VdS – Sp34 – SV Darmstadt 98

Thomas von boelle.org will unbedingt mit Darmstadt 98 aufsteigen, damit sich der Verein sanieren kann. Ich will unbedingt mit dem FC St. Pauli nicht absteigen, damit Ruhe im Karton ist. Beste Vorraussetzungen für ein flottes Gespräch vor dem letzten Spieltag der Saison. Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächste Woche, Thomas! // Michael

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NdS – Sp33 – VfL Bochum

Hach, was war das schön am Sonntag. Mit 5-1 im letzten Heimspiel der Saison den VfL Bochum niedergerungen. Und andererseits so verstörend. Noch immer sind wir nicht gerettet und der Ligaverbleib steht nach wie vor in den Sternen. Alle da unten wollen irgendwie drin bleiben – was verständlich ist. Nun müssen wir am Sonntag zum bärenstarken Aufsteiger nach Darmstadt, der immerhin noch direkt in die Bundesliga aufsteigen will und auch kann. Supportet, drückt die Daumen, dann schaffen wir das! Nach den letzten Spielen wäre ein direkter Abstieg oder die Relegation eine große Enttäuschung. Heute sprach ich wieder mit Marcel vom VfL Bochum. Viel Spaß beim Anhören!

Danke für deine Zeit und bis nächste Saison, Marcel! // Michael

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33.Spieltag (H) – VfL Bochum

FC St.Pauli – VfL Bochum 5:1 (2:1)
Tore: 0:1 Michael Gregoritsch (4.), 1:1 Lennart Thy (34.), 2:1 Marcel Halstenberg (45. +1), 3:1 Christopher Buchtmann (49.), 4:1 Lennart Thy (52.), 5:1 Waldemar Sobota (83.)
Zuschauer: 23.584 (ca. 2.000 Gästefans)

Die Tabelle nach dem 30.Spieltag, an welchem wir bekanntlich in Heidenheim verloren hatten:

2.Liga-Tabelle nach dem 30.Spieltag - kicker.de

2.Liga-Tabelle nach dem 30.Spieltag – kicker.de

(Achtung: Der Punktabzug für Aalen (2) ist schon drin, der für Sandhausen (3) noch nicht.)

Und da gab es dann diesen Tweet, der für Belustigung sorgte:

Und nun? Wir haben die prophezeiten neun Punkte sogar schon nach den ersten drei Spielen, das Spiel in Darmstadt steht noch aus… und wir stehen gerade mal einen kümmerlichen Punkt über der Relegation, sogar nur zwei über dem direkten Abstiegsplatz.

Der FSV Frankfurt hat aus seinen acht(!) Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in nur drei Spielen einen direkten Relegationsplatz gezaubert, St.Pauli hat trotz dreier Siege von Punktgleichheit mit dem Relegationsplatz jetzt lediglich einen Punkt Vorsprung auf diesen.
Die Punktausbeute aus den drei Spielen im Einzelnen:

  • FC St.Pauli: 9
  • Erzgebirge Aue: 7
  • SpVgg Greuther Fürth: 6
  • TSV 1860 München: 6
  • VfL Bochum: 6
  • SV Sandhausen: 4 (abzgl. 3 für Lizenzverstoß)
  • VfR Aalen: 3
  • FSV Frankfurt: 0

Zum Vergleich: Aufsteiger Ingolstadt holte vier Punkte, Darmstadt sechs, der KSC drei und die Region gerade mal einen Punkt.

Heißt auch: Die drei Punkte in Darmstadt werden dringend benötigt, wenn man denn die Relegation unbedingt vermeiden will (in der es nebenbei ja nun definitiv gegen Holstein Kiel gehen würde).
Wenn man „nur“ nicht direkt absteigen will, so ist immerhin noch ein Punkt Pflicht, was bei den aufstiegswilligen Darmstädtern ja nun auch noch lange nicht garantiert ist. Aber die Ausgangslage vor dem Spiel in der Region war ähnlich, das Ergebnis ist bekannt. Und Jan-Philipp Kalla schuldet dem MillernTon bekanntlich noch zwei Tore, eines davon per Fallrückzieher. Läuft bei uns…

Der Sonntag begann mit ÜBERSTEIGER-Verkauf. Ich hatte am Tag zuvor bereits meinen „Oh… Mist!“-Moment in Verbindung mit dem Heft, als Junior (7) mit seinem besten Kumpel spielte, dessen Mutter ihn dann abholte und Junior im Verabschieden zum Heft griff und ihm stolz: „Guck mal: Fick Dich, 3.Liga!“ vorlas.
Ähm… ja, bedröppeltes Schweigen, höfliches Weglächeln, Schulterzucken und „Jaha, Fußball und so… Tschühüs, bis nächste Woche!“. Und ein kurzes Vater/Sohn-Gespräch über günstige und weniger günstige Zeitpunkte für Vorlesen von Fußballmagazinen sowie eine Notiz an mich selbst, dass die Zeit doch ganz schön war, als er noch nicht lesen konnte.
Doch das war ja noch nichts im Vergleich zum Verkaufstag. Ein siebenjähriger, der fröhlich lächelnd ein „Fick Dich, 3.Liga!“-Cover zum Verkauf anbietet scheint ein unwiderstehliches Fotoobjekt zu sein. Hatte ich so vorher auch nicht bedacht. Da sieht man mal, in was für Situationen einen diese spielerischen Darbietungen unserer Jungs in dieser Saison gebracht haben… okayokay, ich gebe zu, es scheint auch potentiell dramatischere Folgen zu geben.
Ansonsten lief der Verkauf des Heftes dank eines größtenteils regenfreien Tages recht gut. Und dann war da noch der Herr, der mich mit „Scheiß Cover, hätte ich ja sonst gern gekauft.“ begrüßte. Nun ja, trotzdem ausverkauft.

Vor dem Spiel dann auch noch die üblichen Klönschnacks, unter anderem mit unserem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden:
F: „Und? Läuft?“
AR: „Boah, ich bin so nervös!“
F: „Echt? Nee, ich bin total tiefenentspannt. Ich gebe zu, ich hab nicht wirklich realisiert das wir nach dem Spiel 18.sein könnten, hihi!“
Ja, hihi, sehr witzig… wenn ich da mal schon die Blitztabelle nach zehn Spielminuten gekannt hätte.

Es kam dann noch die Verabschiedung der Spieler die uns verlassen, was insgesamt recht verhalten ablief. Lag zum Einen sicher daran, dass der Verein darauf verzichtet hatte vorher auf die zeitliche Planung hinzuweisen, so dass sich viele wohl darauf verlassen hatten, dass es direkt vor dem Anpfiff passieren würde. Dadurch fand das Ganze eine halbe Stunde vor Anpfiff vor halbleeren Rängen statt, sehr schade.

