Fußball in den West Midlands – Teil 1

von Christoph

Birmingham ist mit 1,2 Millionen Einwohnern Englands zweitgrößte Stadt und damit ein Anker in dem Midlands der Insel. Beheimatet sind dort gleich drei große Fußballclubs: Birmingham City, Aston Villa und West Bromwich Albion. Mit den Wanderers aus der Nachbarstadt Wolverhampton und Coventry City gesellen sich zwei weitere namhafte Teams in der unmittelbaren Nähe dazu und sorgen für einige regionale, interessante Begegnungen. Als die beiden erbittertsten Begegnungen gelten Aston Villa gegen Birmingham City und Wolverhampton Wanderers gegen West Bromwich Albion. Aber auch die anderen verbleibenden Derbys haben es in sich. Nur das Aufeinandertreffen zwischen City und Albion gilt eher als „friendly Derby“.

Die Region um Birmingham und Wolverhampton, einst stolze Bergbau- und Metallindustriegegend, befindet sich, vergleichbar mit dem deutschen Ruhrgebiet, nach dem Niedergang der verarbeitenden Industrie in einer strukturellen und damit schweren Findungsphase. An Bedeutung gewonnen hat auch hier der Finanzdienstleistungssektor und Tourismus. Er kann das entstandene Vakuum aber nicht vollständig stopfen. Der Region geht es nicht gerade rosig, auch wenn die Innenstadt von Birmingham mit ihrem neuen Bahnhof und den Einkaufszentren sich alten Glanz erarbeitet. Leider macht sich das auch für die ansässigen Vereine bemerkbar. Auch hier sind alle vier Clubs auf der Suche nach Stabilität.

Birmingham City, auch „The Bluesnoses“ genannt,  machte im Jahre 2014 Schlagzeilen, als sie nach schwachem Saisonstart auf dem vorletzten Platz der zweiten Liga (Championship) stehend zu Hause gegen Bournemouth mit 0:8 verloren. Trainer Lee Clark wurde entlassen, die Spieler wirkten sichtbar lustlos und verunsichert. Die Vereinsschatullen waren leer. Seitdem Geschäftsmann Carsen Yeung aus Hongkong mit seiner Firma 29%  Prozent der Clubaktien aufkaufte plagt sich der Club mit heftigen Turbulenzen herum. Carsen Yeung wurde nämlich 2011 wegen angeblicher Geldwäsche verhaftet, was sich unmittelbar auf die Finanzen des Vereins auswirkte. Birmingham wurde in den Jahren danach teilweise mit Transferverboten belegt. Es drohte sogar die Liquidation durch die Football League, dem zuständigen Verband für die Ligen Zwei bis Vier. Der Supporters Trust der Blauen tat alles, um zumindest Teile des Vereins, nämlich das Grundstück samt Stadion zu retten: Sie schafften es 2013 gemeinsam mit den örtlichen Behörden das Grundstück samt Stadion zu einem (übersetzt) „Vermögensgemeinschaftswert“ zu deklarieren. Werte, die das soziale Wohlergehen und soziale Interessen der örtlichen Gemeinschaft fördern und somit nicht so einfach verkauft oder anderweitig genutzt werden können.

Umso erstaunlicher gelang Birmingham City der Sieg im League Cup Final gegen den FC Arsenal im Jahre 2011, obwohl sie in jener Saison gleichzeitig aus der Premierleague abstiegen. Kapital vermochten sie daraus nicht zu schlagen. Als Zweitligist hielten sie sich zwar achtbar, überstanden die Europaleague- Gruppenphase gegen Braga, Maribor und FC Brügge aber nicht. Immerhin war es die erste Teilnahme an einem Internationalen Wettbewerb nach fünfzig Jahren. In den vergangenen Jahren hielten sie sich überwiegend in der Championship League auf, der Abstieg in die Football League One, der dritten englischen Liga, konnte aber 2013 nur so gerade eben vermieden werden. Dabei ließen die Machenschaften der Vereinsoberen die sowieso nicht mehr übermäßig zahlreichen Fans regelmäßig verzweifeln.

Doch konnte der Club nach dem schlechten Saisonstart in 2014 den als hoffnungsvoll geltenden Nachwuchstrainer Gary Rowett für sich gewinnen, der obendrein von 1998 bis 2000 seine Fußballschuhe im St. Andrews schnürte. Das weckte auch bei den Fans neue Hoffnung. Seiher geht es in Birmingham für die Citizens tatsächlich stetig nach oben. Momentan kratzt man sogar an den Relegationsplätzen für die Premier League. Rowett, der mit einem ziemlich geringen Budget auskommen muss, gilt auch deswegen als einer der besten Trainer der zweiten englischen Liga.

Wolverhampton Wanderers –Birmingham City 0:0, 01. November 2014, 25.000 Zuschauer

In jener schlechten Zeit besuchte ich Ende Oktober 2014 das Derby der Bluesnoses bei den Wolverhampton Wanderers. Ebenfalls ein Club, dessen Erfolge schon weit zurück liegen. In den fünfziger Jahren gelangen dem Gründungsmitglied der englischen Football League gleich  drei englische Meisterschaften. Danach folgten durchschnittliche bis schlechte Jahre bis die „Wolves“ (die Wölfe) sogar 1986 Bankrott gingen und komplett unter dem Namen „Wolverhampton Wanderers F.C. (1986) Limited“ neu gegründet wurden. Seither wird in der ehemaligen Industriestadt offensichtlich besser gewirtschaftet. Konnten die Schwarz- Goldenen seitdem sogar zweimal in die Premier League aufsteigen. Trotzdem gab es in der Saison 2012/13 einen kleinen Betriebsunfall, nämlich den Abstieg in die 3. Liga, der aber postwendend repariert werden konnte. Die Fans der Wolves gelten als treu und mitunter stimmungsvoll. So waren wir gespannt, was uns nach der kurzen, aber vollen Zugfahrt von Birmingham in die Nachbarstadt erwartete. Unsere Begleitung Chris Sanderson, Birmingham City- sowie St. Pauli Fan und Mitglied der Birmingham Boys in Brown, „wäre mit einem guten Spiel seiner Mannschaft und einem Unentschieden nach der schwierigen Zeit mehr als zufrieden“, erklärte er uns auf dem Weg zum Stadion. Ein paar Tage vorher klang das in diversen ausgetauschten Mails noch anders: „Sie haben vor Jahren unseren Clubbesitzer verhaftet, unser Club ist chronisch klamm, der Verband hat uns mit Strafen belegt, jetzt stehen wir auf einem Abstiegsrang und haben keinen Trainer mehr. Wir sind verzweifelt! Es muss dringend etwas passieren!

Durch die hügelige Topographie Wolverhamptons hat man vom Bahnhof kommend einen guten Blick  ins Molineux, der heute 30.000 Zuschauer fassenden Heimstätte der Wolves. Vor dem Umbau Anfang der Neunziger kamen regelmäßig bis zu 50.000 Fans in das bullig wirkende Stadion. Wer, wie wir, stehen und so etwas wie Stimmung erleben möchte, ist im Heimbereich auf dem Sir Jack Hayward Stand gut aufgehoben. Von dort hat man den besten Blick auf den Unterrang des Steve Bull Stand, der bei großem Fanaufkommen komplett als Gästebereich genutzt wird. Normalerwiese werden die auswärtigen Fans in der Ecke der gegenüberliegenden Tribüne untergebracht, die Fans aus „Brum“ (Birmingham) heute eben nicht. So steht gegenseitigen Verwünschungen und Beleidigungen nur ein Zaun im Wege. Die Stimmung war für ein Derby recht gut, auch die Gäste wagten sich aufgrund einer besseren Leistung auf dem Platz gesangstechnisch aus der Deckung. Vorher wurde, wie immer um diese Jahreszeit, mit irgendeinem Trompetensolo den gefallenen britischen Soldaten gedacht. Eine Zeremonie, die wir schon häufig erlebt haben, an die wir uns aber nie gewöhnen werden. Man stelle sich mal in Deutschland – und im speziellen bei St. Pauli – neben dem Stadion parkende Militärfahrzeuge mit anschließendem Einmarsch auf den Platz vor. Kann man nicht!

Das Spiel endete 0:0. Die Blauen waren damit ganz zufrieden. Die Fans der Wolves wurden nun zum Ende hin des Spiels deutlich herausfordernder und schmissen diverse Gegenstände bis hin zu mit  gelber und dreckiger Flüssigkeit gefüllten Plastikflaschen in Richtung des Rivalen. Irgendwann beruhigte sich die Lage aber wieder. Auf dem Weg zurück zum Stadion wurden die Brummies diesmal mit einem Polizeiaufgebot begleitet, waren jetzt doch diverse Rennereien und kleine Scharmützel zu beobachten. Nachdem wir Chris wiedergetroffen hatten, waren wir im Nu wieder im Zug.  Irgendwie ist es ja doch fast überall in England so, dass die Besucher  zum und vom Stadion regelrecht hetzen, als wäre man besonders ungern dort. Daran werde ich mich nie gewöhnen! Eigentlich in Aussicht auf ein gutes Essen in der Innenstadt von Birmingham landeten wir mit Chris und einem zwischenzeitlich dazugekommenen weiteren St. Pauli Fan aus Birmingham im Stadtbekannten Wellington Pub und kompensierten den Hunger landestypisch „auf die Schnelle“ mit ein paar Gläsern Flüssignahrung. Am nächsten Tag wartete dann Aston Villa auf uns. Dazu dann im zweiten Teil mehr.

