VdS – Sp31 – Rasenballsport Leipzig

Ich sprach heute Matthias, der besser unter dem Namen Rote Brause Blogger bekannt ist. Ihr findet ihn auch auf Twitter und bei Facebook. Für den FC St. Pauli geht es beim Spiel am Sonntag schon fast um die Existenz. Bei dann noch zwei verbleibenden Auswärtsspielen und einem Auftritt zu Hause gegen den VfL Bochum, könnte uns RB Leipzig mit seinem starken Kader schon fast die Kerzen ausblasen. Um so wichtiger dagegenzuhalten und die Punkte in Hamburg behalten. Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächsten Montag, Matthias! // Michael

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NdS – Sp29 – 1. FC Nürnberg

Ich sprach heute wieder mit Alexander und Stefan von Clubfans United. Ein Spiel mit einem Tor in letzter Minute durch Lasse Sobiech und dem damit verbundenen Sieg liegt hinter uns. Puh, einmal durchatmen. Wir haben das natürlich alles in gewohnter Weise aufgearbeitet. Nach einer bisher sehr “klebrigen” Saison, scheint das Pech von der Buffern der Boys in Brown gefallen zu sein. Gut so, denn ist wird noch ein schwieriger Weg, bis die Klasse gehalten ist. Wem wir den Sieg in der Hauptsache zu verdanken haben, konnte jeder im Stadion sehen. Ich habe es dann direkt nach dem Spiel noch mal dokumentiert:

Mit Alexander und Stefan sprach ich noch kurz über diese Angelegenheit in Sachen Crystal Meth.

Viel Spaß beim Anhören!

Danke für eure Zeit, Alexander & Stefan und bis zur nächsten Saison! // Michael

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VdS – Sp29 – 1. FC Nürnberg

Ich sprach heute mit Alexander und Stefan von Clubfans United. Ihr findet sie natürlich auch auf Twitter und zig anderen Kanälen. Und Michael Meeske ist schon seit 2004 beim FC St. Pauli, also seit 11 Jahren. Oha, wie die Zeit vergeht. Viel Spaß beim Anhören!

Zusatz: Ich erwähne in der Folge ligagott.de. Wer hier mal ein bisschen herumspielen will – hier geht es direkt zum Magischen Verein.

Bis nächsten Montag, Alexander & Stefan! // Michael

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Der “Flankengott von Fehmarn” – Ein launiges Gespräch mit St.Paulis U23-Manager Hermann Klauck

(Dieses Interview erschien bereits im ÜBERSTEIGER 119.)

Am 16. Januar feierte Hermann Klauck, den Thomas Meggle als die “Seele des Vereins” bezeichnet, seinen 80. Geburtstag. Die Hälfte seiner Lebenszeit widmete der heutige U23-Obmann dabei dem FC St. Pauli. Dem Übersteiger erzählt der gebürtige Hamburger von seinen Anfängen am Millerntor, redet über den unangenehmsten Zeitgenossen seiner St.-Pauli-Vita, seine Dispute mit Heinz Weisener, wie es mit dem Fußball an der Waidmannstraße weitergehen soll und was man sonst noch so alles in einem annähernd halben Jahrhundert Vereinsleben miterlebt.

Hermann Klauck - Team-Manager FCSP U23

Hermann Klauck – Team-Manager FCSP U23

Übersteiger: Hermann, die braun-weißen Farben begleiten dich nicht erst, seit du beim FC St. Pauli mitmischst…

Hermann Klauck: Richtig. Ich habe mit neun Jahren bei Komet Blankenese mit dem Fußballspielen begonnen und dort bis zur A-Jugend gespielt; und die haben ja bekannntlich die gleichen Vereinsfarben wie wir. Dann hat mich die SpVgg Blankenese geholt, wo ich betreits als 17-Jähriger in der Ligamannschaft auflief. Unter anderem zusammen mit Hermann Michael, der später von 1945 bis 1949 bei St.Pauli erfolgreich als Linksaußen gespielt hat (Anm. des Autors: 20 Tore in 39 Oberligapartien). Ich selbst hatte dann leider zwei Knöchelbrüche und konnte später nur noch bei den Alten Herren von Urania 03 kicken.

Hattest du eine feste Position?

Früher hieß das mal Mittelläufer, heute Innenverteidiger; die Rechtsaußen-Position habe ich aber auch eingenommen und wurde zum Flankengott von Fehmarn. Den Titel bekam ich deshalb, weil die Ligaelf St. Paulis oft ihr Trainingslager beim damaligen Präsidenten Otto Paulick auf Fehmarn absolvierte und ich dann manchmal mitkicken und die Ecken schießen durfte, wenn Spieler fehlten. Das muss Mitte der 1980er Jahre gewesen sein.

Bist du eigentlich auch in Blankenese aufgewachsen? Ich las auch was von Iserbrook – und geboren worden sein sollst du sogar auf St. Pauli. Und: In was für Verhältnissen war das?

Aufgewachsen bin ich in Isebrook in der Andersenstraße, aber in der Lerchenstraße geboren. Dort wohnte eine Tante von mir und meine Mutter war dort zu Besuch und brachte mich darum dort auf die Welt. Das Schicksal wollte es wohl so, dass in meine Gene auch der FC St. Pauli eingepflanzt wurde. In der Andersenstraße gab es eine Siedlung von der Deutschen Werft, wo mein Vater arbeitete. Ich hatte noch zwei jüngere und einen älteren Bruder, und mein Vater starb mit 46 Jahren; deshalb musste meine Mutter quasi Tag und Nacht arbeiten, um für uns vier Jungs zu sorgen. Ich habe auch geholfen und nach der Schule zum Beispiel auf einem Bauernhof gearbeitet oder morgens Zeitungen ausgetragen. Das war damals eine schon sehr harte Jugendzeit. Eigentlich wollte ich Lehrer werden, das ging aber leider nicht. Aber: Es war eine sehr lehrreiche Phase, in der ich fürs weitere Leben so Einiges mitgenommen habe.

