Termine, Lesetipps, Sommerpause und EM

Na, habt Ihr alle nach gestern überhaupt noch Lust, zum Fußball zu gehen?
Da entlässt der Verein doch tatsächlich den ach so furchtbar beliebten Sportdirektor! Dies führt auf der Facebook-Seite des Klubs zu ”Nee, Skandal! Da muss ich mir echt überlegen, ob ich Pauli noch unterstützen kann!“-Einträgen und man ist geneigt mit “Och, Du… lass mal. Und wenn das so einfach ist, Typen wie Dich loszuwerden, entlassen wir jetzt wöchentlich irgendjemanden!” zu antworten.
Getoppt wird das nur noch von den Kommentarspalten im Boulevard, wo man sich teilweise sogar erdooft, auch an diesem Vorgang die “Schuld” bei USP zu suchen.

Egal, von unserer Seite war das Thema Schulte im Mai 2011 erschöpfend abgehandelt, wer einen aktuelleren Text vorzieht sei auf den MagischenFC verwiesen.
Die gestern vermeldeten Verbleibe von Tschauner und Funck mögen Zufall sein, ich freue mich trotzdem über beide.

“Relegatiooooon, wer braucht das schon?”

Wenn mich nochmal jemand nach den Vorzügen von “Twitter” fragt, werde ich ihm von gestern Abend erzählen. Aufgrund familiärer Planungen zum Fußball gucken Zuhause verpflichtet, erlebte ich die Relegation am Fernseher und hatte parallel TweetDeck geöffnet, ein Tool mit dem die neuen Statusmeldung von Twitter automatisch reinploppen, ohne das manuell aktualisiert werden muss.
Der gesamte Abend war ganz großer Sport, in etwa gleichzusetzen mit einer gemütlichen Runde im besten Freundeskreis mit Humor auf höchstem Level.

Der beliebteste Tweet lautete kurz nach Ende daher auch wie folgt: (bitte die nötige Situationskomik hinzudenken):

Man könnte noch viele Worte darüber verlieren, warum die Welt gestern Abend nicht untergegangen ist und es auch entgegen landläufiger Meinung ganz sicher nicht erneut eine “Neue Dimension der Gewalt” (inzwischen dann wohl die 437.?) ist, aber da mache ich es mir einfach und verweise auf zwei sehr gute Texte zum Thema:

- Publikative.org: “Hurra, wir leben noch!”
- Chemieblogger: “Müssen wir jetzt ganz neu über Sportjournalismus nachdenken?”

Termine

Und da ich auch davon ausgehe, dass die Leser dieses Blogs trotz der Medienhysterie dem Fußballsport (und größtenteils wohl auch dem Relegationssieger der Herzen, dem FC St.Pauli) treu bleiben, hier ein paar Tipps für die Sommerpause, chronologisch sortiert:

  • Mittwoch, 16.Mai 2012 (heute), 18.00h:
    Rundgang mit Gottfried Lorenz, Gastautor im aktuellen Übersteiger mit dem Artikel ”Schwules Leben auf St.Pauli”, über eben dieses Thema. Treffpunkt: U-St.Pauli, Ausgang Reeperbahn.
  • Donnerstag, 17.Mai 2012, 11.00h:
    Pokal-Halbfinale Heino-Gerstenberg-Pokal: FC St.Pauli IV. – FTSV Altenwerder III.
    Feldstraße, Kunstrasenplatz. Wenn die Jungs das Ding dann hoffentlich gewinnen, gibt es natürlich auch noch ein Pokalfinale, so stay tuned!
  • Freitag, 18.Mai, 18.30h:
    SV Schackendorf SV Teutonia Uelzen – FC St.Pauli, letztes Freundschaftsspiel vor der Sommerpause.
  • Sonntag, 20.Mai 2012, 10.00h – 17.00h
    Fanclubturnier am Millerntor.
    Neben dem Betreten des heiligen Rasens (Ohgoddogodd, wenn das die Meiden mitkriegen) dürfte auch das wehmütige Betrachten der abgerissenen Gegengerade interessant sein, also kommt alle… gerne auch etwas später, denn:
  • Sonntag, 20.Mai 2012, 11.00h
    A-Jugend Bundesliga, 25.Spieltag: FC St.Pauli – Rot-Weiß Erfurt
    Am vorletzten Spieltag wäre ein Heimsieg bei vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt.
    Bitte hier unbedingt noch auf die Vereinsmedien / den AFM-Newsletter achten, denn zeitgleich ist ein weiteres Spiel angesetzt:
    B-Jugend Bundesliga, 25.Spieltag: FC St.Pauli – Dynamo Dresden
    Auch hier reicht ein Heimsieg zum Klassenerhalt.
    Beide Spiele sind derzeit für 11.00h im Sternschanzenpark angesetzt, entweder wird noch eines der beiden Spiele an den Brummerskamp verlegt oder die Uhrzeit ändert sich noch.
    Nachtrag: Lt. AFM-Newsletter spielt die B-Jugend am Brummerskamp, die A-Jugend an der Sternschanze.
  • 25. – 27.Mai (Pfingsten): Antira-Turnier
    Alle hin da, dürfte wie immer ein großes Happening mit fantastischen Leuten sein. Achtung: Austragungsort ist dieses Mal die Waidmannstraße, alle weiteren Infos, u.a. nen detaillierten Ablaufplan mit Uhrzeiten findet Ihr hier.
  • Samstag Freitag, 01.Juni, 19.00h: “St.Pauli läuft gegen Rechts!”
    Die Marathon-Abteilung des Vereins lädt zum Lauf um die Außenalster, selbstverständlich links herum. Anmeldungen vor Ort ab 18.15h gegen 1,-€ (oder mehr) Spende an das “Hamburger Bündnis gegen Rechts”. Weitere Infos hier.
  • Sonntag Samstag, 02.Juni: Naziaufmarsch stoppen
    Womit wir nahtlos zum Grund dieses Laufs übergehen, der geplanten Nazidemo am 02.Juni in Hamburg. Verfolgt die Euch bekannten Medien zum Thema, seid dabei.
    Eine Sammelseite zu den Gegenaktionen findet ihr z.B. hier.
  • Sonntag Samstag, 02.Juni, Endspiel Deutsche Meisterschaft im Frauen-Rugby, FC St.Pauli – Heidelberger RK
    Glückwunsch an unsere Frauen zum Erreichen des Enspiels. Derzeit steht der Austragungsort noch nicht fest, auch hierzu sei auf die Vereinsmedien verwiesen.
  • Dienstag 05.06.2012, 19.00h – 21.00h
    “Den hsv trennen Welten vom FC St. Pauli”
    Unser Redaktionsmitglied Hermannus Pfeiffer stellt sich mutig dieser steilen These in der “Neuen Gesellschaft”.
    Details: „Geld schießt keine Tore“, behauptet der Fußballromantiker Otto Rehhagel trotzig. Doch seit dem Start des Privatfernsehens in den neunziger Jahren gelten in der Welt des Fußballs andere Regeln, und von England bis Russland dominieren lediglich
    zwei, drei finanziell potente Fußballfirmen die Ligen. Der wirtschaftliche Erfolg wird immer wichtiger für sportliche Siege. Auf Dauer droht die große Langeweile.
    Referent:
    Dr. Hermannus Pfeiffer, Wirtschaftspublizist und gelegentlicher Fußballautor
    Leitung: Dr. Joachim Federwisch
    Ort: NG-Geschäftsstelle, Neuer Wall 54
    U/S-Bahn: Jungfernstieg/Stadthausbrücke
    Kostenbeitrag: 5,- €
    Anmeldung erforderlich (Platz begrenzt)!
    Die neue Gesellschaft e.V.
    Telefon: 040 – 44 75 25 oder E-mail: kontakt@die-neue-gesellschaft.de
  • 25.Juni, Trainingsauftakt
    Danach folgen dann recht schnell diverse Vorbereitungsspiele, die derzeit noch nicht alle mit Uhrzeit fixiert sind, eine sicher aktuelle Übersicht erhaltet Ihr stets hier, Highlight dürfte dann sicher das Spiel am 28.Juli am Millerntor sein. Lt. Abendblatt gastiert dann Newcastle United hier, allerdings fehlt dafür noch eine offizielle Bestätigung.
    Und ab dem ersten Augustwochenende hat uns dann der Zweitligaalltag wieder…

Dieser Blog verabschiedet sich damit ebenfalls in die Sommerpause. Zur EM werden wir, analog des beliebten WM-Sonderhefts im Print-Übersteiger, eine Vorstellung der einzelnen Teilnehmerländer hier veröffentlichen, voraussichtlich ab 24.Mai gibt es jeden Tag ein Land von ganz unterschiedlichen Autoren mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten.
Viel Spaß dabei, erholt Euch, bis zur nächsten Saison! // Frodo

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FC St.Pauli Dauerkarten Saison 2012/2013

Der FC St.Pauli hat heute die Dauerkartenpreise und die Regularien für den Dauerkartenverkauf bekanntgegeben, lediglich das Verfahren für die über Fanladen / USP / Verein gemeinsam zu beziehenden Karten für die Süd-Stehplätze ist noch in Verhandlung.

Alle Details und Bedingungen, insbesondere zur Gegengeraden findet ihr hier und in den verlinkten Dokumenten.

Gern genommen ist da immer die Diskussion über die neuen Preise, und nachdem es mir schon letzte Saison viel Spaß gemacht hat, diese mal gegenüberzustellen, möchte ich das gerne fortführen.

Hier die Preisübersicht für die Dauerkarten 2012 im Vergleich zu den letzten Jahren bis 2009 als PDF.

Was fällt auf?
Zum zweiten Mal in Folge werden (nach dem Abstieg letztes Jahr) die ganz teuren Plätze auf der Haupt geringfügig günstiger, um ca. 50 Cent pro Spiel.
Der vielleicht befürchtete Preisschock auf der Gegengeraden (wie einst auf der Haupttribüne, als die Dauerkarte für Vollzahler von 385,-€ auf 445,-€ oder gar 530,-€ anzog) bleibt aus, die Gegengeraden-Stehplatz Karte auf der neuen Tribüne wird um 0,88€ pro Spiel teurer (167,-€ für Vollzahler, bitte beachten, dass der letztjährige Preis für 16 Spiele galt). Die Sitzplätze der Gegengeraden zahlen zwisGchen 90 cent (Block 3&4) und 1,65€ (Block 1&6) pro Spiel mehr.

