2.Spieltag (A) – Karlsruher SC

Karlsruher SC – FC St.Pauli 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Lasse Sobiech (10.), 1:1 Daniel Gordon (30.), 1:2 Marcel Halstenberg (40.)
Zuschauer: 21.899 (ca. 2.500 St.Paulianer)

BÄMM!
So muss das!

Und es bestätigte meine These von vor dem Spiel, dass es diese Saison auswärts für uns ab und an leichter sein dürfte als am Millerntor, da wir da nicht zwingend das Spiel machen müssen und aus einer starken Defensive heraus dann den ein oder anderen Sieg einfahren werden.
Zugegeben, dies impliziert Tore aus Kontersituationen und die hatten wir natürlich nicht. Stattdessen Tore aus zwei Standards, bzw. das zweite Tore natürlich in verzögerter Folge einer Standardsituation.
Und die Kontersituationen die wir dann hatten, haben wir leider wieder nicht gut ausgespielt.

Doch der Reihe nach: Es begann mit einer entspannten (An-)Reise mit dem ICE, der uns um kurz nach 13.00h in Karlsruhe ablieferte. Ich saß im Abteil mit USP-Mitgliedern, die ja sonst meist eher Bus fahren und hier aus beruflichen und Rückkehrzeitgründen ausnahmsweise die Zugfahrt wählten und ihr Glück gar nicht fassen konnten, trotz einer ziemlichen Ausgeschlafenheit und einer ja doch eher kurzen Zugreise schon in Karlsruhe angekommen zu sein. Und das so ganz ohne Umsteigen.

Mein letzter Besuch im Wildpark liegt schon ein paar Jahre zurück, wie scheiße das Stadion an den ÖPNV angeschlossen ist hatte ich offensichtlich verdrängt. Eine Straßenbahnfahrt ist mir als geborener Bremer ja erst mal sympathisch… aber der anschließende Gewaltmarsch bis zum Stadion erinnerte leicht an den Volkspark.
Ich hatte für heute mit Til und Georg die AFM-Radio-Mütze auf und durfte so von Jörn (VdS/NdS-Gesprächspartner 1) schnell noch die Akkreditierungen samt Parkausweis in Empfang nehmen, ehe uns erste Karlsruher Gastfreundschaft in Form des Parkwächters der Presseparkplätze begegnete.
Eyyyyyy, Halt!” brüllte er Til hinterher, während der grade einparken wollte.
Falscher Parkplatz!” – “Dann hat uns ihr Kollege falsch eingewiesen.” – “Tja… wenden und dann da vorne, zwischen den Bäumen.” Okay… war zwar direkt an der Karlsruher Stehplatzkurve (innerhalb des Stadiongeländes) und somit irgendwie zumindest gefühlt etwas gewagt, aber klappte dann wohl doch alles.

Im Stadion konnte ich dann die Temperatur bewundern und mich über die Medienplätze im Schatten freuen, während Til und Georg die Technik aufbauten – und dabei zusehends nervöser wurden, denn so recht klappen wollte es nicht.
Da ich aber in dem ganzen Kabelkram nicht so drinstecke bewunderte ich die Aussicht, kümmerte mich um die Mannschaftsaufstellung und konnte so auch noch Sandra (VdS/NdS-Gesprächspartnerin 2) im Pressebereich treffen.

Zurück auf der Tribüne nahm ich erst dann zur Kenntnis, dass der KSC Phillip Max bereits am Vortag aus dem Kader gestrichen befreit hatte, da er für kolportierte 4 Mio € des FC Augsburg Nachfolger des für vermutete 25 Mio € nach England wechselnden Baba werden soll. Wahnsinnsbeträge, alles sehr krank, aber das soll hier jetzt nicht Thema sein.

Uns Ewald hingegen setzte auf die gleiche Startelf wie gegen Bielefeld, auf der Bank nahm u.a. (für mich überraschend) Ante Budimir Platz, dessen Ausleihe damit weiterhin ungewiss ist. Ewald Lienen begrüßte übrigens auch hier wieder erfreut den Gästeblock und nahm sich zwei-drei Minuten Zeit, sich vor dem Spiel besingen zu lassen – immer wieder ein außergewöhnliches Vorgehen.
Beim KSC waren mit Jannick Dehm und Boubacar Barry zwei Akteure in der Startformation, die letzte Saison noch für die U19 aktiv waren, mit Marvin Mehlem saß ein weiterer auf der Bank.

Der KSC begann recht druckvoll, aber eben auch wenig zielführend – unsere Defensive stand sicher. Und wie es eben in der 2.Liga oft so ist, brachte uns ein Standard dann in Führung.
Langer Ball in den Strafraum (Alushi), Kopfballverlängerung (Sobiech), Tor (TOR!)!
Fußball kann so einfach sein, solche Tore hatten wir in der letzten Saison ja auch absolut oft genug selbst kassiert.
Der Ausgleich dann mehr als vermeidbar (wie wahrscheinlich fast alle Tore beim Fußball, generell): Gonther lässt Gordon bei einer Ecke weglaufen und dieser köpft den Ball völlig ungehindert ein. Abgesehen davon hatten wir bis dahin nicht viel bis gar nichts zugelassen.
Doch während wir nach solchen Gegentoren in der Vergangenheit oft auseinanderfielen und den Gegner zur Toreschießen einluden, ging jetzt wieder ein Ruck durchs Team und wir waren wieder die bessere Mannschaft und zeigten auch gute Spielzüge.

Und dann… ja, Marcel Halstenberg. Kann man mal so machen. Die Wahl zum Tor der Woche nächsten Samstag in der Sportschau dürfte ihm gehören.

In Hälfte zwei lässt Sobiech einmal Hoffer ziehen, der KSC tut gleiches mit Maier aber beide können die Chance nicht nutzen, so dass es beim 1:2 bleibt. Reicht ja auch.

Zur Stimmung:
Die Karlsruher waren, insbesondere in Hälfte ein, irre laut. Für so ein offenes Stadion ohne Kurvenüberdachung war das zumindest in der Lautstärke schon ziemlich beeindruckend, kam aber eben auch fast ausschließlich von der Gegengerade. Weder die Kurve noch die Haupttribüne stimmten oft ein, wenn überhaupt. War aber eben für die Lautstärke auch nicht mehr nötig.
Mit zunehmender Spieldauer und insbesondere den Rückständen aber wurde es dann doch deutlich leiser und unser Block (ohne Dach) konnte mehr und mehr die Oberhand gewinnen.

Die Rückfahrt:
Unspektakulär. Ein “Mid so a Leischdung verliersch a gege Reutlinge!” auf dem Weg zum Bahnhof beschreibt die Karlsruher Gemütslage wahrscheinlich ganz gut, nach Reutlingen geht es nämlich nächste Woche im Pokal.
Und wahrscheinlich hat auch Marcel Halstenberg völlig recht, der nach dem Spiel sagte, dass der KSC in dieser Saisonphase nach der kurzen Vorbereitung am leichtesten zu besiegen wäre. Soll uns aber nicht stören, denn vier Punkte aus zwei Spielen ist ein guter Saisonstart und der kann in dieser Liga bekanntlich schon sehr viel ausmachen und uns vielleicht tatsächlich die erhoffte entspannte Saison ohne Abstiegssorgen sichern.
(Siehe dazu auch die Vergleichstabelle ganz unten.)

Da mein Shirt komplett getränkt war verzichtete ich auf zu viel Nähe zur Fanladen-Gruppe und widmete mich den ersten Zeilen dieses Berichts sowie der 6.Staffel von Supernatural – ehe mich der Schaffner aufhorchen ließ, da ab Hannover der ICE wegen eines technischen Defekts gegen einen Ersatz-IC ausgetauscht werden musste.
Aber nach einem Auswärtssieg erträgt man das dann auch deutlich entspannter als nach einer (z.B.) 3:0-Niederlage.

Links:
– Bericht ‘der Ballreiter': “Fehlstart”
– Bericht ‘Idiotensport': “Todsicherer Tipp
– Fotos Vereinshomepage
– Fotos von Stefan Groenveld beim U23-Heimdebüt: “U23 holt ersten Punkt

Und sonst so:
Am Samstag gab es Gelegenheit, dem Hamburger Amateurfußball einen Doppelbesuch abzustatten. Um 12.00h spielte der HFC Falke sein erstes Punktspiel der Vereinsgeschichte in der Kreisklasse 5 vor 630 zahlenden Besuchern (Eintritt: 2,-€), bei bestem Wetter und günstigen Preisen (Bier: 1,50€ – andere Kaltgetränke 1,-€) auf dem Rasenplatz am Sportplatzring gegen GW Eimsbüttel III, bevor es dann mit dem nächsten Heimspiel an die Waidmannstraße geht, die mindestens für eine Saison die neue Heimat sein wird.
Beim rein optischen Betrachten der körperlichen Fitness beider Teams beim Warmmachen wurde schon klar, dass Falke zumindest nicht hoch verlieren würde… und dies sehr wahrscheinlich auch in der gesamten Saison nicht zu erwarten ist.
Zur Halbzeit stand es 5:0, am Ende 9:0 und die Erleichterung war groß da die Anzeigetafel ein zweistelliges Ergebnis nicht wirklich hätte abbilden können.
Insgesamt eine sehr entspannte Veranstaltung, das Publikum zum allergrößten Teil in Falke-Merch gekleidet, sehr vereinzelt hsv-Merch, dann aber eher aus der 1887-Kollektion.
Beim Pokalspiel letzte Woche sollen wohl auch Zuschauer mit St.Pauli-Klamotten anwesend gewesen sein… nun ja, muss jeder selbst wissen.

