FC St.Pauli IV – HFC Falke 1:5 (1:1)

Ja, Geschehnisse sacken lassen hilft, nicht jeder Bericht muss gleich in die Tastatur. So auch hier.
Viel ist geschrieben worden, „nicht alles“ davon war sinnvoll oder korrekt, auch dieser Text hier ist namentlich gekennzeichnet und daher subjektiv. Er enthält Meinungen und Wertungen, nicht alles wird von allen geteilt werden, geht auch gar nicht.

Haken wir kurz das Sportliche ab: Der HFC Falke hat verdient 5:1 gewonnen, der (direkte) Aufstieg wird sich wohl am letzten Spieltag im Aufeinandertreffen mit Altona II. entscheiden.
Unsere IV. dürfte trotzdem mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekommen, aktuell sind es sieben Punkte Luft nach unten.

Zum Drumherum:
Natürlich ist es kein normales Spiel, wenn St.Pauli und Falke aufeinandertreffen. Dies merkte man schon daran, dass es wohl zum ersten Mal für die IV.Herren Eintrittskarten gab. Wenn ich nichts verpasst habe, war dies an der Feldstraße auch erst das zweite Mal überhaupt der Fall, erstmalig passierte dies letzte Saison beim Pokalhalbfinale der St.Pauli-Frauen gegen den hsv.
Dieses Mal wurden 250 Tickets im Umfeld der IV. verteilt, die gleiche Stückzahl ging an den Gast, allesamt kostenlos.

Der ÜBERSTEIGER hatte sich früh um ein normales / positives Verhältnis zu Falke bemüht (sowohl im Print als auch jüngst im Podcast), ich für mich kann an dieser Stelle auch nur festhalten mit den handelnden Personen ein gutes Verhältnis zu haben.
Geht aber eben nicht zwingend allen so, dazu später mehr.

Die Fakten:
Der HFC Falke hatte als Treffpunkt das Shamrock ausgegeben, dies war allerdings von St.Paulianern besetzt, weswegen kurzfristig auf die U-Bahn Feldstraße ausgewichen wurde.
Der Eingang befand sich in der Gasse des Doms direkt am Bunker, vor dem Eingang wartete eine größere Anzahl St.Pauli-Fans. Viele Falke-Fans gingen hier bunt gemischt durch und waren schon frühzeitig am Platz.
Als eine größere Gruppe Falke-Fans in den Gang einbog, wurde diese angegriffen. Es fand eine kurze Hauerei statt, das Schätzen von Personenanzahlen auf beiden Seiten überlasse ich anderen, ebenso das Aufführen von Gegenständen auf beiden Seiten.
Nach etwa einer Minute war das Ganze durch und man ging seiner Wege, als die Polizei später eintraf, hatte sich schon lange wieder alles beruhigt.

Die Rede ist von drei verletzten Falke-Fans, denen natürlich gute Besserung.
In Gesprächen während und nach dem Spiel mit mir bekannten Falke Fans zeigte sich ein großer Teil der Gruppe vom Angriff geschockt, damit hatte man einfach nicht gerechnet, gerade nach dem ruhig verlaufenen Hinspiel.
Andere hingegen nahmen den Vorfall recht “sportlich”, als vorweggenommene Dritte Halbzeit. Letztere waren aber eher in der Minderheit.

Ab jetzt verlasse ich den nüchternen Bericht und versuche, die Hintergründe zu beleuchten.
Es gibt eine lange Liste von Vorfällen seit dem letzten Sommer, die im Einzelnen nicht zwingend für die Öffentlichkeit gedacht ist, den Betroffenen aber bekannt sein dürfte.
Öffentlicher Höhepunkt war kürzlich der Angriff auf einen 9-Sitzer mit St.Pauli-Fans, der aus Aue zurückkam.
Moment… das waren aber immer hsv-Fans, keine Falke-Fans?
Ja, schon richtig. Auch richtig, dass der Verein versucht, dies strikt zu trennen.
Personelle Überschneidungen lassen sich dabei aber eben nicht verhindern, anschließende persönliche Sympathie-Bekundungen oder lustige Kommentare zu jenem Angriff im Internet sind zusätzlich auch nicht gerade hilfreich, wenn es um eine Deeskalation zwischen St.Pauli und Falke geht.
Klar aber auch: Jene Kommentare im Internet dürfen nicht wirklich als Begründung für so eine Aktion dienen.

Wie im MillernTon mit Tamara Dwenger (Präsidentin des HFC Falke) zu hören war, so hatte sich auch vor dem Hinspiel entsprechendes Klientel bei Falke interessiert am Spiel gezeigt, wurde aber recht deutlich mit „Ihr seid hier sonst nicht, dann braucht Ihr auch zu diesem Spiel nicht zu kommen!“ vorab ausgeladen.
Und abgesehen von ein paar „Scheiß St.Pauli!“-Rufen kann man auch ganz klar festhalten, dass das Hinspiel zwar in einem emotionalen Rahmen verlief, es aber keinerlei Übergriffe gab. Und die Rufe kann man dann auch ganz gut aushalten.
Der Gästeanhang beim Hinspiel war aber auch eher im niedrigen zweistelligen Bereich zu verorten.

Bleibt die Frage: Was hält man nun davon?
Körperliche Auseinandersetzungen passieren beim Fußball. Dies ist nichts Neues und wird voraussichtlich auch nie verschwinden. Auch die Fanszene des FC St.Pauli war nie gewaltfrei, auch wenn dies oft verklärt so dargestellt wird.
Allerdings ist es schon eine andere Nummer, wenn man dies in die Kreisliga verlegt. Zumal zu einer Mannschaft, die den Fußball als Hobby betreibt und sonst vor einer Kiste Bier und ein paar Kumpels spielt, sich dann aber plötzlich nach dem Spiel noch auf dem Feld von Reportern(!) fragen lassen muss, warum man sich denn nicht um ein Sicherheitskonzept für das Spiel gekümmert habe.
Tja, weil es Kreisliga ist vielleicht?
Und dann wird es auch nicht besser, wenn der überwiegende Teil der Protagonisten vom Sonntag noch nie ein Spiel der 4. Herren gesehen hat und voraussichtlich auch keins mehr sehen wird, diese aber eben als Bühne missbraucht.
Ich will jetzt nicht in das Gejammer einsteigen, dass auch Frauen und Kinder betroffen hätten sein können. Ich gehe seit ca. 35 Jahren zum Fußball und ich kann einigermaßen einschätzen, ob es sinnvoll ist zu so einem Spiel sein Kind mitzunehmen. Und wenn ich das tue, verhalte ich mich entsprechend und halte mich auch von entsprechenden Gruppen fern. Davon ab ist besagten „Frauen und Kindern“ (zum Glück) auch nichts passiert, der Schrecken saß aber sicher einigen in den Gliedern und auch das muss natürlich nicht sein. Muss es aber auch bei Männern nicht, nur mal nebenbei.
Da der Dom noch nicht geöffnet hatte, hielt sich auch hier das Risiko für Unbeteiligte in Grenzen – ganz ausschließen kann man das aber natürlich an einem Sonntag trotzdem nicht und ob es ein grundsätzlich anderes Verhalten gegeben hätte, wenn der Dom bereits geöffnet gewesen wäre, bezweifle ich dann leider auch mal.
Will sagen: Mit Ruhm bekleckert haben wir uns da ganz sicher nicht, im Gegenteil.

Es bewahrheitet sich also das, was man (spätestens) mit dem Angriff auf den 9-Sitzer schon befürchten musste. Die Spirale dreht sich, Aktion erfordert Reaktion.
Der HFC Falke als Verein mag sich hier noch so sehr wünschen, in diesen Streit nicht hereingezogen zu werden, solange (und sei es auch nur vereinzelte) personelle Überschneidungen bestehen bleiben lässt sich dies leider nur schwer vermitteln.
Da greift dann in der Fußballfan-Logik schnell die Sippenhaft, zumal die Grenzen im konkreten Fall ja schon historisch verschwommener sind als in anderen Fällen. Kann man doof finden, wird aber eben so wahrgenommen.
Für alle Beteiligten ist es daher wohl wünschenswert, wenn sich die sportlichen Wege zur neuen Saison wieder trennen, ein Aufstieg des HFC wäre dafür sicher ein guter Schritt.

Für den FC St.Pauli und seine Fanszene gilt es, intern diesen Sonntag aufzuarbeiten. Dafür sind reißerische Schlagzeilen und dümmliches Ultra-Bashing nicht hilfreich. Ein Vereinspräsident, der persönlich zum Hörer greift und sich beim gegnerischen Verein entschuldigt, zeigt aber schon mal Größe, zumindest wenn die „Wer hat angefangen?“ – Frage für diesen Tag so eindeutig beantwortet werden kann wie in diesem Fall.
Ein großes Plus der Fanszene bei uns war schon immer, dass man Dinge, die scheiße gelaufen sind, auch mal als solche ansprechen kann. Bleibt zu hoffen, dass dies auch im konkreten Fall offen so funktioniert, ohne dass die eine Seite überzogene Forderungen stellt, oder die andere sich dem Gespräch verweigert.

Da habe ich aber das grundsätzliche Vertrauen in die handelnden Personen.