Ansonsten sind einige Anpassungen vorgenommen worden.
Zum Einen, eine leichte Anpassung der Kategorien. Bereits in den letzten zwei Jahren waren die Blöcke H1/H9 und S1/S3 gleichgestellt, ab dieser Saison ist dann auch die Gegengerade mit G2/G5 in diese Kategorie “aufgerutscht”, dank der neuen Tribüne.
Die Blöcke G1/G6 waren bisher der Nord gleichgestellt und sind sind da jetzt auch preislich etwas drüber.

Im Vergleich zu 2009 fällt auf, dass die GG-Sitzplatzblöcke 3&4 (also die mittleren, mit der besten Sicht) “nur” um gut 8% angehoben wurden, während die anderen Blöcke (ebenso wie die Stehplätze auf allen Tribünen) um ca. 20% verteuert wurden.
Will man es positiv formulieren, ist es ein schönes Beispiel dafür, dass die Schere zwischen “Arm & Reich” auch mal zusammengehen kann. Will man diese positive Formulierung nicht, könnte man sich darüber wundern, dass hier die besten Plätze des Stadions im Verhältnis zu den anderen weniger “im Wert steigen”.
Verschenkt der Verein hier etwa Geld, dass er seinen “treudoofen” Fans problemlos aus den Rippen schneiden könnte?  Ist doch sonst nicht seine Art.

Die ermäßigten Karten hatten bisher ganz unterschiedliche Ermäßigungssätze auf den verschiedenen Tribünen und Blöcken, wobei der ermäßigte Gegengeraden-Stehplatz mit >36% den größten Ermäßigungswert hatte und die Mittelblöcke der Haupttribüne mit <20% den niedrigsten. Dazwischen gab es alle möglichen Werte, so hatten z.B. die Dauerkarten der Sitzplatzblöcke auf der Nord und GG 1&6 mit 32,68% eine höhere Ermäßigung als die Stehplätze der Süd mit 30,08%.
Okayokay, Zahlenspielerei alles.
Ab jetzt gibt es einheitliche Werte von 20% Ermäßigung auf den teuersten Plätzen (HT3&7 sowie GG3&4), 25% auf den restlichen Sitzplätzen aller vier Tribünen und 30% auf den Stehplätzen der Nord, Süd und GG.

Heißt umgekehrt auch, dass die ermäßigten Karten der Stehplatz-Gegengerade sowie die ermäßigten Karten der meisten Sitzplatzbereiche prozentual eine höhere Teuerung erfahren als die Vollzahlerkarten des gleichen Bereichs.
Dies kann man selbstverständlich bei einem Verein kritisieren, der sich immer seiner sozialen Verantwortung rühmt, war allerdings eine bewusste (und einmalige) Entscheidung des Kartencenters, um die erwähnten (und nicht immer nachvollziehbaren) Unterschiede in den Kategorien anzupassen bzw. ein für alle mal glatt zu ziehen.

Ebenfalls angepasst wurden die Preise der Rollstuhlfahrer, nämlich an den Preis der Hörplätze, was mit dem Sprung von 61,-€ auf 85,-€ gleich einen Aufschlag von gut 30% bedeutet. Ob dies nun unbedingt sein musste, kann man dann sicher mal erfragen, der Preis pro Spiel beträgt jetzt für die Hörplätze sowie die Rollstuhlfahrer-Plätze einheitlich 5,-€.

Ablauf
Ab dem 21.Mai (bzw. online ab dem 20.Mai) kann die Dauerkarte verlängert werden. Die Stehplätze der neuen Gegengeraden sollen zum ersten Heimspiel (voraussichtlich am 2.Spieltag, dem Wochenende um den 11.August) nutzbar sein, die Sitzplätze haben die Möglichkeit sich entweder für den Übergang auf die GG zu stellen oder je nach Block auf die anderen Tribünen in den Sitzplatzbereich umzuziehen.

In KW 20/21 wird es auf der Homepage des Vereins die Möglichkeit geben, die diversen zu erwartenden “Sonderwünsche” zu hinterlegen. Sowohl den Umzug zwischen verschiedenen Bereichen als auch Umzug / Zusammenlegung von bestehenden Sitzplatzdauerkarten können dort geäußert werden.
Außerdem kann dort der Wunsch nach einer neuen Dauerkarte hinterlassen werden.

Alle Wünsche selbstverständlich ohne Anspruch auf Erfüllung, aber alles soll ausgewertet und dann nach Mach- und Verfügbarkeit auch erfüllt werden, und die verkündeten “bis zu 1.500 neue Dauerkarten” auf der Gegengeraden sind natürlich auch eine gute Nachricht, auch wenn sie wahrscheinlich nicht ausreichen werden.

Fazit
Alles in Allem sieht das aber nach einem durchdachten Konzept aus, dass versucht, den Wünschen der Fans gerecht zu werden, wohl wissend, dass dies nie zu 100% machbar ist, solange die Nachfrage das Angebot auch weiterhin übersteigt.

Ob die Preise nun generell immer weiter steigen müssen, ist sicher auch  eine Diskussion, die man bei Gelegenheit mal führen sollte, allerdings liegt man mit den Preisen weiterhin im Mittelfeld der Liga, wie dieser Ausarbeitung aus der vergangenen Saison zu entnehmen ist.
(Für die suche ich übrigens noch Ideen, wie man die Kriterien der Vergleichbarkeit verbessern könnte, dann würde ich mich in der Sommerpause mal an eine Neuauflage machen. Vorschläge gerne an Frodo (at) Uebersteiger Punkt de.)

Bleibt zu hoffen, dass es jetzt zeitnah auch eine saubere Lösung für die Süd-Stehplätze geben wird, da habe ich aber ebenfalls volles Vertrauen in USP, Fanladen und den Verein. // Frodo

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Wenn aus Rauch nicht Randale, sondern Vorfreude wird

Ja, lieber DFB, Du bist schon so einer…

Den Dialog mit der Initiative “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” hast Du erst mal sehr lobenswert begonnen und dann aus schwer nachvollziehbaren Gründen beendet und für gescheitert erklärt. (Siehe u.a. Print-Übersteiger 105)

Deine Gerichtsbarkeit greift seitdem nur noch rigoroser durch, sei es für Kassenrollenwürfe ohne Folgen, für Pyro-Zündeleien oder für Twitter-Aussagen von Spielern, von denen man in den Medien zwar gerne erwartet auch mal eigene Meinungen zu äußern die nicht “angepasst” sind, aber eben nur wenn diese dann doch angepasst sind. Hauptsache “druff”, Hauptsache Geldstrafen, die immerhin (soweit wir wissen) in sinnvolle Projekte gesteckt werden.

Okay, immerhin hast Du inzwischen verstanden, dass Fanausschlüsse bei Auswärtsspielen eher sinnlos sind, nachdem hunderte Dynamo Dresden-Fans trotz Verbots einfach in der Frankfurter Arena, die früher Waldstadion hieß, lautstark ihr Team unterstützten. Und natürlich, weil Eintracht Frankfurt-Fans in vierstelliger Zahl an der Alten Försterei aufschlugen und sich sogar geballt in den Gästeblock bewegen konnten, unterstützt von Heimfans und (notgedrungen) Ordnungsdienst.
Schade, dass die Polizei unserer Zeit immer etwas hinterherläuft und Deine Uralt-Idee jetzt nach ihrer berechtigten Abschaffung wieder aufgreift, aber da kannst Du ja nichts für. (Oder doch? Nee…)

Heute aber, hab ich mich dann doch mal wieder dabei erwischt, kurz daran zu zweifeln, dass Du wirklich so gerecht bist, lieber DFB, wie der geschätzte Gegengeraden-Gerd in seiner Altersdemenzweisheit immer beteuert.

Ja, ich hab mich kurz darüber geärgert, dass Du mir eine e-mail für Deinen überflüssigen und Geld abzockenden voll duften Fanclub Nationalmannschaft geschickt hast, nur weil ich mich mal um Karten für das DFB-Pokalfinale bemüht hatte. Aber immerhin entschuldigst Du Dich am Anf… ach nee, Moment, Du schreibst:

“Wir erlauben uns Sie als einen unserer Ticketkunden per E-Mail zu kontaktieren [...]“
Clever, ich hätte Dir das nämlich nicht erlaubt, da es dort nämlich nicht um Tickets geht.
(Bzw. insofern schon, als dieser Fanclub als einer seiner Vorzüge ein Kartenkontingent für Länderspiele erhält… übrigens etwas, was bei der Installation dieses Fanclubs vor Jahren noch kategorisch ausgeschlossen worden war. Aber was schert Dich schon Dein Geschwätz von gestern. Mich in dem Fall allerdings auch nicht, denn an der Nationalmannschaft war ich weder damals noch heute interessiert.)

Nun gut, Schwamm drüber. Wenn ich über Spam-Mails immer gleich einen Blog-Artikel schreiben wollen würde, dann doch lieber über solche, die mit dem Betreff “Kiefer Sutherland kauft bei uns seine Potenzmedikamente!” um Aufmerksamkeit betteln. Was mich allerdings auch eher kalt lässt, solange sie nicht wenigstens Chuck Norris als Referenz angeben, aber ich schweife ab.

Der eigentliche Grund meines Schreibens:
Dein Premium-Partner Bitburger, der in seinem supi-Werbevideo als Dein offizieller Partner nicht nur mit bestimmt ganz echten (und nicht etwa “sogenannten”) Fans und den ebenfalls ganz echten Nationalspielern wirbt, sondern eben auch mit Rauch, gleich am Anfang.
P-Y-R-O-T-E-C-H-N-I-K!? Ich bin entsetzt.

Und dann nicht nur versehentlich ein einzelner Rauchtopf eines “sogenannten” Werbefachmanns, sondern gleich drei Stück in verschiedenen Farben! Ohgoddogoddogodd… ganz ehrlich, ich habe meinen Sohn erschrocken vom Computerstuhl geschubbst, damit er sich das nicht ansehen muss.
Sonst kann ich mir ja ausmalen, wie er in wenigen Jahren oberkörperfrei auf dem Zaun sitzt und “Nazi!” schreit! Ach nee, “Naki!”, bitte verzeih die Verwechslung, kann ja mal vorkommen.

