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Tansania Tagebuch – Teil V

Weiter geht die Reise der St.Pauli Frauen und den Simba Queens, wir sind noch in Sansibar und haben wieder mal einen vollgepackten Tag! Inklusive Mao Tse-tung Stadion!

  1. März – Sansibar
    Interneeeet! Kurzes Zeitfenster mit Internet weil in einem wunderschönen, großen Strandcafę. Den Nachmittag nutzt der Hauptteil von uns mal für einen relaxten Strandaufenthalt. Wir versuchen ein paar der Simbas das Schwimmen beizubringen (was nicht so kurzfristig klappt) und haben viel Spaß. Einzig störend: Männer, die uns vom Strand aus beobachten und scheinbar auch fotografieren. Dann kalte Biere im Strandcafé, das Internet nutzen, um mit der Heimat zu kommunizieren und die Welt ist gerade wieder in Ordnung (bis auf die merkwürdigen Nachrichten über Corona, etwas was hier gedanklich und geografisch völlig weit weg ist).

    Aber der Reihe nach: Heute Vormittag zunächst eine traditionelle Tanz- und Musikgruppe Sansibars angesehen. Ein Mann mit beeindruckenden Backenvolumen und einem Blasinstrument wird auf der Bühne begleitet von traditionell gekleideten Tänzerinnen und Tänzern und nach und nach der ganzen Simbas und St.Paulifrauen. Es wird viel gelacht und getanzt und getrommelt. Danach besuchen wir eine integrative Grundschule. Es ist irgendwie nicht so ganz klar, warum wir was machen und was genau es mit dem Oberbegriff des Projektes ‘Gender Equality’ zu tun hat. Interessant ist es natürlich trotzdem und ich sauge erstmal alles auf. Die Mädchen tragen alle Kopftuch, egal wie klein. Eine deutsche Lehrerin erzählt mir, dass das in Sansibar bei den muslimischen Mädchen teilweise schon im Babyalter anfängt, diese merkwürdigerweise gleichzeitig manchmal schon (als Babys) geschminkt würden. Die Zeit ist zu kurz das genauer zu ergründen.
    Uns wird die Klasse der Sehgeschädigten präsentiert. Die Schüler*innen singen uns ein Lied, über die sehr schlimme Diskriminierung, die sie erleben. Danach spielen sie für uns Blindenball im Sitzen, mit einem Ball, der innen Glöckchen hat. Der ehrgeizige Junge vorne hat seine Augenbinde etwas hochgeschoben und schummelt.

Traditionelle Tänze und eine integrative Grundschule Sansibars

Danach erstmal Essen. Und dann die erlösende Nachricht, dass es zum Strand geht. Das bringt so unendlich viel Entspannung. Einige der Frauen sind aber zum ‘Mao Tse-tung Stadion’ (Sansibar war mal hart sozialistisch), für ein Testspiel und einem ‘Workshop’. (‘Workshop’ in Anführungszeichen, weil wir etwas anderes unter Workshop verstehen als die. Hier bedeutet es eigentlich nur, dass jemand einen Vortrag hält und auf Fragen antwortet.) Woraus dieser Workshop genau bestand weiß ich nicht, wir Strandgängerinnen sind erst Abends dazugestoßen um die anderen abzuholen.

Abends durch die Altstadt Stone Towns spaziert, am Freddy Mercury Museum vorbei gelaufen, seitdem einen Dauerohrwurm – I Want It All!, Souvenirs gekauft mit teils zähen Verhandlungen und danach wieder Food Market. Kaum angekommen platzte auf einmal der Himmel auf und es goss auf einmal wie aus Schleusen. Die Händler spannten hektisch Planen auf, unter die wir und die restlichen Marktbesucherinnen sich dichtgedrängt unterstellen konnten. Es wurde gemeinsam ausgiebig gelacht und es herrschte eine ganz wunderbare solidarische Stimmung zwischen allen, egal ob Standbesitzer, Zanzibari oder Touristin. Trotzdem patschnass geworden und mit Bus zum Hostel. weiter

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Tagebuch Tansania – Teil 2

Nach einem chilligen ersten Tag und einem durch Temperatur- und Kulturschock geprägten, anstrengenden zweiten Tag geht es weiter im Programm. Dies ist natürlich auch immer meine sehr persönliche Sicht und ich kann nie für die gesamte Gruppe sprechen.

2. März – Dar es Salaam

9:45h Sind seit heut morgen im Goethe Institut und warten auf die Ankunft der Simbas. Zur Überbrückung erzählt uns der Leiter des Instituts etwas über die nicht immer rühmlichen geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Tansania und die Funktion des Instituts. Unter anderem lässt man hier vorwiegend tansanische Künstler*innen auftreten und ausstellen, da sie vom eigenen Staat nicht gefördert werden. An deutscher Kultur wird die deutsche Sprache mittels Unterricht vermittelt.
Sein Kommentar ‘Die Afrikaner lieben es zu tanzen’ wird als rassistisch diskutiert. Seine Aussage, dass es leider wenig tansanische Schriftsteller*innen und wenige Leser*innen gibt hingegen nicht. Tatsächlich ist ersteres eine grobe Verallgemeinerung, zweiteres aber ein differenzierterer Fakt (den wir so allerdings auch nicht überprüfen konnten).
Ansonsten ist hier im Institutsgarten ein Baum der vollhängt mit Flughunden, die in Swahili ‘Popo’ heißen, wie mich einer der Simba-Fotografen instruiert. Und eine gesund aussehende Institutskatze, die sich bereitwillig kraulen lässt. Noch ein tierischer Funfact: hier in der Stadt gab es bislang keinerlei keine bunten exotischen Vögel zu sehen, sondern nur überall Krähen. Noch vereinzelt ein paar Spatzen und in der Ferne manchmal ein Reiher.
11:30h Essen. Hier gibt übrigens zwar jeden Tag das Gleiche, zum Glück aber umfangreiche Essen. Reis, Mais, Kartoffeln, Kochbananen, mit Krautsalat, Bohnen, Spinat und Hühnchen- und Rindfleisch. Als Nachtisch Wassermelone oder Ananas. Alles vertrage ich ganz ausgezeichnet. weiter

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