Birmingham City- Tottenham Hotspur 1:1, 04. Dezember 2010, 25.700 Zuschauer

Das St. Andrews, Heimstätte von Birmingham City seit dem Jahre 1905 mit derzeit 30.000 Plätzen, besuchte ich beim Spiel gegen Tottenham Hotspur im Jahr 2010. Den Namen verdankt das Stadion der benachbarten Kirchengemeinde St. Andrews, dessen Kirchturm hinter der alten, erhaltenen Haupttribüne, hervorsticht. Auf dem Weg zum Stadion sind ein paar Höhemeter zu überwinden. Es sei denn man fährt mit dem Bus dorthin. Direkt am Bahnhof Bordesley, den man aus der Stadt von der Station Snow Hill erreicht, führte der Weg an einem Heimpub vorbei in und vor dem sich die für Gästefans eher unfreundlichen Genossen aufhalten. Deswegen genehmigen sich die Gästefans meist in der Innenstadt von Birmingham bereits ihr Pre-Match Bier und verhalten sich am Stadion weitestgehend unauffällig. Schließlich trieb früher eine bekannte Schlagkräftige Truppe namens „Zoulus“ dort ihr Unwesen.

Die beiden Teams trennten sich damals 1:1, obwohl nominell die Londoner u.a. mit Garet Bale, Luca Modric und Jermain Defoe als das Stärkere in die Midlands kam. In Folge dessen war auch die Stimmung beider Seiten dem nicht gerade aufregenden Spielverlauf angepasst. Lediglich mit ihrer Hymne konnten sich die Blues Fans auf sich aufmerksam machen: Keep right on at the end oft he road! Klingt wirklich gut, ist aber (typisch England) eine Hommage an einen gefallenen Soldaten.  Tottenham machte, wie so oft, mehr im Inneren der Tribüne Alarm als im Gästesektor des Railway Stands. Immerhin war er mit rund 2500 Mitgereisten gut besucht.

Zuende ging der Nachmittag damals bei Ska und Bier mit einigen der Birmingham Boys in Brown in einem coolen Pub in der Innenstadt, bevor ich in den Genuss des größten, deutschen Weihnachtsmarktes außerhalb Deutschlands in der City of Birmingham kam: German Bratwurst und „Gluehwine“ untermalt von „heimatlichem“  Liedgut: Die Engländer waren (und sind) verrückt danach. Der Markt muss sich nicht vor den Hiesigen verstecken. Es lassen sich dort nicht nur die gleichen Buden und Fahrgeschäfte finden, sondern auch das komplette kulinarische Angebot. Der Weihnachtsmarkt hat sich bis heute tatsächlich etabliert. // Christoph

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MT026 – Yussuf Poulsen spielt St.Pauli, auf PS4!

Da sind wir wieder!
Und wie es sich für den Einsteig nach der Winterpause gehört, weiß man nicht so recht wo man steht und wie das eigene Leistungsvermögen einzuschätzen ist. Außerdem gab es Abgänge und Neuverpflichtungen… Ihr kennt das.
Bei uns fehlten mit Christoph, Wolf und Justus gleich drei Stammspieler aus verschiedensten Gründen, lediglich für Justus hatten wir mit Maleen (mindestens) gleichwertigen Ersatz gefunden.

Immerhin: Zum ersten Mal seit 1910 (zumindest gefühlt) waren wir damit wieder zumindest annähernd in Schlagdistanz zu den eigentlich immer anvisierten neunzig Minuten und haben mit 1h42m nur hauchdünn überzogen.

Es ging, weil das ja auch alles schon furchtbar lange her ist, nur nochmal kurz über die vier Thy amo-Tore gegen Düsseldorf und den Auswärtssieg in Lautern, ehe wir uns unseren Saisonprognosen kritisch widmeten.
Wilko las aus alten ÜBERSTEIGERn dieses Mal aus der Nr.9 vor, vom damaligen Soli-Konzert der Ärzte und konnte ein Jugendtrauma mit der Terrorgruppe endlich öffentlich verarbeiten.

Und nachdem wir anfangs schon maleen als neue Mitarbeiterin des Fanladens vorgestellt hatten, brachte sie dann zumindest auch noch inhaltlich verwertbares in die Sendung ein und berichtete über die sogenannte “SKB-Datei”.

Viel Spaß!
(Und bewertet uns gerne bei iTunes, Danke!)

P.S.: Da uns nach dem Twitter-Foto von Sebastian viele Nachfragen erreichten:
Wir tranken 1312-Pils, erhältlich u.a. im Fanladen.

Links:
Der Fanladen zur Datei “Gruppen- und Szenegewalt” in Hamburg
Auskunftformular
Bericht des Magischen FC zum gleichen Thema

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Erinnern für die Zukunft – Holocaust Gedenktag 2016

Zum siebten Mal organisiert der St.Pauli-Fanladen eine Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag. Oder, um genauer zu sein, dieses Mal sind es sogar mehrere Veranstaltungen, wie Ihr dem Flyer entnehmen könnt.

Den Anfang macht morgen (27.1.) ein Vortrag von Dr. Vassilis Tsianos zum Thema “Flucht aus Nazideutschland”, gehalten ab 19.00h in den Fanräumen.
Dort finden auch die Veranstaltungen am 04. & 10.Februar statt, außerdem gibt es am 05.Februar noch eine Veranstaltung im Clubheim.
Mehr Details zu den einzelnen Terminen und zu den Veranstaltungen allgemein findet Ihr u.a. auf der AFM-Seite.

Und bei der Gelegenheit sei dann auch nochmal an die Ausstellung zu “Hamburger Fußball im Nationalsozialismus” im Hamburger Rathaus erinnert, bei der es heute (Dienstag, 26.Januar) eine Lesung mit Gregor Backes über die Rolle des FC St.Pauli geben wird, von 18.00h – 20.00h im Clubheim.

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Jahresrückblick 2015

Here we go, wie schon schon 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 gibt es hier zum dann inzwischen sechsten Mal einen Jahresrückblick auf das FCSP-Universum bzw. genauer: Auf diesen Blog. Zunächst ein bißchen Zahlenwerk, anschließend einen chronologischen Abriss.

Und natürlich: Immer wieder eine gute Gelegenheit, sich das vergangene Jahr nochmal in Erinnerung zu rufen. Und insbesondere 2015 ist im Rückblick aus St.Pauli-Sicht ja auch einiges passiert.

Zahlenwerk

  • Neue Texte: 55 neue (Text-)Beiträge, damit acht mehr als im Vorjahr und immerhin gut einer pro Woche.
    Außerdem neun neue Podcasts des MillernTon, also weitere knapp 30 Stunden Unterhaltung auf allerhögschdem Niwo!
  • 196.575 Seitenaufrufe von 101.876 Usern, die insgesamt 161.813x auf der Seite waren, so zumindest meldet Google Analytics, von denen auch die restlichen Statistiken sind.
    Auch dies bewegt sich in etwa auf dem Zahlenniveau des Vorjahres.
  • 93,92% der User kommen erwartungsgemäß auch weiterhin aus Deutschland, es folgen die USA(!), die Schweiz und Österreich mit mehr als 1.000 Sitzungen, alles weitere ist dann schon weit abgeschlagen.
  • Etwa ein Drittel der Klicks in Deutschland kommen aus Hamburg, gefolgt von NRW (17%) und Berlin (10%), welches sich damit an Niedersachsen vorbeigedrängelt hat.
  • Ca. 53.000 Klicks gab es auf die Startseite, ohne externen Link. Also knapp 150 Personen pro Tag die wahrscheinlich einfach nur vorbeischauen auf der Suche nach einem neuen Artikel, Danke dafür!
  • Meistbesuchter Artikel, wie immer: Die Dauerkarten-Preisübersicht. 29.800 Zugriffe, damit nochmals mehr als im Vorjahr. Und selbst die Artikel aus den Vorjahren kommen 2015 noch auf 19.300 bzw. 6.600 Zugriffe und damit jeweils mehr als die neuen anderen Artikel des Jahres 2015.
    Mit 4.400 Klicks folgt dann bereits die MillernTon-Übersichtsseite, ehe mit #MaxGoldtWelcome der erste “normale” Artikel folgt, immerhin 4.008x aufgerufen, gefolgt von “Der Antrag” (3.250) und dem Heimsieg am 7.Spieltag gegen Eintracht Braunschweig (2.850).
  • Erneut regiert Facebook als Quelle der Zugriffe, knapp 40.000 kamen von dort. Gefolgt vom StPauli-Forum.de (ca. 11.000) und Twitter (gut 10.000).
    Von Fokus-Fussball.de (und der absolut empfehlenswerten täglichen Lektüre der #Link11) kamen ca. 1.500 Klicks, es folgen transfermarkt.de, Faszination-Fankurve und der Wochenendrebell (knapp 400).

Wer sich jetzt fragt, warum ich mir das alles anschaue und hier ausbreite: Der ÜS-Blog ist weiterhin Werbefrei und wird rein über den ÜBERSTEIGER finanziert.
Meine “Bezahlung” ist also lediglich die Reichweite dieses Blogs, gleichzeitig damit auch meine Motivation diesen weiter zu befüllen. Und natürlich freue ich mich, wenn ein Artikel häufiger gelesen wird, auch wenn das Schreiben an sich natürlich oftmals reine Selbsttherapie ist.
Daher: Danke, dass durch Euer Lesen der Beiträge dieser Blog weiterhin befüllt wird. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann etwas mehr Kommunikation in den Kommentaren. Dies ist aber sicher auch von mir mehr zu fördern.