Dem HFC Falke wünsche ich (ganz persönlich) weiterhin alles Gute.// Frodo

Links:
– Fotos Stefan Groenveld

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29.Spieltag (H) – Würzburger Kickers

FC St.Pauli – Würzburger Kickers 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Christopher Buchtmann (87.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 1.500 Gästefans)

Es ist nicht das erste Mal, dass mich die Erkenntnis trifft, dass über manchen Text besser nochmal 1-2 Nächte geschlafen wird. Aber im Zuge einer jugendfreien Ausdrucksweise war es dieses Mal besonders angebracht.

Beginnen wir mit dem Sportlichen:
Schön war es nicht.
Muss es aber auch nicht mehr sein, aus dem Saisonbereich sind wir raus und im entsprechenden Tabellenbereich noch lange nicht drin.
Spielerisch war das keine Offenbarung, insbesondere in Hälfte eins eher sogar erschreckend, aber hier ist es eben – wie so oft – wahrscheinlich auch in erster Linie Kopfsache.
Und als Tabellensiebzehnter spielt es sich eben nicht sonderlich befreit auf, insbesondere in einem Sechs-Punkte-Spiel, sechs Spieltage vor Ende.
Scheißegal, drei Punkte, alles andere ist Schnullibulli.

Ich habe mich seit meinem Schiedsrichter-Lehrgang hier ja mit Kritik an den Unparteiischen stark zurückgehalten, weil mir inzwischen klar ist, dass Sichtweisen auf dem Platz aus Tausend unterschiedlichen Gründen sehr stark von denen auf den Rängen abweichen können.
Herr Jablonski aus Bremen allerdings schaffte es am Sonntag verdientermaßen in meine “Aytekin Hall of Fame”, selten habe ich mich zuletzt so sehr aufgeregt.
Die Szene nach zehn Sekunden, als Daghfous Ziereis von hinten umhaut war ein unschöner Beginn, hier kann ich ihn aber noch mit “Kann er schlecht sehen” in Schutz nehmen.
Anders hingegen die Fouls von Schröck und Fröde nach einer knappen Viertelstunde, als jeweils mit gestrecktem Bein in den Gegner geflogen und dieser oberhalb des Knöchels am Standbein getroffen wurde. Während Schiedsrichtern auf Kreisebene da oft auf Lehrabenden “Oberhalb des Sprunggelenks, wenn hier auf dem Acker einer so reingeht, dann geht er bitte duschen!” mitgegeben wird, ist dies im Profibereich meist weniger restriktiv zu behandeln und eine gelbe Karte kann als Vertretbar gelten – Rot muss nicht sein.
Aber: Gar nichts?! Hallo?!
Das ist zwei Mal versuchte Körperverletzung – wie sehr kann man den Einstieg in die persönlichen Strafen verdaddeln? Dies war ein Versagen fürs Lehrbuch und leider zog sich dann, wie es eben dann so oft ist, dieses Versäumnis durch das Spiel und wahrscheinlich kann man es nur der sportlichen Brisanz verdanken, dass beide Teams einen Platzverweis unbedingt vermeiden wollten, ansonsten hätte dies leicht zu einem noch übleren Getrete ausarten können als ohnehin schon.
Bezeichnend, dass die erste gelbe Karte dann Bouhaddouz traf – für seine Aktion des Schubsens zwar korrekt, blöd nur das übersehen wurde wie sein Gegner ihm mit Anlauf das Knie in den Rücken rammte.
Und von den zwei-drei Elfmetern die wir hätten kriegen können rede ich ja noch nicht mal…
Unterm Strich stellte sich Würzburg als die unsympathische Tretertruppe heraus, die man einem Trainer Hollerbach ins Poesie-Album kleben würde. Kombiniert mit theatralischen Hingefalle, wenn es dann mal umgekehrt was auf die Socken gab.

Oh, wie schön es dann ist, dass ein hingefallener Würzburger (Königs, Sympathiespieler mit der 27) die eigene Abwehrreihe so verwirrte, dass daraus das Tor für uns fiel.
Und nein, da gab es keinerlei Grund das Spiel zu unterbrechen, weder für den Schiedsrichter (immerhin, mal etwas), noch für unsere Spieler. Bester Beleg dafür ist ja auch, dass Königs dann auch problemlos wieder aufstand, als der Ball in seine Nähe kam.
Volle Gönnung, Hollerbach, haste Dir verdient.

Stimmung?
Naja… zum Einen fehlte der akustische Gegner, da der Gästeblock leider trotz Rückenwind kaum wahrzunehmen war, zum Anderen brachte die sportliche Situation einige wohl eher zum Nägelkauen als zum Supporten. Dies änderte sich dann leider auch erst mit dem Führungstor.
Nicht sonderlich schön, aber verständlich.
Was hingegen zunehmend nervt: Die Unruhe bis hin zu leichtem Unmut beim Ballgeschiebe in der Abwehr. Sind denn wirklich so viele Personen auf den Rängen so ahnungslos, dass dies nicht zumindest schweigend hingenommen werden kann, wenn man schon den Mund nicht zur positiven Unterstützung aufbekommt?
Glaubt ernsthaft jemand, genervtes Aufstöhnen bei Rückpässen führt dazu, dass in der nächsten Sekunde ein Zauberpass mit anschließendem Fallrückzieher in den Winkel kreiert wird?
Fußball in der 2.Liga ist (insbesondere im Abstiegskampf, als Heimteam gegen ein Team mit “leicht” defensiver Grundordnung) Abnutzungskampf und eine Geduldsfrage.
Und die braucht es eben dann manches Mal auch auf den Rängen.

Saisonendspurt
Ich bemühe ja gerne jede Woche aufs Neue den Tabellenrechner.
Würzburg als Absteiger hält sich dort nun schon konstant ein paar Wochen, trotz aller Überraschungen – wobei Würzburg selbst als einziges Team ohne Sieg in der Rückrunde ja auch eben keine Überraschungen liefert.
Aktuell habe ich für uns mal ganz konservativ zwei Heimsiege und drei Auswärtsniederlagen angesetzt, was uns mit 38 Punkten am Ende sicher in den Hafen einlaufen lässt. Hinter uns landet auf dem Relegationsrang die Arminia, die mit einem Sieg in Dresden noch an den Würzburgern vorbeihumpelt.
Hierbei gehe ich natürlich davon aus, dass Würzburg am letzten Spieltag in Stuttgart verliert… sollte es für Stuttgart da schon um nichts mehr gehen – nun, dann könnte unsere Fahrt nach Bochum doch noch spannender verlaufen als aktuell geplant.
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn die aktuelle Hochrechnung aufgrund der Ergebnisse am Wochenende wieder komplett über den Haufen geschmissen wird.

Nun aber erst mal zur Fortuna.
Der 17. der Heimtabelle (drei Siege) trifft auf den 10. der Auswärtstabelle (vier Siege), oder auch der Rückrunden-16. trifft auf den Rückrunden-4.
Warum hab ich da eigentlich auf Niederlage getippt?
Na, ich kenne ja meinen Verein.
Und eben darum wird am Ende auch alles gut – nur eben nicht Nervenschonend, das wäre auch zu einfach. // Frodo

Links:
– Bilder Stefan Groenveld: “Trotz Stromausfall den Stecker nicht gezogen
(was für ein geiles Startbild…)
– MillernTon “Vor dem Spiel” // “Nach dem Spiel
– Athens South End Scum: “Matchday 29” (English)
– Magischer FC: “88 Minute Haare raufen, 5 Minuten Glückseligkeit
– BeebleBlox: “Fünf Minuten Zittern kriegt man immer
– KonBon: “Buchti setzt St.Pauli unter Strom
– Kleiner Tod: “Wenn sich Ostern wie Weihnachten anfühlt

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MT040 – HFC Falke

Wer hat denn da die Termine ausgesucht?
Über drei Spiele sprechen, die 0:0, 0:1 und 0:0 ausgingen? Rostige Nägel unters Augenlid reiben macht ähnlich viel Spaß.

Dementsprechend waren wir damit schnell durch und hatten noch Zeit über Tischkicker (WM demnächst auf Kampnagel) und Subbuteo zu sprechen, ehe es in der längeren zweiten Hälfte um den HFC Falke ging.
Vereinspräsidentin Tamara Dwenger war zu Gast und erzählte viele Hintergründe und allerlei wissenswertes, was mit so einer Vereinsgründung so einhergeht.

Viel Spaß!

Termin:
– Sonntag, 23.4., 14.00h, Feldarena: FCSP IV – HFC Falke

Links zur Sendung:
Überfall auf St.Pauli Fans (Spendendose im Fanladen)
Anmeldung Blindenfußball-Lehrgang
Tischkicker-WM auf Kampnagel
Kixx – Tischkickern in Hamburg
Subbuteo St.Pauli
How to Play – Subbuteo
HFC Falke
ÜS-Interview mit dem HFC Falke
Clapton Ultras brauchen Geld

AFM-Radio Portal
VdS/NdS-Folgen

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26.Spieltag (A) – FC Erzgebirge Aue

FC Erzgebirge Aue – FC St.Pauli 1:0 (1:0)
Tor: Nicky Adler (28.)
Zuschauer: 10.000 (1.800 St.Paulianer)

Abends, Familienunterhaltung, es läuft “Wer wird Millionär”.
Die 100.000€ Frage lautet:
Gegen welchen Verein hat der FC St.Pauli die wenigsten Pflichtspielsiege geholt, gerechnet ab 1947?
A: FC Bayern München (22 Spiele)
B: FC Erzgebirge Aue (13 Spiele)
C: hsv (26 Spiele)
D: Borussia Dortmund (24 Spiele)

Ihr könnt mich gerne anrufen, wenn Euch das passiert, denn die Antwort lautet:
B: Erzgebirge Aue.