Ich hab jetzt seitenweise die News Deines Sportgerichts durchgeklickt, aber die Meldung “10.000,-€ Geldstrafe für Bitburger” suchte ich vergebens.
Wie dem auch sei, für mich ist hier eine neue Dimension der Gewalt erreicht und ich bitte Dich inständig, hier hart durchzugreifen. Alkoholverbot für Bitburger-Mitarbeiter wäre ein erster Schritt, anschließend muss es Stadionverbote hageln, EM-weit selbstverständlich.

Da ist diese langjährige Journalisten-Doppelmoral, innerdeutsch immer von “Randale” zu schreiben und im Ausland von “südeuropäischer (oder anderer) Begeisterung”, endlich nach und nach vorbei, da fangen Deine “Premiumpartner” mit dem Scheiß an.

Ich vertraue Dir, denn der Gerd sagt ja immer, Du bist so gerecht.
Ehrfürchtige Grüße, Frodo

P.S. Wenn Du richtig Mut hättest, lieber DFB, würdest Du natürlich sagen: “Was Bitburger kann, können Fußballfans auch!” und würdest mit der besagten Initiative an den Verhandlungstisch zurückkehren, aber seit kurzem glaub ich ja auch nicht mehr an den Weihnachtsmann.

P.S. Das Video soll bitte nicht als Werbebotschaft fehlinterpretiert werden, es dient nur der Beweisführung. Wenn Ihr von mir ne Getränkeempfehlung wollt, trinkt Club-Mate oder Premium-, Afri-, Fritz- oder sonstwas-Cola, am besten kalt serviert im Fanladen in der Brigittenstraße.

P.P.S. Neu ist das Thema nicht, im letzten Jahr gab es ähnliche “Irritationen” bereits um ein Werbeplakat der Sportschau.

P.P.P.S. Auch der DFB-Watch nimmt sich dem Thema an, zusätzlich mit einem Blick auf die Historie des Bitburger-Werbedeals.

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34.Spieltag (H) – SC Paderborn

FC St.Pauli – SC Paderborn 5:0 (2:0)
Tore: 1:0 Lasse Sobiech (30.), 2:0 Max Kruse (36.), 3:0 Florian Bruns (60.), 4:0 Moritz Volz (65.), 5:0 Deniz Naki (90. +1)
Zuschauer: 24.487 (ausverkauft, ca. 2.400 Gästefans)

Ja, nee, is’ klar… genug Stoff für drei Berichte und ich fang schon um 21.45h an zu schreiben… fällt wohl unter “selbstgemachte Leiden”. Also, der Reihe nach, heute mit Kapitelüberschriften, damit ich selbst die Orientierung behalte. Und ich fange natürlich mit den weniger brisanten Themen an und arbeite mich langsam vor… oder wahlweise auch ab.

Verpasste Relegation / Sportliches (Spielbezogen)

Abgedroschene Phrase Nr.1, ich befürchte da folgen gleich noch einige, aber: Wir haben den Aufstieg nicht in diesem Spiel verspielt. Im Gegenteil, die eher geringe Wahrscheinlichkeit auf die Relegation schien dem Team den Druck zu nehmen, während Paderborn mit jedem Gegentor mehr zu begreifen schien, welche Chance sie da heute verpassten und immer mehr unter dem Druck zerbrach.
Wenn wir doch nur in den beiden Spielen gegen Aue, in Aachen, in Ingolstadt oder in Dresden auch so aufgetreten wären… aber die diversen WENNs führen eh zu nichts und passen vielleicht besser in einen eventuell noch zu verfassenden Saisonrückblick.

Und mal ernsthaft: Eine weitere Saison in Liga Zwo bedeutet ein weiteres Jahr ungefährdeter Derbysieger! (Es sei denn, wir kommen im DFB-Pokal in Runde zwei und… hahaha, okayokay, kleiner Spaß, ich hör schon auf, ab hier wäre es unrealistisch.)

Gegengeraden Choreo

Schön war sie, von der Gegengeraden selber aus auch sehr stimmungsvoll. Schwarze Tücher, Wunderkerzen, riesige Pappfiguren die zum Abschied ein bedröppeltes Gesich machen.
Leider sind die schwarzen Tücher auf den Fotos kaum zu sehen, aber im Kopf bleiben sie. Danke an die Alte Schule und Ostblock Sankt Pauli für die Mühe und Vorbereitung.
Großartige Panorama-Fotos davon gibt es beim MagischenFC und bei Stefan Groenveld.

Verabschiedung Deniz Naki & Carsten Rothenbach

Man möge mir verzeihen, dass ich Petar Sliskovic und Philipp Heerwagen in dieser Zwischenüberschrift verschweige, einzig Petar Filipovic hätte als Starstürmer unserer Zwoten da eventuell noch reingehört, kommt gegen die beiden aber eben nicht an. Daher an die Drei ein einfaches: Macht es gut und viel Glück bei Eurer nächsten Station.

So leicht kann man es sich bei den anderen beiden natürlich nicht machen. Aufgrund des Übersteiger-Verkaufs war ich bei Carsten Rothenbachs Verabschiedung noch an der Einlasskontrolle und der Ordner muss mir meinen verzweifelten Blick angesehen haben, so schnell hat der mich mit nem Beutel Münzgeld noch nie durchgewunken.
Zum Glück wurde Beiden dann ja nach dem Spiel noch genug Gelegenheit zum Verabschieden gegeben und ich bin ganz ehrlich: Einen Carsten Rothenbach zu verabschieden fällt mir genauso schwer wie es bei Lelle, Eger und Ralph Gunesch war, schließlich ist man mit Calle durch die ersten drei Ligen marschiert und er war es, der damals gegen Dynamo Dresden das Tor zum Zweitliga-Aufstieg schoß, sowas vergisst man natürlich nicht.
Nie wieder werden wir einen so zuverlässigen Typen da hinten drin stehen haben, der so souverän bei eigenem Ballbesitz mit dem Rücken zum Gegner einen Freistoß durch langsames nach vorne fallen herbeiführt, und dabei so angenehm ruhig und sympathisch ist, ohne sich ständig in den Medien wiederfinden zu müssen. Wie passend auch, das verschwitzte Unterziehshirt in die Massen zu schmeissen, nachdem das Trikot fein säuberlich ausgebreitet wurde, großartig!
Carsten, mach es gut, Du wirst mir fehlen, ich hoffe man sieht Dich in der nächsten Saison nochmal am Millerntor auf dem Platz, mit welchem Verein auch immer.
Und wenn es wirklich zu einem “Calle vs. Ralle”-Abschiedsspiel kommt, hoffe ich auf eine prall gefüllte Hütte, wo auch immer die dann sein mag.

Und Naki? Ganz andere Nummer, aber natürlich durch seine Art und insbesondere durch seine Fahnennummer in Rostock mit einem Geschichtseintrag in diesem Verein. Wo auch immer Dein Weg Dich hinführt, man nimmt Dir ab, dass Du den Verein weiter im Herzen tragen wirst, Danke für die Zeit bei uns! Zu den kolportierten Vertragsgesprächen und nicht erfolgten Angeboten beteilige ich mich mal nicht an Spekulationen, der geneigte Leser dieses Blogs mag sich aber ja vielleicht an ähnliche Vorgänge der Vergangenheit erinnern.
Und wehe, Deniz, Du wechselst zum FC Hansa! (Just kidding)

Nachtrag: Und durch meinen Aufenthalt an den Kontrollen während der Verabschiedung, hab ich glatt Charles Takyi vergessen… sorry, Sir, hätte nicht passieren dürfen. Ich hab immer viel von Dir gehalten und bis zuletzt hab ich drauf gehofft, dass Deine Zeit wieder kommt.
Wo auch immer Du nächste Saison spielen wirst, alles erdenklich Gute und schieß bitte gegen uns kein Tor…

Aux Armes

Oh, wir nähern uns den undankbareren Themen. USP stimmt bekanntlich bei JEDEM Spiel das “Aux Armes” an, ein festes Ritual, ebenso wie Hells Bells und Song2. Bereits in der Vergangenheit war öfters (immer?) schon zu Spielbeginn ein “Diffidati con noi” (Die Verbannten mit uns) angestimmt worden, teilweise auch kurz vor Spielbeginn, als Solidaritätszeichen mit denjenigen, die ein Stadionverbot haben und nicht im Block sein können.
Nun mag auch ein Großteil der Stadionbesucher am Millerntor gar nicht so genau wissen, wie schnell man ein Stadionverbot bekommt, geschweige denn, welche nun grade ausgesprochen wurden, aber es gab nun mal vor dem Spiel in Dresden hanebüchene Stadionverbote im Zusammenhang mit dem Schweinske-Cup, die diese Problematik nochmal besonders ins Bewusstsein (gerade auch von USP) gebracht haben, so dass sowohl in Dresden als auch gegen Paderborn “Diffidati” pünktlich zum Anpfiff, noch vor “Aux Armes” angestimmt wurde, eben jener Gesang mit den gekreuzten Handgelenken.
Wer nun als Außenstehender der Meinung ist, beim FC St.Pauli wäre sowas selbstredend für alle Stadiongänger okay, sah sich getäuscht, denn als ein paar Sekunden nach Anpfiff USP sich immer noch erdreistete. ”mit sich selbst” beschäftigt zu sein, stimmte der südliche Teil der GG sowie der zur GG zeigende Bereich der Süd das eigene “Aux Armes” an, offenbar erbost darüber, das Heilige Ritual zerstört zu sehen.
Mag sein, dass es bei vielen wirklich einfach nur Unwissenheit ob der Geschehnisse war, zumal mit den Stadionverboten auch Fanmedial (aus sicher nachvollziehbaren Gründen) nicht sonderlich offensiv umgegangen wird, trotzdem zeigte es aus meiner Sicht leider erneut, wie verbohrt gerade auch die USP-Kritiker sind. Ständig wird USP für ihr “Dauerlalala” kritisiert und ist sowieso an allem Schuld, sobald USP aber mal von eben diesem “Gesang nach Vorschrift” abweicht, sieht man gleich wahlweise seine Chance es “denen” jetzt endlich mal zu zeigen oder erlebt subjektiv für sich wahlweise den Untergang des Abendlandes und muss dann eben sein eigenes “Aux armes” anstimmen. So wie in einigen Gegenden eben um Punkt 12.00h das Essen auf dem Tisch zu stehen hat. Darüber hat man sich dann so sehr gefreut, dass man das eigentliche “Aux Armes” von USP (welches eben mit der Verzögerung von einer Minute noch kam) dann auch noch geflissentlich ignorierte bzw. (auch mit ein bißchen Pech) dieses durch einen anderen, eigenen Gesang auch kaum zu vernehmen war. Dumm gelaufen, teilweise, die vorhandenen Gräben werden so aber sicher nicht kleiner, und das lag in dieser Situation erneut nicht an USP.
(Da schreibe ich jetzt schon meterweise über einen nicht geglückten Wechselgesang… da können wir ja sonst keine großen Probleme habe, wa? Denkste…)