Ich fuhr dann auch rechtzeitig weiter, um den Heimspielauftakt der U23 an der Hoheluft zu verfolgen, die gegen BSV SW Rehden antrat.
271 Zuschauer bei bestem Wetter, ohne Parallelansetzung der Profis. Kein leuchtendes Argument GEGEN die Parallelansetzungen zumindest, auch wenn es gut 100 Zuschauer mehr waren als im jahr zuvor zum Auftakt in Norderstedt. Aber kann ja noch besser werden…
Sportlich war es zumindest besser als in den Spielen zuvor (1:4 bei Aufsteiger Hildesheim, 0:2 beim VfB Lübeck), doch irgendwie kassierte man trotz deutlicher Überlegenheit dann kurz vor der Pause den unnötigen Rückstand.
In Hälfte zwei erzielte Neuzugang Jan-Marc Schneider (von Halstenbek-Rellingen) den verdienten Ausgleich, zum Schluß hätte es aber auch noch wieder schief gehen können.
Vor der Truppe von Coach Ehlert liegt sicher noch viel Arbeit vor dem Saisonziel Klassenerhalt, aber der Lernprozess ist für die Mannschaft ja jede Saison meist erst zu Beginn der Rückrunde abgeschlossen, also noch alles im Rahmen.

Kommendes Wochenende ist Spielfrei (das Spiel in Lübeck war aufgrund der DFB-Pokal-Teilnahme des VfB vorgezogen worden), danach ist am 16.8. (parallel zum Heimspiel der Profis gegen Fürth) der VfB Oldenburg zu Gast. // Frodo

Vergleich zum Vorjahr (Spieltag)

SpGegner 14/1514/15Gegner 15/1615/16Vergleich
1Ingolstadt (H)1:1Bielefeld (H)0:08. / 1 / 0:0
+-0
2Aalen (A)0:2KSC (A)2:14. / 4 / 2:1
+3 Pkt

Vergleich zum Vorjahr (Gegner)

SpGegner 14/1515/16Vergleich
1Arminia Bielefeld (H)0:00:0BÄMM!
2KSC (A)0:32:13 Pkt besser
Arminia Bielefeld & MSV Duisburg stehen für Erzgebirge Aue und den VfR Aalen.
SC Freiburg und SC Paderborn stehen für FC Ingolstadt und Darmstadt 98.
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MT021 – Audiodateien sind kein shareable content

Da ist sie, die neue Saison.

Und mit ihr die neue MillernTon-Sendung, die 21. inzwischen, mit der wir in unsere dritte Saison gehen.
Für den Saisonauftakt hatten wir uns bewusste keinen Gast eingeladen, sondern besprachen in aller Ruhe:

  • Neuerungen bei den VdS/NdS-Gesprächen
  • Die Neuverpflichtungen
  • Testspiele
  • 1.Spieltag – Arminia Bielefeld
  • Wilko liest aus alten Übersteigern
  • Hörerfragen

Kapitelmarken schaffe ich heute nicht mehr sind jetzt auch drin. Insgesamt sind es wieder 2h40m geworden, genug Stoff also für die Auswärtsfahrt nach Karlsruhe.

Und: Wir haben prognostiziert…

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Teilnehmer:
– Sebastian (@Curi0us)
– Christoph (1910 e.V.)
– Justus (Fanladen St.Pauli)
– Wilko (@WlkStnhgn, Übersteiger)
– Maik (@DerUebersteiger)

Weiterführende Links:
– Buchprojekt „FC St. Pauli-Album“ von 1910 e.V. und Werkstatt-Verlag:
http://blog.1910-museum.de/blog/2015/07/29/ein-buch-als-museums-baustein/

– Shirt „Das ganze Stadion“
http://shop.1910-museum.de/das-ganze-stadion-t-shirt-frauen-schwarz.html
http://shop.1910-museum.de/das-ganze-stadion-t-shirt-herren-schwarz.html

– Making-Of-Video zur Choreo:
https://vimeo.com/134615411

– Text zu den Trikots:
http://outside-left.blogspot.de/2015/07/in-rainbows.html

– Fubacamp
http://fubacamp.de/

 

– Übersicht MillernTon-Folgen
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Aufruf vom Fanclub-Sprecherrat: Keine Stimme den Nazis

Der folgende Aufruf des Fanclub-Sprecherrates verbreitet sich grade bei Facebook. Für alle ohne FB-Zugriff jetzt auch hier:

Liebe Fans und Mitglieder des FC St. Pauli,

am 12.09.2015 wollen Neonazis und Hooligans unter dem Motto „Tag der deutschen Patrioten“ durch die Hamburger Innenstadt marschieren. Nicht mit uns!

Die Fanszene des FC Sankt Pauli steht für eine kompromisslose antirassistische Grundhaltung. Eine menschenverachtende Neonazi/Hool-Demonstration werden und können wir nicht einfach so hinnehmen.

Wir rufen daher alle Fans und Freunde unseres Vereins dazu auf, sich an den Gegenaktivitäten gegen den geplanten rechten Aufmarsch am 12. September zu beteiligen. Ebenfalls rufen wir alle Fanclubs und Gruppen des FC St. Pauli dazu auf, im Vorfeld den Gegenaufruf vom “Hamburger Bündnis gegen Rechts” zu unterschreiben.
Bitte gebt uns bis zum 11.08. per Mail an die Adresse “fcsp-gegen-rechts@gmx.de” Bescheid, ob ihr den Bündnisaufruf unterschreiben wollt. Geplant ist, dass der Aufruf beim Heimspiel gegen Fürth am 16.08. in einer eigenen großen Auflage im Stadion verteilt werden soll. Dieses soll eingebettet in Form eines Aktionstages geschehen. Bitte werdet hierzu in Form von eigenen Bannern, Tapeten oder ähnlichem selber aktiv.

Da wir hier den Aufruf des HBgR verbreiten, würden wir euch mit eurer Unterschrift auch auf der offiziellen Unterstützerliste hinzufügen (siehe hier: http://www.keine-stimme-den-nazis.org ). Solltet ihr nur auf den Flyern im Stadion auftauchen wollen und nicht auf der allgemeinen Unterstützerliste, dann schreibt dies kurz in der Mail dazu.

Zeigen wir gemeinsam klar und deutlich, dass für Rassismus bei uns kein Platz ist – nicht auf den Straßen, nicht in den Kurven, nicht in den Köpfen. Alerta!

Euer Ständiger Fanausschuss

****
Hier der Link zum Aufruf vom “Hamburger Bündnis gegen Rechts”:
http://www.keine-stimme-den-nazis.org/

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1.Spieltag (H) – Arminia Bielefeld

FC St.Pauli – Arminia Bielefeld 0:0
Tore:
Zuschauer: 29.546 (ca. 3.000 Gästefans)

Tjoa…
Bericht Ende.

Na gut, nicht ganz, aber zusammenfassend kann man das schon so sagen.
Beginnen wir mit dem Positiven: Die vier Riesenblockfahnen auf den vier Tribünen sahen großartig aus, vielen Dank an alle, die dazu wie auch immer beigetragen haben.
Vor dem Spiel “prickelte” es, rund ums Stadion. Die Vorfreude war greifbar, die Choreoschals an vielen Stellen schon vergriffen – es sollte endlich losgehen, im Idealfall mit einer besseren Saison als der Abgelaufenen.

Vor dem Spiel wurde dann noch Christian Bönig verabschiedet. Der MagischeFC-Blog hatte dazu schon treffende Worte vorher gefunden, daher von mir auch nur kurz:
Für jemanden, der von der ZEITUNG kam, hast Du das doch ganz gut gemacht, Christian. Alles Gute, man sieht sich im Stadion.

Nach neun Jahren Bauzeit war das Millerntor also endlich fertig umgebaut. Akustisch dürfte es insgesamt lauter werden, nicht zuletzt auch, weil man die Gästefans jetzt wieder lauter hören wird. Und als Fußballfan reibt man sich eben auch am jeweiligen Gegner und wird dadurch vielleicht etwas mehr angespornt die eigene Lautstärke nochmal nach oben zu drehen.

Aber: Davon war an diesem Tag nur sehr bedingt etwas zu merken, nur ab und an wurde es richtig laut, was nebenbei auch für den Gästeblock galt. Luft nach oben, insbesondere bei uns.

“Luft nach oben” dann eben auch auf dem Rasen.
Die erste Hälfte war noch ganz ansehnlich und man war deutlich feldüberlegen. Hier hätte es dann aber eben auch den einen Treffer geben müssen. Wenn Ewald Lienen nach dem Spiel sagt, dass wir mit einem Führungstreffer wohl ein ganz anderes Spiel gesehen hätten, mag man ihm kaum widersprechen, denn natürlich hätte dies Bielefeld früher gezwungen, die massive Defensive (teilweise mit zwei Fünferketten agierend) aufzulösen.
Allerdings kann man der Arminia auch nicht vorwerfen, sich nur destruktiv hinten reingestellt zu haben.
Allein: Das erlösende Tor fiel nicht, Rzatkowski auf links traf den Ball nicht, Nehrigs Kopfball war zu unplatziert und Thy wartete mit dem Abschluss bei der wohl besten Chance der Hälfte eben zu lange.

In Hälfte zwei war das Spiel dann deutlich ausgeglichener, Sobiechs Kopfball hätte rein gehen müssen, wenn Verhoek den Ball bei einem weiten Pass angenommen hätte wäre auch dies eine 100%ige gewesen.
Umgekehrt lässt Klos eine riesige Kopfballchance liegen und in den letzten Minuten beweist Robin “Skyman” Himmelmann gleich mehrfach, warum alle Beteiligten so froh sind, dass er bei uns geblieben ist und sichert sich so nebenbei einen Platz in der “Elf des Tages” beim Kicker.
Sören Gonthers Aussage, dass man so ein Spiel letzte Saison wohl noch verloren hätte, ging sicher auch einigen Zuschauern sinngemäß durch den Kopf und ist dann vielleicht auch das Positive, was man aus dem Spiel mitnehmen kann.