Während bei den anderen Klubs neben je zwei Ligaspielsiegen noch jeweils ein Sieg in den 40ern dazu kommt, hat es gegen “Wismut” in 13 Duellen tatsächlich erst zwei Mal ein Team in Braun-Weiß zum Sieg geschafft. Neben dem allerersten Heimspiel 2008 (4:2, Tore durch Schultz, Takyi, Schnitzler und Rothenbach) gab es im Dezember 2013 noch einen 2:0 Auswärtserfolg durch Tore von Fin Bartels und Michael Gregoritsch.
Ansonsten: Pleiten, Pech und Pannen – unvergessen das Scheitern im DFB-Pokal 2008 oder auch die mehr als unnötige Niederlage im Hinspiel, als Marvin Ducksch in der Nachspielzeit einen Kopfball schlichtweg verweigerte.

Nun gut, hilft ja alles nichts.
Meine Groundhopper-App wies Aue nach wie vor als schwarzen Fleck in meiner 2.Liga-Liste auf (neben Würzburg), und wann ist der Ort schon besser zu erreichen als an einem Freitag? Seht Ihr…
Also konnte ich mich der Besatzung eines 9-Sitzers anschließen, gefüllt mit Aufsichtsräten und Handballerinnen, die sich bestens gelaunt um 11.00h auf den Weg machte.

Die großartigste Szene des ganzen Tages ereignete sich schon um 11.05 an der Holstenstraße.
Wo ist denn R.? Der sollte doch hier stehen?
*Anruf*
Wo bist Du? Du musst arbeiten? Wie lange denn noch?
Ach… Du kommst gar nicht mit?
Wie sich herausstellte, kommt R. sonst eigentlich immer mit und war daher einfach nur so eingeplant gewesen, obwohl er in keinem e-Mail Verteiler zu dieser Fahrt je auftauchte.
Umso löblicher, dass er sofort sagte, er würde natürlich für die anteiligen Fahrtkosten und die Eintrittskarte aufkommen.
Als sich Minuten später aufklärte, dass das alles nur ein Versehen war, kam uns die Idee noch circa zwanzig andere Personen anzurufen und ihnen anteilig die Fahrtkosten für ihr kurzfristiges Nicht-Erscheinen in Rechnung zu stellen. Mit knapp 30 Leuten in so einem 9-Sitzer fährt es sich dann fast umsonst und trotzdem sehr komfortabel, solange nur sieben dabei sind.

Warum ich das alles erzähle?
Weil sonst alles so traurig war.
Naja, vielleicht noch dies: Bei der Fahrt zum Stadion passierten wir diverse Polizeikontrollen, da die Zufahrtsstraßen zum Stadion früh abgesperrt wurden und wir dank eines Parkscheins trotzdem durchfahren durften.
Die Verkehrskelle ging immer früh raus, sobald wir den Parkschein zeigten kam “Alles klar” in lokaler Mundart, was wirklich schwer nachzumachen ist (vor allem schriftlich) und doch an jeder Kontrolle absolut identisch klang.
Wir beschlossen, dass dies wohl die lokale Parole wäre, um überall durchzukommen und hatten fest vor, dies auch unseren Stürmern noch zu stecken – irgendwie kamen wir aber dann davon ab.

War sonst noch was?
Ach ja, die Halbzeitpause und das Transpi der “Identitären”, die sich im Waldgebiet schräg hinter dem Gästeblock besonders clever zeigen wollten.
Immerhin machte sich die Polizei – wahrscheinlich vom Filmen und Beobachten des Gästeblocks inzwischen gelangweilt – auf und entfernte dieses Plakat ohne viel Aufwand – die anschließende Verfolgungsjagd im Wald verlief wohl erfolglos.

Apropos Erfolglos:
Dies war auch das Anstehen am Getränkestand. Selbst bei Optik Rathenow gab es damals einen höheren Organisationsgrad als hier. Gästefans scheint man in Aue nicht gewohnt… oder die trinken halt sonst nichts.
Müssen sie ja auch nicht, weil es ja diesen sagenumwobenen Nudeltopf gibt!

 

 

Das Stadion wird, so wie es im aktuellen Status ausschaut, eine dieser neuen Arenen werden, die innen wohl eher austauschbar sind. Als Auswärtsfan sehr schade, da man solche besonderen Grounds jetzt halt noch seltener wird besuchen können, für die Heimfans überwiegen sicher die Vorteile.

Und sonst?
Ja, Fußball.
St.Pauli auswärts.
Kennt Ihr.

Tragik ist wie Liebe – ohne Happy End
Nur eines ist wirklich sicher – das die Tragik St.Pauli kennt

Wird schon, hilft ja alles nichts.
Und immerhin geht es schon am Dienstag weiter und wenn Cenk “Eindasding” Sahin und “Du bist der Aziz vom Kiez” Bouhaddouz wieder dabei sind, wird uns auch der SV Sandhausen nicht aufhalten können.

Und falls doch… naja, dann müssen wir halt in Nürnberg gewinnen, irgendwas ist ja immer. // Frodo

Links:
– Magischer FC, Aufruf: An Deniz denken
– Bericht Magischer FC: “Die Playlist des Todes
– Bericht Athens South End Sum (English)
– Bericht KonBon: “Wenn das Wurstgulasch das Highlight ist

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Timbos Taktik Texte – Gegenpressing

Dieser Text entstammt dem ÜS#126 und wurde auch schon auf Tims Blog bei den Nice Guys veröffentlicht.

Wie funktioniert eigentlich Pressing?

Beim Pressing geht es darum, Druck auf den Gegner zu erzeugen um den Ball zu erobern. Generell werden 4 Arten des Pressing unterschieden: Abwehr-, Mittelfeld-, Angriff- und Gegenpressing. Zusätzlich gibt es auch noch false pressing, welches aber, wie der Name bereits sagt, kein wirkliches, sondern nur ein angetäuschtes pressen ist, um den Gegner zu verunsichern. Hierbei läuft ein Stürmer kurzfristig die Abwehrspieler an, allerdings ohne nachrückendes Spieler. False pressing wird häufig genutzt um das Spiel des Gegners auf eine Seite des Spielfelds zu lenken oder um der eigenen Mannschaft Zeit zum Sortieren zu verschaffen. Beim Abwehrpressing wird ebenfalls versucht den Ball auf eine Seite des Spielfelds zu verlagern. Dann wird weit hinter der Mittellinie eine Überzahl in Ballnähe erzeugt, welches bei guter Ausführung auch gute Aussichten auf einen Ballgewinn mit sich bringt.

Der Nachteil ist, dass bei ausbleibendem Ballgewinn aufgrund der Nähe zum eigenen Tor keinerlei Absicherung vorhanden ist. Erfolgreiche Beispiele sind sämtliche unter Jose Mourinho geleiteten Teams, die bei spielerischer Unterlegenheit ihr Heil in dieser Formation suchen. Ein furchtbar hässliches System. Beim Mittelfeldpressing ist eine Absicherung in Form der Abwehrspieler vorhanden. Hierbei werden die Gegenspieler um die Mittellinie herum attackiert und bei Ballgewinn geht es schnell nach vorne, ohne zu viel Risiko einzugehen. Diese Pressing-Art ist sehr fordernd für sämtliche Mannschaftsteile, da die Abstände zwischen den Ketten nicht zu groß werden dürfen. Es gibt mehrere Varianten, die sich vor allem in der Deckungsweise (mann- oder raumorientiert) unterscheiden. Richtig angewendet ist sie äußerst effektiv und verlangt immer eine Reaktion des Gegners.

So wurden z.B. neue Positionen erfunden: Zum einen der Achter, der sich vor und hinter der gegnerischen Mittelfeldkette bewegt. Zum anderen die falsche Neun, die sich aus der gegnerischen Abwehrkette löst, wenn sie freie Räume erkennt (Stichwort „Raumdeuter“). Da unterlegene Teams gegen Spitzenteams häufig eine Kombination aus Abwehr- und Mittelfeldpressing wählen, ist die falsche Neun inzwischen zum absoluten Schlüsselspieler einiger Top-Teams geworden (wie z.B. Messi, Müller, Ibrahimovic). Lionel Messi ist auch im Zusammenhang mit Angriffspressing zu nennen, welches der FC Barcelona praktiziert. Diese Art beinhaltet das direkte Anlaufen der gegnerischen Verteidiger bereits am gegnerischen Strafraum. Kurze Zuspiele werden zugestellt, lange Bälle durch Druck auf den Gegenspieler im Ballbesitz verhindert. Es geht nicht um den direkten Ballgewinn, sondern um das Erzwingen eines Fehlpasses. Eine Lehrstunde im Angriffspressing lieferte der FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel der Champions League 14/15 gegen den FC Bayern München. Hierzulande ist vor allem RB Leipzig zu nennen, wenn es um das körperlich megamäßig anstrengende Angriffspressing geht.

