Tansania Tagebuch – Teil IX

Heute geht es zurück nach Dar, nicht ganz nach Plan

Eingang zum Mikumi Nationalpark

12. März. Mikumi National Park → Dar es Salaam.

8:45h: Gleich Abfahrt. Mir graut es schon, 8 Std im engen wackligen Bus ohne Beinfreiheit. 9:30h: Weit sind wir nicht gekommen, warten im Bus vor dem Büro, dass Hilal das auschecken abwickelt.
9:45h: Bus fährt schon mal zur Rezeption an den Eingang des Parks.

11:00h: Das darf echt nicht wahr sein. Wir warten immer noch auf die Abfahrt. Anscheinend muss noch stundenlang Papierkram an der Rezeption und im Büro erledigt werden, bevor wir abfahren können. Kommt ja auch ganz überraschend, dass wir heute abreisen. Tansanias Volkssport Nr.1 ist WARTEN!
11:55h: Immer noch nicht weg. Es gibt wohl finanzielle Unstimmigkeiten. Wir werden quasi als Pfand dabehalten, bis offenbar der Tourismusminister himself sein OK gibt. Stimmung unsererseits: ziemlich low. Selbst für die Simbas geht die Warterei langsam zu weit. Aber sie haben ein Rezept: Tanzschritte mit uns einüben zum Zeitvertreib.Das klappt ganz gut.
12:04h: Immer noch nicht weg. Immerhin gibt es einen Kiosk mit schön kalter Cola. Und zeitweise Internet. Als ich versuche aus dem einen Guide an der Rezeption mehr zu entlocken, woran es eigentlich hapert, heißt es nur achselzuckend „This is Africa.“ Hm…

13:15h: Jetzt geht’s los! Nur gute 4 Std später!

Hilal, unser Organisator und Rundumbetreuer, fährt diesmal nicht mit (Nachtrag: er wird geschlagene 4 Tage im Mikumi verhandeln müssen, ehe er dort gehen darf) und wir kommen auch prima ohne ihn klar. Der Busfahrer organisiert die Fahrt sogar viel besser.
Super Zwischenstopp gehabt um 17h an einer Art Raststätte mit teurem Supermarkt und super billigem Backwarenstand. Hatte 3 leckere Chicken- und 1 Beef-Samosa für insgesamt 4000TS (also nicht mal 2€). Und ein fast geschmolzenes Eis (2500TS = 1€).

18:45h Super Stimmung im Bus, alle singen den ‘Kata’Song in Schleife. Und den ‘Papalau’Song. Und den ‘Reeperbahn’Song. Letzterer besingt natürlich nicht die Reeperbahn, es klingt nur akkustisch ähnlich wie unsere Kiezmeile (In echt heißt er aber ‘Zipo’). Dass wir so viele tansanische und afrikanische Musik kennen lernen, haben wir den Simbas zu verdanken, die im Bus immer die aktuellsten Musikvideos abspielen, manchmal etwas zu laut, aber heute ist es mal gerade richtig. Die Landschaft draußen ist auch atemberaubend. Uns geht’s gut!

21:30h: Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und wir haben sie sogar in 7 Std geschafft. Ich sag nur Busfahrerheld!
Jetzt hab ich kurz geduscht und werde mir jetzt endlich wieder mal ein Bierchen gönnen und nochmal auf Cennet anstoßen. Das war sicher nicht der Geburtstag, den sie sich gewünscht hat, aber er wird mit Sicherheit unvergesslich bleiben.

Heute gibt es mal ‘Tusker’ Bier. Im TV grad einen Ausschnitt vom Spiel Juventus gg Inter. Geisterspiel. Im wahrsten Sinn gespenstisch. Eigentlich schade, dass ich Sonntag nicht pünktlich zum Spiel zurück in Hamburg sein kann. Fotografen dürfen ja bestimmt rein. Beim allerersten Corona-Geisterspiel St.Paulis dabei zu sein mit den Kolleginnen und Kollegen. Das hätte schon was.

Gegen Mitternacht gehen einige unserer Mädels ohne Badesachen ins Meer. Aus dem Nichts tauchen plötzlich Wachmänner und andere Männer auf und scheuchen sie aus dem Wasser und schämen sich nicht sie dumm zu beglotzen, während sie gleichzeitig totales Theater machen, bis wir den Frauen Handtücher rüberwerfen können. Offenbar ist Nachts baden verboten (ob auch nacktbaden verboten ist ließ sich nicht rausfinden) und zwei Hotelangestellte diskutieren eine gute Stunde mit diesen aufgeregten Männern. Was genau da ewig diskutiert werden muss, weiß ich leider nicht. Spät ins Bett heute. Aber ist ja auch unser vorletzter Abend.

Im nächsten Teil geht es dann schon dem Ende zu. Wie die Zeit rast. Nur noch 2 Tage bis Heimreise. Wenn sie denn stattfinden kann!

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