Zum FC St. Pauli bist du 1972 über deinen Sohn Torsten gekommen, seit 1974 übst du diverse Funktionen im Verein aus, seit 1976 bist du Vereinsmitglied. Kannst du dazu was erzählen…

Torsten war Stürmer und Linksfuß und ist zehnjährig zum FC St. Pauli gewechselt. Wir haben in Bramfeld gewohnt – wo ich bis heute lebe – und weil das so weit weg war vom Millerntor, hat der FC St. Pauli meinen Lütten zwei Jahre lang zu jedem Training abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Seit ich dann beruflich am Mittelweg zu tun hatte, habe ich Torsten selbst nach St. Pauli kutschiert und wieder abgeholt. Ich wurde dann Betreuer meines Sohnes und habe dessen 62er-Jahrgang von der E- bis zur A-Jugend begleitet. Als die A-Jugend-Zeit 1981 vorbei war und mein Sohn in den erweiterten Kader der Ligaelf gewechselt war, habe ich zusammen mit “Reisemarschall” Walter Schröder St. Paulis Ligamannschaft als Betreuer übernommen. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt aufhören, aber die Vereinsführung kam dann auf mich zu und bat mich inständig, doch bitte das Amateuroberliga-Team (Anm. des Autors: damals 3. Liga) zu managen. Als wir dann 1988 in die 1. Bundesliga aufgestiegen waren, stieg der Zeitaufwand deutlich, und ich konnte das ganze Ehrenamt mit meinem Beruf leider nicht mehr vereinbaren. Obwohl das Ganze bis dahin sehr viel Spaß gemacht hatte. Mein Nachfolger wurde dann Georg Volkert. Letztlich habe ich die Amateure wieder als Betreuer übernommen. Seinerzeit hatte ich wöchentlich bis zu 60 Stunden in die Firma und bis zu 40 Stunden in den Verein investiert. Auch das hat mir, neben meinem Zigarillo-Paffen – ich habe allerdings nie “richtig” geraucht – irgendwann Bypässe eingebracht.

 Hast du immer nur ehrenamtlich für den Klub gearbeitet?

Die ersten 34 Jahre war meine Tätigkeit ohne Zuwendungen seitens des Vereins. Im Gegenteil: Der Verein war ja lange klamm, und wenn beispielsweise mal der Bus zur Auswärtsfahrt vorab bar bezahlt werden musste, dann haben Schröder oder auch ich das kurzerhand aus eigener Tasche übernommen. Mal haben wir das Geld wiederbekommen, mal aber auch nicht. Mittlerweile bekomme ich aber im Rahmen eines kleinen Vertrages als Angestellter eine Art Aufwandsentschädigung.

Dein Sohn, der übrigens bis heute einen 1987 mit fünf Treffern nach 18 Spielminuten aufgestellten Torrekord für St. Paulis Amateurelf hält, ist dann anschließend zum HSV gegangen, wo er bei den Amateuren gespielt hat. Warum bist du denn damals eigentlich nicht mitgegangen, zumal du ja sogar mal Dauerkartenbesitzer bei den Rothosen warst?

Ja, Mitte der 1960er Jahre hatte ich zwei Jahre lang eine Dauerkarte für den Hamburger SV. Es hatte mir bei St. Pauli dann aber so gut gefallen, dass das für mich gar nicht in Frage kam. Der Verein wirkte auf mich wie eine große Familie, und ich empfinde das auch heute noch so. Hier fragt dich beispielsweise keiner, wenn du neu zum FC kommst, wer du bist oder wo du herkommst. Mir hat das Umfeld des FC St. Pauli immer sehr gut gefallen, die Fankultur, kaum jemand nimmt sich zu wichtig. Ich bin ein Typ, der gerne in der zweiten Reihe arbeitet, und das kannst du hier auch ganz gut – und wirst trotzdem ernst genommen.

Am 16. Januar bist du 80 Jahre jung geworden. Nun entdeckte ich zufällig, dass du somit am selben Tag und im selben Jahr wie Udo Latteck geboren wurdest. Hast du den mal persönlich kennengelernt?

Ja, einmal. Aber nicht direkt im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Vereinsmanager. Das war auf einer Sportveranstaltung Mitte der 80er in einem Hotel am Dammmtor, wo wir zufällig beim Büfett nebeneinander standen und ins Gespräch kamen. Ich habe ihn dann gefragt, ob er wüsste, das wir was gemeinsam haben. Konnte er natürlich nicht, er kannte ja nicht einmal mich. Ich habe seine Vita immer verfolgt und dann natürlich auch mitbekommen, dass es ihm in den letzten Jahren nicht mehr so gut ging. Wie das Leben eben so spielt. Ich glaube, mich selbst hält fit, dass ich immer mit jungen Leuten zu tun hatte und auch noch habe. Und so lange ich meine, dass Alles noch gesundheitlich packen zu können, will ich auch weitermachen. Soweit der Verein das auch will.

Du bist nun seit über 40 Spielzeiten am Millerntor aktiv; welche waren währenddessen deine angenehmsten und/oder interessantesten Begegnungen mit Trainern, Spielern oder Funkktionären und warum?

Schwierig. Natürlich gab es da einige; aber wenn ich jetzt Namen nenne und jemanden vielleicht bei so einer Aufzählung vergesse, gibt es nur böses Blut. Darum möchte ich an dieser Stelle auch keine Personen besonders herausstellen. Auf jeden Fall waren aber alle Präsidenten, die ich erlebt habe, Charaktere, die den Verein positiv geprägt oder beeinflusst haben. Bei jedem kann der eine oder andere Kritikpunkt angebracht werden, aber sie haben es stets geschafft, den Verein am Leben zu erhalten. Mit welchen Mitteln auch immer. Ob sie immer legal waren oder eher nicht, darüber kann man nun im Nachhinein natürlich streiten oder anderer Meinung sein. Allergrößten Respekt habe ich vor Corny Littmann. Wenn er mit seinem Mut nicht für den Verein eingestanden wäre, dann hätten wir heute sicherlich kein Stadion in dieser Form.

Was sagst du denn zu Littmanns Nachfolgern?