Zum Anderen lag es sicher auch an den zu verabschiedenden Personen:
Mach es gut, Dennis Daube! Einer, den man seit der Jugend verfolgt hat, der immer ein riesiges Talent hatte, der dann aber beim Durchbruch von Verletzungen zurückgeworfen wurde und jetzt den nächsten Schritt machte… um dann den Verein zu verlassen. Kein Abschied im Groll, im Gegenteil, ich wünsche ihm alles erdenklich Gute. Aber Dennis hat sich eben in all den Jahren auch immer sehr zurückgehalten, was die Fanszene anbelangt, war keiner der sich in der Öffentlichkeit nach vorne drängt – da fällt dann so ein Abschied vielleicht auch leiser aus, als es ihm ganz sicher zugestanden hätte. Viel Glück in der Alten Försterei!
Tja, und danach Philipp Tschauner. Wäre er in einer der beiden vorherigen Sommerpausen gewechselt, so wäre der Abschied sicherlich emotionaler geworden. So aber hatte er sportlich den Vergleich mit Robin Himmelmann verloren und der Wechsel nach Hannover erscheint von außen doch irgendwie merkwürdig. „Auf der Bank sitzen können hätte er doch auch bei uns“ mag man sich denken. Inwieweit da gekränkte Eitelkeit oder bessere Verdienstmöglichkeiten reinspielen, wissen nur die Beteiligten, zumindest nach außen hat immerhin keiner schmutzige Wäsche gewaschen und so wird es hoffentlich auch bleiben. Mach es gut, Tschauni, alles Gute auch für Dich! Das Foto von Dir und Junior beim Training wird ewig einer meiner Desktophintergründe bleiben, ebenso wie Grönis Hintertorfoto von jenem Kopfball gegen Paderborn.
Fast hoffe ich ja, dass es Hannover doch noch erwischt. Zum Einen, da das für Dich die Möglichkeit geben könnte, nächste Saison dort die Nr.1 zu sein, zum Anderen, weil es dann für uns eine weitere kurze Auswärtsfahrt gibt und Du auch nächste Saison wieder am Millerntor sein wirst (unseren Klassenerhalt mal vorausgesetzt).

Und dann: Die sportlich wohl erfolgreichste Karriere, die je beim FC St.Pauli endete:

„Wir brauchen keinen Ronaldinho, wir brauchen keinen Becks – wir ham den Florian Kringe, der Fette mit die 6.“

Florian Kringe. Deutscher Meister, Pokalsieger, BVB-Legende – und dann halbleere Ränge und ein Film auf der Videowall während der Regen einsetzt, so dass er ihn nicht mal auf dem Platz zuende schaut um danach im Applaus zu baden. Schade und irgendwie stellvertretend für diese Saison bei ihm, bei der die Hüfte einfach nicht mehr mitmachen wollte. Alles Gute auch Dir, Flo, wo auch immer es Dich jetzt beruflich hinzieht.

Zurück zu „Auffem Platz!“: Da war er plötzlich, der 18.Tabellenrang.
Katastrophenfehlpass von Christopher Buchtmann, Zweikampf bis zur Selbstaufgabe von Sören Gonther… und dann lässt Aytekin Vorteil laufen und Gregoritsch macht das Tor.
Echt, Deniz! Da machste einmal in Deiner Schiedsrichterkarriere was richtig, dann ist es natürlich gegen uns, pfff. Okay, zu seiner Ehrenrettung sei gesagt: An ihm lag es gestern nicht, dass wir… 5:1 gewonnen haben.
(Übrigens in meiner Erinnerung das erste Mal, dass ein Schiedsrichter am Millerntor bereits bei der Namensnennung mit Pfeifkonzert begrüßt wurde. Wer macht denn nur sowas, woher kommt dieser Hass? *hust*)

Und Gregoritsch: Wieder dieses demonstrative Nicht-Jubeln, wie ich sowas hasse. Da lobe ich mir Max Kruse, der bei seinem Assist gegen Werder aber mal alles rausschreit.
(Davon ab: Starker Auftritt vom „Gregerl“ gestern. Hatte ich ihm bei seinem Weggang im letzten Sommer nicht wirklich hinterhergetrauert, so hat er sich in Bochum offensichtlich zu einem guten bis sehr guten Zweitligastürmer entwickelt. Fußballerisch waren die Anlagen sowieso immer da, nun hat es wohl auch im Kopf Klick gemacht. Bin gespannt, wie weit sein Weg jetzt noch gehen wird, da ist sicher immer noch Luft nach oben in der Karriere.)

Also, bange Blicke, leichte Nervosität – und ich immer noch tiefenentspannt. Stubser von der Seite: „Aalen führt!“ – Schulterzucken – „Was bist Du denn so ruhig, verdammt?“ – „Wird schon…“
Herrlich, diese innere Überzeugung. Und eben auch die Gelassenheit, Gegebenheiten notfalls zu akzeptieren, auch wenn sie noch so doof sind, weil man eben weiß das dieser Verein auch in der 3.Liga weiterleben wird und nicht gleich durch einen Abstieg sein einziges Alleinstellungsmerkmal verliert. (Ja, wäre scheiße, wäre schlimm, will keiner… aber wenn es so weit käme, wird es trotzdem weitergehen.)

Aber dann kam es, wie es kommen musste: Freistoß Kalla, Kopfball/Rücken Gedengel Ziereis & Halstenberg, Volley Thy – Tor. TOOR! TOOOOOR! #ThyAmo!
Und weiter, immer weiter – Freistoß Kalla, Kopfballgedengel Sobiech, Verlängerung Thy, Halstenberg – BÄMM!!! Von zehn Versuchen gehen neun auf die nackte Nordkurve, aber dies war eben der Zehnte und der schlug ein. Und mal ehrlich: Auch wenn man noch so in sich ruht und optimistisch ist, so war das natürlich schon ein immenser Befreiungsschlag für das Nervenkostüm. Püschologisch wichtiger Zeitpunkt und so, ihr kennt das von Marcel Reif.
Halbzeit. Sacken lassen. Die restlichen ÜBERSTEIGER verkaufen.

Anpfiff, Buchti… Buchti… BUCHTI… BUCHTIIIIIIIII! 3:1, Deckel druff, wie geil! Erneut wie aus dem kleinen Ein-Mal-Eins des „Gegner zermüben“ abgemalt, bevor die Bochumer es auch nur wagen konnten zurückzuzucken. Ich hatte ja zwischendurch schon befürchtet, er wäre aus dubiosen Umständen bei Ewald in Ungnade gefallen, weil er doch recht lange an die U23 verliehen war und bei seinem Fehlpass zum 0:1 wäre er sicher selbst liebend gerne in ein Erdloch versunken, aber so kommt man dann eben zurück. Und wenn man in so einem Spiel 2:1 führt geht er Ball eben dank einer leichten Abfälschung rein, wenn es in der 91. 0:1 oder 1:1 gestanden hätte wäre er dank einem Zitterfuß vielleicht vorbei gegangen.
So ist Fußball, 1.910,-€ ins Phrasenschwein.

Dann ein Zuckerpass Daube, #ThyAmo Teil 2 und zu guter Letzt durfte auch Sobota noch zeigen, was er kann.

Aber: Schon beim 5:1 war es irgendwie eine verhaltene bis komische Stimmung im Stadion, auch nach dem Abpfiff feierte man eher mit angezogener Handbremse, dank Smartphones war der Sieg der Münchner Löwen eben den meisten schon bekannt. Zwar hatte die Kicker-App lange noch ein 2:2 vorgegaukelt (Nein, keine Diskussion über das Abseits-Tor, sowas passiert), aber wer stattdessen iLiga (oder neuerdings: OneFootball) vertraute, wusste Bescheid. Es war also klar: Wir müssen in Darmstadt noch was holen, selbst ein direkter Abstieg ist weiterhin möglich.
Sowas kann schon mal auf die Stimmung drücken. Auch wenn ich ja weiterhin tiefenentspannt bin…

Für Tschauni und Daube gab es dann zumindest noch eine kleine Extra-Verabschiedung, Held der Nach-Spielzeit war aber sicher die kleine Tochter von John Verhoek, ein echtes Feierbiest.

