MT Extra: ÜBERSTEIGER 128

Tja, da hattet Ihr gedacht, wir lassen Euch in der Sommerpause ganz allein?
Pustekuchen, da sind wir wieder. Und dieses Mal mit einer Sonderausgabe, nämlich dem Print-Übersteiger #128 als Hörbuch, welcher ja bekanntlich den Themen-Schwerpunkt Inklusion hatte.

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Wir gegen weniger – Mythos Überzahlschwäche

(Dieser Text von timbo erscheint zeitgleich auch im Nice Guys Blog)

Im Gegensatz zum gemeinen Menschen tickt der gemeine Fußball-Fan etwas anders: Während der Mensch gerne die schlechten Erinnerungen vergisst und sich nur an die „gute alte Zeit“ erinnert, hat der Fußball-Fan eigentlich zu jeder Spielsituation eine schlechte Erinnerung parat. „Wir spielen gegen den Tabellenletzten? – Das steht doch im Drehbuch, Digger! Solche Spiele haben wir schon immer verloren!“ Mit dieser Thematik hatte flippa sich vor unserer Auswärtsfahrt nach Duisburg befasst (#drumherum4) und konnte diese These zumindest teilweise entkräften. Das diese Amnesie der guten Erinnerungen auch etwas abwegige Züge annehmen kann, zeigte Frodo mit seiner Statistik zu den Verbindungen zwischen FCSP-Spielen und dem Münster-Tatort. Daher bin ich mir bewusst, dass der Aberglaube groß und die Lunte im Stadion relativ kurz sein kann, wenn man einer schlechten Erinnerung mit fundierter Statistik entgegenkommen möchte. Jetzt in der Sommerpause vermute ich alle Gemüter zu Genüge abgekühlt um mal ein wenig Statistisches in die Köpfe zu brennen.

Nachdem flippa sich in #senfdazu36 bereits vorsichtig äußerte und der sehr gute MillernTon 041 ebenfalls einige Aussagen zu dieser Thematik beinhaltete, wurde es Zeit sich einmal intensiv mit der These „Gegen Mannschaften in Unterzahl sehen wir immer schlecht aus“ zu beschäftigen. Nach einem gegnerischen Platzverweis rumort es häufig auf der Gegengerade, da wir gegen Teams in Unterzahl „noch nie gewonnen“ hätten. Nun, der Sieg in Düsseldorf vor wenigen Wochen wies zumindest das „Nie“ ins Reich der Fabeln, doch war es nur das Ende einer erschütternden Statistik, welche die Unfähigkeit des FCSP bei Überzahl offenlegt? Schau’n wir mal:

Zuerst muss definiert werden ab wann ein Spiel in Überzahl als „besser“ und wann als „schlechter“ gewertet wird. Ich habe mich daran gehalten, dass eine Verbesserung der Punktzahl, die am Ende des Spiels erzielt wurde, im Vergleich zur Punktzahl, die zum Zeitpunkt des Platzverweises erzielt worden wären, als „besser“ in die Wertung eingeht. Umgekehrt ist ein Spiel als „schlechter“ bewertet worden, wenn wir die Punktzahl, die wir für den Spielstand vor dem Platzverweis erhalten hätten, nicht halten konnten. Zwei (noch) fiktive Beispiele: Real Madrid spielt uns an die Wand, wir liegen bereits nach 30 Minuten mit 0-2 hinten. Bernd Nehrig, der alte Hund, provoziert den schmalzigen Portugiesen derart, dass dieser sich zu einer üblen Tätlichkeit hinreißen lässt. Klarer Fall für ne rote Karte. Im Anschluss berauschen sich unsere Jungs am adrenalingeschwängerten Support des Millerntors und drehen das Spiel noch in ein 3-2. Dieses Spiel geht in die Wertung als „besser“ ein. Aber auch ein 2-2 hätte für die Einstufung „besser“ gereicht, da mehr Punkte als vor dem Platzverweis erzielt worden wären. Zweites Beispiel: Juventus Turin ist zu Gast. In einem emotionalen Spiel verlieren wir nach 1-0 Führung noch 1-2, obwohl Mario Mandzukic bereits beim Stand von 1-0 des Feldes verwiesen wurde. Das Spiel geht also als „schlechter“ in die Wertung ein (da wir das Hinspiel in Turin mit 2-0 gewinnen konnten, stehen wir aber trotzdem im CL-Finale). Hätten wir die Führung in Überzahl verteidigt, so hätte ich das Spiel ebenfalls als „besser“ gewertet, da es ja nicht besser geht. Die Wertung „gleich“ bekamen nur Spiele, die zum Zeitpunkt des Platzverweises und zum Abpfiff Unentschieden waren.