Ich war tendenziell auch mit dem Präsidium um Stefan Orth sehr zufrieden, und das heutige Präsidium muss beweisen, dass es es auch kann. Wie ich die ersten Ansätze erkenne, bin ich aber guter Dinge, trotz der momentanen sportlichen Situation. Aber ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass der FC St. Pauli seine Heimat direkt an der Elbe hat: Der Verein lebt mit Ebbe, Flut und Tide – mal geht’s rauf und mal geht’s runter. Jetzt müssen wir aber sehen, dass wir da untern rauskommen und in der 2. Liga bleiben. Das wird ein verdammt harter Weg, weil die Liga in dieser Saison sehr ausgeglichen ist. Ich bin aber immer ein optimistisch und positiv gestimmter Mensch. Außerdem halte ich es da auch mit Ewald Lienen, der kürzlich meinte, dass Hoffnung etwas mit Arbeit zu tun habe.

Zurückkommend auf deine Wegbegleiter in deinem Lebenslauf: Gab es auch Menschen, mit denen du so gar nichts anfangen konntest?

Uli Maslo. Das war ein sehr merkwürdiger Typ, mit dem ich nie klargekommen bin.

Das U23-Fanmagazin “Der Amateur” schrieb 2007 über dich: “Seine Ohren sind allzeit für jeden offen und doch kann er zum richtigen Zeitpunkt so wunderbar weghören.” Was meinten die Kollegen denn wohl mit dem zweiten Teil ihrer Einschätzung genau?

Das soll wohl nur bedeuten, dass man nicht alles, was gesprochen wird, auf die Goldwaage legen sollte. Ja, das passt charakterlich zu mir.

Hermann, man erlebt dich normalerweise als sehr ruhigen und ausgeglichenen Zeitgenossen. Was bringt dich denn dennoch auf die Palme?

Wenn eigene Fußballspiele durch ungerechte Entscheidungen entschieden werden. Oder auch Ungerechtigkeiten im “normalen, wirklichen” Leben. Aber mit meinem Privileg des Alters bin ich mittlerweile schon sehr abgeklärt und ruhig geworden.

Welches sind denn für dich diejenigen Ereignisse rund um den FC St. Pauli, die dir am prägendsten in Erinnerung geblieben sind?

Der Aufstieg in Ulm 1988 durch den 1:0-Sieg mit dem Zander-Tor. Das war ich als Betreuer dabei und habe alles mierlebt: Das Spiel und die Feierlichkeiten in Hamburg: Empfang am Flughafen, mit dem Bus von dort zur Reeperbahn – dabei zwei Runden um den Rothenbaum-Sportplatz herum –, die Nacht durchgefeiert. Das war schon klasse. Aber auch die Ostafrika-Tour 1982/83, wo wir als Nationalelf angekündigt waren und gegen diverse Nationalmannschaften gespielt haben – witzig, interessant und lehrreich.

Welche später bekannter gewordenen Akteure konntest du im Laufe deiner Manager-Aktivitäten überzeugen, zu den Braunweißen zu wechseln?

Deniz Baris, den wir von Este 06/07 geholt haben, Matthias Scherz aus Scheeßel, Jens Scharping vom ETV, Joe Enochs, Berkan Algan – um nur einige zu nennen. Und natürlich Fabian Boll aus Norderstedt, der, wie sich später herausstellte, wie die Faust aufs Auge zu diesem Verein passt. Aber um eines klarzustellen: Ich war nicht dazu da, um die Spieler zu entdecken, sondern um sie zu verpflichten. Entdeckt haben diese Spieler andere…

Im Oktober 1991 bist du, nachdem du bereits seit 1982 dem Vorstand anngehört hattest, für zwei Jahre zum Vizepräsidenten beim FC St. Pauli unter Vereinschef Heinz Weisener gewählt worden. 1994 hast du dann nach zwölf Jahren auch den Vorstand verlassen. Wie sehen deine Erfahrungen aus diesen bewegten Zeiten aus? Und warum hast du dir das seinerzeit überhaupt angetan?

Weisener war damals ja bekanntlich nicht der allergrößte Fußballlsachverständige und darum wollte ich mich, auch um die Amateursparte würdig zu vetreten, mit meinem sportlichen Wissen ein wenig nützlich machen. Meine Berufung als Vizepräsident stellte sich aber schnell als Fehlentscheidung heraus, zumal mir Weisener bei Präsidiumsentscheidungen, wo ich anderer Meinung war als er, deutlich durch die Blume zu verstehen gab, dass ich doch bitte nicht über seine investierten Millionen mitentscheiden solle. Wenn ich aber nur abnicken sollte, dann war das Ganze nichts für mich, und ich habe diese Episode deshalb nach zwei Jahren beendet.

Der FC St. Pauli hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark verändert – nicht nur durch die Stadion-Rekonstruktion. Insbesondere fällt auch auf, dass das Faninteresse an der zweiten Mannschaft merklich nachgelassen hat und das einst nahezu untrennbare Band zwischen U23 (damals Amateure) heute quasi nicht mehr existiert. Wir schätzt du die heutige Situation ein? War früher alles schöner?

Wir versuchen nachwievor, unsere Amateur-Heimat an die Waidmannstraße zu bringen. Wir sind weiterhin im Gespräch mit Union 03 sowie der Stadt; das Problem ist aber immer noch der dort geplante Kunstrasenplatz (der den Grandplatz ersetzen soll), auf dem dann all jene Teams kicken sollen, die momentan noch auf dem Rasenareal ihre Kreise ziehen, für den es aber noch kein Okay der Stadtverantwortlichen gibt.

Wer entscheidet das denn jetzt wann?

Das Sportamt. Und sobald die Genehmigung da und der neue Platz gebaut ist, ist Union bereit – das haben wir auch schriftlich –, uns den Platz zur Verfügung zu stellen. Beim SC Victoria ging das leider nicht mehr: Wir haben da zwar sehr viel Geld bezahlt, aber der Platz war in einem schlechten Zustand. In Norderstedt haben wir diesbezüglich zwar ideale Bedingungen, aber der Weg dorthin ist für viele Fans natürlich viel zu weit. Ich bin da weiterhin am Ball und frage ständig nach. Man muss aber auch wissen, dass der Bau eines Kunstrasenplatzes nach der Genehmigung noch ca. ein halbes Jahr dauern wird.

