MT022 – Spirituelle Spiegelneuronen

Läuft bei uns!
Also, zumindest Fußballtechnisch.

Was sonst im Land momentan passiert ist schlimm und macht fassungslos, Viele auch ohnmächtig. Zum Glück gibt es aber auch genug Menschen, die diese Ohnmacht überwinden und helfen, denen gilt es beizustehen.
Zum Beispiel, am Samstag beim Willkommensfest.

Während Ihr also helfend oder anderweitig unterwegs seid, unterhalten wir Euch mit 2h33m feinster Braun-Weißer Audioexpertise zu den letzten vier Spielen und ziemlich viel Drumherum, u.a. einer Diskussion über Gästefans in Heimbereichen, dem Konstrukt RB Leipzig, Mayer-Vorfelder und Starlight Express.

Und wir erklären natürlich auch, wie es hierzu kam:

Viel Spaß!

Teilnehmer:
– Sebastian (@Curi0us)
– Sven (Fanladen St.Pauli)
– Wilko (@WlkStnhgn, Übersteiger)
– Maik (@DerUebersteiger)

Weiterführende Links:
Refugees Welcome – Karoviertel (FB)
Refugees Welcome – Karoviertel (Blog + Fundraising)
Wie kann ich helfen.Info

Mobilisierungskonzert gegen (je)den Tag der deutschen Patrioten!

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CL-Play-Offs: Malmö FF – Celtic FC

Malmö FF – Glasgow Celtic FC 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Markus Rosenberg (23.), 2:0 Dedryk Boyata (54., Eigentor)
Zuschauer: 20.500 (ca. 1.000 Gästefans, ca. 40 St.Paulianer)

Die Champions League Saison ist damit für die Bhoys in Green schon wieder beendet, nach dem 3:2-Heimsieg fehlten gestern (mindestens) zwei Tore zum Weiterkommen.
Nimmt man die gestrige Leistung als Maßstab war es (aus Fansicht) das Beste was passieren konnte, denn in der CL dürften beide Teams kaum Punkte sammeln können, die für Auswärtsfahrer interessanteren Gegner dürfte es in der Europa League ebenfalls geben. Als direkt Betroffener mag man dies aufgrund der finanziellen Möglichkeiten anders sehen, aber zu derartigen Geldbeträgen fehlt mir als St.Pauli-Fan ja eh jedweder Bezug.

Direkt nach der Play-Off-Auslosung stand fest, dass dieses Spiel eine sehr lohnenswerte Reise sein würde. Gut zu erreichen, nicht allzuweit entfernt, außerdem eine absolut sympathische Fanszene. Es galt noch einige terminliche Unwägbarkeiten aus dem Weg zu räumen, aber irgendwann stand fest, dass das aus Turin und Giurgiu bewährte Dreamteam Stefan & Maik wieder auf Reisen gehen würde, dieses Mal noch ergänzt von Christoph (Übersteiger).
Reisemittel der Wahl war die Bahn-Verbindung via Kopenhagen, inkl. Fähre Puttgarden-Rödby. Diverse andere St.Pauli-Fans hatten sich für ähnliches oder den Flixbus entschieden, so dass es eine mittlere zweistellige Anzahl an Braun-Weißen vor Ort gab, die meines Wissens es am Ende auch alle ins Stadion geschafft haben.
Wie immer an der Stelle ein großes Danke an Stefan, Michael und Alan für die Ticket-Organisation.

Nach einem kurzen Abstecher zum Hotel fand man sich dann traditionell am teuersten Irish Pub der Stadt ein, am Lilla Torg, einem schönen kleinen Platz mit viel Gastronomie, wo bei bestem Sommerwetter bis in den frühen Abend gequatscht, gegessen und getrunken werden konnte.
Auch Henrik Larsson ließ sich tagsüber kurz mal blicken und wurde dementsprechend gefeiert.

Lacher des Tages war dann eine logistische Hin und Her-Schlepp-Aktion von Stefan und Michael, wo Ersterer ein kleines Care-Paket an FCSP-Devotionalien inkl. Kaffeebecher mitgebracht hatte und Letzterer dann dankbar damit Richtung Hotel verschwand… bis wir feststellten, dass er sich den ca. 30-minütigen Weg eigentlich hätte sparen können, da wir eh im selben Hotel waren und es auch viel einfacher beim Frühstück hätten übergeben können. Kommunikation ist eben alles.

Neben den lautstarken Gesangeinlagen am Platz sorgte dann noch ein Fußball für Abwechslung, der immer hoch in die Luft gebolzt wurde und unter lautem Gejohle dann wieder irgendwo runter krachte. Nachdem das ein oder andere Glas dabei zu Bruch ging, konfiszierte die Polizei den Ball dann aber irgendwann, unter den Tränen des zehnjährigen Besitzers.
Ansonsten hielt sich die Polizei absolut im Hintergrund, keinerlei Streß. Die Celts sind bei sowas dann ja meist auch eh schmerzfreier und ließen sich dann auch noch zu mehreren Selfies mit Polizisten hinreißen und begrüßten diese am Stadion mit Shakehands.

Vom Platz brachen die meisten dann um 19.00h gemeinsam auf und gingen zu Fuß zum Stadion, wir hatten uns schon etwas früher auf den Weg gemacht und den ca. halbstündigen Weg gemütlich angetreten. Insgesamt ist Malmö eine schöne schwedische Stadt mit vielen Fachwerkhäusern und zumindest zwei großen Parks auf dem Weg von der Innenstadt zum Stadion, viel mehr Zeit als den knappen Tag hier hätte ich jetzt aber auch nicht unbedingt hier verbringen müssen.

Auf dem Weg zum Stadion kamen wir zunächst am Stadion des Frauenteams vorbei, anschließend dann auch noch am alten Stadion von Malmö FF, welches ein wenig wie Ullievi in klein aussah.
Das neue Stadion mit einer Bank als Namenssponsor wirkt von außen wie ein Einkaufszentrum, von innen fühlte es sich ein wenig an wie Paderborn – nur eben in Laut!
Wir waren im Gästeblock, der sich in der Kurve im Unterrang befindet. Die Heimkurve hingegen besteht aus nur einem Rang (mit Logen drüber) und machte auch schon eine Stunde vor Anpfiff ordentlich Rabatz. Der Gästeblock hingegen war insbesondere in den zwanzig Minuten vor Anpfiff sowie bis zum Gegentor sehr sangesfreudig, danach wich die Lautstärke dann der Enttäuschung und Fassungslosigkeit ob der Leistung der Bhoys in Green.

Ich hatte gerade festgestellt, dass da direkt vor unserer Nase mit Markus Rosenberg ein Ex-Bremer bei Malmö auf dem Platz rumlief, da erzielte seine Schulter nach einer Ecke auch schon das 1:0.
Und während der Gästeblock in erwähntes Schweigen verfiel, eskalierte der Rest des Stadions von jetzt an bis nach dem Schlusspfiff völlig. Die Kurve sang durchgängig (von klassischen Fußball- über Ultra-Melodien bis hin zu ABBA war alles dabei), teilweise hüpften sogar beide Geraden kollektiv mit.
Klar, eine Qualifikation zur CL-Gruppenphase ist für den Verein etwas Außergewöhnliches – trotzdem war die Intensität des Supports schon sehr beeindruckend.
Irritierend fand ich hingegen das „Ultras No Politica“-Banner, das ziemlich prominent hinter dem Tor hing – passenderweise direkt über der „No to racism“-Werbebande der UEFA. So eine Aussage hätte ich in Malmö jetzt eher nicht erwartet, aber vielleicht hab ich auch einfach den Gag nicht verstanden.

Angeblich erzielte Celtic dann ja noch einen regulären Ausgleichstreffer, der aufgrund eines Handspiels nicht gegeben wurde – nur, dass das Handspiel durch einen Malmö-Spieler begangen wurde und eigentlich Elfmeter und ggf. Rot zur Folge hätte haben müssen. Hören/Sagen, kann ich nicht beurteilen – und selbst wenn, hätte Malmö wohl auch so noch 1-2 Tore nachlegen können. Andererseits ist es Fußball und man weiß ja nie, insbesondere wenn dann auch noch ein Platzverweis… na, egal, Europa League ist ja eh besser, ich schrieb es schon.

Am Ende spendete der Gästeblock noch sowohl dem Heimpublikum als auch dem Team von Malmö Applaus, was jeweils erwidert wurde, während sich die MFF-Spieler auf ihre verdiente Ehrenrunde begaben. Celtic befand sich hier bereits komplett in der Kabine, außer zweimal angedeutet von der Mittellinie in die Hände zu klatschen ist als Dank für den Support hier ja aber eh nicht üblich.

