Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2015/2016

Herzlich Willkommen zur neuen Runde!

Wie schon in den letzten vier Jahren (2011, 2012, 2013 und 2014) gibt es hier wieder den großen Preisvergleich der Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

Noch immer sind folgende Regeln gültig:

Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt. Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien: Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf Liga 2 zu), hab ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, meist dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach zwei drei vier Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht. Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld als die günstigsten Plätze in Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor. Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen.
Einzig faire Variante wäre eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste irgendwie die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen ja auch noch einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist? Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Erneut bedanke ich mich zunächst für diese großartige
>>Visualisierung <<
bei Marco Pöhler von Kontaktlinsen-Preisvergleich.de!
Hier lassen sich die einzelnen Spalten auch sortieren.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen. Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bein Vereinen wie dem FC Bayern ist dies, durch die Stadionlage, durchaus ein Kostenfaktor, nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.

Auf ins aktuelle Zahlenwerk:

1.Bundesliga

Dauerkarten-Preisübersicht - 1.Liga - Saison 2015/2016

Dauerkarten-Preisübersicht – 1.Liga – Saison 2015/2016

Hurra, es wurde billiger!
Tatsächlich ist die Gesamtsumme der drei Kategorien im Schnitt 20€ günstiger geworden, was man in erster Linie dem Abstieg des SC Paderborn zu verdanken hat.

Im Stehplatzbereich kostet die Dauerkarte für Vollzahler mit knapp 181€ etwa einen Euro mehr als in der Vorsaison. Zum Vergleich: 2011 waren es 168€, man könnte dies also ganz grob Inflationsausgleich nennen.
Am günstigsten steht man weiterhin beim VfL Wolfsburg (130€), auch die Plätze 17 (FC Bayern, 140€) und 16 (Hoffenheim, 150€) sind gleich geblieben.
An der “Spitze” steht Darmstadt 98 mit stolzen 240€ (damit Nachfolger vom SC Paderborn, die letzte Saison 255€ nahmen) vor dem hsv (208,70€) und Borussia Dortmund (207€), gleichzeitig die einzigen Drei, die damit die Schallmauer von 200€ überschreiten.
Zu Darmstadt ist hier auch noch zu ergänzen, dass dies der Kurvenstehplatz ist. Die Gerade ist mit 288€ nochmal deutlich teurer.

“Billig” sitzen kostet in der Liga im Schnitt gut 320€, auch hier blieben die drei günstigsten Klubs gleich (Wolfsburg 200€, Hertha BSC 232€, Hoffenheim 256€). Auch bei Werder (285€), Bayer 04 (290€) und in Augsburg (299€) kann man noch für weniger als 300€ einen Sitzplatz erwerben. Immerhin noch sechs Vereine, 2011 waren es noch acht.
Die wenigen vorhandenen Sitzplätze in Darmstadt schlagen mit 484€ als günstigster Variante zu. Den Support Block auf der Haupttribüne (384€) hab ich hier ausgeklammert, da dort aber i.d.R. eh gestanden wird hätte ich die Summe sonst auch bei den Stehplätzen ansetzen müssen, am Gesamtbild hätte dies nichts verändert, dazu unten bei den einzelnen Vereinen aber noch ein paar Worte. Auf den Plätzen folgen die großen Stadien von Dortmund (382€) und Schalke (364€), wobei in beiden Fällen diese Plätze natürlich auch noch deutlich weiter weg vom Rasen sind, als die “schlechtesten” Plätze in anderen Stadien.

Und die “besten Plätze” (Gegengerade, ohne VIP) kosten im Schnitt knapp 640€, wobei Wolfsburg hier mit 400€ erneut am günstigsten anbietet und damit in allen drei Kategorien hinten (bzw. vorne) liegt. Der FC Ingolstadt verlangt für die optimale Sicht mit 402€ am zweitwenigsten, gefolgt von Leverkusen mit 520€, schon eine deutliche Lücke.
Die teuersten Plätze in dieser Kategorie gibt es mit 790€ bei der Frankfurter Eintracht, gefolgt vom hsv (789,70€) und dem 1.FC Köln (785€).

Beim Blick auf die einzelnen Vereine bleibt festzuhalten, dass acht Klubs die Preise stabil hielten (S04, Frankfurt, Köln, Bayern, Stuttgart, H96, Hoffenheim und Hertha), wobei bei Schalke hier die Einschränkung erfolgen muss, dass es sich um die Preise für neue Dauerkarten handelt, welche es so in der Praxis ja kaum gibt. Für die “Bestandskunden” läuft seit einigen Jahren ja eine schrittweise Anpassung, die 2016 abgeschlossen sein wird. (Danke an @TorstenWieland für die Details.)

Beim hsv, BVB (je 2%), Mainz und Gladbach (je 1%) sowie in Bremen (5%) wurde geringfügig angehoben, die Europapokal-Erhöhung von 6% in Augsburg würde ich auch noch in diese Kategorie zählen, auch wenn da die Stehplätze gleich um >10% angehoben wurden.
Ordentlich zugelangt hat hingegen Bayer Leverkusen, die um insgesamt 11% erhöht haben.

Macht man hier den Vergleich zu 2011/2012 auf, so spielten außer Frankfurt und den beiden Aufsteigern auch da schon alle Vereine in Liga 1. Im Schnitt sind die Tickets seitdem um 5% teurer geworden, wobei der hsv (17%) und der FC Bayern (15%) hier den deutlichsten Schritt machten.

Viel Aufregung gab es jüngst beim hsv, da dieser die Preise für Menschen mit Schwerbehinderung sowie die Kinderpreise im Familienblock zum Teil stark erhöhte. Nun sollte es dem Blog eines St.Pauli-Fanzines natürlich leicht fallen, in das Geschrei mit einzusteigen, aber ganz so leicht ist es hier nicht, im Gegenteil.
Ein Leserbrief im Boulevard machte schnell die Runde in den sozialen Netzwerken, bei dem behauptet wurde der hsv würde Schwerbehinderten jetzt 355€ für eine Dauerkarte abnehmen, während der FC Bayern nur 80€ nimmt. Dieser Vergleich ist allerdings “etwas” unfair, denn während unser Nachbar nun pauschal 40€ Ermäßigung für die Kategorien 4-6 gewährt (und somit auch schon eine Dauerkarte für Schwerbehinderte für 168,70€ im Stehplatz bzw 270,70€ im Sitzplatzbereich anbietet) und man damit noch eine gewisse Platzwahlfreiheit hat, sind beim FC Bayern eben nur zwei Blöcke (108 & 215) hierfür vorgesehen. Der nackte Preis spricht hier sicher eine deutliche Sprache, wenn man aber beispielsweise mit mehreren Freunden zusammen in einem Block seiner Wahl sitzen möchte ist dies bei den Bayern nur zum normalen Preis möglich.
Wie so oft: Es gibt kein Schwarz/Weiß, man sollte immer auf den Einzelfall achten.
Ob diese Preiserhöhung beim hsv nun unbedingt im cleversten Moment erfolgte und insgesamt nachvollziehbar ist, steht auf einem anderen Blatt, aber zumindest o.a. Vergleich war wohl eher der emotionalen Aufregung geschuldet.
Passend aber dazu: Während der hsv auch alle anderen “normalen” Kategorien leicht erhöht hat, blieb ausgerechnet der Preis in der teuersten Kategorie identisch zur Vorsaison. Taktisch zumindest ungeschickt.

Insgesamt habe ich bei den Vereinen mal versucht, auf die verschiedenen Ermäßigungsmöglichkeiten zu achten, diese sind aber sehr unterschiedlich.
Beim FC Bayern gibt es beispielsweise auf Jahreskarten generell keine Ermäßigung(!), außer für Kinder und die beiden genannten Blöcke für Schwerbehinderte.
Bei vielen Vereine gibt es hingegen Kinderermäßigung nur in speziellen Familienblöcken, bei den meisten gibt es alle Ermäßigungen auch in allen Kategorien.
Leverkusen hingegen gewährt im Stehplatzbereich keine Kinderermäßigung, Sachen gibts…

Kommen wir zu den Aufsteigern:
Bei Darmstadt 98 gibt es ein Luxusproblem, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Böllenfalltor kennt keinen Luxus. Drei Viertel des Stadions bestehen aus Stehplätzen, die Gesamtkapazität ist eh unfassbar gering und Business-Seats und Logen gibt es ebensowenig. Da “musste” man fast schon den Weg des SC Paderborn gehen und die Preise drastisch erhöhen, unterm Strich sind es 62%.
Die Stehplatzdauerkarte, jene Kategorie also, die die meisten mangels Alternative beziehen werden, stieg von 168€ auf 240€.
Paderborn hatte (bei deutlich höherem Sitzplatzanteil) in der vergangenen Saison die Preise glatt verdoppelt, so gesehen ist Darmstadt noch einen vergleichsweise zurückhaltenden Weg gegangen.
Auch interessant: Die Fan- und Förderabteilung stellt “Personen mit stark eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten” ein Kontingent von insgesamt 200 Tickets für nur 170€ zur Verfügung.

Der FC Ingolstadt hingegen wählt einen gänzlich anderen Weg und erhöht die Preise “nur” um 28%, was nach Wolfsburg immer noch die zweitgünstigsten Tickets der Liga bedeutet, wohlgemerkt bei dem mit Darmstadt kleinsten Fassungsvermögen. Sympathisch, eigentlich, die “Kein Zwanni”-Initiative müsste jubeln.
Wahrscheinlicher ist aber, dass man dies Ingolstadt auch vorwerfen wird, nach dem Motto: “Als Audi-Werksklub seid Ihr auf das Geld ja nicht angewiesen!
Wie man’s macht…
Übrigens hätte der Betrag beim FCI noch günstiger ausfallen können, wenn ich die Kategorie “Sichtbehindert, Hintertortribüne” (206€) noch hätte als günstigsten Sitzplatz zählen lassen. Allerdings gab es diese Kategorie letzte Saison noch nicht und sie liegt preislich unter dem günstigsten Sitzplatz der Zweitligasaison, tatsächlich dürften diese an den Stehplatzbereich angrenzenden Eckblöcke die Sichtbehinderung absolut ernst meinen.

2.Bundesliga

Dauerkarten-Preisübersicht - 2.Liga - Saison 2015/2016

Dauerkarten-Preisübersicht – 2.Liga – Saison 2015/2016

Die teuerste 2.Liga aller Zeiten!” – Gerngeschehen, Sport1.

Ja, ist tatsächlich so. Während die Stehplatz-Dauerkarte im Schnitt 8,-€ mehr kostet als vergangene Saison, zieht der günstigste Sitzplatz um knapp 30,-€ und die beste Sicht sogar um 44,-€ an, wobei der SC Paderborn sich hier besonders hervortut.

Im Stehplatzbereich liegen die Ostwestfalen mit 238€ einsam an der Spitze, selbst in Liga 1 ist das nur von Darmstadt (240€) getoppt worden und ist immerhin ca. 30€ mehr als bei den Zweitplatzierten aus Hamburg und Gelsenkirchen.
Mit weitem Abstand folgen in Liga 2 die Düsseldorfer Fortuna (195€) und 1860 (192€).
Am günstigsten steht man beim FSV Frankfurt (130€) und beim 1.FC Nürnberg (135€).

