianer in lebhafter Erinnerung. Er folgt auf Tim Walter, der dem Ruf der reizvolleren Aufgabe in Stuttgart folgte. Aber Schubert ist nicht der einzige altbekannte St. Paulianer auf der Trainerbank. Neben Schubert hat in dieser Saison auch Fabian Boll als Co-Trainer auf der Auswechselbank Platz genommen. Die Mannschaft musste insgesamt 14 Abgänge kompensieren und verpflichtete rund 10 neue Spieler. Namhafte Neuzugänge waren nicht dabei, vielmehr setzt Holstein wie in der Vergangenheit auf junge hungrige Spieler. Das Korsett der Mannschaft bilden Leistungsträger aus der vergangenen Saison wie die Innenverteidiger Dominik Schmidt und Hauke Wahl sowie der Linksverteidiger Johannes van den Bergh. Im Mittelfeld sind Alexander Mühling, Jonas Meffert und Jae-sung Lee stützen des Teams. Zumindest Jonas Meffert wird den Störchen am Millerntor keine Hilfe sein. Er kassierte am 3. Spieltag gegen Karlsruhe eine rote Karte.

Die Formation

In den bisherigen Saisonspielen hat sich bei den Kielern noch keine eindeutige Spielformation herauskristallisiert. Beim Heimspiel gegen Sandhausen und beim Pokalspiel in Salmrohr ließ Schubert ein 4-3-3 auf das Feld. Bei der Niederlage gegen Darmstadt spielte man gar nur mit einer Dreierkette in der Abwehr (3-4-3). Gegen Karlsruhe ließ Schubert dann mit einem 4-4-2 auflaufen. Für das Auswärtsspiel des KSV am Millerntor dürfte Schubert, trotz des Ausfalls von Meffert, auf die gegen Karlsruhe erprobte Formation zurückgreifen. Dies böte für die Kieler den Vorteil aus einer gefestigten Abwehr heraus empfindliche Konter gegen die Kiezkicker zu setzen. Der derzeit leistungsstärkste Spieler im Kader der Störche ist zur Zeit mit Sicherheit der Koreaner Jae-Sung Lee mit derzeit 2 Toren für die Kieler. Der Mann mit der Rückennummer 7 geht in seine zweite Saison. Nach Anfangsschwierigkeiten im letzten Jahr, auch bedingt durch seine erste internationale Station fern der Heimat, hofft das Kieler Umfeld auf eine Leistungssteigerung, die er bisher auch angedeutet hat.

Die Bilanz

Bisher trafen die beiden Mannschaften am Millerntor insgesamt 22 mal aufeinander. Dabei gelangen dem Magischen FC insgesamt 12 Siege, bei 8 Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen. Auch das Torverhältnis spricht mit 45:24 für die Braun-Weißen. Allerdings ist die Bilanz seit dem Wiederaufstieg des KSV ausgeglichen. Sowohl Kiel als auch der FC St. Pauli konnten jeweils einmal am Millerntor gewinnen. Den höchsten Sieg gegen die Störche erzielte der FCSP am 6. September 2003 mit einem stattlichen 5:0 an der Förde.

Und sonst?

In bleibender Erinnerung ist sicherlich das Spiel aus September 2017 geblieben. Beim damaligen Auswärtsspiel der Braun-Weißen versuchten Kieler Ultras mehrere Zaunfahnen der Sankt Pauli Fans vom Zaun zu klauen. Mit Hilfe mehrerer Spieler konnte die Fahne den Angreifern wieder entwendet werden. Diese Aktion zeigte schon, dass das Verhältnis der beiden Fanlager nicht das Beste ist und so dürfte auch auf den Rängen ausreichend Motivation vorhanden sein um unsere Kiezkicker zum Sieg zu schreien.

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This is the beginning… (Sportliches zum Derby)

Hamburger Sportverein A.G. – FC St.Pauli 0:0 (0:0)
Tore: –
Zuschauer: 57.000 (davon wohl um die 6000 St. Paulianerinnen und St. Paulianer, plus 15.000 beim Public Viewing am Millerntor)

„Ob und wie dieser Blog gegebenenfalls von anderen Personen aus der Redaktion fortgeführt wird, wird die Zeit zeigen.“  (Frodo, August 2018)

Beginning? Stimmt irgendwie. Zumindest für den ÜS-Blog in seiner neuen Form. Und auch für mich selbst als Mitglied beim Übersteiger. Zumindest für mich ist das eine ziemlich aufregende Sache, meine Gedanken hier zu virtuellem Papier bringen zu können. Große Fußstapfen, aber ich freu mich drauf und über Feedback und deswegen keine weitere Vorrede. Schließlich stand am Wochenende eines der bedeutenderen Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte auf dem Spielplan (auch wenn man zweifellos zu Recht einwenden könnte, dass das 1:0 gegen Bielefeld in der vergangenen Saison oder das 2:1 in Kaiserslautern die Spielzeit davor für den Verein selbst deutlich wichtiger waren). Aber, Stichwort Aufregung, zumindest bei vielen Personen in meinem Umfeld und auch bei mir selbst war die Anspannung dann doch einen Ticken größer als an einem beliebigen Spieltag.

Na gut, eines noch vorneweg: Ich werde mich in den folgenden Zeilen auf das Sportliche konzentrieren. Zu sämtlichen Derbybegleiterscheinungen, ob im Vorfeld, kurz vor Anpfiff, währenddessen und danach,  gibt es viele fantastische Blogs rund um den magischsten aller FCs, die einen bedeutend besseren Einblick in diese Thematik haben als ich und die sich bereits geäußert haben oder es sicherlich noch tun werden.

©Ariane Gramelspacher/arigrafie

Was also aus sportlicher Sicht tun mit diesem 0:0 im Volkspark? Kurzer Blick zurück auf den vergangenen Freitag, 21.9, 18:30. Der HSV steht mit 12 Zählern an der Spitze der Tabelle, St. Pauli hat sein letztes Spiel 1:3 in Aue verloren und darf seine Qualitäten als Aufbaugegner in Ingolstadt beweisen. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand ein Remis im Derby angeboten, ich hätte wohl ohne viel Zögern zugesagt. Zu löcherig damals unsere Abwehr, zu inkonstant unsere Offensive. Drei Spiele inklusive 90 Minuten gegen die Rauten später bleibt immerhin noch ein Gefühl der Zufriedenheit, den Titel des Stadtmeisters nicht aus der Hand gegeben zu haben. Aber dieses Gefühl ist gemischt mit einer gewissen Unzufriedenheit, mit einem was-wäre-wenn.