Zugegeben, diese Definition hat Schwächen. Zum einen ist es ein großer Unterschied, ob der Platzverweis in der 5. oder der 85. Minute stattfindet. Die Vorteile einer frühen Überzahl gegenüber einer späten erklären sich sicherlich von selbst. Somit ist Überzahl nicht gleich Überzahl. Ich habe daher Spiele aus der Wertung genommen, wenn der Platzverweis nach der 80. Minute geschah und dadurch eher geringen Einfluss auf den Spielausgang nehmen konnte. Zusätzlich spielt es natürlich auch eine Rolle, wie der Spielstand vor dem Platzverweis ist. Beim Stand von 0-3 (siehe Bremen 10/11) macht die Überzahl den Kohl dann auch nicht mehr Fett. Trotzdem habe ich alle Spiele in Überzahl, unabhängig vom Spielstand gleich bewertet. Zusätzlich kann die Wertung „besser“ rein subjektiv auch ganz anders betrachtet werden. Als Beispiel dient hier das 3-3 beim FSV Frankfurt aus der Saison 2011/12: Beim Rückstand von 1-3 wurde der Frankfurter Björn Schlicke in der 39. Minute des Feldes verwiesen. Innerhalb weniger Minuten stellten Kruse (41.) und Bartels (46.) auf 3-3. Im Anschluss blieben dann noch vieleviele Zeigerumdrehungen der Überzahl ungenutzt, um noch das Siegtor zu erzielen. Ich erinnere mich gut an dieses Spiel und ich ärgerte mich damals maßlos, dass wir trotz mehr als 50 Minuten Überzahl nicht gewannen. In meine Statistik geht das Spiel jedoch trotzdem als „besser“ ein, da von 1-3 auf 3-3 gestellt wurde.

Ich habe mir die Ligaspiele von der Saison 2007/08 an bis heute angesehen (und ich habe mein Bestes gegeben, fehlerlos zu arbeiten, was aber sicherlich nicht ganz der Fall sein wird). Von den in dieser Zeit 306 absolvierten Partien haben wir 35 in Überzahl bestritten, also etwas mehr als 10%. Insgesamt zehn Partien sind jedoch wieder ausgesiebt worden, da der Platzverwies nach 80+ Spielminuten stattfand. Die Partie in Düsseldorf 16/17 stellte ein Novum dar, da hier gleich in doppelter Überzahl agiert wurde. Bei zwei Spielen wurde in der Nachspielzeit noch durch eigene Platzverweise zahlenmäßig Gleichstand hergestellt (Niederlage K‘lautern 08/09; Niederlage Bremen 10/11). Ich habe diese Spiele trotzdem in die Wertung aufgenommen, da wir einige Zeit in Überzahl spielen konnten. Andere Spiele, in denen Platzverweise für beide Teams in kurzer Zeit ausgesprochen wurden (innerhalb von 10 Minuten), habe ich in der Statistik nicht berücksichtigt.