Die günstigste Sitzplatzkarte kann man bei RB Leipzig erwerben (150€), gefolgt vom Glubb (205€) und dem FSV Frankfurt (210€). Den günstigsten Platz teuer bezahlen muss man hingegen in Paderborn (459€), bei Union (420€) und in Bielefeld (390€). Die Arminia ist hier ein Sonderfall, denn alle Sitzplätze sind auf der Alm in einer Kategorie zusammengefasst, es gibt keine Staffelung  nach Blöcken.
(Achtung: Den Treuerabatt bei RB Leipzig für eine DK-Verlängerung hab ich nicht mit eingerechnet, sonst würde dies nochmal günstiger ausfallen, in allen Kategorien. Wenn das Stadion dann nach erfolgtem Bundesliga-Aufstieg irgendwann mit Dauerkarten voll ist, werde ich die Ermäßigung dann auch sicher berücksichtigen.)

Die teuerste Gegengeraden-Sitzplatzdauerkarte gibt es auch nächste Saison wieder in Düsseldorf (690€), gefolgt von Union (600€, wobei dies hier die Haupttribüne ist und Union aufgrund der großen Stehplatzanzahl eh ein Sonderfall) und dem SC Paderborn (595€).
Am preisgünstigsten gut gucken kann man in Heidenheim (310€, was wie in Bielefeld ein Einheitspreis für alle Sitzplätze ist), Sandhausen (357€) und (siehe oben) Bielefeld (390€).

Insgesamt haben von den 14 in der Liga verbleibenden Vereinen acht die Preise unverändert gelassen. Der KSC hat als einziger dieser Klubs die Preise leicht gesenkt (2%).
Beim SV Sandhausen (20% auf die drei Kategorien) wurden die Preise zwar insgesamt erhöht, den größten Anteil macht allerdings die neue Tribüne aus, die zu einer Steigerung von 250€ auf 357€ führt.
Der FC St.Pauli (11%) hat eine Gesamtangleichung der Kategorien vorgenommen, nachdem mit der Nordkurve nun auch die letzte Tribüne fertig neu gebaut wurde, so dass hier insbesondere die günstigste Sitzplatzkarte mit einer Erhöhung von 285€ auf der alten Stahlrohrtribüne in der Nord auf 327€ zu Buche schlägt.
Der 1.FC Kaiserslautern hat die Preise um 6% angehoben, Heidenheim in seiner 2.Saison um 3% und der FSV Frankfurt um 1%.

Eine Besonderheit hat sich diese Saison der 1.FC Nürnberg ausgedacht: Die “Treue-Dauerkarte“.
Positiv formuliert: Man sichert sich eine Preisgarantie für drei Jahre, die auch bei einem eventuellen Erstligaaufstieg Bestand hat.
“Kleiner” Haken: Man zahlt bereits jetzt den kompletten Betrag für drei Jahre und im Fall eines Abstiegs (Ouuuuuh… böse…) wird es auch nicht günstiger.
Es schreit schon sehr danach, dass der Club hier ein bißchen zusätzliche Liquidität benötigte, aber ich mag mich auch irren.

Ein besonderes Gimmick hat sich mal wieder der VfL Bochum ausgedacht, der ja vor einigen Jahren noch mit der “Wenn wir nicht aufsteigen, gibt es anteilig pro Heimniederlage den DK-Preis zurück“-Aktion sein Herz für Zocker gezeigt hatte.
Diese Jahr gibt es ein “Early Bird”-Geschenk für frühzeitige DK-Käufer, die beim ersten DFB-Pokal-Heimspiel freien Eintritt haben. Dafür muss man zwar erst mal beim FSV Salmrohr weiterkommen, aber dann… okay, dann braucht man auch noch ein Heimspiel.
Sollte es zu keinem Heimspiel kommen, bekommt man aber immerhin einen Gutschein für eine zusätzliche Liga-Heimspiel-Karte.
(Was, wenn Bochum mit lauter Auswärtsspielen bis ins Halbfinale kommt und bis dahin dann aufgrund des grandiosen Saisonverlaufs schon alle restlichen Heimspiele ausverkauft sind? Okayokay, ich hör schon auf.)

Bleibt der Aufreger um die Preise beim SC Paderborn. 238€ / 459€ / 595€.
Steile Ansage, denn in der letzten 2.Liga-Saison waren es: 165€ / 298€ / 396€.
Für die gleichen Plätze, identisches Stadion, ohne Umbau, gleiche Liga.
Zwar 24% weniger als letzte Saison in Liga 1, aber eben immer noch eine happige Erhöhung von 50%(!) im Vergleich zur Saison 2013/2014.
Nachdem dies völlig überraschend Unmut hervorrief, kündigte der Verein an, dass der an Frühbucher ausgegebene 25€-Gutschein für den Fanshop auch für Heim- und  Auswärtstickets im Kartencenter genutzt werden könne.
Und: Zur nächsten Saison werden die Preise nicht erhöht, wenn man in der 2.Liga bleibt!
Hui, wirste bekloppt, wie cool!
Ob man sie denn erhöhen könnte, wenn es einen Abstieg in Liga 3 gibt? Vielleicht finden wir es ja heraus.
Jedenfalls reicht dies vielen nicht, “Passione 2009” hat daher bereits bekannt gegeben den Spielen fernzubleiben.

So, das war es. Wie immer: Konstruktives Feedback in den Kommentaren freut mich sehr und ist absolut willkommen. Ebenso eine Korrektur bei Fehlern, die mir natürlich beim manuellen Zusammensuchen der Zahlen immer mal unterlaufen können.

Viel Spaß, schöne Restsommerpause. // Frodo

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Ryō Miyaichi – gelungener Coup oder Fehleinkauf?

Am vergangenen Donnerstag gab der FC St.Pauli die ablösefreie Verpflichtung von Ryō Miyaichi bekannt. Gelegenheit, die Sommerpause gedanklich langsam zu beenden und sich diese Neuverpflichtung mal genauer anzuschauen.

In der letzten Saison spielte Ryō als Leihspieler für den FC Twente Enschede. Seine Bilanz dort ist mager. In zehn Spielen in der holländischen Eredivisie (1 Liga) schoß er kein einziges Tor. Spielte er zu Beginn der Saison noch jedes Spiel, so stehen 2015 nur noch zwei 1.Liga Begegnungen in seiner Vita. Twente setzte ihn verstärkt in der zweiten Mannschaft ein. Nach Ryōs Aussagen waren dafür die finanziellen Probleme des Vereins verantwortlich, die dazu führten, dass die Verantwortlichen Leihspieler nur noch in der 2. Mannschaft auflaufen ließen.

In der Saison 2013/14 hatte Miyaichi fünf Einsätze bei seinem Club Arsenal. Dabei spielte er zwei Mal in der Champions League insgesamt 17 Minuten, einmal in der Premier League 17 Minuten und im Pokal zweimal. Auch hier blieb ihm ein Erfolg versagt. Fast durchgängig hieß es auf der Homepage von Arsenal: „ Ryo did not feature for the first team in …(hier folgen die Monate).“

2010 holte Arsène Wènger den damals 18jährigen Japaner nach London. Arsenal lieh ihn aber sofort nach Feyenoord Rotterdam aus. Hier spielte er wohl seine erfolgreichste Saison. Bei seinem ersten Match gegen Vitesse Arnhem wurde er zum „Man of the Match“ gewählt.

Doch schon nach einem halben Jahr musste er nach London zurückkehren. Es folgten Ausleihen an Wigan Athletic, die Bolton Wanderers, dann wieder Rückkehr zu Arsenal und 2014 die Ausleihe zu Twente. In seinen fünf Profijahren durchlief Ryō fünf Stationen. Seine Torerfolge sind rar gesät. In seinen 65 Einsätzen in diesen Jahren schoss der Stürmer gerade einmal sieben Tore, drei davon in der letzten Saison in der 2. Mannschaft von Twente.

Bei dieser Bilanz fragt man sich, ob Meggi und Ewald wirklich einen Erfolg haben landen können, der die Torflaute des FCSP zu beseitigen hilft. Natürlich kann sich Ryō als Fehlkauf herausstellen. Und ich höre jetzt schon die kritischen Stimmen am Ende der Saison. Ohne Ryō einmal gesehen zu haben, vertraue ich aber auf den Fußballverstand von Arsène Wènger, der ihn nach Europa geholt hat, und Ewald Lienens Sachkenntnis. Die Holländer gaben ihm 2011 den Kosenamen „Ryodinho“ und nannten ihn den „japanischen Messi“.

Es handelt sich offenbar um einen hochtalentierten Fußballer, der unter Umständen durch seine ständigen Ausleihen und Ortswechsel sein Potential nicht entfalten konnte. Und vielleicht hat Meggi Recht, wenn er erklärt: „Wir wollen Ryō nach all den Leihen in den letzten Jahren eine Heimat bieten, in dem er zu alter Leistungsstärke zurückfindet.

Ich jedenfalls freue mich auf die Spiele mit Ryō und bin mir sicher, dass die Fans ihn gebührend begrüßen werden, so dass er sich schnell in St. Pauli zu hause weiß. Dann werden wir auch seine schnellen Sprints und vielleicht auch das ein oder andere Tor bewundern können.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen, Ryō Miyaichi! // Arne

(Längere Version für Abonnenten auf fcstpauli.tv)

Links:
Ryō Mijaichi auf Facebook
– Spielerprofil auf Transfermarkt.de

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Statt zunehmender Kommerzialisierung – „Free St. Pauli“?

(Das folgende Interview von Arne mit Oke Göttlich entstammt dem Print-Übersteiger 120, erschienen am  17.Mai 2015)

Das Interview fand zwar in der Woche nach dem Düsseldorf-Spiel statt (Anfang April, 27.Spieltag, 4:0), dennoch konnte sich Oke kaum freuen. Man spürte die Verantwortung, die auf ihm als Präsident lastet. Anders als der Fan, dem ein „Fuck You 3. Liga!“ leicht über die Lippen kommt, hat er die Verantwortung für den ganzen Verein. Beim möglichen Abstieg muss er sich Gedanken machen, wo gespart und welches Personal entlassen wird. In diesem Gespräch ging es aber um die Situation eines Mitgliedervereins wie uns im Profifußball. Können wir unsere Werte angesichts der zunehmenden Kommerzialisierung behaupten?

ÜS: Wo siehst du Grenzen des Sponsorings bei uns?

Oke: Du stellst mir die Frage zu einer Zeit, wo wir verschiedenen Planungen für zwei verschiedene Szenarien machen. Es gibt dabei nur zwei Maßgaben für diesen FCSP: 1. der FCSP muss unter finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten stets leistungsfähig bleiben und 2. der FCSP muss sein Standing als einer der 36 Profifußballvereine langfristig etablieren. Innerhalb dieser Maßgaben definieren sich die Möglichkeiten und Grenzen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir auch weiterhin am Millerntor Profifußball ermöglichen können, weil wir unsere soziale und gesellschaftliche Stellung und Standpunkte aus einer Position der Stärke heraus vertreten wollen. Unsere Standpunkte und unsere Haltung zu fankulturellen Fragen können unsere Fans und Mitglieder, aber auch wir als Verein hör- und sichtbarer als Teilnehmer im Profifußball vertreten. Das ist in unserem Gesellschafts- und besonders auch im Fußballsystem, welches sehr kommerzialisiert ist, auch eine Frage der finanziellen Stärke. Wir können uns alle glücklich schätzen und/oder darüber beschweren, dass sich 35 Clubs sehr abhängig von Geldflüssen der DFL machen und Investorenfantasien durch die bislang immer steigende Umsatzerwartung seitens der DFL in Sachen TV- und Auslandsvermarktung befeuert werden. Wir als 36. sind auch abhängig von der DFL, und somit abhängig von der „Solidargemeinschaft“ der Fußballclubs, aber proportional weniger abhängig als viele andere. Aber wir haben glücklicherweise auch ein Potential jenseits dieses Geldstromes, zum Beispiel im Bereich Merchandising: Hier verkörpert der FC St. Pauli eine Lebenseinstellung, die über die Anhängerschaft zu einem Fußballclub hinausgeht. Ein Vertreter eines uns nahestehenden Vereins sagte mir, ihr könntet die Welt nur dann verbessern, wenn ihr den Scheck an die DFL zurückgeschickt habt. Das macht uns nicht anpassbarer, es würde uns nur glaubwürdiger machen. Es ist unsere Entscheidung, d.h. die unserer Mitglieder und Fans, dass wir Profifußball haben wollen, denn unsere Werte transportieren wir meiner Meinung nach am besten, wenn wir sichtbar sind. In diesem Spannungsfeld arbeiten wir seit Jahren und es ist legitim, dass unsere Statements und Philosophie von unterschiedlichen Interessengruppen des Fußballs immer mal wieder anders für oder gegen uns benutzt werden.