Kleine Diebe, fehlender Verhältnismäßigkeit

Nachdem sich Calle und Naki verabschiedet hatten und Naki inzwischen vor der Süd mit Mikro seine bewegenden und authentisch klingenden Abschiedsworte sprach, sprintete plötzlich (edit) ein Junge namens Paul über den Rasen, griff sich die von den Beiden liegengelassenen Trikots und lief wieder zurück, durchaus begleitet von wohlmeinendem Schmunzeln vieler Gegengeraden-Besucher.
An der Mittellinie aber wurde er von einem Ordner gestoppt und recht harsch von den beiden Trikots getrennt, was völlig zurecht mehrere Pöbeleien und kürzere Pfeifkonzerte von der Gegengeraden verursachte. Besonders blöd und unglücklich, weil dies auch Deniz Naki in seiner Ansprache sichtlich irritierte und im Zweifel die Süd dachte, jetzt pfeift die GG auch noch den Naki aus… war natürlich nicht auf ihn bezogen.
Liebe Ordner, (und insbesondere lieber Fiete, der da auch in der Nähe war,) da kann man doch auch mal Fünfe grade sein lassen und den Jungen an diesem emotionalen Tag mit den beiden Trikots abhauen lassen, vielleicht mit einem verschmitzten “Dududu”-Finger und gut is’.
So aber war es ein weiterer Unmutspunkt an diesem Tag, leider nicht der Letzte.

Sitzschalen

Langsam wird es heikel. Der Verein hatte (aufmerksame ÜS-Twitter-Leser wurden darüber informiert) am Donnerstag bekannt gegeben, dass nach dem Spiel die Sitzschalen abmontiert und gegen den kultigen Vereinsstandard-Preis von 19,10€ dann zuhause entsorgt werden können.
Problem: Wir haben nur gut 1.700 Follower auf Twitter und von denen waren die Allermeisten wahrscheinlich nicht im Stadion, geschweige denn im GG-Sitzplatzbereich. Und auch sonst dürften geschätzte 80% der GG-Sitzler von der Bezahlpflicht nichts mitbekommen haben, weil Vereins-HP lesen eben immer noch keine Voraussetzung für den Stadionbesuch ist.
Als der Block 1 dann kurz nach Abpfiff gesammelt die roten Plastikteile in die Luft reckte, entwickelte sich der übliche Gruppenzwang und fast alle hatten plötzlich das Ding in der Hand. Wie gesagt, die Meisten in dem guten Glauben, dem Verein nen Gefallen zu tun und das Schrottding selber zu entsorgen, damit der Verein das nicht machen muss.
Am Ausgang dann für viele das böse Erwachen, denn (wie zwar ebenfalls vorher angekündigt, aber eben nicht wirklich bekannt) war auch nur der eine Ausgang zur Süd für den Verkauf geöffnet, was natürlich in dem eh schon dichten Gedränge unter der GG zu noch mehr genervtem Hin und Her führte.
Überforderte Ordner / Kassierer holten dann in Anbetracht des steigenden Unmuts zur Rettungskeule aus und sagten, alles ginge an Fanräume e.V., was eben nicht der Wahrheit entsprach und auch nicht mit Fanräume selbst abgesprochen war, was dann im Nachhinein (völlig zurecht) die nächste Welle der Entrüstung verursachte.
Bei Publikative.org ist auch noch ein unschöner Vorfall aufgeführt und das Ganze in den Gesamtkontext einer ganz peinlichen Nummer eingebettet. Der Verein hat immerhin heute Nachmittag dann noch eine Stellungnahme veröffentlicht und will sich mit Fanräume e.V. über die weitere Verwendung der Gelder unterhalten, es bleibt mal wieder mindestens eine mehr als unglückliche Kommunikation und Außendarstellung.

Dann kam noch zusätzlich das Gerücht auf, Thorsten Vierkant hätte versucht, die Kamerateams dazu zu bringen, die “Sitzschalenausreißer” (wär das nicht ein gutes neues T-Shirt?) aus Beweisgründen zu filmen… wäre dann tatsächlich völliger Blödsinn, schließlich war das Rausreißen ansich ja nicht verboten, man sollte eben nur später beim Rausgehen auch bezahlen, das wäre auf den Fotos/Videos ja aber gar nicht vereinbar gewesen.
Die wahrscheinlichere Variante, die wir hier im Zweifel für den Angeklagten auch mal so als gegeben ansehen ist die, dass sich seine Gesten darauf bezogen, die Fläche auf dem Rasen und vor der Tribüne von Kamerateams und den sky-Aufbauten zu befreien, da das “Erinnerungsfoto” der Gegengeraden geschossen werden sollte und die einfach im Weg standen.

Fazit der Nummer: Beschissen kommuniziert (wenn es denn durchgesagt wurde, rächte sich mal wieder die bescheidene Sprecheranlage auf der GG, hoffentlich dann zum Letzten Mal) und auch viel zu teuer angesetzt. Einen symbolischen Fünfer für Fanräume hätten sicher fast alle entrichtet, wäre aber wahrscheinlich dann den Aufwand für den Verein nicht wert gewesen. Aber hier mal wieder aus Scheiße Geld machen zu wollen, auf Kosten der Fans, ist einfach nur eine peinliche Nummer, denn wer so einen Sitz mal aus der Nähe gesehen hat, würde dafür auf dem Flohmarkt keine 50cent mehr ausgeben.
Und die 19,10€ Nummer ist langsam dann auch mal totgeritten. Wenn man sie dann aber schon zieht, sollte zumindest auch gewechselt werden können. Der ÜS ist mit seinem Preis von 1,60€ natürlich auch gerne bereit, 2,-€ zu kassieren und erhält dies von vielen auch, allerdings bieten wir das Wechselgeld zumindest immer an.

(Nachtrag, 08.Mai, Abends: Fanräume hat auf das Geld verzichtet, der Verein gibt es jetzt immerhin an das Repressionskonto.)

Schubert

Juhu, 23.30h und “schon” beim eigentlichen Aufreger des Tages angekommen. Seit Freitag war es für die Hamburger Medien ausgemachte Sache, dass Andre Schubert nach dem Paderborn-Spiel gehen muss, aufgemacht in der BILD und im Abendblatt.
Am Sonntag nach dem Spiel (die meisten waren noch nicht mal zuhause) vermeldete dann die Sport-Bild, dass die Trennung fix sei. Jenes Blatt also, welches auch bei der Schweinske-Cup Berichterstattung den Begriff “Journalismus” von allen am meisten mit Füßen getreten hatte.
Im Einzelnen mögen da durchaus sympathische Menschen arbeiten, im Ganzen hat das Blatt damit gleich zweimal dafür gesorgt, dass man im Bereich der Fanszene des FC St.Pauli wohl nicht mit steigendem Abverkauf rechnen muss. Bei der BILD hört man ja oft dieses “Aber der Sportteil…”-Scheinargument, das kann dann bei der Tochter wohl auch kaum noch gelten. (Die “Mutter” hat im Sportbereich allerdings auch kein Glück, denn nachdem Robbens “ganz sicherer” Abgang durch dessen Vertragsverlängerung entgegen der gebildeten Meinung torpediert wurde, lag man nun auch mit seinen Insiderinfos über Löws Kadernominierung daneben.)

Heute war dann bei fast allen Medien nicht einmal mehr vom Konjunktiv zu lesen (als positive Ausnahme sei mal das Sport-Mikrofon erwähnt), sondern die Trennung stand fest. Als dann auch noch für 14.00h eine Pressekonferenz angesetzt wurde, bei der im Einladungstext nur von Stefan Orth und Helmut Schulte auf dem Podium zu lesen war, war eh alles klar, auch im Forum wurde nur noch über den Namen des Nachfolgers spekuliert.
Da wir selber über Twitter ja auch “Nachrichten verbreiten“, klopfen wir uns jetzt einfach mal selbst auf die Schulter, dass wir der Versuchung nicht nachgaben und uns brav zurückhielten, bis wir dann um 13.07h das reuige Dementi der Sport-Bild vermelden konnten und ich mich mit einem leichten Schmunzeln zur Pressekonferenz bewegte. Sollte der Verein tatsächlich dem Boulevard den fest durchgestreckten Fuckfinger zeigen?

Ja, sollte er… neben Stefan Orth, Bernd-Georg Spieß und Jens Duve saß neben Pressesprecher Christian Bönig doch auch der “Ex-Entlassene”Andre Schubert auf dem Podium.
Einzelheiten und Zitate entnehmt Ihr gerne der Pressemitteilung des Vereins, Fragen bleiben natürlich trotzdem offen.

Bei aller berechtigten Häme über die Medien, die diese auch gerne mal aushalten dürfen: Glaubt wirklich irgendjemand, dass die sich das völlig aus den Fingern gesogen haben? Ohne, dass es da jemanden aus dem Verein gab, der dafür auch Gründe lieferte?
Wohl kaum.

