Kürzlich gab es auf Twitter (und sicher auch woanders) die ein oder andere kritische Stimme bezüglich der ARD-Sportschau, weil diese an den letzten Spieltagen zum dramaturgischen Kniff greift, die Spiele zu einer Konferenzschaltung zusammenzuschneiden. (Und nur nebenbei: Sport1 macht dies bei Hattrick für die 2.Liga auch so.)
Ich habe jetzt mehrere Tage weinend unter dem Küchentisch verbracht, weil diese Geschichte bei mir längst verschlossen geglaubte Wunden meiner Kindheit wieder aufgerissen hat. In der festen Überzeugung, dass der Mitteilungsdrang vieler Internetschreiber ja in erster Linie den Psychiater ersetzt, möchte auch ich die jetzt folgenden Zeilen als Therapie verstanden wissen. Etwas, dass ich vielleicht viel früher hätte machen sollen.
Wir schreiben das Jahr 1986, die Saison nähert sich dem Ende. Ich bin zehn Jahre alt und spiele (mäßig erfolgreich) seit meinem sechsten Geburtstag in den Jugendmannschaften des SV Werder Bremen. Als aktives Vereinsmitglied haben Kinder und Jugendliche unter 18 zu dieser Zeit noch freien Eintritt in der (nicht überdachten und nur mit Stehplätzen ausgestatteten) Ostkurve. Ich bin alle zwei Wochen da, erfreu mich am Offensivfußball der Rehhagel-Ära mit Spielern wie Rudi Völler, Norbert Meier und Manni Burgsmüller, später noch Wynton Rufer, aber auch an Defensiv-Künstlern wie Thomas Schaaf und Mirko Votava oder (später) Rune Bratseth und Dieter Burdenski im Tor.
Große Aufregung im Hause gibt es vor dem 33.Spieltag. Der FC Bayern ist zu Gast, Werder kann mit einem Heimsieg die erste Meisterschaft seit 1965 eintüten, gleichzeitig also die erste Meisterschaft meines Lebens.
Der relativ neue Fernsehsender Sat1 holt sich ab und an ein Live-Spiel ins Haus, für die gut eine Million Haushalte die den Sender derzeit empfangen können. Unser gehört nicht dazu, und da das Spiel an einem Dienstag Abend stattfindet, ich aber mit zehn Jahren auch nicht um 20.00h ins Stadion darf, bleibt mir nur die Radioübertragung, während gleichzeitig auf dem Domshof so eine Art PublicViewing veranstaltet wird, welches damals noch “Übertragung des Spiels auf einem Riesen-Fernseher auf dem Domshof” heisst. Meine Eltern waren da sehr strikt, mit zehn Jahren ist man um die Uhrzeit weder im Stadion noch auf dem Domshof. “Sei froh, dass Du bis zum Ende Radio hören darfst!”
Die Vorfreude war riesig, schließlich sollte auch mein Idol Rudi Völler endlich wieder fit sein, nachdem er im Hinspiel durch ein brutales Fouls von Klaus Augenthaler für Monate außer Gefecht gesetzt worden war (hier bei 2:00).
Das Spiel war spannend, aber es fielen keine Tore. Eine knappe Viertelstunde vor Schluß wurde dann endlich Rudi Völler für Norbert Meier eingewechselt, mein Herz schlug schneller. Ich hippelte vor dem Radio auf und ab, die Schreibtischlampe gab meinem Zimmer einen Hauch von schummriger Flutlichbeleuchtung.
Und dann: Die 88.Minute. Ruuuuudi im Zweikampf mit Sören Lerby an der Strafraumkante, ein tausendfaches “HAND!” gellt durchs Stadion und meine Radiolautsprecher, Völler reißt die Arme hoch, bleibt stehen, dreht sich zum Schiedsrichter… gefühlte Minuten verstreichen… und dann zeigt Schiedsrichter Volker Roth auf den Punkt! ELFMETER! (hier ab 1:50, und hier dann die Fortsetzung)
Ein zehnjähriger in seinem Zimmer kurz vorm Kollabieren. Allerdings auf der anderen Seite auch völlig cool, denn schließlich hatte Werder Michael Kutzop! Und der hat in seiner Karriere insgesamt vierzig Elfmeter geschossen… und nur einen verschossen. Und Ihr wisst es natürlich: Es war dieser eine, jetzt. 89.Minute im Weserstadion. Den eben noch reinmachen und Werder ist Meister! Erstmals in meinem Leben, nachdem es in den Jahren zuvor schon zwei Vize-Meisterschaften gegeben hatte, u.a. eine aufgrund der schlechtern Tordifferenz gegenüber einem Verein aus Hamburg.
Das stumpfe *PLONK* als der Ball am rechten Pfosten zerschellt, während Jean-Marie Pfaff bereits in der anderen Ecke liegt, verfolgt mich die gesamte Nacht im Schlaf.
Aber gut, noch ist nichts passiert, oder anders: Noch ist alles drin. Werder hat zwei Punkte Vorsprung (noch vor der Einführung der Drei-Punkte-Wertung) und das schlechtere Torverhältnis, spielt am letzten Spieltag beim VfB Stuttgart, welchen man im Heimspiel 6:0 aus dem Weserstadion gejagt hatte. Bayern empängt den Tabellenvierten, Borussia Mönchengladbach.
Und eine weitere Meldung elektrisiert mich: Die ARD-Sportschau kündigt an, erstmals in der Geschichte die entscheidenden Spiele zu einer Konferenz zusammenzuschneiden. Sowas gab es ja noch nie! Welch grandiose Idee! Wie cool!
Okay, eine Entscheidung musste her: Radio Bremen 1, die von mir abgöttisch geliebte Samstags-Radio-Konferenz, wie bei jedem Auswärtsspiel? Mit dem legendären Helmut Poppen, den ich Jahre später im Rahmen eines Schulpraktikums noch persönlich kennenlernen würde, in eben jener Samstags-Konferenz? Oder doch lieber den Nachmittag verstreichen lassen, und auf die ARD-Sportschau-Konferenz warten?
Ja, es soll die Sportschau werden, diese Entscheidung fiel am Samstag Morgen und wurde beim Familienfrühstück stolz und voller Inbrunst verkündet.
Es galt also den Tag zu überbrücken. Wie man das als Zehnjähriger eben so macht, wenn Fußball schon da das Leben bestimmt. Sportteil des Weser-Kurier lesen, langsam in Gedanken den Kader für die WM in Mexiko zusammenstellen und Panini-Bilder einkleben, Ihr kennt das.
Anpfiff. Ich sortiere meine doppelten Panini-Bilder.
Die Stunden kriechen dahin.
Der Minutenzeiger wandert, die Spannung steigt.
Hat Werder es geschafft? Deutscher Meister? Mein SV Werder? Endlich?
Irgendwie muss das doch klappen. Man darf nur nicht verlieren, ein Punkt reicht.
Und selbst wenn doch, darf Bayern eben nicht gewinnen…
Noch dreißig Minuten. Nochmal den Sportteil lesen.
Noch eine Viertelstunde bis zur Sportschau-Konferenz. Nochmal Pipi machen.
Noch fünf Minuten.
Meine Mutter öffnet die Tür. Sie schaut mich strahlend an und sagt die Worte, die unsere Beziehung nachhaltig über Wochen auf Eis legen werden. Sie schneiden in die gespannte Ruhe des Raumes wie ein Schwert:
“Na, Vize-Meister?”
Stille… ein paar Sekunden… und dann ein hysterischer Heul- und Schreikrampf, der seines Gleichen sucht.
Ich sprach zwei bis drei Wochen nicht mehr mit meiner Mutter. Mein Vater befreite mich aus dem hysterischen Heulen ungefähr eine Stunde später, indem er mich zum Kiosk schleppte, ein paar Panini-Tüten und das Kicker-Sonderheft zur WM kaufte.
Werder hatte 2:1 verloren (2x Karl Allgöwer), Bayern 6:0 gewonnen, ich hatte die Konferenz in der ARD nicht einmal mehr gesehen.
Und trotzdem: In Zeiten von Twitter und Facebook, Live-Tickern und (nicht zuletzt) sky, scheint sowas wie eine Konferenz-Schaltung Stunden nach der tatsächlichen Entscheidung überflüssig. Trotzdem hoffe ich, dass es irgendwo noch Zehnjährige gibt, die von ihren Müttern mit voreiligen Verkündungen verschont werden und sich auf eben diese “On-Tape-Konferenzen” freuen.
Und für die soll die Sportschau es dann auch gerne beibehalten. Wer die Ergebnisse schon kennt, dem kann es doch egal sein, ob die Spiele in einer Konferenz oder nacheinander gezeigt werden. // Frodo
P.S. Ich rede wieder mit meiner Mutter. Sogar über Fußball.
FC St.Pauli – Eintracht Braunschweig 5:1 (2:0) Tore: 1:0, 2:0 Daniel Ginczek (7.Min, 11.Min), 3:0 Fin Bartels (68.), 4:0 Florian Bruns (70.), 5:0 Marius Ebbers (87.), 5:1 Gianluca Korte (89.) Zuschauer: 29.063 (ausverkauft, ca. 2.500 Gäste)
Ja, hat etwas länger gedauert, dieses Mal, da musste man aber auch erst mal einiges sacken lassen.
Vor dem Spiel gab es doch einige Nervosität, selbst bei mir, obwohl ich doch eigentlich Relegations-Spiele so großartig finde. Aber runter in die dritte Liga? Je näher das Spiel rückte, desto kribbeliger wurde ich, ab Mittwoch steigerte es sich immer mehr.
Gleichzeitig stellte sich eine “Do or die”-Stimmung ein, wie es im Alles außer Sport-Blog genannt wurde. Dies war für mich der gefühlt letzte Spieltag der Saison. Entweder, wir packen das jetzt und hier, oder es geht in die Relegation… das Spiel in Lautern war komplett außen vor, da gibt es für uns nichts zu holen, schon gar nicht, wenn wir müssen. 14 Pflichtspiele bisher am Betzenberg, zwei Unentschieden, zwölf Niederlagen. Nee, da kann man schön mit der Mottofahrt des Fanladens ne Zugfahrt hinmachen (aktuelle Uhrzeiten übrigens hier) und Saisonausklang feiern, aber doch bitte nicht noch auf Punkte angewiesen sein.