Tja, und nun ist man im Endeffekt so schlau wie zu zuvor. Alles drin am Sonntag.
Immerhin ist die Reise gesichert, der Sonderzug fährt unabhängig vom Streik bei der Bahn, Zug- und Eintrittskarten sind allerdings heiß begehrt.
Alle hin da, Böllenfalltor rocken, Sommerpause. Oder… naja, erzähl ich dann nächste Woche. // Frodo

Links:
– Fotos Stefan Groenveld “3 Punkte und doch nichts so richtig gewonnen.
– Fotos USP
– Bericht Grenzenlos St.Pauli: “Nichts genaues weiß man nicht.
– Bericht Schunino: “Statistisch gesehen…
– Bericht und Fotos BeebleBlox: “Rettungsring und Strohhalm
– Bericht South End Scum: “Matchday 33” (English)
– Bericht Yorkshire St.Pauli “Eins, zwei, drei, vier… Thümped!” (English)
– Bericht Sitz[blog]ade: “Der Heilige Ewald, Part II
– Bericht und Fotos Kleiner Tod: “Alles gegeben. Ob es reicht…
– Bericht Blocknachbarn: “Am Ende siegt immer König Ewald
– Bericht Hamburg ist Braun-Weiß: “Ein großer Schritt zum Klassenerhalt
– Bericht Fangirl 1910: “Thyamo
– Bericht St.Pauli Streets: “Matchball

Und sonst so:

Die U23 holte im vorletzten Punktspiel der Saison einen 3:0-Erfolg beim VfB Oldenburg, der aber immerhin nach einer durchwachsenen Saison auch nicht mehr absteigen kann. Saisonabschluss (und vorerst letztes Spiel in Norderstedt) ist dann am Freitag Abend um 19.30h gegen den Tabellenfünften, ETSV Weiche Flensburg.
Aktuell stehen unsere Jungs auf Platz 9, Flensburg hat aber auch nur zwei Punkte mehr, da könnte man sich also noch leicht verbessern und auch Meppen, Norderstedt und Lübeck ggf. noch überholen. Alle hin da, die Jungs haben sich das diese Saison echt verdient.
Im Aufstiegsrennen ist es jetzt übrigens ein Zweikampf zwischen Werder und Wolfsburg. Die Bremer spielen Samstag beim BV Cloppenburg, der nur einen Punkt über den Abstiegsplätzen steht, Wolfsburg gastiert in Rehden und hat einen Punkt (und neun Tore) Rückstand. Theoretisch ist auch der hsv noch im Rennen, bei drei Punkten und zehn toren Rückstand (Werder gewann am Wochenende 7:0 gegen den Tabellenletzten FT Braunschweig) ist es aber eben auch nur Theorie. Allerdings spielt der hsv gegen Gsloar, eben jenen Verein der nur einen Punkt Rückstand auf Cloppenburg hat und den ersten Abstiegsplatz belegt.

Die U15 spielt ja in der höchsten Spielklasse (Regionalliga Nord) eine super Saison, musste aber am letzten Wochenende die Tabellenführung nach einem überraschenden 2:5 bei Eintracht Norderstedt an Werder Bremen abgeben.
Bei eben jenen Bremern gelang am Samstag aber nun ein 2:1-Sieg (Tore: Kilian Ludewig und Lukas Krüger), mit dem man zwei Spieltage vor Schluß wieder von der Spitze winkt.
Nächster Spieltag ist am 30.Mai, ausgerechnet das Derby. Unser Nachbar liegt nur fünf Punkte hinter uns auf Platz 3, könnte also spannend werden.
Anstoß ist dann um 14.00h am Brummerskamp.

Nächster Termintipp: Direkt im Anschluss, um 16.00h, findet am 30.Mai ein besonderes Freundschaftsspiel statt: Die 2.Alte Herren des FCSP spielt gegen “Progressive Toumbas“, einem linken, selbstorganisiertem Team aus Griechenland.
Im Juni letzten Jahres gab es in Griechenland das “Hinspiel”, Berichte davon und ein Video findet Ihr hier:
http://www.fcstpauli.com/home/sporttreibende/news/5515
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2014/06/16/super-friendly-proodeftiki-toumbas-4-fc-sankt-pauli-2-alte-herren-1/
https://stpaulithess.wordpress.com/2014/06/16/
http://www.proodeutikitoumpas.gr/news1/836-report-proodeutiki-toumpas-st-pauli-2alte-herren.html
https://www.youtube.com/watch?v=0iKWFkzBqlk&feature=youtu.be

Und noch ein paar Tage länger hin, eine Veranstaltung zur Unterstützung der Roten Flora, die wir hier gerne verlinken:

Die sommerliche Flora Baustelle nehmen wir zum Anlass, am 11.07.15 ab 10:00 auf den Kunstrasenplätzen an der Feldstraße verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Projekten zusammen zu bringen und gemeinsam auf einem Platz zum Kicken zu bewegen. Geplant ist ein Kleinfeldturnier mit Teams unterschiedlichster Couleur. Begleitet wird dieses wunderbare sportliche Ereignis durch Mucke vom Band; kühles Bier und feste Nahrung werden ebenso geboten. Abends wird es in den Fanräumen des Millerntorstadions noch die Möglichkeit geben, die geschundenen Beine zu den Klängen von Kein Hass Da, Arrested Denial und Jesus Skins zum Tanzen zu bringen.

Da wir keine Start- oder Teilnehmer_innengebühr nehmen wollen, werden das Turnier und der daraus resultierende Solibeitrag zur Baustelle ausschließlich durch die Getränke und den Essensverkauf finanziert. Kommt also ordentlich durstig und hungrig.

Für Anmeldungen oder Fragen wendet euch gern an folgende Emailadresse:
ffacup@gmx.de oder via facebook unter FloraFootball Alltogether

Wir freuen uns auf einen großartigen Tag mit tollen Menschen!

Flora Football Altogether

Flora Football Altogether

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Ohne Liebe keinen Fußball

Unter dem Titel „Fußballromantik – nichts als Nostalgie?“ trafen sich auf der Eröffnungsveranstaltung von Fußball und Liebe, das Festival von 1910 e.V. am Donnerstag hochkarätige Fußballfunktionäre und Fans zu einer Podiumsdiskussion.

Unter der souveränen Leitung von Christoph Nagel (1910 e.V., Viva St. Pauli-Schreiber und Buchautor) war sich das Podium aus Andreas Rettig (scheidender DFL-Geschäftsführer), Axel Hellmann (Finanzvorstand von Eintracht Frankfurt), Sandra Schwedler (FCSP-Aufsichtsratsvorsitzende), Michael Oenning (ehemals Trainer 1. FC Nürnberg und HSV), Stuart Dykes (FC United Manchester) und Wolfgang Niedecken (BAP und bekennender 1.FC Köln-Fan) schnell einig, dass Fußball ohne Romantik keinen Bestand hat. Oder in den Worten von Andreas Rettich, Fußball sei für ihn zu Beginn ein schöner Nachmittag mit Freunden im Stadion seines Lieblingsclubs, Pappbecher, Bratwurst und Bier gewesen. Für Wolfgang Niedecken geisterte Hans Schäfer durch sämtliche Radioberichte über Fußball, egal ob als Torschützenkönig der Oberliga West oder als Nationalspieler. Er war für Klein-Wolfgang wie Tarzan oder Elvis. Daher konnte der spätere Rockstar nur 1. FC Köln-Fan werden, obwohl sein Nachbar der berühmte Präsident von Fortuna Köln Jean Löring war.