Die gesamte Spieldauer über war beiden Mannschaften anzusehen, dass sie ein Gegentor um jeden Preis verhindern wollten. In gewisser Weise setzten beide Mannschaften dadurch einen Trend fort: Der HSV kassierte zuvor fünf Gegentreffer gegen Regensburg, spielte danach 0:0 gegen Fürth und setzte erst mal auf defensive Stabilität. Markus Kauczinski hatte schon in den beiden Partien vor dem Derby einen eher passiveren Ansatz gewählt, auf das regelmäßige hohe Anlaufen des Gegners (wie noch in den Spielen gegen Köln und Aue zu sehen) wurde so gut wie komplett verzichtet, die Mannschaft zog sich bei gegnerischem Ballbesitz bis in die eigene Hälfte zurück. Sah zwar nicht schön aus, brachte aber sechs nicht vollkommen unverdiente Punkte. Bei aller offensiven Qualität, die der HSV mitbringt, eine für mich komplett nachvollziehbare Taktik. Und so entwickelte sich ein höhepunktarmes Derby, bei dem der HSV nicht viel mehr als Chancen auf Chancen hatte (der Kopfball Bates nach Ecke (25.) und die Chance von Hwang nach Konter in der zweiten Hälfte (60.) waren da noch das gefährlichste), und St. Pauli seine wenigen Möglichkeiten aufgrund von mangelnder Präzision nicht verwerten konnte. Sei es der Schulterkopfball von Flum (7.) oder die Möglichkeit von Diamantakos (59.).

Trotzdem hätten die Boys in Brown in den letzten Minuten die Partie noch für sich entscheiden können, vielleicht sogar müssen und genau deswegen bin ich sicherlich nicht der Einzige, der nach dem Spiel erst mal ein wenig hadern musste, bevor er sich freuen konnte. Zuerst der Schuss von Knoll, der von halblinks unglaublich viel Platz hat, vom Strafraum abzieht und das Ding vorbeihaut. Bei seinen Qualitäten im linken Fuß ist diese Situation eine richtig gute Chance und wenn er nicht schon ein ganzes Spiel plus englische Woche in den Knochen hat, macht er das Ding vielleicht eher rein. Und dann natürlich die Szene in der Nachspielzeit. Ja, das sah schön aus, was Sahin da fabrizierte (und der Ballgewinn war allererste Sahne), aber ich bin mir fast sicher, dass es noch gefährlicher geworden wäre, hätte Sahin Buchtmann bedient, der alleine auf das Tor von Pollersbeck hätte zulaufen können, anstatt ein Tor des Jahres zu versuchen.

Diese letzte Szene war so ein bisschen ein Spiegelbild von der Leistung Sahins im Derby: Defensiv hatte er viele richtig starke Szenen und hat mir sehr gut gefallen (trotz der unnötigen Gelben Karte). Offensiv kostet es einfach Nerven, dem Mann beim Spielen zuzuschauen. Wenn Kauczinski ihm beibringen kann, das Spiel besser zu lesen und schneller abzuspielen, kann er noch deutlich effektiver sein. Keine neuen Probleme, schon klar. Schade ist nur, dass es so leicht ist, sich bei ihm noch viel, viel mehr vorzustellen, besonders wenn er defensiv so abliefert wie in den vergangenen beiden Partien.

Wie also die englische Woche, die bisherige Saison und die momentane Situation der Braun-Weißen bewerten? Punktemäßig ist alles okay. Zwischen dem zweiten Platz (Fürth) und den 13. Platz (Darmstadt) liegen grade mal fünf Zähler, und irgendwo dazwischen tummelt sich momentan St. Pauli. Außerdem haben wir als derzeit sechster gegen drei der besten fünf Teams bereits gespielt. Unabhängig davon kann man feststellen, dass unsere Defensive seit dem Spiel gegen Ingolstadt wieder funktioniert. Nur ein kassiertes Gegentor in diesem Zeitraum ist ein schöner Beweis dieser Arbeit, wer die Spiele gesehen hat wird bestätigen, dass es schwer ist, sich gegen uns Torchancen herauszuspielen. Selbst mit einer komplett ausgetauschten Offensivreihe mit den für Zweitligaverhältnisse äußerst klangvollen Namen Ito, Narey und Lasogga brachte der HSV vor dem Tor von Himmelmann nicht viel zu Stande.

Die entscheidende Frage wird sein: Wie viel Offensivkraft können wir jetzt noch entwickeln, ohne unsere neu gewonnene Defensivstärke aufzugeben? Wir haben jetzt drei Mal gegen Gegner gespielt, bei denen wir uns ohne Weiteres hinten reinstellen konnten. Ingolstadt war unter Druck, hat einen teuren Kader und musste kommen. Paderborn ist spielerisch unglaublich stark und möchte selbst das Spiel machen. Der HSV hat mit seinen finanziellen Möglichkeiten selbstverständlich ebenfalls den Anspruch, dominant aufzutreten. Spannend wird deswegen das kommende Spiel gegen Sandhausen. Traditionell eine konterstarke, defensiv denkende Mannschaft, besonders wenn sie Auswärts spielt. St. Pauli wiederum steht nach sieben Punkten aus der englischen Woche und einer nach oben zeigenden Formkurve das erste Mal wieder unter dem Druck, selbst das Spiel machen zu müssen. Ich bin mir sicher, dass nicht nur die Fans sondern auch die Mannschaft selbst einen Sieg erwartet. Wie viel Risiko ist das Team dafür bereit zu gehen? Bekommen wir wieder ein offensiveres Anlaufen zu sehen? Kann die Mannschaft eine kompakte Defensive spielerisch knacken? Vielleicht können wir schon nach der Partie erkennen, ob das Ziel in dieser Saison (mal wieder) lauten muss, so schnell wie möglich auf 40 Punkte zu kommen, oder ob wir uns vielleicht noch ein wenig länger auf den einstelligen Tabellenplätzen wieder finden werden.

Forza! // Tim H.

 

Links:

Millernton: „Der HSV riecht scheiße“. Frodo und Timbo über das Drumherum und aufm Platz

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This is the end…

… zumindest für den ÜS-Blog, wie er bisher geführt wurde.
Immerhin seit Juli 2009, wie ich gerade mal wieder feststellte. Bis zum zehnten Geburtstag schaffe ich es also doch nicht mehr ganz.

Ich war von 2001 an Teil der Redaktion, bis vor etwa drei Jahren auch ein aktiver Teil des Heftes.
Anschließend führte ich den Blog hier weiter, doch der MillernTon – Podcast nahm immer mehr Zeit ein und ersetzte dadurch auch so manch geschriebenes Wort.

Nun ist es Zeit weiterzuziehen, was ich hiermit tun werde.
Auf www.MillernTon.de werden ab sofort (hoffentlich regelmäßiger als zuletzt) Artikel erscheinen, gleiches gilt für den MillernTon-Podcast als solchen.
Ein Grund für diesen Wechsel ist auch, dass die VdS/NdS-Gespräche jetzt ebenfalls dort erscheinen können und wir eine konsolidierte Seite haben werden.

Der ÜBERSTEIGER wird dieses Jahr 25 Jahre alt, ich wünsche ihm alles Gute für die nächsten 25 Jahre.

Ob und wie dieser Blog gegebenenfalls von anderen Personen aus der Redaktion fortgeführt wird, wird die Zeit zeigen.