Der Übersteiger-Verkauf verlief bei recht gutem Wetter recht gut, viele wollten wohl ihre Nervosität noch mit einer Investition in irgendwas einigermaßen Sinnvolles kanalisieren und damit das Ganze zum Guten wenden.
Pünktlich um 13.00h waren dann die Tribünen aber voll, obwohl Anpfiff erst um 13.30h war. Es galt, zwei große St.Paulianer zu verabschieden, Marius Ebbers und Florian Bruns. Joy hatte im Vorbericht schon die richtigen Worte gefunden, mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Christian Bönig hielt zu beiden eine kurze und, wie ich fand, sehr passende persönliche Rede, beiden wurden kurz aber gebührend gefeiert und dann erklang ein inbrünstiges “You’ll never walk alone”, ohne dieses einspielen zu müssen, sehr schön. An dieser Stelle sei mal wieder auf die Flimmerkiste hingewiesen, das Vereins-TV. Ja, ist kostenpflichtig, aber die Leute dahinter sind mit Herzblut dabei und aus meiner Sicht ist es jeden Cent wert, insbesondere für Auswärtige, die nicht eh alles vor Ort mitbekommen.
Dann ging das Spiel los, und es bewahrheitete sich, was ich vorher erhofft hatte: Braunschweig fand nicht statt. Im Gegensatz zur Hertha, die einfach aufgrund überragender Qualität aufsteigen, hat Braunschweig eher einen Kader für Platz 6-9, aber eben aufgrund eines wahnsinnigen Kollektivs und der Bereitschaft in jedem Spiel ans Limit zu gehen die nötigen Punkte geholt. Soll deren Leistung nicht schmälern, ist dann aber genau der Unterschied zur Hertha, die dann auch mit angezogener Handbremse bei uns noch gewinnen kann.
Unsere Jungs hingegen haben gebrannt. Und auch das schnelle Tor zu erzwingen war wichtig und hat sicherlich zum späteren Spielverlauf beigetragen, denn mit einem 0:0 zur Pause (womöglich bei gleichzeitiger Führung von Aue und Dresden) wäre die Unsicherheit sicher mit jeder Minute schlimmer geworden.
So aber stand es fix 2:0 und in der gesamten ersten Halbzeit hätte man auch Ebbers Junior in unser Tor stellen können, Braunschweig hätte trotzdem nicht getroffen, die hatten nicht eine einzige Torszene.
Als Fan von Dresden oder Aue sollte man Braunschweig wegen Arbeitsverweigerung verklagen, allerdings kam da auch schon der berechtigte Einwand, dass Braunschweig die Klage womöglich an die Vereine Aue und Dresden weiterreichen würde. Und es kann uns ja auch herrlich egal sein.
Der Rest war Jubel pur und natürlich ein kitschiges Hollywood-Drehbuch, denn Tore von Bruns und Ebbers… Nee, kannste Dir nicht ausdenken, sowas.
Mein Highlight der recht guten Stimmung während des Spiels war dann der Ruf an den Gästeblock in der 89.Minute: “Nur ein Jahr, dann seid Ihr wieder da!”
Ja, das hat der ein oder andere diesem Scheißverein wohl etwas zu sehr inbrünstig entgegengeschleudert, aber es kam von Herzen.
An dieser Stelle ein freundlicher Gruß an die Dame in Block 2 vor mir, die sich immer entrüstet umdreht, wenn man etwas weniger lustiges als “Hejajippiiieyeah!” mit ein bißchen emotionalem Ausbruch ruft: Ich bin da nächstes Jahr wieder, und meine Sitznachbarn auch, gewöhnen Sie sich dran, bitte.
Und nach dem Abpfiff dann großes Gefühlskino. Erneut sei auf die Flimmerkiste verwiesen, die insgesamt 20 Minuten zu den Verabschiedungen vor und nach dem Spiel hat, natürlich in sehr guter Qualität.
Allen anderen zu erzählen wie es war, wird der Situation nicht gerecht, daher nur zwei Highlights, die es auch auf YouTube geschafft haben:
Zum Einen: Der Dino. Bekanntlich hatte Marius Ebbers auf seiner Facebook-Seite zum Teddybären-Schmeißen aufgerufen, angelehnt an die NHL, wo das regelmäßig gemacht wird um die Dinger an Kinderheime zu übergeben.
Nun hatte ein Spaßvogel auf der Gegengeraden ein Maskottchen des Nachbarn mitgebracht, welches von Benedikt Pliquett (mit vor Ekel über die Hände gezogenen Ärmel) zum Mannschaftskreis getragen wurde. Mit dem Ding dann “Ball hochhalten” zu spielen war sicherlich Geschmackssache, großartig dann aber die Aktion danach, als Ebbers Junior den Dino am Mittelkreis unter die Plane packt. Vielen Dank!
Und dann nach der Ehrenrunde noch der großartige Wechselgesang zwischen Süd und Gegengeraden:
Apropos Bene: Als Bönig ihn am Anfang bei der Aufzählung der Spieler, deren Zukunft noch ungewiss sei, nicht aufzählte, befürchtete ich schon, dass nun auch er verabschiedet werden würde.
Kam aber, wie wir inzwischen wissen, dann doch nicht so, Bene bleibt ein weiteres Jahr im Kader. UND DAS IST AUCH GUT SO!
Wie man den Vorfall aus SocialMedia-Sicht bewerten kann hat übrigens sein Bruder hier festgehalten. Lesenswert, das Augenzwinkern dieser leicht geschönten Interpretation muss man sich dazudenken.
Und noch ein kleines Highlight, welches fast unterging: Sören Gonther! Erster Profieinsatz seit Februar 2012! Freut mich sehr für ihn, hoffentlich macht er jetzt endlich die komplette Vorbereitung auf die neue Saison Verletzungsfrei mit, dann ist er quasi ein weiterer Neuzugang, und kein Schlechter!
Nun also auf zum Betzenberg. Spaß haben im Zug, vielleicht jetzt ohne Druck doch mal drei Punkte mitnehmen (die Lauterer werden sich fünf Tage vorm Relegationsspiel nicht mehr verletzen wollen) und heile wieder nach Hause kommen –> Sommerpause! Die haben wir uns dann auch verdient!
Verein am Wochenende und sonstiges
Die U23 hat beim Aufstiegskandidaten Havelse ein 0:0 erzielt. Bei dem Chaos, was in der Regionalliga Nord grad herrscht (FC Oberneuland im Insolvenzverfahren, keiner weiß ob die Punkte anulliert werden oder nicht) ist jeder Punkt wichtig.
Derzeit sieht es so aus, als ob dann nur noch ein Absteiger gesucht wird. Und mit einem Sieg am Samstag (14.00h, Hoheluft) gegen SW Rehden kann man sich dann diese Sorgen auch von der Backe schaffen.
Die U19 ist mit der Liga bereits durch, am letzten Spieltag sicherte man sich mit einem 0:0 gegen Hertha BSC Platz 5 in der A-Jugend Bundesliga Nord. Deutlich vorm hsv, Gratulation!
Die Saison ist allerdings noch nicht durch, am 23.Mai steht man im Pokalhalbfinale (Gegner Bergstedt oder Niendorf) und im Finale wartet dann wahrscheinlich der hsv.
Die U17 ist auch noch im Pokal dabei, hat am vergangenen Wochenende aber erst mal den VfL Osnabrück in der Liga durch zwei treffer von Gillian Timothy Jurcher mit 2:0 besiegt.
Lt. einer Meldung des Abendblatts wurde der 4:0-Sieg gegen Norderstedt von Anfang Mai am grünen Tisch in eine Niederlage umgewandelt, da ein nicht einsatzberechtigter Spieler eingesetzt wurde. Ist auf kicker.de bereits in der Tabelle enthalten, auf fussball.de (die eigentlich etwas offizieller sind) aber noch nicht. Ist für unseren Klassenerhalt auch ziemlich unerheblich (auch wenn man sich schon fragt, wie das auf dem Niveau noch passieren kann), könnte aber Norderstedt evtl. noch zum Klassenerhalt helfen.
Die U15 gewann gegen den Tabellenletzten aus Hattstedt standesgemäß mit 8:0, Platz 6 in der Regionalliga ist sicher, den VfL Wolfsburg auf Platz 5 kann man aber noch überholen.
Die 4.Herren hat den direkten Aufstieg in die Kreisliga leider verpasst, da sich der bereits aufgestiegene Tabellenführer im Spiel gegen den direkten Konkurrenten leider anstellte wie Braunschweig und sich 7:1 abschlachten ließ. Vier Tore(!) fehlen daher jetzt für unser Team. Allerdings kann es hier durch Rückzüge und abhängig vom evtl. Abstieg von Vicky oder dem hsv II auch noch einen verspäteten Aufstieg geben.
Glückwünsche hingegen gibt es für die 1.Damen, die den Aufstieg in die höchste Hamburger Liga geschafft, die Landesliga wurde mit einem 6:0 gegen Schnelsen verlassen.
Ach, und auch, wenn es mit dem FC St.Pauli so gar nichts zu tun hat: Wenn ich denn endlich mal Relegation spielen darf, soll es ungefähr so ausgehen, wie hier im Playoff-Halbfinal-Rückspiel zum Aufstieg in die PremierLeague zwischen Watford und Leicester: (Es steht nach Hin- und Rückspiel unentschieden, vier Minuten Nachspielzeit sind angezeigt und überschritten, ein Spieler vom Gast aus Leicester schwalbt sich zum Elfmeter, will selbst schießen… und dann:)
Weniger erfreulich: Nach wie vor ist Hossa mit den Folgen des Polizeiangriffs aufs Jolly aus 2009 noch nicht durch und benötigt weiterhin finanzielle Unterstützung für die notwendigen zahnärztlichen Behandlungen. Alle weiteren Infos und wie ihr helfen könnt findet Ihr hier. (Und ganz allgemein sei nochmal auf die Braun-Weiße Hilfe hingewiesen.)
Last but not least: Nächste Woche Samstag: Großkampftag! Alle hin da!
Wenn man sich nicht mehr sieht: Schöne Sommerpause!
Ich werd mich mal wieder an der Dauerkarten-Preisübersicht der ersten zwei Ligen versuchen, ansonsten wird es hier wohl mal nen graphischen Relaunch geben, aber sonderlich viel wird nicht passieren.