Platzverweis bei… besser gleich schlechter
…Führung 7 2
…Unentschieden 7 2 1
…Rückstand 4 2

 

So, kommen wir endlich zum Wesentlichen: Von den 25 Partien, die wir in zeitlich nennenswerter Überzahl spielten, haben wir satte 16 letztendlich auch gewonnen und in zwei weiteren Partien zumindest noch den Ausgleich erzielt. Von den 16 gewonnenen Spielen haben wir 7-mal den Vorsprung über die Zeit gebracht, ebenfalls 7-mal aus einem Unentschieden noch einen Sieg gemacht und zweimal sogar einen Rückstand noch in einen Sieg gewandelt (M‘gladbach 10/11 und Duisburg 08/09). Zweimal schafften wir es nicht aus einem Unentschieden noch einen Sieg zu machen, darunter das 0-0 vs Sandhausen aus dieser Saison, der Wurzel der aufkeimenden These. In lediglich fünf Partien haben wir nach Überzahl schlechter abgeschnitten als vorher. Darunter befinden sich epische Kacktore wie 11/12 das 2-2 von Fürth als wir das vermeintliche 3-1 durch Naki in der 90. Minute bejubelten, „Song 2“ aus den Boxen dröhnte und Oliver Occean unbemerkt zum Ausgleich einschob. Oder 07/08 als Jena ein 1-0 noch in ein 1-2 drehen konnte und Bruns uns mitm Schlusspfiff zumindest das Unentschieden rettete. Damals, als Jan Simak mindestens fünf Minuten brauchte um sich nach Aufleuchten seiner Nummer gen Auswechselbank zu bewegen. Da kocht heute noch Wut in mir hoch. Die Wurst ist sogar vorher noch im Vollsprint auf die andere Seite gelaufen, damit der Weg noch länger war. Ich habe nie einem Spieler mehr Schimpfwörter entgegengebracht als Simak seinerzeit. Das mag natürlich an meiner inzwischen nicht mehr so cholerischen Art liegen, jedoch sind auch bei mir diese Kackspiele in Überzahl wesentlich präsenter als zum Beispiel das 2-1 gegen Bochum (nach 1-1) aus der Saison 09/10. Ich bin also auch einer dieser Fußball-Fans, dem eher schlechte Erinnerungen aus dem Hirn sprudeln.

Trotz dieser sehr präsenten Erinnerungen muss ich erkennen, dass 18 von 25 Spielen in Überzahl mit einem besseren Ergebnis endeten als vor dem Platzverweis. Das sind statistisch signifikante 72%. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass wir fast drei Viertel aller Spiele in Überzahl erfolgreich gestalten. Ist der vielerorts gepflegte Pessimismus nach gegnerischen Platzverweisen also nur eine Schutzfunktion? Eine Art Unglücks-Versicherung, damit man im Nachhinein zumindest sagen kann: „Hab ich’s doch gewusst!“, wenn wir das Spiel nicht erfolgreich gestalten und man somit trotzdem ein leichtes Gefühl des Erfolges mit nach Hause nehmen kann? Die Statistik sagt: ja. „Moment!“ sagt der gewiefte Pessimist. Es stellt sich ja auch die Frage, wie wir Spiele ohne gegnerischen Platzverweis gestalten. Vielleicht sind wir da ja besser und gewinnen mehr Spiele bei eigener Führung! Eine Vergleichs-Statistik muss also her. Deswegen habe ich insgesamt 25 Spiele ausgewählt (aus der Saison 16/17), die zur Halbzeit den Ergebnissen (Führung-Unentschieden-Rückstand) der 25 in der Platzverweis-Statistik aufgenommenen Spiele entspricht. Auch hier hängt die Definition: Wieso erst zur Halbzeit? Welche Spiele werden aufgenommen (in der Aufstiegssaison sind die Spiele ja grundsätzlich besser als in der Abstiegssaison)? Ganz ehrlich: Das macht es mir viel einfacher bei der Auswertung und daher habe ich das so definiert. Wenn jemand das gerne etwas genauer hätte, dann darf er/sie gerne mit mir in Kontakt treten.