Oke Göttlich, Präsident des FC St.Pauli

Oke Göttlich, Präsident des FC St.Pauli

ÜS: Dennoch, gibt es eine Grenze beim Sponsorentum. Würdest du einen Sponsoren wie Wiesenhof, der wegen Massentierhaltung massiv in der Kritik steht, als Trikotsponsor akzeptieren?

Oke: Auch da müssen wir beim FCSP aus einer Position der Stärke heraus argumentieren, denn dann kannst du auch Leute ablehnen. Wenn du etwa auf Platz vier der 2. Liga stehst, und zwei weitere Alternativen hast, die besser zum Verein passen, beide aber möglicherweise 100.000 € weniger zahlen, dann kannst du dich für eine der Alternativen entscheiden. Es gibt Grenzen im Rahmen unserer Leitlinien und die achten wir in Aufsichtsrat und Präsidium, aber diese Grenzen unterliegen einer gewissen Volatilität. Denn wenn Du 14. in der 3. Liga bist, sprechen wir eventuell von unpopulären Maßnahmen, die uns aus heutiger Sicht undenkbar vorkommen.

 ÜS: Sollte sich der Verein ähnlich wie die Stadionordnung auch eine Sponsorenordnung geben, in der z.B. Kontrakte mit Rüstungsunternehmen, Unternehmen, die sich nicht an ökologische und soziale Standards halten, ausgeschlossen werden?

Oke: Wir haben analog zu unseren Leitlinien auch Vermarktungsleitlinien, die der Geschäftsführung, dem Präsidium, dem Vermarkter, dem AR nicht nur bekannt sind, sondern zu denen sie sich auch bekennen und nach denen auch verfahren wird. In diesen Leitlinien werden zum Beispiel Rüstungskonzerne als Partner ausgeschlossen. Natürlich werden aber auch alle anderen Sponsoren entlang dieser Leitlinien überprüft.

 ÜS: Kannst du die Leitlinien mal konkretisieren?

Oke: Es gibt ethische Grundsätze, die sagen, ein Wiesenhof wäre problematisch. Eine Rechtsrockband würden wir auch nicht als unseren Trikotsponsor akzeptieren, egal wie viel Geld sie uns bieten würden. Wir hatten die Diskussion, beispielsweise bei einem neuen Schuhsponsor. Welcher Schuhhersteller ist besser als der andere und du stellst fest, dass bei fast allen Herstellern ähnliche Produktionsbedingungen herrschen, die in Ansätzen Ausschlusskriterien beinhalten können. Dann musst du das gesamte Sponsoringpaket der konkurrierenden Hersteller bewerten und das Passgenaueste der verschiedenen Segmente unter Berücksichtigung der kommerziellen Aspekte abschließen. Hier haben wir aber auch schon begonnen, Entscheidungsgrundlagen intern zu präsentieren und auch transparenter zu machen.

 ÜS: Generell hatte der Verein als langfristiges sportliches Ziel einen Platz in den Top 25 angestrebt. Zu Saisonbeginn sogar den Aufstieg. Dieses Ziel haben wir diese Saison nicht erreicht, aber angesichts des immer größeren Einflusses von Geldgebern auf die Vereine, hältst du dieses Ziel langfristig für finanziell erreichbar? Oder anders gefragt, welche finanziellen Chancen haben Mitgliedervereine wie wir auf Dauer im Profifußball?

Oke:. Natürlich haben wir alle auch das Ziel , dass der FCSP einer der sportlich erfolgreichen Fußballvereine in Deutschland wird. Aber wir sollten erst einmal anfangen, unser Fundament der Arbeit so zu gießen, dass wir das schaffen können. Momentan kommen wir noch nicht so voran, weil uns das Fundament in gewissen Arbeitsweisen fehlt. Ich möchte damit weder die Menschen, die jetzt dort arbeiten oder dort gearbeitet haben, kritisieren; es ist immer ein Gesamtkonstrukt, ein Teamwork, welches funktionieren muss!. Das schlimmste, was einem Fußballverein passieren kann, ist wenn persönliche Interessen und Phantasien wichtiger als die sachliche Arbeit am und im Verein sind. Wenn du dir unser Scouting anschaust, dann haben wir allein aufgrund der Anzahl der Mitarbeiter noch Drittliganiveau. Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) war z.T. professioneller aufgestellt als unser LZ (Leistungszentrum)-Bereich. Wenn das LZ einiges vom NLZ übernehmen würde und wir dann noch insgesamt das Niveau beider anheben – daran arbeitet Thomas Meggle sehr akribisch – dann sehen wir uns auf einem guten Weg. Wir romantisieren immer, es wird alles besser, besser durch noch mehr Aufopferung, noch mehr Hingabe, noch mehr braun-weiße Tugenden, aber realistisch betrachtet kostet das Besser werden auch immer Geld. Wenn wir uns einer Utopie hingeben, sind wir ein 100%-Doityourself-Fußballverein, an dem alle Mitarbeiter 24/7 leidenschaftlich und aufopferungsvoll Ihren Job machen, und wir so erfolgreich sind. Aber da muss jedes Rädchen ineinander greifen, das war in den letzten Jahren – gerade im sportlichen Bereich – nicht der Fall. Das fällt uns jetzt vor die Füße Wir müssen diese utopische Idee wieder aufleben lassen – weil es dieser Verein wert ist – und dazu nutzen, ein professionelles Fundament aufzubauen. Es ist völlig egal, wer Aufsichtsrat, Trainer, Präsidium oder Sportdirektor ist. Wir leisten erst dann einen guten Job am Verein, wenn jeder Einzelne ersetzbar ist. Wenn wir da angekommen sind, können wir vielleicht auch wieder davon sprechen, dass wir ein oberer Zweitligist sind. Aber solange wir das nicht haben, brauchen wir darüber auch nicht zu sprechen, sondern sollten lieber arbeiten und analysieren, wo und was wir besser machen können, um möglichst nah an dieses Ziel zu kommen

 ÜS: Unternehmen dürfen nur noch an höchstens 3 Klubs, und dabei nur bei einem mit mehr als 10 % sich beteiligen. Für VW gilt Bestandsschutz. Ist der Beschluss vom FC St.Pauli in der Abstimmung unterstützt worden? Ist das nicht eigentlich ein Armutszeugnis der deutschen Profivereine, wenn es – wie Rauball sagt – um den „Schutz der Integrität und der Glaubwürdigkeit des sportlichen Wettbewerbs“ geht?

Oke: Grundsätzlich gilt für alle – insbesondere für uns – die Integrität und Wettbewerbsfähigkeit unseres Sports. Wir sehen dies selbst bei dieser in der Logik der DFL verbesserten Satzung nicht und haben in einem Schriftstück an die DFL erklärt, warum wir dagegen votieren. Wir haben es auch deshalb so ausführlich gegenüber der DFL begründet, weil wir nicht einfach nur dagegen sein wollen, sondern auch um unsere Bereitschaft zu dokumentieren, Erklärungen und im besten Falle sogar konstruktive Diskussionsanregungen im Vorfeld liefern zu können. Unser Ansatz ist nicht nur Anti, sondern sich auch der Verantwortung bewusst zu sein, dass wir kritischer Teil der DFL sind. Und das wollen wir aktiv leben. Wenn wir das nicht wollen, dann müssen uns das die Mitglieder sagen, dann sind wir nicht mehr Teil der 36 Profimannschaften. Dann ist das der Weg, den der FCSP und seine Mitglieder gerne gehen wollen. Wir wollen uns mehr in der DFL und ihre Ausschüsse einbringen, auch wenn wir manchmal das Feigenblatt sind und Abstimmungen einstimmig bei nur unserer Gegenstimme ausgehen. Dann haben wir zwar die Abstimmung verloren, weichen aber von unseren Prinzipien in der DFL nicht ab.

 ÜS: Ich hätte verstanden, wenn ihr aus taktischen Gründen zugestimmt hättet, um nicht nur im Abseits zu stehen.

Oke: Das Thema ist aus meiner Sicht ein anderes. Die großen Vereine haben wesentlichen Einfluss auf die DFL. Die DFL ist angewiesen auf Vereine wie bspw. den FC Bayern München, denn wenn er der Solidargemeinschaft fernbleiben würde, und zum Beispiel sagt, er vermarktet sich zentral allein, gründet eine Euro-League, sind von den TV-Geldern mehr als die Hälfte weg, die an die 35 anderen Vereine nicht mehr verteilt werden können. Jetzt können wir uns als die frechen Gallier verstehen, wenn wir uns nicht solidarisch vermarkten ließen, würde es uns u.U. besser gehen, weil wir als FCSP hohes Zuschauerinteresse generieren können, mehr als z.B. Aalen oder Sandhausen. Wir sind da in unserer Clubrange mehr Bayern als Sandhausen. Von unserer Einstellung finden wir Solidarisierung für einen ausgewogenen Wettbewerb ja aber durchaus sympathisch, denn alles andere wäre Survival-of-the-fittest. Deswegen müssen wir ganz vorsichtig sein, wo positionieren wir uns kritisch renitent, aber wo sind wir angesichts unserer Werte auch solidarisch, weil wir den Wettbewerb schätzen und auch mit unserer einen Stimmen schützen und ein wenig mitbestimmen wollen.

 ÜS: Wenn man den Wettbewerb so schätzt, dann aber feststellt, dass der VW-Konzern mit seinen Marken 16 Profi-Vereine unterstützt. Kann da noch von Wettbewerb gesprochen werden?