Freut Euch vorher noch auf den Bericht aus Kaiserslautern, Zwille berichtet knallhart! // Frodo
Alle Jahre wieder kommt es zu unschönen Vorkommnissen im Millerntor-Stadion. Am Ende einer jeden Saison werden Spieler, Trainer oder um es auf den Punkt zu bringen liebgewonnene Menschen verabschiedet. Um zu dies verarbeiten, gibt es die Sommerpause. Aber Zeit kann eben auch nicht alle Wunden heilen. Beim FC St. Pauli gibt es ehemalige Spieler, die nach wie vor gleichermaßen geschätzt und vermisst werden. Aufzählen braucht man sie nicht, denn sie gehören einfach dazu, zur großen Familie des FC St. Pauli, die in den vergangenen Jahren so viele Mitglieder hat ziehen lassen. Diejenigen, die von der Regional- bis in die Erste Liga treu waren, diejenigen, die bei Siegen und Niederlagen Tore erzielt und Knochen hingehalten haben.
Am Sonntag ist es nun wieder so weit und es macht einen tiefen Stich ins Herz, wenn man an die bevorstehenden Stunden denkt. Florian Bruns, Marius Ebbers und womöglich Benedikt Pliquett, die in den vergangenen Jahren das Gesicht des FC St. Pauli mitgeprägt haben, müssen gehen.
Ein Abschied, der weh tut und den Aufsteiger Braunschweig zu Gast. Vor drei Jahren konnte man selbst noch feiern und nun könnte der Verein noch in die Relegation stolpern. Emotional ist dieser Spieltag mindestens in der Top Ten einzuordnen.
Wäre es nicht so ein wichtiges Spiel, würde es wie in den Jahren zuvor schnell wieder in den Hintergrund rücken, aber es geht noch um etwas. Im Idealfall gewinnen die Braun-Weißen ihre Partie, Aue und/oder Dresden patzen. Ein anderes Szenario will man sich gar nicht erst vorstellen, wenn man annimmt, dass… Nein wirklich nicht – das will ich einfach mir nicht vorstellen.
Die Fakten indes sagen folgendes: Wir haben in den vergangenen fünf Heimspielen immer zwei Buden gemacht. Und nach dieser positiven Statistik hört es dann auch wieder auf. Man könnte jetzt noch anführen, dass Domi Kumbela (Oberschenkelverletzung) bekanntermaßen nicht zum Einsatz kommen wird oder dass wir gegen Braunschweig 2002 mit 7:1 gewonnen haben, aber das bringt uns jetzt auch nicht weiter. Nicht, dass die Gäste sich das noch irgendwo in die Kabine hängen und damit einen Motivationsschub rausholen. Und da sind wir doch schon genau an dem Punkt, der den Ausschlag geben könnte. Wie motiviert kann man einen Spieltag vor Schluss sein, wenn man bereits aufgestiegen ist? Auf der Gegenseite wird dies alles andere als ein Problem darstellen und auch bei den oben genannten Protagonisten wird es wohl der Wunsch sein, wenn es denn schon sein muss, wenigstens am Sonntag das allerletzte Heimspiel zu erleben und nicht in der Relegation am 28. Mai.
Vielleicht wäre dies zumindest ein kleines Trostpflaster für Bene, Flo, Ebbe und all diejenigen, die sie schmerzlich vermissen werden. // Joy
Die Saison hat bald ein Ende, viele werden “ENDLICH!” brüllen.
Tja, in der Hoffnung, dass es tatsächlich das letzte Heimspiel der Saison sein wird, pilgern also Sonntag knapp 30.000 ans Millerntor… und zumindest einige von denen werden das Vergnügen haben können, die 111.Ausgabe unseres schnuckeligen Familienmagazins käuflich zu erwerben.
Wir garantieren:
- Kein Wort zu Uli Hoeneß!
- Kein Gesabbel über dieses Spiel zweier Bundesligisten in Wembley!
- Kein “Aber der Klassenerhalt wäre so wichtig für die ganze Region!“-Geheule
Stattdessen:
- Interview mit Fanräume e.V.
- Leeds – Huddersfield // Blackburn – Burnley
- Frodos Tagebuch
- Nachklapp 11mm-Filmfestival
- Sexismus-Debatten-Bullshit-Bingo
- Rezept: “Braunschweiger Mumme Braten aus Saitan mit Petersilienkartoffeln und Spitzkohl” (*yummie*)
- Statistik-Seite und Aktuelles zum Spiel
- KiezKick Projektreise zur WM 2014
- 4.Herren-News
- Ultras in Ägypten
- Trikotübergabe auf den Kapverden
- Reha Hochburg Bad Wildungen
- Fanzine-, Bücher- und Töne-Rezensionen
- Drei Seiten der beliebten “Döntjes”
- Comic (den Minimum drei Redaktionsmitglieder nicht kapiert haben)
Viel Spaß damit, wie immer für 1,60€ in Bar beim Dealer Eures Vertrauens rund ums Stadion. Wahrscheinlich gibt es das Heft am Freitag ab 15.00h auch im Fanladen (der schließt allerdings Freitag schon um 18.00h) und auch am Sonntag sollte man natürlich dem Fanladen zum letzten Heimspiel an alter Wirkungsstätte einen Besuch abstatten.
Ansonsten gibt es uns, wie gehabt, beim / in der:
- Jolly Roger
- AFM-Büro
- Le Kaschemme
- Kartencenter
Die Abos werden voraussichtlich am Freitag Nachmittag zur Post gehen und sind mit ein bißchen Glück dann schon am Samstag da. // Eure Übersteiger
Gegen Braunschweig gilt jetzt dann eben, wie schon seit Wochen absehbar, nur ein Heimsieg. Ob es dabei hilft, dass Kumbela ausfällt und Kruppke und Vrancic angeschlagen sind? Zumindest schadet es nicht.
Und im Gegensatz zu Hertha BSC, die einfach aufgrund überragender Spieler zurecht da oben stehen und auch mit angezogener Handbremse noch nen Auswärtssieg holen, hat Braunschweig eine Saison am Limit hinter sich, in der sich Coach Lieberknecht jetzt zu Statements hinreissen lässt, dass es eben schwer sei die Spannung aufrecht zu erhalten, weil so viel Druck abgefallen sei (heute im Kicker).
Hilft uns das? Vielleicht. Ist das verzweifeltes Durchhalteparolen skandieren und nach Strohhalmen suchen unsererseits? Ganz sicher.
Ändert aber alles nicht, denn mit dem Heimsieg wäre man durch, wenn auch nur einer der beiden folgenden Punkte erfüllt wird:
- Erzgebirge Aue holt gegen den FC Ingolstadt (mit Ralph Gunesch), der seinerseits mit ner Niederlage auch wieder mitten in der Abstiegsverlosung wäre, maximal nen Punkt.
- Dynamo Dresden schafft beim VfR Aalen nicht den zweiten Auswärtssieg der Saison.
Sollten wir verlieren und beide genannten Punkte nicht eintreten, fahren wir mit Siegeszwang zum Betzenberg… die Fahrt könnte man sich angesichts unserer bisherigen Erfahrungen dort besser schenken und sich gleich auf die Relegationsspiele vorbereiten, selbst wenn Lautern Platz 3 bereits am kommenden Sonntag in Regensburg fix macht.
Und sonst so…
- Der großartige Schiedsrichter-Podcast “Collinas Erben” setzt sich in der aktuellen Folge mit vielen Fragen zur Leistung des Herrn Brych beim Hertha-Spiel auseinander (ab Min 43:45), unbedingte Hörempfehlung.
- Beim Heimspiel gegen Braunschweig erscheint auch unsere vierte Ausgabe der Saison, der ÜS 111. Für handgezählte 1,60€ wie immer beim Dealer Eures Vertrauens, mehr Details voraussichtlich in den nächsten 1-2 Tagen hier, auf Twitter, Facebook oder im Forum.
- Die U23 kann es gegen Hannover 96 diese Saison wohl nur spektakulär. Das Hinspiel fand vor 450 Zuschauern in der AWD-Arena statt, nach nem 1:0 Halbzeitrückstand ging man noch 7:0 baden.
Nun ging es am Samstag an der Hoheluft ins Rückspiel, vor nur 129 Zuschauern erzielte man beim 4:6 ein wunderbares Eishockey-Ergebnis, passend zur in dem Sport gerade beginnenden Weltmeisterschaft.
Sportlich ebenfalls nahezu egal, da der Klassenerhalt hier gesichert ist… es sei denn, die Profis steigen doch noch in Liga 3 ab, dann wird der neue Trainer Thomas Meggle seine Jungs notgedrungen nächste Saison in der Oberliga Hamburg auf Feld schicken, weil ein Drittligist keine Regionalliga-Mannschaft haben darf.
Worst case – Szenario aus der ganz tiefen Alptraum-Kiste: Wir steigen im Elfmeterschießen der Relegation am Millerntor gegen [Münster / Osnabrück / Bielefeld Heidenheim] ab, was gleichzeitig den Abstieg der Zwoten bedeutet und retten damit die U23 des hsv, die derzeit immer noch einen Abstiegsplatz in der Regionalliga inne hat.
Allerdings ist dies am Wochenende etwas unrealistischer geworden, denn die punkten gerade sehr konstant und scheinen sich so noch aus eigener Kraft zu retten.
- Die U19 spielte bei Holstein Kiel und verlor 3:2, schon Donnerstag verlor man das Nachholspiel bei der Kogge. Klassenerhalt ist gesichert, Derby wurde gewonnen, also egal.
Der zwischendurch durchaus realistische Abstieg unseres Nachbarn ist nach einem Zwischenspurt dort inzwischen auch vom Tisch.
- Die U17 schoß beim 4:0 gegen Eintracht Norderstedt eben jene wohl aus der Bundesliga, die Rettungschancen für Norderstedt sind jetzt nur noch theoretischer Natur.
- Die U15 verlor beim SV Werder mit 3:2, schlechter als Platz 6 kann es aber in der Regionalliga kaum mehr werden und Derbysieger war man ja auch ohnehin schon.
- Die 4.Herren holte sich bei Eilbek III einen 3:2-Sieg und bleibt damit im Aufstiegsrennen der Kreisklasse 7 gut im Rennen.
Rugby Unser Herren-Team, bekanntlich ja erst zu dieser Saison in die 1.Liga aufgestiegen, empfing am Samstag im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft den SC Frankfurt 1880. Mit der 13:30-Niederlage ist die Saison dann leider auch zuende.