Alushi gefiel mir im Zentrum schon sehr gut, ebenso Marc Rzatkowski, gleiches gilt auch für Lennart Thy im Sturm, der da aber natürlich oft zu sehr in der Luft hing.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Lienen mit “Die Vorbereitung ist noch nicht mit Spieltag 1 abgeschlossen.” wohl Recht hat und sich in den nächsten Wochen zeigen wird, wohin die Reise geht.
Wahrscheinlich wird es auch diese Saison oft so sein, dass uns das Spiel gegen tief stehende Teams schwerer fällt, als ein Spiel gegen offensiv ausgerichtete Mannschaften. Einen ersten Belastungstest zu dieser These werden wir dann am Sonntag in Karlsruhe erleben.

Außerdem noch eine Neuerung: Da ich für statistische Spielereien ja immer zu haben bin, ohne diese Überbewerten zu wollen, übernehme ich mal den “Und so stehen wir im Vergleich zur letzten Saison!“-Vergleich vom Herrn Rebiger, ab sofort immer unter den Links zum Spiel zu finden.

Links:
Bericht und Fotos bei outside_left: “Stay Different” (English)
Bericht und Fotos bei BeebleBlox: “Das GANZE Stadion
Fotos bei Stefan Groenveld: “Das Ganze Stadion
Fotos bei Sabine Scheller: “Eindrücke von der Südtribüne III
Fotos bei USP: Klick
Bericht bei Grenzenlos 1910: “Das sieht doch schon mal besser aus
Bericht bei pathos93: “Die Zukunft hat begonnen
Bericht beim Ostblock: “Und mal wieder Ostwestfalen
Bericht SouthEndScum “Matchday 01” (English)
Bericht Schunino: “Franzbrötchen-Connection
Bericht rilrec: Klick
Bericht KleinerTod: “Abschied von Quote
Podcast: VdS-Gespräch (40Min)

Vergleich zum Vorjahr (Spieltag)

SpGegner 14/1514/15Gegner 15/1615/16Vergleich
1Ingolstadt (H)1:1Bielefeld (H)0:08. / 1 / 0:0
+-0
2Aalen (A)0:2KSC (A)2:14. / 4 / 2:1
+3 Pkt

Vergleich zum Vorjahr (Gegner)

SpGegner 14/1515/16Vergleich
1Arminia Bielefeld (H)0:00:0BÄMM!
2KSC (A)0:32:13 Pkt besser
Arminia Bielefeld & MSV Duisburg stehen für Erzgebirge Aue und den VfR Aalen.
SC Freiburg und SC Paderborn stehen für FC Ingolstadt und Darmstadt 98.
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11Freunde Sonderheft

Wie jedes Jahr gibt es bei der 11FREUNDE-Ausgabe zu Saisonbeginn auch dieses Jahr wieder ein kleines Sonderheft mit Beiträgen von Bloggern der 36 Erst- und Zweitligisten.
(Auch hier zeigt sich übrigens, dass es als hsv-Fan wirklich nicht einfach ist, denn während die meisten Vereine dort recht amüsante Fanvertreter entsenden, schreibt für unseren Nachbarn Dieter Matz.)

Und da für den FCSP nun schon seit Jahren die Antworten aus unserer Redaktion kommen dürfen, gibt es dieses Jahr auch wieder drei Hefte zu gewinnen. Wer also auch ein Heft zugeschickt haben möchte, kommentiere hier bis Sonntag, 26.7. um 19.10h und beantworte beliebige drei (oder gerne auch mehr) von den Fragen, die 11FREUNDE herumgeschickt hat.
Ich werde dann am Sonntag Abend die drei (ausgelosten) Gewinner anschreiben (also bitte auch eine korrekte e-mail Adresse angeben) und brauche von Euch dann nur bis Montag gegen Mittag die Anschrift per Mail zurück.
Ausgelost wurden: Nember, elbblick und SantaPaulina, herzlichen Glückwunsch, das Heft kommt dann direkt von der 11FREUNDE-Redax zu Euch.
Natürlich kann gerne trotzdem weiterhin kommentiert werden.

Die Fragen (und die von uns gegebenen Antworten) seht Ihr vollständig hier, eine Auswahl davon hat es auch ins Sonderheft geschafft.

Die neue Saison könnte ganz eventuell legendär werden, weil…
das Millerntor nach gefühlten hundert Jahren Bauzeit komplett fertig gestellt ist. Ohne Matsch auf den Stufen, dafür mit Dach. Welcome to the Hell of St.Pauli.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann…
an jenen Moment, der alles zum Guten kehrte: Robin Himmelmanns Luftloch an der Alten Försterei. Damit war alles Pech für die Saison aufgebraucht.

Wenn ich hektisch mein Schweizer Nummernkonto leerräumen muss, kaufe ich meinem Klub …
einen großen Topf mit Gold und schreibe „DFB-Strafkasse“ drauf. Damit jedes Pyro-Urteil zukünftig mit „Ist ja für den guten Zweck, wir verdoppeln!“ angenommen wird.

Mein schlimmster Albtraum…
ein Lokalrivale, der sich zweimal hintereinander und mit vier Unentschieden durch die Relegation schleicht. Ich würde dann jetzt auch gern endlich aufwachen.

Mein Held vergangener Jahre…

Die lustigste Fan-Aktion der vergangenen Saison war…

Auf Auswärtsfahrten darf niemals fehlen…
unsere Aufsichtsratsvorsitzende, die sich nach wie vor nicht zu schade ist den Partywaggon zu organisieren.

Das müsste passieren, damit ich nie wieder in Stadion gehe…
Man müsste mir den Kopf abhacken. (Klaus Störtebeker)
Ansonsten wird es mich immer zum Fußball ziehen, vielleicht nur irgendwann nicht mehr in den oberen Ligen.

Meine Klatschpappe benutze ich beim nächsten Stadionbesuch um…
einen Papierflieger zu basteln, der in der 93.Minute langsam in den Strafraum segelt und den Schützen des Gegners beim unberechtigten Elfmeter zum Ausrutschen bringt.

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil…
der DFB weiterhin seine völlig willkürliche Gerichtsbarkeit durchzieht und leider noch kein Verein (auch nicht unserer) dagegen vorgeht. Zumindest ein transparenter Strafenkatalog wäre ja mal schön.

Unser aktuelles Trikot ist…
Mir jetzt noch nicht bekannt.
(Nachtrag: Wunderbar und ein starkes Zeichen!)

Wenn Peter Neururer bei unserem Klub als Feuerwehrmann anheuert, dann…

Zweite Liga ist viel schöner weil…
Man für so ziemlich jedes Auswärtsspiel ausreichend Karten bekommt und es gleich zwei Relegationsplätze gibt.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren…
„DFB und DFL in Terminnot: FC St.Pauli in Relegation und DFB-Pokalfinale!“

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge…
@ColliniSue – in der bangen Erwartung von Fotos per DN

Mein unrealistischer Fünfjahresplan…
Aufstieg – Pokalsieg – Oirobbabogal – Weltherrschaft – Weltfrieden

Fußball gucke ich am liebsten…
im Stadion.

Die Zweite Liga verlässt nach oben….
RB Leipzig, SC Freiburg, FC St.Pauli

Und nach unten…
Mir egal, solange wir es nicht sind. 1860 wäre mal dran, damit sie zurück ins Grünwalder können.

Gegner des hsv in der Relegation wird…
der FC St.Pauli. Die anderen schaffen das mit der Uhr ja nicht.

Folgender Filmtitel beschreibt meinen Verein perfekt:
„…und ich weiß, warum ich hier stehe.“ (MillerntorRoar, 1991)

Wenn ich Trainer wäre, würde ich zuallererst…
Ante Budimir eine Stammplatzgarantie geben.

Wenn Aliens auf der Erde landen und ich ihnen Fußball erklären müsste, würde ich sagen…
„Manni Flanke – ich Kopf – Tor!“

Die Superkraft meines Vereins ist…
als kleines Kind in einen Zaubertrank mit Fashion & Beauty-Tipps gefallen zu sein. Der Weg des Modelabels war vorgezeichnet.

Der USA-Franchise-Name meines Klubs wäre…
FC Jolly Roger

Dieses Extra würde unser Stadion perfekt machen:
Eine Uhr, die anzeigen würde wie lange wir schon Derbysieger sind.

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Rückblick auf die Prognose 2014 und neue Prophezeiung 2015

Bereits zwei Mal fragte ich Euch nach Euren kühnen Prognosen und steilen Thesen für die jeweils kommende Saison.
Um es vorweg zu nehmen: Ahnungsloser als letztes Mal können wir uns kaum äußern, es kann also nur besser werden.

Die Fragen:

  1. Der FC St.Pauli beendet die Saison auf Platz…
  2. Im Pokal geht die Reise bis…
  3. Anzahl Heimsiege in der Saison 2014/2015 (ohne Pokal und Relegation):
  4. Anzahl Punkte aus den sechs Spielen gegen die Aufsteiger:
  5. Erfolgreichster Torschütze des FC St.Pauli wird … mit … Toren.
  6. Auf den Plätzen 1-3 landen:
  7. Auf den Plätzen 16-18 landen:

(Und es gab noch bunten Quatschkram drumrum, den ich hier jetzt auslasse.)

Die Zahlen: 37 Personen haben ihre Prognosen abgegeben.