Die Gerüchte über die vielzitierten “atmosphärischen Störungen” konnte man schon nach wenigen Trainingseinheiten im Sommer 2011 vernehmen, die am Freitag aufgetischten Geschichten waren ausnahmslos olle Kamellen, die längst offene Geheimnisse aber eben auch alle geklärt waren (siehe auch Rouwen Hennings Stellungnahme).
Wenn gewollt, hätte das schon im Herbst, Winter oder Frühjahr ein “dicker” Aufmacher mit aktuellerem Bezug sein können, warum wird das wenige Tage vor dem letzten Spiel lanciert? Wohl kaum weil die Presse Langeweile hat.
Mindestens eine Person muss der Sport-Bild ja die Trennung zumindest unter der Hand bestätigt haben, ebenso wie irgendjemand die Artikel für Freitag befüttert haben wird und ausnahmsweise glaube ich hier mal nicht an den Sportdirektor als Bösen Mann.

Bleibt zu hoffen, dass das gesamte Präsidium sich besagte Artikel nochmal genau anschaut und es gelingt, den Frieden im Verein dann wieder herzustellen.

Zur Person Schubert mal mein ganz subjektiver Eindruck:
Man muss nicht jede seiner sportlichen Entscheidungen verstehen oder richtig finden, dies wird bei einem so emotionalen und eben auch vielseitigem Sport wie Fußball nie gelingen. Doch rein sportlich hat ihm weder aus der Mannschaft noch aus dem restlichen Verein bisher irgendjemand etwas vorgeworfen, die Mannschaft dreht Rückstände und kann auch durchaus Fußball spielen.
Kritikpunkte wie mangelhafte Heranführung/Aufbau von jüngeren Spielern gibt es in diesem Verein seit ich ihm folge und da wäre mir ein Jahr Zeit zu früh für ein Fazit. Wer sich das Interview mit Jan-Moritz Lichte im aktuellen Übersteiger durchliest, merkt schnell, wieviel Fußballsachverstand dort (bei beiden) vorhanden ist.
Ich bin nicht der große Fußballtaktiker (20 Jahre im Tor stumpfen da etwas ab), aber mal ein ganz profanes Beispiel: Das Zurückziehen bei gegnerischen Freistößen von der Mittellinie oder knapp in unserer Hälfte bis an den Fünfmeterraum sorgt immer wieder für großes Staunen, sehe ich so auch bei keiner anderen Mannschaft. Wenn man aber das entsprechende Personal dafür hat, funktioniert es wunderbar, diese Saison ist es eigentlich nur beim 2:1 für Aue in der Nachspielzeit in die Hose gegangen. Da haben wir in den vergangenen Jahren deutlich mehr dumme Treffer nach solchen Situationen kassiert. Neue Ideen, neue Wege… diese brauchen vielleicht (bei etwas komplexeren Zusammenhängen als so einem Freistoß) auch einfach einen längeren Reifeprozess.
Das Sportliche ist nun aber eben in einem Verein wie dem FC St.Pauli nur die halbe Miete, gerade auch für den Übersteiger. Nur hat Schubert in den vergangenen Monaten sich schon merklich verändert, auch aus der Mannschaft kamen in den letzten Wochen immer wieder völlig unaufgefordert sehr positive Stimmen zu Schubert, obwohl gar nicht nach ihm gefragt wurde. Da ist er also offenbar auf einem guten Weg.
Ich hoffe, dass er aus dieser Nummer gestärkt hervorgeht und wir in der neuen Saison dann sehen, dass es mit ihm und der Mannschaft wirklich stimmt.

Und sonst so…

Der Rest war Jubel und Derbysieg!
Beim Handball platzte Am Samstag Abend eine ausverkaufte Halle an der Budapester Straße aus allen Nähten, als die 1.Handball-Herren durch ein großartiges 29:24 gegen den hsv II am letzten Spieltag die Abstiegsränge doch noch verlassen konnte. Insgesamt kann man wirklich nur jedem empfehlen, da nächste Saison regelmäßiger vorbeizuschauen Mich erinnert dort die gesamte Atmosphäre stark an die Spiele der Amateure Anfang/Mitte der 90er und das Feiern mit dem Team kommt beiderseitig von Herzen.
Wie knapp es war, zeigt auch ein Blick auf die Tabelle. Die letzten Drei steigen ab, die Plätze 9, 10 und 11 haben allesamt das letzte Spiel gewonnen und so den jetzigen 12. noch überholt. Bei Punktgleichheit zählt dort der direkte Vergleich.
Und mal unter uns: Klassenerhalt durch einen Derbysieg am letzten Spieltag… kann es schönere Geschichten geben?

Außerdem noch ein Glückwunsch an die 1. und 2.Damen, die jeweils die Aufstiegsrelegation für sich entschieden.
Besonderen Aufwand betrieb dabei die 2.Damen, die um 12.00h das erste Spiel gewann, dann schnell ans Millerntor fuhr, um die erste Halbzeit zu sehen und dann nach der hektischen Rückfahrt um 16.00h auch das zweite Spiel noch für sich entschied, Glückwunsch!

Fußball – Junioren Bundesliga

Die A-Jugend hat eine Woche nach der bitteren Pleite bei Hertha Zehlendorf drei ganz wichtige Punkte eingesackt, nach dem 4:1 beim VfL Oldenburg zwei Spieltage vor Schluß nun vier Punkte überm Strich und könnte am Sonntag durch einen Heimsieg gegen Erfurt den Klassenerhalt sichern.
Die B-Jugend hingegen hat ebenfalls einen wichtigen Derbysieg errungen und nach dem 2:0 gegen den hsv nun drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Dank der Tordifferenz würde auch hier ein Heimsieg (gg Dynamo Dresden) den Klassenerhalt vorzeitig sichern. // Frodo

P.S. Nummer 1: Wichtiges, Richtiges zum Sitzschalen-Desaster aus dem St.Pauli-Forum
P.S. Nummer 2: Infos von der Stadionbau AG zur neuen Gegengerade (PDF)

Links:
- Foto Stefan Groenveld “Danke”
- Fotos Stefan Groenveld “Tschüss”
- Fotos USP
- Fotos Aux Armes auf flickr
- Bericht Lichterkarussell “Keine Buchung ohne Beleg” und “Koan Neuer
- Bericht pathos93 “Das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können
- Bericht MagischerFC “Ein (un)würdiger Abschied
- Bericht Jeky “Diese verrückten Paulis wieder” und “Und dann war da noch die Sache mit Naki…
- Bericht Linkes Auge “Kein Jahr für die Geschichte [...]
- Bericht und Fotos BeebleBlox “Einfach mal glücklich sein
- Bericht und viiiiele Fotos bei KleinerTod “Gegengeraden-Abschied” Teil 1 und Teil 2
- Bericht Fußball von Links “Tschüüüüüüüß Gegengerade
- Bericht ilovesp “FCSP : FCP

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Relegation: Wir haben einen Plan!

Die Ausgangssituation für den verbleibenden Relegationsplatz ist klar:
Wir müssen am Sonntag um 13.30h im Spiel gegen den SC Paderborn gewinnen, Düsseldorf verlieren, ansonsten findet die Relegation gegen Hertha BSC oder den 1.FC Köln ohne uns statt. (Oder die Fortuna spielt unentschieden und wir gewinnen 9:0 oder 10:1… ich lasse das mal außen vor.)

In der Sonderzugrückfahrt aus Dresden entstand mit ausgefeilter Mithilfe des Sportfreundes Hollywood folgender Schlachtplan, den wir hiermit Andre Schubert und dem Team allerwärmstens empfehlen:

Wichtiges Detail vorab: jemanden mit Handy ausgerüstet im Rheinstadion der LTU-Arena der Esprit-Arena platzieren, unmittelbare Hörentfernung zur Düsseldorfer Trainerbank. Noch besser: Mit Waffengewalt Zutritt zur Sprecherkabine erlangen und darauf bestehen, die Ergebnisse aus Hamburg durchzugeben.

Dann, ebenso wichtig: Den Münzwurf verlieren! Denn: Wer ihn gewinnt, hat Seitenwahl, der Verlierer Anstoß. (Unbedingt nochmal in den Regeln nachlesen, mag sein das es andersrum ist, dann die Münzwahl unbedingt gewinnen. Egal… Anstoß haben ist wichtig!)
Beim Anstoß dann einen gepflegten Rückpass auf Boll, der auf Thorandt, dieser auf Tschauner, der ins Tor. Ball zurück zu Mittellinie und nochmal das Ganze. Geschätzte Dauer: Eine Minute.

Unbedingt dafür sorgen, dass der Zwischenstand in Düsseldorf publik wird. An der Trainerbank per Zuruf, visuelle über die Anzeigetafel, notfalls per Flugzeug mit Werbebanner-Aufdruck (“FC St.Pauli – SC Paderborn 0:2, 1.Minute“) über der Arena kreisen lassen.

Dann das Ganze ruhig angehen lassen, die Fortuna wird nervös, denn auf der permanent eingeblendeten Blitztabelle auf der Anzeigetafel (prüfen lassen, ob dies auch auf ein Werbebanner hinter einem Flugzeug darstellbar wäre, gegebenenfalls im Formationsflug) steht man nun hinter dem SC Paderborn und muss selber einen Sieg erzielen.
Da die Düsseldorfer Rückrunde in etwa so bescheidene Leistungen hervorgebracht hat wie unsere bisher, wird es den (nach dem erreichten Klassenerhalt) befreit aufspielenden Duisburgern ein Leichtes sein, irgendwann zielgenau mindestens einen Konter zu nutzen und die Partie mit 1:0 nach Hause zu schaukeln, da mit fortschreitender Spieldauer (und natürlich durch die Formationsflüge über der Arena, auf der nach und nach auch Banner wie “Ihr seid ja zu doof, um aus dem Bus zu gucken oder nen Loch in den Schnee zu pinkeln, geschweige denn die Relegation zu erreichen. Kölle Alaaaf, Euer Effzeh!” eingestreut werden dürfen) die Düsseldorfer immer nervöser werden.

Wir selbst müssen das dann nur noch in Ruhe zuende spielen. Höhepunkt wird die 60.Minute sein, wenn nach Foul an Ebbers Elfmeter für uns gepfiffen wird, Bruns aber mit Blick zur Uhr sich empört an die Stirn tippt und demonstrativ den Ball rechts neben das Tor setzt.