FC St.Pauli – Hertha BSC Berlin 2:3 (0:1) Tore: 0:1 Sami Allagui (23.), 1:1 Lennart Thy (66.), 2:1 Daniel Ginczek (85., Foulelfmeter), 2:2 Ronny (88.), 2:3 Sandro Wagner (90.) Zuschauer: 29.063 (ausverkauft, ca. 3.000 Gäste)
Boah, Fuck… nee, will eh keiner lesen, diesen ärgerlichen Scheiß gegen diesen Verein, der sich mit einem Großteil seiner Fans gerne auflösen darf.
Bis die wieder mal vorbeikommen, ist die Wok-Pfanne dann auch sicher repariert.
Lassen wir stattdessen Verein und Fanladen sprechen, gibt ja eh wichtigeres:
Verein am Wochende Die U23 spielte bei ETSV Weiche Flensburg und unterlag dort (bei einer wohl eher abenteuerlichen Schiedsrichterleistung, wenn man unserem Spieler Chris Braun auf Twitter Glauben schenkt) mit 1:2.
Ich hab selten so ein schlechten Schiri gesehen! Meine Fresse! Aber trotzdem stark gekämpft! #fcsp
Zumindest war (ebenfalls laut Chris) der Support der anwesenden St.Pauli-Fans auch in Flensburg gut, verdient haben es die Jungs nach dieser Saison allemal.
Am Samstag gastiert um 14.00h Hannover 96 II an der Hoheluft.
Die U19 hatte am Samstag Derbytime, um 12.00h war Anstoß am Königskinderweg in Schnelsen bei Germania, was während der Umbauzeit an der Sternschanze die neue “Heim”spielstätte ist.
Der abstiegsbedrohte Gast aus Stellingen lief immerhin mit dem vielgepriesenen Tah in der Innenverteidigung, sowie dem aufgrund des Wechsels nach Leverkusen und seiner Verwandschaft zu “Euch Uwe” in die Schlagzeilen geratenen Öztunali auf. Und ganz ehrlich: Die beiden haben schon eine sehr große Qualität, auch körperlich ist das andere Hausnummer.
Aber: Hilft alles nichts! Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte nahm sich unser Kapitän Felix Drinkuth nach schönem Pass den Ball, ließ noch zwei Verteidiger alt aussehen und schob den Ball schön mit dem Halbzeitpfiff ins lange Eck.
Zur zweiten Halbzeit vor 400 Zuschauern gab es dann noch eine gelb-rote Karte für den Ex-St.Paulianer Safo-Mensah wegen Meckerns und Drinkuth schoß noch einmal an den Pfosten, der Rest war Zittern. Gegen zehn Mann ließ man sich dann hinten einschnüren und der hsv hatte sehr wohl 3-4 gute Einschußgelegenheiten… aber so ist das, wenn man unten drin steht, kennen wir aus anderen Zusammenhängen. Zwei Punkte Vorsprung sind es für die noch auf Cottbus, wird ein spannendes Finish.
Und wir? Derbysieger, Platz 5 – was für eine Saison! Großartig!
Im Pokal sind die Jungs im Viertelfinale, der hsv könnte hier im Halbfinale oder Endspiel erneut der Gegner sein, vielleicht sehen das Spiel dann ja ein paar mehr Zuschauer.
Die U15 spielte gegen Treubund Lüneburg und gewann gegen den Vorletzten mit 2:0, durch Tore von Jonas Kramer und Mats Köhlert. Nach einem etwas mäßigen Saisonstart liegt man inzwischen auch auf Platz 5 der Regionalliga und damit immerhin vor dem VfL Wolfsburg. Und jüngst hatte man ja im Pokal sogar den Tabellenführer aus Stellingen mit 2:1 besiegt, nachdem man ihm schon in der Liga die bisher einzige Saisonniederlage beibringen konnte, Glückwunsch!
Handball
Den wohl lautesten Jubelschrei gab es am Wochenende in Bad Schwartau. Dort gewann unsere 1.Herren mit 25:23 bei der Zweitvertretung des VfL und sicherte sich somit aus eigener Kraft den erneuten Klassenerhalt in der Oberliga Hamburg / Schleswig-Holstein.
Dieser Erfolg wäre bei Siegen von Hohn/Elsdorf und Herzhorn auch bitter nötig gewesen, doch Beide verloren eh und am Ende steht mit Platz 9 sogar eine mehr als beachtliche Endplatzierung.
Die Krone auf diese tolle Saison soll dann am Mittwoch (1.Mai) aufgesetzt werden, wenn um 18.00h das Pokalfinale gegen die HG Norderstedt in der heimischen Halle zur Budapester Straße angeworfen wird. Alle hin da, die Teilnahme am DHB-Pokal winkt.
Rugby
Die 1.Herren hatte am Wochenende beim RK 03 Berlin anzutreten und unterlag mit 22:19. Mit einem Sieg wäre man sogar Dritter der Nord-Gruppe gewesen, was einen leichteren Gegner in der nächsten Runde zur Folge gehabt hätte, aber auch Platz 4 ist als Aufsteiger ein großartiges Ergebnis.
Am kommenden Samstag, den 4.Mai, geht es im Achtelfinale der Deutschen Meisterschaft nun gegen den Fünften der Süd-Gruppe, den SC Frankfurt 1880. Kick-Off an der Saarlandstraße soll um 15.00 Uhr sein. // Frodo
Es hat sich einiges angesammelt, also mal schnell los – ungeordnet, chaotisch:
Demoaufruf für Sonntag – Esso Häuser
Kann man nicht oft genug erwähnen und verlinken: Am Sonntag, nach dem Heimsieg gegen die Hertha, findet eine Demonstration für den Erhalt der Esso-Häuser auf St.Pauli statt: - 15:30 Uhr Auftaktkundgebung am Südkurvenvorplatz Millerntorstadion - 16:00 Uhr Start der Demonstration Anschließend Abschlusskundgebung mit kulturellem Rahmenprogramm auf dem Spielbudenplatz: Megafon Verstärker- Aktion mit Schwabinggradballett
Ausführlichere Infos und Hintergründe findet Ihr hier.
Handball – Showdown und Pokalfinale Am vergangenen Samstag hätte die 1.Herren den Klassenerhalt in der Oberliga perfekt machen können… aber das wäre ja auch langweilig gewesen.
Nun geht es also am kommenden Samstag am letzten Spieltag um Alles oder Nichts. Ein Punkt bei der Zweitvertretung von Bad Schwartau (Anwurf 19.00h) reicht, bei einer Niederlage ist man von den Ergebnissen der anderen beiden (Hohn/Elsdorf und Herzhorn) abhängig.
Für alle, die vor Ort unterstützen können: Gebt alles!
Für alle anderen gibt es hoffentlich einen Liveticker.
Am kommenden Mittwoch, dem 1.Mai, gibt es in der Halle Budapester Straße dann die Hamburger Pokalfinals, und um 18.00h stehen die dann hoffentlich um den Klassenerhalt reicheren Herren im Finale gegen Norderstedt, dem Sieger winkt die Teilnahme am DHB-Pokal. Und dann ist es natürlich nur noch ein lächerlich überschaubarer Weg bis zum Final Four 2014 in der Halle mit den vielen Namen gegenüber dem Stadion mit den noch mehr Namen.
Also alle hin da und die Jungs zum Titel brüllen!
Club Nr.12 (FC Bayern) sagte Choreo gegen Barcelona ab
Nach dem gestrigen Tag, als sich die Ereignisse mit dem Götze-Transfer, dem Bekanntwerden des Hoeneß’schen Haftbefehls und (nicht zuletzt) jenem beeindruckenden 4:0-Erfolgs des FC Bayern ja nun wirklich überschlugen, ist eine etwas ältere Meldung fast schon wieder vergessen: Der Club Nr.12 (der Fan-Zusammenschluß von aktiven Fans/Fanclubs beim FC Bayern) hatte im Vorfeld des Spiels auf Missstände in Verhalten und Kommunikation seitens des Vereins hingewiesen und nach einer Abstimmung im Südkurvenrat die geplante Choreo gegen den FC Barcelona abgesagt. Wer sich für die detaillierteren Hintergründe interessiert, dem sei dieser Text empfohlen.
Und wem das noch nicht genug Text war: Während nach der Absage viel unsachliche und hanebüchene Kritik auf den Club 12 einprasselte, gab es auch differenziertere Sichtweisen zwischen Schwarz und Weiß, eine davon gibt es hier zu lesen, von Stefan Viehauser.
Gesponserte Choreo der italienischen Telekom findet statt, Rassismus auch Am vergangenen Sonntag kam es zum Spiel Juventus Turin gegen den AC Milan, welches Juve am Ende 1:0 für sich entscheid und damit wohl auch für die letzten Zweifler den Deckel auf den Topf mit der Meisterschaft packte.
Wichtiger als diese sportliche Vollstreckung des eh absehbaren, waren zwei Dinge drumrum: Zunächst gab es bereits beim Warmmachen über längere Zeit rassistische Beleidigungen seitens der Juve-Fans gegenüber Kevin-Prince Boateng, die zwar eine Geldstrafe nach sich ziehen, ansonsten aber abgesehen von den üblichen Distanzierungen wohl folgenlos bleiben.
Und als das Spiel dann beginnen sollte, gab es eine hübsche Regenbogen-Choreo. Ach was, Choreo gegen Homophobie? Nee, leider nur eine bezahlte Choreo von TIM, der Telecom Italia Mobile, die auch Namenspate der Serie A ist und auf die Zettel auch gleich mit raufgeschrieben hatte, wozu der Kram so da ist und was man damit machen will… nur leider nicht, was der Regenbogen mit Juve zu tun haben soll.
Wohl auch eher gar nichts, denn das ist lediglich die aktuelle Werbekampagne der Firma. Ausführlicheres und sehr lesenswertes zum Thema bei Altravita.com.
Rote Kurve löst sich auf
Wer sich in den Fanszenen Deutschlands etwas auskennt, dem sollte auch die Rote Kurve ein Begriff sein, das 96er Equivalent zum eben erwähnten Club Nr.12 bei den Bayern, der Zusammenschluß der aktiven Fanszene bei Hannover 96.
Und nach vielen Jahren hat es Martin Kind nun endlich geschafft, die Jungs und Mädels lösen sich (zumindest als e.V.) auf.