Oke: Die DFL wäre doch sofort tot, wenn es nicht eine gewisse Integrität des Wettbewerbs gäbe, denn dann hätte sie kein „Produkt“ mehr, welches sie vermarkten könnte. Ich sage jetzt mal frech, am liebsten würden DFB und DFL 50+1 und Mehrfachbeteiligung gänzlich untersagen. Aber, abseits von Romantik, gibt es Rechtsprechungen und Gesetze, die – um auch hier mal ein wenig Ambivalenz reinzubringen – glücklicherweise vor Verbandstüren keinen Halt machen. Dann hätten wir ja – wie teilweise in Sachen Sportgerichtsbarkeit kritisiert, so eine Parallelgesellschaft. Eine schärfere Satzungsformulierung wäre vermutlich aus juristischen Gründen nicht durchzusetzen gewesen. Diese nutzen Unternehmen wie Red Bull in Leipzig, um nichts anderes zu tun als mit einer Horde von Anwälten Lücken in den Verbandsstatuten zu suchen und zu finden. Und es ist ähnlich wie bei den laufenden Koalitionsverhandlungen in Hamburg, wo sich die GRÜNEN auch nicht durchsetzen konnten – wie auch bei einer SPD, die fast die absolute Mehrheit bekommen hätte. Sollen die GRÜNEN sagen, dann machen wir keine Koalition, sollen sie doch mit der FDP. Aber da sind wir wieder an dem Punkt: Dann sind wir nicht Teil der 36 Profivereine. Wenn die Mitglieder sagen, das wollen wir, machen wir auch das. Und es bleibt unser Verein mit unseren Werten. Aber der FC St. Pauli hat sich entschlossen ein Stadion zu bauen und auch in anderen Bereichen Geld in die Hand zu nehmen und Verbindlichkeiten gegenüber der Bank und der Stadt einzugehen , Wir wollen und müssen dauerhaft Profifußball spielen um unabhängig zu bleiben und noch unabhängiger zu werden.

 ÜS: Von den Einnahmen, die der Verein generiert, kommen ca. 36 % über Eintrittsgelder und davon noch die Hälfte über Logen und Business-Seats. Nur der geringste Teil der Einnahmen kommt also von den „normalen” Fans, und dieser Anteil wird vermutlich immer geringer. Was heißt das finanziell?

Oke: Es wird immer mehr Geld über die DFL und immer weniger von den Fans, die uns ausmachen, kommen. Dann kann unsere Strategie für mehr Unabhängigkeit doch eigentlich nur sein, wie erlösen wir mehr Geld aus unserer Crowd. Nur unsere Crowd schafft uns die Unabhängigkeit, heißt – und jetzt kommen die bösen Themen – müssen wir die Eintrittsgelder erhöhen, müssen wir eine Unabhängigkeits-Kampagne „Free St. Pauli” ins Leben rufen, die über Jahre trägt? Ist das realistisch, schaffen wir das? Ich stelle es ganz bewusst als Frage an die Mitglieder. Was können wir tun um unabhängig zu bleiben? Und Unabhängigkeit kann dann auch Unbequemlichkeit in Bezug auf die Solidargemeinschaft bedeuten. Dazu müssen wir im gesamten Verein zusammenarbeiten und uns jeden Tag diese Frage stellen, was können Gremien, Abteilungen, Mitglieder, Mitarbeiter, Spieler, Trainer und Funktionäre tun, um die größtmögliche Autonomie für den FC St. Pauli zu erreichen.

 ÜS: Zur Solidargemeinschaft. Wäre es da nicht an der Zeit die Fernsehgelder nach einem anderen Schlüssel zu verteilen?

Oke: Klar, deswegen muss man auch mit anderen Vereinen reden, um ein entsprechendes Bündnis hinzubekommen. Warum messen wir TV in Quote, nur bei Pay-TV hebeln wir es aus. Wir brauchen eine Erlösverteilung bei der die Quote eine Rolle spielt.

ÜS: Wie schätzt du die Chancen dafür ein?

Oke: Sehr hoch.

 ÜS: Das ist Kapitalismus. Natürlich war die Sportschau super, wenn du um 17.20 wusstest, wo dein Verein stand. Aber wie kommt man aus diesem Dilemma heraus ohne eine noch weitere Zersplitterung des Spieltages hinzunehmen?

Oke: Der Spieltag ist schon so zersplittert, dass kaum noch mehr geht. Die einzige Option ist das Montagsspiel in der 1. Liga. Aber es ist leicht das zu kritisieren, wenn man keine Alternativen benennen kann. Ganz nüchtern betrachtet hat die DFL die Aufgabe, für die Vereine das meiste herauszuholen. Es stellt sich die Frage, warum die Erlössituation in England so viel besser ist als bei uns, obwohl sie kaum mehr Anstoßzeiten haben, obwohl die Liga nicht erfolgreicher ist als die Bundesliga, obwohl Deutschland im internationalen Vergleich besser abschneidet als England. Da muss man sich die Frage stellen, was ist eigentlich gesund. Wahrscheinlich sind wir als FCSP in der Gruppe der Profivereine etwas anders, wir glauben sogar, dass eine Erlösbremse sinnvoll wäre, denn momentan generieren wir Geld, das fast ausschließlich bei Spielern und Beratern landet. Trotzdem sind viele interessante junge Spieler in der 1. oder 2. Bundesliga, weil unser Niveau der Ausbildung relativ hoch ist. Da sagt Bayern, dass der 10. der Premier League doppelt so viel TV-Geld bekommt wie wir. Und da verstehe ich Karl-Heinz Rummenigge, wenn ich mich in ihn und die Interessen des FCB reinversetzen müsste.

 ÜS: Zum Abschluss, noch eine unangenehme Frage. Sollten wir den Abstieg nicht verhindern, und das Präsidium musste ja auch eine entsprechende Planung abgeben, um wie viel muss der Etat schrumpfen und wo dürfen keine Einschnitte gemacht werden?

Oke: Es gibt keinen Bereich, wo wir keine Einschnitte machen müssen.

ÜS: Auch im Jugendbereich?

Oke: Natürlich ist der Jugendbereich durch die großartige Unterstützung der AFM vernünftig aufrechtzuerhalten Aber auch da muss sich der Verein und alle beteiligten Abteilungen überlegen, welcher Weg am sinnvollsten ist. Persönlich fände ich es etwas abenteuerlich, wenn beispielsweise der Athletikbereich des NLZ zwei Klassen besser ausgestattet wäre, als bei der 1. Mannschaft.

 ÜS: Über welche Geldsumme reden wir bei einem Abstieg in Liga 3?

Oke: Wir haben dann zwischen 35 und 40 % Einbußen bei gleichbleibenden infrastrukturellen Verpflichtungen. Du musst überall Kostensenkungsmaßnahmen durchführen, vor allem im sportlichen Bereich, aber auch Verwaltungskosten und andere Kostenfaktoren müssen überprüft werden.

 ÜS: Wenn die Carlsberg Brauerei in einer solchen Situation einen Millionenbetrag dafür bietet, den Stadionnamen in „Astra-Kiste Millerntor“ umzubenennen, sollte sich dann die Mitgliedschaft des FCSP vom reinen Namen Millerntor trennen?

Oke: Nur im absoluten finanziellen Schreckensszenario stünde so etwas auf einer roten Karte, die ich dem AR vorstellen würde, und sage, wenn alle Stricke reißen, stehen auf dieser rote Karte ein paar Maßnahmen, die unerwünscht und unpopulär sind, die aber – und da sind wir wieder am Anfang unseres Gesprächs – unsere wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit und unser Bestehen sichern könnten. Wir lassen uns dann gern geteert und gefedert durch den Stadtteil prügeln, aber jemand der uns Geld für den Namen Millerntor bieten würde um ihn eben zu erhalten, wäre uns in dieser hoffentlich nie stattfindenden Situation noch willkommener. Auch in dieser Frage geht es immer um den Verein, unseren FC St. Pauli.

ÜS: Ich danke dir für das Gespräch. // Arne

 

 

 

 

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MT020 – Häßlichkeit, Hysterie und Dummheit

Es war furchtbar. Zwar hatte der Rasenfunk mit seiner 11-Stunden-Sendung quantitativ und qualitativ vorgelegt, allerdings versagten wir da eben nicht nur zeitlich sondern auch noch inhaltlich.
Wir haben nicht mal alle Hörerfragen geschafft (sorry an @herzi und den @quotenrocker, wir holen das nächstes Mal nach).

Zu Gast hatten wir Johnny, vom OSTBLOCK / Supportblock Gegengerade, der als Einziger gut vorbereitet war und eloquent zum Gelingen der Sendung beizutragen versuchte.

Bedanken müssen und wollen wir uns ganz herzlich bei Premium-Bier, die uns mit einem Gratis-Kasten erst in das Elend gebracht haben, welchem Ihr hier jetzt lauschen müsst könnt dürft.

Ansonsten sprachen wir über die Spiele in Lautern, gegen Bochum, in Darmstadt, unsere Spiele, Spieler und Momente der Saison, Blindenfußball, Fußball und Liebe und ganz viele andere Themen rund um das Millerntor und die Fanszene des FC St.Pauli.
Zum Glück ist jetzt erst mal Sommerpause… // Maik

Teilnehmer:
– Sebastian (@Curi0us)
– Wolf (AFM-Radio)
– Christoph (1910 e.V.)
– Justus (Fanladen St.Pauli)
– Wilko (@WlkStnhgn, Übersteiger)
– Johnny (@Frau_Hansen)
– Maik (@DerUebersteiger)

Weiterführende Links:
Fußball und Liebe
Eröffnungstalk
Gegengeraden-Fest
Bericht im NDR
Fischereihafen-Rennen (Bremerhaven)

– Übersicht MillernTon-Folgen
– Übersicht bisherige VdS/NdS – Gespräche

Feed-Links zum Abonnieren:
MP3: http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
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(Bei iTunes freuen wir uns auch sehr über Eure Bewertung.)

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Rasenfunk Royal – Eine Huldigung

“Hallo, mein Name ist Maik und ich höre Fußball-Podcasts.”
“Hallo Maik.”

Ja, ich gestehe, bei einem Arbeitsweg von knapp zwei Stunden pro Tag und dem (zuletzt zu selten ausgeübten) Hobby “Laufen” gibt es als Fußballfan für mich kaum etwas Besseres, als Fußballpodcasts zu hören. Sei es das Textilvergehen, der Bockcast, Collinas Erben, die BigShow oder die diversen Formate bei MeinSportradio.
(Und ja, es gibt noch viele weitere, insbesondere Vereinsbezogen, aber die hier genannten höre ich wirklich regelmäßig, bei den anderen selektiv und je nach Zeit.)

Als wir mit dem MillernTon begonnen haben, war eine der ersten Aussagen: “Dat Ding muss 90 Minuten haben… länger ist schwierig, hört ja keiner!
Haha, guter Witz… bereits in der Nullnummer haben wir überzogen, in Folge 1 es dann tatsächlich einmal geschafft und in den bisher 18 Folgen danach aber sogar ab und an eher drei Stunden gefüllt. Und wenn man sich die anderen Formate so anschaut, ist es bei vielen ähnlich, lediglich MeinSportradio fällt da aufgrund des Programmzwangs etwas raus, die haben aber auch eine sehr regelmäßige Schlagzahl.
(Und nein, Podcasts (gerade in dieser Länge) sind nicht dazu gedacht, sie am PC sitzend zu hören. Kann man machen, empfehlenswerter sind sie aber eben unterwegs (Sport, Auto, ÖPNV) per Smartphone oder auch beim Hausputz.)

Nun hat sich aber zur letzten Saison ein neues Format auf den Weg gemacht, welches es binnen kürzester Zeit schaffte, zu der Sendung zu werden, die ich keine Woche verpasse, die ich auch immer unbedingt zeitnah hören will: Der Rasenfunk.
Oder, um es kurz zusammenzufassen: Der “DoPa, wie er in einer perfekten Welt sein sollte“. Ein Talk, der den kompletten Bundesliga-Spieltag abdeckt, ohne den ganzen Boulevard-Mist abzufrühstücken, in dem aber ab und an auch Platz für Fanthemen ist.
(Und wer jetzt zurecht anmerkt, dass dies mit dem DoPa nichts zu tun hat: Ja, schrieb ich doch…)

Und als wäre das nicht alles schon fantastisch genug, gibt es jetzt zum Saisonfinale auch noch den “Rasenfunk Royal“, eine Sendung in drei Teilen, mit je einem (Fan-)Vertreter aller 18 Erstligisten, zu der man sogar vorab noch die Hörerschaft um Fragen bat.
Und das Teil hat elf Stunden… Wahnsinn.