Tschüss! // Frodo

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Verlosung: 11Freunde Sonderheft zur Saison 2018/19

Wie jedes Jahr kommen im 11Freunde-Sonderheft zur neuen Saison zu allen Vereinen der 1. und 2.Bundesliga Fan-Vertreter, Blogger oder sonst irgendwie dem Verein zugeordnete Personen zu Wort, indem diese zu vorab versendeten Fragen mehr oder weniger lustige Antworten geben sollen.

Für den FC St.Pauli wurde wieder mir diese Ehre zuteil, die ungekürzten Antworten kopiere ich gleich hier unten ein.

Für Euch wichtig: Ich darf zwei fünf der Hefte verlosen… dafür bitte einfach selbst (mindestens) drei der gestellten Fragen hier in den Kommentaren beantworten.

Da ich da auch nicht ewig drauf rumsitzen will: Abgabeschluss ist Dienstag, 31.7.2018, 19.10h. Bitte unbedingt eine e-mail Adresse angeben, bei der ich Euch am Dienstag Abend nach Eurer Postanschrift fragen kann, so Ihr denn gewinnt. Bei mehr als fünf Teilnehmern entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und hier jetzt der von mir beantwortete Fragenkatalog:

–       Die nächste Saison wird toll, weil…
die zweite Liga mit dem Effzeh, Magdeburg und unserem Nachbarn drei absolute Zugewinne erworben hat. Naja, und Paderborn, aber irgendwas ist ja immer.

–       Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann…
ärgere ich mich, dass wir es nicht geschafft haben, auf den Rängen öfter so eine Wucht zu entfalten, wie an den letzten beiden Heimspieltagen.
Und natürlich, dass die Mannschaft diese Wucht auch nicht durch eigene Leistungen provoziert hat.

–       Auf diesen Videobeweis-Fauxpas freue ich mich besonders…
Bei unserem Pokalendspiel in Berlin gegen unseren Nachbarn wird der klare Elfer in der Nachspielzeit gegen uns nicht gegeben, weil die VAR-Crew sich bereits „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“-singend in den Armen liegt.
Schnecke Kalla schnappt sich den Ball und läuft 80 Meter allein auf das leere Tor und unsere Kurve zu, läuft mit dem Ball am Tor vorbei und direkt in die jubelnde Kurve.
Ist egal, der Schiri pfeift dann eh ab. Oirobbabogaaaaaal!

–       Wenn 50+1 fällt, kauft uns…
Beate Uhse, inkl. Stadionname.
„Tor in der Bumsbude!“ in der Konferenzschaltung ist schon jetzt legendär.

–       Diesen WM-Star sähe ich gerne bei meinem Klub…

–       Die beste Bratwurst gibt es in…
Aue, heisst dort aber Nudeltopf.

–       Das müsste passieren, damit ich nicht mehr ins Stadion gehe…
Aktuell fällt mir dazu nichts ein. Könnte aber auch daran liegen, dass mein Verein vieles anders macht als viele andere Vereine.

–       Dieser Song beschreibt meinen Klub perfekt…
„Das hier ist Fußball“, von Thees Uhlmann.
„Tragik ist wie Liebe, ohne Happy End.
Und eines ist wirklich sicher, dass die Tragik St.Pauli kennt.“

–       Dieser Twitter-Account ist für Fans unverzichtbar…
@CollinasErben und der @Rasenfunk.

–       Zweite Liga ist eh viel schöner als Bundesliga, weil…
hier vorab weder Meister noch Absteiger feststehen und bis kurz vor Schluß auch alle noch in beide Richtungen schauen können.

–       Hinter dem HSV und Köln schafft es in die Relegation…
Der hsv steigt nicht auf.

–       Völlig überraschend absteigen wird…
Der SV Sandhausen.
Und zwar, weil ich die letzten fünf Jahre immer ihren Abstieg prognostiziert habe und es diese Saison einfach nicht tun werde.

// Frodo

31.07., 23.30h:
Heute kamen noch drei weitere Hefte von 11Freunde an, ich kann also fünf verlosen.
Die Losfee hat die Gewinner gezogen, die Hefte gehen an miguel, Justus, Molotow, amhass und Sepp1910. Ich melde mich bei Euch per Mail.

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Rückblick auf die Prognose 2017 und neue Prophezeiung 2018

Hello again!
Wie schon in den letzten Jahren (2013201420152016 & 2017) hab ich es natürlich mal wieder nicht geschafft, die Saisonprognose pünktlich und noch während der Saison auszuwerten.
So laufe ich also mal wieder hinterher, was aber den angenehmen Nebeneffekt hat, dass die Auswertung gleich mit erfolgen kann.

Für die neuen Saisonprognose bitte einmal ans Ende scrollen und die Fragen in die Kommentarbox kopieren. (Und beantworten, natürlich.)

Zunächst die Auswertung Eurer Vorhersagen für die abgelaufene Saison, die natürlich mal wieder in den allermeisten Fällen herrlich weit vorbei waren.
So, wie es sein soll.
Und in Zeiten nachlassender Kommentarnutzung in Blogs, kann ich nur ein großes DANKE loswerden, 145 Teilnehmer sind eine ziemlich respektable Zahl und eine Verdopplung der Vorjahreswerte.

(Es wären auch noch zwei Teilnehmer mehr gewesen, aber sanktpaddy nahm leider die Fragen der Vorsaison und Elbebengel vergaß zwei Fragen und flog so auch aus der Wertung.)

1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?

Ein durchschnittlich Platz 4,17 wurde vorhergesagt… nun ja, knapp vorbei.
Viele Tipps sahen den Relegationsplatz vor, welcher uns in ein Duell mit dem Nachbarn bringen würde. Wir wissen jetzt, es sollte anders kommen.
Tatsächlich haben mit Switters und Ante Budemir sogar nur zwei Personen einen zweistelligen Tabellenplatz vorhergesagt, zu groß war der Optimismus nach der letzten Rückrunde.
Ich gehe davon aus, für die neue Saison wird sich dies anders darstellen.

Punktevergabe: Für jeden Platz Abweichung vom tatsächlichen Platz 12 gab es einen Minuspunkt.

2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?

Haha, das war ja leicht…
Mit Christopher Buchtmann, Johannes Flum, Richard Neudecker, Waldemar Sobota, Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz gab es gleich sechs richtige Antworten – denn tatsächlich haben unsere Helden in Braun-Weiß niemanden, der mehr als eben deren vier Saisontore erzielt hat.

Die Erwartungshaltung war dann aber im Vorfeld personell recht eindeutig, 110x wurde „der Aziz vom Kiez“ als Toptorschütze erwartet, 28x Sami Allagui… sehr wenige Einzelnennungen entfielen dann noch auf Jan-Marc Schneider, Buchti und Cank Sahin.

Punktevergabe: Fast alle bekamen daher fünf Punkte für die richtige Antwort.
Wer jemand anderen genannt hatte, ging leer aus.

Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?