Natürlich wird es irgendwie weitergehen, auch als IG statt als e.V., und vielleicht setzt so ein Knall ja auch neue Energie frei, wünschenswert wäre es.
Zeckensalon: Double Feature! Schon Freitag, 26.April: “Normaler” Zeckensalon. Zu Gast ist Jan Tölva, zum Thema “Fußball und Kapitalismus – Es gibt keinen Richtigen Ballsport im Falschen“. Mehr Infos zum Zeckensalon wie immer hier, Beginn im Fanladen ist um 20.00 Uhr.
Und am Montag, 29.April: Zeckensalon History!
Yeah, öfter mal was Neues! Im Rahmen der “Protestkulturwoche St.Pauli” gibt es auch vom Zeckensalon was außergewöhnliches, nämlich den Blick in die Geschichtsbücher.
Sven Brux wird erzählen, sowie sicher auch rede und Antwort stehen, zum Thema der politischen Fanszene des FC St.Pauli und wie es überhaupt dazu kam, dass sich so etwas im Fußballfan-Kosmos entwickeln konnte.
Beginn im Clubheim ist ebenfalls um 20.00h. Auführlichere Infos hier.
Schweine im Weltall – Hamburg-Premiere des Übersteiger-Films
Freitag, quasi nach dem Zeckensalon, kann man gleich ins Jolly wechseln. Um 22.15h gibt es unseren (von Nick Howard bekanntlich mit einem Stern ausgezeichneten und sowieso weltbesten) Film “Aufstieg und Fall”, exklusiv als Hamburg Premiere in unserer Lieblingskneipe, erst danach werden wir es für die weltweite vermarktung an Cinemaxx freigeben.
Schiedel und Büdel legen danach den routinierten und bewährten Mix aus HardcorePunkPopReggaeRapNRollCrossoverSka auf.
Und das beste: Wer als Astronaut kommt, kriegt nen Space-Kümmel umsonst! Kannste Dir nicht ausdenken, sowas…
Schiedel und Büdel – Schweine im Weltall
Sorge um das St.Pauli-Archiv Auch schon eine Woche alt ist dieser Artikel über das St.Pauli-Archiv, welches aufgrund eines unverschuldeten Umzugs und der Mietmehrbelastung von gut 2.000,-€ pro Jahr(!) in großen finanziellen Nöten steckt. Auch, weil mal wieder Unklarheit über die Verteilung aus diversen Töpfen besteht.
An Tagen, wo bekannt wird, dass die Elbphilharmonie den Steuerzahler mal knapp 800 Millionen Euro kostet (kein Tippfehler), fehlen einem dabei dann nicht nur Geld sondern auch noch die Worte.
Die Situation ist wohl auch alles andere als aussichtslos, aber vielleicht fällt dem ein oder anderen beim Lesen dieser Zeilen ja ein, dass er oder sie da eh schon lange mal wieder vorbeischauen wollte. Im St.Pauli-Archiv, nicht bei der Elbphilharmonie…
Christoph Nagel mit Lesungen auf Auswärtstour:
Christoph Nagel ist unterwegs, zunächst am Samstag, den 4.Mai in Duisburg, Ruhrorter Yachtclub, Am Eisenbahnbassin 42 (gegenüber vom Binnenschifffahrts-Museum).
Ich zitiere: “Ab 19:00 treffen der Meidericher Buchautor Michael Wildberg („So Lonely. Ein Leben mit dem MSV Duisburg“) und der fernsehbekannte Stadionmodellbauer Holger Tribian (Modelle MSV-Arena und Millerntor-Stadion) auf den Fußball-Entertainer, Journalisten und Buchautor Christoph Nagel („FC St. Pauli. Das Buch“ / “FC St. Pauli. Alles drin”) aus Hamburg. Der Eintritt ist frei!” Mehr Infos hier (pdf).
Und weil das alles nicht reicht, fährt er auch noch nach Ingolstadt und trifft dort Ralph Gunesch. Die beiden bespaßen Euch bei “1910 PS – DER VOLLGAS-FUSSBALLABEND” am Dienstag, dem 7.Mai ab 19.30h beim “E-Wirt” und alles weitere könnt Ihr hier (pdf) nachlesen.
Millerntor im Modell / Zugunsten des 1910-Museum
Das Vereins-Museum in der neuen Gegengeraden ist bekanntlich auf einem guten Weg, aber Geld wird immer benötigt. Neben der Fördermitgliedschaft (pdf) gibt es jetzt einen weiteren, sehr schönen Weg, die Sache zu unterstützen: Eure Dauerkarte am Millerntor!
Nein, die soll nicht gespendet werden, keine Angst, es geht um ein detailgetreues Modell unseres Stadions, von welchem zunächst einmal die Gegengerade gebaut wird und welches Ihr hier schon in Auszügen bewundern könnt.
Auf eben jener Gegengeraden werden dann auch Leute stehen und sitzen, und unter dem Link eben könnt Ihr Euren Platz dort sichern. Schöne Sache, sieht bestimmt klasse aus wenn es fertig ist.
Der Fanladen zieht um
Langsam kann man die Tage runterzählen, am 1.Juni zieht der Fanladen zum insgesamt dritten und vielleicht letzten Mal in seiner Geschichte um. Vom Grünen Jäger ging es einst in die Thadenstraße, von dort per Umzugskette in die Brigittenstraße, und nun sollen die Fanräume in der Gegengeraden die neue Heimat werden.
Fanladenumzug, 01.Juni 2013
Und so ganz nebenbei gibt es darum auch noch was für den Kleiderschrank, denn wir wären ja nicht der FC St.Pauli, wenn man nicht zu jedem Scheiß auch ein T-Shirt anfertigen könnte. Also: Alle noch schnell hin da, Lose für die Tombola kaufen und dieses richtig schicke Shirt für schlappe 12,-€ erstehen, damit Ihr Euren Urenkeln irgendwann erzählen könnt, dass Ihr dabei wart, als der berühmte Fanladen des mehrfachen Champions League-Siegers und Abonnement-Meisters und seit über 50 Jahren Derbysiegers damals ans Millerntor zog.
T-Shirt zum Fanladenumzug, 01.Juni 2013
F_in Workshop in Dachau im Juni
Der jährlich stattfindende Workshop von F_in (Frauen im Fußball) findet dieses Mal in Dachau statt. Vom 14. – 16. Juni bietet sich dort die Gelegenheit, sich über das Fan-Dasein mit anderen weiblichen Fans auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen. Auch eine Führung durch die KZ-Gedenkstätte ist im Ablauf des Wochenendes geplant.
Mehr Infos und Anmeldemöglichkeit gibt es hier.
Marius Ebbers, Klamottenhoschie
Bevor er uns im Sommer als Spieler verlässt, wollen wir ihn noch vier Mal spielen sehen. Gedanken dazu, wie das überhaupt so ist mit dem eventuellen Karriereende, und wie es danach weitergehen kann, hat sich Marius Ebbers auch im Gespräch mit BLOG TRIFFT BALL gemacht, nachzulesen in diesem Interview.
Kein Zehner für nen Steher!
Die “Kein Zwanni”-Kampagne dürfte vielen ein Begriff sein, auch wenn sie beim FC St.Pauli, aufgrund einiger in der Kampagne beteiligter Gruppen, nie so richtig Fuß fassen konnte.
Über jeden Zweifel erhaben aber sind die Akteure dieser Aktion. Bei TeBe kann man sich eben noch aufs Wesentliche konzentrieren, frei aller sportlichen Zwänge, so dass nach “Wir tackern und wir lochen – Wir haben nichts verbrochen! Bürotechnik ist kein Verbrechen!” jetzt die nächsten Schlagzeilen in der sechsten Liga gemacht wurden.
Bleibt zu hoffen, dass vom BSV Hürtürkel wahlweise nie wieder was zu hören sein wird, oder die Verantwortlichen die richtigen Lehren aus der Aktion ziehen.
Cliftonville goes Champions League
Wer den FC Barcelona in einem Pflichtspiel 4:0 schlagen will, muss entweder in Spanien spielen, oder sich für die Champions League qualifizieren. Und siehe da: Letzteres ist unseren Freunden vom Cliftonville FC durch die Meisterschaft in Irland erstmals seit 15 Jahren wieder gelungen, Glückwunsch!
Und wenn man schon mal so weit ist, kann man sich natürlich auch schon mal Gedanken darüber machen, warum es eigentlich keine Direktflüge von Belfast zum Finalort gibt…
Two in a row, just eight to go!
Ja, es gab schon engere Meisterschaftsentscheidungen in Schottland, aber dafür kann ja Celtic nichts.
Congratulations, Bhoys in green!
Millerntor Gallery
Gerne veröffentlichen wir auch folgende Pressemitteilung zur MILLERNTOR GALLERY, deren Erlöse wieder an Viva con Agua gehen:
Kunst trifft Fußball: Soziale Ausstellung im Stadion des FC St. Pauli Neue Künstler, bewährtes Konzept: Die dritte Ausstellung der MILLERNTOR GALLERY im Stadion des FC St. Pauli in Hamburg empfängt Kulturinteressierte und Spendenwillige vom 23. bis zum 25. Mai 2013 mit einer bunten Mischung aus Kunst und Musik. Unterstützt wird das einzigartige soziale Kulturprojekt durch die Thomas J. C. Angelika Matzen Stiftung, die Deutsche Fernsehlotterie und guenstiger.de. Sämtliche Erlöse fließen in die Wasser- und Bildungsprojekte von Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.
Bereits im dritten Jahr bieten Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. und der FC St. Pauli Künstlern mehr als 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einer ungewöhnlichen Galerie: dem Millerntor-Stadion im Herzen Hamburgs. Zwischen dem 23. und 25. Mai 2013 wird die MILLERNTOR GALLERY noch etwas bunter – und vor allem lauter, denn neben Werken vielfältiger Stilrichtungen können Besucher der dritten Ausstellung sich auf ein feines Musikprogramm und abwechslungsreiche Kunstperformances freuen. Eine Mischung aus deutschen und internationalen, noch unbekannten und bereits renommierten Künstlern hat der MILLERTOR GALLERY Werke gestiftet, um mit den Erlösen die Wasser- und Bildungsprojekte von Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. zu unterstützen. Unter der künstlerischen Leitung des Hamburger Galeristen Jörg Heikhaus (heliumcowboy artspace) ist ein spannendes Konzept aus Street-Art, Malerei, Fotografie und Installationen entstanden. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Henning Kles, Till Gerhard, Jon Burgerman und BOXI. Mit Zezão und SPETO kommen im Deutsch-Brasilianischen Jahr 2013 gleich zwei der führenden Graffiti-Künstler Brasiliens in die Hansestadt Hamburg.