Und da diese Sendung nicht einfach so verklingen darf, hier eine total subjektive Zusammenfassung ohne Details, damit Ihr Appetit bekommt, sie dann aber eben doch noch komplett anhören müsst.

In Teil 1 (Tabellenplatz 1 – 7) gibt es zwei Gruppengespräche, zunächst die Top 4 mit Yalcin Imre (@fehlpass, FC Bayern), Lars Vollmering (VfL Wolfsburg), Peter Ahrens (@peter_ahrens, Gladbach) und Eric Brühl (@SchnixB04, Bayer 04).
Yalcin kommentiert gewohnt entspannt aus der komfortablen Situation des Ligaprimus heraus, wie man es vom Fehlpass-Podcast von ihm gewohnt ist. Böswillig könnte man ihm das als Arroganz auslegen, tatsächlich ist es lediglich die Gewissheit Fan des erfolgreichsten Vereins Deutschlands zu sein, den er immer weiter verbessern will. Ich höre ihm generell gerne zu, wenn er über Fußball redet… und auch, wenn ich ihm das nicht persönlich wünsche, würde ich es doch gerne mal erleben, wie er sich verhalten würde, wenn der FC Bayern mal die Quali zur Europa League verpasst. Werde ich aber wohl nicht mehr erleben.
Lars Vollmering war von allen 18 Teilnehmern der einzige ohne Twitter-Account – und komischerweise auch der Einzige, der bei mir keinen guten und sympathischen Eindruck hinterließ. Seine Selbstwahrnehmung des VfL Wolfsburg und seiner Fanszene… nun ja, ich wurde damit nicht warm, obwohl ich dies kurz nach meinem persönlichen Wolfsburg-Highlight beim Pokalfinale in Berlin hörte und dem VfL wohlwollend gegenüberstand.
Peter Ahrens hat es ja nun schon seit längerem geschafft, Twitter als Kunstform zu verstehen und das Ganze eher als Spaß zu interpretieren. Insofern zerstörte er sich in der Sendung sein komplettes Image, da er völlig sachlich und auch noch sympathisch und kompetent über seine Borussia sprach. Fang bloß auf Twitter nicht so an, ich würde Dir nicht mehr folgen können.
Und schließlich Eric, der als Fan eines Werksklub die dafür nötige Selbstironie und gesunde Selbsteinschätzung hatte, die ihn (neben seinem amerikanischen Akzent) absolut hörenswert machten. Gleichzeitig für mich dann auch die erste (von einigen) Neuentdeckungen auf Twitter.

Die zweite Konferenz wurde mein Liebling: Kristell (@kristaldo1907, FC Augsburg) bekam es mit Torsten Wieland (@TorstenWieland, Schalke 04) und Stefan Vogel (@Surfin_Bird, BVB) zu tun. Und während es einfach schön war, Kristell dabei zuzuhören wie sie offensichtlich selber immer noch nicht so ganz einordnen konnte, wieso ausgerechnet ihr FC Augsburg denn nun im Europapokal mitspielen darf, zeigten die beiden Vertreter des Ruhrpottderbies, was Gespräche über Fußball auszeichnen.
Man “verabscheut” den gegnerischen Verein gegebenenfalls wie die Pest (statt “Verabscheuung” wählt sonst auch gerne den für Euch passenderen Begriff), überträgt dies aber eben nicht auf die Einzelpersonen, die nun zufällig Fans des jeweils anderen Vereins sind, sondern frotzelt sich auf beste Art und Weise. Respektvoll, Humorvoll. Etwas, was auf Twitter ohnehin recht gut funktioniert, Ausnahmen bestätigen die Regel. Die unterschiedlichen Ausgangslagen (S04 endete im Chaos, der BVB begann dort) machten es umso interessanter.

Teil 2, das Niemandsland der Tabelle, Platz 8 – 12. Es begann mit zwei Einzelspielen. Zunächst Malte Kaja (@Salihovicic, TSG Hoffenheim), der anfangs Schwierigkeiten hatte, dieser Saison sportlich etwas interessantes abzugewinnen. Interessant und sehr hörenswert wurde es dann aber sehr schnell, als man das Sportliche ausklammerte und über die Fanszene der TSG sprach. Hat mir sehr gut gefallen.
Gleiches gilt für den zweiten Einzelgast, Marvin Mendel (@marv2punkt0, Eintracht Frankfurt). Es gibt ja Menschen, die können das Telefonbuch vorlesen und man hört ihnen trotzdem gerne zu. Bei Marvin ist das bei mir so gewesen, er versprüht mit seiner Art zu reden einfach permanent den Eindruck, er hat unfassbar viel Spaß dabei. Großartig. Dabei interssiert mich Eintracht Frankfurt eigentlich so gar nicht, abgesehen davon das Alex Meier mal bei uns war. Jedenfalls: Sehr hörenswert.

Es folgte dann wieder eine 3er-Gruppe, bestehend aus Sebastian (@vertblanc, SV Werder Bremen), Mara Braun (@Wortpiratin, FSV Mainz 05) und Ralf Friedrichs (@FC_Stammtisch, 1.FC Köln).
Bei Sebastian muss ich jetzt mal ein Geständnis vorbringen, welches ich ihm gegenüber jüngst auch beim 11Freunde-Jahresrückblick äußerte: Mir sind die Texte im dortigen Blog oft zu theoretisch und abstrakt. Ich habe inhaltlich/intellektuell Probleme zu folgen, ich bin vielleicht doch zu sehr Fußball-Asi. Daher hatte ich auch das Folgen auf Twitter irgendwann eingestellt. Hab ich nach dieser Sendung aber sofort repariert, denn Sebastian hat eine wunderbare ruhige Art, mit dem nötigen Augenzwinkern auf seinen Verein zu blicken und dies sympathisch zu verbalisieren.
Gleiches gilt für Mara, die ich bis dahin ebenfalls nicht kannte. Also “gleiches” im Sinne von hörenswert, denn ansonsten ist sie schon ziemlich anders als alle anderen 17 Teilnehmer. Bei niemandem hat man so lange Redeschwälle gehabt, ohne jede Atempause und (was mich immens beeindruckt hat) ohne jedes “Äh” oder andere Füllpausen. “Wortpiratin” als Twitternick ist also durchaus passend, “Wortakrobatin” wäre vielleicht sogar noch passender gewesen. Und selbstredend ist das, was dabei rauskommt auch noch fundiert, insbesondere ihre Sichtweisen auf das Mainzer Trainerkarussell fand ich sehr spannend.
Dann kam noch Ralf Friedrichs, seines Zeichens dann (ganz wertfrei) eher der Fußballpurist, dem man den Fußballsachverstand, insbesondere im Zusammenhang mit dem Effzeh, sehr wohl anhörte. Lediglich in Fandingen kommen wir zwei wohl nicht so richtig zusammen, aber muss ja auch nicht, dafür gibt es ja den Bockcast.

Last but not least: Teil 3, Platz 13 – 18.
Es gab zunächst einmal die Konferenz der “Geretteten”, mit Klaas Reese (@sportkultur, Hannover 96), Andreas Zweigle (@vertikalpass, VfB Stuttgart) und Uwe Bremer (@ubremer1, Hertha BSC).
Tja, Klaas, was soll man zu Dir noch sagen? Erst Frontzeck nichts zutrauen, dann unseren Neuzugang Andreas Rettig fast für Unzurechnungsfähig halten weil er endlich mal zu einem sympathischen Verein geht… unfassbar. Sei froh, dass ich nicht zum #tkschland kommen kann, die Kehlkopfgrätsche wäre Deine gewesen.
(Spaß, natürlich. Wer Collinas Erben und damit auch Klaas noch nie gehört hat, verpasst wirklich etwas und sollte diese Sendung als guten Einstieg nehmen. Auch wenn ich H96 aus rein regionalen Beweggründen den Abstieg schon gegönnt hätte.)
Andreas war mir bisher ebenfalls unbekannt, aber ähnlich wie oben schon bei Marvin höre ich ihm schon inhaltsunabhängig sehr gerne zu, weil es für das norddeutsche Ohr einfach super klingt wenn so ein Schwabe daherschwätzt. Davon ab auch interessante Inhalte zum VfB und dessen Entwicklung, Bobic, Stevens und allen anderen.
Und Uwe Bremer war dann der letzte mir gänzlich unbekannte Teilnehmer, der allerdings als gut informierter Journalist inhaltlich sehr stark punkten konnte. Auch, oder gerade weil ich die Hertha nun so gar nicht mag.

Und dann: Das Elend. Der hsv und die zwei Absteiger. Namentlich:
Florian (@nedfuller, hsv), Sven (@Zugzwang74, SC Freiburg) und Stephan (@schwarzundblau, SC Paderborn).
Florian hab ich ja nun schon sehr häufig beim Rautenradio gehört, insbesondere nach hsv-Niederlagen für einen St.Pauli-Fan immer ein Fest, in denen Florian seinem Zweitnamen “Rantfuller” oft genug alle Ehre machte. Darüberhinaus kenne ich ihn von einigen Treffen und kann daher auch ganz offen sagen: Ich fand die Besetzung unpassend.
Ich verstehe den Beweggrund, sich von Florian die Geschichte seiner inneren Abkehr von “der AG” nochmal erzählen zu lassen, allerdings hab ich die Geschichte jetzt vielleicht doch einfach einmal zu oft gehört, auch wenn Florian da nichts für kann.
Aber: Ich hätte mir eher jemanden gewünscht, der mit dem Bundesliga-Team des hsv noch nicht inhaltlich abgeschlossen hat und dann die Relegation sicher etwas emotionaler hätte schildern können.
(Nachtrag: Davon ab hat Florian natürlich auch inhaltlich immer etwas zu sagen und hat sich die Zeit genommen, alle Hörerfragen ausführlich zu beantworten, was hier nachgelesen werden kann.)
Es folgte Sven, der mit einer unfassbaren Gelassenheit den Abstieg des SC Freiburg zur Kenntniss nahm, aber derart innere Ruhe und Zuversicht ausstrahlte, dass eben der Wiederaufstieg nur Formsache sein kann. Hat er so nicht gesagt, im Gegenteil, aber gönnen würde ich es sowohl ihm als auch dem SCF. Auch hier ist allein die Stimme und der Akzent schon so hörenswert, dass ich mich sehr auf die Spiele gegen Freiburg freue und Sven unbedingt für den MillernTon gewinnen möchte.
Gleiches gilt dann auch für Stephan und den SC Paderborn, auch wenn er das Halbzeit-Lied als Kult bezeichnet hat. Auch wenn er sich selbst als eher “nüchtern” bezeichnet, sehr hörenswert und gelassen die Saison Revue passieren lässt und eben so ein kleines bißchen dann doch durchklingt, wie vermeidbar dieser Abstieg war.

So, und jetzt hab ich all das geschrieben und habe es bewusst vermieden, den Gastgeber dieser elf Stunden zu nennen, der das auch Woche für Woche ganz wunderbar macht: Max-Jakob Ost.
Wahnsinn, mit was für einer Mischung aus immenser inhaltlicher Vorbereitung, guter Gesprächsleitung, Augenzwinkern und sehr schönem Humor Du das machst, klasse.
Wer zu den Hintergründen der Sendung mehr wissen will, dem sei auf das Ende von Teil 3 sehr empfunden, wo es ab 3h36 noch ein paar Hintergründe zum Entstehen der Sendungen gibt. Chapeau, Max, ganz großes Tennis!
(Und an der Stelle dann auch ein Danke an Frank, der für die Technik im Hintergrund sorgt.)