Wir sind halt doch unverbesserliche Optimisten.
Gut zwei Spiele meinte man, würden wir gewinnen können… bekanntlich kam es mit dem Ausscheiden in Paderborn anders.

Punktevergabe: Immerhin 15x gab es fünf Punkte für das richtig vorhergesagte Aus im Möbelhaus, alle anderen bekamen pro prohezeitem Sieg einen Minuspunkt.

Braunschweig, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?

Mit Braunschweig als Drittem der Vorsaison und den zwei emotional etwas brisanteren Spielen gegen Bielefeld und Kiel – da fiel es eher schwer, seriös etwas vorherzusagen.
Und wenn man jetzt im Nachhinein zusammenrechnet, dass es insgesamt 13 der möglichen 18 Punkte aus diesen Duellen gab, so könnte man zufrieden sein.

Noch dazu, wo man gegen Kiel mit sechs Punkten die Idealausbeute holte und auch gegen braunschweig vierfach punktete.
Umgekehrt kostete das 0:5 in Bielefeld bekanntlich Olaf Janßen den Job.

Und immerhin: 11,37 Punkte waren im Schnitt vorhergesagt worden, das ist doch zumindest nahe dran.

Punktevergabe: Wer die 13 Punkte hatte, bekommt 10 Punkte.
Alle anderen einen Minuspunkt pro Abweichung.

Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?

Heidenheim – mehr gab es nicht in der Hinrunde.
Bochum, Kiel – und dann bekanntlich die beiden Lebensretter gegen Fürth und Bielefeld am Saisonende.

Fünf(!) Heimsiege nur, während die Prophezeiung noch 10,38 erwartet hatte.

Punktevergabe: Niemand war so pessimistisch, daher einen Minuspunkt für jeden zuviel vorhergesagten Sieg.

Wie viele Tore schießen Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz insgesamt in der Liga?

Tja… deprimierende acht sind es geworden.
Auch hier war niemand so pessimistisch, Höchstwert war sogar eine 60, im Schnitt erwartete man immerhin 22,47 Tore von den Jungs.

Punktevergabe: Ein Minuspunkt pro zuviel getipptem Tor.

Welchen Platz belegen die 1.Frauen in der Regionalliga Nord?

Da stand bei den Frauen am Ende Platz sieben, obwohl es während der Saison durchaus nach mehr ausgesehen hatte.
Neun Siege, vier Unentschieden, neun Niederlagen – solides Mittelfeld.

Im Schnitt wurde Platz 4,43 erwartet.

Punktevergabe: Wer Platz 7 getippt hatte, bekam fünf Punkte, alle anderen einen Minuspunkt pro Abweichung.

 

Gesamtstand:

Aufgrund der besonderen Punktevergabe ist es schwierig, überhaupt Pluspunkte zu sammeln. Ein Vermeiden von großen Abweichungen bei Tabellenplatz und Toren unserer beiden Stürmer war der Schlüssel zum Sieg, kombiniert mit etwas Glück bei den restlich Tipps.

Daher Glückwunsch an @der_zampano, der mit -2 Punkten am besten abschnitt. Auf Platz 2 folgt @kiezkickerde mit -7, den dritten Platz erringt Todde mit -8, alle anderen weisen zweistellige Minuswerte auf.

Am unteren Ende der Tabelle sitzt Jay-Jay, der mit seinen 60 erwarteten Toren von Sami und Aziz dann doch einfach zu weit weg lag und auf -68 Punkte kommt.

Hier die Tabelle im Einzelnen:

1. @der_zampano -2
2. Kiezkicker.de -7
3. Todde -8
4. Rebell -10
5. Konrad Pahlke -11
6. @miteinemLund2P -12
7. mr_ee_tee -13
8. Andreas -13
9. APO_Theke -13
10. Spaghetti Rabonara -13
11. Carsten M -14
12. Sensiego -14
13. RedSinner7 -16
14. Nils -17
15. EntenhausenBewohner -18
16. A.Stra -18
17. Suedniedersachse -19
18. Tobster -20
19. Calimero -20
20. GerdRSL99 -20
21. amhass -20
22. der Dominik -21
23. Chico -21
24. @KDanny41 -21
25. Stefan Trulsen -22
26. Uwe -22
27. mattn -22
28. Lasse -22
29. Felix -22
30. Dionysos -22
31. flippa -22
32. Lommedalen -22
33. Cassy -22
34. Klaas -22
35. his dudeness -22
36. DOS ALERT -22
37. Erik -22
38. Grasgrün -23
39. Holger -23
40. moistchen -23
41. Hussi -23
42. Zippit -23
43. nobynat -23
44. Jannik95 -23
45. Arthur Abendbrot -24
46. Jensd1910 -24
47. The Hawk -24
48. cparker -24
49. Holzfuss89 -24
50. Tipito -24
51. Timbo -24
52. @rueckbau -24
53. @bltgrtsche -24
54. Toby -24
55. redflag1982 -24
56. Michael Schmidt -25
57. Jo_Hinx -25
58. Saelzer -25
59. Buechinho -25
60. cody29 -26
61. Örfin -26
62. Olaf Mitender 0815 -27
63. Rabolte -27
64. @gibtesvollbier -27
65. F.Traummann -27
66. @michaelhein -27
67. @kleinertod -27
68. kilinho93 -27
69. Nikel -28
70. linkedeeler -28
71. Björn Hellmark -28
72. wokrim -28
73. Braun-Weißer-1988 -28
74. Steffi Bauer -28
75. Don Bastiano Coimbra -28
76. mulrich -28
77. Lakritz Tommi -29
78. Leifübertragung -29
79. Hats Mummels -29
80. Luc -29
81. lelandwars -29
82. Philipp_Beo7 -29
83. Alexander Fischer -29
84. Carli_14 -29
85. Magico -30
86. Tim1374 -30
87. combator -30
88. @davidgohla -30
89. Fabian -30
90. Hollywood20359 -31
91. Switters -31
92. Mads Gundersen -31
93. Jürgen aus der Schweiz -31
94. Flecktier -31
95. Molotow -31
96. Fritz von Erich -31
97. Berliner Reisejunkie -31
98. @StPauliStats -32
99. antiallenandern -32
100. JohnnyFCSP -32
101. Markusinkiwiland -32
102. Tralje -32
103. David -32
104. @dl_fcsp -32
105. Norm -33
106. @vilinho -33
107. sutje -33
108. @peer_arne -33
109. Uaaaah -33
110. Buchi -34
111. Philip -34
112. stulf1910 -34
113. joehoe -34
114. Albert -34
115. Spreesprotten -34
116. stachelflosse -34
117. Andreas Görke -34
118. Jens23 -35
119. Kai-Uwe -35
120. ThömiGee -36
121. Kliemsche -36
122. Kreisklasse_1910 -36
123. Ante Budemir -37
124. catch22 -37
125. Desaster -37
126. luener -37
127. Teddytria -38
128. Kiezpirat -39
129. @MainKiez -39
130. Leeeon -39
131. Jost -39
132. Breadstar -40
133. Kloppi -40
134. Jonny Jonas -40
135. Birger -41
136. KonBon -41
137. snief -41
138. MoGü -42
139. Pauliane -42
140. Janne1910 -43
141. ElPurple -46
142. Schmölli -48
143. Nils Engelhard -50
144. @chromeridazT -54
145. Jay-Jay -68

Neue Prophezeiung 2018

Und damit kommen wir zu den Fragen der neuen Saison:

  1. Auf welchem Tabellenplatz landen unsere Profis?
  2. Wer erzielt die meisten Tore für uns? (nur Liga)
  3. Wie viele Punkt holen wir aus den Spielen gegen den Nachbarn (nur Liga)
  4. Welche Vereine belegen die Plätze 1 – 3 in der 2.Liga?
  5. Welche Vereine belegen die Plätze 16 – 18 in der 2.Liga?
  6. Aus den ersten vier Spielen (in Magdeburg, gegen Darmstadt, bei Union und gegen Köln) holen wir x Punkte.