Kunst für die Ohren liefern bekannte Unterstützer der MILLERTOR GALLERY: So haben sich bereits Irie Révoltés Soundsystem, Le Fly, The Thiams, Nico Suave und das Beginner-Mitglied DJ MAD angekündigt – weitere akustische Delikatessen folgen.
Benny Adrion, Initiator von Viva con Agua: „Die Millerntor Gallery ist als weltweit erste soziale Kunstgalerie in einem Fußballstadion die perfekte Verbindung aus dem FC St. Pauli und Viva con Agua. Für mich ist es ein Traum zu sehen, wie sich die vielen ehrenamtlichen Helfer, Künstler, Musiker, unterstützende Partner und Besucher für dieses großartige, soziale und kulturelle Event engagieren. Letztes Jahr kamen an drei Tagen durch über 4.000 Besucher mehr als 30.000 Euro für Viva con Agua zusammen. Wir sind gespannt, was in diesem Jahr passieren wird.“
MILLERNTOR GALLERY Vernissage: Do., 23. Mai 2013, 18 bis 24 Uhr Ausstellung: Fr., 24. Mai 2013, 18 bis 24 Uhr, und Sa., 25. Mai 2013, 12 bis 24 Uhr Eintritt: 2 Euro + Spende Ermäßigte und Kinder unter 16 Jahren: freier Eintritt
Wo ist die MILLERNTOR GALLERY zu finden: Millerntor-Stadion auf St. Pauli (Haupttribüne und Südkurve) Heiligengeistfeld 1, 20359 Hamburg
VfL Bochum – FC St. Pauli 3:0 (2:0) Tore: 1-0 Zlatko Dedic (25., FE), 2-0 Zlatko Dedic (37.), 3-0 Yusuke Tasaka (70.) Zuschauer: 26.072 (geschätzte 2.500 St. Paulianer)
Gastbeitrag von Daniel Gosch
Bochum. Laut Herbert Grönemeyer die „Blume im Revier“. Für mich als 1989er Jahrgang bildete das noch unbesuchte Bochum bisher eine undurchsichtige Mixtur aus eben genanntem Grönemeyer, bunt karierten Faber-Trikots, Starlight-Express und Dariusz Wosz. Klingt vielleicht wenig, aber wesentlich mehr Berührungspunkte gab es bisher nicht mit dieser Stadt.
Und dann kam Peter.
Die Geschichte beginnt freitagmorgens zur wirklich humanen Zeit von 10 Uhr, so dass vier Busse das Heiligengeistfeld verlassen. Das größte Problem war im ersten Moment das Wetter, welches ja derzeit in etwa so konstant auftritt wie unsere Helden in braun und weiß. Diverse Portale kündigten für den Bochumer Abend 8-10 Grad an, vorher sollten es bis zu 14 Grad werden. Kurze Hose? Zur Absicherung mit Stutzen? Ne, bloß Bochum nicht unterschätzen (sic!), also ein längeres Beinkleid gewählt.
Mit diesem fand sich schnell ein Platz, und sorgfältige „wann trink ich das erste Bier“-Planungen erledigten sich mit der direkt gereichten Mische. Die Fahrt war ziemlich entspannt, von Anfang an herrschte im Bus 2 eine gute Stimmung und trotz Pausen und einem kleineren Stau wurde um 16.15 Uhr der Gästeparkplatz in direkter Nachbarschaft zu „Starlight-Express“ erreicht.
Im dezent gräulich-wirkendem Bochum setzte sich die gute und entspannte Stimmung auch vor dem Stadion fort, auch wenn uns davon abgeraten wurde, ein Nachschubsbierchen am Kiosk um die Ecke zu holen.
So ging es recht früh ins sich langsam füllende „Rewirpower-Stadion“, welches mit „grau“ und „kompakt“ ziemlich ausreichend beschrieben ist. Im Endeffekt präsentierte sich St. Pauli mit einem vollen Stehblock und einem halb genutzten Sitzbereich, woran vor allem der Sitzpreis von 30 Euro Schuld sein sollte. Sympathiepunkte bekommt die Biersituation, da nicht nur Vollbier ausgeschenkt wurde, sondern dieses auch noch von einer Privatbrauerei stammte (Geschmack und Preis waren okay).
Doch nun: 18 Uhr, Anpfiff. Tabellenplatz 13 fordert den 15ten der Liga heraus, dabei trennen sieben Punkte Unterschied. Von Anfang an ein ziemlich schnelles Spiel, am „wollen“ – das wurde schnell klar – wird es heute nicht liegen. Chancen gibt es auf beiden Seiten (laut „Sky“ am Ende das Spiel mit den meisten Torschüssen dieser Zweitligasaison). In der 25. Minute klärt Torre wie öfter geschickt zum Elfmeter, Tschauni hüpft in die falsche Ecke und Dedic darf zum ersten Mal jubeln.
Trotzdem präsentieren sich beide Teams weiterhin ziemlich torgefährlich, bei St. Pauli fehlt – mal wieder – die letzte Entschlossenheit und ein wenig Glück in 2-3 Situationen. Bochum belohnt das eigene Engagement in der 37. Minute, wieder Tschauni gegen Dedic und wieder trifft Dedic.
Auch in der zweiten Hälfte bleibt es ein wirklich gutes Fußballspiel, richtig dicke Chancen gibt es weiterhin auf beiden Seiten. Leider ist der Rest der Geschichte schnell erzählt: in der 70. Minute trifft Tasaka zum spielentscheidenden 3-0 für Bochum. Die Heimfans erfinden nebenbei die Bochumer Variante des „Rooooar“, so klein habe ich mich persönlich erst im Dresdner Gästeblock gefühlt. Unser Block versucht dagegen zu halten und spielt ebenso wie die beiden Mannschaften die letzten 20 Minuten runter, unterm Strich war die Unterstützung der Mannschaft sehr vernünftig. Auch nach dem Abpfiff „feierte“ der Block weiter, die Mannschaft bedankte sich anständig ihre 10 Sekunden und verschwand in den Katakomben.
Nach dem Spiel stellte sich – wieder einmal – die Frage: was war das denn?
Gefühlt war es nicht so ein Ohnmachtsgefühl wie bei den (Auswärts-)Niederlagen am Anfang der Saison, die Mannschaft kann verdammt gut spielen und hat es schon einige Male gezeigt, jedoch sind solche 0-3 Abenteuer einfach nur unglücklich. Für mich haben wir nicht gegen Bochum direkt verloren, vielmehr gegen diese unglaubliche Euphoriewelle um und mit Peter Neururer. Zunächst einmal ist es verdammt schön ihn wieder am Spielfeldrand zu sehen, hätte ja auch ganz anders kommen können, und spätestens seit Freitagabend scheint es, als wäre es für Bochum die beste Entscheidung gewesen Neururer zu verpflichten. Diese Begeisterung im Stadion war spürbar, hat sich laut diverser Medienberichte auch auf die Stadt übertragen und zeigte sich hoffentlich nicht nur gegen St. Pauli sondern auch beim nächsten Heimspiel gegen Köln, denn für mich gehört der VfL definitiv in die 2.Bundesliga.
Trotzdem sind wir Konkurrenten, wir haben gerade mal fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und schon jetzt ist klar, wie undankbar dieser 16. Platz sein kann wenn man sich die Entwicklungen in der 3.Liga anschaut. Geht Aachen insolvent schmiert wahrscheinlich nicht nur Babelsberg ab, sondern wirbeln die ersten fünf Plätze der Liga munter durcheinander und ich denke niemand wünscht sich eine Relegation gegen wirklich gut funktionierende Karlsruher oder Münsteraner. Von daher gilt jetzt definitiv eine erhöhte Alarmbereitschaft, denn unser Restprogramm ist ja auch kein Selbstgänger.
Die Rückfahrt verlief ohne Vorkommnisse, beim Tippspiel im Bus gab es tatsächlich einen „Glücklichen“ mit dem richtigen Tipp (mein 2-9 Tipp war etwas zu exotisch, kaum eine Profimannschaft lässt sich ja heutzutage so abschlachten). Irgendwo auf der dunklen Autobahn fiel mir eine Situation vom Vormittag ein, als in der U-Bahn gerade ein Saxofonspiel ein paar Münzen einsammelte und ein ca. 10-jähriges Mädchen erstaunt fragte: „Wie kann jemand der ein Instrument beherrscht, arm sein?“
Genau diese fragenden, nahezu naiv-ungläubigen Gesichtsausdrücke gab es nach dem 3-0 überall im St. Pauli-Block. // Gastbeitrag von Daniel Gosch
FC St.Pauli – TSV 1860 München 3:1 (1:0) Tore: 1:0 Daniel Ginczek (34.), 2:0 Fin Bartels (70.), 2:1 Rob Friend (73.), 3:1 Fin Bartels (74.) Zuschauer: 28.892 (ca. 3.000 “Sechz’ger”)
Man hat mal wieder gesehen, dass Fußball ein Tagesgeschäft ist, Tagesform entscheidet, und eben nicht zuletzt diese Liga so ausgeglichen besetzt ist, dass Aussagen wie “So steigen wir ab!” oder ähnliches eine nur kurze Halbwertszeit haben.
Oder anders: Natürlich würden wir absteigen, wenn wir jedes Spiel so spielen würden wie in Regensburg oder Sandhausen oder den letzten 30 Minuten in Dresden. Wir würden aber eben auch aufsteigen, wenn wir immer so spielen würden wie gegen Kaiserslautern, bei 1860, nach dem 0:2-Rückstand gegen Dynamo oder eben über weite Strecken jetzt zuhause gegen die Löwen. Ähnlich äußerte sich auch der Löwen-Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, der ungläubig auf die Tabelle blickte, die uns als 13. auswies und sich nochmal versicherte, ob die denn auch aktuell sei.
Allein: Konjunktive sind im Fußball für die Tonne, denn wir tun weder das eine noch das andere und stehen in der Tabelle eben genau da, wo wir diese Saison auch hingehören, passt schon.