Also, hört den Rasenfunk, insbesondere diese Royal-Edition, abonniert ihn, bewertet ihn auf iTunes. Haben sie sich verdient. // Frodo

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Drei Titel in 26 1/2 Stunden

Papa… Pokalfinale ist sicher cool, oder?

Tja, Challenge accepted, natürlich völlig uneigennützig, nur für Junior, selbstredend.
Für die handvoll Tickets, die der DFB jedes Jahr verlost, bewerbe ich mich ja eh immer, aus alten Bremer Tagen strahlt das Pokalfinale in Berlin halt auch auf mich immer noch einen riesigen Reiz aus. Obwohl oder auch gerade weil ich genau weiß, dass der ruhmreiche FCSP hier wohl leider nie anzutreffen sein wird. Eher schafft es irgendwann mal die A-Jugend…

Es begann also die eher hoffnungslose Suche nach Tickets. Ohne Ticket nach Berlin fahren, wenn ein Verein wie der BVB dort spielt, aus dem Alter bin ich raus. Erst Recht mit Kind.
Und nachdem ich auf Twitter – eher augenzwinkernd – nach dem Ausscheiden der Bayern fragte, ob denn nicht jemand jetzt evtl. zwei Tickets über hätte, meldete sich mit Sascha tatsächlich jemand. Wolfsburg-Fan, St.Pauli-Sympathisant – und vor einiger Zeit hatte ich ihn beim Hamburger Fußball-Twitter-Stammtisch #tkhh kennengelernt. Da sage nochmal einer, Twitter sei sinnlos. An dieser Stelle also, auch im Namen von Junior, nochmals vielen Dank! (Und bei der Gelegenheit dann auch gleich Danke an Guido für die Übernachtungsmöglichkeit.)

In Berlin waren wir schon Freitag angekommen, Siegessäule und Brandenburger Tor als Touri-Pflichtprogramm abgehakt und abends die Relegation zwischen Holstein Kiel und 1860 im TV gesehen.
Papa – da hätten wir jetzt spielen können.
Tja, ein gequältes Lächeln war die Antwort.

Samstag dann in den Arkaden am Potsdamer Platz noch eine Ausstellung zu “25 Jahre nach dem Mauerfall” gesehen und etwas für den kulturellen Anspruch getan. Die Geschichte(!) einem Siebenjährigen zu erklären ist ansich schon nicht so leicht, vor Ort und mithilfe solche einer Ausstellung fällt es dann schon etwas leichter, auch wenn da sicher noch einiges zu klären sein wird in den nächsten Jahren.
Was ihm aber hier schon auffiel: “Papa, wo sind denn die Wolfsburger?
Ja, die nominelle Überzahl der Dortmunder ließ sich nicht wegdiskutieren, dürfte aber auch niemanden überraschen und wäre wahrscheinlich bei einem (völlig fiktiven) Pokalfinale gegen den FC St.Pauli kaum anders ausgefallen.

Und eben in jenen Arkaden klopfte dann auch das Schicksal erstmals kurz bei uns an:

Liebe Leser, merkt Euch dies. Ich komme später drauf zurück.

Titel 1: FC Internationale – Tennis Borussia Berlin

Zunächst aber ging es dann zum ersten Live-Spiel des Wochenendes um 13.00h, zur Monumentenstraße, wo der FC Internationale von 1980 den Aufstiegsaspiranten TeBe zum Heimspiel in der Berlin-Liga empfing. Bestes Wetter, günstiger Eintritt und die wohl schönste Eintrittskarte die ich seit langem bekommen habe, inkl. kostenlosem Programmheft:

Eintrittskarte und Programmheft

Die Ausgangslage war klar: FC International wollte an diesem vorletzten Spieltag als Aufsteiger die letzten Punkte für den Klassenerhalt einfahren, TeBe hingegen mit einem Sieg die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga klar machen. Da es gleichzeitig an diesem Tag das einzige Spiel in Berlin von der 6.Liga an aufwärts war, sammelte sich hier natürlich auch einiges an Fußballfans, die aufgrund des Pokalfinals in der Stadt waren – so wie wir ja auch.

Trotzdem: Eintrittskarten mit “Refugees Welcome” und “No Racism”-Aufdruck, “No Racism” auch statt eines Trikotsponsors – den FC Internationale dürft Ihr gerne mal besuchen, wenn Ihr in Berlin seid, grundsympathischer Klub. An diesem Tag waren die Sympathien auf den Rängen aber ebenso eindeutig verteilt, Lila-Weiß war optisch und akustisch das einzig wahrnehmbare. Auch auf dem Platz war es ähnlich, am Ende stand ein ungefährdeter 3:0 Auswärtssieg und damit verbunden eben die Rückkehr von TeBe in die 5.Liga.
Dicken Glückwunsch, auch an die Fanzine-Kollegen der Lila Laune, auch wenn die inzwischen noch seltener erscheinen als der ÜS…
Der Rest war Titel Nr.1, Platzsturm und feiern mit der Mannschaft.

Meisterfoto mit Fans

Der FC Internationale braucht nun (wenn ich denn die Abstiegsregelung richtig interpretiere und drei Vereine absteigen) noch einen Punkt kommenden Sonntag gegen Tasmania, um ganz sicher drin zu bleiben. Viel Glück!

 Titel 2: VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund

Dann vorsichtig ab zum Olympiastadion. Auch hier, die S-Bahn komplett in Schwarz-Gelb. Rund ums Stadion tatsächlich sogar ein-zwei bekannte Nasen von der Millerntor-Schwarzmarkt-Gang, unfassbar.
Der Stadionvorplatz ist inzwischen auch komplett eventisiert. Alles gratis, mit Kind eine wahre Entertainment-Schlacht – als normaler Fan einer beteiligten Mannschaft wäre ich hier wohl eher mit gesenktem Blick schnell dran vorbeigegangen. So aber haben wir zwei jetzt ein Foto mit dem Pokal, auch schön.

Im Stadion dann das zu erwartende Bild: Drei Viertel in Schwarz-Gelb, immerhin ohne Farbtupfer in der Wolfsburg-Kurve.
Zeit, die Sympathien zu klären. Natürlich waren wir es dem Ticket-Organisator schuldig, nach außen für den VfL Wolfsburg zu sein. Junior war das ohnehin eher egal, mit sieben Jahren ist der FCSP auf der einen Seite des Olymps und der hsv auf der anderen, bei allem dazwischen kann er die Fahne noch bequem in den Wind hängen. Bei mir ist der BVB durch jahrelanges Versagen gegen den hsv in Ungnade gefallen, Wolfsburg ist aber nun auch nicht grade das, was man als sozialromantischer Fußballfan einen Sympathieträger nennt.
Da passte es aber ganz gut, dass mir eine Kollegin (ihres Zeichens Wolfsburg-Fan) vor ein paar Wochen nur Gutes über Kevin de Bruyne berichtet hatte, u.a. seine Aktion für die Special Olympics und Menschen mit Down-Syndrom. Den Rest schafft dann zunächst Twitter, mit zahllosen schlechten Witzen über das (nicht zu leugnende) Zahlenverhältnis beider Vereine in Berlin und schlußendlich: Norbert Dickel.
Das ist auch so ein Typ, den findet man nur dann großartig, wenn er beim eigenen Verein ist. Fußball-Asi durch und durch, das meine ich nicht mal negativ… aber wenn er eben bei einem anderen Verein ist, empfindet man ihn als nervig und störend, an diesem Abend eben auch noch mit einer unglaublichen Arroganz gesegnet.
Motto seines Monologs am Mikro: “Wenn wir hier nur laut genug singen, gibt’s morgen die Busfahrt für Kloppo! Und wir singen ja eh lauter, weil wir sind die geilsten!
Ich nehme ihm sogar ab, dass er das selbst so sieht… auf Außenstehende aber eben wirkt es zumindest befremdlich. Dazu dann der Hype um Klopp, der darin gipfelte das die Vornamen der Spieler bei der Mannschaftsaufstellung einmal aufgerufen wurden, der Trainer aber dreimal in die Kurve gebrüllt wurde.

Wie gesagt, wäre ich BVB – Fan, hätte ich das wahrscheinlich alles ganz klasse gefunden. Bin ich aber nicht, so erleichterte es mir die Entscheidung, mit Junior für einen Abend die Fahne in den Wind zu hängen und Wolfsburg anzufeuern. Bei Wolfsburg hingegen ruft der Stadionsprecher bei der Aufstellung wie selbstverständlich die Nummer 10 der Herzen auf, Krzystof Nowak, auch eine schöne Geste.

Zum Spiel verweise ich wie immer auf einschlägige Fachmagazine, ich beschränke mich aufs Drumherum.

Der BVB begann mit ordentlich Nebel und Rauch, sah imposant aus.
Wolfsburg hatte eine Fahnenchoreo vorbereitet, Fotos von beiden Aktionen gibt es auf den einschlägigen Portalen.

Dann kam die 19.Minute, die in Wolfsburg seit der Rückrunde immer mit dem “Junior Malanda!”-Song zelebriert wird. Da die 10 ja nun schon auf ewig an Nowak vergeben ist, wollte man wohl nicht noch eine symbolische Rückennummer erzeugen. Stattdessen gibt es nun eben die Riesenschwenkfahne mit Malandas Konterfei, die größtenteils ruht, aber eben zu jener 19.Minute geschwenkt wird, bei jedem Spiel, woraufhin der Gesang einsetzt. Gefiel mir sehr, wirkte auch sehr natürlich und nicht irgendwie aufgesetzt.

Die Stimmung sonst im Stadion war “okay”.  Sobald der Bereich des BVB sich einig war, war es natürlich beeindruckend laut, in Hälfte zwei habe ich aber ihre Kurve beispielsweise nur noch einmal hören können, sicherlich dem Ergebnis geschuldet.

Wolfsburg hatte im Unterrang mehrere Leute mit Megaphon postiert, die das alles auch sehr gut koordinierten aber auch immer mal Gesänge übernahmen, wenn sie aus dem Oberrang kamen. Keine Ahnung wie es am TV rüber kam, aber zumindest im Block selbst war permanent was los, sicherlich ab dem 3:1 dann auch schon im Gefühl des nahenden Sieges, aber eben auch vorher schon.

Irgendwann war das Spiel dann rum, die Feierlichkeiten konnten beginnen. Die BVB-Kurve war noch überraschend lange gut gefüllt, sicherlich dem Klopp-Abschied geschuldet. Und bei Wolfsburg? Nun ja, schwer als Außenstehender zu beurteilen. Die ganz große Ekstase sieht sicher anders aus, vorsichtig formuliert.
Aber vielleicht habe ich da auch zuviel erwartet, Junior hat es zumindest sehr gefallen.

In der Bahn dann viele Dortmunder, der absolut überwiegende Großteil absolut entspannt und die Niederlage tapfer ertragend. Ein etwas angetrunkener junger Herr meinte dann aber, sich ausgerechnet an einem Siebenjährigen abarbeiten zu müssen und ihn ständig mit “Na, Volkswagen? Feier doch mal, hä?” vollsabbeln zu müssen.
Größe zeigt sich halt auch in der Niederlage, war aber wie erwähnt absolut die Ausnahme.
Immerhin stellte sich im Gespräch mit seinem Kumpel dann noch heraus, dass er >400€ für die Eintrittskarte bezahlt hatte.
Kleine Sünden bestraft der liebe Gott offensichtlich manchmal sogar schon vorab.