Abgabeschluß: Anstoß unseres ersten Ligaspiels, also am Sonntag, 5.August, 13.30h.

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2018/2019

Hello again!

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 201120122013201420152016 und 2017)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen, ehe man sich unnötig aufregt:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt (ohne Familienbereich und Sichtbehinderung), sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sieben Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.

Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist.

Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2018: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Zur letzten Saison erhöhten nur drei der 16 verbleibenden Erstligisten die Preise (Frankfurt, Dortmund, Bremen), diese Saison sind es erneut drei Clubs.
Heißt aber auch: Bei den anderen 13 Vereinen bleiben die Preise stabil.
Mehr als im Vorjahr zahlt man in Dortmund (ca. 2% in allen Kategorien), Freiburg (ca. 6% in allen Kategorien) und in Stuttgart. Beim VfB ziehen Stehplatz und günstigster Sitzplatz um 17,-€ an, während die teureren Sitzplätze stabil bleiben. Das ist ja auch mal ein Statement. (Sollte es dafür einen tieferen Grund geben, diesen gerne in die Kommentare packen.) Nachtrag: Haha, Quatschkram erzählt, bin nur in der Spalte verrutscht. Der VfB Stuttgart erhöht in allen Kategorien gleichwertig um 17€.
Hannover 96 ist ein Sonderfall, da ich da bisher immer die 5% Rabatt für Vorjahres-Dauerkarteninhaber mit drin hatte, da dies nahezu einzigartig war. Nun fangen mehr Vereine damit an und es wird unübersichtlich, daher sind jetzt alle Daten ohne „Treuerabatt“ und die Hannoveraner Preise eben 5% höher erfasst als letztes Jahr, auch wenn sich der Preis nicht verändert hat.
Wer gleichzeitig noch Mitglied und oder Kunde einer bestimmten Bank ist, kann diesen Rabatt sogar auf 10% oder 15% erhöhen. Mitgliederrabatt bieten allerdings auch fast alle Vereine an.

Der Deutsche Pokalsieger, Eintracht Frankfurt hat den „Titel“ verteidigt und verkauft weiterhin die teuersten Tickets. Allerdings liegen die Stehplatztickets mit 180€ unterm Ligaschnitt, dafür sind 383€ für den billigsten Sitzplatz der drittteuerste Wert und mit 803€ für die beste Sicht ist man am Main sogar Ligaspitze. Die teuerste Karte in dem Segment hatte bisher der Hamburger SV, aber der folgt ja erst in der nächsten aufgezählten Liga.
Am günstigsten ist der Erstligafußball nach wie vor in Wolfsburg. 130€ für den Stehplatz sind ebenso wie 200€ für den günstigsten und 400€ für den teuersten Platz das preiswerteste, was die Liga zu bieten hat. Wer also gut gucken will, kann in Wolfsburg zwei Premiumsitze zum Preis von einem Frankfurter Sitz kaufen… wird sicher trotzdem niemand deswegen tun, schon klar.

Noch ein Blick auf die Aufsteiger:
Der 1.FC Nürnberg landet mit sehr günstigen Werten nur knapp oberhalb von Hoffenheim und Wolfsburg. Die Karten kosten 22% mehr als in der letzten Zweitligasaison. Hier lohnt natürlich auch der Blick auf das letzte Erstligajahr: Im Vergleich zur Saison 2013/14 sind die Preise um etwa 6,4% gestiegen. So weit sicher im Rahmen, allerdings auch hier ein Ungleichgewicht bei den Kategorien: Die Stehplatztickets kamen damals 165€ und jetzt 190€. Die teuersten Sitzplätze kosteten damals 519€… und jetzt immer noch.
Fortuna Düsseldorf hatte letztes Jahr die zweitteuersten 2.Ligatickets. Dementsprechend erhöht man jetzt nur um moderate 6%, schiebt sich damit aber auch noch die die obere Hälfte. Und wer auf diesen bunten Sitzschalen gut gucken möchte, zahlt mit 759€ sogar den dritthöchsten Preis der Liga.

Durchschnittlich zahlt der Erstligafan für seine Stehplatzdauerkarte 185€, am teuersten sind diese Tickets in Dortmund und Stuttgart (je 215€) sowie Freiburg (210€). Die günstigsten Steher gibt es wie schon erwähnt in Wolfsburg (130€) sowie bei den beiden Champions League-Teilnehmern Bayern (140€) und Hoffenheim (150€).

319€ kostet im Schnitt der „billigste Sitzplatz“ pro Verein, wobei Freiburg hier mit 445€ den Vogel abschießt. Dortmund (398€) und Frankfurt (383€) folgen dann schon mit Abstand. Am billigsten sitzen kann man in Wolfsburg (200€), bei der Hertha (248€) und in Düsseldorf (255€). (An dieser Stelle, wie immer: Ja, in Berlin gibt es keine Stehplätze. Die hier als Stehplatz genommene Kategorie ist aber die, wo eh gestanden wird und es keinen Sitzplatzanspruch gibt.)

Wer den besten Sitzplatz (ohne VIP) haben möchte, zahlt dafür im Schnitt 652€. Hier kassiert die Eintracht am meisten (803€), vor Schalke (776€) und eben der Fortuna (759€). Besonders günstig ist dieses Segment eben in Wolfsburg (400€), Nürnberg (519€ und Leverkusen (520€).

Eine „Dauerkarte Plus“ gibt es inzwischen auch bei immer mehr Vereinen, da ist dann die automatische Freischaltung von Pokalspielen (DFB-Pokal und ggf. Europapokal) mit drin, neu hinzugekommen ist dabei aus meiner Sicht der FC Augsburg, auch ohne Europa. (Die gab schon seit der EuropaLeague Saison, Danke an @SammyKuffour.)
Diese Option gestrichen hat RaBa Leipzig, trotz Europa.