Zum Derby gegen HSV II, das neulich leider ausgefallen ist, wären wohl schon noch ein paar Hanseln mehr gekommen, als es momentan in Norderstedt der Fall ist. Aber warum findet dieses Saisonhighlight nicht ohnehin am Millerntor statt?

Tja, das ist eine lange Geschichte. Den Termin für dieses Derby beeinflusst die Polizei sehr stark durch für mich nicht nachvollziehbare unnötige erhöhte Sicherheitsauflagen. Ich habe gefragt, wie es sein kann, dass in München die zweiten Mannschaften des FC und von 1860 vor 8.000 Zuschauern spielen können, wir es aber nicht schaffen sollen, ein solches Spiel am Millerntor stattfinden zu lassen. Die Antwort war: ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Wir müssen aber weiterhin alle Hebel in Bewegung setzten und sehr viel Überzeugungsarbeit leisten beim NFV und der Polizei, um nächste Saison wieder vor einer großen Kulisse am Millerntor zu spielen zu können. Das hat vergangene Saison doch auch geklappt.

Aber nochmal zurück zum Vergleich zu früher: Ich finde, dass sich seit zwei bis zweieinhalb Jahren die Zusammenarbeit zwischen U23 und Profis wirklich sehr gut darstellt. Es gab Zeiten, wo wir das fünfte Rad am Wagen waren. Ich freue mich, dass der Durchlass von U19 und U23 zu den Profis sehr positiv geworden ist.
Aber wirklich durchgesetzt hat sich noch keiner, weder Startsev, noch Kurt, noch Empen, noch Litka – Bantley Baxter Bahn ist bei Kickers Stuttgart gelandet, Kulikas bei VfL Bochums Zweiter.

Das sind aber alles gute Jungs, die den Sprung ins Profitum schaffen können. Und ob Litka, Empen & Co. damit geholfen wäre, sie in so einem Abstiegskampf, wie wir ihn jetzt haben, ins kalte Wasser zu schmeißen, wage ich zu bezweifeln.

Deine offizielle Funktion beim FC St. Pauli schimpft sich heute “Team-Manager U23″. Kannst du unseren Lesern mal kurz umreißen, was das im Alltag heutzutage an Arbeit für dich bedeutet…

Vom Zeitaufwand bin ich 3-4 Mal pro Woche beim Training hier an der Kollaustraße, bin 1-2 Mal wöchentlich stundenweise auf der Geschäftsstelle für unter anderem Vertragsverhandlungen, Gehaltsabrechnungen, anfallende Nebenkosten, organisiere die Auswärtsfahrten, kümmere mich nach Bedarf auch um die einzelnen Spieler und so weiter. Zuletzt hat mich Andreas Kreft beim Organisatorischen allerdings kräftig (sic!) unterstützt. Auch beide Trainer unterstützen mich in meiner Arbeit. Wir sind ein gutes Team – einer hilft dem Anderen. Alles in allem komme ich wöchentlich wohl auf 30 Stunden – plus der Bürozeit, die ich zu Hause mache. Aber: So lange aber mehr als 50 Prozent dieser Arbeit Freude macht, ist das keine Belastung für mich.

Und was sagt eigentlich deine Gattin Uschi dazu, mit der du am 6. März den 56. Hochzeitstag gefeiert hast und die drei Viertel eurer Ehe mit dem FC St. Pauli hat teilen müssen?

Sie hat mich, so weit es ging, immer unterstützt und anfangs auch begleitet, und zu den Heimspielen unserer Ersten sitzen wir zusammen in der Südkurve. Und beim “Alten Stamm”, wo ich ja auch seit geraumer Zeit aktiv bin, ist sie meistens auch dabei. Heute fragt sie mich allerdings schon mal: Hermann, du bist jetzt 80. SWie lange willst du das eigentlich noch machen?

In einem Interview hast du selber einmal formuliert, dass du bis 2022 weitermachen wollest, dann wären die “50 Jahre voll”. Hat das noch Bestand? Sind ja nur noch sieben Jahre…

Da muss der Körper natürlich auch mitmachen. Aber: So lange ich fit bin und das gut schaffe und der FC St. Pauli das will, bleibe ich dabei. Ich setze mir da weder Ziele noch Grenzen. Wenn es nächstes Jahr vorbei ist, dann ist es halt so; und wenn ich merke, es geht nicht mehr, bin ich wohl ehrlich genug zu mir selbst, dies zu erkennen und selbst die Konsequenz zu ziehen.

Welche Ziele habt ihr euch mit der U23 für die kommenden Jahre gesetzt? Sollten wir in die 3. Liga aufsteigen und/oder in jedem Jahr mindestens zwei Nachwuchskicker in die Erste schicken?

Wir sind ja eine reine Ausbildungsmannschaft und deshalb ist es wichtig, dass wir die Regionalliga halten und dort eine vernüsftige Rolle spielen und nicht absteigen, um den einen oder anderen Kicker weiterzuentwickeln, damit er Chancen nach oben hat. Zum Fußball gehört eben nicht nur Können und Ausbildung, sondern auch Glück. Du musst mit den jungen Spielern Geduld haben und sie nicht zu sehr unter Druck setzen.

Der Aufstieg in die 3. Liga ist mittelfristig keine Option?

Nein, das geht allein finanziell für uns schon gar nicht und ist auch rein sportlich kein entscheidender Vorteil gegenüber der Viertklassigkeit.