Wolfgang Niedecken - (c) Arne Andersen

Wolfgang Niedecken – (c) Arne Andersen

Alle waren sich auch einig, dass eine Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen zerbrechen kann, die Liebe zum Lieblingsverein aber ewig hält. Allerdings kann diese Liebe auch Risse bekommen, wie Stuart Dykes ausführte. „Sein“ Manchester United verwandelte unter dem US-amerikanischen Investor Glazer die Fans zu Kunden. Bier und Fahnen waren nicht mehr erlaubt, Sitzplätze Pflicht, die Dauerkarte wurde für den normalen Fan fast unerschwinglich.
Das Durchschnittsalter der Dauerkartenbesitzer liegt bei ManUtd bei 51 Jahren, Tendenz steigend. Junge Fans im Stadion – Fehlanzeige. Diese von Profitinteressen verschmähte Liebe führte dazu, dass Dykes mit Freunden einen neuen Fußballclub gründete: FC United Manchester. Der Bericht von Dykes war für mich der Höhepunkt der Veranstaltung. Als neu gegründeter fanbasierter Club griff er auf die Anfänge des Vereinswesen zurück. Über 300 Volunteers sorgten an den Spieltagen für einen reibungslosen Ablauf. Die Ticketpreise seien moderat und die Preise für die Dauerkarten könnten die Fans selbst festlegen (Als Minimum gelten 80 Pfund). Zwar sprachen in der Schlussrunde einige Diskutanten vom zunehmenden Einfluss von Fans auf die Vereine, doch was diese Fankultur für Deutschland und auch für den FC St. Pauli bedeutet, wurde leider nicht vertieft.

v.l.n.r.: Rettich, Oenning, Hellmann, Schwedler, Nagel, Niedecken, Dykes

v.l.n.r.: Rettig, Oenning, Hellmann, Schwedler, Nagel, Niedecken, Dykes – (c) Arne Andersen

In einem wichtigen Diskussionsbeitrag beklagte sich Oenning über den zunehmenden Druck gerade auch für die Trainer. Es gelte das hire and fire – Prinzip und häufig würden neue Trainer nicht nach der Philosophie – soweit sie denn eine haben – eines Clubs ausgesucht, sondern die Auswahl hafte einer gewissen Beliebigkeit an. Auch beklagte er, dass zu wenig für die Identifikation der Spieler mit den Vereinen getan werde.
Wolfgang Niedecken zeigte Verständnis für die jungen wechselwilligen Spieler, denn sie hätten häufig nur zehn Jahre in ihrem Beruf und müssten eben auf Vertrag und Geld schauen, dennoch sei er beeindruckt gewesen von Christian Springer, der 1995 -1998 neunzig Spiele beim FCSP bestritt und dann nach Köln wechselte. Obwohl er dort bis zum Karierende 2006 blieb, war er immer noch mit dem Herzen auf St. Pauli.

In der Schlussrunde ging es noch einmal ums Geld. Man würde sich auch nicht gegen Geldgeber – so Dykes – wenden, aber hier gelte: Jeder habe nur eine Stimme im Verein, egal ob er 200 oder 2 Mio. Pfund investiere. Unisono beklagten sich alle Podiumsgäste über den zunehmenden Kapitalisierungsdruck, Rettig machte sich noch einmal für die 50+1 Regelung stark, die die DFL auch gegenüber einer Klage von Hannover 96 Präsident Kind verteidigt habe. Hellmann (Eintracht Frankfurt) sprach davon, man dürfe nicht alles kapitalisieren. So würden erhöhte TV-Gelder bei ihnen z.T. den Fans für verbilligte Dauerkarten zurückgegeben. Zwar war man sich in der Ablehnung von dem Geschäftsmodell RB Leipzig (Fußballclub übernehmen/gründen, um ein Produkt zu protegieren) einig. Insgesamt blieb hier die Diskussion aber im Vagen. Dykes unterschied zwischen kapitalbasierten und fanbasierten Fußballclubs, ob auch erstere (gute Investoren) den Zwang zur Kapitalisierung aufhalten, blieb offen.

Wolfang Niedecken fasste die Diskussion an diesem Punkt treffend zusammen. „Kapitalismus ist Verdrängungswettbewerb. Jeder muss entscheiden, wie weit er das mitmachen will.“

Gerade der letzte Teil erinnerte mich an das durch Reich-Ranicki abgewandelte Brecht-Zitat: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ // arne

Link:
Bericht auf der Vereinshomepage

 

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Kinonächte am Millerntor – in diesem Sommer ohne Kino 3001

Ich hatte in den letzten Tagen immer mal wieder Werbung auf Facebook für „Sommerkino am Millerntor“ gesehen und mich noch gewundert, dass es irgendwie anders aussah als sonst. Wirklich gestolpert darüber war ich aber auch nicht.

Heute kam dann die Aufklärung, gleichzeitig auch ein ziemliche Überraschung:
Der langjährige Partner, das 3001 Kino, wird die beliebten Filmnächte in diesem Jahr nicht anbieten, stattdessen wurde das Millerntor aus „wirtschaftlichen Gründen“ an einen Mitbewerber (die Outdoor Cine GmbH, die u.a. auch das Open Air Kino im Schanzenpark veranstaltet) vermietet.

Die Stellungnahme des 3001 Kino dazu, findet ihr hier.

Die Filmnächte am Millerntor wurden durch das 3001 Kino zehn Jahre lang veranstaltet, man war auch in der „RETTER“-Zeit für den Verein da. Darüber hinaus ist man ein im Stadtteil fest verwurzeltes und beliebtes Programm-Kino, welches sich seine Nische fernab des Mainstream gesucht und gefunden hat, was in Zeiten von SuperHD- und 3D-Kinos sicher nicht die einfachste Spielwiese ist.
Und nun kommt ausgerechnet der FC St.Pauli, bekanntlich „non established“, und ballert in bester Gentrifizierungsmanier wegen ein paar Euros eben diesen Partner aus dem Stadion, um ihn durch eine andere Firma zu ersetzen?

Simpel gesagt: Ja, so ungefähr zumindest.

Wie ich in einem Telefonat mit Vereinspräsident Oke Göttlich feststellen durfte, lässt es sich tatsächlich erst mal so zusammenfassen, auch wenn die Beweggründe dahinter natürlich um Einiges komplexer sind.
Und ob das Team bei besagter Outdoor Cine GmbH nun das personifizierte Böse ist, kann ich nicht beurteilen, in der Filmwelt stecke ich nun wahrlich nicht drin. Immerhin ist unter den Medienpartner auf der Website aber auch das Hinz&Kunz und das Open-Air Kino im Schanzenpark hatte ich bisher tendenziell eher positiv in Erinnerung.

Der zeitliche Ablauf gestaltete sich jedenfalls ungefähr wie folgt:
Der Verein (bzw. zunächst die Service GmbH) bekam von den Betreibern des Open Air Kino im Schanzenpark unaufgefordert ein Angebot zugeschickt, welches unterm Strich eine Mehreinnahme in Höhe eines fünfstelligen Betrages garantierte.