Kommen wir zum inhaltlichen:

Januar 2015

Der ist dann doch recht schnell abgefrühstückt, denn “Azzouzi, Meggle, Göttlich, Lienen – Endlich Winterpause” ist die einzige Veröffentlichung. Gleichzeitig ein guter Einstieg in die inhaltliche Seite dieses Rückblicks, denn der FCSP steht in der Winterpause mit neuem Präsidium, Aufsichtsrat, Trainer und Sportdirektor vor der schwierigen Aufgabe, von Platz 17 mit nur 17 Punkten nach 19 Spielen noch den Klassenerhalt zu schaffen. Und hätte man nicht am 20.12. im letzten Spiel gegen den VfR Aalen mit 3:1 am Millerntor den ersten Sieg unter Lienen eingefahren (im zweiten Spiel, nach der knappen Niederlage in Ingolstadt), so wäre das alles noch viel fürchterlicher als ohnehin schon.
Im Artikel gucke ich auf die aktuelle Situation sowie die Personalrochade kurz vor der Winterpause, rund um Thomas Meggle, Rachid Azzouzi und Ewald Lienen.

Februar 2015

Es begann langsam die Zeit des Tabellenrechner-Wälzens. Schon vor dem Spiel gegen Greuther Fürth begannen die “Wenn wir… dann…”- bzw. “Wenn wir nicht… dann…”-Überlegungen. Mit dem bitteren Endergebnis war der Abstieg für einige dann besiegelt, auch die wunderbare Choreo-Show auf dem Bunker konnte daran nichts ändern.
Da muss man sich natürlich etwas ablenken und so widmete ich mich kurz den Deutschlandweiten Wurstpreisen (im Stadion) und anschließend einer Pressemitteilung von ProFans, in der auch Andreas Rettig sein Fett weg bekommt, noch lange bevor sein Wechsel zu uns publik wurde.

Es folgte ein Wochenende zum Vergessen, in dem nahezu alle Teams des FCSP verloren haben, als Krönung natürlich das unfassbar unglückliche 1:2 der Profis bei 1860.

März 2015

Der März begann mit einem neuen Print-ÜS, der am Tag des (erneut) sehr unglücklichen 1:1 gegen den FSV Frankfurt erschien. Diese Kopfballvorlage von Sebastian Maier im eigenen 16er, wir erinnern uns…
Es folgte der vermeintliche Todesstoß, das 0:1 bei Union Berlin durch einen Maulwurfshügel in der 90.Minute. Gleichzeitig Juniors erste Auswärtsfahrt – und ein Satz zum Verlieben von ihm am Artikelende.

Außerdem gab es die “The Skyman is the limit”-Folge des MillernTon, in der wir uns (wie so oft) um Kopf und Kragen redeten.

April 2015

Ein Interview mit Hermann Klauck (Gute Besserung, weiterhin!) aus ÜS 119 lässt den April beginnen, im MillernTon widmen wir uns mit illustren Gästen dem Thema ” 25 Jahre Fanladen“.
Und als dann irgendwie schon keiner mehr dran glaubte… da gewannen wir 1:0 gegen RB Leipzig, durch ein Tor des Willens von Lennart Thy. Gleichzeitig natürlich auch mal wieder ein Anlass, auf RBL als Gesamtkontrukt zu schauen.

Mai 2015

Es folgte ein banger Blick von Ronny auf die Zukunft der U23, die ja bei einem (immer noch gut möglichem) Abstieg selber aus der Regionalliga hätte zwangsabsteigen müssen.

Und dann… tja, wohl DER magische Moment der Saison. Jan-Philipp Kalla war beim MillernTon zu Gast, versprach (mehr oder weniger wortgenau) drei Tore am Betzenberg und… ER TRAF TATSÄCHLICH! Zum Auswärtssieg! Auf dem Betzenberg!
Der Klassenerhalt war plötzlich wieder möglich.

Es folgte das “Fussball und Liebe”-Festival am Millerntor, ehe der Print-ÜS 120 erschien.
Und dieser erschien zum Heimspiel gegen den VfL Bochum, während es rund um den Verein mit der Bekanntgabe eines neuen Kinopartners für das Sommerkino ziemliche Aufregung gab. Und nach der Podiumsdiskussion im Rahmen der Fussball und Liebe-Veranstaltung (mit Andreas Rettig, immer noch weit vor seiner Verpflichtung bei uns) kam es dann eben zum Heimspiel gegen den VfL Bochum, welches mit 5:1 gewonnen wurde. Tabellenrechner Deluxe, ein Spieltag noch zu gehen.

34.Spieltag, Darmstadt away – no comment.

Juni 2015

Der Monat konnte, dank Relegationsspielfrei, eher ruhig werden.
Mit Junior unternahm ich dann immerhin noch einen Ausflug zum Pokalfinale nach Berlin und sammelte dort (inkl. der Meisterschaft von TeBe und dem Hamburger Pokalsieg der FCSP U19) drei Titel innerhalb von 26 1/2 Stunden ein.

Und während man aktuell (Januar 2016) grad die Winteredition des Rasenfunk Royal hören kann, schrieb ich im Juni noch eine Huldigung an die damalige Marathon-Folge. Als Podcast-Hörer ein Pflichtabo.

Um die Saison abzuschließen gab es dann noch das Interview von Arne aus dem ÜS120 mit Vereinspräsident Oke Göttlich, ehe ebenfalls Arne sich dann mit seiner Beleuchtung des Ryō Miyaichi – Transfers der neuen Saison widmete und die neue Dauerkarten-Preisübersicht veröffentlicht wurde.

Und auch der MillernTon blickte natürlich erleichtert auf den Klassenerhalt zurück.

Juli 2015

Der Juli begann (spät) mit der Userumfrage zur Erwartungshaltung an die neue Saison, ehe der Fragebogen zum 11Freunde-Sonderheft in voller Länge veröffentlicht wurde.

Und schwupps: Neue Saison! Erster Spieltag gegen Arminia Bielefeld und neuer MillernTon mit einer Saisonprognose.

Außerdem noch der Aufruf des Fanclub-Sprecherrates, der den Blick bereits auf die geplante Nazi-Demo am 12.September warf.

August 2015

Der August brachte dann unerwartet früh den ersten Auswärtssieg, ein 2:1 beim KSC.
Und erwartet früh brachte er das Pokalaus, gegen Gladbach, inkl. einer Diskussion über das Verhalten von Gästefans in Heimbereichen und individueller Toleranzgrenzen.

Der Heimsieg gegen Fürth und der USP-Marsch ließen einen weiterhin erfreut durch die Saison marschieren, während der ÜS121 leider (zunächst) nur als PDF erschien.

Es folgte Juniors zweite Auswärtsfahrt… und nach dem Union-Trauma eine absolut erfolgreiche, denn bei RB Leipzig gab es einen 1:0-Erfolg.

Dies war sportlich um einiges erfolgreicher als es meine nächste Tour werden sollte, denn Celtic ging bei Malmö FF mit 2:0 baden und verpaste somit die Champions League.

Und wo ich grad am Verlieren war: 1:0 beim FSV Frankfurt… immerhin eine von insgesamt nur zwei Auswärtsniederlagen, bisher.

Im MillernTon befassten wir uns näher mit Ewalds Spiegelneuronen.

September 2015

Der September sollte das 8.Blindenfußball-Masters in Hamburg bringen, außerdem mit dem 2:0 gegen den MSV Duisburg den nächsten Heimsieg.

Anschließend entdeckte die BILD ihr Herz für Flüchtlinge – und der FC St.Pauli zeigte Haltung. #MaxGoldtWelcome

Und Junior durfte auf die nächste Auswärtsfahrt, wo er dann sein erstes Unentschieden erlebt, inkl. grenzwertiger Sicht aus dem Gästeblock: 0:0 bei Eintracht Braunschweig.

Zur (un)gewohnten Anstoßzeit von 17.30h besiegten wir dann Heidenheim durch einen Distanzschuß von Sebastian Maier mit 1:0.

Ohrentechnisch allerdings gab es Prominentes: Im MillernTon war Robin Himmelmann zu Gast.

Oktober 2015

Christoph verstärkt den Blog und will seine Reiseberichte jetzt häufiger hier veröffentlichen. Im Oktober war er zum Groundhoppen in England und Teil 1 seines Reiseberichts erzählt von Bristol City gegen den FC Wimbledon Nachfolger MK Dons (1:1).

Mit Christoph und Junior fuhr ich dann erneut an die Alte Försterei und wieder gab es einen Tiefschlag in der Nachspielzeit… immerhin dieses Mal trotzdem mit zumindest einem Punkt beim 3:3.

Doch auf spätes Leid folgte späte Freude: Der Last-Minute-Treffer von Marc Rzatkowski im Heimspiel gegen Freiburg zum 1:0.

Und schließlich endete der Monat, wie er begonnen hatte: Teil 2 von Christophs Tour nach England, dieses Mal mit Swansea – Tottenham (2:2).

Und beim MillernTon widmeten wir uns in der Rubrik “Wilko liest aus alten Übersteigern…” dem Buttersäure-Anschlag.

November 2015

#ThyAmo! 4:0 gegen die Fortuna.

Und dann wurde es inhaltlich, denn der FC St.Pauli wagte einen Vorstoß an die DFL-Mitgliederversammlung, in dem es um einen neuen Verteilungsschlüssel der TV-Gelder ging, u.a. bemessen nach Erfüllung der 50+1-Kriterien.