Am nächsten Morgen ging es dann per Zug zurück, und am Bahnhof trafen wir… tatsächlich, Roy Präger! (siehe Tweet ganz oben)

Bescheuerte Geschichten, die so wohl nur der Fußball schreibt, oder so.

Tatsächlich fuhr auf dem Gleis neben unserem dann noch der Sonderzug der Wolfsburger ab (ICE, inkl. Mannschaft, dafür ohne versüfften Partywagen…), was Junior die Chance gab, zum Einen ein Foto mit Kevin de Bruyne zu ergattern, zum Anderen aber auch eins mit Vierinha und dem Original-Pokal!
Der alte Fanboy… aber das Familienalbum freut sich. Jetzt muss nur Ralle mit der 2.Liga-Felge nochmal vorbeischauen.

Titel 3: FCSP U19 – hsv U19, Pokalfinale

Zurück in Hamburg sollte das Wochenende dann auch standesgemäß beendet werden und so ging es noch schnell nach Jenfeld, wo auf dem Gelände des HFV die Pokalfinals der Jugendmannschaften ausgetragen werden.

Im U19-Bereich hat dies (neben feuchten Händedrücken und Urkunden) den angenehmen Nebeneffekt, dass der Sieger sich für den U19-DFB-Pokal der Folgesaison qualifiziert, wo der FCSP diese Saison ja nur knapp im Viertelfinale am späteren Pokalsieger Hertha gescheitert war.

Nach dem Abschneiden in der U19-Bundesliga galt Braun-Weiß wohl als leichter Favorit und ging dann am Ende auch als verdienter 3:1-Sieger vom Platz. Zwei Treffer durch Gillian Jurcher in seinem letzten Spiel für uns, bevor er jetzt (warum auch immer) zum Nachbarn wechselt, ein Tor durch Nico Empen, der als Torschützenkönig der Nord-Bundesliga nun vor seinem ersten Jahr im Herrenbereich steht und dem (nicht nur) ich dabei natürlich alles Gute wünsche.

Damit ist der DFB-Pokal für unsere Jungs also erreicht, in der 1.Runde soll es wohl zuhause gegen den Sieger aus dem Saarland gehen.

Dann waren wir irgendwann zuhause, freuten uns über ein tolles Wochenende mit drei Titeln und waren in gespannter Erwartung, was der Fußballgott wohl in der Relegation noch mit uns vorhaben würde.
Offensichtlich hat er den ganz großen Plan wohl erstmal auf 2016 verschoben, Junior und ich bleiben dran. // Frodo

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34.Spieltag (A) – SV Darmstadt 98

SV Darmstadt 98 – FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Tobia Kempe (71.)
Zuschauer: 16.150 (ca. 2.000 St.Paulianer)

Wisst Ihr, was das besondere an den Saison 1979/80 – 1983/84 war?
Richtig, es war das letzte Mal, dass der FCSP einer Spielklasse mehr als vier Jahre in Folge angehörte. Mit dem gestrigen Klassenerhalt vom Sonntag ist dies aktuell für die 2.Liga auch wieder der Fall, fünf Jahre in Folge. Sollten wir dann auch 2016/2017 noch Zweitligist sein, so wäre dies (sechs Jahre oder mehr in Folge) sogar erstmals seit den elf Jahren in der damaligen Regionalliga Nord (2.Liga) von 1963 – 1974 der Fall.
Serien sind eben dazu da, gebrochen zu werden.
Wie ich drauf komme? Der @TeddyTria hat dies (neben vielen anderen Dingen) im Saisonverlauf immer wieder als ein stichhaltiges Argument für den Abstieg angeführt. Ebenso haltlos, wie ich mich immer wieder bemüht habe, positive Statistiken für den umgekehrten Fall, den Klassenerhalt, herbeizuzerren.
Am Ende gilt halt: Entscheidend ist auf dem Platz, und wir sind sicher beide froh, dass dieses Mal ich Recht behielt, war in den letzten Jahren auch schon oft genug andersrum.

Und auch, wenn man jetzt einfach mal glücklich sein und nach vorne schauen sollte: Ein Rückblick muss erlaubt sein.
Freitag, 20.März, 20.15h. Es läuft die 88.Minute des 26.Spieltags, es steht 0:0 an der Alten Försterei. Angesichts der Tabellensituation könnte ein Punkt für den FCSP zwar zuwenig sein, aber bei der bisherigen Auswärtsbilanz wäre der Punkt immerhin ein Achtungserfolg und ein Zeichen im Abstiegskampf.
Und dann: Sein Auftritt: Pauli, bekannt aus der Sendung mit der Maus. Der Maulwurf, sonst auch gerne vom ungeliebten Hamburger Boulevard als Kosenamen für unseren Verein benutzt, wahlweise in der eigenen Fanszene oftmals als abfälliger Begriff für Modefans, buddelte sich auf Höhe des Sechzehners vor der Gästekurve an die frische Luft, guckte sich fröhlich um und sah einen Ball auf sich zukommen, den Sören Gonther zu Robin Himmelmann zurückgespielt hatte und dieser ihn sich nochmal vorlegte. Pauli duckte sich weg, aber sein Hügel war noch da. Der Ball hoppelte, “Skyman” schlug ein Luftloch, Sebastian Polter erzielte das 1:0 für Union.
Der FCSP jetzt Tabellenletzter, vier Punkte Rückstand auf Platz 15. Von den verbleibenden acht Spielen tritt man sechs Mal gegen Teams an, die zu jenem Zeitpunkt noch aufsteigen wollen, u.a. Lautern, Darmstadt und den KSC, alle drei Spiele auswärts.
Wetten auf den direkten Klassenerhalt hätten wohl selbst kühne Optimisten wie ich nicht mehr abgeschlossen, den Relegationsplatz jeder mit Kusshand genommen.

Seit Sonntag wissen wir: Es sollte anders kommen.
Puuuuuh…

Die Anspannung war groß, Tickets für Sonderzug und den Gästeblock waren unfassbar begehrt und rar, ich selbst wurde am Sonntag um 4.45h dann sogar eine Viertelstunde vor dem Wecker wach.

Im Zug dann alles verhältnismäßig entspannt, auch wenn die Diskussionen natürlich in so ziemlich allen Abteilen nur um die diversen Konstellationen gingen.
Grundtenor, zumindest in den Diskussionen an denen ich teilnahm: Direkter Abstieg passiert nicht, Relegation ist möglich aber die Tendenz ging meist zum direkten Klassenerhalt. Wenn auch, zugegeben, selten einhergehend mit einer Niederlage, sondern zumeist mit einem Punktgewinn oder sogar einem Auswärtssieg.

In den beiden Partywagen (musikalisch unterteilt in 1x USP-Gewummse und 1x Trash/Sonstwas) herrschte auf der Hinfahrt auch noch vorsichtige Zurückhaltung.

In Darmstadt pünktlich angekommen empfing uns die Polizei. Und das “empfangen” ist dann wörtlich gemeint, denn da stand auf dem Platz ein Lautsprecherwagen, aus dem Hells Bells erklang und einem freundlich die Besonderheit des Tages, auch für Darmstadt, erklärt wurde und man überaus freundlich Willkommen geheißen wurde.
Ähm… ja, ich hab mal auf einer Podiumsdiskussion gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn man als Fanszene gelassener auf die Polizei als solche reagieren würde, nicht immer gleich aggressiv, und dass ich mir Umgekehrtes natürlich erst recht von der Polizei erhoffen würde. Das Auftreten als solches der Darmstädter Polizei war also sicher angenehmer als ein “Helme auf, Anstarren, Filmen, in die Busse drängen“, aber irgendwie dann doch schon fast wieder too much.
Fußballfans, ey, denen kann man es auch echt nicht recht machen, ich weiß.

In den Bussen ging dann wegen Dummheit und zu viel Alkoholkonsum eine Scheibe zu Bruch und ich befürchtete Schlimmes, aber immerhin hielt sich auch hier die Polizei angenehm zurück, obwohl es sogar St.Paulianer gab, die sich der Polizei als Zeuge bereitwillig anboten. Manche Dinge… naja.

Am Stadion gab es dann den “Biergarten Lichtwiesn“, der extra für die Gästefans früher öffnete und so wohl einen Rekordumsatz verzeichnete, wohlgemerkt mit absolut fairen Preisen. Das dürfte sich dann in der Bundesliga schnell herumsprechen, allerdings haben die aktuell Samstags eigentlich geschlossen. Immerhin da haben wir uns dann offensichtlich auch ausnahmslos gut benommen:

Liebe St. Pauli-Fans, am letzten Sonntag waren viele von euch zu Gast in unserem Biergarten direkt am Stadion. Eure…

Posted by Studentenwerk Darmstadt on Dienstag, 26. Mai 2015

Hinein ins Stadion, um mich rum lauter “Hach, herrlich, so ein echtes Stadion. Wie früher!
Ja, schon richtig. War sicherlich hilfreich, dass wir Ende Mai hier spielten und nicht Mitte Februar im Schneesturm, sonst wäre die Begeisterung vielleicht verhaltener ausgefallen.
Aber: Natürlich, schickes Ding, das Böllenfalltor. Und bei dem Gedanken wer hier nächste Saison alles her will und sich um die knapp 1.700 Gästetickets prügeln darf, um dann auf eine Schotterlaufbahn zu gucken und mangels Dach bei noch so viel Lärm nicht wirklich gehört zu werden, musste ich schon lächeln.
Charme, wie am alten Millerntor. Aber ich werde alt, ich werde mich spätestens im Oktober dann doch wieder über unsere Überdachung freuen.

Zum Spiel muss ich nichts schreiben, zumindest die Highlights dürfte jeder gesehen haben. Die Gefühlswelten im Gästeblock hingegen… schon sehr speziell. Neben mir die Aufsichtsratschefin, hinter mir ein Aufsichtsrat – ich war als ruhender Pol mit einem gerüttelt Maß an Grundoptimismus sehr gefragt.
Aber als dann nach einigen Minuten Düsseldorf und Karlsruhe führten und ich ein fröhliches: “Na, dann können wir ja jetzt abschenken!” in die Runde schmiss, war das auch wieder nicht richtig.
Und die letzten Minuten, nachdem Männel zum 2:2 für Aue getroffen hatte… nun ja, Tiefenentspannung suchte man auf den Traversen des Böllenfalltors im Gästeblock da vergeblich, selbst ich transpirierte ganz leicht, Temperaturunabhängig.
Aber dann: Abpfiff bei uns, Abpfiff in Heidenheim (- Aue) und in Karlsruhe (- 1860) und endlich befreiter Jubel. Das Ende einer ganz schlimmen Saison, aus der man zwar mit einem blauen Auge, aber dann eben doch gestärkt hervorgehen kann, hoffentlich zumindest.