Vierzig Minuten Fußmarsch später waren wir wieder im Hotel, heute Morgen ging es dann per Zug wieder zurück nach Hamburg.
Warten auf die Auslosung. // Frodo

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4.Spieltag (A) – RB Leipzig

RB Leipzig – FC St.Pauli 0:1 (0:1)
Tor: 0:1 Lennart Thy (44.)
Zuschauer: 41.795 (angeblich “Auserkauft”, ca. 3.500 St.Paulianer)

Die vielleicht polarisierendste Auswärtsfahrt der Saison stand an, das Spiel beim bösen Konstrukt RB Leipzig. Ich schrieb bereits bei unserem Heimsieg letzte Saison darüber warum ich dies etwas differenzierter sehe und auch beim “Vor dem Spiel”-Gespräch mit Tom wird davon einiges besprochen, daher gehe ich das jetzt nicht nochmal im Detail durch sondern nur auf die Dinge ein, die gestern für mich neu waren.
Denn es war ja auch mein erster Besuch in der dortigen Arena.

Die Anfahrt verlief im ICE via Berlin sehr entspannt, nach dem Ausflug zu Union letzte Saison war es dank der Ferien auch Juniors zweites Auswärtsspiel.
(An die Zugbesatzung, insb. Frank, Carsten und Paul: Wir haben das fehlende Suchbild im Bahn-Magazin dann doch noch gefunden, unfassbar…)

In Leipzig begannen wir dann den Fehler, die angebotenen Shuttlebusse zu nutzen. Fehler deshalb, weil man damit direkt am Weg zum Gästeblock hinausgelassen wurde. Klingt jetzt erst mal nicht so dramatisch, allerdings wollten wir von da dann noch zum Treffpunkt mit oben erwähntem Tom, der sich mit seinem Fanclub “Rabauken im Block 31″ an einer Tankstelle traf.
(Ja, haha, Tankstelle in Stadionnähe beim Auswärtsspiel. Kiel, Meppen… egal, ich hatte ja Junior dabei.)
Luftlinie war das ein knapper Kilometer – tatsächlich dauerte der Marsch dort hin dann eine knappe dreiviertel Stunde, weil wir nämlich einmal quer ums Stadion herumlaufen mussten, da uns die Polizeikette trotz mehrfacher Erklärung der Situation und Hinweis auf einen 7-jährigen Begleiter nicht durchlassen wollte. Wegen “Fantrennung”. Aber man dürfe natürlich außen rum gehen. Kilometerweit, ungetrennt, unbegleitet. Jo, sinnvoll.
Junior und ich, Dangerseeker. Im Gegensatz zu all den Radfahrern, die passieren durften. Boah, was hatte ich nen Hals.

Nachdem wir dann also das Stadion sehr weitläufig umrundet und die “Rabauken” getroffen hatten, kehrten wir dann auf kürzestem Weg zum Gästeblock zurück. Mitten hindurch durch Massen von RB-Fans. Unbehelligt. So wie es sein soll.
Eher schwer vorstellbar bei einem Spiel (z.B.) bei Lok Leipzig, zu dem ich Junior sicher auch nicht mitgenommen hätte.
Am Block angekommen tippten wir der Polizeikette dann freundlich auf die Schulter und baten um Durchlass. Auf meine Frage, wie sinnvoll es denn jetzt war, dass wir diesen kilometerlangen Umweg nehmen mussten, kam dann ein genervtes “Beschweren sie sich beim Einsatzleiter… Aber das machen Sie ja eh nicht!
Mit Freuden hätte ich das gemacht, aber der war grad leider nicht erreichbar.
Auf mein “Die Polizei hat hierzulande ja grade schon ein kleines Imageproblem, mit solchen albernen Aktionen machen Sie es sich selbst ja auch nicht leichter.” kam dann noch ein allumfassend erklärendes “Wir haben unsere Anweisungen.
Quervergleiche zu Heidenau sind dann fast zwangsläufig:

Egal, dies führt jetzt zu weit, ab ins Stadion. Die WM-Arena also eingebaut in das ehemalige Zentralstadion. Dies hatte ich auf Fotos schon gesehen, live wirkt es dann doch auch sehr charmant gelöst.
Die sperrigen Einlassschranken dürften jährlich für eine zweistellige Zahl an Verletzungen sorgen, die stiernackigen Ordner vielleicht sogar für noch höhere Zahlen, wenn auch dann vielleicht eher in ihrer Freizeit…

Das Stadion ist bis auf die Bandenwerbung komplett werbefrei. Müßig, darüber zu philosophieren, ob dies nun passiert weil man es nicht will oder es nicht nötig hat, vielleicht auch einfach sowohl als auch.
Positiv formuliert: Konzentration aufs Wesentliche, so wie Fußballpuristen es immer haben wollen.
Dies gilt im Übrigen auch für die akustische Untermalung: Musik – sonst nichts. Keine Werbung.

Bis… ja, bis dann der Stadionsprecher zur RB-Aufstellung kommt und “Entertainment” ganz neu buchstabiert werden muss.
Wahnsinn, was für ein Vogel. Im weißen (oder zumindest hellen) Anzug turnt er auf dem Feld vor der RB-Kurve herum als müsste er selbst jetzt schon mal zwei Tore schießen. Schreit, tanzt, führt Schußbewegungen aus oder schleudert den Arm wie ein Baseballwerfer wenn die Zuschauer den Nachnamen rufen sollen.
Würde Norbert Dickel dies in Dortmund machen, wäre es ganz bestimmt Kult und großartig.
So aber wird es sicher Leute geben, die dies negativ auf RB ummünzen.
Ich will es mal so sagen: Schön, dass es am Millerntor von Rainer Wulff und Daggi gemacht wird. Und so, wie sie es machen.

Es folgte der erste Aufreger:
Eine Schweigeminute zu Gerhard Mayer-Vorfelder.
Textlich kann man dazu gerne nochmal die Einleitung der #Link11 inkl. den dort verlinkten Texten lesen, bildlich sollte das Cover des ÜBERSTEIGER ausreichen:

ÜS Cover Ausgabe 57, Februar 2002

Dementsprechend gab es aus dem Gästeblock bei der Ankündigung der Schweigeminute Pfiffe, während der Minute selbst wurde “Siamo tutti antifascisti” skandiert.
Passte für mich, kann natürlich jeder gerne anders sehen. Und nun möge er in Frieden ruhen.

Zum Spiel (wie üblich) nur kurz:
Sehr starke Anfangsminuten von RB. Wenn wir da (verdient) in Rückstand geraten, kann das Ding auch 3:0, 4:0, sonstwas ausgehen. Wir gerieten aber nicht in Rückstand, dank einer Mischung aus Himmelmann, Glück und RBschem Unvermögen. Gut für uns.
Danach fanden die Bhoys in Brown besser ins Spiel, hatten ihrerseits Chancen und gingen dann auch verdient vor der Pause in Führung. #ThyAmo
In Hälfte zwei ließ man RB dann anrennen, ohne dass denen wirklich viel einfiel. Eine 100%ige für Selke, mehr kam nicht durch, umgekehrt spielten wir unsere Konter leider auch nicht gut zuende.
Bei der Nachspielzeit hatte ich mich aufgrund der Verletzungspausen von Nehrig und Buchtmann auf vier Minuten eingestellt, fünf wurden es dann – aber auch die gingen entspannt zuende.

Das Drumherum:
Die Stimmung auf Seiten von RB war okay. Man merkte, dass viele Zuschauer sonst nicht da sind und es dann eher ein tennispublikumsartiges Einsteigen auf Gesänge aus der Kurve gab, wenn das denn mal passierte. Ist aber bei allen anderen Vereinen, die nicht jedes Spiel ausverkauft vor fast den gleichen Leuten haben, nicht anders.
Die Yoda-Choreo am Anfang sah gut aus, der Spruch “Den Rasenballsport Du fühlen musst“… nun ja, da sind wir durch “Hamburg Braun-Weiß ist” natürlich Yodamäßig qualitativ verwöhnt, einfacher geht’s nicht.
Aber später auch eine klare: “Scheiß Heidenau, Scheiß Sachsen, Scheiß Nazis!“-Tapete prominent und mittig in der Kurve, klare Ansage.
Und: Kein “Scheiß St.Pauli!”, auch mal schön.

Der Gästeblock:
Im Oberrang ein sehr guter Support. Durchgängig, lautstark, sangesfreudig mit vielen Melodien.
Im Unterrang dann eher “Familienpublikum”, teils klar als aus der Nähe kommend erkennbar, nicht mal beim “Aux armes” einsteigend. Das war schon eher enttäuschend, aber wahrscheinlich auch nicht anders zu erwarten gewesen.

Außerdem im Oberrang das “Scheiße seid Ihr und scheiße bleibt Ihr!“- Banner. Da dürfte sich RB sonst deutlicheres anhören / anlesen müssen. Es ist immer noch Fußball und das Konstrukt RB ist kein Willkommenes. Wer sich an solchen Bannern stört wird mit Fankultur an sich öfter aneinanderstoßen. Ein bißchen “Hass” gehört in meinen Augen halt dazu.
Ja, es könnte kreativere Banner geben, aber irgendwas ist ja immer.