Das Team war jedenfalls von Anfang an wach und es zeigte sich früh, dass das von manchen befürchtete “Die schießen uns hier ab!” ob unserer Verletzten und der Auswärtsstärke der Löwen nicht eintreten würde. Trotzdem dauerte es, bis das Geburtstagskind Daniel Ginczek die erlösende Führung erzielte, nicht zuletzt weil er selbst kurz vorher noch eine hundertprozentige neben den Pfosten setzte. Trockener Kommentar hinter mir: “Ich hätte den gemacht!” Antwort von mir: “Tschauner auch!“.
Aber, wie gesagt, klappte dann ja auch so, dank Vorbereitung und Zuckerpass von Thy, Bartels und Daube.
In der zweiten Hälfte war es dann zwar etwas enger, aber dank Fin Bartels wurde das Ding dann ja locker nach Hause geschaukelt. Zu dessen Kopfballtor sagte Boller nach dem Spiel gewohnt sachlich: “Wir nennen ihn in Anlehnung an Hrubesch seit Jahren nur Horst, war klar dass er den macht!“.
Insgesamt war mein “Man of the match” allerdings Florian Kringe. Ganz großartige Leistung! Immer anspielbar, ackerte wie blöd nach hinten, verteilte klug die Bälle. Wenn (sic!) der immer so spielen würde, käme der problemlos auch noch in der 1.Liga unter. Tut er aber eben auch nicht, aber für uns reicht es dann hoffentlich auch noch für mindestens ein weiteres Jahr.
Ebenso ein Sonderlob für Dennis Daube, der mir nicht nur aufgrund der Vorarbeit zum 1:0 gut gefiel. Auch Lennart Thy kommt langsam in Schwung, von ihm erhoffe ich mir ja auch noch deutlich mehr und gestern war immerhin ein Anfang.
Was gibt es zum “Drumrum” zu sagen?
Das Spiel begann mit einer schönen Choreo in der Nord: “Wir kommen aus den Norden – Wir rauben und wir morden!”, Respekt an Nord-Support und alle Helfer.
Dürfte nicht allzuviele Vereine in Deutschland geben, in denen es damit in jüngerer Vergangenheit Choreos auf allen vier Tribünen, jeweils unabhängig voneinander, ohne Ganzstadionchoreo, gegeben hat.
Dafür gab es kein “Aux armes“. Ja, gehört irgendwie dazu und find ich auch immer gut, um nochmal allen Klar zu machen, dass jetzt bitte gesungen werden darf. Ist aber sicher auch vernachlässigenswert, wenn es einfach mal nicht passt.
Schöne Geste auch vom Verein, der in der Halbzeit den großartigen Song vom Fanclub Catalunya einspielte, da von den Jungs und Mädels einige im Stadion waren. Und da auch uns schon Nachfragen erreichten, hier gerne nochmal das Video:
Lässig auch der Drummer einer bekannten deutschen Band aus der Medizinbranche, der so um die 68.Minute zum Bierholen aufbrach und beim zurückkommen in der 75.Minute meinem “Hast nichts verpasst!” ein grinsendes “Nee, war wohl nichts los!” entgegnete.
By the way: Ist es eigentlich schlimmer, bei jenem Champions League-Wunder des BVB nach dem 2:1 für Malaga das Stadion zu verlassen, oder sich danach dann mit dieser “Leistung” auch noch bereitwillig von den Medien vorführen zu lassen, abgelichtet mit Trikot und dem Versprechen: “Sowas passiert mir nie wieder!”?
Tja, und dann war da noch der Gastverein, die Nummer zwei aus München. Meine Antipathie zu denen ist gewachsener Natur, begonnen hatte das vor unzähligen Jahren mal am Bökelberg, als wir im 1860-Gästeblock ziemlichen Ärger bekamen und seitdem gab es auch kaum Gründe, diese Antipathie wieder in Sympathie zu verwandeln.
Das Abendblatt hat am Samstag einen lesenswerten Artikel dazu verfasst, was dort alles falsch lief und bei uns in einer vergleichbaren Situation eben richtig gemacht wurde, inklusive einem kurzen Blick auf das gegenwärtige Chaos.
Gestern gab es dann einen prall gefüllten Gästeblock, der aber zumindest auf Höhe Block 2 der Gegengeraden nicht einmal zu vernehmen war. ProHT auf Twitter hatte aber immerhin sechs mal “Scheiß St.Pauli!” vernommen, wenigstens etwas.
Celtic-Fans waren auch zahlreich da, aufgrund der gestrigen Celtic & St.Pauli-Party im Knust. Einige waren bereits am Donnerstag Abend im Fanladen, wo dank der BASCH und dem St.Pauli CSC eine Veranstaltung der Green Brigade stattfand, in der über die Geschichte der Gruppe und die Repression gegenüber Fußballfans in Schottland berichtet wurde. Sehr interessanter Abend, der mehr Zuhörer verdient gehabt hätte, leider auch sehr erschreckende Szenarien dort.
P.S.: Einen besonders lesenswerten Beitrag gibt es bei denWochenendrebellen. Die ein oder andere Formulierung verlässt die St.Paulianische Definition der political correctness, aber ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen eines Berichts über ein Spiel unsererseits so gelacht, positiv gemeint.
Weitere Fußballteams
Das fast noch wichtigere Spiel gestern fand leider fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, das Derby in der Regionalliga Nord der U23 beim hsv.
460 Zuschauer verloren sich dank beschissener Spielansetzung durch die Hamburger Polizei in der Arena der vielen Namen, die Vorzeichen waren klar: Lt. Wikipedia reicht diese Saison Platz 15 zum Klassenerhalt, da der VfL Osnabrück wohl kaum noch aus der 3.Liga absteigen wird. Diesen 15.Platz hatten wir inne, sieben Punkte dahinter stand der SC Victoria und einen weiteren Punkt dahinter die Vorstadt, bei der diese Situation wohl lange unterschätzt worden war und kürzlich auch der Einsatz von acht Profis eine 1:4-Niederlage bei SW Rehden nicht verhindern konnte, bzw. vielleicht sogar mangels Einstellung erst herbeiführte.
Spielberichte gibt es zum Spiel genug, unterm Strich gab es einen Last-Minute-Sieg unserer Jungs, der die Vorstadt bei acht Punkten Rückstand zum rettenden Platz 15 verharren lässt, den derzeit Oberneuland inne hat, die auch noch zwei Nachholspiele haben. Das nenne ich mal ne Challenge.
Der SC Victoria hat nebenbei auch noch nicht aufgegeben, man erzielte (ohne Profileihgaben…) einen 4:2-Heimsieg gegen Rehden, wodurch der Abstand unserer Jungs auf den Abstiegsplatz weiterhin sieben Punkte beträgt.
Am Dienstag geht es um 18.30h am Millerntor(!) gegen den Tabellenführer Holstein Kiel, die Jungs freuen sich ganz sicher über zahlreiche Unterstützung.
Das schönste Bild des Tages steuerten übrigens unsere Coverhelden der 109 auf Facebook bei.
Die U19 empfing heute in der A-Jugend Bundesliga den Chemnitzer FC, welcher in tiefen Abstiegssorgen steckt. Durch das goldene Tor von Felix Drinkuth (41.) sprangen unsere Jungs auf den vierten Tabellenplatz, Glückwunsch!
Und für die größte Überraschung des Wochenendes sorgte die U15 in der C-Jugend Regionalliga. Die empfing nämlich als absoluter Außenseiter den überlegenen Tabellenführer aus Stellingen, der bisher aus 15 Spielen 14 Siege und ein Unentschieden geholt und auch das Hinspiel mit 6:0 deutlich für sich entschieden hatte.
Aber: An diesem Wochenende ging alles! 1:0 durch das Tor von Alexander Kaukart in der 46.Minute, sauber!
Handball
Big Points gab es auch für die 1.Herren in der Oberliga.
Gegen die SG Wift wurde in einem engen Match 23:21 in der Hölle Budapester Straße gewonnen, was auch überlebenswichtig war, da parallel Hohn/Elsdorf gegen Herzhorn gewann. (Was für Orte man hier alles kennenlernt…)
Die Tabellensituation ist damit zwei Spieltage vor Schluß sehr eng.
Drei Punkte Vorsprung (im zwei-Punkte-System) scheinen erst mal ganz komfortabel, allerdings gibt es am nächsten Samstag den großen Showdown in Hohn. Bei einer Niederlage ist es dann nur noch ein Punkt, die haben danach noch ein Heimspiel gegen Wift und wir müssen noch nach Bad Schwartau.
Wer also am nächsten Samstag noch sportliche Unterhaltung sucht, sollte sich nach Schleswig-Holstein aufmachen, es darf laut werden in der “Werner-Kuhrt-Halle”.
Die 2.Herren, ihrerseits im Abstiegskampf der Landesliga, holte beim Tabellendritten aus Ellerbek einen Punkt, der (wenn mich mein inzwischen erworbenes Wissen über Handballtabellen nicht trügt) gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt ist, da Rissen/Wedel gegen den Tabellenletzten aus Finkenwerder verlor und die zwei Punkte Vorsprung damit einen Spieltag vor Ende ausreichen, da man den direkten Vergleich gewonnen hat.
(In meinem nächsten Leben bastel ich Tabellensysteme für Sportarten, welch ein Spaß!)
Die 1.Damen hatte den Aufstieg in die Hamburg-Liga ja bereits am Montag durch ein 22:9 gegen Ellerbek klar gemacht, gestern vernichtete man dann Teutonia mit 30:11.
Nochmals Glückwunsch zum Aufstieg, viel Spaß und Erfolg schon mal für die Hamburg-Liga!
Rugby
Die 1.Herren eilt in ihrer ersten Bundesliga-Saison seit vielen Jahren weiter von Erfolg zu Erfolg. In der Meisterrunde gab es gestern (vor ca. 100 Zuschauern) einen 70:7 Erfolg an der Saarlandstraße gegen den Berliner SV, womit man kurzfristig sogar auf Platz 3 der Gruppe Nord vormarschieren konnte.
Am nächsten Samstag spielt man an gleicher Stelle um 16.00h gegen den Berliner RC.
Dart:
Jajaja, weiter geht’s!
Die Dartpiraten sind ebenfalls Derbysieger, den hsv3 besiegte man mit 9:3 und bleibt souverän an der Tabellenspitze.