Die meisten Teams in Liga zwei spielen mit Mittelfeld– und Abwehrpressing (auch wir). Wird die Mittelfeldreihe überspielt, dann lässt sich die Mannschaft hinten reinfallen, verliert jedoch die Option auf vielversprechende Konter. Weiterhin sind Ballgewinne im Abwehrpressing auch immer eine Gefahr, da es sofort zum Gegenpressing im eigenen Drittel kommt.

Mittelfeldpressing im 4-2-3-1. Das Zentrum steht dicht, ein Ball auf die Außen wird ‘angeboten’. Sobald dies geschieht erfolgt das Verschieben der gesamten Mannschaft, die ballferne Seite wird aufgegeben. Bei erfolgreicher Anwendung bleibt nur der Pass nach hinten oder ein riskanter Diagonalball als Option für den ballführenden Spieler.

Das Gegenpressing ist im Grunde auch ein Angriffspressing, jedoch im Gegensatz dazu zeitlich begrenzt. Bei Ballverlust wird direkt wieder gepresst, um den Ball im letzten Drittel zu gewinnen. Wird der Ball gewonnen, ist der Gegner unsortiert, da eine Umstellung von Defensive auf Offensive stattfand. Auch hier gibt es verschiedene Arten der Umsetzung. Das passwegorientierte Gegenpressing wurde unter Pep Guardiola beim FC Barcelona erfolgreich praktiziert. Hierbei werden Passwege in für den Gegner ungünstige Räume bewusst offengelassen um dort zugreifen zu können. Das spielraumorientierte Gegenpressing, das Meistersystem der Dortmunder unter Klopp, ist eine Weiterentwicklung von Guardiolas System und erinnert an eine Treibjagd. Ziel ist es den ballführenden Gegenspieler zu isolieren indem Pass- und Laufwege zugestellt werden. Nach der Isolierung erfolgt der direkte Zugriff mehrerer Spieler, sodass sofort eine Überzahlsituation in Ballnähe entsteht. Beim zugriffsorietiertem Gegenpressing wird der Gegenspieler im Ballbesitz nur so bedrängt, dass er einen Pass spielen muss. Alle anderen Spieler werden in Manndeckung genommen, sodass direkt ein Zweikampf entsteht. Dieses System entwickelte der FC Bayern München als Reaktion auf die erfolgreiche Dortmunder Zeit und dadurch wird auch klar, warum in Arturo Vidal und Javi Martinez zweikampfstarke Spieler auf der Sechs eingesetzt werden.

Allen gemeinsam ist, dass für eine erfolgreiche Anwendung die Raumaufteilung bereits bei eigenem Ballbesitz passen muss. Es müssen sich bei Ballverlust möglichst viele Spieler in Ballnähe befinden. Gegenpressing erfordert eine enorme Laufbereitschaft und die Fähigkeit bei Ballverlust mental sofort umzuschalten. Der Frust der aus eigenem Ballverlust entsteht wird den Spielern teilweise durch psychologische Betreuung abgewöhnt. Ganz allgemein gilt die 5-Sekunden-Regel, die besagt, dass man sich nach fünf Sekunden ohne Ballgewinn in seine eigentliche Defensivformation zurückzieht. Natürlich wird Gegenpressing auch immer situativ angewendet, weshalb diese Regel zeitlich variabel sein kann und auch die verschiedenen Systeme verschmelzen häufig. Als Reaktion auf das Gegenpressing wuchs der Druck auf Innenverteidiger, saubere lange Bälle spielen zu können. Hieraus entstanden Pass-Monster wie Boateng und Hummels. Teilweise spielen Teams ausschließlich mit Gegenpressing. Es geht also nicht primär darum den Ball über Pass-Stafetten nach vorne zu bringen, stattdessen wird ein langer Ball gespielt und direkt das Gegenpressing eingeleitet. Das ist nicht schön anzusehen, aber einige Teams in Liga zwei spielen mit dieser Ausrichtung. Wirkliche Lösungen, um gegen solche Teams zu bestehen wurden noch nicht präsentiert, weshalb Darmstadt weiterhin in der 1.Liga spielt. Aus dem eigentlich defensiven Pressingkonzept ist also inzwischen eine offensive Philosophie erwachsen.

Passwegorientiertes Gegenpressing des FC Barcelona zu Pep’s Zeiten. Dem ballführenden Spieler werden mehrere Optionen vermeintlich angeboten, während andere im Deckungsschatten der angreifenden Spieler verschwinden.

Natürlich klingen die Konzepte des Gegenpressing vielversprechend. Man muss aber bedenken, dass ein Ballgewinn im Gegenpressing eher selten gelingt. Das liegt daran, dass die Konzepte nur funktionieren, wenn es der Gegner nicht schafft den Ball aus der Zone befördern, welches inzwischen die erste Handlung eines Spielers bei eigenem Ballgewinn sein sollte. Weiterhin müssen die entsprechenden Zweikämpfe auch gewonnen bzw. Pässe auch abgefangen werden. Bei dem Aufwand der betrieben wird, scheint Gegenpressing ne ziemliche Misswirtschaft zu sein. Allerdings besteht die Aussicht auf einen Ballgewinn im letzten Drittel gegen einen Gegner im defensiven Umschaltmoment bei eigener Überzahl. Eine Situation die fast zwingend zu einer Torchance führt. Es lohnt sich also. // timbo

Links:
Spielverlagerung.de
Abseits.at

 

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MT039 – Timo Schultz

An die vier Stunden sind wir dieses Mal nicht ganz rangekommen, u.a. sicher weil neben Justus (viel Spaß in der Elternzeit, geht vorher nochmal alle Tschüss sagen!) auch Wolf und Johnny kurzfristig ausfielen, aber eine sehr unterhaltsame Sendung dürfte es auch in den 3h09m wieder geworden sein.

Viel Hörenswertes insbesondere im zweiten Teil, über Schulles Karriere, Gelbe Karten, seine Arbeit mit der U17 und seine Sichtweisen auf Training im Allgemeinen und Jugendfußball im Besonderen.

Das war großer Spaß, vielen Dank!

Themen:

  • Rückblick: FCSP – Karlsruher SC
  • Rückblick: TSV 1860 München – FCSP
  • Rückblick: FCSP – 1.FC Union Berlin
  • Wir gratulieren der VIVA zu Ausgabe 250
    (Christoph liest aus alten VIVAs)
  • Timo Schultz über
    • seine Karriere
    • Gelbe Karten
    • die U17
    • und vieles weitere in Bezug auf Jugendfußball

Links zur Sendung:

AFM-Radio Portal
VdS/NdS-Folgen

Feed-Links zum Abonnieren:
MP3http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
MP4http://blog.uebersteiger.de/feed/mp4/
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(Bei iTunes freuen wir uns auch sehr über Eure Bewertung.)

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On Air:

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avatar Sebastian (Curi0us)
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24.Spieltag (H) – 1.FC Union Berlin

FC St.Pauli – 1.FC Union Berlin 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Sebastian Polter (19.), 0:2 Damir Kreilach (48.), 1:2 Aziz Bouhaddouz (83.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.500 Unioner)

Das war ja dann doch irgendwie klar. Viel zu gute Serie unsererseits, noch nie(!) hatte Union bei uns gewonnen – und im Textilvergehen letzte Woche kündigte man an, genau dies noch Jens Keller zu stecken, der statistische Serien scheiße findet und sie alle brechen will. Außerdem waren wir bei den Wettanbietern Favorit – was immerhin die gut mitzunehmende Quote von 3,0 für den Auswärtssieg brachte, bekanntlich eine Art Schadenersatz, wenn es schon keine Punkte gibt.

Nun gut, volle Hütte, gefühlt gab es rund ums Millerntor noch etwa 5.000 Personen mit “Ich suche…”-Pappschildern  (in dem Zusammenhang sei nochmal auf die Hinweise des Vereins zum Ticketverkauf hingewiesen), voller und lautstarker Gästeblock und am Anfang auch noch Pyro.
(Disclaimer: Ja, ist gefährlich, verboten und es wird eine Strafe geben, die der DFB am Saisonende für soziale Projekte spendet. Aktuell sind ja 5.000€-Wochen.)

FC St.Pauli – 1.FC Union Berlin, Südkurve

Und dann war es sportlich durchaus das, was man sich von einem Spitzenspiel (Rückrunden-Dritter gegen Rückrunden-Spitzenreiter) versprechen konnte, ein Spiel auf durchaus hohem Zweitliganiveau.
Am Anfang ein Übergewicht für uns mit ein zwei guten Möglichkeiten, anschließend die Gästeführung nach dem Motto “Wer solche Tore schießt, steigt auch auf“. Als der Ball aus dem Kopfballduell unkontrolliert wegspringt, entdeckt ihn Polter kurz vor Buballa wieder, will mit links volley abschließen, dabei fällt ihm der Ball aber aufs rechte Knie und trudelt ins Tor.
Ein Tor wie unsere Hinrunde.

Danach verdiente sich Union bis zur Pause die Führung aber absolut, hätte noch 2-3 Tore nachlegen können, scheiterte aber wiederholt an Philipp Heerwagen.