Passend dazu: Zwei mal gab es “Bullen! Schweine!”- Gesänge aus dem Gästeblock. Auch hier dürfte sich RB von anderen Fanszenen deutlich mehr anhören, quantitativ und qualitativ, allerdings antwortete die Heimkurve dann sehr gut mit der “Wir sind Zecken…”-Melodie:

Wir sind Schweine – Rote Bullen Schweine
Wir zahlen keinen Eintritt
Und trinken Champagner statt Bier!

Sehr fein, ähnlich souverän wie es bei uns üblich ist “Scheiß St.Pauli”-Rufe mit “Scheiß St.Pauli”-Rufen zu beantworten. (Gruß auch an den “Champagner statt Bier”-Podcast.)
Auch schön, dass wir dann mit “Wir sind Zecken…” wieder antworten konnten. So soll es sein, traf mein Humorzentrum.

Für Amüsement sorgte dann noch die “Auserkauft”-Meldung, erstmals bei einem Ligaspiel. Okay, den Tippfehler mit dem fehlenden v bekamen im Stadion wahrscheinlich gar nicht so viele mit, denn mehr wunderte man sich über die Meldung an sich, denn dafür waren doch deutlich zu viele Sitze frei. Sowohl im Gästeblock als auch auf der Geraden. Aber: Macht sich aus Marketingsicht natürlich gut, so eine Meldung. Damit sind wir dann wieder bei den Punkten, die man am Konstrukt RB zurecht kritisieren darf.

Mit dem Abpfiff leerte sich das Stadion dann sehr schnell, die an den Gästeblock angrenzende Kurve winkte auf die “Auf Wiedersehen“-Rufe aber auch fast kollektiv zurück. Freundliche Menschen.
Unsere Feier mit der Mannschaft wirkte dann schon fast ein bißchen Abgeklärt, aber mit Lautern, KSC und RB haben wir eben drei der letzten vier Auswärtsspiele gewonnen, man gewöhnt sich ja so schnell dran.

Wo die Saison jetzt noch hingehen wird, kann gerne in den Kommentaren diskutiert werden, ich erfreue mich jetzt erst mal am Moment und bin höchstens etwas beleidigt, weil der Relegationsplatz verlassen wurde.
Und Junior hat nach zwei Auswärtsspielen drei Punkte und eine ausgeglichene Tordifferenz, andere St.Pauli-Fans mussten auf den ersten Auswärtssieg Jahre warten…

Der Verein am Wochenende

Die U23 trat (fast) zeitgleich beim Lüneburger SK an. Nach einer schnellen 2:0-Führung lag man zwischenzeitlich 2:3 hinten, ehe Nico Empen kurz vor Schluß (mit Traumtor) den 3:3-Endstand erzielte. (Spielbericht Vereinshomepage – Tore bei DFB-TV, ab 7:29m)
Das nächste Spiel ist am kommenden Samstag um 14.00h an der Hoheluft gegen Goslar, Zeit für den ersten Saisonsieg.

Die U19 spielte ebenfalls gestern und konnte bei Aufsteiger Viktoria Berlin den dritten Sieg im dritten Spiel einfahren. Esad Morina (Neuzugang aus Hoffenheim) erzielte im dritten Spiel bereits seinen sechsten Saisontreffer (zum 3:2-Endstand in der Nachspielzeit).
(Spielbericht Vereinshomepage – Tore bei DFB.TV ab 3:30m)
Daqmit bleibt man Tabellenführer, kommenden Samstag um 12.00h (passend als Vorspiel zur U23) kommt es am Königskinderweg zum Spitzenspiel gegen die ebenfalls mit drei Siegen gestarteten Ligafavoriten aus Wolfsburg. Alle hin da, die Jungs haben es verdient.

Last but not least: Die U17!
Schon am Samstag kam es zum Derby gegen den hsv, der in der Vorwoche sein erstes Spiel gegen TeBe gewonnen hatte, während unsere Jungs bei Aufsteiger Union Berlin kurz vor Schluß den Ausgleich zum 1:1 hinnehmen mussten.
Das Spiel war (wieder einmal) eine Werbung für die Jugend-Bundesligen. Toller Fußball, technisch stark, tolle Spielzüge. Wer noch nie bei U17 oder U19-Spielen war, sollte dies dringend ändern.
Die erste Hälfte bot Chancen auf beiden Seiten, es hätte gut auch 2:2 stehen können, stand aber 0:0.
In Hälfte zwei dann zunächst Glück für Braun-Weiß, dass ein Elfmeter für die Gäste nicht gegeben wurde, nachdem unser Torwart Stefan Rakocevic den gegnerischen Stürmer zu Fall brachte. Doch nach einer Stunde dann der Führungstreffer für St.Pauli, nachdem Robin Meißner nach starker Balleroberung von Gouhoua plötzlich frei durch war und den Ball am Torwart vorbeischießen konnte.
Bei dieser Führung sollte es bleiben.
Glückwunsch an Coach Timo Schultz und das Team, keine Grüße an Gästetrainer Christian Titz der durch ständiges Lamentieren gegenüber dem Schiedsrichterteam auffiel. Vorbildfunktion und so…
(Spielbericht auf der Vereinshomepage, Tor auf DFB-TV.) // Frodo

Und sonst so:

Dies bleibt ein Vereins/Fan-Blog rund um den FC St.Pauli, keine News-Seite über die Nachrichten im Weltgeschehen. Trotzdem (oder auch grade deswegen) kann man natürlich Themen wie Heidenau nicht ignorieren und es macht einfach nur fassungslos, was dort passiert.
Bleibt kritisch, informiert Eure Freunde und Bekannte über lesenswerte Artikel, schafft Öffentlichkeit. Es gibt dafür, auch abseits der “normalen” Zeitungen viele gute Seiten, stellvertretend für diese sei hier wieder einmal publikative.org empfohlen.
Kein Vergeben – Kein Vergessen – Niemals.

Der Rausschmeisser: Der FC St.Pauli spielt (zumindest als Marke) im Oirobbabogaaaaal!

Links:
– Bericht Magischer FC-Blog: “Schweinerei
– Bericht Grenzenlos 1910: “Von allen guten Gegnern verlassen
– Bericht Rotebrauseblogger

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In eigener Sache: ÜBERSTEIGER 121 (pdf-only)

Übersteiger Cover #121

Übersteiger Cover #121

Liebe Freundinnen und Freunde des Übersteigers,

eigentlich wollten wir euch zum Spiel gegen Greuther Fürth mit unserer neuen Ausgabe beglücken. Es hat nicht geklappt oder, um mit Jürgen Wegmann zu sprechen: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

Da die Ausgabe jetzt als PDF vorliegt, wollen wir sie dieses Mal allen Interessierten kostenlos zur Verfügung stellen. In unseren Augen lohnt es sich wieder einmal. Wir berichten über unsere U23, die Trainer-Erfolgsbilanz beim FCSP, unsere erfolgreichsten Torschützen aller Zeiten, über St. Depri, die Gruppe “Frauen im Fußball”, haben den ersten Artikel einer Serie zur Oberliga Nord, erklären uns solidarisch mit Valentin aus der Ultraszene Bremens, rufen selbstverständlich zum 12.09. zur Gegendemo gegen den Naziaufmarsch und, und, und…
Natürlich gibt’s auch wieder einen Comic.

Übersteiger #121, Download (7MB, PDF)

Am besten einfach runterladen und lesen. Wir sind gespannt auf eure Reaktionen. Ach ja, wer unser Team (Redaktion, Layout, Organisation) verstärken möchte, darf sich gerne melden.

Lieben Gruß
Eure Übersteiger

Falls du ganz weit weg wohnst oder gerne auswärts fährst, kannst du Dir die Anreise zum Stadion mit einer Folge des MillernTon-Podcasts versüßen oder die VdS/NdS-Folgen beim AFM-Radio hören.

Für alle Rückmeldungen, konstruktive Vorschläge und sonstiges haben wir unter redaktion@uebersteiger.de allzeit ein offenes Ohr für Euch, alles was konkret das Abo betrifft ist unter abo@uebersteiger.de auch weiterhin gut aufgehoben.

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3.Spieltag (H) – SpVgg Greuther Fürth

FC St.Pauli – SpVgg Greuther Fürth 3:2 (2:1)
Tore: 1:0 Marc Rzatkowski (19.), 2:0 Marcel Halstenberg (34.), 2:1 Sebastian Freis (42.), 3:1 Marc Rzatkowski (74.), 3:2 Robert Zulj (79.)
Zuschauer: 28.421 (ca. 1.000 Gästefans)

Es dürfte bekannt sein: Ich liebe Statistiken und Quervergleiche zu vergangenen Saisons oder Spielen.
Die naheliegendste Zahlenspielerei zu gestrigen Spiel: Seit 17 Jahren hatte der FC St.Pauli kein Heimspiel gegen Fürth mehr gewonnen. Am 13.Februar 1998 hatte André Trulsen unter Coach Gerhard Kleppinger in der 88.Minute für einen 1:0-Heimsieg gesorgt.