In der aktuellen Situation des Vereins, in der ein Abstieg in die 3.Liga ja nicht ausgeschlossen werden konnte (und kann), muss der Verein sich gegenüber dem Aufsichtsrat und dem Betriebsrat natürlich für seine finanziellen Entscheidungen rechtfertigen, ist seinen Mitarbeitern (und dem Erhalt derer Arbeitsplätze) gegenüber verpflichtet und muss nach Erlössteigerungen und Kostensenkungen suchen, so Göttlich.

Und nun kommt eben der Moment, wo man für sich entscheiden muss, in welcher Situation der Betrag aus Verpflichtung gegenüber dem Stadtteil (und in diesem Fall ja auch einem langjährigen Partner) wichtiger ist als das Geld, wo vielleicht auch die finanzielle Grenze für solche Entscheidungen liegt.
Wahrscheinlich wäre bei fast allen anderen Vereinen der ersten drei Ligen so eine Entscheidung genauso ausgefallen, es hätte nur danach sich niemand beschwert.
“That’s business!”, oder so.
Nun ist der FC St.Pauli eben nicht “jeder andere Verein” und daher ist es auch gut, wichtig und richtig, dass das 3001 Kino sich öffentlich geäußert hat. Und insbesondere ein Satz steht in der Äußerung, der einen aufhorchen lässt:

Trotz persönlichen Anschreibens von Vorstand, Präsidium, Aufsichtsrat und Ehrenrat haben wir bis heute keinerlei Reaktion auf unsere Briefe bekommen.

Das klingt allerdings sehr scheiße und passt gar nicht, insbesondere nach zehn erfolgreichen gemeinsamen Durchführungen. Damit konfrontiert gesteht Oke Göttlich dann auch unumwunden einen großen Fehler ein: Mitte April hatte man eine ausführliche Erklärung gegenüber dem 3001 Kino verfasst, abgestimmt… und, wie sich dann erst heute herausstellte, versehentlich nicht abgeschickt.
Darf nicht passieren, insbesondere in so einer sensiblen Sache? Ja, stimmt. Sieht auch der Verein so.
Ist trotzdem passiert.
Inzwischen ist der Brief dann wohl unterwegs, das Kind liegt aber natürlich schon im Brunnen.

Geändert an der sachlichen Entscheidung hätte es auch nichts, für mehr Verständnis beim langjährigen Partner hätte man so aber vielleicht zumindest sorgen können.

Und die Entscheidung an sich?
Tja, wer will das beurteilen? Ab welcher Summe ist so eine Entscheidung vertretbar, wenn unterm Strich Arbeitsplätze im Verein dadurch gesichert werden können, zumindest anteilig? Und mit dem großen Blick aufs Ganze, natürlich in Kombination mit vielen anderen Entscheidungen in ähnlicher Größenordnung, jede für sich vielleicht mit “Ach, sind doch nur xx.xxx €”? Wie viel Verantwortung trägt der Verein für Unternehmen im Stadtteil, wie existenziell ist die Veranstaltung für das Kino?

Unterm Strich bleibt, dass die Filmnächte des 3001 Kino eine liebgewonnene Einrichtung am Millerntor waren, die es in diesem Sommer so nicht mehr geben wird, bzw. von einem anderen Anbieter kommen.
Der Eintrittspreis für Vollzahler bleibt mit 8,-€ gleich, der Preis für Ermäßigte steigt allerdings von 5,-€ auf 7,-€.

Das konkrete Programm ist noch nicht veröffentlicht, bisher steht nur “Honig im Kopf” als erster Film an, der mit dem Thema Alzheimer zumindest nicht das Klischee des Popcorn-Kinos erfüllt, Til Schweiger hin oder her.

Es muss nun (wie jedes Jahr) jeder für sich entscheiden, ob und wie oft man das „Sommerkino am Millerntor“ besucht. Alternativ freut sich das 3001 Kino sicher über jeden Besucher, egal zu welcher Jahreszeit.
Und vielleicht bleiben wir ja drin, rocken nächstes Jahr Liga UND Pokal und in einer perfekten Welt würden sich beide Kinos dann im Sommer 2016 vielleicht sogar die Veranstaltung teilen.

Man wird ja noch träumen dürfen, gerade beim Thema Film. // Frodo

Links:
Kiezkicker
St.Pauli Blog im Abendblatt

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ÜBERSTEIGER 120 erscheint am Sonntag gegen den VfL Bochum

Ich habe bis zuletzt darum gekämpft, das Erscheinen auf das Relegationsheimspiel zu legen, aber die Kolleginnen in der Redax können meine Faszination dafür nicht teilen und hoffen tatsächlich noch auf den direkten Klassenerhalt. Spielverderber.

Nun denn, hier wir gehen:

Eigentlich sollten wir ja schon zum Heimsieg gegen RB Leipzig erscheinen, dies allerdings verzögerte sich aufgrund von “Störungen im Betriebsablauf”, so dass wir jetzt aber auch zwei(!) Comics haben, denn der Kreativität unseres Zeichengottes sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. (Einen gibt es wie immer auf der Rückseite, einen dieses Mal auf der Seite 2.)

Außerdem findet Ihr im Heft ein längeres Interview mit unserem Vereinspräsidenten Oke Göttlich von Arne, eine Betrachtung der Gesamtlage des Vereins von Mirco, einen Blick auf die Zukunft der U23 von Ronny, einen Gastartikel zum Pokalhalbfinale des Frauenteams, ein Gastartikel der 3.Herren, Gastartikel zur Millerntor Gallery, einen Text von Nick Davidson zu einem seiner jüngsten Besuche am Millerntor, einen Überblick über die Schachabteilung von Marron Blanco, Gastartikel von Laut Gegen Nazis, einen Bericht aus England von Christoph, einen Gastartikel zum FC Lampedusa sowie die festen Rubriken wie Frodos Tagebuch, NvdA (Neues von den Alten), Statistik zum Spiel, Rezis, Hogs “Andere Seite” und die Döntjes.

Alles wie immer für 1,60€ rund ums Stadion.

Dieses Mal gibt es das Heft dann hoffentlich wie bereits letztes Mal versprochen auch wirklich vorab schon als PDF für die Abonnenten. Wenn Ihr jetzt Last-Minute noch ein Abo abschließen wollt, könnt Ihr dies hier tun. Alternativ geht es neuerdings ja auch als reines PDF-Abo für nur 1,60€ pro Ausgabe, dies ist zwar auf der Bestellseite noch nicht vermerkt, klappt aber genauso über das Formular, bitte dann eben nur “PDF only” oder ähnliches in der Kommentarbox vermerken. // Frodo

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VdS – Sp33 – VfL Bochum

Highnoon  am Millerntor! Alles wurde gesagt – jetzt zählt nur noch ein Sieg für den FC St. Pauli beim letzten Heimspiel der Saison gegen den VfL Bochum. Ich sprach heute mit Marcel zum bevorstehenden Spiel. Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächste Woche, Marcel! // Michael

– Übersicht MillernTon-Folgen
– Übersicht bisherige VdS/NdS – Gespräche

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MP3: http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
MP4: http://blog.uebersteiger.de/feed/mp4/
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“Tragik ist wie Liebe” – Fussball und Liebe, 14./16.Mai 2015 am Millerntor

Fußball und Liebe, das Entdeckerfestival in der Gegengrade geht in die zweite Runde.