In Hälfte zwei dann ein Auftakt nach Maß, der eigentlich mit dem Ausgleich durch Jeremy Dudziak gekrönt werden muss, nachdem dieser dank gutem Körpereinsatz von Bouhaddouz frei vorm Tor steht – aber Dudziak ist eben leider kein Stürmer und scheitert an Mesenhöler. Und wie es dann so ist – zack, Gegenangriff, noch ein Treffer aus der Kategorie Kacktor, 0:2 durch Kreilach.

Waren wir in der Vergangenheit dann oft auseinander gebrochen, so spielte man jetzt einfach weiter und erzielte schließlich auch noch durch Bouhaddouz nach Vorarbeit von Sobota den Anschlußtreffer – und mit ein bisschen Glück erzielt Thy in der Nachspielzeit sogar noch den Ausgleich.

Hat nicht sollen sein – und ist unterm Strich vielleicht auch ergebnistechnisch okay.
Wenn man sich aber die 13 Punkte aus den vorherigen fünf Spielen mal auf 3-5 runterdampft, was nach der Hinrunde ja absolut normal gewesen wäre, dann würde ich das jetzt auch deutlich weniger entspannt sehen.

Gästefans im Heimbereich

Es war ja (auch hier) ein großer Aufreger, und nachdem gegen den KSC und Dresden es keinen Gästetorjubel gab, so war dieses Mal ja doch wieder damit zu rechnen und so gab der Verein erneut die Devise aus, dass auf einem Teil des Heimbereichs (dieses Mal: nur die Süd) ein absolutes Gästefarbenverbot besteht.

Bei beiden Toren eskalierte der Gästeblock und direkt daran anschließend ein paar Leute auf der Haupttribüne und in der Nord, aber soweit alles normal.

Und da neben mir zwei Sitzplätze frei waren, kam es dann auch so, dass sich dort zwei Suchende Freunde mit getrennten Plätzen zusammen hinsetzten, von denen einer Union-Fan ist. Und es lief dann eben auch so, wie es laufen soll. Er jubelte natürlich bei beiden Toren, aber eben nicht wie “wilde Sau”, sondern mit einem lauten “Ja!” und gereckter Faust, so dass man wahrscheinlich schon 1-2 Reihen hinter uns dies gar nicht mehr mitbekam.
Wir unterhielten uns über beide Teams, über unser Stadion und den für Union geplanten Umbau und am Ende wünschte man sich gegenseitig viele Siege bis zum Saisonende.
Geht also.
Und nein, dies ist aus meiner Sicht absolut kein Widerspruch zu meinem Text vom Stuttgart-Spiel, es kommt halt immer auf das individuelle Verhalten an.

Zum Support allgemein:
Gästeblock sah gut aus, viel mehr kann ich aus der Gegengerade im Block 2 nicht sagen, da akustisch aufgrund der Entfernung kaum was ankam.
Bei uns war es im Rahmen, für den absoluten Existenzkampf wäre es sicher zuwenig gewesen, aber die letzten Wochen haben da eben auch wieder etwas Druck herausgenommen und man ergab sich daher vielleicht etwas zu früh in die Niederlage.

Ausblick

Am kommenden Wochenende kommt also Hannover 96. Und wenn man das “schlechte Omen” von bisher keiner Heimniederlage gegen Union mal umkehrt, so sieht es da für uns deutlich besser aus, denn die Bilanz in unseren Heimspielen gegen 96 ist ziemlich Bescheiden, sechs Heimsiegen und fünf Unentschieden stehen neun Niederlagen gegenüber, selbst in Hannover haben wir mit sieben Auswärtssiegen eine bessere Bilanz.
Der letzte Heimsieg… nun der liegt doch schon deutlich zurück, denn im April 1994 erzielten Leonardo Manzi und Martin Driller die Tore zum 2:1, welches uns auf am 28.Spieltag auf Platz 2 beließ, wo es am Ende aber dann (u.a. aufgrund einer gegen den Wuppertaler SV) doch nicht zum Aufstieg reichen sollte.

Es ist also durchaus Zeit, hier mal ein neues Kapitel hinzuzufügen und Philipp Tschauner (viele Grüße) die ein oder andere Bude einzuschenken.

Davon ab: Danach geht es nach Aue… und bei entsprechenden Ergebnissen würden wir dort im Falle einer Niederlage schon wieder mit dem Rücken an der Wand stehen. Das kann ja auch keiner wollen.

Links:

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2x Champions League an zwei Tagen

Gastartikel von Ralph Gunesch

(Nachtrag: Das Erlebte in Audio mit Ralph gibt es auch bei MeinSportradio.de (ca. 20min))

Zwei CL-Spiele in zwei Tagen, da könnte man ja mal drüber schreiben.
Also versuchen wir das mal, wobei ich mich weniger auf das Sportliche stürzen werden. Viele/die Meisten von Euch werden genug Bilder, Analysen und Zusammenschnitte gesehen haben.

Los ging es am Dienstag Morgen Richtung London. Nach einem angenehmen Nachmittag (ich brauch Camden-Verbot!) ging es rüber ins Tollington. Ein an Spieltagen hoch frequentiertes Pub direkt am Emirates. Das große Schild am Eingang, dass keine Gästefans an Spieltagen erlaubt sind, hängt da auch nicht nur aus Spaß. An jedem Eingang stand Sicherheitspersonal und ohne Ticket fürs Spiel gab es auch keinen Zutritt ins Pub. Da ich aber ein Ticket hatte (für den Heimbereich) und neutral gekleidet war, wurde ich durchgewunken. Es war jetzt nicht das erste Mal in einem britischen Pub, aber es ist immer interessant und irgendwie dann auch genau so, wie man es aus Film und TV kennt.

Gästeblock, FC Arsenal – FC Bayern: “Without Fans Football is not worth a penny”

Dann machten wir uns eine gute Stunde vor Anpfiff auf dem Weg zum Stadion und trafen dann auf die “Protestgruppe” gegen Arsene Wenger. Drumherum und mittendrin jede Menge Journalisten und Kamerateams und da war mir klar, dass das natürlich in der Berichterstattung ein Thema werden wird. Geschätzt waren es ca 80-100 Protestierende. Das interessante an der Gruppe war, dass 2/3 davon bei der letzten Meisterschaft noch nicht über die Werbebande gucken konnte. Per se sagt das natürlich erstmal gar nichts aus, denn Mitbestimmung und Meinung ist keine Frage des Alters (Kleinkinder ausgenommen). Aber in der Bewertung einer Person wie Arsene Wenger und seiner Bedeutung für Mannschaft und Verein sollte man das vielleicht im größeren (zeitlichen) Kontext sehen und dann bin ich mir sicher, dass sich vieles relativiert. Die generelle Meinung wird sich wahrscheinlich nicht ändern und ich möchte hier auch kein Plädoyer Pro-Wenger halten, das soll bitte jeder für sich entscheiden. Aber die Rufe und Plakate (“bring back our Arsenal“, wo wir wieder bei der Altersfrage wären) hätten möglicherweise einen anderen Ton gehabt.

FC Arsenal – FC Bayern, Panorama View

So, nun aber ab ins Stadion und es war schon am Zuschauerzuspruch zu erkennen, dass irgendwie keiner dran glaubt. Viele leere Lücken auf den Tribünen, welche nach dem 1:2 und 1:3 dann deutlich größer wurden und kurz vor Schluß waren noch ca 50% der Leute da.

Zwischendurch in der Drangphase der 1. Halbzeit war es mal ansatzweise punktuell etwas lauter, ansonsten hörte man, vor allem in der 2. Halbzeit, nur die Bayern Fans.
Alles in allem ja eine sehr deutliche Geschichte und da ein großer Teil das Stadion schon frühzeitig verließ, war es auch nach Abpfiff kein Problem ohne Verzögerung in die Bahn Richtung Hotel zu kommen.

Am nächsten Mittag ging es dann weiter nach Barcelona. An dieser Stelle ein Lob an Norwegian. Mein erster Flug und ich war begeistert – könnte daran liegen, dass ich einen Sitzplan mit viel Beinfreiheit (1. Reihe) zugewiesen bekommen – oder am kostenlosen, wunderbar funktionierenden(!) Wifi während des Fluges. Wahrscheinlich eine Kombination aus beidem.

Im Hotel eingecheckt und direkt los das Ticket abholen. Hat Barcelona in den letzten Jahren sehr, sehr viel Geld in die Modernisierung ihrer U-Bahnen und der Stationen investiert? Das ist schon großes ÖPNV-Kino. Auch wenn ich da sicher kein Experte bin – irgendwoher muss mein Spitzname ja kommen.

Da ich ein Ticket für den Gästeblock hatte, schloss ich mich dem französisch sprechenden Teil der Fans an. Dann ging es auf einmal nicht mehr weiter. Aus einem 15m breiten Zugangsweg wurde trichterförmig eine erste Kontrolle mit 1-2 Personen gleichzeitig – folglich dauerte es. Dann ging es schleusenmäßig weiter und alle 100-150 Personen wurde gestoppt, bis die vordere Gruppe alle Kontrollen passiert hatte.
In diesem Zusammenhang muss ich feststellen, dass sich die PSG sehr, sehr diszipliniert und höflich verhielten. Ein paar Gesänge, ein bisschen gute Laune und hüpfen aber null Aggressivität. Davon war auch rund um das Stadion überhaupt nichts zu erkennen bzw. ich habe bei meinem Weg um das Stadion rum nichts bemerkt.
Die letzte Kontrolle war dann geprägt von viel Körperkontakt mit dem Sicherheitsbeamten, aber alles noch im Rahmen und harmlos, meinem Empfinden nach.