Hermann, herzlichen Dank für die angenehme Unterhaltung. // Ronny

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MT018 – 25 Jahre Fanladen

Große Dinge erfordern große Würdigungen. Der Fanladen St.Pauli ist nicht einfach “nur” ein Fanprojekt. Für mich, wie wohl für sehr viele / die meisten / alle St.Pauli-Fans, die sich selbst als aktiveren Teil der Fanszene wahrnehmen, ist der Fanladen schlicht das Herz dieses Vereins und seiner Fans. Und sehr viel, was heute für (nicht nur St.Pauli-) Fans selbstverständlich ist, hat seine Ursprünge in jenen Monaten und Jahren Ende der 80er und Anfang der 90er, als Fußballfans für den Großteil der Gemeinschaft noch deutlich größere Exoten waren, als es “die Ultras” heute für viele sind. Insofern dachte sich Justus, dass eine Sendung mit dem Thema “25 Jahre Fanladen” doch eine gute Idee sei und wir luden alle Fanbeauftragte, die der Verein in dieser Zeit hatte, zur Sendung ein. Betrachtet man den Zeitraum, sind es übrigens erstaunlich wenig:
– Sven Brux
– Hendrik Lüttmer
– Heiko Schlesselmann
– Stefan Schatz
– Justus Peltzer / Carsten Kupisch (beide aktuell)

Heiko musste beruflich absagen, Carsten hatte ebenfalls andere Verpflichtungen, wurde aber ja von Justus bestens vertreten und leider fiel Stefan krankheitsbedingt kurzfristig aus, Gute Besserung!

Aber es gab natürlich trotzdem genug zu besprechen, daher überschritten wir die angepeilte 90 Minuten – Marke (haha) nur ganz knapp (hahaha). Neben Justus noch von der Stammbesetzung unseres Fashionpodcasts dabei:
– Wolf
– Christoph
– Sebastian
– Wilko
– Maik

Wissenswertes zur Sendung:
- Geschichte des Eisschnelllaufs
Wolfs Einladung zum Schnuppertraining im November
Einführung ins Klootschießen
Feldwettkampf Klootschießen (fragt nicht…)
Fussball und Liebe
Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte
(Miniturnier Sa. und So., 15.00h – 18.00h)

Viel Spaß! // Maik

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NdS – Sp27 – Fortuna Düsseldorf

So einfach kann Fußball sein! Mit einem 4-0 Sieg Kantersieg über Fortuna Düsseldorf befreit sich der FC St. Pauli, verlässt den letzten Platz und steht erstmalig seit dem 11. Spieltag wieder auf einem Relegationsplatz. Ein Abend für Genießer und ein Abend der einen jungen Mann aus Südkorea zum Größten machte. Bei seinem ersten Einsatz im Profiteam war Kyoung-Rok Choi der Spieler des Spiels. 2 Tore nach 16 Minuten und eine Vorlage zum 4-0 von Buballa – was für ein Einstand. Insgesamt habe ich viele gute Spieler am Montag auf dem Platz gesehen, was sich dann auch in der Elf des Tages beim Kicker widerspiegelt. Hier fehlt mir eigentlich noch der bärenstarke Waldemar Sobota, der ein super Spiel gemacht hat – und das nach gerade erst überstandener Verletzung.

Ich sprach heute wieder mit Boris aus Düsseldorf, der momentan nicht gerade gut auf Vereinsführung und die eigene Mannschaft zu sprechen ist.

Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächste Saison, Boris! // Michael

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VdS – Sp27 – Fortuna Düsseldorf

Auf geht’s! Länderspielpause adé. Am Montag empfängt unsere Mannschaft die Elf von Fortuna Düsseldorf. So sprach ich heute mit Rainer Wendt und Boris von der Fortuna. Die genauere Vorstellung von Boris haben wir uns heute gespart, denn die gab es bereits beim Hinspiel – hört ihr hier. Während Boris unter der italienischen Frühjahrssonne in Madrid weilte, um für die Fortuna zu scouten, sprachen wir über Eishockey, neue Trainer und natürlich über Fußball. Ich bitte die kleine Unterbrechung zu entschuldigen – Boris musste Geld nachwerfen und dann stand die Leitung auch wieder 1A (Und ich hatte keinen Bock das herauszuschneiden.). Viel Spaß beim Anhören!

Auf ein Bier am Montag, Boris! // Michael

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26.Spieltag (A) – 1.FC Union Berlin

1.FC Union Berlin – FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Sebastian Polter (89.)
Zuschauer: 21.717 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Gonther bei 1860.
Maier gegen FSV Frankfurt.
Himmelmann in der Alten Försterei.

Puh, irgendjemand von uns muss dem Fußballgott in der Winterpause aber mal so richtig geärgert haben. Ins Frühstücksmüsli gekackt oder sowas, anders kann man sich das alles nicht mehr erklären.

Es begann wie so oft, als Fußballfan auf Auswärtstour: Großartig!
Der beste Fanclub der Welt, “Die feuchten Biber” (DfB) hatte sich auf seine alten Tage mal wieder aufgerafft und fuhr nahezu geschlossen auswärts. Dekadent, mit ICE und Hotelübernachtung, wie es sich für uns gehört. Schließlich gehörte uns damals auch die URL elitaer-arrogant.de, man muss ja seinen Ruf auch pflegen.
Besonderes Schmankerl: Ich hatte Junior erstmals auf Auswärtstour dabei, yeah! Dementsprechend bestimmte die Hinfahrt nicht wie früher bei den Bibern das hemmungslose Vernichten von Drogen aller Art und gestochen scharfe sportliche Analysen, sondern… Match Attax! (Nein, googelt das nicht…)
Und die Groundhopper App! (Ja, wer die nicht hat darf sie googeln – und installieren!)

Ja, Zeiten ändern sich.

In Berlin dann zügig ab zum Stadion, Junior wollte das alles schließlich in sich aufsaugen. Und normalerweise dürfte sich kaum ein Stadion besser dafür eignen, als die Alte Försterei, aber irgendwie ist der Zauber da verflogen.
Ja, es ist angenehm, wenn der Stadionsprecher einen freundlich begrüßt und es auch so rüberkommt, als würde er es ernst meinen. Und die Choreo sah auch schick aus.
Aber danach? Stimmungsmäßig eine Vollkatastrophe.

Okay, ich muss zugeben, dass ich selbst beim Tor die Unioner kaum gehört habe. Lag also vielleicht nicht nur an der Stimmung, sondern auch an den baulichen Voraussetzungen im Gästeblock. Wir standen ziemlich weit rechts (Blickrichtung Spielfeld), direkt an dieser Plexiglas/plastikwand. Die hat offensichtlich zwei große Nachteile: Zum Einen kann man (je nach Reihe) einen erheblichen Teil des Spielfelds nicht sehen, weil dieser verdeckt wird oder die Wand spiegelt. Zum Anderen schluckt sie wohl dann auch die Akkustik, dementsprechend kann ich zur Stimmung bei Union eben nur meinen enttäuschten Eindruck wiedergeben. Ob er berechtigt war, müssen dann andere beurteilen.