  • 37 Mal also drei Tipps für Plätze 1-3. Macht 111 Vereinsnennungen.
    FC Ingolstadt? Null Nennungen
    Darmstadt 98? Null Nennungen
    Karlsruher SC? Eine(!) Nennung, Glückwunsch an Ulitschka Arnold!
    Top-Nennungen waren der Glubb (28x), Fürth (20x), RB Leipzig (17x), die Fortuna (15x) und “die Region” (13x).
    Schlimm, sowas.
  • Bei den Absteigern waren wir dann schon etwas treffsicherer, Aue und Aalen wurden von immerhin gut der Hälfte der Tipper prognostiziert (je 18x), genau so oft wie der SV Sandhausen.
    Aber: Top-Prognose war *Trommelwirbel* der SV Darmstadt 98 mit 24 Nennungen!
    Tja, so kann es gehen, in der Liga geblieben sind sie ja tatsächlich nicht.
    Immerhin 2x (Mann im Turm und “forza fcsp”) wurde auch 1860 genannt.
    Einen Bonuspunkt für Kreativität erhielt Dieter, der den Abstieg der Bielefelder Arminia weisssagte. Ob er damit jetzt seiner Zeit voraus war oder nur die letztjährige Relegation verpasst hatte, wissen wir nicht.
  • Tabellenplatzprognose FCSP:
    Tja, finstere Sache, wir doofen Optimisten.
    Ein gewisser Herr Wochenendrebell hatte den FCSP auf Platz 16 getippt und war damit am dichtesten am tatsächlichen Platz 15 dran. Flecktier tippte auf 13, dann schon Troll mit 11 und alle anderen hatten einen einstelligen Tabellenplatz prophezeit. Im Schnitt tippten wir den FCSP auf Platz 5,54.
  • Pokal:
    Hier waren wir erfahrener. Während einige erneut an ein Ausscheiden in Runde 1 glaubten, waren andere optimistischer (Teddy Tria glaubte gar an den Auftakt zum Oirobbabogaaaal), im Schnitt wurde aber das Ausscheiden in Runde 2 mit einem Durchschnittswert von 2,35 ziemlich exakt vorausgesagt.
  • Anzahl Heimsiege:
    9,46 hatten wir getippt, acht wurden es am Ende.
    Und wie man sich entsinnt, taten uns die fünf Heimsiege in der Rückrunde auch ziemlich gut, sonst wäre es finster geworden.
  • Punkte gegen die Aufsteiger:
    Nun gut, da viele von einem Aufstieg von RB Leipzig ausgingen, wurde hier etwas tiefer angesetzt, 9,24 Punkte im Schnitt aus den sechs Spielen gegen Leipzig, Heidenheim und Darmstadt wurden erwartet.
    Troll erwartete nur Fünf, Olegdt immerhin 15 – am Ende wurden es ganze Drei, im Heimspiel gegen RB Leipzig, während das Auswärtsspiel dort ebenso verloren ging wie beide Duelle gegen die beiden Anderen.
  • Torschützenkönig FCSP:
    Uh, ein schlimmes Kapitel, auch hier.
    Mit Thy (11x) und Nöthe (10x) wurden die beiden “Top-Torschützen” zwar richtig benannt, John Verhoek folgte dann bereits mit nur sieben Nennungen. Zusätzlich wurde ja aber auch noch die Zahl der Treffer abgefragt und hier waren wir dann wieder alle zu zuversichtlich.
    Fünf(!!!!!) mickrige Tore waren es am Ende, die für die Krone ausreichten, selbst Lasse Sobiech (4) hätte hier fast noch angeklopft und bei Nöthe waren da auch schon zwei Elfmeter dabei.
    Immerhin gab es mit Marius Boll und Flecktier sogar zwei Personen, die diese Zahl vorausgesagt hatten, wenn auch mit anderen Protagonisten.

Auswertung:

Kommen wir zur Preisverleihung:
Für eine transparente Auswertung habe ich mir, völlig subjektiv, folgende Regeln ausgedacht:

Jede Zahl Abweichung beim Tabellenplatz, der Pokalrunde, den Heimsiegen, den Punkten gegen die Aufsteiger und der Anzahl Tore gab einen Minuspunkt.
Für die korrekte Nennung der Torschützen sowie der ersten bzw. letzten drei Tabellenplätze gab es hingegen je fünf Pluspunkte.
Während die meisten daher tief im Minus abschließen, gibt es am Ende zwei Sieger:

  • Ulitschka Arnold
  • Wochenendrebell, beide mit acht Punkten.

Ich bitte um Kontaktaufnahme (Mail, Facebook, Twitter), der nächste Print-Übersteiger (voraussichtlich gegen Fürth) kommt dann per Post zu Euch.

Für die nächste Saison verspreche ich auch eine frühere Zwischenauswertung, und zwar zu den folgenden Fragen:

  1. Der FC St.Pauli beendet die Saison auf Platz…
  2. Im Pokal geht die Reise bis…
  3. Anzahl Auswärtssiege in der Saison 2015/2016 (ohne Pokal und Relegation):
  4. Anzahl Punkte aus den vier Spielen gegen Bielefeld und Duisburg:
  5. Anzahl Punkte aus den vier Spielen gegen Freiburg und Paderborn:
  6. Erfolgreichster Torschütze des FC St.Pauli wird … mit … Toren.
  7. Auf den Plätzen 1-3 landen:
  8. Auf den Plätzen 16-18 landen:

Diese dann bitte wieder per copy & paste in die Kommentare, oder aber auch gerne in einen eigenen Blog, dann aber möglichst mit Backlink/Trackback hier her, damit ich die bei der Auswertung auch noch wiederfinde.

Abgabeschluß: Samstag, 25.Juli, 15:29h!

Und hier dann noch die Auswertung der einzelnen Propheten:

1. Ulitschka Arnold (8)
1. Wochenendrebell (8)
3. Flecktier (4)
4. Troll (3)
5. mr_ee_tee (2)
6. Kiezpirat (1)
6. Nils (1)
8. forza fcsp (0)
8. DOS_ALERT (0)
8. Schwarzer Peter (0)
11. Teddy Tria (-1)
12. Marius Boll (-2)
12. Regnar (-2)
12. Torf (-2)
12. Mo (-2)
12. Dieter (-2)
12. Michael Hein (-2)
12. Jo_Hinx (-2)
19. Hannes (-3)
20. Jens (-4)
20. pauliane (-4)
22. Grasgrün (-5)
22. Marla (-5)
24. eisnatz (-6)
25. Buchi (-7)
25. Carsten Schulz (-7)
25. Lars Vader (-7)
25. Olegdt (-7)
29. Südkurvencupsieger (-9)
29. Parker (-9)
29. Stachelflosse (-9)
29. fraktionaugenzu (-9)
33. Björn Hellmark (-11)
33. Fangirl1910 (-11)
35. Mercutio (-13)
36. Markus (-14)
37. Mann im Turm (-19)

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Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2015/2016

Herzlich Willkommen zur neuen Runde!

Wie schon in den letzten vier Jahren (2011, 2012, 2013 und 2014) gibt es hier wieder den großen Preisvergleich der Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

Noch immer sind folgende Regeln gültig:

Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt. Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien: Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf Liga 2 zu), hab ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, meist dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach zwei drei vier Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht. Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld als die günstigsten Plätze in Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor. Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen.
Einzig faire Variante wäre eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste irgendwie die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen ja auch noch einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist? Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Erneut bedanke ich mich zunächst für diese großartige
>>Visualisierung <<
bei Marco Pöhler von Kontaktlinsen-Preisvergleich.de!
Hier lassen sich die einzelnen Spalten auch sortieren.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen. Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bein Vereinen wie dem FC Bayern ist dies, durch die Stadionlage, durchaus ein Kostenfaktor, nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.

Auf ins aktuelle Zahlenwerk:

1.Bundesliga

Dauerkarten-Preisübersicht - 1.Liga - Saison 2015/2016

Dauerkarten-Preisübersicht – 1.Liga – Saison 2015/2016

Hurra, es wurde billiger!
Tatsächlich ist die Gesamtsumme der drei Kategorien im Schnitt 20€ günstiger geworden, was man in erster Linie dem Abstieg des SC Paderborn zu verdanken hat.

Im Stehplatzbereich kostet die Dauerkarte für Vollzahler mit knapp 181€ etwa einen Euro mehr als in der Vorsaison. Zum Vergleich: 2011 waren es 168€, man könnte dies also ganz grob Inflationsausgleich nennen.
Am günstigsten steht man weiterhin beim VfL Wolfsburg (130€), auch die Plätze 17 (FC Bayern, 140€) und 16 (Hoffenheim, 150€) sind gleich geblieben.
An der “Spitze” steht Darmstadt 98 mit stolzen 240€ (damit Nachfolger vom SC Paderborn, die letzte Saison 255€ nahmen) vor dem hsv (208,70€) und Borussia Dortmund (207€), gleichzeitig die einzigen Drei, die damit die Schallmauer von 200€ überschreiten.
Zu Darmstadt ist hier auch noch zu ergänzen, dass dies der Kurvenstehplatz ist. Die Gerade ist mit 288€ nochmal deutlich teurer.

“Billig” sitzen kostet in der Liga im Schnitt gut 320€, auch hier blieben die drei günstigsten Klubs gleich (Wolfsburg 200€, Hertha BSC 232€, Hoffenheim 256€). Auch bei Werder (285€), Bayer 04 (290€) und in Augsburg (299€) kann man noch für weniger als 300€ einen Sitzplatz erwerben. Immerhin noch sechs Vereine, 2011 waren es noch acht.
Die wenigen vorhandenen Sitzplätze in Darmstadt schlagen mit 484€ als günstigster Variante zu. Den Support Block auf der Haupttribüne (384€) hab ich hier ausgeklammert, da dort aber i.d.R. eh gestanden wird hätte ich die Summe sonst auch bei den Stehplätzen ansetzen müssen, am Gesamtbild hätte dies nichts verändert, dazu unten bei den einzelnen Vereinen aber noch ein paar Worte. Auf den Plätzen folgen die großen Stadien von Dortmund (382€) und Schalke (364€), wobei in beiden Fällen diese Plätze natürlich auch noch deutlich weiter weg vom Rasen sind, als die “schlechtesten” Plätze in anderen Stadien.

Und die “besten Plätze” (Gegengerade, ohne VIP) kosten im Schnitt knapp 640€, wobei Wolfsburg hier mit 400€ erneut am günstigsten anbietet und damit in allen drei Kategorien hinten (bzw. vorne) liegt. Der FC Ingolstadt verlangt für die optimale Sicht mit 402€ am zweitwenigsten, gefolgt von Leverkusen mit 520€, schon eine deutliche Lücke.
Die teuersten Plätze in dieser Kategorie gibt es mit 790€ bei der Frankfurter Eintracht, gefolgt vom hsv (789,70€) und dem 1.FC Köln (785€).