Halbzeitergebnis besser gleich schlechter
Führung 6 3
Unentschieden 2 4 4
Rückstand 0 6

 

Aus dieser Statistik wird deutlich, dass nur 8 von 25 Spielen ohne Platzverweis in der 2.Halbzeit mit einem besseren Ergebnis endeten (bzw. die Führung verteidigt wurde). Das macht schlaffe 32%. Im Vergleich zu den 72% der erfolgreichen Spiele in Überzahl stinken die Spiele in Gleichzahl also mächtig ab. Wenn wir zur Halbzeit hinten lagen, haben wir diese Saison mal so gar nix auf die Kette bekommen. Warum das so ist, kann ich bei Zeiten mal spieltaktisch aufarbeiten. An dieser Stelle habe ich erst einmal genug der verbogenen Statistiken und hingedrehten Wahrheiten. Ich habe mit diesen Statistiken eindrucksvoll gezeigt, dass ich Tabellen mit Zahlen erstellen kann. Der Rest ist Ansichtssache. Trotzdem: Nächstes Mal bei gegnerischem Platzverweis einmal kurz in Gedanken Simak in den Arsch treten und dann die Jungs weiter nach vorne pushen!

Nice Guys Sankt Pauli //timbo

p.s. Wie steht es eigentlich bei eigener Unterzahl? Ich habe da ein Spiel gegen Regensburg in Erinnerung, als wir beim Stand von 2-1 dank Ginczek in Unterzahl gerieten, uns kurz vor Schluss noch das 2-2 fingen, nur um uns dann dank Bruns mit dem Schlusspfiff in Ekstase versetzen zu lassen. Trotzdem glaube ich, dass diese Statistik wesentlich ernüchternder sein wird und lasse lieber mal die Finger davon.

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MT042 – Saisonrückblick: In der Wüste fällt wieder Wasser

Das war die Saison 2016/2017 – und wir hatten viel Spaß und tolle Gäste.
Zum Abschluss beehrte uns erneut Inga (1.Frauen) und wir sprachen gute drei Stunden über alles Mögliche.

Viel Spaß, genießt die Sommerpause… und seid darauf vorbereitet, dass wir Euch kurz vor Saisonbeginn an einem Mittwoch in die Fanräume einladen, um eine Sendung mit uns live aufzuzeichnen.

Termintipp:
Wer am Samstag (10.Juni) noch nichts vor hat: Große Verabschiedung von Kai (Trainer 1.Frauen) inkl. vielen Ex-Spielerinnen.
Beginn: 16.00h, Feldarena

Links zur Sendung:
Thees singt für die 1.Frauen

Podcast-News:
Nur die Zweite (2.Liga)
Lottes Erbinnen (Frauenfußball)

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34.Spieltag (A) – VfL Bochum (plus Saisonfazit)

VfL Bochum – FC St.Pauli 1:3 (1:1)
Tore: 1:0 Selim Gündüz (7.), 1:1 Lennart Thy (23.), 1:2 Lasse Sobiech (55.), 1:3 Lennart Thy (86.)
Zuschauer: 27.600 (ausverkauft, ca. 5.000 St.Paulianer)

Tabellenplatz 7 – nach dieser Hinrunde.
Immer noch unfassbar.

Und doch: Es gab Gründe, die diese Hinrunde erklärten und Anlass zur Hoffnung auf Besserung boten. Aber wahrscheinlich wäre bei den allermeisten Vereinen am Ende doch der normale Weg beschritten worden.
Wurde er hier nicht, daher nochmals an dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Präsidium, den Aufsichtsrat, die Geschäftsführung, das Trainerteam und natürlich die Spieler, die irgendwann in der Winterpause oder spätestens in Braunschweig den unerschütterlichen Glauben an sich (wieder) gefunden haben und dann mit 34 Punkten die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte spielten. Hinter Stuttgart und Hannover damit Platz 3 in der Rückrundentabelle.
Mit 24 Punkten wäre die Rückrunde zwar immer noch passabel gewesen, hätte aber nach der Hinrunde jetzt Platz 16 bedeutet.
(Ja, leichte Unschärfe in der Rechnung, denn wenn wir weniger Punkte geholt hätten hätten andere mehr und vielleicht wäre es dann sogar Platz 17, aber ich denke Ihr versteht meinen Punkt.)