Bei uns gab es vor dem Spiel wohl für eine Fangruppe Ärger mit Team Green, daher hingen die meisten Blockfahnen verkehrt herum.
Der Stimmung selbst tat dies aber keinen Abbruch, die war positiv und lautstark… bis dann irgendwann der obere Stehplatzbereich “Fahnen runter, Fahnen runter!” skandierte.
Kurze Unruhe, etwas Gepöbel, soweit ich es mitbekommen habe aber nichts wesentliches.

Ingesamt ein wohl müßiges Thema. Ich will während des Spiels schreien, lachen und singen – aber eben auch das Spiel sehen. Für mich wäre so eine Position hinter den Fahnen also ein ziemliches Ärgernis. Dies kenne ich aber nun schon seit Jahren, und entschließe mich daher (je nach Gästeblock) dann eben für einen Platz im Stehplatzbereich, von dem aus ich besser gucken kann (weiter zur Seite wäre ebenso möglich gewesen wie weiter unten), oder nehme gleich eine Sitzplatzkarte.
Letzteres kann sich sicher nicht jeder leisten, für Ersteres muss man natürlich einerseits um die Angewohnheit der Ultras wissen, Fahnen zu schwenken (wobei USP hier im Vergleich zu anderen Gruppen noch ziemlich gemäßigt fungiert) und andererseits dann auch bereit sein, früh genug da zu sein und entsprechende Plätze zu wählen. Bzw., wenn es einem erst später auffällt, seinen vermeintlich guten Platz wieder einzutauschen.
Und mal ehrlich: Die Karten für das Spiel bei Union gehen so exklusiv weg, dass da kaum jemand als Gelegenheitsbesucher völlig zufällig im Gästeblock landet.
Will sagen: Ich fand die Rufe peinlich und doof, das hätte man besser wahlweise klaglos akzeptiert oder wäre eben in der Halbzeit runtergegangen um das zu besprechen.
Das dieser leicht pampige Chant nicht zielführend sein kann, hätte jedem klar sein müssen.
Und während unten eben größtenteils die standen, die bei jedem Auswärtsspiel dabei sind, hatte man bei vielen Rufern oben eher das Gefühl, dass die sich jetzt um ihr ein(zwei)maliges Erlebnis Auswärtsfahrt betrogen sahen. Denn komischerweise kommen solche Rufe eben nicht in Aue, Sandhausen oder Karlsruhe.
Just my 2 cents.

Zum Spiel: *gnarf*
Wie schon bei 1860 ein Spiel, welches man eigentlich gewinnen muss. Nun hatten wir nicht die ganz große Anzahl an 100%igen Torchancen, aber Feldüberlegenheit und bessere Spielaufteilung und auch sonst alles, während von Union so gut wie gar nichts kam und man ihnen die Verunsicherung nach dem 0:5 in Darmstadt anmerkte.
Aber: Wenn man dann die herausgespielten Chancen nicht nutzt, muss man mit dem 0:0 eben leben…

Tja, und dann die 89.Minute. Rückpass zu Robin Himmelmann, der läuft ein paar Meter an der Strafraumgrenze entlang, will schießen, der Ball hoppelt plötzlich hoch, Luftloch, Polter, Tor. Unfassbar.
Neben mir ein völlig aufgelöster und fassungsloser Junior, der in Ermangelung von Lebenserfahrung in Tränen ausbricht und ständig “Das muss doch Abseits gewesen sein!” schreit, weil es einfach nicht anders erklärbar ist.
Wie sang schon so schön ein zeitgenössischer Dichter und Denker:

Tragik ist wie Liebe, ohne Happy End –
Und eines ist wirklich sicher, dass die Tragik St.Pauli kennt.

Wird Junior wohl noch lernen in den nächsten Jahren, auf die harte Tour.

Dann war Schluß. Fassungslosigkeit im Gästeblock – und Trotz!
“Himmelmann! Himmelmann!”-Rufe, die unseren Keeper aufbauen sollten.
Philipp Tschauner, der als Erster bei Robin war und ihn tröstete. Sollte in einem Mannschaftssport sicher so sein, gefiel mir aber trotzdem sehr. Danke, Tschauni!

Und dann die Szene, die einem zumindest ein kleines Lächeln aufs Gesicht zauberte und sogar Junior wieder lachen ließ:
Ein besonderer Unsympath hatte sich aus dem Heimbereich über den Zaun aufgemacht und hoppste nun fröhlich vor dem Gästeblock auf und ab. Beide Mittelfinger abwechselnd in die Luft werfend, wie es weder Varoufakis noch Böhmermann hätten besser machen können.
Und weil die Ordner etwas unschlüssig waren, dachte sich unser Torwarttrainer Matze Hain: “Den hab ich so lieb, den umarm ich jetzt und kuschel mit ihm auf dem Boden!” Leider wollten dann anschließenddie Ordner mitkuscheln.
Großes Tennis, Matze, vielen Dank!
(Foto aus der Gallery auf der Vereinshomepage.)

Für Junior und mich ging es dann recht fix ins Hotel, draußen traf ich u.a. noch Jimmy aus Belfast (Cheers!) und überall sah man ratlose Gesichter. War es das jetzt?

Quatsch, natürlich nicht!  Zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sind bei noch acht Spielen ja nicht unmöglich. Aber leichter wird es halt auch nicht.

Achtung, steile Theorie: Nach dem nächsten Spiel können wir eventuell auch rechnerisch nicht mehr aufsteigen, vielleicht fällt dann dadurch der Druck vom Team ab und wir gewinnen dann endlich den Rest der Spiele!
(Ha, da muss man erst mal drauf kommen!)

Okayokay, es wird halt immer enger, die restlichen Spiele immer weniger – aber irgendwann muss diese Pechsträhne doch auch mal zuende sein, und wenn es denn dann eben erst in der Relegation ist, auch gut.

Nun ist erst mal Pause, ist vielleicht auch ganz gut so. Und danach hauen wir eben die Fortuna weg.