Barcelona CF – Paris St.Germain, Panorama View aus dem Gästeblock

Im Block dann angekommen (den Weg dahin gibts auf meiner Facebook-Seite 🙂 ) konnte ich “Gästeblock aus Google Earth Perspektive” auch von meiner Liste streichen. Ich war schon einige Male in dem Stadion, aber immer relativ weit unten und ich ich hab mich immer gefragt, wir es wohl da oben ist. Jetzt weiß ich es. Jeder der mal im Gästebereich bei Barca stand, wird wissen wovon ich rede. Für ein Fußballstadion schon ziemlich hoch. Von der Perspektive her (Höhe Mittellinie) aber ein ziemlich guter Platz. Mein eigentlicher Platz wäre direkt an der Plexiglasscheibe gewesen. Das wollte ich dann doch nicht, also zog ich ein paar Plätze nach außen und in eine der obersten Reihen.

Im Auswärtsblock herrschte Lockerheit, Vorfreude und das Gefühl des sicheren Weiterkommens. So ein 4:0 Hinspiel-Sieg ist ja schon mal ne gute Vorraussetzung.

Dass Barca von Anfang an Gas geben würde, war jetzt keine Überraschung. So kam es ja auch früh zum 1:0 Führungstreffer, der aber der Stimmung im Auswärtsblock keinen Abbruch tat. “Kribbelig” wurde es bzw. die Minen änderten sich schlagartig beim 3:0 und das Nou Camp wurde wirklich laut – also wirklich wirklich laut. Als Cavani das 1:3 erzielte wurde es schlagartig ruhig auf den Plätzen außerhalb des Gästeblocks. Selten Fans gesehen, die bei einem 1:3 Anschlusstreffer so durchdrehen (Ja, ich weiß. Hinspiel und Auswärtstore und so). Jetzt kommt auch mein spezieller Freund mit dem Verrati-Trikot ins Spiel. Bis zum 1:3 eigentlich nicht existent bestand seine Aufgabe in den nächsten Minuten darin, vor der Trennscheibe mit den Barca-Fans zu stehen. Winken, auslachen, Snapchat höhnisch befüttern, provozieren, beschimpfen. Alles in Perfektion – Respekt an die Barca-Fans die ihn zwar registrierten, sich aber zu nichts hinreißen ließen. Nach einigen Minuten wurde es einem Ober-Ordner (die beiden um ihn rum hatten schon aufgegeben) zu bunt und er machte eine ziemlich deutliche Ansage.

Dann fiel das 4:1 und unser Freund stand auf, drehte sich wieder Richtung Barca-Fans und applaudierte um gleichzeitig immer wieder aufzuzeigen “Ja ist toll, aber ihr braucht noch 2 Tore“. Er hätte Farsi sprechen können und dennoch hätte jeder gewusst, was er sagen will.

Es kam wie es kommen musste. Das Stadion glaubte wieder an seine Spieler und dann kamen die Minuten, die ich noch nie so erlebt habe. Sportlich und auch drumherum.
Elfmeter wurde gepfiffen. Hinter mir stand eine deutsche Familie. Der Vater sagte nur “wenn der reingeht, fliegen wir raus“. Tor, 5:1 und wenn es nach dem 3:0 laut war, war es jetzt sehr laut. Außer in meinem Block.

Wir wissen alle, was dann passiert ist.
Das 6. Tor – und wenn es eben sehr laut war, war es jetzt sehr, sehr unfassbar laut. Wobei “laut” eigentlich das falsche Wort ist. Solch eine Eskalation und Ekstase habe ich in einem
Stadion noch nie erlebt. Mir fällt mir in Ansätzen nur der CL-Siegtreffer von Robben gegen den BVB ein, als ich Menschen übereinander hab herfallen sehen, völlig ohne Kontrolle.
Ich hatte ja einen guten Blick von oben auf den Heimblock. Keiner wusste wohin mit sich, seinen Gefühlen und seinen Emotionen. Es war eine wilde Menschenmenge, Klamotten flogen und alle taten unkontrollierte Dinge.

JA, DAS ist für mich Eskalation und Ekstase ohne bewusstseinserweiternde Mittel. Wir können alle drüber diskutieren, streiten und beschreiben, nachempfinden werden wir es nie können, da in solchen Momenten wahrscheinlich Dinge im Körper passieren, die sich nicht ohne solch eine Dramaturgie erzeugen lassen. Es fällt mir wirklich schwer, das richtig zu beschreiben weil einfach alles in diesen Momenten seinen absoluten Höhepunkt erreicht hat. Es gibt keine Superlative, die diesen Eindrücken von gestern Abend gerecht werden.

Aber da war ja noch unser Freund. Gefühlt stand der komplette angrenzende Block auf ein Mal an der Trennscheibe und er bekam jetzt alles, wirklich alles, zurück. Und dann muss ich sagen, reagierte er mega cool: Er stand auf, verbeugte sich, entschuldigte sich, applaudierte, entschuldigte sich wieder und ging zur Trennscheibe um mit einem Barca-Fan abzuklatschen. Das war ziemlich groß von ihm. Und nahm der ganzen Sache auch das Feuer. Während rechts von mir einfach nur Euphorie und auch Ungläubigkeit herrschte, war die Reaktion der PSG-Fans auch spannend zu sehen.

Keine Wut, kein Ärger. Nur fassungslose Resignation. Dieser Abend war so unglaublich, dass auch die unterlegenen Fans einfach nur ungläubig auf ihren Plätzen sitzen blieben. Es wurde kaum gesprochen. Aber es war keine Trauer wie nach einem verlorenen Finale – ich glaube, sie wussten noch gar nicht wirklich was da eben passiert ist. Ja, man ist raus. Aber wieso? Warum? Wie konnte das passieren? Da war kein Platz für weiter Gefühle außer “WTF?”.

Wir mussten ca 30 Minuten warten bis wir langsam den Block verlassen durften. Im Umlauf wurde dann langsam angefangen, das Spiel zu analysieren. Mein Schulfranzösisch reicht noch aus um ein bisschen was zu verstehen. Viel Kopfschütteln, weiterhin viel Ungläubigkeit aber nicht mehr und auch nicht weniger.

Als Letzte dann raus aus dem Stadion und wie ich dann leider feststellen musste, fuhr keine Bahn mehr Richtung Flughafen, also mit dem Taxi ins Hotel.

Beim kleinen Mitternachtssnack war ich immer noch sehr perplex ob der ganzen Eindrücke. Ich war eigentlich relativ neutral bei dem Spiel. Aber wenn man als Fußball-Fan sowas miterlebt, sind das sehr intensive Eindrücke, egal welche Vereinsfarben man trägt. Zum Einen freute ich mich, diese Emotionen (das Wort ist eigentlich viel zu schwach um das zu beschreiben) der Barca-Fans zu sehen. Zum Anderen reicht ein Blick nach links um zu denken “Wow Leute, ich will nicht wissen wie ihr euch fühlt.”

Bitte fangt keine “es ist nur Fußball”-Diskussion an. In dem Kosmos “Barca – PSG, CL-Rückspiel” ist jede dieser Reaktionen nachvollziehbar und verständlich.

Alles in allem zwei sehr spannende und aufregende Tage. Gerade dieses Erlebnis in Barcelona war absolut einzigartig und ich glaube, in vielen Jahren wird man von einem historischen Abend sprechen.
Das sind Spiele für die Vereinschroniken. // Ralph Gunesch

P.S. (mit einem Tag Abstand):
Ich würde mich eher als pragmatisch-sachlichen Menschen beschreiben. Dennoch versuche ich das Erlebte auch etwas einzuordnen. Ich suche keine neuen Superlativen, keins würde dem gerecht werden.

Und sowieso werden die Protagonisten Barcelonas auf Grund der letzten Jahre ihren festen Platz in der Vereinschronik haben neben Namen wie Cruyff, Zubizarreta, Segarra und Co. Aber dieses eine Spiel? Von diesem einen Spiel werden all die aktuellen und zukünftigen Eltern ihren Kindern und Enkeln erzählen. Jeder Barca-Fan, der in den nächsten 50 Jahren geboren wird lernt zu allererst das Wort „Messi“ und bekommt dann den Spielverlauf und das Ergebnis des 8.3.2017 beigebracht – noch bevor es die Zahl 2017 überhaupt einordnen kann.

In 50 Jahren wird jede/r 20jährige Barca-Fan cooler als die anderen sein, wenn er/sie jmd kennt, der an diesem Abend persönlich im Stadion war. Man wird zusammensitzen und nach dem 3. Bier in 30 Jahren war „sowieso klar, dass wir das schaffen“ um sich dann lachend einzugestehen, dass es das Verrückteste war, was man je im Stadion erlebt hat. Ja, es wurde Vereins- wenn nicht sogar Sportgeschichte geschrieben. Sie haben dafür (noch) keinen Pokal bekommen – aber das war größer als jeder eiskalt gewonnene Pokal mit 2:0 Hin- und 3:1 Rückspiel-Sieg.