Die für gestern aber viel packendere und dramatischere Szene, die ich trotzdem in keinem Medienbericht (apropos, dazu später mehr) finden konnte, geschah am 13.12.(sic) im Jahre 2009.
Der FCSP empfing als Tabellenzweiter am 16.Spieltag die Kleeblätter, die ihrerseits im unteren Tabellendrittel rumliefen. Es war bekanntlich die Aufstiegssaison, Offensivfußball am Millerntor war Trumpf und durch Tore von Charles Takyi und Rouwen Hennings (viel Erfolg in Burnley) führte man mit 2:0.
In der 82.Minute flankte der eingewechselte Christopher Nöthe auf Sami Allagui und dieser verkürzte auf 1:2 – immer noch alles okay.
Und dann kam die Nachspielzeit: Keeper Lobouè war bereits mit nach vorne geeilt. Unsere Verteidigung konnte klären, schlug lang nach vorne auf Deniz Naki, der frei durch war und mit dem Ball ins leere Tor lief! 3:1, Deckel druff…
Ah, doch nicht, Abseits… wir feiern zu lange, Fürth schaltet schnell, greift an – Ausgleich, 2:2! Lange Gesichter.

Im Fußball gleicht sich alles aus? Scheint so – und wenn es dann auch mal fast sechs Jahre dauert.
(Übrigens flogen damals Gegenstände – nach dem Spiel. Zu einer Zeit, als dies noch deutlich häufiger der Fall war als heute. Ich würde meine Worte inzwischen aber wohl auch deutlich schärfer wählen, als ich sie damals gewählt habe, es war bekanntlich ja auch noch vor dem Spielabbruch gegen Schalke.)
(P.S. Ich war doch nicht alleine mit der Verbindung zu jenem Spiel: Auch bei StPauli.nu findet sich diese Erinnerung. Und bei Stefan Groenveld findet man die Fotos von damals.)

Okay, zurück in die Gegenwart.
Als wäre da nicht schon genug Verletzungspech, folgende Meldung schon vorm Anpfiff:

(Inzwischen ist ein Muskelbündelriss diagnostiziert worden. Gute Besserung, Käpt’n!)

Deichmann war fleißigen U23-Zuschauern der letzten Saison zwar ein Begriff, hatte aber bisher noch keine Zweitligaminute absolviert.
Und genau so fing er auch an: Übermotiviert, schlecht zum Ball stehend, ein Risiko – und früh mit Gelb belastet. Kein Wunder, wenn man wahrscheinlich schon die Nominierung für den Kader als Erfolg wertet und dann plötzlich in der Anfangsformation steht.
Doch nach zehn bis fünfzehn Minuten hatte er seinen Weg ins Spiel gefunden, stand besser zu Ball und Gegner, gewann die Zweikämpfe. Und das alles an einem Tag, an dem Philipp Ziereis auch nicht führen konnte sondern genug mit sich selbst zu tun hatte. Gerade in der Schlußphase des Spiels hatte Deichmann dann auch noch einige starke Szenen und sicherte so (mit) den Sieg.
Sauber, Yannick, weiter so!

Fürth am Anfang besser, doch mit der ersten Chance gehen wir durch Marc Rzatkowski (Kicker-Note 1, Elf des Tages) in Führung. Wahrscheinlich klappen solche Dinge jetzt einfach, die in der letzten Saison noch gegen uns gelaufen wären. Und auch das 2:0 durch Marcel Halstenberg (Note 2, ebenfalls Elf des Tages) passte – solche Schüsse aus der Distanz hatte er schon häufiger versucht, nach dem Ding in Karlsruhe war es jetzt schon der zweite Treffer. Es folgte der Fürther Anschlußtreffer, gefühlte zehn Sekunden nachdem ich meinem Sitznachbarn mitgeteilt hatte, dass es doch ganz gut wäre wenn wir das 2:0 mit in die Kabine nehmen würde.

Und dann eben jene Szene, die wohl spielentscheidend war: Der vermeintliche Fürther Ausgleich, Gästejubel vor der Gästekurve… und Marc Rzatkowski schaltet am schnellsten, wirft den Ball vom 16er aus (nachdem Kumbela ihn dort freudig hingeschossen hatte) zurück zu Himmelmann, der den Freistoß schnell ausführt und mit einem Zuckerpass in die gegnerische Hälfte Sobota losschickt – und dann stolpert Ratsche den Ball eben nach Luftloch ins Netz. Auch wieder so eine Szene, die letzte Saison wohl nicht mit einem Torerfolg abgeschlossen worden wäre.
Und ein Beweis, wie fußballerische Fähigkeiten bei Torhütern eben auch spielentscheidend sein können.

Jubel, abhaken, auf Leipzig vorbereiten.

Das Drumherum:

Begonnen hatte der Tag mit dem USP-Frühstück auf den Michelwiesen und einem gemeinsamen Marsch zum Stadion.

Alles Weitere zum 12.09. gibt es u.a. hier (Forum) oder hier (Zeckensalon, FB, inkl. Flyer).
Auch in der Halbzeit war der 12.September Thema, großflächige Tapeten in der Süd (“St.Pauli muss tun, was St.Pauli tun muss – 12.09. Nazis wegscheppern“) und vor der Gegengeraden (“Wehret den Anfängen – 12.09. – Naziaufmarsch verhindern“) , sogar eine kleine Choreo plus Tapete in der Nord (“12.09.15 – Platzverweis für Nazis – Alle hin da!“) und auch im Gästeblock gab es eine zweiteilige Tapete (“Gegen jeden Tag der Deutschen Patrioten“). Danke und Grüße für letzteres nach Fürth.
Schön, dass auch der Verein mit inhaltlichen Durchsagen (über eine bloße Terminverkündung hinaus) und Einblendungen auf der Anzeigetafel sich klar positionierte.
Schön, dass so etwas bei uns immer noch eine derartige Selbstverständlichkeit ist, dass es in den Medien kaum Erwähnung findet.
Schade, dass es immer noch nötig ist.

Als ich dann irgendwann aufs Sofa fiel, lächelte mich die sport1-Übertragung an und… ja, ich wurde schwach. Ich ignoriere den “DoPa” seit Jahren sehr erfolgreich (und möchte auch an dieser Stelle Allen nochmals stattdessen den Rasenfunk als Audioformat empfehlen) und schaffe es zumeist auch, dank Vereins-TV ohne die “xy-igste 2.Liga aller Zeiten” auszukommen.
Aber solch emotionalen Heimsiege sind ja doch immer mal wieder ein Grund, Prinzipien über Bord zu werfen. Ach, hätte ich es doch bloß gelassen… ich müsste jetzt nicht drüber schreiben.
Also, es kommentierte Carsten Fuß, es folgte ein bunter Mix an Erwähnenswertem:

  • [Situation zum 1:0, zweite Wiederholung]
    Schauen sie auf Trybull! Er zieht zwei Franken auf sich!”
    “Nur weil zwei Abwehrspieler bei Trybull sind…
    Tja… wäre Trybull noch bei uns, wäre die Verwechslung mit Lennart Thy auf dem Spielfeld ja sogar theoretisch noch möglich gewesen. Bei einem einmaligen Versprecher hätte ich auch drüber hinweg gesehen. Aber gleich zweimal? Puh…
    Lustigerweise ist Trybull zudem ja auch noch aktuell beim Gegner, auch wenn er gestern mal wieder nicht im Kader stand.
  • [Situation beim 2:0, Halsternberg mit rechts]
    Dabei hatte er doch gesagt, er hat den rechten Fuß nur, um nicht umzufallen.
    Ähm… nein, exakt das Gegenteil hatte er gesagt.
  • [Halbzeit, eingeblendet eine Frau mit Totenkopf-Halstuch]
    Eine schöne – eine beeindruckende – eine Totenkopfhalbzeit!
    Wer kennt sie nicht, die Totenkopfhalbzeit…
  • [Parade Himmelmann]
    Der heißt zwar Himmelmann, ist aber ein extrem geerdeter Typ.
    Was ist nur aus dem guten alten “No jokes with names” geworden? Da zieht es einem ja die Schuhe aus, Herr Fuß…
  • Der Knaller dann in der 70.Minute, Carsten Fuß war unschuldig:
    WERBUNG!!!
    Ich glaub es hackt! Ich hatte es ja schon mal gesehen, dass zur Halbzeit unterbrochen wurde… aber eine Zusammenfassung eines Spiels in der 70.Minute zu unterbrechen?
  • Last but not least:
    Es wäre der 333. Sieg des FC St.Pauli in der 2.Liga. Eine Schnapszahl.
    Und die Schnaps-Spezialität hier auf dem Kiez ist ja der Orgasmus!
    No comment…