Es folgte die Doppelausgabe des Print-ÜS, denn neben der neuen #122 wurde auch die #121 noch nachgeliefert, als Wendeheft.

Am Erscheinungstag ging es im Heimspiel gegen den Glubb… und wie immer, wenn wir Sondertrikots trugen, gab es auf die Mütze.

Last but not least: Der Präsident war zu Gast!
In der letzten MillernTon-Folge des Jahres sprachen wir mit Oke Göttlich über (N)Olympia, Under Armour und vieles mehr, vor der JHV.

Dezember 2015

Das traurigste an einem Nicht-Erscheinen des ÜS121 in Printform wäre gewesen, dass dieser Text hier nur als pdf-Datei erschienen wäre.
Vielleicht der schönste Text, der dieses Jahr hier im Blog veröffentlicht wurde:
Pferde, Mädchen, Hoffnung“, Thees Uhlmann über seine Wahrnehmung des Abstiegskampfs.

Anschließend ging es mal wieder an den Betze… und schon wieder konnte dort gewonnen werden.

Christoph war dann auch wieder unterwegs, dieses Mal mit Schalke in der Europa League, bei Sparta Prag.

Und dann war das Jahr auch schon vorbei… bis auf den letzten Spieltag, eine unglückliche Heimniederlage gegen den KSC.

Danke für’s bis hierhin Lesen, alles Gute für 2016! // Frodo

 

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19.Spieltag (H) – Karlsruher SC

FC St.Pauli – Karlsruher SC 1:2 (1:1)
Tore: 1:0 Bernd Nehrig (24.), 1:1 Manuel Torres (37.), 1:2 Dimitris Diamantakos (71.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.000 Gäste)

Das letzte Pflichtspiel des Kalenderjahres ist ja immer auch ein willkommener Anlass, Bilanz zu ziehen und zurück zu blicken. Und natürlich liegt es nahe, zu jenem Tag im Mai zu wandern, an dem am Böllenfalltor noch Zweitligafußball gespielt wurde… und an dem sich entschied, dass der FC St.Pauli auch in der Saison 2015/2016 Zweitligafußball würde spielen dürfen.
So gesehen, der nahe liegende Satz: “Wenn mir damals einer erzählt hätte…”
Jaja, geschenkt – Fußball ist Tagesgeschäft.

Natürlich ist derartiges nur ein schwacher Trost, wenn man gerade ein absolut überlegen geführtes Spiel zuhause verschenkt und somit den (kurzfristigen) Sprung zurück auf Platz 3 verdaddelt.
Und natürlich sind zwei nicht gegebene Elfmeter und ein Abseitsgegentor nach unberechtigtem Freistoß schon ein “büschn” viel Fehlentscheidung für nur ein Spiel.

Aber: Es ist eben inzwischen die Woche mit Heiligabend und Weihnachten, da kann man schon mal Milde zeigen und “Einfach mal Glücklich sein”.

  • Glücklich, dass es eben (noch) nicht gegen Sonnhof-Großaspach ging, sondern den KSC.
  • Glücklich, dass Spieler wie Rzatkowski, Buchtmann, Thy, Sobiech, Maier, Ziereis und viele andere immer noch einen gültigen Vertrag bei uns haben.
  • Glücklich, weil wir nahezu jedes Spiel vor ausverkauftem Haus spielen, abgesehen von ab und an mal ein paar Business Seats und dem nicht immer (aber doch oft) ausverkauften Gästeblock.
  • Glücklich, weil der Abstieg nicht nur sportlich (Mainz 05 II…) und finanziell (TV-Gelder, Fünfjahreswertung) ein Desaster gewesen wäre, sondern auch unvermeidlich auf das aktuelle Präsidium und den Aufsichtsrat zurückgefallen wäre, auch wenn diese daran keinerlei Anteil gehabt hätten.
    Und die letzten Wochen haben in vielerlei Hinsicht gezeigt, dass es eben auch wichtig ist, die Strahlkraft eines Zweitligisten zu haben, um gewisse Dinge anzustoßen.
  • Glücklich, weil wir jetzt entspannt in eine Rückrunde geht, in der man wenig bis nichts zu verlieren hat, aber noch jede Menge Spaß haben kann.

Bevor ich hier aber glückselig und volltrunken zusammenbreche und vor lauter Glück kotzen konnte, dann doch noch einen Blick auf die Schiedsrichterleistung bzw. die anschließende Diskussion über den TV-Beweis, angestoßen von Ewald Lienen bereits auf der Pressekonferenz, fortgesetzt von Andreas Rettig im Sportstudio mit Manuel Gräfe.

Ich bleib da Sozialromantiker.

Will sagen:
Ja, den Elfer in Minute 2 gegen Buchtmann hätte ich gepfiffen.
Ja, das Handspiel von Sobiech hätte ich nicht gepfiffen.
Und die Abseitsposition hatte ich im Stadion zumindest vermutet, was bei einem nahezu auf der Linie stehenden Torschützen nicht sonderlich schwer ist.
Das Foul an Thy bei dessen Kopfball an den Pfosten war sogar die vielleicht deutlichste Fehlentscheidung, wenn man die TV-Bilder nimmt. Habe ich im Stadion allerdings auch nicht bemerkt.

Und trotzdem: Ich will keinen Fernseh-Beweis. *aufstampf*
Weil ich es kann. (Also, das “Dagegen sein”.)
Und weil ich es am Ende ja auch eh weder entscheiden noch beeinflussen kann und muss.
Und weil ich “Aber es geht doch inzwischen um so viel Geld!” als das beste Argument dagegen ansehe, auch wenn man das Rad nicht zurückdrehen kann.

Nun also: Winterpause.
Vielleicht kommt ja jetzt Ante Budimir zurück aus Italien noch ein anderer Stürmer, da eine Rückholaktion von Ante wohl vertraglich nicht möglich ist. (Btw: 20 Pflichtspiele, zehn Tore. Und ich hab es immer gewusst…)

In der Winterpause wird es naturgemäß auch im Blog etwas ruhiger. Auf dem Zettel habe ich noch einen Bericht aus Istanbul vom Celtic-Spiel bei Fenerbahce sowie in der ersten Januar den obligatorischen Jahresrückblick, ansonsten passiert aber sicher im oder rund um den Verein auch immer mal wieder was, was aufgeschrieben werden muss, dann liest man sich. // Frodo

Links:
– MillernTon: Vor dem Spiel-Gespräch mit Frl.Idee
– Bilder Stefan Groenveld: “Alles wie immer
– USP: Stellungnahme zur Situation und die Stadionverbote
– USP: Bilder vom Spiel
– Bericht Grenzenlos 1910: “Oben und unten
– Bericht South End Scum: “Matchday 19” (English)
– Bericht Fangirl 1910: “Verdammte Axt
– Bericht und Fotos BeebleBlox: “Kein Weihnachtsgeschenk

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Europapokaaaal: AC Sparta Prag – FC Schalke 04 1:1, 05. November 2015

Von Christoph

Die (fast) alljährliche Fußballfahrt im Herbst durch Europa mit Freunden des  FC Schalke 04 führte uns diesmal in die nicht allzu weit entfernte Hauptstadt Tschechiens. Eigentlich den sonst üblichen Sonnenschein und kühle Drinks in Südeuropa vor Augen landeten wir diesmal im November aber in Prag. Dass uns eine für einen November seltene Großwetterlage Temperaturen bis zu 14 ° C und Sonnenschein bescherte macht die Sache mit Südeuropa schon mal ziemlich wett. Und außerdem ist die Stadt an der Moldau ohnehin eine der Sehenswerteren dieser Erde.

Die Flüge mit Eurowings waren schnell und günstig gebucht, die Bahn war so keine Alternative. Allerdings machte die Crew des Fliegers  aus ihrer Abneigung gegenüber Fußballfans keinen Hehl und drohte schon vor Verlassen der Parkposition in Hamburg „den lustigen Fußballfans unter den Reisenden“ vorab (präventiv sozusagen) mit einer Zwischenlandung in Leipzig oder Dresden und dem dortigem Rausschmiss aus dem Flieger, sollte man sich nicht benehmen.  Die unfreundlichen Gesichter der Eurowings FlugbegleiterInnen sprachen Bände. Passiert war aber bis dato rein gar nichts, nicht mal Gegröle oder so. Freundlich geht anders! Selbst die besserbetuchten Fans auf den Businessplätzen waren ob der wirklich unverschämten Ansage erbost. Gut, dass es im europäischen Luftraum gute Alternativen gibt… Natürlich wurden dann während des ganzen Fluges auf Kosten dieser unüberlegten Sätze pausenlos irgendwelche blöden Kommentare und Witze abgelassen. Ein klassisches Eigentor, sag ich mal.