In den Minuten 88., 89. und 90+12 erzielen dann Bartels, Kruse und Tschauner entspannt die Siegtreffer, der letzte Treffer fällt nach einem unberechtigten Handelfmeter, den Bruns zitternd an den linken Pfosten setzt, von wo der Ball an den Rücken des Paderborner Torwarts springt, von dort an den rechten Pfosten kullert und dann so lange auf der Linie liegen bleibt, bis Tschauner ihn als Erster aus der heranstürmenden Horde per Flugkopfall über die Linie grätscht.
Die Gegengerade explodiert daraufhin, aber die soll ja eh weg.

So, läuft also… wollte es Euch nur vorher mitteilen, damit ihr nicht zu überrascht seid. Personen, die sich leicht aufregen wenden sich bitte rechtzeitig vorher an ihren Arzt oder Apotheker. // Frodo

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Übersteiger 107 erscheint gegen den SC Paderborn

 

Übersteiger Cover 107
Übersteiger Cover 107

Es steht an: Das letztes reguläre Saisonspiel, mit ihm aber eben auch das voraussichtlich letzte Spiel, welches am Millerntor mit der guten, alten Gegengeraden stattfinden wird.

Dementsprechend ist es für uns alte Hoschies Ehrensache, das schmucke Ding auf dem Cover zu würdigen und zusätzlich sogar mit einem Wendeposter aufzuwarten, mehr wird aber noch nicht verraten.

Ansonsten gibt es für die gewohnten 1,60€ auf diesmal 40 Seiten folgendes zum Lesen:

  • Interview mit Jan-Moritz Lichte
  • Schwules Leben auf St.Pauli
  • Queer in (Ost)-Europa
  • Gastartikel eines Celtic Fans auf Besuch in Hamburg
  • Blogschau: Interview mit der Person hinter unrund.com
  • Kolumne Thees
  • Glory Days ReReloaded
  • Gegner-Statistik und Mittelseite zum Spiel
  • Neues von den Alten
  • Fanladen-News
  • Fanräume-News
  • 4.Herren-News
  • Neues aus den Vereins-Abteilungen
  • Reisebericht Haiti
  • Rezis
  • Döntjes
  • Comic

Wir bekommen das Heft voraussichtlich Freitag am frühen Nachmittag in den Fanladen geliefert, ab Eintreffen könnt Ihr es dann dort auch käuflich erwerben, ansonsten an den üblichen Verkaufsstellen:

  • Jolly Roger
  • AFM-Büro
  • Le Kaschemme
  • Kartencenter

Und natürlich dann ab ca. 11.30h/12.00h am Sonntag rund ums Stadion beim Verkäufer Eures Vertrauens.

Die Abonnenten haben das Heft mit gaaaaanz viel Glück und gutem Willen der Post am Samstag, vielleicht aber auch erst am Montag im Briefkasten. // Frodo

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33.Spieltag (A) – Dynamo Dresden

SG Dynamo Dresden – FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Robert Koch (54.)
Zuschauer: 29.184 (ca. 3.000 St.Paulianer)

Es ist Sonntag, 21.00h, der Sonderzug Weiß stand soeben einige Minuten sinnlos in Stendal herum und die Tresenschicht ist auch beendet: Zeit, den Blog-Bericht zu schreiben. Da ich soeben auch schon die Mittelseite für den am Sonntag gegen Paderborn erscheinenden ÜBERSTEIGER Nr.107 ins Handy gehackt habe, um den Redaktionsschluß irgendwie noch einzuhalten, beschränke ich mich mal auf mehr oder weniger geordnete Spiegelstriche meiner Gedanken und Erlebnisse.

  • Sonderzug Hinweg: Alles entspannt, sauberer Zug, genug Toiletten. Man merkt, dass die Bahn die Dinger nicht mehr selber stellt, sondern diese von einem privaten Dienstleister kommen. Die Züge sind zwar keine ICEs, aber um Längen besser als die Schrottdinger von der Bahn aus der Vergangenheit.
  • Ankunft Dresden: Klar, ein romantischer Stadtbummel mit Elbblick und gemütlichem Schlendern in der Sonne sieht anders aus und wäre in einer perfekten Welt natürlich vorzuziehen.
    In dieser Welt leben wir nun leider schon viele Jahre nicht mehr, wenn es sie denn je gab, und so ist man bei derlei Repressionen seitens der Polizei auf der Anreise ja schon froh darüber, wenn diese einen wenigstens größtenteils in Ruhe lassen und einfach nur ihren Job machen. Nämlich, dich schnell und sicher zum Stadion zu bringen, ohne über Gebühr zu nerven. Dies hat heute sowohl auf Hin- als auch auf Rückweg geklappt, von leichter Wartezeit in übervollen und zu warmen Shuttle-Bussen mal abgesehen. 
    Wobei: Der Etat für das Polizeiaufgebot an diesem Tag würde wohl den 10-Jahres-Haushaltsplan so mancher Kleinstadt arg belasten, der Fuhrpark am Bahnhof zur Evakuierung Paderborns ausreichen und die zahlreichen Posten entlang der Strecke die durchschnittlichen Zuschauerzahlen der Oberliga toppen, aber: Kein “Feindkontakt“, Ziel erreicht.
    Schon traurig, dass sowas wie ein gemeinsamer Marsch zum Stadion verboten wird und man es inzwischen einfach nur noch seufzend zur Kenntniss nimmt und vom Gegenteil eher überrascht gewesen wäre.
    Repression ist als Fußballfan inzwischen Alltag, und ich merke an mir selbst, dass ich sie einfach nur noch resigniert hinnehme, Schade.
  • Sportlich: Hätte, wenn und aber, wie so oft in der Rückrunde. Die Chancen waren da (Schachtens Lattenschuß, Schachten völlig frei am Fünfer, Ebbers 2-3x mit Großchance, Schindler per Kopf und so weiter) wurden aber eben nicht genutzt und Dresden hat das durchaus clever gespielt und dürfte, wenn man das Team so zusammenhält, in absehbarer Zeit oben anklopfen.
    Von uns war es einfach zu wenig. 15 starke Minuten pro Halbzeit sind in so einem Endspiel dann auch nicht ausreichend.
  • Stimmung: Beeindruckend, was Dynamo an Heimsupport auf die Beine stellt, dürfte derzeit in Puncto Lautstärke und Mitmach-Faktor des gesamten Stadions in unseren Ligen weit vorne dabei sein. (edit: Zu ein paar weiterführenden Gedanken und Ausführungen zu dem Thema gerne auch in die Kommentare gucken.)
    (Und wehe es bringt jetzt jemand den Vergleich zu dieser angeblichen “Gelben Wand” in Dortmund, die immer nur dann laut wird, wenn man grad mal wieder nen Titel holt oder gegen Stuttgart 4:4 spielt, die können dagegen mal ganz gepflegt einpacken.)
    Wenn man jetzt noch auf diese typische “Wer hat den Längsten?“-Macker-Attitüde  verzichten würde (“Solange wir in die Elbe scheißen, gibt’s in Hamburg was zu beißen” und diverse “Scheiß St.Pauli“-Gesänge) könnte man Dynamo sogar was positives abgewinnen.
    (edit: Das Anbringen von erhängten Gummipuppen mit USP-Klamotten und Anti-Antifatransparente hab ich im Stadion nicht mitbekommen, sondern erst heute, Montag, auf Bildern gesehen. Jeglicher “positiver” Eindruck wird dadurch natürlich hinfortgewischt, ebenso von diversen Jagdszenen in Dresden auf die St.Paulianer, die nicht mit den Sonderzügen angereist waren und damit den Schutz des Polizei-Kokons verlassen mussten.
    Den “Stiernacken”-Faktor mit Thor Steinar Sympathie bei den Ordnern ist man bei vielen Vereinen ja inzwischen gewöhnt, die Faschos am Rande des Heimbereichs zum Gästeblock mit Shakehands zum Ordnungspersonal leider ja auch.  

    Aber der DFB bestraft eben auch lieber gezeichnete Figuren mit “Bullenschweine”-Schal als nen Hitlergruß, Bild dazu bei Inside Pictures)
    Die Stimmung bei uns war okay, allerdings war am Wochenende ja einiges “drumrum” vorgefallen, was Einigen das Mitmachen wohl zurecht verdorben hat. Zum Thema ”Stadionverbote Schweinske-Cup” verweise ich einfach mal auf das Statement von Sven Brux im Forum und warte ab, was da auch vom Präsidium noch zu kommen wird. Das Thema ist seitens Polizei und DFB eine unfassbare Unverschämtheit und bleibt selbstverständlich im Blickfeld, nur sollte da jetzt aus meiner Sicht erst mal in Ruhe miteinander (Fans und Verein) gesprochen und Möglichkeiten diskutiert werden, bevor es in der Öffentlichkeit bis ins Detail diskutiert wird. 
  • Sonderzug zurück: Thees Uhlmann, Mike Krüger, Roxette, Madonna und Lokalmatadore bestimmten die Playlist… Ich kann mir vorstellen, lieber Thees, mit den Namen wolltest Du immer schon mal in einer Aufzählung stehen.
    Um 21.00h vermeldete der Partywagen “Bier alle!”. Gegen 23.00h waren wir dann wieder in Hamburg, viele machten sich dann gleich zum vorbereitenden Tanzen in den Mai auf.
    Insgesamt Danke für eine tolle Tour an den Fanladen und die ganzen Organisatoren des Partywagens, schade das da immer diese 90 Minuten Fußball sind, die einem den schönen Sonntag vermiesen. // Frodo

P.S.: Montag morgen: Inzwischen glaube ich auch wieder an die Relegation ;-)

P.P.S.: Wer morgen am Mittag/Nachmittag noch nichts vor hat, kann die 2.Handballdamen beim Titelsammeln begleiten:

Handball, 2.Damen des FC St.Pauli, Pokalfinale 2012

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Diskriminierender Vorfall gegen einen Eintracht Frankfurt-Fan mit Behinderung

Da werden Erinnerungen wach, an den feigen Angriff auf Benny, der uns vor einiger Zeit fassungslos machte.