Und dann war da noch…
… die Hamburger Polizei. Wie überall im Land auch hier von Überstunden geplagt. Was macht man also bei einem vorhersehbar unspektakulären und friedlichem Spiel wie FC St.Pauli – Greuther Fürth? Pferdestaffel und Wasserwerfer vorbeischicken. Na dann.
… die U23, die leider parallel zum Profispiel den VfB Oldenburg empfing. Das Spiel ging ohne Profiunterstützung mit 2:3 verloren, 212 Zuschauer waren an der Hoheluft. Für eine Parallelansetzung wohl ganz okay, sicherlich aber dann in erster Linie den Gästefans geschuldet.
Nach vier Spielen steht man damit in der Tabelle mit nur einem Punkt nicht sonderlich gut da, nächster Versuch zu punkten am kommenden Sonntag in Lüneburg.
… die U19, die nach der 1:3 Pokalpleite in Saarbrücken in der Vorwoche nun auch mit dem Liga-Alltag beginnen durfte. Und wie!
7:0 Auswärtssieg beim Aufsteiger Energie Cottbus, davon eine knappe Stunde sogar in Unterzahl.
Die Tabellenführung sichern will man nun am kommenden Mittwoch, um 18.00h geht es am Königskinderweg gegen den SV Werder, die am ersten Spieltag Holstein Kiel mit 5:2 besiegten.
(Alle Tore der A-Jugend-Bundesliga Nord gibt es bei DFB-TV.)
… die U17, die ebenfalls mit einem Auswärtsspiel bei einem Aufsteiger startete. Bei Union Berlin sah es lange nach einem Auftakterfolg aus, kurz vor Schluß gelang den Eisernen allerdings noch der 1:1-Ausgleich. (Auch hier die Tore bei DFB.TV)
Weiter geht es am kommenden Samstag um 11.00h am Königskinderweg dann gleich mit dem Derby.

// Frodo

Links:
AFM-Radio
– Fotos Stefan Groenveld: “Millernroar
– Fotos USP
– Fotos Vereinshomepage
– Bericht Grenzenlos St.Pauli: “Vier Schritte weiter
– Bericht und Fotos BeebleBlox: “Schwül mit kalten Duschen
– Bericht Keep calm and follow…: “Bitte brechen Sie in Euphorie aus
(Entschuldige die Verzögerung mit dem Sport1-Bericht…)
– Bericht St.Pauli.nu: “Ausgleichende Abseitsregel

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DFB-Pokal, 1.Rd (H) – Borussia Mönchengladbach

FC St.Pauli – Borussia Mönchengladbach 1:4 (1:0)
Tore: 1:0 Marc Rzatkowski (33.), 1:1 Lars Stindl (54.), 1:2 Ibrahima Traoré (56.), 1:3 Lars Stindl (67.), 1:4 Thorgan Hazard (86.)
Zuschauer: 28.175 (geschätzt 4.000 Gladbacher)

DFB-Pokal, der.
Wettbewerb an dem seit zig Jahren auch der FC St.Pauli teilnehmen darf und der immer von Sommerpause (Auslosung) bis August (1.Runde) dauert.

Tja, hat sich leider mal wieder bewahrheitet.
Trotzdem lohnt ein genauerer Blick und ein Vergleich mit der letzten Saison, auch wenn es da total untypischerweise mal bis in Runde 2 gegangen war:

28.Oktober 2014, 20.30h, Millerntor, Liveübertragung
FC St.Pauli – Borussia (Dortmund) 0:3

10.August 2015, 20.30h, Millerntor, Liveübertragung
FC St.Pauli – Borussia (Mönchengladbach) 1:4

Was zunächst nahezu identisch wirkt – bis auf die ziemlich müßige und für diesen Blog auch irrelevante Überlegung, welche Borussia denn nun die einzig wahre und echte ist – ist bei genauerer Betrachtung doch auch ein Fingerzeig, wie unterschiedlich Fußballspiele im Detail laufen können und hoffentlich auch, wie unterschiedlich die letzte und die aktuelle Saison laufen werden.

Im letzten Oktober empfangen wir einen Champions League Teilnehmer, der in der Liga absolut unter den Erwartungen spielte, dessen individuelle Klasse aber über jeden Zweifel erhaben war. Wir selbst standen in der Liga schon mitten im Abstiegskampf und die Verunsicherung sprach der Mannschaft aus jeder Aktion.
Gestern empfingen wir einen Champions League Teilnehmer, der im Gegensatz zu uns noch kein Pflichtspiel bestritten hat, dessen individuelle Klasse aber ebenso deutlich über der unsrigen liegt. Wir selbst aber hatten in den letzten Monaten wieder zu Selbstbewusstsein gefunden und insbesondere unter Lienen die defensive Ordnung wiederentdeckt.

Und während wir in jenem Spiel ehrfürchtig wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrten, glaubten wir gestern an uns und lieferten ein gutes Spiel ab, in dem wir zur Halbzeit auch verdient mit 1:0 in Führung lagen.
Ein Traumtor von “Ratsche”, bei dem ich immer mehr das Gefühl habe, dass er “angekommen” ist. Sowohl im Verein, als auch auf der Position im Team.
Aber eben auch eine sehr gute Defensive, mit einem herausragenden Philipp Ziereis, die kaum etwas zuließ.

Okay, in Hälfte zwei hat man sich dann etwas zu leichtfertig ergeben, da wäre eventuell auch mehr drin gewesen, aber wenn kurzfristig mit Sobiech, Halstenberg und Kalla drei potentielle Stammspieler in der Defensive ausfallen ist ein Champions League Teilnehmer ganz offensichtlich dann auf 90 Minuten gerechnet eben doch eine Nummer zu groß, Saisonstart hin oder her.
Traoré und Stindl waren nicht mehr zu halten, die Tore fielen zwangsläufig.
Muss man nicht gut finden, muss man aber akzeptieren.

Und doch: Auch in dieser zweiten Halbzeit hatten wir mehr Engagement nach vorne gezeigt als in den 90 Minuten gegen den BVB. Auch dies kann man positiv verbuchen, selbst wenn man sich für die B-Note im Pokal nichts kaufen kann.

Kommen wir also zum Drumrum:
Es entwickelte sich der Millerntor Roar, den man sich mit der neuen Nordkurve erhofft hatte, auch wenn er natürlich größtenteils weiterhin von der Süd und der Gegengeraden aus entsteht. Kein Grund sich drauf auszuruhen, es war sicherlich auch vieles dem Spielverlauf geschuldet, aber im Vergleich zum Bielefeld-Spiel definitiv ein großer Schritt nach vorne.
Weiter so, dann kann auch gerne wieder öfter “Welcome to the Hell of St.Pauli!” gesungen werden.

Für Begeisterung sorgte in der Halbzeit dann auch “Antifa Hooligans“, welches wohl auch bei ARD und sky live in die Interviews platzte. Sehr schön, darf sich meinetwegen auch gerne als festes Halbzeitlied etablieren, nachdem CockSparrer sich ja aus bekannten Gründen dafür unbrauchbar gemacht hatten.
(Apropos: Der Zeckensalon mit Infos zum 12.9.)