In Prag gelandet ging es per Bus und U- Bahn direkt in die Stadt zum Hotel U Tri Pstrosu  direkt an der Karlsbrücke (4 Sterne, ruhiges Zimmer, gutes Frühstück, alles ganz entspannt). Direkt nebenan wurden in der kleinen, originellen Bäckerei gleich die ersten Teigrollen vertilgt. Gegessen sollte in den nächsten Tagen noch genug werden. Der Tag vor dem Spiel stand ganz im Zeichen von Sight Seeing. Karlsbrücke, Altstadt, Altstädter Rathausturm inclusive der astronomischen Uhr,  die Oper mir ihrem goldenen Balkon usw. bis wir in der Touristenfalle U Fleku, der ältesten Brauerei Prags, landeten. Aber wir wollten das so. Das Essen war sogar ganz o.k., der Rest nur nervig. Man wurde von den Kellnern geradezu genötigt sich (mit bewusst nicht ganz gefüllten Gläsern) ins Koma zu saufen, was uns nach dem Essen veranlasste den Laden wieder zu verlassen, bevor wir genauso lustig wurden, wie die schon länger anwesenden anderen Schalker. Bier gibt es Gottlob in dieser Stadt auch woanders satt und genug. In der Altstadt verkauften Geschäftstüchtige in einem Ladenlokal mit Fußballtrikots handbemalten Matrjoschka`s  von allen möglichen, halbwegs bekannten Vereinen der Welt an spendierfreudige Touristen. Auch St. Pauli war dabei. Eine Resterampe zu Schleuderpreisen gab es auch. Dort wurden beispielsweise Matrjoschka`s  von so überaus bekannten Vereinen wie Yeovil Town verramscht, die mal vor drei Jahren überraschender Weise einmal in der englischen zweiten Liga spielen durften und wohl gleich als potentieller Kassenschlager produziert wurden.

Am Spieltag konnten wir zunächst einen besonderen Stadionpunkt machen: Das Strahov Stadion oben auf dem Hügel im gleichnamigen Stadtteil. Nach ordentlichem Fußmarsch den Berg hinauf- die Zahnradbahn fährt im Winter leider nicht- und durch den  benachbarten Park am Aussichtsturm erreichten wir das ab 1926 erbaute Stadiongelände. Das Strahov Stadion ist eine imposante (mittlerweile) Bruchbude in typischer Ostblock Architektur mit einer der größten registrierten Zuschauerzahl weltweit: Bis zu unglaubliche 250.000 Zuschauer fast das im Sozialismus erweiterte Rund. Es wurde hauptsächlich für die Leichtathletik und andere Massenveranstaltungen wie z.B.  Aufmärsche und nicht für Fußballspiele gebaut. So fanden dort auch die Spartakiaden der Tschechoslowakei  statt. Der Innenraum wäre für ein Fußballspiel auch viel zu  Groß. Er beherbergt heute sechs (!)  Fußballplätze des Trainingszentrums von Sparta Prag. Auf einem dieser Plätze stieg um 12:00 ein U 16 Spiel der beiden Mannschaften von Prag und Schalke, die am Abend im Letna Stadion aufeinandertreffen sollten.  Ein harter Kern Blau- Weißer von vielleicht einhundert oder zweihundert Mitgereisten amüsierten sich bei herrlichem Sonnenschein bei kühlen Drinks in dem kommunistischen Monument und beobachteten die Stars von Morgen genauso wie Büskens, Asamoah und Alt- Publikumsliebling Jiri Nemec.

Strahov Stadion

Strahov Stadion

Gegentribüne im Strahov Stadion

Gegentribüne im Strahov Stadion

Nach einer kurzen Stärkung in der Kantine von Sparta besichtigten wird noch das benachbarte ebenfalls in die Jahre gekommene Stadion Evžena Rošického mit einem Fassungsvermögen von rund 18.000 Zuschauern nach dem Umbau in eine reine Sitzplatzarena. Von 2000 bis 2008 trug der Verein Slavia Prag hier seine Heimspiele aus, davor wurde es auch als Spielstätte der Nationalmannschaft genutzt. Heute fristet es, genauso wie das Strahov Stadion, sein Dasein ohne echte Vereinsnutzung. Die Besichtigungstour fand dann nach einigen Straßenbahnfahrten und weiteren Fußmärschen  über den Wenzel Platz, am tanzenden Haus vorbei (die tanzenden Türme an der Reeperbahn sind anscheinend nur eine Nachahmung) und durch das jüdische Viertel ein Ende am Treffpunkt der Schalker in der Innenstadt. Die Anzahl der Blau Weißen schwoll mächtig an. Es dürften so ungefähr 2.500 bis 3.000 Schalker den Weg nach Prag gefunden haben. Auch deswegen, weil sich die Gäste im Vorwege über das Ticketportal außerhalb des Gästebereiches problemlos mit Karten eindecken konnten. Nach dem üblichen und Zwischenfall losem Marsch zum Stadion platzierten sich die Ultras im Oberrang des Gästeblockes, der dadurch etwas voller wurde, als normalerweise angedacht. Zwischen dem Gästeblock und den angrenzenden Heimblöcken gab es zwar einen Pufferblock, welcher aber für ein paar Schalker kein Hindernis darstellte, um unter den teilnahmslosen Blick des Ordners vom Heimbereich in den Gästebereich zu klettern. Auch die ständigen, vorzüglichen Rauch-, Pyro- und Blinkereinlagen im Gästeblock verursachten bei den Sicherheitsdiensten keine Aufregung. Eine Zeitung schrieb tags drauf von einem „fulminanten Auftritt der Schalker Anhänger“. Aufregung gab es nur aufgrund ein paar außerhalb des Gästebereiches aufgehängten Blau-Weißer Zaunfahnen. Dabei schoss der Fanclub aus Brilon den Vogel ab: Hängten ihr Banner auf der Haupttribüne direkt neben der Heimkurve auf und ließen sich das Ding natürlich prompt entwenden…

Evzena Rosickeho Stadion

Evzena Rosickeho Stadion

Das Spiel war mit 17.352 Zuschauern fast ausverkauft und lief auch ganz gefällig vor sich hin. Aus Sicht der Schalker allerdings nicht wirklich zufriedenstellend, hatte man doch wohl mehr erwartet.  Aber dieses junge Team benötigt halt noch etwas Zeit.  Nach der schnellen Führung von Sparta in der 6. Minute benötigten die Schalker einen umstrittenen Elfmeter zum Ausgleich. Beim Unentschieden blieb es bis zum Schluss.  Das Letna Stadion an sich hat uns übrigens ganz gut gefallen: kein Schnickschnack, gute Sicht, nette Graffitis und relative Innenstadtlage. Also das wenige, was man für rudimentären Fußball eigentlich benötigt. Der Unterrang der Heimkurve blieb allerdings leer. Wir vermuteten aus irgendeinem Protest. „Our Passion is not your business“ ließen die Ultras wissen. So gab es Support nur auf dem Oberrang,  der wohl ganz ordentlich war, aber bis zur gegenüberliegenden Seite nicht richtig durchdrang. Den Rückweg traten wir mit der Straßenbahn an. Die Füße wollten nicht mehr. Ein Abschlussbier tranken wir in der Nähe des Hotels in einer kleinen Imbisstube u.a. mit einem ca. 65-jährigen Schalker, der seinen Erzählungen nach weit über dreihundertfünfzig Auswärtsspiele, natürlich europaweit,  vorweisen kann. Respekt! Und schon ging die Kurzreise am folgenden Tag  viel zu früh zu Ende. Denn ursprünglich sollte es am Sonntag  ja zum Derby gehen, welches wir aus bekannten Gründen aber, wie viele andere, boykottierten.
Egal, Prag sieht uns irgendwann wieder! // Christoph

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Verein am Wochenende (49/2015), inkl. FCK – FCSP

1.FC Kaiserslautern – FC St.Pauli 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Lennart Thy (3.), 0:2 Lennart Thy (56.), Daniel Halfar (67.)
Zuschauer: 29.352 (ca. 2.500 St.Paulianer)

Ich war nicht da, da Juniors F-Jugend an diesem Tag die Qualifikation für die Hallenkreismeisterschaft spielte… okay, und weil ich wahrlich auch genug Spiele am Betze gesehen habe, um dort nicht mehr hin zu müssen. Oder auch:

Daher beschränke ich mich auf drei Dinge zum Spiel:

  1. Spiele des FC St.Pauli ohne Robin Himmelmann am Betzenberg: 15
    davon gewonnen: 0 (immerhin zwei Unentschieden)
    Spiele des FC St.Pauli mit Robin Himmelmann am Betze: 3
    davon gewonnen: 3(!!!)
  2. Thy amo!
    Junior bekommt ja diese Saison bekanntlich keinen Nöthe-Euro mehr für Tore, sondern von Frank für jedes Thy-Tor 1,-€.
    Und dankenswerterweise müssen wir da beim 1:0 auch nicht groß diskutieren…
  3. Schwalben sind scheiße, schönen Gruß an Daniel Halfar der dafür gestern die 5.Gelbe Karte kassierte.
    Grüße auch an Marvin Hitz, der bekanntlich am Wochenende bei einem Elfmeter für den “effzeh” die Dezimeter neben dem Elfmeterpunkt zerstörte, was der Kölner Modeste stolpernd annahm und den Elfer verschoß.
    Aufregung in Deutschlands Medienwelt, pfui wie pöse.
    Ja, das ist sicher unsportlich und ich finde es auch gut wenn Hitz sich heute dafür entschuldigt. (Kleiner Einschub: Es ist kein bestätigter Account, wirkt aber recht echt.)
    Wenn aber in der öffentlichen Aufregung die Schwalben von Hosiner (effzeh, zum Elfmeter) und Kohr (Augsburg, zum siegbringenden Freistoß) kaum bemängelt werden, die immerhin eine ganz klare und offensichtliche Betrugsabsicht haben, so werden die Prioritäten falsch gesetzt, finde ich. Oder hat man sich mit dem Vorhandensein von Schwalben schon so weit abgefunden?
    Was Hitz da macht ist falsch und unsportlich, lässt dem Gegner aber immer noch einen Elfmeter schießen, der durch eine Schwalbe und damit durch Betrug bewirkt wurde.
    Macht das Verhalten von Hitz nicht besser, im Zentrum der Kritik sollte aber nicht er stehen, sondern die beiden Spieler die in diesem Spiel die Schwalben gemacht haben.