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Taktik-Vorschau: FC St.Pauli – 1.FC Union Berlin

Als St.Pauli-Fan erfüllt man in der Regel das gängige Klischee, dass einem Fußball weniger wichtig als vieles am Drumherum ist und “Fußballtaktik” ist da auch nicht bei jedem zwingend eine Stärke. Da Spielverlagerung den Blick nun auch nicht jede Woche auf alle Spiele der 2.Liga wirft, könnte dies auf Sicht natürlich auch so bleiben.
Immerhin beim 1.FC Union gibt es aber einen Blog, der sich explizit mit der Taktik dort beschäftigt, nämlich Eiserne Ketten.
Wer die letzten ÜBERSTEIGER-Hefte gelesen, den MillernTon gehört hat oder auch hier im Blog regelmäßig liest, weiß, dass sich auch in der ÜS-Redaktion mit Tim inzwischen jemand tummelt, der sich ebenfalls ausführlicher mit Taktik beschäftigt.
Und so sprachen Daniel (Eiserne Ketten) und Tim (ÜS) vor dem Spiel miteinander und schrieben diesen Artikel für den Eiserne Ketten-Blog als Vorschau auf das Spiel am Freitag, welchen wir dankenswerterweise ebenfalls hier veröffentlichen dürfen.
Viel Spaß!

Was passiert bei St.Pauli?

* Gab es eine entscheidende Änderung im Vergleich zur Phase mit vielen Niederlagen, oder hat sich tatsächlich neben dem Festhalten an Trainer Lienen auch inhaltliche Kontinuität bezahlt gemacht?

Natürlich spielt die personelle Kontinuität eine Rolle. Ewald Lienen hat in der Saison 14/15 bereits bewiesen, dass er eine Mannschaft erfolgreich durch den Abstiegskampf führen kann.

Vielmehr war man sich einig, dass das Personal auf dem Spielfeld erweitert werden muss. Die Neuzugänge Möller Daehli und Flum funktionieren sofort, weil sie in einem gestandenen Team das fehlende Teil eines Zahnrads sind. Und so abgedroschen es klingt, aber entscheidend ist in diesem Fall sicherlich die mentale Komponente. Wenn man sich das letzte Spiel gegen 1860 München ansieht, dann ist der Unterschied darin, wie mit einem Rückstand umgegangen wurde, im Vergleich zur Hinrunde schon enorm.

Die entscheidenden Änderungen der Formation wurden bereits zum Ende der Hinrunde vorgenommen, indem man von einem 442, über ein 4141 auf ein 4231 umgestellt hat, nur stimmten da die Ergebnisse noch nicht. Das System mit zwei Stürmern entpuppte sich als anfällig in der Rückverteidigung und im Aufbauspiel als zu komplex.

Zusätzlich hat sich die oft zitierte Verletztenliste bereits in der Winter-Vorbereitung quasi in Luft aufgelöst.

 * Das Angriffsspiel des FCSP war (in den Momenten, in denen es gefährlich wurde) zuletzt recht flügellastig. Wie stark ist dabei die Flügel-Verteidigung?

Korrekt, die offensiven Flügel sind momentan unser größter Trumpf im Offensivspiel. Und die Frage bezüglich der Flügel-Verteidigung ist absolut angebracht, da hier definitiv die Schwachstelle unseres aktuellen Systems ist.

Die Doppel-Sechs spielt stark zentrumsorientiert, welches nach Ballverlusten zu einem Ungleichgewicht auf den Flügeln führen kann, wenn sich nicht mindestens ein Flügelspieler rechtzeitig hinter den Ball bewegen kann und gegebenenfalls noch einer der Sechser (meist Buchtmann) offensiv eingerückt ist.

Daher ist es auch häufig so, dass Sobota seine Rolle wesentlich defensiver interpretiert, wenn Cenk Sahin Druck auf der anderen Seite macht. Sahin wurde in der Hinrunde nur phasenweise eingesetzt, weil seine Rückverteidigung mangelhaft war, hat im Vergleich zur Hinrunde jedoch enorme Fortschritte gemacht.

Mit Gegenpressingsituationen hat St.Pauli auch im Hinspiel schon Erfahrungen gemacht – hier erzielt Phillip Hosiner das 1-0. Vielen Dank an Stefanie Fiebrig für das Photo

 

 

 

 

Das Risiko der zu großen Abstände in der Rückverteidigung ist definitiv vorhanden und lässt sich mit der momentanen Formation und Philosophie nicht verhindern. Auf der anderen Seite muss man das Offensivspiel des FCSP auch erst einmal verteidigt bekommen.

 

* Wie pressingresistent ist St.Paulis Aufbauspiel?

Sehr. Zumindest in der Rückrunde.

Die fehlende Pressingresistenz wurde im Laufe der Hinrunde als eine der Schwachstellen erkannt, daher wurde ein geordneter Aufbau weitgehend abgeschafft. Das Team versucht nun stattdessen häufig die Pressingzonen des Gegners zu umgehen und setzt dabei vermehrt auf ein strikt vertikales Spiel über die Flügel. Das bedeutet zwar viele Ballverluste, jedoch nicht im eigenem Drittel, sondern viel weiter vorne.  Hier wird dann wiederum auf zweite Bälle/Gegenpressing gespielt, was die hohe Quote an Ballverlusten legitimiert. Schwierigkeiten stellen sich meist nur ein, wenn der St.Pauli nach Ballgewinn im Zentrum Gegenpressing ausgesetzt ist.

 

Aufstellungen

Mögliche Aufstellungen zu Beginn:


Union muss Busk, Pedersen und Puncec ersetzen, St.Pauli kann wohl mit derselben Mannschaft wie in München antreten.

Was macht Union?

* Wie läuft es bei Union in der Rückrunde? Und warum?

Wie ‘der Berliner’ sagen würde: Kannste nich’ meckern.

Ohne dem widersprechen zu wollen: Während die Ergebnisse fast perfekt sind waren die Leistungen zwar auch sehr gut, aber nicht durchgehend ganz so herausragend. Die Siege gegen 1860 und vor allem Bielefeld waren in der Tat sehr deutlich und fielen im Ergebnis eher noch zu niedrig aus. Die Partie gegen Würzburg wurde zuletzt sehr souverän und vor allem auf Grund der 50-minütigen Unterzahl beeindruckend gewonnen.

Auch mit dem einzigen Punktverlust beim umkämpften Unentschieden in einem von den Defensivstrategien geprägtem Spiel in Dresden konnte man ziemlich gut leben.

Dagegen stotterte in Karlsruhe und gegen Bochum die offensive Produktion doch erheblich und profitierte man von einem günstigen Spielverlauf beziehungsweise wortwörtlich Ausrutschern des Gegners. Dass beide Spiele gewonnen wurden hatte so einerseits etwas mit ein wenig Glück, andererseits dem Selbstvertrauen einer Mannschaft zu tun, die eine sehr gute Saison spielt.

 

* In welcher Formation wird Union am Millerntor antreten (Raute oder 4-3-3) und warum?

Die Raute wurde zwar in der Hinrunde als zweites Standardsystem etabliert, wurde in der Rückrunde bis jetzt aber nur sehr gezielt in einigen Momenten des Spiels gegen ’60 München eingesetzt. Es wäre also überraschend, wenn Union nicht wieder in einer Variante des 433 auflaufen würde.

Zumindest in der eigenen Defensivordnung und dem offensiven Umschaltspiel wird man die doppelte Flügelbesetzung nicht aufgeben wollen, um St.Paulis Qualitäten nicht zu verstärken und seinerseits Räume neben den Sechsern der Mannschaft von Ewald Lienen angreifen zu können. Dabei ist vor allem mit Steven Skrzybski zu rechnen, der sich im Moment in blendender Form befindet. Skrzybski kann zwar auch durch das Zentrum kommen (er spielt in der Raute auf der 10), und profitiert davon, nah genug an Sebastian Polter zu spielen, um vom Rückkehrer aus dem außereuropäischem Ausland mit Ablagen eingesetzt zu werden. Doch auch dabei startet er in der Regel auf dem rechten Flügel und rückt von dort in die Halbräume oder das Zentrum ein.

Da Möller Daehli seine Position im 4-2-3-1 von St.Pauli eher als die eines zweiten Stürmers interpretiert und gern auf die Außen ausweicht, sollte außerdem das Dreiermittelfeld aus Fürstner, Kreilach und Kroos – Daube war hier erster Ersatz, fehlt aber noch verletzt – ausreichen, um das Zentrum zumindest numerisch zu dominieren.

Allerdings rücken die Außen bei St. Pauli gern in die Halbräume ein und müssen dort entweder übernommen oder verfolgt werden. Auch dabei, auf solche Situationen flexibel zu reagieren, könnte die doppelte Flügelbesetzung helfen.

Alles in allem ist also mit einem 4-3-3 zu rechnen, in dem zuletzt aber changierte, ob das Trio im Zentrum eher als Doppelsechs/Zehn oder als Sechs/Doppelacht angeordnet war. Welche dieser Varianten zum Einsatz kommt wird auch davon abhängen, wie hoch und aggressiv sich Jens Keller das Pressing seiner Mannschaft vorstellt.

 

* St.Pauli glänzte bei den letzten Heimspielen mit partiellem Angriffspressing und einem tiefen, auf das Zentrum fokussiertem Mittelfeldpressing. Ist das auch gegen Union eine gute Wahl?