Ein Ärgernis war die Eintrittskartensituation. Offensichtlich war das Stadion am Ende nicht mal ganz ausverkauft, was bei Live-Übertragung und Montag nicht unbedingt überraschend ist.
Positiv: Das Freischalten der Dauerkarten scheint bei allen, die es versucht haben, geklappt zu haben, zumindest habe ich von nichts Gegenteiligem gehört und auch im Forum hat sich niemand beschwert, auch wenn sicher viele mit einem “Ohgoddogoddogodd, wenn da jetzt gleich ne rote Lampe kommt…!“-Gefühl in der Schlange standen.
Negativ: Es wurde gar nicht bis wenig vom Verein dazu kommuniziert. Ich verfolge so ziemlich jede News auf der Vereins-Homepage, inklusive der (sehr guten) “Kurz&Knackig”-Rubrik – hätte man das da nicht mal kurz erwähnen können? So gingen sicher viele davon aus, es sei eh ausverkauft.
Wer sich darum offenichtlich nicht scherte, waren die Gladbacher. Ist ja auch deren gutes Recht freie Plätze zu erwerben, was dann eben die für uns sehr seltene Situation ergab, dass fast der komplette Sitzplatzbereich der Nordkurve mit Gästefans besetzt war.
Gleiches galt auch für einzelne Plätze auf Haupt- und Gegengerade (und vermutlich auch der Süd, hab ich nicht drauf geachtet).
So saß auch bei uns (Block 2) jemand in voller Gladbach-Montur.
Darf er machen, finde ich zwar merkwürdig, aber nun gut. Solange ich mich in einem fremden Stadion im offensichtlichen Heimbereich bewege, tue ich dies normalerweise neutral und verhalte mich auch so, weniger aus Selbstschutz als vielmehr aus Respekt gegenüber den Heimfans.
Nun saß er da also und grummelte und fluchte in Hälfte eins in sich hinein.
In Hälfte zwei sprang er dann beim Ausgleich und der Führung um so enthusiastischer auf und schrie bei beiden Toren dann auch mehrfach “Borussia!“, was mich dann beim zweiten Tor dazu brachte, ihm ein “Halt die Fresse und setz’ Dich hin!” entgegen zu schleudern, gefolgt von “Aufspringen und Jubeln kannst Du im Gästeblock.“.
Gästefans im Heimbereich sind immer ein heikles Thema und es gibt sicher genug Leute, die mein Verhalten hier falsch fanden.
Meine Sicht: Er darf da gerne sitzen, er darf da auch dezent jubeln… aber mit Aufspringen und Schreien in voller Montur hat er den Bogen überspannt, das darf er gerne im Gästebereich oder meinetwegen im direkt daran angrenzenden Bereich machen, fertig.
(Diskussionen dazu gerne in den Kommentaren. Ähnliche Empfindungen beim OSTBLOCK.)
Ich hatte mir auch fest vorgenommen, ihm nach Abpfiff die Hand zu geben, ihm alles Gute für die restliche Saison zu wünschen und meine Sichtweise nochmal zu erklären, allerdings war er mit dem 1:4 aufgesprungen und aus dem Stadion marschiert.
Daher an dieser Stelle: Nichts für ungut, ich wollte Dir nichts tun. (Aber mach’ das nächste Saison nicht unbedingt in Dresden…)

Die Ehrenrunde tat der Mannschaft hoffentlich gut, auch die Borussia wurde mit Standing Ovations von allen Tribünen verabschiedet. (Nein, das beisst sich nicht mit dem letzten Absatz.) Auch unsere Mannschaft wurde von einem Großteil des Gästeblocks mit Applaus verabschiedet, feiner Zug.
Insbesondere die jungen Spieler haben die Atmosphäre an diesem Abend hoffentlich genossen, Spieler wie Yannick Deichmann, Nico Empen und Joel Keller soll es gerne kitzeln, dies auch mal auf dem Platz in solcher oder ähnlicher Form aktiv genießen zu dürfen.

Auf der Rückfahrt besprach ich mit Junior dann den Verlauf des Abends und er zeigte, dass er im Floskeltennis schon zu den ganz Großen gehört:

// Frodo

Links:
– Fotos Stefan Groenveld: “Zaubertor zum 1:0
– Fotos Vereinshomepage
– Fotos USP
– Bericht OSTBLOCK: “Floskelwürfe
– Bericht Bundesliga Fanatic: “New boy Stindl powers foals comeback…” (English)
– Bericht South End Scum: “DFB-Pokal, Round 1” (English)
– Bericht pathos93: “Auch wenn es wichtigere Themen gibt
– Bericht Grenzenlos 1910: “Im Pokal…
– Bericht Magischer FC: “Von der Auslosung bis zur ersten Runde
– Bericht stpauli.nu: “Eine Halbzeit Championsleague-reif
– Bericht millerntor.hamburg: “Eine halbe Bokalsensation
– Bericht gehkacken.de: “A worthy cupfight…
– Bericht und Fotos KleinerTod: “Liebe braucht keinen Erfolg
– Bericht Nice Guys St.Pauli: “Senf dazu #1
– Bericht BeebleBlox: “Kreischende Fische
– Spielbericht der Sportschau auf YouTube (4m12s)

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2.Spieltag (A) – Karlsruher SC

Karlsruher SC – FC St.Pauli 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Lasse Sobiech (10.), 1:1 Daniel Gordon (30.), 1:2 Marcel Halstenberg (40.)
Zuschauer: 21.899 (ca. 2.500 St.Paulianer)

BÄMM!
So muss das!

Und es bestätigte meine These von vor dem Spiel, dass es diese Saison auswärts für uns ab und an leichter sein dürfte als am Millerntor, da wir da nicht zwingend das Spiel machen müssen und aus einer starken Defensive heraus dann den ein oder anderen Sieg einfahren werden.
Zugegeben, dies impliziert Tore aus Kontersituationen und die hatten wir natürlich nicht. Stattdessen Tore aus zwei Standards, bzw. das zweite Tore natürlich in verzögerter Folge einer Standardsituation.
Und die Kontersituationen die wir dann hatten, haben wir leider wieder nicht gut ausgespielt.

Doch der Reihe nach: Es begann mit einer entspannten (An-)Reise mit dem ICE, der uns um kurz nach 13.00h in Karlsruhe ablieferte. Ich saß im Abteil mit USP-Mitgliedern, die ja sonst meist eher Bus fahren und hier aus beruflichen und Rückkehrzeitgründen ausnahmsweise die Zugfahrt wählten und ihr Glück gar nicht fassen konnten, trotz einer ziemlichen Ausgeschlafenheit und einer ja doch eher kurzen Zugreise schon in Karlsruhe angekommen zu sein. Und das so ganz ohne Umsteigen.

Mein letzter Besuch im Wildpark liegt schon ein paar Jahre zurück, wie scheiße das Stadion an den ÖPNV angeschlossen ist hatte ich offensichtlich verdrängt. Eine Straßenbahnfahrt ist mir als geborener Bremer ja erst mal sympathisch… aber der anschließende Gewaltmarsch bis zum Stadion erinnerte leicht an den Volkspark.
Ich hatte für heute mit Til und Georg die AFM-Radio-Mütze auf und durfte so von Jörn (VdS/NdS-Gesprächspartner 1) schnell noch die Akkreditierungen samt Parkausweis in Empfang nehmen, ehe uns erste Karlsruher Gastfreundschaft in Form des Parkwächters der Presseparkplätze begegnete.
Eyyyyyy, Halt!” brüllte er Til hinterher, während der grade einparken wollte.
Falscher Parkplatz!” – “Dann hat uns ihr Kollege falsch eingewiesen.” – “Tja… wenden und dann da vorne, zwischen den Bäumen.” Okay… war zwar direkt an der Karlsruher Stehplatzkurve (innerhalb des Stadiongeländes) und somit irgendwie zumindest gefühlt etwas gewagt, aber klappte dann wohl doch alles.

Im Stadion konnte ich dann die Temperatur bewundern und mich über die Medienplätze im Schatten freuen, während Til und Georg die Technik aufbauten – und dabei zusehends nervöser wurden, denn so recht klappen wollte es nicht.
Da ich aber in dem ganzen Kabelkram nicht so drinstecke bewunderte ich die Aussicht, kümmerte mich um die Mannschaftsaufstellung und konnte so auch noch Sandra (VdS/NdS-Gesprächspartnerin 2) im Pressebereich treffen.

Zurück auf der Tribüne nahm ich erst dann zur Kenntnis, dass der KSC Phillip Max bereits am Vortag aus dem Kader gestrichen befreit hatte, da er für kolportierte 4 Mio € des FC Augsburg Nachfolger des für vermutete 25 Mio € nach England wechselnden Baba werden soll. Wahnsinnsbeträge, alles sehr krank, aber das soll hier jetzt nicht Thema sein.

Uns Ewald hingegen setzte auf die gleiche Startelf wie gegen Bielefeld, auf der Bank nahm u.a. (für mich überraschend) Ante Budimir Platz, dessen Ausleihe damit weiterhin ungewiss ist. Ewald Lienen begrüßte übrigens auch hier wieder erfreut den Gästeblock und nahm sich zwei-drei Minuten Zeit, sich vor dem Spiel besingen zu lassen – immer wieder ein außergewöhnliches Vorgehen.
Beim KSC waren mit Jannick Dehm und Boubacar Barry zwei Akteure in der Startformation, die letzte Saison noch für die U19 aktiv waren, mit Marvin Mehlem saß ein weiterer auf der Bank.

Der KSC begann recht druckvoll, aber eben auch wenig zielführend – unsere Defensive stand sicher. Und wie es eben in der 2.Liga oft so ist, brachte uns ein Standard dann in Führung.
Langer Ball in den Strafraum (Alushi), Kopfballverlängerung (Sobiech), Tor (TOR!)!
Fußball kann so einfach sein, solche Tore hatten wir in der letzten Saison ja auch absolut oft genug selbst kassiert.
Der Ausgleich dann mehr als vermeidbar (wie wahrscheinlich fast alle Tore beim Fußball, generell): Gonther lässt Gordon bei einer Ecke weglaufen und dieser köpft den Ball völlig ungehindert ein. Abgesehen davon hatten wir bis dahin nicht viel bis gar nichts zugelassen.
Doch während wir nach solchen Gegentoren in der Vergangenheit oft auseinanderfielen und den Gegner zur Toreschießen einluden, ging jetzt wieder ein Ruck durchs Team und wir waren wieder die bessere Mannschaft und zeigten auch gute Spielzüge.