So, dann mal konzentriert weiterarbeiten und nächste Woche auf der Alm punkten.

Links:
– Bericht MagischerFC Blog: “Die 88-jährige Nonne…
– Bericht FCSP Athens South End Scum “Matchday 17” (English)
– “Vor dem Spiel“-Gespräch im MillernTon
– Bericht & Fotos Der Betze Brennt: “In Erinnerung an die Feste Betzenberg

Verein am Wochenende:

Beginnen wir mit der U23 und dabei dann gleich mit einem kräftigen “Danke, Polizei!“. Denn parallel zum Auftritt der Profis in Kaiserslautern mussten die Jungs an der Hoheluft gegen den VfB Lübeck ran.
Nun wäre es vermessen, eine vierstellige Zuschauerzahl in Aussicht zu stellen, wenn es z.B. am Samstag um 14.00h stattgefunden hätte, aber einen etwas höheren Wert als die 212 tatsächlich anwesenden Zuschauer hätte die Partie schon verdient gehabt.
Wie dem auch sei, so kann auch ich nur auf den Spielbericht auf der Vereinsseite verweisen, unsere Jungs verloren nach Führung durch Maurice Litka noch mit 1:2.
Mit 21 Punkten aus 18 Spielen steht man aber insgesamt weiter recht sicher im unteren Mittelfeld der Tabelle.
Nächste Möglichkeit zur Verebsserung der Punkteausbeute gibt es am kommenden Spieltag in Derby.
“Geilo, U23-Derby! Alle hin da!” und so? Nee, Arschlecken, bzw. nochmal “Danke, Polizei”, denn das Spiel in der Hagenbeckstraße ist für den kommenden Montag angesetzt, um 19.00h, nahezu parallel zum Spiel der Profis in Bielefeld.

Die U19 empfing am Sonntag Hertha BSC am Brummerskamp.
Mit einem Sieg wäre man weiter “oben dran” geblieben, oder zumindest in Sichtweite. Es entwickelte sich ein enges Spiel, in dem die Bhoys in Brown nach einem 0:0 zur Pause gleich zwei Mal einen Rückstand ausgleichen konnten (jeweils durch Brian Koglin), ehe die Hertha in der 84-Minute der 3:2-Siegtreffer gelang.
Die U19 ist damit weiterhin auf Platz 4 in der Bundesliga Nord/Nordost, kommenden Sonntag empfängt sie um 11.00h Energie Cottbus.

Die U17 empfing Samstag bereits Union Berlin, welches als Tabellenletzter anreiste.
Doch das Team von Timo Schultz konnte die Favoritenrolle nicht ausfüllen und verlor nach dem frühen Rückstand in der 4.Minute mit 0:1.
Nach 14 von 26 Spielen steht man mit 16 Punkten damit auf Rang 8, der erste Abstiegsplatz wird von Union mit zehn Punkten belegt.
Kommendes Wochenende geht es in der Hagenbeckstraße am Samstag um 11.00h ins U17-Derby gegen den hsv, den man im Hinspiel noch bezwingen konnte. Dieser hat die letzten fünf Spiele alle gewonnen, vielleicht liegt unseren Jungs die Außenseiterrolle ja mehr.

Zurück zu Erfolgsmeldungen:
Die 1.Frauen spielt weiter groß auf in der Verbandsliga, der höchsten Liga des Hamburger Fußballverbands. Sonntag ging es für die Tabellenführerinnen im Spitzenspiel gegen den Zweiten, Union Tornesch.
Am Ende stand es 1:1, den Ausgleich für den FCSP erzielte Ann-Sophie Greifenberg in der 71.Spielminute, womit man Tornesch auf Abstand hielt. Zwar ist man punktgleich, allerdings hat der Verfolger bereits ein Spiel mehr absolviert.
Für den Ligabetrieb ist damit Winterpause, allerdings geht es nächstes Wochenende im Pokal-Achtelfinale nach Wellingsbüttel, ebenfalls ein Duell auf Augenhöhe mit dem Tabellendritten. Anstoß “Am Pfeilshof” ist am Sonntag um 15.00h.

Und dann noch ein Blick auf die 4.Herren:
Diese liegt in der Kreisklasse 12 weiterhin auf Kurs Aufstieg zurück in die Kreisliga. Nach dem gestrigen 5:1 (2:0) gegen DJK Hamburg (Tore: Javier Poquet Villanueva, Ole Petersen (3) und Jirka Bars) hat man 34 Punkte. Eintracht Fuhlsbüttel hat bei ebenfalls 15 Spielen einen Zähler mehr, Hamm United bei zwei Spielen mehr 37 Punkte.
Auch hier ist Winterpause, weiter geht es Ende Januar.

Handball:
Doppelspieltag unserer Oberliga-Teams beim THW Kiel:
Zunächst traten am Sonntag Nachmittag die 1.Frauen beim THW an. Nachdem es letzte Saison als Aufsteiger noch eine ziemlich enge Kiste mit dem Klassenerhalt war, sieht es diese Saison verhältnismäßig entspannt aus. Daher ging man auch leicht favorisiert ins Spiel gegen die Kielerinnen, die ihrerseits gegen den Abstieg spielen.
Am Ende stand ein 31:22 (18:15)-Auswärtssieg und mit 10:10 Punkten ein entspannter 8.Tabellenplatz mit bereits sieben Punkten Lauft auf die Abstiegsplätze.
Nächsten Samstag um 16.00h geht es in der Thedestraße gegen den Tabellenvierten, AMTV Hamburg.

Anschließend spielten die 1.Herren gegen den THW Kiel II, in den letzten Jahren oft beherrschend in der Liga. Dieses Jahr allerdings ist es ein Duell auf Augenhöhe, was an einem nochmals verbesserten Auftreten unserer Mannschaft und einem etwas schwächeren Kieler Kader liegt.
Und so steht es am Ende 27:26 (16:13) für die Bhoys in Brown, was einen starken 4.Platz in der Tabelle bedeutet, punktgleich mit dem Dritten.
Kommenden Samstag um 20.00h kommt auch hier der AMTV Hamburg in die Thedestraße. // Frodo

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Pferde, Mädchen, Hoffnung

(Dieser Text erschien erstmals im Print-Übersteiger #121, 16.August 2015.)

von Thees Uhlmann

Meine Tochter findet St Pauli kacke. Das finde ich gut. Das hat St. Pauli nicht exklusiv.
Andere Sachen, die meine Tochter auch noch kacke findet:

  • Jungs (YES!)
  • Meine Musik (Genau, wie Dicken von Slime)
  • Tomaten
  • Hippies (ok, »Hippies« wird zu Hause, als Schimpfwort für ALLES benutzt, was schief läuft)
  • Verbote jedweder Art (auch wie Dicken).

Ich trug mal ein St. Pauli-Trikot in Berlin und meine Tochter, 2. Klasse, versuchte einmal den Schriftzug des Wappens vorzulesen: FC St. Pauli.
Kann nicht so schwer sein, denkt man sich, aber da die ersten Jahren der Grundschule noch unter dem Motto »Suche den Vokal« laufen und bei FC eben einfach keiner ist, machte sie aus FC einfach »Fuck St. Pauli«. Auf meine Anregung, dass das so nicht gehen würde, meinte sie: »Aber das steht da doch: FUCK St. Pauli!«.
Das HSV-Falke-Leg meines Freundeskreises, dem ich dieses All-Time-Low meiner Erziehung direkt mitteilen musste, war hingerissen.

Nein, meine Tochter findet St. Pauli nur aus zwei Gründen doof.
1.) St. Pauli ist der Grund, warum der Altvordere keine Zeit hat, weg ist, oder schlechte Laune hat. Oder
2.), weil sie das eben gut findet, Sachen kacke zu finden, die ich gut finde. Vatermord, auf die Nerven gehen, Loslösung – die ganze Nummer. Sie verstehen.

Doch es begab sich eine kleine Erschütterung in ihrem Weltbild.

Ich verbringe meine Samstage fast immer damit, meiner Tochter beizuwohnen, wie sie auf alten Kleppern, vor den Toren Berlins, versucht reiten zu lernen.
Der Anpfiff für das Reittraining ist simultan mit dem Anpfiff zu den Samstagsspielen der zweiten Fußballbundesliga. Also sieht ein ganz normaler Samstag an dem St. Pauli spielt für mich so aus, dass ich mit dem linken Ohr Gesprächen mit anderen Pferdemüttern beiwohne (die immer sehr nett sind), mit den Augen auf meine Tochter glotze und mit meinen Daumen signalisiere, wie super ich das alles finde und erstaunt bin, wie gut das schon alles klappt und mit dem rechten Ohr dort einen Knopf halte über den krachend laut das AFM Radio läuft.
(Und wie immer, wenn ich das AFM-Radio erwähne, von hier aus einen riesigen, fundamentalen Dank, für all die Mühen die ihr auf euch nehmt.)
Wie sich alle sicher erinnern und vorstellen können, waren auf meinem rechten Ohr in der letzten Saison Trauer, Verzweiflung, Kopfschütteln, Agonie und Frustration die Gefühle, die sich zwischen Amboss, Steigbügel und Hammer die Hände reichten.
Im Frühjahr merkte sogar meine Tochter, gegen ihre natürlichen Instinkte, dass die Sache mit meinem geliebten Fussballverein ernst wurde.