Der Sonntag verlief dank der frühzeitigen Rettung dann so entspannt, wie man es sich wohl vorher erhofft hatte. Während der Sonderzug inkl. “Häßliche Trikots“-Mottofahrt ziemlich großartig (leichte Untertreibung) gewesen sein soll, hatten wir uns frühzeitig für eine elitär-arrogante ICE-Tour in der 1.Klasse entschieden, was uns dann auch früh genug nach Bochum brachte, um noch beim Griechen an der Ecke einzukehren und den Sonderzug-Marsch der hässlichen Trikots am Fenster vorbeimarschieren zu sehen. Wunderhübsch – oder so.

Im Stadion war es dann eine gefühlte Befreiung von all der Anspannung, die sich im Verlauf der Saison angesammelt hatte.
War es beim Heimspiel letzte Woche noch eher ein gelassenes Zurücklehnen gewesen, so entlud es sich jetzt in positive Energie und Spaß am Support. USP war vom Steh- auf den Sitzplatzblock gewechselt, auch dies mag sicher dazu beigetragen haben, denn so wurden auch die Kurvenblöcke natürlich viel besser mitgenommen.


In der Halbzeit profitierte man dann von einem zeitweise Ausfall der Lautsprecheranlage, so konnte sich auch “I just can’t get enough” endlich mal wieder durchsetzen, auch wenn große Teile der Kurve hier noch mangelnde Textsicherheit erkennen ließen und nur beim “Döp dödödöp”-Part wirklich laut wurden.
Für Heimspiele hab ich da auch weiterhin wenig Hoffnung, aber zumindest auswärts sollte man das doch regelmäßiger hinbekommen.

Und natürlich habe ich mich insbesondere für Lennart Thy gefreut, dass er nach einer für ihn unglücklich verlaufenen Saison gestern noch zweimal treffen konnte. Alles Gute für Deine Zukunft, bei welchem Verein auch immer dieser stattfinden wird. #ThyAmo!
Und wo wir grad bei guten Wünschen sind: Gute Besserung, Philipp Ziereis!

Der Rest war dann eine einzige große Feier, auf FB und Twitter gibt es genug Videos von Gesängen, der Vereinsaccount hat da auch einiges zu bieten.
Schön war insbesondere der Moment, als bei all dem (berechtigten) “Eeeeewaaaaaald – Liiiiiiiiiiieneeeeen!”-Gesängen Ewald dann Olaf Janßen vorschubste und sich der Gesang (zumindest in großen Teilen der Kurve) zu “Ooooolaaaaaaaaf – Jaaaaaanßeeeeeen!” änderte. Wohl schon ein Vorgeschmack (und nicht der erste) auf die heutige Pressekonferenz.
In eventuell zukünftigen Trainerfindungskommissionen muss also bitte auch immer auf die Melodienkompatibilität beim Namen geachtet werden.

Personalien

Womit wir beim Thema wären: Personelle Veränderungen.
Da ich auf Twitter ganz gut damit fahre, sämtliche Transfergerüchte zu ignorieren und mich erst damit zu befassen, wenn es auf fcstpauli.com vermeldet wird, werde ich auch hier so verfahren.

Beginnen wir mit der heutigen Personalrochade:
Ewald Lienen wird neuer Technischer Direktor, eine Stelle die in unserem Verein neu geschaffen wird und wohl ursprünglich schon mal grob andiskutiert wurde, als sich das damals neue Präsidium im Spätsommer 2014 erstmals u.a. mit Ewald in Workshops zusammensetzte und neue Wege beschreiten wollte.
Aufgrund jener Trainertätigkeit verschob sich das jetzt zeitlich geringfügig, nun geht es aber los.

Laut der heutigen Pressekonferenz wird er in dieser Funktion vier Kernthemen befüllen:

  • Ausbildung und Entwicklung der Trainer im NLZ
  • Ausbau und Entwicklung internationaler Kooperationen
  • Sponsorenpflege und gesellschaftliche Verantwortung, auch genannt “Wertebotschafter des Vereins”
  • Berater der Entscheidungsgremien, Geschäftsführung und Trainerteam- seine kommunikativen Fähigkeiten sind hier sicher sehr gut aufgehoben.