“Alle sprechen über Fußball und Gewalt, wir feiern Fußball und Liebe.” Unter diesem Motto wurde im September 2013 die Gegengrade zum Hort von Lesungen, Talks, Musik, Film, Ausstellung und kulinarischen Freuden. 1910 e.V. und Viva con Aqua organisierten ein großes Event, welches bunt und anders war. Die Besucherzahlen waren im deutlich vierstelligen Bereich und die Resonanz von Besuchern und Presse streckenweise schon euphorisch.

Nun geht es ins Rückspiel. Mitten im sonnigen Mai, am Samstag vorm letzten Heimspiel gegen Bochum, wird sich der Boulevard der Gegengrade, der Medienkäfig, die Museumsfläche und die Fanräume vermutlich deutlich höheren Besucherzahlen öffnen. War beim letzten mal noch vieles improvisiert, arbeitet nun ein erfahrenes aber nach wie vor ehrenamtliches Team von 1910 e.V. an einem sehr bemerkenswerten Programm. Themen sind u.a. Gentrifizierung im Viddel, Refugees, Fußballromantik, Homosexualität und Fußball und natürlich Liebe in alle ihren Facetten: Nächstenliebe, Romantik, Liebeserklärungen, Leidenschaft und sicherlich auch ein wenig Tragik.

Auftakt bildet ein Talk am Donnerstag Abend mit prominenter Besetzung im Fansaal zum Thema Fußballromantik.

Am Samstag folgt das Entdeckerfestival in der Gegengrade. Umsonst und draußen.

Beteiligte:

120_Mirco_Tragik_ist_wie_Liebe_Le_FlyMusik:
The Wakes, Tubbe, Le Fly, Dubtari, TemmyTon, Nesthocker, MCNuri, Demcker, Poem of Jamiro, Gutbier & Vogeler

Wort:
Frank Spilker, Roger Willemsen, Frank Goosen, Gereon Klug, Tina Fritsche, Stephan A. Tölle, Rainer Wulff, Showan Shattak, Gunter Gerlach und Frank Schulz

Bild:
Neben “Trainer!” von Aljosha Pause (Tom meets Zizou) mit erstaunlichen Statements von André Schubert und Deniz Naki und dem St.Pauli-Kultfilm von Margit Czenki “Swingpfennig/Deutschmark”, der ein St. Pauli der frühen 1990er Jahre zeigt, wird auch unser Schundblatt mit einem Übersteigerabend vertreten sein, neben dem völlig verrückten “Aufstieg & Fall” von unserem lieben Schleswig-Holstein-Korrespondenten Tresen-Thesen-Olli sehen wir auch “..und ich weiß warum ich hier stehe” von unserer Urzelle, dem Millerntor Roar! aus 1991, der einfach alles erklärt: Warum wir St. Pauli-Fans sind, wie wir sind und auch wie wir mal waren.

Es gibt ein umfangreiches Programm für Kinder, Fahnenworkshops, das Stadionmodell, Leseecken, den Fanladen, Talks des Aktionsbündnisses gegen Homophobie und Sexismus, Laut gegen Nazis, ein Fußballspiel des FC Lampedusa gegen Glasgow United, Fanclub Catalunya mit ihren geilen Hymne, Ausstellungen, das Viddel im Stadion, Filme, Wein und Bier, Essen und Trinken, Vegan und Wurst und viele weitere Überraschungen.

 

Save the Date:
Donnerstag, 14.05.2015, 19 Uhr: Großer Talk mit prominenten Gästen zum Thema Fußballromantik im Fansaal

Samstag, 16.05.2015, 13 Uhr im Millerntorstadion Gegengerade, Entdeckerfestival, Fußball & Liebe.

 

Eintritt: Keiner, aber Spende gerne gesehen

Alles weitere hier: fussball-und-liebe.de/

Für den darauffolgenden Sonntag hoffen wir im letzten Heimspiel gegen den VfL Bochum dann auf ganz viel Liebe und kein bisschen Tragik. //Mirco

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32.Spieltag (A) – 1.FC Kaiserslautern

1.FC Kaiserslautern – FC St.Pauli 0:2 (0:0)
Tore: 0:1 Jan-Philipp Kalla (47.), 0:2 Marcel Halstenberg (55., Foulelfmeter)
Zuschauer: 45.035, ca. 3.000 St.Paulianer

Spielberichte auf einer Fan-Website, obwohl man selber nicht vor Ort war. Finde ich ja meist unnötig, dann schreib ich lieber nichts.
Wenn es also doch einen ausführlichen Text gibt, muss schon etwas Besonderes passiert sein.

Es war ein Tag, an dem der Fußball mal wieder mit zwei ganz dick durchgestreckten Mittelfingern in Richtung der Statistiker unterwegs war:

  • Die Region ist (auch jetzt noch) das Heimstärkste Team der Liga
  • Der FCSP ist (auch jetzt noch) das Auswärtsschwächste Team der Liga
  • Die Region hatte bis gestern noch kein Heimspiel in dieser Saison verloren
  • Der FCSP hatte bis gestern nur einen Auswärtssieg (2:0(!) in Braunschweig)
  • Die Region ist (auch jetzt noch) beste Rückrundenmannschaft
  • Jan-Philipp Kalla machte sein erstes Profispiel am Betzenberg
  • Jan-Philipp Kalla traf in 99 Zweitligaspielen nur 2x, zuletzt am Betzenberg.
    In seinem 100.Spiel traf er jetzt zum 3.Mal, wie er es ja auch Mittwoch im MillernTon “angekündigt” hatte.
  • In den vorher 16 Spielen beider Vereine am Betzenberg gab es 13 Heimsiege, 2 Unentschieden und erst einen Auswärtssieg, als die Region sich schon für die Relegation ausruhte
  • Der FCSP hat in jetzt 17 Spielen am Betzenberg nur zwei Spiele gewonnen.
    Robin Himmelmann hat bisher 19 Spiele in der 2.Liga für den FCSP gemacht, davon zwei am Betzenberg… und beide gewonnen!

Die Wettquoten waren vor dem Spiel entsprechend, die Erwartungshaltung natürlich auch. Selbst als ausgemachter Optimist, wie ich es bekanntlich bin, hoffte ich eher auf ein irgendwie glücklich ins Ziel gebrachtes 0:0 oder 1:1, rechnete aber nicht wirklich damit, denn schließlich brauchte die Region die Punkte mehr als dringend, um endlich wieder in jene Liga zu gelangen, wo man ja sicher nach eigener Meinung hingehört.

Ich selbst konnte nicht mitfahren, Juniors G-Jugend hatte um 12.00h ein Heimspiel.
10:2 gewonnen, schnell alles abgebaut, ab nach Hause.
Die erste Halbzeit zuende geschaut, 0:0, halbe Miete.
Junior unter die Dusche gesteckt, schnell schon mal das Spielvideo der G-Jugend vom Handy auf den Rechner überspielen.
Junior tropfend aus der Dusche holen, Handtuch drumrum…
Eine Stimme von unten: “Tor!”
Zwei verwirrte Gesichter im Badezimmer.
Nochmal jene Stimme: “TOOR!”
Vorsichtiges Lächeln.
“Echt? Für uns?”
“JA!”
“Wie geil… von wem denn?”
“KALLAAAAAAAHAHAHAHAHA!”
Selten herrschte in einem Badezimmer so eine Mischung aus Verwirrung und Ekstase, denn schließlich kann ich doch jetzt für die Wiederholung das tropfende Kind jetzt nicht ins Wohnzimmer tragen, das ruiniert ja das Parkett!
Kann ich ihn da stehen lassen? Nee, der enterbt mich… also, Augen zu und durch. Selbst Mama lässt das Parkett Parkett sein und interveniert nicht.
Zeitlupe angeschaut, ungläubiges Staunen, vorsichtig optimistisches Abklatschen.
Junior also zurück in sein Zimmer. Abtrocknen, Klamotten anziehen…
Eine Stimme von unten: “ELFMETER!”
“Och nee, scheiße…”
“FÜR UNS!”
“FÜR UNS?”
“FÜR UNS!”
“FÜR UNS?! HAHAHA, WIE GEIL!”