Beim Blick auf die einzelnen Vereine bleibt festzuhalten, dass acht Klubs die Preise stabil hielten (S04, Frankfurt, Köln, Bayern, Stuttgart, H96, Hoffenheim und Hertha), wobei bei Schalke hier die Einschränkung erfolgen muss, dass es sich um die Preise für neue Dauerkarten handelt, welche es so in der Praxis ja kaum gibt. Für die “Bestandskunden” läuft seit einigen Jahren ja eine schrittweise Anpassung, die 2016 abgeschlossen sein wird. (Danke an @TorstenWieland für die Details.)

Beim hsv, BVB (je 2%), Mainz und Gladbach (je 1%) sowie in Bremen (5%) wurde geringfügig angehoben, die Europapokal-Erhöhung von 6% in Augsburg würde ich auch noch in diese Kategorie zählen, auch wenn da die Stehplätze gleich um >10% angehoben wurden.
Ordentlich zugelangt hat hingegen Bayer Leverkusen, die um insgesamt 11% erhöht haben.

Macht man hier den Vergleich zu 2011/2012 auf, so spielten außer Frankfurt und den beiden Aufsteigern auch da schon alle Vereine in Liga 1. Im Schnitt sind die Tickets seitdem um 5% teurer geworden, wobei der hsv (17%) und der FC Bayern (15%) hier den deutlichsten Schritt machten.

Viel Aufregung gab es jüngst beim hsv, da dieser die Preise für Menschen mit Schwerbehinderung sowie die Kinderpreise im Familienblock zum Teil stark erhöhte. Nun sollte es dem Blog eines St.Pauli-Fanzines natürlich leicht fallen, in das Geschrei mit einzusteigen, aber ganz so leicht ist es hier nicht, im Gegenteil.
Ein Leserbrief im Boulevard machte schnell die Runde in den sozialen Netzwerken, bei dem behauptet wurde der hsv würde Schwerbehinderten jetzt 355€ für eine Dauerkarte abnehmen, während der FC Bayern nur 80€ nimmt. Dieser Vergleich ist allerdings “etwas” unfair, denn während unser Nachbar nun pauschal 40€ Ermäßigung für die Kategorien 4-6 gewährt (und somit auch schon eine Dauerkarte für Schwerbehinderte für 168,70€ im Stehplatz bzw 270,70€ im Sitzplatzbereich anbietet) und man damit noch eine gewisse Platzwahlfreiheit hat, sind beim FC Bayern eben nur zwei Blöcke (108 & 215) hierfür vorgesehen. Der nackte Preis spricht hier sicher eine deutliche Sprache, wenn man aber beispielsweise mit mehreren Freunden zusammen in einem Block seiner Wahl sitzen möchte ist dies bei den Bayern nur zum normalen Preis möglich.
Wie so oft: Es gibt kein Schwarz/Weiß, man sollte immer auf den Einzelfall achten.
Ob diese Preiserhöhung beim hsv nun unbedingt im cleversten Moment erfolgte und insgesamt nachvollziehbar ist, steht auf einem anderen Blatt, aber zumindest o.a. Vergleich war wohl eher der emotionalen Aufregung geschuldet.
Passend aber dazu: Während der hsv auch alle anderen “normalen” Kategorien leicht erhöht hat, blieb ausgerechnet der Preis in der teuersten Kategorie identisch zur Vorsaison. Taktisch zumindest ungeschickt.

Insgesamt habe ich bei den Vereinen mal versucht, auf die verschiedenen Ermäßigungsmöglichkeiten zu achten, diese sind aber sehr unterschiedlich.
Beim FC Bayern gibt es beispielsweise auf Jahreskarten generell keine Ermäßigung(!), außer für Kinder und die beiden genannten Blöcke für Schwerbehinderte.
Bei vielen Vereine gibt es hingegen Kinderermäßigung nur in speziellen Familienblöcken, bei den meisten gibt es alle Ermäßigungen auch in allen Kategorien.
Leverkusen hingegen gewährt im Stehplatzbereich keine Kinderermäßigung, Sachen gibts…

Kommen wir zu den Aufsteigern:
Bei Darmstadt 98 gibt es ein Luxusproblem, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Böllenfalltor kennt keinen Luxus. Drei Viertel des Stadions bestehen aus Stehplätzen, die Gesamtkapazität ist eh unfassbar gering und Business-Seats und Logen gibt es ebensowenig. Da “musste” man fast schon den Weg des SC Paderborn gehen und die Preise drastisch erhöhen, unterm Strich sind es 62%.
Die Stehplatzdauerkarte, jene Kategorie also, die die meisten mangels Alternative beziehen werden, stieg von 168€ auf 240€.
Paderborn hatte (bei deutlich höherem Sitzplatzanteil) in der vergangenen Saison die Preise glatt verdoppelt, so gesehen ist Darmstadt noch einen vergleichsweise zurückhaltenden Weg gegangen.
Auch interessant: Die Fan- und Förderabteilung stellt “Personen mit stark eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten” ein Kontingent von insgesamt 200 Tickets für nur 170€ zur Verfügung.

Der FC Ingolstadt hingegen wählt einen gänzlich anderen Weg und erhöht die Preise “nur” um 28%, was nach Wolfsburg immer noch die zweitgünstigsten Tickets der Liga bedeutet, wohlgemerkt bei dem mit Darmstadt kleinsten Fassungsvermögen. Sympathisch, eigentlich, die “Kein Zwanni”-Initiative müsste jubeln.
Wahrscheinlicher ist aber, dass man dies Ingolstadt auch vorwerfen wird, nach dem Motto: “Als Audi-Werksklub seid Ihr auf das Geld ja nicht angewiesen!
Wie man’s macht…
Übrigens hätte der Betrag beim FCI noch günstiger ausfallen können, wenn ich die Kategorie “Sichtbehindert, Hintertortribüne” (206€) noch hätte als günstigsten Sitzplatz zählen lassen. Allerdings gab es diese Kategorie letzte Saison noch nicht und sie liegt preislich unter dem günstigsten Sitzplatz der Zweitligasaison, tatsächlich dürften diese an den Stehplatzbereich angrenzenden Eckblöcke die Sichtbehinderung absolut ernst meinen.

2.Bundesliga

Dauerkarten-Preisübersicht - 2.Liga - Saison 2015/2016

Dauerkarten-Preisübersicht – 2.Liga – Saison 2015/2016

Die teuerste 2.Liga aller Zeiten!” – Gerngeschehen, Sport1.

Ja, ist tatsächlich so. Während die Stehplatz-Dauerkarte im Schnitt 8,-€ mehr kostet als vergangene Saison, zieht der günstigste Sitzplatz um knapp 30,-€ und die beste Sicht sogar um 44,-€ an, wobei der SC Paderborn sich hier besonders hervortut.

Im Stehplatzbereich liegen die Ostwestfalen mit 238€ einsam an der Spitze, selbst in Liga 1 ist das nur von Darmstadt (240€) getoppt worden und ist immerhin ca. 30€ mehr als bei den Zweitplatzierten aus Hamburg und Gelsenkirchen.
Mit weitem Abstand folgen in Liga 2 die Düsseldorfer Fortuna (195€) und 1860 (192€).
Am günstigsten steht man beim FSV Frankfurt (130€) und beim 1.FC Nürnberg (135€).

Die günstigste Sitzplatzkarte kann man bei RB Leipzig erwerben (150€), gefolgt vom Glubb (205€) und dem FSV Frankfurt (210€). Den günstigsten Platz teuer bezahlen muss man hingegen in Paderborn (459€), bei Union (420€) und in Bielefeld (390€). Die Arminia ist hier ein Sonderfall, denn alle Sitzplätze sind auf der Alm in einer Kategorie zusammengefasst, es gibt keine Staffelung  nach Blöcken.
(Achtung: Den Treuerabatt bei RB Leipzig für eine DK-Verlängerung hab ich nicht mit eingerechnet, sonst würde dies nochmal günstiger ausfallen, in allen Kategorien. Wenn das Stadion dann nach erfolgtem Bundesliga-Aufstieg irgendwann mit Dauerkarten voll ist, werde ich die Ermäßigung dann auch sicher berücksichtigen.)

Die teuerste Gegengeraden-Sitzplatzdauerkarte gibt es auch nächste Saison wieder in Düsseldorf (690€), gefolgt von Union (600€, wobei dies hier die Haupttribüne ist und Union aufgrund der großen Stehplatzanzahl eh ein Sonderfall) und dem SC Paderborn (595€).
Am preisgünstigsten gut gucken kann man in Heidenheim (310€, was wie in Bielefeld ein Einheitspreis für alle Sitzplätze ist), Sandhausen (357€) und (siehe oben) Bielefeld (390€).

Insgesamt haben von den 14 in der Liga verbleibenden Vereinen acht die Preise unverändert gelassen. Der KSC hat als einziger dieser Klubs die Preise leicht gesenkt (2%).
Beim SV Sandhausen (20% auf die drei Kategorien) wurden die Preise zwar insgesamt erhöht, den größten Anteil macht allerdings die neue Tribüne aus, die zu einer Steigerung von 250€ auf 357€ führt.
Der FC St.Pauli (11%) hat eine Gesamtangleichung der Kategorien vorgenommen, nachdem mit der Nordkurve nun auch die letzte Tribüne fertig neu gebaut wurde, so dass hier insbesondere die günstigste Sitzplatzkarte mit einer Erhöhung von 285€ auf der alten Stahlrohrtribüne in der Nord auf 327€ zu Buche schlägt.
Der 1.FC Kaiserslautern hat die Preise um 6% angehoben, Heidenheim in seiner 2.Saison um 3% und der FSV Frankfurt um 1%.