»Warum hast du so schlechte Laune?«
»St. Pauli!«
»Warum siehst du so traurig aus?«
»St. Pauli!«
»Warum bist du immer auf dieser Internet Seite mit dem großen, weissen „K“ auf rotem Grund und guckst diese ganzen Zahlen an?«
»St. Pauli!«
»Und warum hast du die ganze Zeit »St. Pauli« T-Shirts an, obwohl die immer verlieren?«
»St. Pauli!«

(Da kann man sich ja noch nicht mal selbst verstehen, wenn man den Scheiß jetzt liest!)

»Wir steigen ab, Mädchen. Wir steigen einfach ab!«
»Was ist absteigen, Papa? Erklärst du mir das?«
»Oh guck mal ein Einhorn!«
»Wo?«
Manche Sachen kann und möchte man auch einfach nicht erklären.

Unbenannt

Hinter dem Paddock (das ist das, wo die Pferde eingezäunt durch die Gegend laufen), beim Nachbarn, weht aus irgendeinem Grund, eine St. Pauli-Fahne, neben einer Fahne der Sansibar von Sylt. Das muss man sich mal vorstellen: Sylt neben St. Pauli. Wenn das der HSV-Falke-Leg meines Freundeskreises wüsste…
Und dann kam der 09. Mai 2015. Ohne einen Funken Freude, Fun und der Hoffnung auf fragiles Fortune stopfte ich mir beim Reiten meinen Knopf ins Ohr. Auswärts beim designierten Aufsteiger. Das ist inzwischen sogar in Ordnung, wenn ich auf dem Reitplatz: »JA!« schreie. Alle wissen um meine psychische Erkrankung. Der Rest ist Bangen am Eingang zur Hölle der Teufel.
Dann die 47. Minute. TOR. KALLA! Wenigstens die Freude einer Führung.
Man muss demütig sein.
Doch dann. 55. Minute! ELFMETER! TOR! HALSTENBERG! (Was ich in meinem Kopf immer mit dem Wort »Krupunder« vervollständige.) Ein nicht geahntes, fast unbekanntes Gefühl. 3:2 in der 92.Minute würde keinen überraschen. Doch wir halten das Ding.
Wie Totilas galoppiere ich entlang des Reitplatzes.

Meine Tochter reitet an mir vorbei und wundert sich. Ich rufe ihr zu:
»Kurze, St. Pauli hat gewonnen. Bei einer Mannschaft, die wir sonst niemals schlagen würden. Vielleicht steigen wir doch nicht ab.«
Und am Hals des riesigen Pferdes ballt sich eine kleine Faust in der Größe eines Tennisballs zusammen und ein achtjähriges Mädchen ruft laut: »JA!« und guckt mich strahlend an.
There´s always Hope!
Der dümmste Fuchs der Welt.

Und dann kam der letzte Spieltag. Es war mir alles scheiss egal. Ich konnte noch nicht mal mehr »SANKT Pauli! Soviel Zeit muss sein.« sagen, wenn irgendjemand von diesem Pauli gesprochen hat. Man hat ja für so was überhaupt keine Zeit mehr, wenn man die ganze Zeit als Agnostiker am beten ist.
Wie die Idioten schrieben Rainer und ich uns jeden Tag SMS, wenn es 19 Uhr 10 war, mit dem Inhalt »1910«.
Ich erfuhr auch keine Freude darüber, dass es dem Vizestadtmeister ähnlich schlecht ging, wie uns. Warum soll man auch Kraft daraus schöpfen, wenn man sagt: »Oh guck mal: Meinem reichen Cousin geht es auch nicht gut.« Das macht Karma-mässig keinen Sinn für mich.
Der Tag war geplant wie ein Angriffskrieg für Zivildienstleistende. Erst reiten gehen, danach eine halbe Stunde dass richtige Outfit auswählen, Böklunder Trikot, 120% Polyester und Histamine bei 30 Grad in der Astra Stube. Das schafft kein Mensch.
Also verlasse ich mich auf die menschenvereinende Geilheit der Internationalität und entscheide mich für das »East River Side Pirates«-TShirt der St. Pauli Fans von NYC (Grüße von hier aus!!!).
Ich bahne mir meinen Weg durch den Karneval der Kulturen in Kreuzberg. Für nicht Kenner, das ist als ob Relegation, Harley Days und Kirchentag auf einen Tag in die Hein-Hoyer-Strasse einfallen. Ich befinde mich inzwischen im höchsten Zustand der Fußball Katharsis. Ich gehe durch das bunte Treiben in einer braun-weissen Blase, die mein Gehirn abschirmt, von den krachend lauten Ethno Beats und 500.000 Menschen, die gefühlt alle sagen: »Eh, Keule, wat drängelste denn hier so rum, ick hol gleich meine Atze!«
45 Minuten vor Spielbeginn berstet die Astra Stube schon aus allen Nähten. »Heute bin ich ein Fuchs! HEUTE BIN ICH EIN FUCHS!«, denke ich mir und bestelle nicht das Bier aus dem Zapfhahn, dass eh gleich wieder leer ist, sondern ich bestelle mir 1-Liter-Flaschen San Miguel. Mit diesem coolen, kleinen Gläsern. Eiskalt. »Kleine Gläser. Da trinkt man weniger. Die sind ja kleiner!«.
Ich lag schon häufig falsch in meinem Leben, aber noch nicht so falsch wie heute. Vor Spielbeginn schon die erste Flasche weg. »Bevor sie warm wird.«, denk ich mir. Dann zack, zwei und drei. Die Spiele des letzten Spieltages laufen. Neben mir sitzt einer von der Hamburger Botschaft in Berlin und guckt mit dem einen Auge auf den Fernseher und mit dem anderen auf seinem Handy, die Konferenz der anderen Vereine.
Tor für Darmstadt.
Ich denke nur noch: »Blinddarmstadt« und ob die eine Städtepartnerschaft mit POtsdam haben. Den ganz normalen Scheiss, den man eben denkt, wenn man fast abgestiegen ist.

Aber es kam wie es kommen sollte.
St. Pauli steigt nicht ab.

Ich umarme meinen Wirt. Was mir als erstes einfällt ist, dass ich gerne als 3. Ligist in der Astra Stube gemeinsames AFM-Radio hören gemacht hätte. Mit 100 Leuten Radio hören. Das wäre doch mal was.
Das zweite, was ich denke ist: »YEEEEAAAAAÖÖÖÖÖÖHHHHHHHH!«
Hysterisches Lachen. Umarmen. Leuten freudig auf den Oberarm schlagen und darauf freuen, wenn die zurückschlagen. Noch ein Bier und »nuuuuur eiiiiiin Schnaps!«.
Ich kontaktiere das HSV-Falke-Leg meines Freundeskreises und rufe »nuooooooooooodähoooooaaaaaesvau!« in mein Telefon und lache hysterisch ermattet.
Bahne mir reichlich schwankend den Weg nach Hause und lege die wahrscheinlich doppelte Distanz zurück, die es eigentlich braucht.
Wenn ich koksen würde, denke ich, würde ich heute die ganze Zeit sagen:
»Ich leg mir noch mal eine Lienen!«.
Ich erzähle Kioskverkäuferinnnen davon, dass mein Verein nicht abgestiegen ist.
Ich kaufe mir noch Bier für zuhause. Finde eine Flasche Weißwein im Kühlschrank. Setze mich in die Küche und gucke mir im Internet jeden Schnippsel an, den ich über Heute und Früher finde, der irgendwas mit meinem Verein zu tun hat.
Ich sehe meinen Präsi, wie er über das Spielfeld öddelt. Ich sehe meinen Trainer, wie er wie eine Mischung aus Adorno und »Kevin allein zu Haus« die Interviewfragen beantwortet. Ich bin frohleichtert.
Das war alles nicht glamourös. Das war auch nicht cool. Das war am Rande von etwas ganz Schlimmen. Aber wir haben das gepackt. Und danach kam die schönste Sommerpause von allen Spielzeiten, an die ich mich erinnern kann.

Ich bin Fußball-Fan. Ich mach das so. // Thees

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16.Spieltag (H) – 1.FC Nürnberg

FC St.Pauli – 1.FC Nürnberg 0:4 (0:2)
Tore: 0:1 Niclas Füllkrug (18.), 0:2 Niclas Füllkrug (43.), 0:3 Tim Leibold (53.), 0:4 Patrick Erras (89.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.000 Glubberer)

Letzten Mittwoch fand ein Treffen im Ballsaal der Südkurve statt, bei dem ein geschätzter ehemaliger ÜS-Schreiberling schwarz malte für Sonntag.
Begründung: “Mit den Sondertrikots verlieren wir immer!
Tja, Recht sollte er behalten, beste Grüße an Käpt’n Braunbär.
Spiele in denen wir bisher Sondertrikots getragen haben:

Und von dem grundsätzlichen Misserfolg der Pokaltrikots will ich gar nicht erst anfangen…
(Außerdem gab es 2012 noch ein Fanräume-Sondertrikot gegen Grashoppers Zürich, aber das 1:1 in dem Spiel würde mir die schöne Statistik versauen und daher lasse ich es als Testspiel unbeachtet außen vor.)
Also, wenn das nächste Mal wieder ein Sondertrikot getragen wird ruhig mal 100,-€ auf ne Niederlage setzen und das Geld an Kiezkick spenden, sichere Sache.
Oder wahlweise: mindestens ein Gegentor nach der 85.Minute.