Und noch eine weitere Neuigkeit, die ich so zumindest bisher noch nirgends wahrgenommen hatte: Bayer 04 Leverkusen bietet ab sofort die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Zwar sind es nur zwei Raten, aber immerhin.
(Nachtrag, siehe Kommentare: Hertha BSC bietet dies sogar schon etwas länger an.)

Nimmt man die Gesamtsumme dieser drei Kategorien, so ist diese im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht günstiger geworden (1.156€ statt 1.171€), was in erster Linie am Abstieg der Tabellenzweiten und -fünften aus Hamburg und Köln lag.

Dauerkartenpreise 1.Bundesliga 2018/19

2.Bundesliga

Von den 14 Vorjahreszweitligisten bleibt der Preis bei neun Vereinen stabil. Die Vorjahresaufsteiger Kiel (7%) und Duisburg (5%) ziehen etwas an, das neue Stadion in Aue schlägt mit 8% zu Buche. Außerdem erhöhen Dresden (17€ beim günstigen Sitzplatz, Rest bleibt gleich) und Heidenheim (1%, siehe weiter unten) leicht.

Ligakrösus bleibt Union Berlin, was allerdings die schon in den Vorjahren ausführlich erläuterten Hintergründe hat. Ein fast reines Stehplatzstadion mit hoher Auslastung, wo die Stehplatzkarte durchaus im Durchschnitt liegt – da müssen die wenigen Sitzplätze der Haupttribüne eben den Rest mitfinanzieren. Dies führt in meiner Erfassung gerade bei Union zu einem sehr schiefen Wert. Ist so, kann ich nicht ändern, nur erklären.
Hier bleibt abzuwarten, wie sich eben diese Tribüne preislich entwickelt, wenn denn der geplante Umbau abgeschlossen sein wird.
Außerdem hat Union dieses Jahr als erster Verein die Vorgabe gehabt, dass ein (erstes) Vorkaufsrecht nur für Dauerkarteninhaber gilt, die auch Vereinsmitglieder sind. De facto ist dies natürlich eine (deutliche) Preiserhöhung (Vollzahler-Mitgliedschaft: 180€ pro Jahr 120€ pro Jahr, hier stand zunächst der Betrag für Aktive Mitglieder), die eben der besonderen Situation des Stadionumbaus geschuldet ist.
Allerdings gab es wohl in einer zweiten Verkaufsphase für DK-Inhaber ohne Mitgliedschaft (und für Mitglieder ohne DK) auch über eine Woche lang noch Gelegenheit eine Karte zu erwerben. Wer also wollte, hatte dann immerhin die Gelegenheit, auch wenn es dann im Einzelfall im Zweifel nicht mehr der bisherige Bereich war.

Am Tabellenende marschieren weiterhin die Vereine aus Heidenheim, Fürth und Sandhausen, wie auch schon seit Jahren.

Auch hier ein Blick auf die Liganeulinge:
Der eine Erstligaabsteiger, der Hamburger SV landet immerhin in dieser Tabelle auf einem Aufstiegsplatz. In den hier genannten Kategorien wurden die Preise um durchschnittlich 15% gesenkt, insbesondere aber der Premium-Bereich mit 663€ sorgt dafür, dass Platz 2 aus Liga 1 exakt auch in die neue Ligazugehörigkeit übernommen werden konnte. 204€ für den Stehplatz sind etwa 1€ pro Spiel weniger als im Vorjahr.
Randnotiz: Der HSV kassierte bisher immer den „Sportgroschen“, der dann auch mit 1,70€ auf die Dauerkarten aufgeschlagen wurde. Dieser fehlt ab sofort.
Absteiger 2, der Effzeh aus Köln, ging um durchschnittlich 19% mit den Preisen runter und hat mit 135€ auch den zweitgünstigsten Stehplatz.
Bei den Aufsteigern haben wir mit dem SC Paderborn einen alten Bekannten dabei, der gerade in dieser Statistik schon für das ein oder andere Ausrufezeichen gesorgt hatte. Nun aber gibt man sich demütig, denn der neue Wert liegt gleich 28% unter der letzten Zweitligsaison. Der Stehplatz kostet mit 195€ so auch deutlich weniger als die 238€, die noch 2015 aufgerufen wurden.
Und wenn mich meine Aufzeichnungen nicht täuschen, so hat man sogar im Vergleich zum Vorjahr in Liga 3 die Preise nochmal deutlich gesenkt, wenn auch hauptsächlich im höherpreisigen Sitzplatzbereich,
Der 1.FC Magdeburg wird zum ersten Mal erfasst und ordnet sich gleich mal im Mittelfeld ein. „Spitze“ ist man allerdings bei den Stehplätzen, denn die sind mit 231€ die teuersten der Liga. Oh, Moment… ja, sogar die teuersten im Deutschen Profifußball!
Auch hier wird aber die Auslastung voraussichtlich die Vereinsverantwortlichen nicht enttäuschen.
(Hinweis, siehe Kommentare, Danke an Ralle: Auf dem Papier sind die Hintertorplätze ein Sitzplatzbereich. Da dort allerdings die supportende Fanschaft steht, bleibe ich bei der hier vorgenommenen Eingruppierung, auch wenn es in der Ecke noch einige Stehplätze für 217€ gibt.
Außerdem wird auch in Magdeburg umgebaut, auch da ist also die Entwicklung abzuwarten.)

Der Stehplatz kostet im Ligaschnitt 181€ und damit (wie auch in den Vorjahren) nahezu gleichviel wie im Oberhaus. Neben den eben erwähnten Magdeburgern (231€) müssen auch die Fans in Kiel (224€) und Aue (216€) tiefer in die Tasche greifen als der Rest, während in Fürth (130€), Heidenheim und Köln (je 135€) der Stehplatz zu den günstigeren zählt.

Günstig sitzen kann man im Schnitt für 323€, auch hier bewegt man sich auf Erstliganiveau. Bei Union (476€), in Regensburg (412€) und in Kiel (384€) ist der billigste Platz im Ligavergleich am teuersten, in Sandhausen (204€), Fürth (250€) und Köln (280€) hingegen am günstigsten. (Ja, damit kann man in Sandhausen günstiger sitzen als man in Magdeburg, Kiel, Aue, Bielefeld und beim HSV stehen kann.)

Der beste Platz schlägt mit durchschnittlich 482€ zu Buche und dies ist dann im Vergleich zur ersten Liga (652€) dann eben doch ein Klassenunterschied.
Richtig teuer ist dieser dann bei Union (680€), beim HSV (663€) und in Köln (640€), während er in Fürth (350€), Sandhausen (357) und Ingolstadt (364€) verhältnismäßig günstig ist.