Eine Besonderheit hat sich diese Saison der 1.FC Nürnberg ausgedacht: Die “Treue-Dauerkarte“.
Positiv formuliert: Man sichert sich eine Preisgarantie für drei Jahre, die auch bei einem eventuellen Erstligaaufstieg Bestand hat.
“Kleiner” Haken: Man zahlt bereits jetzt den kompletten Betrag für drei Jahre und im Fall eines Abstiegs (Ouuuuuh… böse…) wird es auch nicht günstiger.
Es schreit schon sehr danach, dass der Club hier ein bißchen zusätzliche Liquidität benötigte, aber ich mag mich auch irren.

Ein besonderes Gimmick hat sich mal wieder der VfL Bochum ausgedacht, der ja vor einigen Jahren noch mit der “Wenn wir nicht aufsteigen, gibt es anteilig pro Heimniederlage den DK-Preis zurück“-Aktion sein Herz für Zocker gezeigt hatte.
Diese Jahr gibt es ein “Early Bird”-Geschenk für frühzeitige DK-Käufer, die beim ersten DFB-Pokal-Heimspiel freien Eintritt haben. Dafür muss man zwar erst mal beim FSV Salmrohr weiterkommen, aber dann… okay, dann braucht man auch noch ein Heimspiel.
Sollte es zu keinem Heimspiel kommen, bekommt man aber immerhin einen Gutschein für eine zusätzliche Liga-Heimspiel-Karte.
(Was, wenn Bochum mit lauter Auswärtsspielen bis ins Halbfinale kommt und bis dahin dann aufgrund des grandiosen Saisonverlaufs schon alle restlichen Heimspiele ausverkauft sind? Okayokay, ich hör schon auf.)

Bleibt der Aufreger um die Preise beim SC Paderborn. 238€ / 459€ / 595€.
Steile Ansage, denn in der letzten 2.Liga-Saison waren es: 165€ / 298€ / 396€.
Für die gleichen Plätze, identisches Stadion, ohne Umbau, gleiche Liga.
Zwar 24% weniger als letzte Saison in Liga 1, aber eben immer noch eine happige Erhöhung von 50%(!) im Vergleich zur Saison 2013/2014.
Nachdem dies völlig überraschend Unmut hervorrief, kündigte der Verein an, dass der an Frühbucher ausgegebene 25€-Gutschein für den Fanshop auch für Heim- und  Auswärtstickets im Kartencenter genutzt werden könne.
Und: Zur nächsten Saison werden die Preise nicht erhöht, wenn man in der 2.Liga bleibt!
Hui, wirste bekloppt, wie cool!
Ob man sie denn erhöhen könnte, wenn es einen Abstieg in Liga 3 gibt? Vielleicht finden wir es ja heraus.
Jedenfalls reicht dies vielen nicht, “Passione 2009” hat daher bereits bekannt gegeben den Spielen fernzubleiben.

So, das war es. Wie immer: Konstruktives Feedback in den Kommentaren freut mich sehr und ist absolut willkommen. Ebenso eine Korrektur bei Fehlern, die mir natürlich beim manuellen Zusammensuchen der Zahlen immer mal unterlaufen können.

Viel Spaß, schöne Restsommerpause. // Frodo

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Ryō Miyaichi – gelungener Coup oder Fehleinkauf?

Am vergangenen Donnerstag gab der FC St.Pauli die ablösefreie Verpflichtung von Ryō Miyaichi bekannt. Gelegenheit, die Sommerpause gedanklich langsam zu beenden und sich diese Neuverpflichtung mal genauer anzuschauen.

In der letzten Saison spielte Ryō als Leihspieler für den FC Twente Enschede. Seine Bilanz dort ist mager. In zehn Spielen in der holländischen Eredivisie (1 Liga) schoß er kein einziges Tor. Spielte er zu Beginn der Saison noch jedes Spiel, so stehen 2015 nur noch zwei 1.Liga Begegnungen in seiner Vita. Twente setzte ihn verstärkt in der zweiten Mannschaft ein. Nach Ryōs Aussagen waren dafür die finanziellen Probleme des Vereins verantwortlich, die dazu führten, dass die Verantwortlichen Leihspieler nur noch in der 2. Mannschaft auflaufen ließen.

In der Saison 2013/14 hatte Miyaichi fünf Einsätze bei seinem Club Arsenal. Dabei spielte er zwei Mal in der Champions League insgesamt 17 Minuten, einmal in der Premier League 17 Minuten und im Pokal zweimal. Auch hier blieb ihm ein Erfolg versagt. Fast durchgängig hieß es auf der Homepage von Arsenal: „ Ryo did not feature for the first team in …(hier folgen die Monate).“

2010 holte Arsène Wènger den damals 18jährigen Japaner nach London. Arsenal lieh ihn aber sofort nach Feyenoord Rotterdam aus. Hier spielte er wohl seine erfolgreichste Saison. Bei seinem ersten Match gegen Vitesse Arnhem wurde er zum „Man of the Match“ gewählt.

Doch schon nach einem halben Jahr musste er nach London zurückkehren. Es folgten Ausleihen an Wigan Athletic, die Bolton Wanderers, dann wieder Rückkehr zu Arsenal und 2014 die Ausleihe zu Twente. In seinen fünf Profijahren durchlief Ryō fünf Stationen. Seine Torerfolge sind rar gesät. In seinen 65 Einsätzen in diesen Jahren schoss der Stürmer gerade einmal sieben Tore, drei davon in der letzten Saison in der 2. Mannschaft von Twente.

Bei dieser Bilanz fragt man sich, ob Meggi und Ewald wirklich einen Erfolg haben landen können, der die Torflaute des FCSP zu beseitigen hilft. Natürlich kann sich Ryō als Fehlkauf herausstellen. Und ich höre jetzt schon die kritischen Stimmen am Ende der Saison. Ohne Ryō einmal gesehen zu haben, vertraue ich aber auf den Fußballverstand von Arsène Wènger, der ihn nach Europa geholt hat, und Ewald Lienens Sachkenntnis. Die Holländer gaben ihm 2011 den Kosenamen „Ryodinho“ und nannten ihn den „japanischen Messi“.

Es handelt sich offenbar um einen hochtalentierten Fußballer, der unter Umständen durch seine ständigen Ausleihen und Ortswechsel sein Potential nicht entfalten konnte. Und vielleicht hat Meggi Recht, wenn er erklärt: „Wir wollen Ryō nach all den Leihen in den letzten Jahren eine Heimat bieten, in dem er zu alter Leistungsstärke zurückfindet.

Ich jedenfalls freue mich auf die Spiele mit Ryō und bin mir sicher, dass die Fans ihn gebührend begrüßen werden, so dass er sich schnell in St. Pauli zu hause weiß. Dann werden wir auch seine schnellen Sprints und vielleicht auch das ein oder andere Tor bewundern können.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen, Ryō Miyaichi! // Arne

(Längere Version für Abonnenten auf fcstpauli.tv)

Links:
Ryō Mijaichi auf Facebook
– Spielerprofil auf Transfermarkt.de

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Statt zunehmender Kommerzialisierung – „Free St. Pauli“?

(Das folgende Interview von Arne mit Oke Göttlich entstammt dem Print-Übersteiger 120, erschienen am  17.Mai 2015)

Das Interview fand zwar in der Woche nach dem Düsseldorf-Spiel statt (Anfang April, 27.Spieltag, 4:0), dennoch konnte sich Oke kaum freuen. Man spürte die Verantwortung, die auf ihm als Präsident lastet. Anders als der Fan, dem ein „Fuck You 3. Liga!“ leicht über die Lippen kommt, hat er die Verantwortung für den ganzen Verein. Beim möglichen Abstieg muss er sich Gedanken machen, wo gespart und welches Personal entlassen wird. In diesem Gespräch ging es aber um die Situation eines Mitgliedervereins wie uns im Profifußball. Können wir unsere Werte angesichts der zunehmenden Kommerzialisierung behaupten?

ÜS: Wo siehst du Grenzen des Sponsorings bei uns?

Oke: Du stellst mir die Frage zu einer Zeit, wo wir verschiedenen Planungen für zwei verschiedene Szenarien machen. Es gibt dabei nur zwei Maßgaben für diesen FCSP: 1. der FCSP muss unter finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten stets leistungsfähig bleiben und 2. der FCSP muss sein Standing als einer der 36 Profifußballvereine langfristig etablieren. Innerhalb dieser Maßgaben definieren sich die Möglichkeiten und Grenzen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir auch weiterhin am Millerntor Profifußball ermöglichen können, weil wir unsere soziale und gesellschaftliche Stellung und Standpunkte aus einer Position der Stärke heraus vertreten wollen. Unsere Standpunkte und unsere Haltung zu fankulturellen Fragen können unsere Fans und Mitglieder, aber auch wir als Verein hör- und sichtbarer als Teilnehmer im Profifußball vertreten. Das ist in unserem Gesellschafts- und besonders auch im Fußballsystem, welches sehr kommerzialisiert ist, auch eine Frage der finanziellen Stärke. Wir können uns alle glücklich schätzen und/oder darüber beschweren, dass sich 35 Clubs sehr abhängig von Geldflüssen der DFL machen und Investorenfantasien durch die bislang immer steigende Umsatzerwartung seitens der DFL in Sachen TV- und Auslandsvermarktung befeuert werden. Wir als 36. sind auch abhängig von der DFL, und somit abhängig von der „Solidargemeinschaft“ der Fußballclubs, aber proportional weniger abhängig als viele andere. Aber wir haben glücklicherweise auch ein Potential jenseits dieses Geldstromes, zum Beispiel im Bereich Merchandising: Hier verkörpert der FC St. Pauli eine Lebenseinstellung, die über die Anhängerschaft zu einem Fußballclub hinausgeht. Ein Vertreter eines uns nahestehenden Vereins sagte mir, ihr könntet die Welt nur dann verbessern, wenn ihr den Scheck an die DFL zurückgeschickt habt. Das macht uns nicht anpassbarer, es würde uns nur glaubwürdiger machen. Es ist unsere Entscheidung, d.h. die unserer Mitglieder und Fans, dass wir Profifußball haben wollen, denn unsere Werte transportieren wir meiner Meinung nach am besten, wenn wir sichtbar sind. In diesem Spannungsfeld arbeiten wir seit Jahren und es ist legitim, dass unsere Statements und Philosophie von unterschiedlichen Interessengruppen des Fußballs immer mal wieder anders für oder gegen uns benutzt werden.