Nächstes Thema also: Übersteiger Nr. 122
Das war es nun also, das erste Print-Erzeugnis des ÜS seit 2001, seit Heft Nr. 53, zu dem ich nichts beigetragen hatte. Bekanntlich hatte ich mich mit der 120, erschienen zum Ende der letzten Saison, von der Print-Redax verabschiedet um mehr Zeit für den Blog und den MillernTon zu haben.
Und nachdem die 121 aus verschiedenen Gründen nur als PDF erschienen  war, nun also erstmals das Gefühl zum Stadion zu kommen und das Heft noch nicht zu kennen. Auch mal wieder schön, und tatsächlich ist nach dem ja doch sehr großen internen Umbruch eine sehr schöne Nummer dabei herausgekommen, sicher dieses Mal aufgrund der Doppelausgabe auch etwas ganz besonderes.
Trotzdem ist es hier definitiv noch nicht an der Zeit sich beruhigt zurück zu lehnen, der ÜS braucht weiterhin jede Unterstützung die er kriegen kann, insbesondere Schreiber! Also, Arsch hoch, oder zumindest das e-mail Konto geöffnet und eine Mail an redaktion at uebersteiger.de verfasst, wenn Ihr Euch zukünftig einbringen wollt und dies nicht eventuell das letzte Heft aller Zeiten gewesen sein soll.

Statt Hefte zu verkaufen, konnte ich so Niklas Wildhagen treffen, seines Zeichens einer der Mitwirkenden am Talking Fussball-Podcast. Meine Versuche in Englisch über den FC St.Pauli zu sprechen sind dort dann demnächst nachzuhören.

Es folgte eine Braun-Weiß-Rot Wende-Choreo auf der Gegengerade, sowie die “Straight Outta Saint Pauli”-Choreo in der Süd – es war alles bereitet um wieder drei Punkte einzusacken… wenn da doch bloß nicht die Sondertrikots gewesen wären.
Daher der Mantel des Vergessens über das Spiel, will jetzt zwei Tage später eh keiner mehr was drüber lesen.
Grundsätzlich ist Platz 3 nach 16 Spieltagen immer noch mehr als alle erwartet haben, nach den zwei Niederlagen jetzt erwartet wohl auch niemand ernsthaft einen Erfolg in der Region. Also Zeit für zwei Kalla-Tore zum umjubelten 2:1 Auswärtssieg.

Und dann war da noch: NOlympia.
Wir hatten das Thema ja ausführlich im MillernTon besprochen (ab 3h23m), die Diskussion auf der JHV zählt wohl auch zu den positiven Beispielen für Diskussionskultur in diesem speziellen Thema und in Sportvereinen allgemein.
Natürlich ist es schwierig, sich als Profiverein dem vermeintlich größten Sportereignis der Welt zu verweigern, wenn es in der eigenen Stadt stattfinden soll. Aber diese ganzen schwachsinnigen Statements aus der Fraktion der Beleidigten im Nachhinein, bestärken einen nur noch mehr darin, dass es die richtige Entscheidung war. Es war ja keine Entscheidung gegen die Veranstaltung als solche oder gar gegen “den Sport”, sondern es ging um die konkrete Situation und Bewerbung von Hamburg für das Jahr 2024. Und da gab und gibt es weiterhin gute Gründe, die bei vielen zu einem überzeugten “Nein” geführt haben.
Grundsätzlich hat der Verein alles richtig gemacht. Er hat Diskussionen ermöglicht, sowohl Pro- als auch Contra-Argumente veröffentlicht, sich aber vor keinen Karren spannen lassen und den ja auch in der Mitgliedschaft vorhandenen verschiedenen Meinungen Raum gegeben.
Chapeau, so soll es sein.

Hauptpunkt für das Nein war aus meiner Sicht das amateurhafte Vorgehen von Olaf Scholz, der auf einer terminlich von ihm gewählten Pressekonferenz Zahlen präsentiert, in denen der Bund einen Anteil übernehmen soll, der Bund aber Tage später eine Zusage dazu verweigert.
So etwas darf in dieser Geschichte einfach nicht passieren, insbesondere wenn man sich Transparenz bei den Finanzen als eines der größten Ziele auf die Fahnen geschrieben hat. Die Details hätte man vorher abstimmen müssen oder man darf eben diese Pressekonferenz noch nicht abhalten. So ist Scholz wahlweise sehenden Auges ins Verderben gerannt oder hat einfach in gutem Glauben gezockt und ist damit auf die Fresse gefallen.
Ja, auch die Anschläge in Paris, der Fifa- & DFB-Skandal und das Misstrauen in Sportverbände allgemein dürften ihren Anteil am Ergebnis haben, aber selbst wenn es am Ende (wie in der letzten Umfrag vor Paris) 56% “Ja” gewesen wären, so hätte dies doch nichts grundsätzliches geändert.
Die Stadt ist in der Frage gespalten – und wenn man sich dann anschaut, dass die BILD eine Gratis-Ausgabe an die Haushalte verteilt, das Abendblatt eine Beilage im utopischen Jubelperser-Stil herausgibt und sowieso die Medienarbeit der letzten Wochen und Monaten eher an Gehirnwäsche-Propaganda als an eine Kampagne erinnert, so ist es umso erstaunlicher, dass sich die Öffentlichkeit hier so entschieden hat.

Ist der Sport in Deutschland jetzt tot? Ist Olympia jetzt auf Generationen hinaus aus Deutschland verbannt? Hat Hamburg gar das Tor zu Welt versperrt?
Blödsinn.
Es wäre an der Zeit, das IOC grundsätzlich zum Nachdenken zu bringen, wie man die Olympischen Spiele ernsthaft reformieren kann. Wie man die Auschreibungen abändern muss, die Konzepte verändert, damit die Spiele auch in Städten wie Hamburg wieder mehrheitsfähig sind.
(Denn, nebenbei: Auch in München, Wien, Oslo und Budapest gab es ja schon negative Abstimmungen in der Vergangenheit.)
Und natürlich ist unsere Welt so schnelllebig, dass eine erneute Bewerbung einer Stadt in Deutschland in ein paar Jahren durchaus möglich ist, vielleicht sogar mit einem positiven Ausgang eines Referendums – es muss sich eben nur vorab einiges ändern.

Es gab zu dem Thema viel Mist zu lesen, allerdings auch viele lesenswerte Kommentare. Subjektiv ausgewählt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit mal diese zwei Texte, die es aus meiner Sicht gut und differenziert betrachten:

Last but not least dann noch eine aktuelle Meldung von heute aus dem Verein:
Kyoung Rok Choi verlängert seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei uns um drei Jahre. Oh, what a choi!

Links: 
Vor dem Spiel / Nach dem Spiel – Podcast
– Bericht Clubfans United: “Reife Leistung
– Bilder Stefan Groenveld: “Crystal gegen Valium
– Bilder USP
– Bericht Grenzenlos 1910: “Egal, aber…
– Bericht und Bilder Zaphod Beebleblox: “Straight outta Spitzengruppe
– Bericht Magischer FC: “Vier Gegentore mehr, fünf Ringe weniger
– Bericht Athens South End Scum: “Wake up, people” (English)
– Bericht BreitSeite: “Arbeiten im Wohnzimmer

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ÜBERSTEIGER #122 erscheint Sonntag gegen den Glubb

Der ÜS #122 ist da!


Unbenannt
So. „Schaffen wir dieses Jahr noch eine Ausgabe?“ Aber sowas von. Nach vielen Ruckeleien in der Redaktion, neuem Layout, Redaktionstreffen die vielleicht die letzten hätten sein können, haben wir uns dieses Jahr noch einmal zusammengerissen und ein geiles Heft gemacht.
Wir haben uns mit einem Neuen unterhalten, „Andreas“ mit Namen, und mit einem Ehemaligem, „Bene“ gerufen.
Außerdem stellen wir in unserer Oberligareihe Altona 93 vor, rückblicken auf den braun-weissen Kessel, lassen die Marathonis zu Wort kommen, stellen die Kaffeetrinker und die Schlesienpiraten vor, haben eine Meinung zu (N)Olympia, berichten aus Rojava, der Fanladen hat wie immer seine Seite und Ronny viel Neues von den Alten. Wir haben bestimmt noch einiges vergessen – das Heft ist pickepackevoll.
Das Einzige, was fehlt, ist die Mittelseite. Denn wir haben uns gedacht, dass wir die 121 als „PDF-only“ nicht so im Raum stehen lassen können und uns deswegen für ein Wendeheft entschieden. Das heißt, wir sind mit insgesamt 128 Seiten etwas dicker geworden als der SPIEGEL, relevanter sowieso.
Trotzdem gibt es alles wie gewohnt für 1,60 € am Sonntag am Stadion.

Donnerstag geht das PDF der 122 an die Abonnenten raus (die 121 habt ihr ja schon) und der Fanladen wird bestückt, Freitag sind dann die Abos in der Post, Samstag könnte eure Ausgabe also schon auf dem Scheißhaus liegen und Sonntag treffen wir uns beim Fussi.
Runde Sache insgesamt, bis dann.

Wer noch fix ein Abo (Print und/oder PDF-only) abschließen will: Hier klicken!
// Eure Übersteigers

P.S. Trotz 128 Seiten haben es zwei Themen aus zeitlichen Gründen nicht mehr ins Heft schaffen können, daher hier kurz ein paar Links zusätzlich:
ÜS-Blog zum 50+1-Antrag
Magischer FC-Blog zum Upsolut-Deal
Curi0us zum Kommerz allgemein

P.P.S. Die Frauen- und Mädchen-Teams des FC St.Pauli suchen Unterstützung! Unbenannt

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