Besonderheiten: 
Greuther Fürth veröffentlicht ein Treueprogramm, welches langjährigen Dauerkarteninhabern das ein oder andere Bonbon verspricht. Das beschränkt sich aktuell noch auf Dinge wie 10% Rabatt im Fanshop oder einen Gratisflock, aber „Exklusive Events“ wie ein Fußballturnier sind in Planung.
In Heidenheim hat man die Preise zwar im Schnitt dieser drei Kategorien um 1% erhöht, tatsächlich wurden aber der Stehplatz und die günstigen Sitzplätze billiger, während man die teuren Sitzplätze angehoben hat.
Der SV Darmstadt 98 verkauft aus der Not heraus für die Gegengerade eine „9er-Dauerkarte“, weil die Umbaumaßnahmen dort ja schon in der laufenden Saison vorgenommen werden sollen. Alle Inhaber haben danach aber ein Anrecht auf einen anderen Platz in der Umbauphase, so gewünscht, Details folgen dann noch.
Beim VfL Bochum und beim FC Ingolstadt gab es einen Frühbucherrabatt, der hier nicht berücksichtigt ist.

Nachtrag: Beim VfL Bochum ist mir eine Sitzplatzkategorie durchgerutscht, Danke auch hier an die Kommentierenden. Für 224€ sitzt man in der Kurve am Gästeblock sehr günstig, Grafik ist aktualisiert.

Noch ein Blick in Liga 3:
Der TSV 1860 ist zurück – irgendwas ist ja immer.
222€ für einen Stehplatz im Grünwalder ist eine stolze Zahl, die immerhin zum dritten Platz in Liga 2 gereicht hätte bzw. sogar teurer ist als alle Erstligastehplätze. Okay, sind auch zwei Spiele mehr…
Die Sitzplatzkarten für 419€ (Stehhalle) und 499€ (Haupttribüne) zeigen ebenfalls, dass man sich weiterhin mindestens Zweitklassig sieht.

Soweit für dieses Jahr.
Denkt gerne an mich und grüßt schön, wenn demnächst wieder die ein oder andere Zeitung diese Zahlen aufgreift und als eigene „Recherche“ verkauft, leider oft ohne Quellenangabe. Vielleicht sollte ich zukünftig absichtlich Fehler einbauen, als eine Art Wasserzeichen…

Sollten Euch aber tatsächlich Fehler auffallen oder Ihr konstruktive Verbesserungsvorschläge haben: Her damit, wahlweise an Frodo(at)uebersteiger.de oder gleich in die Kommentare. // Frodo

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Die Form hat den Fehler, der Nazi will kicken und Oma bezahlt

Dieser Artikel erschien zunächst im Print-Übersteiger 132 am 06.Mai 2018. Hier veröffentlichen wir ihn erneut, inklusive dem Dankesschreiben des TuS Appen, welches uns kürzlich erreichte.

Nazis raus – auch aus dem dörflichen Fußballverein, ist leicht gefordert und skandiert, aber dann eben doch eine sehr figelinsche Angelegenheit wie der Fall TuS Appen gegen den Hamburger NPD-Vorsitzenden Lennart Schwarzbach zeigt. Und das Recht macht die Sache eben auch nicht immer einfach.

TuS Appen, Einladung zur Mitgliederversammlung – unter Tagesordnungspunkt 14. Satzungsänderungen a,b,c,d – „die Beschlussvorlage mit den vorgesehenen Satzungsänderungen kann beim Verein per E-Mail unter info-tus-appen.de angefordert werden und liegt in der Geschäftsstelle zur Abholung bereit.“ Denn 8000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten ärmer, zahlreiche Gerichtsverhandlungen später, eine persönliche Strafanzeige wegen angeblicher Urkundenfälschung noch anhängig, um viel Erfahrung reicher und das eine oder andere Mal desillusioniert, weiß Wilfred Diekert, Vorsitzender des TuS Appen, um die Wichtigkeit dieser Zeilen auf der Einladung. Denn letztlich war es ein Formfehler, der dafür sorgt, dass der Hamburger NPD-Vorsitzende Lennart Schwarzbach (27) nach wie vor Mitglied des TuS und seiner Fußballabteilung ist – gegen den erklärten Willen seiner Mitspieler, seines Abteilungsleiters Sascha Helfenstein und einer Entscheidung der TuS-Mitgliederversammlung aus dem Jahr 2015. Damals wurde die Satzung nämlich zum Zwecke des Ausschlusses des NPD-Funktionärs geändert, aber Zweck der Satzungsänderung nicht vorab in der Einladung „schriftlich ausgeführt“. Das muss laut einem Urteil des BGH seit 1979 so sein. „Kein Ausschluss ohne Rechtsgrundlage“, so Diekert besagt ein Urteil des Reichsgerichts von 1929 – und das hat Bestand.

„Letzlich ist es ja besser, dass wir an einem Formfehler und nicht in der Sache gescheitert sind“, ist Diekert (69, vier Einsätze als Schiri in der 1. Bundesliga) beim Gespräch mit dem Übersteiger und seinem Fußballabteilungsleiter Helfenstein in der Appener Geschäftsstelle einige Wochen nach der höchstrichterlichen Entscheidung der 9. Zivilkammer des Landgerichts Itzehoe schon wieder bei Normalpuls – auch wenn ihn so einige Umstände rund um die rechtliche Auseinandersetzung immer noch sehr aufregen. „Heutzutage muss man als ehrenamtlicher Vorsitzender eigentlich auch ein Volljurist sein“, bemängelt der Vorsitzende des Hamburger Verbandsschiedsrichterausschusses. Und ein PR-Experte obendrein. Denn schafft es der TuS-Appen für gewöhnlich in die lokalen Sportnachrichten, weil die Oberliga-Damen wie derzeit gegen den Abstieg spielen und die 1. Herren in der Kreisliga 7 gegen Cosmos Wedel punkten, sind er und seine Appener in den vergangenen Wochen in TV-Beiträgen wie Panorama 3 und Printmedien vom „Hamburger Abendblatt“ bis zu den „11 Freunden“ im Kampf gegen rechts vertreten.

Wilfred Diekert und Sascha Helfenstein im Büro des TuS Appen mit ÜS-Autorin tati // (c) hog

Rückblick: Schwarzbach, gemeldet in Hamburg mit Oma in Appen (Diekert: „Die zahlt auch seine Vereinsbeiträge“) wechselt vom Hoisbütteler SV in die 1. Herren zum TuS Appen. „Da war uns nichts bekannt über rechte Gesinnung und politischen Werdegang des jungen Mannes“, so Appens Vorsitzender. „Wir haben ja nicht jeden überprüft, der bei uns Sport treiben wollte. Inzwischen gucken wir bei allen nach, ob sich da bei Google etwas findet.“ Ein Muss, wenn man solche Leute wie Schwarzbach gar nicht erst im Verein haben möchte. Den Beitritt kann der Verein nämlich verweigern, aber der nachträgliche Rausschmiss ist kompliziert. Und ob er überhaupt rechtes wäre –  ist in der Sache eben gar nicht vor Gericht entschieden worden. Soweit.

