Tansania Tagebuch – Teil VIII

Wir sind noch im Outback, also im Nationalpark Mikumis und neben einer weiteren Safaritour erwartet uns ein großes Turnier!

11. März. Mikumi National Park.
6:30h aufstehen, 7h Safaritour. Diesmal kaum Tiere, schlafen wohl noch. Dann wenigstens einzelner großer Elefant. Viele Hühner. Ständiges Walkie-Talkie-Rückfragen zwischen den Guides wo die Löwen sind.

Mittags Lunch und relaxen. Beobachte vom Bett aus Affengroßfamilie aus dem Fenster – bestehend aus mind. 40 Tieren. Die vielen Kleinen quirlig und verspielt, die älteren Semester chillen lieber ab und haben für den teils penetranten Spieltrieb der Jüngsten nicht immer Verständnis.

Klopapier und Seife in Deutschland quasi ausverkauft. Lösung: tansanische Po-Dusche. Das ist tatsächlich eine Minidusche, die neben fast jedem Klo hängt. Wo es kein fließendes Wasser gibt, behilft man sich mit einem Eimer Wasser und einer Kelle. Ersteres finde ich tatsächlich sehr praktisch, wobei ich dennoch die Notwendigkeit von Klopapier feststelle, will man nicht mit nassem Po, na ja, ich erspare euch die Details. Wir singen aber immer häufiger das Kinderlied ‘Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!’, je öfter wir lesen, dass in Deutschland alle Supermätkte den Klopapiernotstand ausrufen. Für uns ist das alles völlig abstrakt.

Heute haben wir hier im Nationalpark ein Turnier. St.Pauli, die Simbas und ein Frauenteam aus der Nähe. Gespielt wird aber gemischt, um die Chancen fairer zu gestalten und ich verliere sofort den Überblick wer eigentlich in welchem Team und gegen wen spielt.
Währenddessen erfahren, dass die Zuständigen vom Nationalpark den Platz, die Tore und die kleine Tribüne extra erst für das heutige Event erstellt haben. Es geht zeimlich offiziell zu mit eventuell wichtigen Leuten (so genau wissen wir das nicht, aber es macht den Anschein). Presse ist natürlich auch wieder da. Wir werden bis auf die Schlafenszeit rund um die Uhr von (z.T. vereinseigenen) Fotografen/Fernsehen begleitet und das ist echt auf Dauer etwas verstörend. Wir ahnen jetzt wie sich Stars fühlen müssen, die von Paparrazzi belagert werden. Nur dass wir leider nicht reich sind.
Oooooh! Elefanten ganz nah am Sportplatz! Eine ganze Herde! Mit Babyelefant! Jessi und ich nähern uns vorsichtig und mit ausreichend Abstand, aber einer der anderen Fotografen muss natürlich ganz nah rangehen und dann wir werden alle von dem Guard verscheucht.

Zur Dämmerung dann Pokalüberreichung. Ich, die ich ja keine der Spielerinnen bin, bin immer wieder erstaunt, wie unsere Frauen solche schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten über Stunden in der Hitze durchstehen. Mega Respekt. Wenn man aber am Abend in ihre zufriedenen Gesichter schaut, scheint es ihnen zu gefallen.

Abendessen. Kein Internet. Zeit totschlagen bis wir Mitternacht Cennet zum Geburtstag gratulieren können. Tansanische Sitte ist, das Geburtstagskind mit Wasser zu überschütten. Cennet, die inzwischen auch auf die Schreibweisen Jannet, Jeanette, Jennett u.v.m. reagiert, wird ziemlich nass.

Im nächsten Teil geht es dann mit ein paar Anlaufschwierigkeiten zurück nach Dar es Salaam. Ich springe mal kurz in die heutige Zeit zum 13. August 2020 um den Simba Queens zu ihrem grandiosen Meisterschaftstitel der Frauen-Premiere League Tansanias zu gratulieren! Well done Girrlz!!! Wir sind super stolz auf euch!

Teilen:
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Tansania Tagebuch – Teil VIII

  1. Pingback: Lage am Millerntor - 17.August 2020 - MillernTon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.