Die Variabilität in Unions Spiel macht diese Frage schwer zu beantworten. In etwa entspricht diese Ausrichtung (vor allem der Aspekt des Zentrumsfokus im Mittelfeld) der von Würzburg, die defensiv tatsächlich ordentlich funktionierte. Bernd Hollerbach wollte mit einer Mittelfeldraute das Zentrum verdichten und Unions Mittelfeld in Unterzahlsituationen zwingen.

Auch mit aggressivem Angriffspressing hatte Union, das gegen St.Pauli in der Innenverteidigung auf den recht sicheren Aufbauspieler Puncec verzichten muss, in dieser Saison einige Male Probleme (siehe etwa Dresden). Mit Sebastian Polter steht allerdings auch eine effektive Option zur Verfügung, solche Situation direkt zu umgehen.

Allerdings kam Union trotz einer suboptimalen Leistung auch gegen Würzburg zu einigen Chancen und deutete darüber hinaus noch größere Effizienz über die Außen an. Auch wenn der im bisherigen Saisonverlauf überragende Linksverteidiger Kristian Pedersen in Hamburg noch fehlen und von Michael Parensen sehr kompetent, aber etwas vorsichtiger, ersetzt wird, ist es eine gefährliche Entscheidung, Unions Offensive auf den Flügeln Räume anzubieten. // Artikel von Daniel, Eiserne Ketten & timbo (ÜS)

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22.Spieltag (H) – Karlsruher SC

Sollte man demnächst mal praktisches Anschauungsmaterial für die Verwendung von „sich befreit fühlen“ suchen, so wäre Videomaterial vom Montagabend aus dem Millerntor hierfür sicher geeignet, zumindest wenn man es mit Team Braun-Weiß hielt.
Von Anfang an eine breite Brust, die spätestens mit dem Führungstreffer auch alle Ketten sprengte und den Karlsruhern nonverbal zu verstehen gab, dass hier heute Abend nichts zu holen sein würde.

Es begann alles noch mit einer leichten Nervosität beim ÜBERSTEIGER-Verkauf, ob denn das angetackerte Konfetti vielleicht schon bei Hells Bells geworfen werden sollte, falls es danach nichts mehr zum Jubeln geben sollte.
Mein Standardsatz beim Verkauf war jedoch ein optimistisch serviceorientiertes:
Hier, mit Konfetti in der Tüte. Bitte zum geeigneten Zeitpunkt ekstatisch in die Luft schleudern. Vorher öffnen!
Letzteres haben offensichtlich nicht alle mitbekommen, wir brauchen nächstes Mal also doch eine Gebrauchsanweisung (Symbolvideo).

Vielfach wurde auch gefragt, ob denn da Gras drin sei… nun, verkaufsfördernd wäre dies wohl, den seit Jahren feststehenden Preis von 1,60€ könnte die Redaktion aber wohl dann nur schwer halten.
Immerhin einmal fragte mich auch jemand, was er mit dem Kondom denn machen solle. Festgetackerte Kondome, eine Marktlücke.
Nach dem Spiel lief der Verkauf übrigens auch noch mal deutlich besser, Siege ziehen Euch also offensichtlich das Geld leichter aus der Tasche.
Geänderter Verkaufsspruch:
Hier, mit Konfetti. Kannste auf dem Heimweg nochmal so richtig eskalieren!

Zurück zum Sport:
In der Anfangsphase war der KSC noch ebenbürtig, doch während wir in der Hinrunde viele „50/50-Zweikämpfe“ (Zitat Mirko Slomka) noch verloren, so waren diese an diesem Abend meist zu unseren Gunsten beendet worden. Oder die KSC-Defensive offenbarte schlicht falsche Laufwege oder generell falsche Entscheidungen, so auch beim 1:0.

Aus dem Block 1 & 2 gab es übrigens viele komische Blicke in Richtung Mats Møller Dæhli ob dessen Jubel, denn schließlich hatte doch Cenk Sahin das Tor erzielt.
Dachten viele, so auch ich.
Den vom Innenpfosten zurückspringenden Ball hatten die meisten schon drin gesehen – und in besagter Hinrunde wäre er wahrscheinlich einfach irgendwohin gesprungen, aber sicher weder ins Tor noch zu einem unserer Spieler… oder der hätte dann im Abseits gestanden und sich beim Torabschluss noch dazu schwer verletzt.

Aber diese Zeiten sind vorbei, es läuft neuerdings bei uns.
Ja, da war noch die ein oder andere Karlsruher Chance, doch irgendwie hatte man an diesem Abend das Gefühl, die Mannschaft hätte komplett Felix Felicis getrunken (Ja, googelt das notfalls), da konnte einfach nichts mehr schief gehen.
Und im Zweifel war dann eben dort immer noch Philipp Heerwagen. Wir hatten es im MillernTon ja schon mehrfach thematisiert, inzwischen sehen es wohl auch die Medien so: Wenn nichts außergewöhnliches mehr passiert, spielt er bis zum Saisonende durch. So leid es mir für Robin Himmelmann tut. Und ich hoffe, dass er das dann irgendwie runterschluckt, zur neuen Saison steht er dann wohl auch wieder im Kasten.

Die zweite Hälfte war dann pure Magie, wie man sie aus den letzten Jahren meist nur am letzten Heimspieltag kannte, wenn es oft um nichts mehr ging und die Mannschaft losgelöst von Ergebnisdenken wilde Sau spielen konnte und die Gegner das mangels Eigeninteresse zuließen.
Das zweite Tor war für mich schon die Entscheidung, wenn dann natürlich direkt hinterher die Treffer drei und vier fallen dann bricht natürlich alles auseinander. Beim KSC war dies die (ernsthafte) Gegenwehr, bei uns der unbedingte Wille weiterzumachen. Er wich dem eingangs erwähnten Gefühl von Befreiung.

Schon nach dem 3:0 gab es zaghafte „Nur noch fünf!“-Rufe aus dem Block 1, spätestens nach dem 5:0 waren die „Nur noch drei!“-Rufe dann wohl auch flächendeckend zu hören, zumindest wurden Rettig und Lienen in den Interviews nach dem Spiel drauf angesprochen. In Zeiten, wo man dem Support generell oft mangelnde Spielbezogenheit vorwirft, erfreut man sich ja auch an solchen Kleinigkeiten, auch wenn dies nun sicher kein Kandidat für den Pulitzer-Preis ist. Machte trotzdem Spaß.

Der Rest war ein großes Fest, immer wieder ungläubige Blicke auf die Anzeigentafel. Smartphones machten Fotos eben jener und riefen schon während des Spiels deutlich häufiger als sonst die Blitztabelle auf.

Und einen Punkt- und Torgleichen Verein in so einem Spiel eben nicht nur um drei Punkte sondern auch um zehn Tore zu distanzieren… ja, kann man mal machen.

Nach dem Spiel wurden die Karlsruher Spieler dann am Gästeblock mit Schimpf, Schande und Bierbechern empfangen – und zwar so, dass auch unsere Spieler dies durchaus mitbekamen, ebenso wie der Rest des Stadions.
Während dies bei unseren Jungs wohl den ein oder anderen „Aha“-Effekt hatte, reagierte das Millerntor ganz wunderbar und applaudierte den KSC-Spielern zunächst, rief deren Vereinsnamen und zeigte mit einem „Ihr seid besser, als der hsv!“ dann auch noch den Humor, der einem im Fall des Sieges sicher auch einfach leichter von der Hand geht.
Ich hab keinerlei Stellungnahmen von Karlsruher Spielern zu der Thematik gefunden, aber im Zweifel würden die wohl zukünftig bei einem finanziell ähnlichen Angebot beider Vereine lieber zu uns kommen.
Vermute ich zumindest.

Die vielbeschriebenen zehn Punkte aus diesen vier Spielen haben uns also in so früh nicht zu erhoffende Sphären der Tabelle gespült, es sind nun sogar schon zwei Punkte Puffer zum Relegationsplatz. (Und man stelle sich vor, wir hätten in Bielefeld in den letzten zwanzig Minuten weiter Fußball gespielt… naja.)

Man kann nun also am Samstag nach München fahren und muss zumindest nicht auf Teufel-komm-raus stürmen, sondern kann die heimstarken Löwen erst mal machen lassen und im besten Falle auskontern. Und wenn da am Ende ein Punkt bei runterfällt, dann geht das Leben immer noch weiter.

Trotzdem ist das ganze natürlich auch trügerisch: Nach dem Spiel im Stadion des FC Bayern kommen mit Union und Hannover zwei Topteams der Liga, danach geht es nach Aue.
Wenn sich das Schicksal wieder dreht und wir vier Mal verlieren sollten – nun, dann geht der Hintern aber wieder komplett auf Grundeis.

Aber: So wird es ja nicht kommen. Alles wird gut. // Frodo

Links:
Bilder und Bericht: Stefan Groenveld, “Land in Sicht
Bilder und Bericht Zaphod Beebleblox: “Willkommen im Sahin-Express
Bilder und Bericht: FCSP South End Scum (English)
Bilder und Bericht: FCUM A.D. (English)
Bericht Nice Guys: “Senf dazu #33
Bericht KonBon “Noch 20 Punkte…

 

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