Und dann… ja, Marcel Halstenberg. Kann man mal so machen. Die Wahl zum Tor der Woche nächsten Samstag in der Sportschau dürfte ihm gehören.

In Hälfte zwei lässt Sobiech einmal Hoffer ziehen, der KSC tut gleiches mit Maier aber beide können die Chance nicht nutzen, so dass es beim 1:2 bleibt. Reicht ja auch.

Zur Stimmung:
Die Karlsruher waren, insbesondere in Hälfte ein, irre laut. Für so ein offenes Stadion ohne Kurvenüberdachung war das zumindest in der Lautstärke schon ziemlich beeindruckend, kam aber eben auch fast ausschließlich von der Gegengerade. Weder die Kurve noch die Haupttribüne stimmten oft ein, wenn überhaupt. War aber eben für die Lautstärke auch nicht mehr nötig.
Mit zunehmender Spieldauer und insbesondere den Rückständen aber wurde es dann doch deutlich leiser und unser Block (ohne Dach) konnte mehr und mehr die Oberhand gewinnen.

Die Rückfahrt:
Unspektakulär. Ein “Mid so a Leischdung verliersch a gege Reutlinge!” auf dem Weg zum Bahnhof beschreibt die Karlsruher Gemütslage wahrscheinlich ganz gut, nach Reutlingen geht es nämlich nächste Woche im Pokal.
Und wahrscheinlich hat auch Marcel Halstenberg völlig recht, der nach dem Spiel sagte, dass der KSC in dieser Saisonphase nach der kurzen Vorbereitung am leichtesten zu besiegen wäre. Soll uns aber nicht stören, denn vier Punkte aus zwei Spielen ist ein guter Saisonstart und der kann in dieser Liga bekanntlich schon sehr viel ausmachen und uns vielleicht tatsächlich die erhoffte entspannte Saison ohne Abstiegssorgen sichern.
(Siehe dazu auch die Vergleichstabelle ganz unten.)

Da mein Shirt komplett getränkt war verzichtete ich auf zu viel Nähe zur Fanladen-Gruppe und widmete mich den ersten Zeilen dieses Berichts sowie der 6.Staffel von Supernatural – ehe mich der Schaffner aufhorchen ließ, da ab Hannover der ICE wegen eines technischen Defekts gegen einen Ersatz-IC ausgetauscht werden musste.
Aber nach einem Auswärtssieg erträgt man das dann auch deutlich entspannter als nach einer (z.B.) 3:0-Niederlage.

Links:
– Bericht ‘der Ballreiter’: “Fehlstart”
– Bericht ‘Idiotensport’: “Todsicherer Tipp
– Bericht ‘Grenzenlos 1910’: “Gänsehaut bei über 30 Grad
– Bericht ‘South End Scum’: “Matchday 02” (English)
– Bericht ‘BreitSeite’: “„Und wir singen im Atomschutzbunker: […]
– Bericht ‘Province Fanatics’: “Auswärts ungeschlagen
– Fotos Vereinshomepage
– Fotos von Stefan Groenveld beim U23-Heimdebüt: “U23 holt ersten Punkt

Und sonst so:
Am Samstag gab es Gelegenheit, dem Hamburger Amateurfußball einen Doppelbesuch abzustatten. Um 12.00h spielte der HFC Falke sein erstes Punktspiel der Vereinsgeschichte in der Kreisklasse 5 vor 630 zahlenden Besuchern (Eintritt: 2,-€), bei bestem Wetter und günstigen Preisen (Bier: 1,50€ – andere Kaltgetränke 1,-€) auf dem Rasenplatz am Sportplatzring gegen GW Eimsbüttel III, bevor es dann mit dem nächsten Heimspiel an die Waidmannstraße geht, die mindestens für eine Saison die neue Heimat sein wird.
Beim rein optischen Betrachten der körperlichen Fitness beider Teams beim Warmmachen wurde schon klar, dass Falke zumindest nicht hoch verlieren würde… und dies sehr wahrscheinlich auch in der gesamten Saison nicht zu erwarten ist.
Zur Halbzeit stand es 5:0, am Ende 9:0 und die Erleichterung war groß da die Anzeigetafel ein zweistelliges Ergebnis nicht wirklich hätte abbilden können.
Insgesamt eine sehr entspannte Veranstaltung, das Publikum zum allergrößten Teil in Falke-Merch gekleidet, sehr vereinzelt hsv-Merch, dann aber eher aus der 1887-Kollektion.
Beim Pokalspiel letzte Woche sollen wohl auch Zuschauer mit St.Pauli-Klamotten anwesend gewesen sein… nun ja, muss jeder selbst wissen.

Ich fuhr dann auch rechtzeitig weiter, um den Heimspielauftakt der U23 an der Hoheluft zu verfolgen, die gegen BSV SW Rehden antrat.
271 Zuschauer bei bestem Wetter, ohne Parallelansetzung der Profis. Kein leuchtendes Argument GEGEN die Parallelansetzungen zumindest, auch wenn es gut 100 Zuschauer mehr waren als im jahr zuvor zum Auftakt in Norderstedt. Aber kann ja noch besser werden…
Sportlich war es zumindest besser als in den Spielen zuvor (1:4 bei Aufsteiger Hildesheim, 0:2 beim VfB Lübeck), doch irgendwie kassierte man trotz deutlicher Überlegenheit dann kurz vor der Pause den unnötigen Rückstand.
In Hälfte zwei erzielte Neuzugang Jan-Marc Schneider (von Halstenbek-Rellingen) den verdienten Ausgleich, zum Schluß hätte es aber auch noch wieder schief gehen können.
Vor der Truppe von Coach Ehlert liegt sicher noch viel Arbeit vor dem Saisonziel Klassenerhalt, aber der Lernprozess ist für die Mannschaft ja jede Saison meist erst zu Beginn der Rückrunde abgeschlossen, also noch alles im Rahmen.

Kommendes Wochenende ist Spielfrei (das Spiel in Lübeck war aufgrund der DFB-Pokal-Teilnahme des VfB vorgezogen worden), danach ist am 16.8. (parallel zum Heimspiel der Profis gegen Fürth) der VfB Oldenburg zu Gast. // Frodo

Vergleich zum Vorjahr (Spieltag)

SpGegner 14/1514/15Gegner 15/1615/16Vergleich
1Ingolstadt (H)1:1Bielefeld (H)0:08. / 1 / 0:0
+-0
2Aalen (A)0:2KSC (A)2:16. / 4 / 2:1
+3 Pkt

Vergleich zum Vorjahr (Gegner)

SpGegner 14/1515/16Vergleich
1Arminia Bielefeld (H)0:00:0BÄMM!
2KSC (A)0:32:13 Pkt besser
Arminia Bielefeld & MSV Duisburg stehen für Erzgebirge Aue und den VfR Aalen.
SC Freiburg und SC Paderborn stehen für FC Ingolstadt und Darmstadt 98.
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MT021 – Audiodateien sind kein shareable content

Da ist sie, die neue Saison.

Und mit ihr die neue MillernTon-Sendung, die 21. inzwischen, mit der wir in unsere dritte Saison gehen.
Für den Saisonauftakt hatten wir uns bewusste keinen Gast eingeladen, sondern besprachen in aller Ruhe:

  • Neuerungen bei den VdS/NdS-Gesprächen
  • Die Neuverpflichtungen
  • Testspiele
  • 1.Spieltag – Arminia Bielefeld
  • Wilko liest aus alten Übersteigern
  • Hörerfragen

Kapitelmarken schaffe ich heute nicht mehr sind jetzt auch drin. Insgesamt sind es wieder 2h40m geworden, genug Stoff also für die Auswärtsfahrt nach Karlsruhe.

Und: Wir haben prognostiziert…

IMG_2434

Teilnehmer:
– Sebastian (@Curi0us)
– Christoph (1910 e.V.)
– Justus (Fanladen St.Pauli)
– Wilko (@WlkStnhgn, Übersteiger)
– Maik (@DerUebersteiger)

Weiterführende Links:
– Buchprojekt „FC St. Pauli-Album“ von 1910 e.V. und Werkstatt-Verlag:
http://blog.1910-museum.de/blog/2015/07/29/ein-buch-als-museums-baustein/

– Shirt „Das ganze Stadion“
http://shop.1910-museum.de/das-ganze-stadion-t-shirt-frauen-schwarz.html
http://shop.1910-museum.de/das-ganze-stadion-t-shirt-herren-schwarz.html

– Making-Of-Video zur Choreo:
https://vimeo.com/134615411

– Text zu den Trikots:
http://outside-left.blogspot.de/2015/07/in-rainbows.html

– Fubacamp
http://fubacamp.de/

 

– Übersicht MillernTon-Folgen
AFM-Radio Portal (inkl. VdS/NdS)

Feed-Links zum Abonnieren:
MP3http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
MP4http://blog.uebersteiger.de/feed/mp4/
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(Bei iTunes freuen wir uns auch sehr über Eure Bewertung.)