Nöthe nicht dabei, Verhoek nicht dabei, Buchtmann gefoult worden… wer schießt?
“Halstenberg – kann der das?”
“Puh… also zur Not muss er den Keeper eben mit reinschießen. Kann er.”
Und er trifft, 2:0. Ekstase.
Blick auf die Uhr. Noch 35 Minuten, plus Nachspielzeit.
Schockstarre.

Okay, sammeln, beruhigen.
Ich bin ja ein großer Fan von solchen Herzklabaster-Dingen im Sport. Ich liebe die Relegation, ich würde mich sogar darauf freuen wenn wir selber beteiligt sind.
Aber nach den Ergebnissen vom Freitag, in dem zusätzlichen Wissen um die Auer-Führung bei Union… ich gebe zu, ein Fünkchen Nervosität hatte mich erwischt.
Und dann passiert das, was uns Fußballfans neben Singen, Tanzen, Jubeln, Zittern, Kreischen eben noch übrig bleibt, wenn man denn meint, das Geschehen auf dem Rasen irgendwie beeinflussen zu wollen:
Aberglaube.

“Ich geh jetzt zurück vor den Rechner, läuft ja besser wenn ich nicht dabei bin. Bleibt hier sitzen, bewegt Euch nicht. Ich höre Euch.”
“Du kannst uns doch jetzt nicht allein lassen?”
“Man muss Opfer bringen, für das Große Ganze.”
*Theatralisch ab*

Und so saß ich da. Auf dem rechten Bildschirm Alibimäßig in Juniors G-Jugend-Video herumschneidend, links mit Tweetdeck zitternd die Twitter-Timeline mit der #FCSP-Spalte verfolgend, beide Ohren ins Wohnzimmer gerichtet.
Irgendwann brauchte ich was zu trinken.
Hektische Rufe, als ich mich näherte: “Hau ab!”
Dann mehrfaches Aufstöhnen, “HIMMELMANN!”-Rufe, ähnliches Sekunden später im Twitter-Feed.
Dann beginnt die Nachspielzeit, ich traue mich doch zurück ins Wohnzimmer.
“Hau ab, Papa!”
“Hey, drei Minuten Nachspielzeit, zwei Tore vor, das ist jetzt doch durch!”
“Nee, Papa, weisst Du noch? Die U23 gegen Lübeck?! 2:0, Nachspielzeit beginnt, am Ende 2:2! Hau ab!”
Doofer Klugscheißer, aber Recht hat er ja.

Aber irgendwann war das Ding dann eben doch zuende.

Boah. Okay, ich muss niemandem erzählen wie unfassbar wichtig die drei Punkte waren, in Anbetracht der anderen Ergebnisse. Jeder hat gesehen, wie Himmelmann gehalten hat. Viele werden die oben verlinkte MillernTon-Folge mit Schnecke Kalla gehört haben und sich daher noch mehr über das Tor von ihm gefreut haben.

Und somit blicken wir jetzt auf folgende Situation, inklusive der heutigen Ergebnisse, die auch Greuther Fürth wieder ganz dick in die Verlosung gebracht haben:

2.Liga-Tabelle 32.Spieltag, kicker.de

2.Liga-Tabelle 32.Spieltag, kicker.de

Das Restprogramm:
FSV Frankfurt: Bei Union, gegen Düsseldorf
Greuther Fürth: Gegen Darmstadt, bei RB Leipzig
FCSP: Gegen Bochum, in Darmstadt
Erzgebirge Aue: Gegen Kaiserslautern, in Heidenheim
1860: Gegen Nürnberg, in Karlsruhe
VfR Aalen: Gegen Heidenheim, in Nürnberg

Ich werde das jetzt nicht im Einzelnen prognostizieren, dazu ist diese Liga diese Saison zu unberechenbar.
Was aber auffällt: Es gibt (im Gegensatz zur 1.Liga) keine direkten Duelle mehr.
Dafür sind mit Darmstadt (2x), Lautern und dem KSC in vier Spielen noch Teams beteiligt, die noch aufsteigen wollen.
Und: Heidenheim und Nürnberg sind an beiden Spieltagen beteiligt.

Die beste Ausgangslage und das vermeintlich leichteste Programm hat der FSV Frankfurt. Es wäre wohl typisch für diese Liga, wenn genau das am Ende dann nicht reichen sollte.
Und theoretisch könnte der VfR Aalen mit den zwei Punkten vor der letzten Instanz des Schiedsgerichts ja auch noch ein unerwartetes Comeback feiern.

Nun denn, wird sicher nicht langweilig in den nächsten zwei Wochen, die Tabellenrechner dürften glühen.

Für uns geht es am Sonntag (15.30h!) gegen den VfL Bochum, welcher sich heute durch den Heimsieg gegen Ingolstadt eine weitere Saison in der 2.Liga gesichert hat. Meinetwegen dürfen die gerne jetzt eine Woche lang feiern…

Und wenn ihr denn am Sonntag zum Millerntor kommt, so haltet abgezählte 1,60€ bereit:

// Frodo

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Quo vadis FC St.Pauli II?

Hallo, verehrte Leserschaft.
Eigentlich sollte euch der nachfolgende Exklusivartikel in unserer Printausgabe zum Leipzig-Match präsentiert werden. Da wir unser Erscheinen um zwei Wochen auf die Bochum-Partie verschoben haben und inzwischen unsere exklusiven Infos zum U23-Rück-Umzug ins Victoria-Stadion in den letzten Tagen in die Öffentlichkeit durchgesickert sind, rotzen wir diesen Artikel von Ronny nun schon an dieser Stelle und heute raus, um euch umfassend zur Zukunft der U23 zu unterrichten.

Abmeldung bei Zwangsabstieg? Heimspiele ab 2015/16 wieder in Hamburg? Waidmannstraße als künftige Heimspielstätte nach Altona-93-Deal noch akut?