Am Samstag gab es dann erst mal einiges an Touri-Programm, später noch Hertha 03 Zehlendorf gegen Lichterfelde Lichtenberg 47 (Knaller vor gut 120 Zuschauern, inklusive Rentnerfight) und irgendwann hatte uns Hamburg dann auch wieder.

Fazit:
Papa: “Na, wie war’s? Kuriert vom Auswärtsfahren?
Junior: “Nee, Papa, Niederlagen gehören dazu. Das war super! Und im nächsten Stadion haben die dann auch bestimmt nen besseren Rasen.” <3

// Frodo

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NdS – Sp25 – FSV Frankfurt

Da war doch noch was. Genau, das 1-1 gegen den FSV Frankfurt vom letzten Samstag. Dieses besprach ich am Dienstagabend mit Franziska UND mit Martin vom FSV Frankfurt. Kurz anhören, Mund abwischen und dann volle Konzentration auf das Spiel bei Union Berlin. Der Seitenhieb auf Frodo sei erlaubt: Ich bin mit der Tonqualität recht zufrieden. ;)

Danke Franziska, danke Martin! // Michael

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hsv, Werder, FC St.Pauli – die große Einheit?

Anm. der Redaktion: Dieser Text erschien am Wochenende bereits in unserer Ausgabe 119. Leider gab es hierbei einen ärgerlichen Fehler: Wir haben unserem Präsidenten, Oke Göttlich, folgenden Satz in den Mund gelegt: “Investoren finden wir auch nicht uncool.” Tatsächlich sagte er: “Sponsoren finden wir auch nicht uncool.”
Tja, der Teufel steckt im Detail und natürlich ist die Aussage eine gänzlich andere. Hierfür bitten wir um Entschuldigung.
Hier nun die überarbeitete Version, mit dem korrekten Zitat.

 

Clubs, Kunden, Investoren – wohin geht der Profifußball?“, unter diesem Titel hatte Mitte Februar die TAZ zu ihrem monatlichen Salon ins Schanzenviertel  eingeladen. Auf dem Podium saßen Dietmar Beiersdorfer (HSV), Marco Bode (Werder Bremen), Christian Brehm (Rote Kurve Hannover) und Oke Göttlich.

Ausgangspunkt der Diskussion zunächst auf dem Podium war die Frage, wie sich die Liga zu den Werksvereinen (Leverkusen, Wolfsburg), den von Unternehmen gepushten 2.Liga-Clubs wie Ingolstadt (Audi) oder RB Leipzig (Red Bull) und Investoren à la Hopp (Hoffenheim) und Kind (Hannover) verhalten sollte.

Dietmar Beiersdorfer bezeichnete sich als „Fußball-Romantiker“, der die Raute im Herzen trage, andererseits müsse man an Geldmittel rankommen, um der weltweiten Konkurrenz, besonders aber der englischen Premier League etwas entgegenzusetzen. Angesichts der Tatsache, dass er als Sportdirektor für Red Bull Salzburg und bei Zenit St. Petersburg tätig war, nahmen ihm die meisten ZuhörerInnen den Romantiker nicht ab. Es war bei ihm eher die Enttäuschung, angesichts des sportlichen Niedergangs nicht mehr (Stichwort: After Eight) bei den ganz Großen mitzuspielen, die ihn veranlasste davon zu sprechen, dass es schwierig sei, Geldmittel aufzutreiben. Sein Romantikerherz wird von Kühne bezahlt, der den Namen des Stadions für vier Jahre kauft und es wieder in Volkspark-Stadion umbenennt. Beiersdorfers Aussage, man müsse den Fußball allen offenhalten, gilt besonders den Investoren; die Vereinsmitglieder haben keinen Einfluss mehr, die Fans blieben zum Teil auf der Strecke, wie er angesichts des Auszugs der Fangruppierung „Chosen Few“ zugeben musste.

Marco Bode erschien da schon ehrlicher. Als Nachfolger von Willy Lemke gab auch er den Sozialdemokraten, der sich für einen sozialen Kapitalismus (in Bodes Worten: soziale Marktwirtschaft) aussprach. Deswegen könne er sich vorstellen, dass Werder auch viele kleinere Investoren ins Boot holen könne. Die Nachfrage aus dem Publikum, ob es ein Genossenschaftsmodell sei, überging er mit einem Lächeln. Auch der Name „Weser-Stadion“ sei nicht unbedingt tabu, auch wenn er momentan dank eines langfristigen Sponsors (EWE: regionales Stromunternehmen) gesichert sei. Werder hatte übrigens schon 2003 seinen Profibetrieb ausgegliedert in die SV Werder Bremen GmbH & Co. KG aA, auf die der Gesamtverein aber tendenziell Zugriff hat. Angesichts des wirtschaftsschwachen Einzugsgebietes von Werder konnte Bremen auch in seinen besten Jahren Bayern und anderen Vereinen in der 1.Liga nicht finanziell das Wasser reichen. Durch gutes Scouting und entsprechende Nachwuchsarbeit konnte der Verein von der Weser jahrelang an der Spitze der 1. Bundesliga mithalten. Mit diesem Image eines Davids spielte er sich in die Herzen der Fans, die ihm auch in schlechten Zeiten die Treue hielten. Angesichts des finanziellen Aufrüstens der Mateschitzs, Hopps sowie großer Unternehmen, musste Bode eingestehen: „Manchmal bin ich ratlos, wie es mit Werder in dieser Situation in der Bundesliga weitergehen soll.

Hörgeräte-Präsident Martin Kind von Hannover 96 gab sich in dieser norddeutschen Elefantenrunde nicht die Ehre. Stattdessen bekannte sich Christian Brehm von der Roten Kurve, Hannover 96 Supporters Club, resignierend dazu, dass er die Spiele der 1. Mannschaft nicht mehr besuche, sondern zur U23 gehe. Kind verweigere den Fans jegliche Mitbestimmung und werde 2017 – ähnlich wie Hopp jetzt – Hannover 96 übernehmen mit der Ausnahmeregelung für langjährige Investoren zur 50+1-Vorschrift.