Ich fasse zusammen:
Profis: 3:1 gegen 1860
U23: 2:1 in Mordor in der 89.Minute
U19: 1:0 gegen Chemnitz
U15: 1:0 gegen bisher ungeschlagenes Mordor
Handball – 1.Herren: 23:21 und zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt
Handball – 2.Herren: Auswärtspunkt beim Dritten und Klassenerhalt
Handball – 1.Damen: 30:11 und Aufgestiegen!
Rugby – 70:7!
Dart: Derbysieger!
Es gab schon schlechtere Wochenenden… und wären wir ein Staat, würden wir das Wochenende wohl für die nächsten Jahre als Feiertag im Kalender vermerken.
Da wir das nicht sind, bliebe als Alternative noch, jetzt jedes Wochenende eine Celtic-Party zu feiern… allerdings dürfte dies wohl auf Dauer zu anstrengend sein.
Apropos anstrengend: Wer dann am nächsten Sonntag (21. April) noch nichts vorhat, darf sich gerne an der Marathon-Strecke platzieren und (neben sicher auch vielen anderen St.Pauli-Läufern) u.a. dem einen Drittel vom MagischenFC-Blog und mir “Lauf schneller, Du Sau!” ins Gesicht kreischen. Kommt insbesondere auf den Kilometern 33-40 immens gut an. // Frodo
Dynamo Dresden – FC St.Pauli 3:2 (0:0) Tore: 0:1 Florian Mohr (50.), 0:2 Daniel Ginczek (53.), 1:2 Filip Trojan (62.), 2:2 Anthony Losilla (66.), Sebastian Schuppan (77.) Zuschauer: 29.193 (ca. 3.000 St.Paulianer)
Mäh… so ne Kacke.
Mit nem Sieg wäre man alle Sorgen los gewesen, selbst ein Punkt wäre gut gewesen… und nun sowas. Ich war selbst nicht da, zum Thema Stimmung vor Ort oder typische Dresdner Begleiterscheinungen (man beachte die Herren rechts, die eben auch genau dort stehen) lese man also bitte die Berichte der bekannten Kollegen. (Und ja, es gibt sehr lobenswerte Projekte und Entwicklungen bei Dynamo, wie Elbkicker oder 1953 International, aber zumindest gegen uns kommt dann eben auch das ganze braune Pack wieder ans Tageslicht.)
Am Ende werden sich (neben Regensburg, die haben bei noch sechs Spielen 15 Punkte Rückstand auf uns) wohl noch zwei weitere Teams finden, die sich dümmer anstellen als wir, aber Samstag hätte man da eben für mehr Planungssicherheit sorgen können und gab dies recht fahrlässig weg.
Dann werden eben Samstag jetzt erst recht die Löwen weggehauen, die mag ich eh nicht.
Sonstiger Fußball
Die U23 hatte bereits Freitag ihren Auftritt an der Hoheluft, zu Gast war der ebenfalls abstiegsbedrohte FC Oberneuland aus Bremen. Es endete mit einem 0:0, was jetzt erst mal kein Grund zum Jubeln ist, da man den Gegner (der den ersten eventuellen Abstiegsplatz belegt) mit einem Sieg auf sechs Punkte Rückstand hätte bringen können, aber (siehe 1.Mannschaft) eben auch besser als ne Niederlage. Wir haben jetzt 25 Punkte, der FCO kommt auf 22.
Langsam interessant wird der Blick auf unsere Lokalrivalen. Während der SC Victoria (18Pkt) durch die Niederlage in Wilhelmshaven immer tiefer ins Abstiegsnot gerät, gehen beim hsv sogar langsam die Lichter aus. Beim BSV Schwarz-Weiß Rehden trat am Sonntag eine Truppe an, die mit Bruma, Kacar, Rajkovic, Sala und Jiraczek fünf Spieler dabei hatte, die sich selbst wohl eher in der Bundesliga sehen. Die gute Nachricht für Stellingen: Es gab kein 9:2, aber das tatsächliche 4:1(!) für Rehden dürfte trotzdem kaum für Freudensprünge gesorgt haben. Mit 16 Punkten gehen die Nachbarn damit ins Derby gegen uns nächste Woche, welches leider parallel zum Spiel unserer Profis stattfindet. Der hsv spielt mit seiner ersten Mannschaft um 15.30h in Mainz.
Die Jungs freuen sich bestimmt trotzdem über jede Unterstützung, wer also evtl. keine Karten fürs Millerntor hat sollte um 13.30h an der Volkspark- AOL- HSH-Nordbank - Imtech Arena sein.
In der A-Jugend-Bundesliga spielte die U19 gegen Energie Cottbus, erstmals an der (hoffentlich nur vorübergehend) neuen Heimspielstätte, am Königskinderweg. Timo Stegmann sorgte mit seinem Tor in der 29.Minute für den 1:0-Sieg, der damit auch endgültig den Schlußstrich unter das Saisonziel Klassenerhalt zog.
Übrigens ist auch hier der Nachbar noch lange nicht durch, die 0:3 Niederlage gegen den VfL Wolfsburg bedeuten weiterhin 22 Punkte und damit nur zwei mehr als RW Erfurt auf dem ersten Abstiegsplatz, die noch zwei Nachholspiele haben.
In der B-Jugend-Bundesliga bekam es die U17 ebenfalls mit Cottbus zu tun, schnitt beim 0:2 aber leider schlechter ab, was bei 13 Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz aber egal ist.
Trotzdem ist auch hier der “Hamburger Blick” ganz interessant, denn Eintracht Norderstedt gewann gegen Dynamo Dresden mit 1:0 und hat auf eben jene und damit das rettende Ufer jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand.
In der C-Jugend-Regionalliga holte die U15 einen 6:1-Erfolg beim Eimsbütteler TV und bleibt damit im gesicherten Mittelfeld der Tabelle, ohne Sorge.
Fairer Weise sei erwähnt, dass zumindest in dieser Liga der hsv das Maß aller Dinge ist. Aber vielleicht wechseln die ja zur nächsten Saison auch alle zu uns…
Handball
Zunächst sei an das Spiel der 1.Herren erinnert, die am kommenden Samstag um 19.30h an der Budapester Straße die SG Wift empfangen und mit einem Sieg einen gigantischen Schritt zum Klassenerhalt in der Oberliga schaffen würden. Also zunächst die Löwen weghauen, dann alle hin da!
Jetzt Montag, 8.April, spielt die 1.Damen ihr Spiel gegen Ellerbek 2 und wird dort wohl aller Voraussicht nach vorzeitig den Aufstieg in die Hamburg-Liga klarmachen. Wer also Zeit hat, schaue dort vorbei, wird sicher feuchtfröhlich. Anwurf um 20.30h in der Thedestraße 100.
Die 2.Damen trat gegen den souveränen Tabellenführer THB Hamburg an (16 Spiele, 16 Siege) und hielt die Partie lange offen, musste sich dann aber doch mit 18:21 geschlagen geben.
Rugby
Und während sich sicherlich ein Großteil von Euch in Dresden oder vorm TV an der Darbietung unserer Jungs bis zur 62.Minute erfreute, hab ich mir das Rugby-Länderspiel Deutschland – Schweden angeschaut. Zwar kein direkter St.Pauli-Bezug, aber die Mithilfe der Abteilung unseres Vereins war an zahlreichen Stellen unübersehbar.
Nach recht kurzfristiger Verlegung von der Hoheluft nach Hagenbeck und sehr übersichtlicher Anzahl von Werbemaßnahmen, dürften die Veranstalter mehrfach Petrus für das hervorragende Wetter gedankt haben. So tummelten sich offiziell 3.500 Zuschauer auf der Anlage, was für ein Rugby-Spiel in Deutschland wohl ewig nicht mehr erreicht worden war. (Ich hab hier aber nur die Aussage des Nationalcoachs gelesen und keine Statistik gesehen, also ohne Gewähr.)
Das 73:17 war insgesamt recht ansehnlich, bei schönstem Sonnenschein und großartigem Sport. Wer da sieht, wie sich die Jungs da kurz schütteln, nachdem sie von 300kg (verteilt auf vier Schultern) über den Haufen gerannt wurden, kann sich eigentlich nie wieder ernsthaft ein Fußballspiel in den höheren Ligen anschauen, ohne die sich am Boden liegenden und windenden Spieler lauthals auszulachen.
Ich bin da, auch durch die Spiele der St.Pauli-Frauen, zumindest so regelfest um die gröbsten Zusammenhänge zu erkennen. Aber das da fröhlich weiter gespielt wird, obwohl je ein Spieler beider Teams von je zwei Sanitätern behandelt werden, war dann auch mir neu. Und die Schiedsrichter lassen dann auch nicht nur den jeweiligen Spielzug zuende laufen, sondern setzen das Spiel dann auch nach Unterbrechungen munter fort, obwohl da mitten auf dem Feld “noch was im Weg liegt“. Eine schwere Knöchel-Verletzung und mindestens zwei gebrochene Nasen konnten per Ferndiagnose ausgemacht werden, Aua.
Wer mehr wissen will, dem sei dieser Bericht auf totalrugby.de empfohlen, oder dieses Video des NDR.
Einen Kritikpunkt muss ich dann doch noch loswerden: Die Preis-/Einlaßpolitik. 12,-€ für Erwachsene sind… nun ja, für ein Länderspiel sicher nicht völlig überteuert, aber auch kein Schnäppchen.
Ärgerlich für mich aber war, dass tatsächlich auch Kinder unter sechs Jahren nicht umsonst reingelassen wurden, sondern man dann gleich eine Familienkarte für 18,-€ erwerben musste. Da mit dieser Familienkarte auch gleich ein Erwachsener mit zwei Kindern rein durfte, würde ich auch die offizielle Zuschauerzahl nur mit Vorsicht genießen, denn eigentlich ist die Anlage nur für 2.400 Zuschauer ausgewiesen.
Und da die Nationalmannschaft größtenteils aus Spielern aus Heidelberg (zwei Teams) und Neuenheim besteht, kann dann auch noch ein Spiel der Meisterrunde der Bundesliga stattfinden. Und siehe da: Unsere 1.Herren gewann heute bei Germania List mit 32:16 und ist auf dem besten Weg ins Viertelfinale. (Oder hat es sogar schon rechnerisch erreicht, ich gebe gerne zu durch die Punktewertung in der Runde nicht so ganz durchzusteigen.) // Frodo