Mitte der Woche erreichte uns die Nachricht der Frankfurter Fanzine-Kollegen vom “Fan geht vor”, die in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe 205 leider nicht nur über den vollbrachten Aufstieg jubeln können, sondern sich auch mit einem Vorfall beschäftigen müssen, den wir mit freundlicher Genehmigung hier ebenfalls veröffentlichen wollen.

Auch von uns alles Gute an Michael und seinen Sohn. Arschlöcher gibt es leider überall, wir hoffen für Dich und Deine Familie, dass man den Verantwortlichen irgendwie zu fassen kriegt und Du mit Deinem Sohn morgen im Stadion viel Spaß bei der Aufstiegsfeier haben wirst. // Die Redaktion

Ein Schande! Ein schrecklicher diskriminierender und rassistischer Vorfall um einen Eintracht-Fan mit Behinderung

(jh) Es geschehen Dinge, die unerklärlich zu sein scheinen. Man will nicht glauben, dass so etwas passieren kann. Kurz vor Drucklegung dieser Ausgabe erreichte uns dieser Vorfall:

Michael Maul ist Mitglied im EFC Otzberger Adler. Er ist fast ein ganz normaler Eintracht-Fan, geht mit Eintracht-Klamotten aus dem Haus und hat einen Eintracht-Aufkleber auf seinem Auto. Nie hatte er ein Problem mit anderen Eintracht-Anhängern oder solchen anderer Vereine. Was sein Leben von anderen Fans unterscheidet, ist, dass er einen Sohn hat, der eine schwere Behinderung hat und dadurch im Rollstuhl sitzen muss.

Nach dem Dienstag, den 17. April, ist alles anders. In seinem Briefkasten findet er einen Brief, dessen Inhalt die ganze Familie schockt und seinen Frau alleine in der folgenden Nacht nicht mehr schlafen lässt. Geschrieben steht dort auf einem Blatt: “die eintracht braucht gesunde kinder. Flieht ihr Juden.” Unterschrift: “Fan”

Patrick Rapp, Vorsitzender des Fanclubs hat sich an die Eintracht gewandt. Die Familie wünscht, dass der Fall publik gemacht wird. Er sagt: “Für mich ist dieser Vorfall nicht von einem Eintracht-Fan ausgegangen, sondern von einem ganz dummen Menschen. Dies hat nichts mit Fußball zu tun.” Zweifellos…

Die schlimmen Sätze wollen sich nicht setzen. Man kann die Bedeutung kaum erfassen, so schlimm ist sie. Botschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus, als Menschen mit Behinderung als nicht lebenswert “eingestuft” und umgebracht wurden. Wie kann man in der heutigen Zeit an so etwas glauben – ein Eintracht-Anhänger scheint dies zu tun und stürzt damit nicht nur eine Familie in Angstzustände.

Eine Strafanzeige wurde inzwischen bei der Polizei gestellt. Ob eine Chance besteht, den Täter zu fassen, muss bezweifelt werden. Doch die Hoffnung besteht.

Derweil kann die Eintracht Michael Maul und seinem Sohn vielleicht eine schöne Ablenkung von dem schrecklichen Vorfall verschaffen: Die Fanbetreuung prüft, ob beide gemeinsam zum letzten Heimspiel gegen 1860 München ins Stadion eingeladen werden können, auch wenn die Plätze im Rollstuhlfahrerbereich beschränkt sind. Darüber würden sich die Beiden freuen, sind sie doch bisher noch nie gemeinsam im Stadion gewesen

Nachtrag vom 24.04.2012: Die Fanbetreuung hat uns bestätigt, dass die betroffene Familie in jedem Fall zum folgenden Heimspiel eingeladen wird.

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32.Spieltag (H) – FC Hansa Rostock

FC St.Pauli – FC Hansa Rostock 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 Marius Ebbers (12.), 2:0 Marius Ebbers (49.), 3:0 Fin Bartels (79.)
Zuschauer: 22.620 (ca. 50 Gästefans…)

Ich könnte viel schreiben…

    • über einen tollen Abend beim Handball am Samstag Abend (36:29 gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld und >500 Leuten mit einer großartigen Atmosphäre und zwei wichtigen Punkten für den Klassenerhalt in der Oberliga)
    • über geschätzte 1.700 Fans von Hansa Rostock, die eine Demo durch Altona friedlich über die Bühne bringen. (Abgesehen von angeblich 15 Personen, die Sonntag Morgen lt. einer Hamburger Boulevard-Zeitung einen (sic!) Böller entzündet haben. Wie muss man sich das eigentlich vorstellen? Stehen die da rituell im Kreis, bitten alle freundlich zurückzutreten und der mit der feuerfesten Weste holt dann die Streichhölzer raus, winkt dem Mopo-Reporter nochmal zu und “pyrotisiert” dann diesen Böller? Abgesehen davon: Wir sind uns sehr sicher, dass man auch in Rostock keine 15 Leute braucht, um einen Böller zu zünden, das können die sicher auch schon allein.)
    • über geschätzte 1.500 – 2.000 St.Paulianer (Ultras, Nicht-Ultras, Nordler, Südler, Gegengradler, Haupttribünler, Aufsichtsräte uvm.), die absolut friedlich und entspannt vor der Südkurve das Spiel per AFM-Radioübertragung verfolgt haben
    • über eine Vielzahl von Polizisten, die einen großen Teil der Zeit ebenfalls völlig entspannt in der Sonne standen
    • über die Einsatzstunden der Polizei, die am Ende dieses Wochenendes sicher ein Vielfaches dessen ausweisen, was an einem “normalen” Wochenende mit der Partie St.Pauli – Hansa Rostock und einem normal gefüllten Gästeblock zu verzeichnen gewesen wäre. (Meiner Meinung nach übrigens der wichtigste Punkt für die Bewertung im Nachhinein.)
    • über Medien, die immer wieder zeigen, dass sie unfassbar gut copy&paste beherrschen, insbesondere bei Polizeimeldungen, bis hin zur bereits eben erwähnten Hamburger Boulevard-Zeitung, die über ihren Twitter-Account folgendes vermeldete (um sich kurz darauf zu korrigieren, immerhin):
    • über eine ziemlich dumme Aktion, bei der eine Gruppe Polizisten mit Flaschen angegriffen wurde, je nach Zeuge von einer einschlägig bekannten Gruppe St.Pauli-Fans (und die heisst ganz sicher nicht USP, nur fürs Protokoll) oder einer “Gruppe Linksautonomer”. Dumm und unnötig ware es in jedem Fall und auf das Niveau einer “Die sind ja sonst nie da!“-Diskussion wollen wir uns lieber gar nicht erst begeben.
      Trotzdem bleibt festzuhalten, dass dies genau der (ob nun nichtig oder nicht) Anlass war, auf den die Einsatzleitung den ganzen Tag doch nur gewartet hat, um ihr Massenaufgebot wenigstens noch etwas zu beschäftigen und damit auch rechtfertigen zu können. Die Aktion hätte man sich wirklich besser gespart, dann hätte die Polizei nämlich noch deutlich lächerlicher dagestanden.
    • über eine weitere dämliche Aktion, nämlich das “Entglasen” (Polizeisprech, sic!) der “Tankstelle”, einer durchaus bekannten hsv-Kneipe in der Gerhardstraße. (Wo wir übrigens auch wieder bei den Vor- und Nachteilen von copy&paste bzw. furchtbar schlechter Eigenrecherche wären, denn das Abendblatt bezeichnet die “Tankstelle” allen Ernstes als “Restaurant”. Demnächst ist das Jolly womöglich noch ne Beauty-Farm?
      Spaß beiseite, vollkommen dämliche Aktion. Bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall die hsv-Fans die intelligenteren sind und auf einen Rache-Aktion großzügig verzichten. Ansonsten melden sich die Verursacher hoffentlich schon mal vorab beim Jolly und hinterlegen die Kontodaten inklusive Abbuchungserlaubnis bei BallKult e.V..
    • von einem Stürmer mit Namen Marius Ebbers, der nun endlich erfolgreichster Zweitligastürmer ever ist und hoffentlich noch in dieser Woche einen Vertrag für die nächste Saison unterschreibt… bei uns.
    • von einem Video, was die unglaublich brutalen Angriffe *hust* auf die Polizisten zeigt, die natürlich alle Folgeaktionen rechtfertigen. Insbesondere die Aktion gegen die Frau, die erkennbar die ganze Zeit friedlich dasteht (und sich allerhöchstens zivilen Ungehorsam und Verbalakrobatik vorwerfen lassen dürfte, aber selbst das ist fraglich) und bei 3:58 dann mehr als unsanft abgeräumt wird. Die folgenden Szenen lassen einem nur noch schlecht werden, zarte Gemüter seien hiermit vorab gewarnt:
    • von der sportlichen Seite, die die mehr als ungeliebte Kogge immer mehr versinken lässte, bei inzwischen vier Punkten Rückstand auf die Relegation
    • von der anderen sportlichen Seite, die uns auf ein spannendes Finale hoffen lässt, mit einem Punkt Rückstand auf die Fortuna (und man schaue sich mal wieder deren “herausgeholten” Elfer zum 2:1 ein und frage sich, ob es da eine Wette des DFB/der DFL bei einem Wettanbieter gibt, der ihr eine gewisse Summe an Elfmetern in dieser Saison garantiert), welche hoffentlich am Sonntag in Fürth strauchelt.
    • von einem Support, der (zumindest in der von mir miterlebten zweiten Halbzeit… ja, ich gestehe…) aus meiner Sicht(!) deutlich verhaltener war als sonst (insbesondere eingedenk eines Sieges in der Konstellation um Auf- und Abstieg gegen den Lieblingsfeind), aber eben bei einigen auch durchaus positiv gefiel.
      Ich hätte jedenfalls gerne erlebt, wie es bei einem 3:0 gegen Hansa mit einem “koordinierten” Gesang geklungen hätte, wenn das ganze Stadion “Nie mehr Hansa Rostock!” singt.