Wer nun dachte, dass sich Oke deutlich gegen Beiersdorfer und Bode positionierte, sah sich getäuscht: „Sponsoren finden wir auch nicht uncool.“ Man würde bei der Auswahl der Sponsoren darauf achten, dass sie zum FCSP passen, wie Congstar (ohne den Namen allerdings zu nennen), der zwar Tochterunternehmen der Telekom, aber eben nicht Marktführer sei. Das Marktprofil des Unternehmens und das von St. Pauli müssten zusammenpassen, nicht Platzhirsch, sondern aufstrebend. Dass Sponsoren und Verein zusammenpassen müssten, dem stimmten auch Bode und Beiersdorfer zu. Bei Werder kam es allerdings beim Einstieg vom Massentierhalter „Wiesenhof“ zu deutlichen Fanprotesten; der Umweltbotschafter Werders, Jürgen Trittin, trat zurück: „Lebenslang Grünweiß – kein Tag Wiesenhof“. Da Werder aber teilweise seine Sponsorenrechte an den Sport-Vermarkter Infront (Chef: Philippe Blatter, ein Neffe des FIFA-Präsidenten) abgegeben hat, waren die Möglichkeiten des Vereins sehr begrenzt.

Beim Organisationsmodell eines Fußballclubs sprach sich Oke nicht eindeutig für das Vereinsprinzip aus. „Das Modell des HSV ist demokratischer als das Vereinsmodell von RB Leipzig.“ Ich weiß nicht, ob es an seiner Grippe lag, die unseren Präsidenten dazu brachte, statt unser Mitbestimmungsmodell für Mitglieder zu propagieren, Cholera und Pest miteinander zu vergleichen (und sich dann für die Pest zu entscheiden). Immerhin warnte er vor einem weiteren Fortschreiten des Investorenmodells, an dessen Ende ein „Closed Shop“ stehe, wie in amerikanischen Profiligen, in denen der Investorenschutz keinen Abstieg mehr vorsehe.

Was hat der Verband mit unserem Wettbewerb vor?“ fragte Oke und sprach sich deutlich gegen eine weitere Aufweichung der 50+1 Regel à la Hoffenheim und bald Hannover aus. Einigkeit herrschte auf dem Podium auch, als unser Präsident den Modus der bisherigen Verteilung der Fernsehgelder nach Tabellenstand kritisierte. Die Reichen wie Bayern werden noch reicher, Neuaufsteiger haben finanziell das Nachsehen, er schlug ähnlich wie Beiersdorfer ein Modell vor, in dem die Einschaltquoten/Akzeptanz durch Fans die entscheidende Rolle spielt.

Zu Plänen der DFL angesichts der finanziellen Chancen auf dem internationalen Markt den Spiel“tag“ weiter auszuweiten, nahm Oke keine Stellung, vermutlich entweder weil Europa momentan kein Thema für den FCSP ist oder weil der 2.-Liga-Spieltag schon Montagsspiele kennt.

Die Diskussion um Investoren, Profifußball und Verein waren damit zwar für den Abend beendet, sie muss aber dringend auch bei uns weitergeführt werden. // arne

 

Kommentar eines Profi-Romantikers

Ich selber bin in den 50er und 60er Jahren mit der Oberliga Nord groß geworden. Zwar gab es auch dort gelegentlich Spielerwechsel, aber wenn man sich für einen Verein entschieden hatte, blieb man dort, zum Broterwerb ging man alltags einem Beruf nach, Fußball war eine Feierabendbeschäftigung. Die Trikots waren keine Werbeartikel und veränderten sich über Jahrzehnte kaum. Fußball-Romantiker trauern diesen Zeiten immer noch nach. Ich kann sie gut verstehen, und manche ehemaligen St.Pauli-Fans haben die Konsequenzen gezogen und besuchen jetzt die Spiele von Altona 93 in der Oberliga Hamburg, wo sich auch andere Traditionsvereine wie Victoria oder BU tummeln.

Doch wenn ich hochklassigen Fußball sehen will, dann komme ich um den bezahlten Fußball nicht herum, dann muss ich mich auch als Linker den Gesetzen des Kapitalismus unterwerfen. Insofern hat Oke natürlich recht, wenn er davon spricht, auch der FC St. Pauli finde Sponsoren nicht uncool. Mir ist es ebenso zu wenig wie sein Spruch vom passenden Marktprofil zwischen Sponsor und Verein. Denn selbst der Kapitalismus bietet gewisse Spielräume. Ähnlich wie der Verein sich eine Stadionordnung gegeben hat, die deutlich Position bezieht, erwarte ich auch ein entsprechendes Committment für den Umgang mit den Sponsoren. Eine Druckerei, die auch Naziflyer druckt, taugt eben so wenig als Sponsor wie Unternehmen, die soziale Standards umgehen oder an Kinderarbeit verdienen. Hier müssten soziale und ökologische Kriterien formuliert werden, die den Geist des Vereins widerspiegeln. Dazu würde auch gehören, dass wir unsere Markenrechte nicht an Vermarkter abtreten, denn dies birgt die Gefahr, dass wir – ähnlich wie Werder – einen Sponsoren à la Wiesenhof aufoktroyiert bekommen.

Gleichzeitig sollten sich die Fans und Vereinsmitglieder noch stärker in Angelegenheiten der DFL einmischen. Das Modell der Vergabe der Fernsehgelder gemäß dem Motto „Die Reichen werden noch reicher!“ muss einem Vorschlag weichen, in dem die Traditionsvereine stärker berücksichtigt werden. Ebenso muss sich der Verein zusammen mit seinen Fans gegen eine weitere Aufsplitterung des Spieltages aus Geschäftsinteressen an Fernsehrechten aussprechen. Schon jetzt stehen sich bei Freitags- und Montags-Spielen Kommerz und Fan-Interessen diametral gegenüber. Welcher Fan geht noch ins eigene Stadion oder fährt gar zu Auswärtsspielen, wenn es der DFL gefällt für chinesische Kooperationspartner Spiele um 8.00 Uhr morgens anzupfeifen, weil es dann in China 15.00 Uhr ist. Die Vision vom durchkommerzialisierten Fußball ohne Fans nur für Kunden und Investoren ist nicht die unseres Vereins. // arne

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