2014 als der junge Rechte erstmals für die Hamburger NPD kandidierte, durfte er allerdings schon bei TSC Wellingsbüttel nicht mehr als C-Jugend-Trainer tätig sein. Als Spieler blieb er beim Hoisbütteler SV wie auch in Appen unauffällig. „Der hat sich innerhalb des Vereins immer ordentlich verhalten, hat keine Politik hier reingetragen“, weiß Diekert zu berichten. Aber Helfenstein ergänzt: „Seine Facebook- Accounts machten dann doch die Runde und durchs Fenster entdeckten Mitspieler verfassungswidrige Symbole an der Zimmerwand.“ You-Tube-Videos des NPD-Funktionärs (Zitat daraus: „Integration ist Völkermord. Deutscher ist nur, wer deutsche Vorfahren hat . . .“) machten die Runde.

Das eben nicht Ende der Geschichte – mit dem nationalistischen Kicker Schwarzbach will keiner mehr spielen. Und schon begann die Geschichte mit den Formfehlern. Satzung geändert, da fehlt noch mal eine Unterschrift, der Notar lässt sich auch Zeit, hat keine Einwände, anstandslose Eintrag der Satzung Anfang 2016, Antrag auf Vereinsausschluss und der Vereinsausschluss dann im April. Anhörung vorm Ehrengericht „Es ist nicht so, dass wir nicht vorher alles versucht haben – Gespräche mit ihm in unterschiedlichen Konstellationen – damit er so geht“, sagt Helfenstein schulterzuckend.

Vor dem Vereinsheim des TuS Appen

Es wird ungemütlicher im beschaulichen Appen: Der Rechtspopulist klagt vor dem Pinneberger Amtsgericht, will an der nächsten MV teilnehmen, wieder mitspielen. Einstweilige Verfügung, Recht für Appen vorm Pinneberger Amtsgericht, Revision ect. pp. Und damit hat Schwarzbach, das ist die Kehrseite der Medaille, eben auch seine Bühne. „Man muss die Kriminellen beim Namen nennen“ und „für Deutschenfeindlichkeit gibt es keine Entschuldigung“ – nach dem Landesgerichtsurteil nichts Unerwartetes vom NPD-Mann, der über seinen Anwalt auch Diekert persönlich anzeigte. Aber „klare Kante“, so die Spieler im Panorama3-Beitrag, wollen sie zeigen. Fußball haben sie für sich erkannt, ist eben nicht unpolitisch. „Bestimmte politische Ansichten, lassen sich nicht mit gesellschaftlichen Werten vereinbaren“, erklären Appens junge Spieler im TV.

In Anbetracht des Umstandes, dass Schwarzbach von Peter Richter, auch Anwalt im NPD-Verbotsverfahren, vertreten wird, lässt sich erahnen, dass es auch beim nächsten Versuch ihn loszuwerden, Gegenwehr und Schwierigkeiten geben könnte. Doch die Mitglieder sind gewillt. Auf der Mitgliederversammlung am 19.April 2018 stimmten fast alle der etwa 100 Anwesenden für die Änderung der Satzung. Nur Schwarzbach nicht, nach dessen Redebeitrag es „etwas hitzig“ (Helfenstein) wurde. Zum Training oder Spiel ist der NPD-Mann bislang nicht erschienen“, so die Appener Funktionäre. Lediglich beim Fitness wurde er mal gesichtet. Die Mannschaft hat bereits klar und kantig verkündet, den Rasen zu verlassen, sollte Schwarzbach dort auftauchen und aufs Mitspiel pochen.

Diekert muss jetzt erst einmal klären, ob der TuS Appen überhaupt noch eine gültige Satzung hat und derlei komplizierte Dinge – alles ehrenamtlich versteht sich und ohne Unterstützung vom Landessportverband Schleswig-Holstein oder der Rechtsschutzversicherung über die der Verein „versichert“ ist. „Das Verfahren zum Ausschluss eines Vereinsmitgliedes ist kein Versicherungsgegenstand“, schreibt die ARAG und überwies aber immerhin im Kulanzwege 1000 Euro. Und das Verfahren wegen der Strafanzeige? „Ne auch kein Rechtsschutz. 500 Euro auch Kulanz“, sagt Appens Vorsitzender empört darüber. „Alle quatschen immer, aber dann stehst du als kleiner Verein ganz alleine da.“ Der Landessportbund empfiehlt dem TuS-Appen lediglich „den Abschluss eines entsprechenden Zusatzvertrages“ zur Versicherung. Das ist doch mal recht hilfreich. Diekert: „Die müssten uns dankbar sein, dass wir schon mal für etwas Rechtssicherheit gesorgt haben.“

Aber Diekert und Helfenstein haben in der Sache nicht nur schlechte Erfahrungen machen müssen. Der SV Babelsberg 03 unterstützte die Kreis Pinneberger als ersten Verein mit 500 Euro aus seiner Spendenaktion „Nazis raus aus den Stadien“ und besucht den Club des ehemaligen Bauerndorfes (wie hoffentlich auch eine Mannschaft des FC St. Pauli) zu seinem Fußballturnier Anfang Juli gegen rechts auf dem Platz am Almtweg. Fehlen den Appenern unterm Strich also noch 6500 Euro zur Kostendeckung des bisherigen Verfahrens.

Dafür geben wir hier doch gerne mal die Bankverbindung an:
TuS Appen, Sparkasse Südholstein,
IBAN: DE 49 23051030 0003024445,
BIC: NOLADE21SHO
Stichwort: Appen gegen rechts.

Der Übersteiger dankt fürs Gespräch und wird die Bemühungen des TuS Appen weiter begleiten und beim Turnier im Juli ganz sicher und gerne auf Bratwurst und Bier vorbeischauen. // tati/hog

Ergänzung, 22.Juni 2018:
Inzwischen erreichte uns dieses Schreiben von Wilfred Diekert, dem 1.Vorsitzenden des TuS Appen. Die eben genannte Bankverbindung ist natürlich trotzdem weiterhin gültig und kann für Spenden verwendet werden.

 

Liebe Sportfreunde,

vielen Dank für den Artikel im Übersteiger vom 06. Mai über die Vorgänge in unserem Verein im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ausschluss eines NPD-Funktionärs. Im Nachgang zu diesem Artikel sind mehrere Spenden als Kostenbeitrag für unsere entstandenen Rechtskosten eingegangen, für die wir uns ebenfalls herzlich bedanken.

Wir empfinden dies als großartige Hilfe, weil die Kosten dieses „unsäglichen“ Rechtsstreits mit all seinen Facetten für unseren Verein eine natürlich nicht unbedeutende Größenordnung angenommen haben und belasten. Und wenn man dann bedenkt, dass dieses Verfahren deshalb entstanden ist, weil ein ausgeschlossener Rechtsradikaler den Verein durch alle möglichen Instanzen „gezogen“ hat, ohne dass wir eigentlich die Möglichkeit hatten aus diesem Prozess „auszusteigen“.

Nun werden wir diesen Vorgang wohl wiederholen und dann mal sehen wie es ausgeht.

Wir hoffen auch weiterhin auf eine angenehme Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

TuS Appen – Vorstand
Wilfred Diekert
(W. Diekert  – 1. Vorsitzender )

 

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