Aber ich lasse das Alles und übergebe das Wort einfach an Benedikt Pliquett, der auf seiner facebook-Seite folgendes schrieb:

… das war das schlimmste Fußballspiel, was ich je erlebt habe!
ich freue mich über die 3Punkte!!!! denn alles andere ist am ende rein auf den Sport bezogen eh nebensächlich,
ABER (fernab von meiner persönlichen Situation)… habe ich unter diesen Umständen als Spieler und Mensch kein Spaß mehr an dem Spiel. Da gewinnst du 3:0 gegen HRO und jeder denkt sich… pffff
Ich denke wer hier die Schuld daran hat, wurde heute überall lesbar im Stadion klar! Daaaanke dafür!!! Wie kann man gezielt den Fußball so zerstören wollen!?!?!? und Situationen permanent falsch einschätzen?!?!?!
Unglaublich auch die falsche Darstellung und gesamte Hetze in den Medien!!! Subjektiv und Feige!!!!

So stirbt der Fußball!!!!

Sorry war bitter nötig!!!

!!!!!*****Sankt Pauli die einzige Möglichkeit*****!!!!!

Dem ist wenig hinzuzufügen, außer die dringende Leseempfehlung für den MagischenFC-Blog und Publikative.org, die auch einen Screenshot der wunderbaren “St.Pauli-Chaoten werfen Steine aufs Jolly Roger“-Schlachtzeile haben.

Schöne Woche, viel Spaß beim Boulevard lesen und man sieht sich dann in Dresden! // Frodo

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Gefahrengebietsdemonstrationsverlierer

Es gab schon schönere und unbeschwertere Tage als St.Pauli-Fan, obwohl man mit der sportlichen Situation derzeit eigentlich ganz zufrieden sein kann.

Ich schaue derzeit eher fassungslos auf den Sonntag und ertappe mich insgeheim bei dem Gedanken, mir, was den Fußball anbelangt, die Decke über den Kopf zu ziehen und bis Montag nicht mehr aufzutauchen, denn “Gewinner” kann es am Sonntag schon lange nicht mehr geben, höchstens noch einen sportlichen.

Die Geschichte ist schnell erzählt, wenn Ihr sie nicht eh schon mitbekommen habt: Die Polizei hat dem FC St.Pauli verboten, Karten an den FC Hansa Rostock zu verkaufen, beide Vereine gingen dagegen vor, unterlagen aber vor Gericht. Hansa-Fans meldeten daraufhin eine Demo in Hamburg an, St.Pauli-Fans werden teilweise am Sonntag freiwillig auf das Spiel verzichten und Familien mit Kindern sei empfohlen, den Dom und generell die Straßen rund ums Stadion am Sonntag Mittag/Nachmittag zu meiden.
Gewinnen wird da niemand mehr. Die Polizei hat, zumindest wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, bereits verloren, denn selbst wenn alles friedlich bleibt wird sie am Sonntag Abend mehr Einsatzstunden auf der Uhr haben, als wenn das Spiel normal mit Gästefans stattgefunden hätte.
Sollte die Situation am Sonntag eskalieren, hätte sich ihre Theorie von der einzigen Möglichkeit, das Spiel friedlich über die Bühne zu bringen, ohnehin selbst widerlegt und man dürfte sich schweren Vorwürfen der (aufgeklärten) Öffentlichkeit ausgesetzt sehen.
Selber sehen wird die Polizei dies öffentlich selbstredend ganz anders, daher wird es auch spannend sein zu sehen, wie die Medien den Sonntag aufarbeiten werden. Ein Anfang scheint mit dem Kommentar von (in der Vergangenheit in Fußball-Fan-Themen eher nicht so positiv aufgefallenen) Peter Wenig im Abendblatt gemacht, mal gucken wie es da weitergeht.

Man steht langsam kopfschüttelnd vor den Trümmern dessen, was den Fußball einst ausgemacht hat. Vom positiven Prickeln, das einen vor einem solchen Spiel wie gegen Hansa in den vergangenen Jahren meist erfasst hat (bei allen berechtigten Bedenken um die körperliche Unversehrtheit), ist nichts zu spüren, wen man auch fragt erntet man eher Ratlosigkeit und Resignation in Bezug auf Sonntag. Wohl gemerkt: Drei Spieltage vor Schluß, die Relegation (evtl. sogar gegen den Dino) noch immer in Reichweite und die Gelegenheit am Schopfe, die Kogge sportlich zu versenken… “Ein ganzes Viertel in Gänsehaut, FC St.Pauli – Wir lieben Dich laut!“?  Wir lieben Dich, keine Frage, derzeit aber eher stillschweigend und in einen ungewissen Ausgang blickend, leider nicht sportlich.

Die Repressionen für Fans erreichen ständig neue Höhepunkte, in Teilen können sich Fans natürlich auch von eigenem Verschulden daran nicht ganz freisprechen. Ausfallerscheinungen Einzelner erzeugen dann neue Repressionen, die wiederrum eher gemäßigte Fußballfans ebenfalls auf die Palme bringen und das Feindbild Polizei weiter verstärken und so weiter und so fort, das Paradebeispiel eines Teufelskreises.

Die Polizei hätte die Anmeldung der Demonstration vorhersehen müssen, diese Anmeldung war mein erster Gedanke, lange bevor das Verbot überhaupt öffentlich wurde, sie lag doch ganz klar auf der Hand. Spätenstens nach erfolgter Anmeldung und während des “Erörterungsgesprächs” vor dem Oberverwaltungsgericht hätte man sich mit den Vereinen einigen müssen.

Nun gut, ist nicht passiert, jetzt stehen viele St.Pauli-Fans mit bangem Blick vor dem kommenden Sonntag und hoffen, dass doch irgendwie alles noch gut und ruhig ausgehen möge und die sportliche Dramatik im Auf- und Abstiegskampf dann schnell das Geschehene überdeckt. Allein: Der Glaube fehlt… aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Also doch alles wie immer? Glaube, Liebe, Hoffnung? Wohl kaum.

Was also tun am Sonntag? Wegbleiben? Vor die Süd gehen? Ins Stadion?
Ich weiß es ehrlich gesagt für mich selbst noch nicht und will hier auch keine Empfehlung aussprechen. Junior bleibt zuhause, das ist klar, ich selber werde wahrscheinlich vor dem Spiel vor die Süd gehen und dann je nach Verlauf entscheiden, ob ich irgendwann die Lust verspüre, mir das Spiel anzuschauen, nach Hause zu gehen oder mich vor das Jolly zu begeben.

Getreu dem Motto: Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem, hier eine Sammlung von Texten zum Thema, sucht Euch den für Euch passenden Text raus und bildet Euch möglichst umfassend eine Meinung und entscheidet dann, wie genau Ihr den Sonntag verbringen wollt.

- Der Anfang: Aufruf von USP in der BASCH, Sonntag vor die Süd zu kommen, die Rostocker Demo aber bitte Rostocker Demo sein zu lassen
- Der MagischeFC-Blog mit “Klasse Plan, Polizei Hamburg!“, mit zustimmenden und auch auch differenzierten Gedanken zur Situation an sich und dem USP-Aufruf
- Auch bei Sitz[BLOG]ade (“Sunday, boring Sunday“) Zustimmung zum USP-Aufruf, Gedanken zu einem Derby ohne Gästefans und der Demo im Allgemeinen
- Ähnliche Rat- und Hilflosigkeit wie ich empfindet auch Der Kiesel in “Sunday, Bloody Sunday
- Jeky äußert sich mit “Ich gestehe: Ich verstehe es nicht, dieses St.Pauli” kritisch zur von ihr empfundenen Solidarisierung der St.Pauli-Fans mit der Rostocker Fanszene. (Nicht nur) dort lohnt sich auch der Blick zur Diskussion in die Kommentare zur weiteren Meinungsbildung.
- Pantoffelpunk geht mit “Herr, wirf Hirn vom Himmel” mit ähnlicher Meinung wie Jeky vor, kritisiert zudem namentlich USP für ihren Aufruf.
(Zu beiden Texten sei gesagt, dass ich die Kritik an USP in dieser Sache nicht teile, beide zu einem umfassenden Meinungsbild hier aber sicher rein gehören.)
- Auch bei Hansa gibt es natürlich kritische Sichtweisen auf die eigene Fanszene, die trotzdem den Blick für die Gesamtsituation haben, so hier bei hansafans.de und ”Mobilmachung durch Menschenfresserhooligans
- Die Hamburger Polizei hat dann heute die angemeldete Demonstration der Rostocker erlaubt, die geplante Route vom Bahnhof Altona zur Feldstraße aber auf eine Kundgebung am Hauptbahnhof zusammengestrichen. Dagegen haben die Anmelder Einspruch eingelegt, das letzte Wort ist also noch lange nicht gesprochen.
- In der gleichen Mitteilung hat die Polizei dann auch ein “Gefahrengebiet” rund ums Stadion erklärt, welches beim MagischenFC Blog zum Artikel “Absurdistan, Dein Name sei Hamburg” geführt hat, ebenfalls lesenswert um die völlige Idiotie der Polizei vom Verbot bis hin zu den jetzt vollstreckten Massnahmen nochmal aufzuzeigen. Auch beim quotenrock-Blog gibt es detaillierteres dazu zu lesen: “Ihr seid alle Gefahrengebietsbesetzer
- Auch im Österreichischen Zine Ballesterer ist der Sonntag Thema.
- Der Fanclub-Sprecherrat hat sich ebenfalls geäußert und ruft alle zur Vorsicht und Besonnenheit auf.
- Stellungnahme des Vereins (bewusst unkommentiert)
- Abschließend der Diskussionsthread im St.Pauli-Forum zur Verfügung der Polizei im Allgemeinen sowie zum Aufruf von USP im Speziellen, sowie das Forum auf der offiziellen Hansa-Seite. // Frodo

P.S. “Wenn Du nicht weißt, ob Du Lachen oder Weinen sollst, ist Lachen immer die richtige Entscheidung!” (sinngemäß, keine Ahnung von wem) Einen Grund zum Lachen in dieser Situation bietet auf jeden Fall Gegengeraden-Gerd mit der “Goliath-Wache”. Ich freue mich übrigends schon sehr auf Tante Kriemhilds Bericht am Montag.

P.P.S. Unser Leser Thore hatte die Idee einer “Gefahrengebiet”-Karte und uns auch einen ersten Entwurf zugesandt, unser Layouter Sten hat dies jetzt mit einer OpenStreetmap-Karte umgesetzt:

Gefahrengebiet St.Pauli

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