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Aufruf vom Fanclub-Sprecherrat: Keine Stimme den Nazis

Der folgende Aufruf des Fanclub-Sprecherrates verbreitet sich grade bei Facebook. Für alle ohne FB-Zugriff jetzt auch hier:

Liebe Fans und Mitglieder des FC St. Pauli,

am 12.09.2015 wollen Neonazis und Hooligans unter dem Motto „Tag der deutschen Patrioten“ durch die Hamburger Innenstadt marschieren. Nicht mit uns!

Die Fanszene des FC Sankt Pauli steht für eine kompromisslose antirassistische Grundhaltung. Eine menschenverachtende Neonazi/Hool-Demonstration werden und können wir nicht einfach so hinnehmen.

Wir rufen daher alle Fans und Freunde unseres Vereins dazu auf, sich an den Gegenaktivitäten gegen den geplanten rechten Aufmarsch am 12. September zu beteiligen. Ebenfalls rufen wir alle Fanclubs und Gruppen des FC St. Pauli dazu auf, im Vorfeld den Gegenaufruf vom “Hamburger Bündnis gegen Rechts” zu unterschreiben.
Bitte gebt uns bis zum 11.08. per Mail an die Adresse “fcsp-gegen-rechts@gmx.de” Bescheid, ob ihr den Bündnisaufruf unterschreiben wollt. Geplant ist, dass der Aufruf beim Heimspiel gegen Fürth am 16.08. in einer eigenen großen Auflage im Stadion verteilt werden soll. Dieses soll eingebettet in Form eines Aktionstages geschehen. Bitte werdet hierzu in Form von eigenen Bannern, Tapeten oder ähnlichem selber aktiv.

Da wir hier den Aufruf des HBgR verbreiten, würden wir euch mit eurer Unterschrift auch auf der offiziellen Unterstützerliste hinzufügen (siehe hier: http://www.keine-stimme-den-nazis.org ). Solltet ihr nur auf den Flyern im Stadion auftauchen wollen und nicht auf der allgemeinen Unterstützerliste, dann schreibt dies kurz in der Mail dazu.

Zeigen wir gemeinsam klar und deutlich, dass für Rassismus bei uns kein Platz ist – nicht auf den Straßen, nicht in den Kurven, nicht in den Köpfen. Alerta!

Euer Ständiger Fanausschuss

****
Hier der Link zum Aufruf vom “Hamburger Bündnis gegen Rechts”:
http://www.keine-stimme-den-nazis.org/

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1.Spieltag (H) – Arminia Bielefeld

FC St.Pauli – Arminia Bielefeld 0:0
Tore:
Zuschauer: 29.546 (ca. 3.000 Gästefans)

Tjoa…
Bericht Ende.

Na gut, nicht ganz, aber zusammenfassend kann man das schon so sagen.
Beginnen wir mit dem Positiven: Die vier Riesenblockfahnen auf den vier Tribünen sahen großartig aus, vielen Dank an alle, die dazu wie auch immer beigetragen haben.
Vor dem Spiel “prickelte” es, rund ums Stadion. Die Vorfreude war greifbar, die Choreoschals an vielen Stellen schon vergriffen – es sollte endlich losgehen, im Idealfall mit einer besseren Saison als der Abgelaufenen.

Vor dem Spiel wurde dann noch Christian Bönig verabschiedet. Der MagischeFC-Blog hatte dazu schon treffende Worte vorher gefunden, daher von mir auch nur kurz:
Für jemanden, der von der ZEITUNG kam, hast Du das doch ganz gut gemacht, Christian. Alles Gute, man sieht sich im Stadion.

Nach neun Jahren Bauzeit war das Millerntor also endlich fertig umgebaut. Akustisch dürfte es insgesamt lauter werden, nicht zuletzt auch, weil man die Gästefans jetzt wieder lauter hören wird. Und als Fußballfan reibt man sich eben auch am jeweiligen Gegner und wird dadurch vielleicht etwas mehr angespornt die eigene Lautstärke nochmal nach oben zu drehen.

Aber: Davon war an diesem Tag nur sehr bedingt etwas zu merken, nur ab und an wurde es richtig laut, was nebenbei auch für den Gästeblock galt. Luft nach oben, insbesondere bei uns.

“Luft nach oben” dann eben auch auf dem Rasen.
Die erste Hälfte war noch ganz ansehnlich und man war deutlich feldüberlegen. Hier hätte es dann aber eben auch den einen Treffer geben müssen. Wenn Ewald Lienen nach dem Spiel sagt, dass wir mit einem Führungstreffer wohl ein ganz anderes Spiel gesehen hätten, mag man ihm kaum widersprechen, denn natürlich hätte dies Bielefeld früher gezwungen, die massive Defensive (teilweise mit zwei Fünferketten agierend) aufzulösen.
Allerdings kann man der Arminia auch nicht vorwerfen, sich nur destruktiv hinten reingestellt zu haben.
Allein: Das erlösende Tor fiel nicht, Rzatkowski auf links traf den Ball nicht, Nehrigs Kopfball war zu unplatziert und Thy wartete mit dem Abschluss bei der wohl besten Chance der Hälfte eben zu lange.

In Hälfte zwei war das Spiel dann deutlich ausgeglichener, Sobiechs Kopfball hätte rein gehen müssen, wenn Verhoek den Ball bei einem weiten Pass angenommen hätte wäre auch dies eine 100%ige gewesen.
Umgekehrt lässt Klos eine riesige Kopfballchance liegen und in den letzten Minuten beweist Robin “Skyman” Himmelmann gleich mehrfach, warum alle Beteiligten so froh sind, dass er bei uns geblieben ist und sichert sich so nebenbei einen Platz in der “Elf des Tages” beim Kicker.
Sören Gonthers Aussage, dass man so ein Spiel letzte Saison wohl noch verloren hätte, ging sicher auch einigen Zuschauern sinngemäß durch den Kopf und ist dann vielleicht auch das Positive, was man aus dem Spiel mitnehmen kann.

Alushi gefiel mir im Zentrum schon sehr gut, ebenso Marc Rzatkowski, gleiches gilt auch für Lennart Thy im Sturm, der da aber natürlich oft zu sehr in der Luft hing.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Lienen mit “Die Vorbereitung ist noch nicht mit Spieltag 1 abgeschlossen.” wohl Recht hat und sich in den nächsten Wochen zeigen wird, wohin die Reise geht.
Wahrscheinlich wird es auch diese Saison oft so sein, dass uns das Spiel gegen tief stehende Teams schwerer fällt, als ein Spiel gegen offensiv ausgerichtete Mannschaften. Einen ersten Belastungstest zu dieser These werden wir dann am Sonntag in Karlsruhe erleben.

Außerdem noch eine Neuerung: Da ich für statistische Spielereien ja immer zu haben bin, ohne diese Überbewerten zu wollen, übernehme ich mal den “Und so stehen wir im Vergleich zur letzten Saison!“-Vergleich vom Herrn Rebiger, ab sofort immer unter den Links zum Spiel zu finden.

Links:
Bericht und Fotos bei outside_left: “Stay Different” (English)
Bericht und Fotos bei BeebleBlox: “Das GANZE Stadion
Fotos bei Stefan Groenveld: “Das Ganze Stadion
Fotos bei Sabine Scheller: “Eindrücke von der Südtribüne III
Fotos bei USP: Klick
Bericht bei Grenzenlos 1910: “Das sieht doch schon mal besser aus
Bericht bei pathos93: “Die Zukunft hat begonnen
Bericht beim Ostblock: “Und mal wieder Ostwestfalen
Bericht SouthEndScum “Matchday 01” (English)
Bericht Schunino: “Franzbrötchen-Connection
Bericht rilrec: Klick
Bericht KleinerTod: “Abschied von Quote
Podcast: VdS-Gespräch (40Min)

Vergleich zum Vorjahr (Spieltag)

SpGegner 14/1514/15Gegner 15/1615/16Vergleich
1Ingolstadt (H)1:1Bielefeld (H)0:08. / 1 / 0:0
+-0
2Aalen (A)0:2KSC (A)2:16. / 4 / 2:1
+3 Pkt

Vergleich zum Vorjahr (Gegner)

SpGegner 14/1515/16Vergleich
1Arminia Bielefeld (H)0:00:0BÄMM!
2KSC (A)0:32:13 Pkt besser
Arminia Bielefeld & MSV Duisburg stehen für Erzgebirge Aue und den VfR Aalen.
SC Freiburg und SC Paderborn stehen für FC Ingolstadt und Darmstadt 98.
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