Oke Göttlich, Präsident des FC St.Pauli

Oke Göttlich, Präsident des FC St.Pauli

ÜS: Dennoch, gibt es eine Grenze beim Sponsorentum. Würdest du einen Sponsoren wie Wiesenhof, der wegen Massentierhaltung massiv in der Kritik steht, als Trikotsponsor akzeptieren?

Oke: Auch da müssen wir beim FCSP aus einer Position der Stärke heraus argumentieren, denn dann kannst du auch Leute ablehnen. Wenn du etwa auf Platz vier der 2. Liga stehst, und zwei weitere Alternativen hast, die besser zum Verein passen, beide aber möglicherweise 100.000 € weniger zahlen, dann kannst du dich für eine der Alternativen entscheiden. Es gibt Grenzen im Rahmen unserer Leitlinien und die achten wir in Aufsichtsrat und Präsidium, aber diese Grenzen unterliegen einer gewissen Volatilität. Denn wenn Du 14. in der 3. Liga bist, sprechen wir eventuell von unpopulären Maßnahmen, die uns aus heutiger Sicht undenkbar vorkommen.

 ÜS: Sollte sich der Verein ähnlich wie die Stadionordnung auch eine Sponsorenordnung geben, in der z.B. Kontrakte mit Rüstungsunternehmen, Unternehmen, die sich nicht an ökologische und soziale Standards halten, ausgeschlossen werden?

Oke: Wir haben analog zu unseren Leitlinien auch Vermarktungsleitlinien, die der Geschäftsführung, dem Präsidium, dem Vermarkter, dem AR nicht nur bekannt sind, sondern zu denen sie sich auch bekennen und nach denen auch verfahren wird. In diesen Leitlinien werden zum Beispiel Rüstungskonzerne als Partner ausgeschlossen. Natürlich werden aber auch alle anderen Sponsoren entlang dieser Leitlinien überprüft.

 ÜS: Kannst du die Leitlinien mal konkretisieren?

Oke: Es gibt ethische Grundsätze, die sagen, ein Wiesenhof wäre problematisch. Eine Rechtsrockband würden wir auch nicht als unseren Trikotsponsor akzeptieren, egal wie viel Geld sie uns bieten würden. Wir hatten die Diskussion, beispielsweise bei einem neuen Schuhsponsor. Welcher Schuhhersteller ist besser als der andere und du stellst fest, dass bei fast allen Herstellern ähnliche Produktionsbedingungen herrschen, die in Ansätzen Ausschlusskriterien beinhalten können. Dann musst du das gesamte Sponsoringpaket der konkurrierenden Hersteller bewerten und das Passgenaueste der verschiedenen Segmente unter Berücksichtigung der kommerziellen Aspekte abschließen. Hier haben wir aber auch schon begonnen, Entscheidungsgrundlagen intern zu präsentieren und auch transparenter zu machen.

 ÜS: Generell hatte der Verein als langfristiges sportliches Ziel einen Platz in den Top 25 angestrebt. Zu Saisonbeginn sogar den Aufstieg. Dieses Ziel haben wir diese Saison nicht erreicht, aber angesichts des immer größeren Einflusses von Geldgebern auf die Vereine, hältst du dieses Ziel langfristig für finanziell erreichbar? Oder anders gefragt, welche finanziellen Chancen haben Mitgliedervereine wie wir auf Dauer im Profifußball?

Oke:. Natürlich haben wir alle auch das Ziel , dass der FCSP einer der sportlich erfolgreichen Fußballvereine in Deutschland wird. Aber wir sollten erst einmal anfangen, unser Fundament der Arbeit so zu gießen, dass wir das schaffen können. Momentan kommen wir noch nicht so voran, weil uns das Fundament in gewissen Arbeitsweisen fehlt. Ich möchte damit weder die Menschen, die jetzt dort arbeiten oder dort gearbeitet haben, kritisieren; es ist immer ein Gesamtkonstrukt, ein Teamwork, welches funktionieren muss!. Das schlimmste, was einem Fußballverein passieren kann, ist wenn persönliche Interessen und Phantasien wichtiger als die sachliche Arbeit am und im Verein sind. Wenn du dir unser Scouting anschaust, dann haben wir allein aufgrund der Anzahl der Mitarbeiter noch Drittliganiveau. Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) war z.T. professioneller aufgestellt als unser LZ (Leistungszentrum)-Bereich. Wenn das LZ einiges vom NLZ übernehmen würde und wir dann noch insgesamt das Niveau beider anheben – daran arbeitet Thomas Meggle sehr akribisch – dann sehen wir uns auf einem guten Weg. Wir romantisieren immer, es wird alles besser, besser durch noch mehr Aufopferung, noch mehr Hingabe, noch mehr braun-weiße Tugenden, aber realistisch betrachtet kostet das Besser werden auch immer Geld. Wenn wir uns einer Utopie hingeben, sind wir ein 100%-Doityourself-Fußballverein, an dem alle Mitarbeiter 24/7 leidenschaftlich und aufopferungsvoll Ihren Job machen, und wir so erfolgreich sind. Aber da muss jedes Rädchen ineinander greifen, das war in den letzten Jahren – gerade im sportlichen Bereich – nicht der Fall. Das fällt uns jetzt vor die Füße Wir müssen diese utopische Idee wieder aufleben lassen – weil es dieser Verein wert ist – und dazu nutzen, ein professionelles Fundament aufzubauen. Es ist völlig egal, wer Aufsichtsrat, Trainer, Präsidium oder Sportdirektor ist. Wir leisten erst dann einen guten Job am Verein, wenn jeder Einzelne ersetzbar ist. Wenn wir da angekommen sind, können wir vielleicht auch wieder davon sprechen, dass wir ein oberer Zweitligist sind. Aber solange wir das nicht haben, brauchen wir darüber auch nicht zu sprechen, sondern sollten lieber arbeiten und analysieren, wo und was wir besser machen können, um möglichst nah an dieses Ziel zu kommen

 ÜS: Unternehmen dürfen nur noch an höchstens 3 Klubs, und dabei nur bei einem mit mehr als 10 % sich beteiligen. Für VW gilt Bestandsschutz. Ist der Beschluss vom FC St.Pauli in der Abstimmung unterstützt worden? Ist das nicht eigentlich ein Armutszeugnis der deutschen Profivereine, wenn es – wie Rauball sagt – um den „Schutz der Integrität und der Glaubwürdigkeit des sportlichen Wettbewerbs“ geht?

Oke: Grundsätzlich gilt für alle – insbesondere für uns – die Integrität und Wettbewerbsfähigkeit unseres Sports. Wir sehen dies selbst bei dieser in der Logik der DFL verbesserten Satzung nicht und haben in einem Schriftstück an die DFL erklärt, warum wir dagegen votieren. Wir haben es auch deshalb so ausführlich gegenüber der DFL begründet, weil wir nicht einfach nur dagegen sein wollen, sondern auch um unsere Bereitschaft zu dokumentieren, Erklärungen und im besten Falle sogar konstruktive Diskussionsanregungen im Vorfeld liefern zu können. Unser Ansatz ist nicht nur Anti, sondern sich auch der Verantwortung bewusst zu sein, dass wir kritischer Teil der DFL sind. Und das wollen wir aktiv leben. Wenn wir das nicht wollen, dann müssen uns das die Mitglieder sagen, dann sind wir nicht mehr Teil der 36 Profimannschaften. Dann ist das der Weg, den der FCSP und seine Mitglieder gerne gehen wollen. Wir wollen uns mehr in der DFL und ihre Ausschüsse einbringen, auch wenn wir manchmal das Feigenblatt sind und Abstimmungen einstimmig bei nur unserer Gegenstimme ausgehen. Dann haben wir zwar die Abstimmung verloren, weichen aber von unseren Prinzipien in der DFL nicht ab.

 ÜS: Ich hätte verstanden, wenn ihr aus taktischen Gründen zugestimmt hättet, um nicht nur im Abseits zu stehen.

Oke: Das Thema ist aus meiner Sicht ein anderes. Die großen Vereine haben wesentlichen Einfluss auf die DFL. Die DFL ist angewiesen auf Vereine wie bspw. den FC Bayern München, denn wenn er der Solidargemeinschaft fernbleiben würde, und zum Beispiel sagt, er vermarktet sich zentral allein, gründet eine Euro-League, sind von den TV-Geldern mehr als die Hälfte weg, die an die 35 anderen Vereine nicht mehr verteilt werden können. Jetzt können wir uns als die frechen Gallier verstehen, wenn wir uns nicht solidarisch vermarkten ließen, würde es uns u.U. besser gehen, weil wir als FCSP hohes Zuschauerinteresse generieren können, mehr als z.B. Aalen oder Sandhausen. Wir sind da in unserer Clubrange mehr Bayern als Sandhausen. Von unserer Einstellung finden wir Solidarisierung für einen ausgewogenen Wettbewerb ja aber durchaus sympathisch, denn alles andere wäre Survival-of-the-fittest. Deswegen müssen wir ganz vorsichtig sein, wo positionieren wir uns kritisch renitent, aber wo sind wir angesichts unserer Werte auch solidarisch, weil wir den Wettbewerb schätzen und auch mit unserer einen Stimmen schützen und ein wenig mitbestimmen wollen.

 ÜS: Wenn man den Wettbewerb so schätzt, dann aber feststellt, dass der VW-Konzern mit seinen Marken 16 Profi-Vereine unterstützt. Kann da noch von Wettbewerb gesprochen werden?