Der Verein hat heute im Vereins-TV die letzten Minuten auf der Bank veröffentlicht, die geben die Stimmung dort wohl auch ganz gut wieder, inkl. einem panischen “Aue führt, wir müssen ein Tor machen!“:

Der Sturm auf den Rasen war mir suspekt, “feiern” wollte ich in dem Sinne eigentlich nicht, auf Verbrüderungsszenen mit Fans anderer Vereine stehe ich auch nicht so, aber zugegebenermaßen gehören die Darmstädter ja schon zu den sympathischeren Fanszenen hierzulande. Muss und darf ja zum Glück auch jeder selbst entscheiden.
Als dann irgendwann unsere Spieler und das Team drumrum doch noch den Weg in die Kurve antreten konnten, zog es mich auch auf den Rasen, und wen man in diesen Minuten dann alles erleichtert umarmen konnte kann ich jetzt hier gar nicht mehr aufzählen. Zumindest bei einem fast nackten Jan-Philipp Kalla machte ich noch Halt und bedankte mich für sein gehaltenes Tor-Versprechen in Kaiserslautern, auch ihm war die Erleichterung deutlich anzusehen.

Zurück zum Bahnhof, ab in den Sonderzug und irgendwann auch in den Partywagen. Klar ist: Sollte die Playlist irgendwann veröffentlicht werden, können wir uns den Ruf eines Punkrock-Vereins mal ganz getrost abschminken.
Aber “hsv, Du bist meine Frau!” traf eben das Humorzentrum und spätestens bei L.A.K. konnte man den laut mitgröhlenden Reisenden die Erleichterung im Gesicht ablesen.
Und das trifft es wohl am Besten: Erleichterung.
Die Grenzen zu “Paaaaaaaadie!” sind sicherlich fließend, aber zumindest für mich stand in diesen Stunden der Rückfahrt im Vordergrund, einer ziemlichen Katastrophe für den Verein gerade noch mal entgangen zu sein. Die Gesichter der mitfahrenden Aufsichtsrats- und Präsidiums-Mitglieder erzählten ähnliches.
U23-Abstieg, TV-Millionen, Arbeitsplätze – Ihr kennt das.

Gegen 02.00h war der Sonderzug dann auch wieder in Altona angekommen, auf das Knust hatte ich da dann doch keine Lust mehr, es wäre wohl auch eh kaum noch jemand da gewesen.
Partywagen ausgeladen, ab nach Hause, Pfingstmontag noch das Hamburger Pokalfinale mitgenommen, fertig.

Was bleibt?
Danke!

Danke, Präsidium, Sportchef, Trainerteam.
Ich hab keine Ahnung, ob Ewald ein guter Trainer ist und Ahnung von Taktik und so weiter hat. Ich hab selbst überhaupt keine Ahnung davon, insofern glaube ich das jetzt einfach mal.
Ist aber auch völlig egal, denn neben der durch Ewald neu gewonnenen Sicherheit in der Defensive hat er es vor allem geschafft, dieser Mannschaft den Glaube zurückzugeben. Als Du, Ewald, vor Deinem ersten Heimspiel die Fans eingeschworen hast, in dem Du vor den Tribünen auf und abgelaufen bist und sie angeschrien hast, schrieb ein Bielefelder Fan auf Twitter: “Jaja, hat er bei uns beim ersten Spiel auch gemacht.
Hier hast Du weitergemacht, Du hast es bei jedem Spiel gemacht, Heim wie Auswärts. Du hast, ob nötig oder nicht, den Fans das Gefühl vermittelt, wichtig zu sein und Einfluss auf das Spielgeschehen zu haben. Hat uns geholfen, hat vielleicht auch der Mannschaft geholfen. Hat jedenfalls geklappt.
Und wenn man sich an jene Tage im Dezember zurückerinnert, wo das neue Präsidium mit dem neuen Aufsichtsrat jene sehr gewagte Personalrochade durchführte, so kann man jetzt eben rückblickend sagen: Wow, Monstermove, alles richtig gemacht.

Danke, Fanladen St.Pauli.
Danke für einen Sonderzug und sowieso die immerwährende Arbeit, die Ihr während der Saison leistet. Ich bin mir sicher, dass es ohne Euch nicht denkbar wäre, dass der Verein so aufgestellt ist, wie er es aktuell ist.
Die Aufsichtsratsvorsitzende organisiert (mit) den Partywagen und steht selbst hinterm Tresen, gleiches gilt für ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats. Das Präsidium fragt schon vorab mal an, ob denn Mitglieder der Mannschaft gegebenenfalls mit dem Sonderzug zurück fahren können und hoppst dann selbst fröhlich durch den Partywagen, gleiches gilt für Sportchef und Trainer.
Ehemalige Spieler wie Benedikt Pliquett stehen einfach so im Gästeblock und sagen auf Nachfrage, dass es ja wohl auch gar keine andere Möglichkeit gegeben hätte, als dabei zu sein. Dies tun sie dann aber eben nicht öffentlichkeitswirksam mit dem Kamerateam von sky, sondern einfach so. Weil sie es wollen, weil sie Bock drauf haben.
Und all das, weil St.Pauli eben die einzige Möglichkeit ist. Und der Fanladen ist das Herz des FC St.Pauli, auch und gerade im 25.Jahr seines Bestehens.

Danke, Mannschaft?
Nun ja… so weit will ich eigentlich nicht gehen, es bleibt eine ziemliche Scheißsaison, weit unter den Möglichkeiten mit teils unterirdischen Leistungen.
13 Punkte nach der Hinrunde. Dreizehn!!!
Allerdings gab es eben auch viele Gründe dafür, neben einer “nicht optimalen” Vorbereitung auch viel Verletzungspech. Und zumindest die Rückrunde habt Ihr Euch zerrissen und den Karren nochmal aus dem Dreck gerissen. Also: Danke dafür, zumindest.

Ein Thema welches dann nach dem Spiel hochkochte:
Sebastian Schachten hat noch keinen neuen Vertrag. So weit, so Fakt, nichts Neues.
Neu war nun ein Zitat, welches insbesondere im Boulevard natürlich gleich wieder hochgejazzt wurde. Kann man machen. Muss man im Boulevard vielleicht sogar.
Und dann kann man sich das als Fanszene aber auch mal entspannt anschauen ohne gleich die ganz schweren Geschütze aufzufahren und gleich wieder den Untergang aller St.Paulianischen Werte an die Wand zu malen.
Eine etwas ausführlichere Betrachtung dessen kann man bei stpauli.nu nachlesen, auch der Artikel heute im Abendblatt klingt schon wieder sehr viel sachlicher und lässt noch alle Möglichkeiten offen.
Klare Ansage: Ich würde mich sehr freuen, wenn Schachter bleibt. Allerdings ist der Klassenerhalt nun auch erst seit drei Tagen fix und ich bin guter Dinge, dass man sich jetzt nochmal in Ruhe zusammensetzen wird. Solange auf der Vereinshomepage der Abgang noch nicht vermeldet wurde, ist eben auch noch nichts fix. Und auf Boulevard-Spielereien habe ich auch keine Lust.

Feierei im Knust:
Im Abendblatt-Blog wurde von den Feierlichkeiten im Knust berichtet. “Tschauner, Du Zigeuner!” soll da lachend von der Mannschaft angestimmt worden sein. Ähnliches hatte sich die Darmstädter Mannschaft bei den Aufstiegsfeierlichkeiten geleistet.
Im Forum meldete sich aber zumindest ein User zu Wort, der das alles etwas anders darstellte, demnach sei es nur ein Spieler gewesen und der wäre (neben der erwähnten Reaktion der Fans) auch von Mitspielern schnell darauf hingewiesen worden, dass das weder witzig noch sonst irgendwie passend sei und soll dies dann auch sofort eingesehen haben.
Und der danach angeführte Vorfall mit Alushi sei auch völlig anders gewesen, von Bepöbeln der Mitspieler könne keine Rede sein.

Muss man generell überhaupt einen Klassenerhalt in der 2.Liga so feiern? Hätten die Spieler sich nicht lieber alle in den Sonderzug begeben sollen?
Ja, in einer perfekten Welt wäre das so. Die haben wir aber nicht, auch nicht beim FCSP, und dann feier ich lieber nur mit den Spielern, die das dann auch freiwillig und gerne tun, passt schon.

Wie geht es weiter?
Erst mal durchatmen, auch hier im Blog.
Am 10.Juni ist die Auslosung der 1.Runde im DFB-Pokal, wir werden Anfang August ein Heimspiel gegen einen Erst- oder Zweitligisten haben.
Auftakt zur 2.Liga ist bereits am Wochenende um den 25.Juli, womit die 2.Liga wieder zwei Spieltage “exklusiv”, ohne die erste Liga hat. Nun denn.

Schöne Sommerpause! // Frodo

Links:
– MillernTon-Podcast Vor und Nach dem Spiel im Gespräch mit Boelle.org
– Bilder Aux Armes (auf Flickr)
– Bilder (und Bericht) Stefan Groenveld: “Verloren und doch gewonnen
– Bilder (und Bericht) Stefan Groenveld: “The Sonderzug Files
– Bilder USP
– Bericht FCSP South End Scum: “Matchday 34” (English)
– Bericht pathos93: “Erleichterung und Mahnung
– Bericht MagischerFC: “[Gastbeitrag] Der alte Mann und der Klassenerhalt
– Bericht Patrick Gensing: “Gekommen um zu bleiben…
– Bericht Fangirl1910: “Es ist geschafft
– Bericht BreitSeite: “Eine Überschrift gibt immer eine Richtung vor…
– Bericht Couchgepöbel: “Von Aufstiegen, Nichtabstiegen und…
– Bericht BLOCKNACHBARN: “Geschafft!
– Bericht KleinerTod: “In Darmstadt verloren, doch die Klasse gehalten…
– Bericht Hamburg ist Braun-Weiß: “Verloren und trotzdem gerettet…
– Video: Sören Gonther zum Klassenerhalt
– Video: Philipp Tschauner zum Klassenerhalt und zum Abschied
– Video: Robin Himmelmann zum Klassenerhalt

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NdS – Sp34 – SV Darmstadt 98

Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.

Der FC St. Pauli hält trotz des 0-1 in Darmstadt die Klasse und wird auch in der nächsten Saison am Spielbetrieb der Zweiten Bundesliga teilnehmen. Thomas von boelle.org darf mit seinen Lilien in die Bundesliga aufsteigen. Und Fettes Brot setzt Trainer Ewald Lienen ein musikalisches Denkmal. Viel Spaß beim Anhören!

Viel Glück in der Bundesliga, Thomas! // Michael

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VdS – Sp34 – SV Darmstadt 98

Thomas von boelle.org will unbedingt mit Darmstadt 98 aufsteigen, damit sich der Verein sanieren kann. Ich will unbedingt mit dem FC St. Pauli nicht absteigen. Beste Vorraussetzungen für ein flottes Gespräch vor dem letzten Spieltag der Saison. Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächste Woche, Thomas! // Michael

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NdS – Sp33 – VfL Bochum

Hach, was war das schön am Sonntag. Mit 5-1 im letzten Heimspiel der Saison den VfL Bochum niedergerungen. Und andererseits so verstörend. Noch immer sind wir nicht gerettet und der Ligaverbleib steht nach wie vor in den Sternen. Alle da unten wollen irgendwie drin bleiben – was verständlich ist. Nun müssen wir am Sonntag zum bärenstarken Aufsteiger nach Darmstadt, der immerhin noch direkt in die Bundesliga aufsteigen will und auch kann. Supportet, drückt die Daumen, dann schaffen wir das! Nach den letzten Spielen wäre ein direkter Abstieg oder die Relegation eine große Enttäuschung. Heute sprach ich wieder mit Marcel vom VfL Bochum. Viel Spaß beim Anhören!

Danke für deine Zeit und bis nächste Saison, Marcel! // Michael

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