Natürlich dürfte hier bei vielen ein weinendes Auge vorhanden sein, denn insbesondere seine Begrüßungsrunde bei Heimspielen oder vorm Auswärtsblock wird fehlen.
Andererseits, und dies sagte Oke Göttlich auch in der PK, ist die Unterschrift eines Trainers in aller Regel auch gleichzeitig immer der Anfang vom Ende und in den allerseltensten Fällen geht man nach Ende des Trainervertrages so im Guten auseinander bzw. jetzt ja sogar weiter, wie es hier geschieht.
Und auch wenn “Wertebotschafter” ein bisschen nach Grüßaugust klingt, so glaube ich schon, dass die Mischung aus den vier o.a. Punkten für ihn wie maßgeschneidert ist und der Verein hier absolut gewinnt.

Trainer wird entsprechend (und wenig überraschend) Olaf Janßen. Wie hoch sein Anteil am Klassenerhalt ist, wird kaum jemand von außen seriös beziffern können. Wer aber Ewald in den letzten Wochen und Monaten zugehört hat, wird ihn als “hoch” einschätzen und dementsprechend ist dies die völlig logische und richtige Wahl.
Angesprochen auf das gesamte Trainerteam (u.a. ja auch noch mit Torwarttrainer Matze Hain und Co-Trainer Abder Ramdane) sagte Andreas Rettig, dass hier noch nichts entschieden sei und der Trainer natürlich jetzt sein Team zusammenstellt. Zumindert einen Wechsel auf der Torwarttrainerposition erwartet aber sicher niemand.

Gesucht wird weiterhin ein Sportdirektor, hier wird man sich zu gegebener Zeit äußern. Bis es soweit ist, füllt Andreas Rettig diese Position weiterhin kommissarisch aus.

Verlassen wird den Verein hingegen Sören Gonther, der seit 2012 bei uns war und die letzten Jahre das Team als Kapitän entscheidend mit geprägt hat.
Danke für die Zeit hier, Gonni, ich persönlich danke Dir auch für den Vicky Leandros-Song.
Und bei Dynamo Dresden? Naja, viel Spaß.

Weiter geht es mit positiven Meldung: Cenk Sahin, Sami Allagui, Mats Møller Dæhli.
Wie großartig das alles doch ist.

Die Verpflichtung von Cenk “ein das Ding” Sahin per gezogener Kaufoption war absehbar, ehrlich gesagt rechneten aber sicher viele damit, dass er dann gleich mit Gewinn weiterverkauft wird. Bei einem Vertrag bis 2021 besteht da nun aber keinerlei Notwendigkeit mehr für – und er ist ja auch erst 22, da werden wir hoffentlich noch viel Freude an ihm haben.

Gleiches gilt natürlich auch für Mats Møller Dæhli, der nun für ein weiteres Jahr vom SC Freiburg ausgeliehen wird.
Viele haben darauf gehofft, wenige daran geglaubt – umso schöner wenn es dann klappt.

Und schließlich noch Sami Allagui. Über ihn hätte ich mich schon nach seiner Zeit in Fürth sehr gefreut – nach einem Knorpelschaden im Knie ist diese Verpflichtung natürlich auch immer ein kleines Risiko, aber wenn er gesund bleibt ist zumindest meine Vorfreude auf ihn sehr groß.

Das war es dann auch in Bezug auf die Profis, die Sommerpause ist für die Spieler seit Montag eingeläutet und es soll wohl am 19.Juni wieder weitergehen. Bis dahin wird es ja aber vielleicht noch die ein oder andere Personalie geben.
Auslaufende Verträge haben aktuell nur noch Daniel Buballa und Dennis Rosin, ansonsten sieht der Kader schon recht rund aus. Von seiner Leihe nach Kiel zurückerwartet wird Marvin Ducksch – ob hier schon das letzte Wort gesprochen wurde, wird man sehen.