Oke: Die DFL wäre doch sofort tot, wenn es nicht eine gewisse Integrität des Wettbewerbs gäbe, denn dann hätte sie kein „Produkt“ mehr, welches sie vermarkten könnte. Ich sage jetzt mal frech, am liebsten würden DFB und DFL 50+1 und Mehrfachbeteiligung gänzlich untersagen. Aber, abseits von Romantik, gibt es Rechtsprechungen und Gesetze, die – um auch hier mal ein wenig Ambivalenz reinzubringen – glücklicherweise vor Verbandstüren keinen Halt machen. Dann hätten wir ja – wie teilweise in Sachen Sportgerichtsbarkeit kritisiert, so eine Parallelgesellschaft. Eine schärfere Satzungsformulierung wäre vermutlich aus juristischen Gründen nicht durchzusetzen gewesen. Diese nutzen Unternehmen wie Red Bull in Leipzig, um nichts anderes zu tun als mit einer Horde von Anwälten Lücken in den Verbandsstatuten zu suchen und zu finden. Und es ist ähnlich wie bei den laufenden Koalitionsverhandlungen in Hamburg, wo sich die GRÜNEN auch nicht durchsetzen konnten – wie auch bei einer SPD, die fast die absolute Mehrheit bekommen hätte. Sollen die GRÜNEN sagen, dann machen wir keine Koalition, sollen sie doch mit der FDP. Aber da sind wir wieder an dem Punkt: Dann sind wir nicht Teil der 36 Profivereine. Wenn die Mitglieder sagen, das wollen wir, machen wir auch das. Und es bleibt unser Verein mit unseren Werten. Aber der FC St. Pauli hat sich entschlossen ein Stadion zu bauen und auch in anderen Bereichen Geld in die Hand zu nehmen und Verbindlichkeiten gegenüber der Bank und der Stadt einzugehen , Wir wollen und müssen dauerhaft Profifußball spielen um unabhängig zu bleiben und noch unabhängiger zu werden.

 ÜS: Von den Einnahmen, die der Verein generiert, kommen ca. 36 % über Eintrittsgelder und davon noch die Hälfte über Logen und Business-Seats. Nur der geringste Teil der Einnahmen kommt also von den „normalen” Fans, und dieser Anteil wird vermutlich immer geringer. Was heißt das finanziell?

Oke: Es wird immer mehr Geld über die DFL und immer weniger von den Fans, die uns ausmachen, kommen. Dann kann unsere Strategie für mehr Unabhängigkeit doch eigentlich nur sein, wie erlösen wir mehr Geld aus unserer Crowd. Nur unsere Crowd schafft uns die Unabhängigkeit, heißt – und jetzt kommen die bösen Themen – müssen wir die Eintrittsgelder erhöhen, müssen wir eine Unabhängigkeits-Kampagne „Free St. Pauli” ins Leben rufen, die über Jahre trägt? Ist das realistisch, schaffen wir das? Ich stelle es ganz bewusst als Frage an die Mitglieder. Was können wir tun um unabhängig zu bleiben? Und Unabhängigkeit kann dann auch Unbequemlichkeit in Bezug auf die Solidargemeinschaft bedeuten. Dazu müssen wir im gesamten Verein zusammenarbeiten und uns jeden Tag diese Frage stellen, was können Gremien, Abteilungen, Mitglieder, Mitarbeiter, Spieler, Trainer und Funktionäre tun, um die größtmögliche Autonomie für den FC St. Pauli zu erreichen.

 ÜS: Zur Solidargemeinschaft. Wäre es da nicht an der Zeit die Fernsehgelder nach einem anderen Schlüssel zu verteilen?

Oke: Klar, deswegen muss man auch mit anderen Vereinen reden, um ein entsprechendes Bündnis hinzubekommen. Warum messen wir TV in Quote, nur bei Pay-TV hebeln wir es aus. Wir brauchen eine Erlösverteilung bei der die Quote eine Rolle spielt.

ÜS: Wie schätzt du die Chancen dafür ein?

Oke: Sehr hoch.

 ÜS: Das ist Kapitalismus. Natürlich war die Sportschau super, wenn du um 17.20 wusstest, wo dein Verein stand. Aber wie kommt man aus diesem Dilemma heraus ohne eine noch weitere Zersplitterung des Spieltages hinzunehmen?

Oke: Der Spieltag ist schon so zersplittert, dass kaum noch mehr geht. Die einzige Option ist das Montagsspiel in der 1. Liga. Aber es ist leicht das zu kritisieren, wenn man keine Alternativen benennen kann. Ganz nüchtern betrachtet hat die DFL die Aufgabe, für die Vereine das meiste herauszuholen. Es stellt sich die Frage, warum die Erlössituation in England so viel besser ist als bei uns, obwohl sie kaum mehr Anstoßzeiten haben, obwohl die Liga nicht erfolgreicher ist als die Bundesliga, obwohl Deutschland im internationalen Vergleich besser abschneidet als England. Da muss man sich die Frage stellen, was ist eigentlich gesund. Wahrscheinlich sind wir als FCSP in der Gruppe der Profivereine etwas anders, wir glauben sogar, dass eine Erlösbremse sinnvoll wäre, denn momentan generieren wir Geld, das fast ausschließlich bei Spielern und Beratern landet. Trotzdem sind viele interessante junge Spieler in der 1. oder 2. Bundesliga, weil unser Niveau der Ausbildung relativ hoch ist. Da sagt Bayern, dass der 10. der Premier League doppelt so viel TV-Geld bekommt wie wir. Und da verstehe ich Karl-Heinz Rummenigge, wenn ich mich in ihn und die Interessen des FCB reinversetzen müsste.

 ÜS: Zum Abschluss, noch eine unangenehme Frage. Sollten wir den Abstieg nicht verhindern, und das Präsidium musste ja auch eine entsprechende Planung abgeben, um wie viel muss der Etat schrumpfen und wo dürfen keine Einschnitte gemacht werden?

Oke: Es gibt keinen Bereich, wo wir keine Einschnitte machen müssen.

ÜS: Auch im Jugendbereich?

Oke: Natürlich ist der Jugendbereich durch die großartige Unterstützung der AFM vernünftig aufrechtzuerhalten Aber auch da muss sich der Verein und alle beteiligten Abteilungen überlegen, welcher Weg am sinnvollsten ist. Persönlich fände ich es etwas abenteuerlich, wenn beispielsweise der Athletikbereich des NLZ zwei Klassen besser ausgestattet wäre, als bei der 1. Mannschaft.

 ÜS: Über welche Geldsumme reden wir bei einem Abstieg in Liga 3?

Oke: Wir haben dann zwischen 35 und 40 % Einbußen bei gleichbleibenden infrastrukturellen Verpflichtungen. Du musst überall Kostensenkungsmaßnahmen durchführen, vor allem im sportlichen Bereich, aber auch Verwaltungskosten und andere Kostenfaktoren müssen überprüft werden.

 ÜS: Wenn die Carlsberg Brauerei in einer solchen Situation einen Millionenbetrag dafür bietet, den Stadionnamen in „Astra-Kiste Millerntor“ umzubenennen, sollte sich dann die Mitgliedschaft des FCSP vom reinen Namen Millerntor trennen?

Oke: Nur im absoluten finanziellen Schreckensszenario stünde so etwas auf einer roten Karte, die ich dem AR vorstellen würde, und sage, wenn alle Stricke reißen, stehen auf dieser rote Karte ein paar Maßnahmen, die unerwünscht und unpopulär sind, die aber – und da sind wir wieder am Anfang unseres Gesprächs – unsere wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit und unser Bestehen sichern könnten. Wir lassen uns dann gern geteert und gefedert durch den Stadtteil prügeln, aber jemand der uns Geld für den Namen Millerntor bieten würde um ihn eben zu erhalten, wäre uns in dieser hoffentlich nie stattfindenden Situation noch willkommener. Auch in dieser Frage geht es immer um den Verein, unseren FC St. Pauli.

ÜS: Ich danke dir für das Gespräch. // Arne

 

 

 

 

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MT020 – Häßlichkeit, Hysterie und Dummheit

Es war furchtbar. Zwar hatte der Rasenfunk mit seiner 11-Stunden-Sendung quantitativ und qualitativ vorgelegt, allerdings versagten wir da eben nicht nur zeitlich sondern auch noch inhaltlich.
Wir haben nicht mal alle Hörerfragen geschafft (sorry an @herzi und den @quotenrocker, wir holen das nächstes Mal nach).

Zu Gast hatten wir Johnny, vom OSTBLOCK / Supportblock Gegengerade, der als Einziger gut vorbereitet war und eloquent zum Gelingen der Sendung beizutragen versuchte.

Bedanken müssen und wollen wir uns ganz herzlich bei Premium-Bier, die uns mit einem Gratis-Kasten erst in das Elend gebracht haben, welchem Ihr hier jetzt lauschen müsst könnt dürft.

Ansonsten sprachen wir über die Spiele in Lautern, gegen Bochum, in Darmstadt, unsere Spiele, Spieler und Momente der Saison, Blindenfußball, Fußball und Liebe und ganz viele andere Themen rund um das Millerntor und die Fanszene des FC St.Pauli.
Zum Glück ist jetzt erst mal Sommerpause… // Maik

Teilnehmer:
– Sebastian (@Curi0us)
– Wolf (AFM-Radio)
– Christoph (1910 e.V.)
– Justus (Fanladen St.Pauli)
– Wilko (@WlkStnhgn, Übersteiger)
– Johnny (@Frau_Hansen)
– Maik (@DerUebersteiger)

Weiterführende Links:
Fußball und Liebe
Eröffnungstalk
Gegengeraden-Fest
Bericht im NDR
Fischereihafen-Rennen (Bremerhaven)

– Übersicht MillernTon-Folgen
– Übersicht bisherige VdS/NdS – Gespräche

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