Eintracht Frankfurt hat es getan, die Stadtnachbarn vom FSV ebenso, Bayer Leverkusen war gleichfalls wie Darmstadt 98 und Heidenheim frühzeitig dabei und zuletzt haben es unter anderem Union Berlin, VfL Bochum, Unterhaching und Dynamo Dresden gemacht: Diese und einige andere Vereine mehr nämlich haben – seit die Verpflichtung zum “Halten” einer Nachwuchsmannschaft im Spielbetrieb durch die DFL im vergangenen Jahr auf Antrag von Bayer Leverkusen aufgehoben wurde – ihre zweiten Mannschaften vom Spielbetrieb abgemeldet. Das war seinerzeit natürlich auch hier beim FC St. Pauli ein Thema, doch unisono pochte man damals im Trainer- und Vereinsführungsstab weiterhin auf die Notwendigkeit einer solchen Nachwuchself im Herrenleistungsbereich. Mit der Gefahr eines Abstiegs der Ligamannschaft aus der Zweiten Bundesliga in dieser Saison und der damit zwingend einhergehenden Rückstufung der U23 durch die DFB-Statuten in die Hamburger Oberliga (eine etwas ähnliche Situation wie nach der Spielzeit 2002/03, als die Zweite als souveräner Oberligameister nicht in die damals drittklassige Regionalliga aufsteigen durfte, weil die Erste in eben diese abgestiegen war) kamen nun erneut Gerüchte auf, der FC St. Pauli würde sein U23-Team sowohl aus Kosten- als auch aus sportlichen Gründen gänzlich vom Spielbetrieb ab der Saison 2015/16 abmelden und die Nachwuchsarbeit bis auf Weiteres auf die Teams im U19-Bereich und abwärts konzentrieren. Mitnichten, meint nun auf ÜS-Anfrage der FC St. Pauli, auch wenn man in dieser Angelegenheit, trotz unseres umfangreichen Fragenkatalogs hierzu, äußerst einsilbig bleibt:
Ein Abstieg der Profimannschaft veranlasst uns nicht dazu, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden“, teilt uns Alexander Eick, der organisatorische Leiter unseres Nachwuchsleistungszentrums, im Namen des Klubs mit. Gleichwohl darf der Etat der Zweitvertretung “nicht unabhängig von der Gesamtsituation des Vereins betrachtet werden“, so Eick weiter. Was dies nun allerdings konkret heißt und in welcher Größenordnung sich die U23-Finanzierung nach unten bewegen würde, dazu möchte man lieber nichts sagen: “Bitte hab Verständnis, wenn wir dazu keine konkreten Angaben machen können.” Insider sprechen allerdings von einem Jahresbudget, das sich um eine knappe dreiviertel Millionen Euro bewegen soll; bei einem (Zwangs-)Abstieg in die Oberliga würde dieser Etat lediglich um etwa 200.000 Euro niediger ausfallen.

Kunstrasen oder Victoria

Was damit zu tun hat, dass sich wohl nur die Platzmiete aus dem Jahresplan heraus rechnen lassen könnte. Denn immerhin räumt Alex Eick ein, dass bei einem mutmaßlichen Start eine Etage tiefer 2015/16 der zukünftige Heimspielort noch zu klären wäre, “da die Anforderungen in der Oberliga Hamburg wesentlich geringer sind, bzw. es gar keine großartigen Vorschriften gibt. Es könnte sogar auf Kunstrasen gespielt werden.“, so Eicks Einschätzung.
Was natürlich viele Optionen offen lässt: Weiter in Norderstedt, zurück an die Waidmannstraße, oder gar – back to the roots – wieder in den Schanzenpark mit Kunstrasen-Geläuf? Aus Vorstandskreisen des SC Victoria verlautet gar, dass sich unser FC momentan auch in Verhandlungen oder zumindest Gesprächen mit den Blau-Gelben befinden soll, um eine Rückkehr an die Hoheluftchaussee zu prüfen. Auch aus anderen vereinsinternen Millerntor-Kreisen werden diese Gespräche bestätigt. Man sei nach fast einer Spielzeit in Norderstedt doch ein wenig ernüchtert: deutlich weniger Zuschauer als in Hamburg und mittlerweile vor allem ein Rasenplatz, der sich vom damaligen Victoria-Acker kaum unterscheidet; und viel getan würde in Norderstedt, um das abzustellen, auch nicht eben. Auf jeden Fall würde man deshalb Norderstedt nach dieser U23-Saison definitiv wieder verlassen, zumal Victoria ein neues Angebot vorgelegt hätte, dass merklich unter den Konditionen von damals liegt. Der erhoffte “geldwerte Vorteil” durch den Umzug nach Schleswig-Holstein wäre durch die argen Zuschauerrückgänge wieder aufgebraucht. Verbliebe die U23 also in der Regionalliga, möchte man für die anstehende Saison wieder in Lokstedt spielen, um – idealerweise – nach einer Spielzeit endgültig an die Waidmannnstraße zurückzukehren. Sollte man aber in der Oberliga landen, wären, allein aus Kostengründen, die beiden Heimspiel-Alternativstandorte Kollaustraße und Brummerskamp die Favoriten – der Schanzenpark eher nur eine unwahrscheinliche Variante.

Zwei Regionalligaplätze “Am Diebsteich”?

Apropos Waidmannstraße: Durch die kürzliche Behördenentscheidung, das 2.999 Zuschauer große und dann regionalligataugliche neue Stadion von Altona 93 an die Memellandallee und somit in die unmittelbare Nachbarschaft des Grounds des SC Union 03 zu bauen – AFCs Adolf-Jäger-Kampfbahn wurde bekanntlich schon vor einigen Jahren an Bauinvestoren verscherbelt –, muss der gemeinsam vom FC St. Pauli und Union 03 schon länger geplante Umbau des Waidmannstraßen-Platzes zu einem akzeptablen Regionalligastadion (der ÜS berichtete mehrfach) möglicherweise in einem anderen Licht betrachtet werden. Die eigentlich naheliegende Frage nach der Sinnhaftigkeit zweier den Anforderungen des Regionalligafußballs genügenden Sportplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft wird vom FC St. Pauli in der Einschätzung allerdings eher locker gesehen: Wiederum Alexander Eick hierzu mit offiziellem Mandat:
Ganz aus dem Nichts kamen die Planungen von Altona 93 nicht, da wir immer im Austausch mit dem SC Union standen. Die Kurzfristigkeit ist allerdings doch ein wenig überraschend. Am Ende ist aber das Gelände von Union in deren Vereinsbesitz und folglich kann auch formal in unmittelbarer Nähe zum neuen Stadion von Altona ein regionalligataugliches Stadion entstehen. Wir werden die neue Situation intern beurteilen und über ein weiteres Vorgehen entscheiden. Einen konkreteren Stand gibt es derzeit nicht.
Aufsichtsrats-Vize Roger Hasenbein muss auf Nachfrage den Schwebezustand zwar bestätigen (“Wir müssen halt in allen Bereichen zweigleisig planen“), doch in der Prioritätenliste stünde für ihn und den Verein der Union-03-Platz an der Waidmannstraße (Rudolf-Barth-Stadion) ganz oben: “Die Waidmannstraße bleibt eine klare Option. Dafür müssen aber alle Rahmenbedingungen auch stimmen“, so Hasenbein.
Durch den Beschluss, den AFC dessen neues Stadion an der Memellandallee bauen zu lassen, seien aber “die Chancen gestiegen”, dass nun auch bald der SC Union seinen lange beantragten Kunstrasenplatz erhält – wichtigste Voraussetzung für den Umzug der braunweißen U23 nach Altona, schätzt das langjährige AR-Mitglied die neue Situation ein. Bis dahin treten die Kicker des neu gegründeten HFC Falke (der ÜS berichtete in Ausgabe #117) auf “unserem” Platz an.

P.S. Vier Klubs aus dem Hamburger Fußballverband haben die Regionalligalizenz für die kommende Spielzeit beantragt: HSV II, Eintracht Norderstedt, SC Victoria sowie FC St.Pauli II – am 4. Mai tagte in dieser Angelegenheit die NFV-Zulassungskommission.

// Ronny

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