Verein am Wochenende

Die U23 hatte ein kleines Herzschlagfinale. Denn nachdem es in der Winterpause schon nach souveränem sportlichen Klassenerhalt aussah und man eher angsterfüllt auf die Profis schaute, deren Abstieg in Liga 3 einen Zwangsabstieg der U23 nach sich gezogen hätte, so trudelte man in der Rückrunde immer mehr der Abstiegszone entgegen.
Eine Niederlage in Hildesheim hätte Platz 15 bedeutet – eigentlich kein Abstiegsplatz, aber wenn Werder II aus Liga 3 abgestiegen UND Meppen nicht aufgestiegen wäre, hätte auch dieser Platz noch den Abstieg bedeutet.
Am Ende war alles egal, mit einem 1:1 rettete man Platz 14 und durch den Klassenerhalt von Werder II bleibt auch Hildesheim drin.

Die 1.Frauen feierte den Saisonabschluß der ersten Regionalligasaison der Abteilungsgeschichte mit einem 5:0-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten (und zukünftigen Zweitligisten) Jahn Delmenhorst. (Text und tolle Bilder dazu bei Stefan Groenveld.)
Verabschiedet wurden dabei Kapitänin Inga (die fortan in der 2.Mannschaft weiterspielt) und Trainer Kai, alles Gute Euch beiden!
Weitere Infos und ein paar Anmerkungen auch auf der FB-Seite der 1.Frauen.
Und bei der MillernTon-Abschlußfolge übernächste Woche könnt Ihr Inga dann auch nochmal hören.

Letzte Woche sträflich vergessen habe ich den Saisonabschluß der 4.Herren. Eine Ära ging zuende, denn Kriller (langjähriger ÜS-Layouter- und Covergott, Abwehrchef, Kopfballungeheuer und inzwischen im Vorstand der Fußballabteilung) hat seine Schuhe an den Nagel gehängt.
Zwar hat die 4.Herren in der Kreisliga 2 den Klassenerhalt souverän geholt, durch den Aufstieg der 5.Herren aus einer anderen Kreisliga in die Bezirksliga muss leider nun (den Bürokraten des HFV sei Dank) dieses Team seinen Namen in 5.Herren ändern.
Wer die langjährige Geschichte dieses Teams kennt, darf da schon die ein oder andere Träne verdrücken, sehr schade.

So, damit leite auch ich hier vorsichtig die Sommerpause ein.
Am 7.Juni machen wir noch eine MillernTon-Saisonabschlußepisode, außerdem wird es kurz darauf den aktuellen Print-Übersteiger noch als “Hörbuch” geben.
Und sollte irgendwas spektakuläres geschehen, wird dies hier sicherlich auch Niederschlag finden, ansonsten kommt evtl. der ein oder andere Artikel aus dem Heft hier noch unter, Timbos Taktikschule geht weiter und den neuen Dauerkarten-Preisvergleich wird es dann sicher auch bald geben.

Genießt die Zeit, Forza St.Pauli! // Frodo

P.S. DFB-Pokalauslosung am 11.Juni. Nur noch sechs Siege bis Europa!

Links:
Nice Guys St.Pauli
– Magischer FC (Bochum): “Tief im Westen
– Magischer FC (Personalien): “Änderungen sind doof
– Grenzenlos St.Pauli: “45 Punkte, Platz 7 und grenzenlose Liebe
– Schuninio: “Aufgewacht auf Platz 7
– Athens South End Scum: “A new Lienen/Janßen era for FCSP

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MT041 – Philipp Heerwagen

Wer den MT027 gehört hat, konnte sich schon ausmalen, dass auch diese Sendung wieder sehr hörenswert werden würde.
Und so kam es.

Gute 2 1/2 Stunden trafen sich Sven, Sebastian, Philipp Heerwagen und ich im Konferenzraum der Fanräume und sprachen über die zurückliegenden Spiele, seine neue Rolle und überhaupt sein Bild vom und im Verein.
Und wieder hatte man durchgehend das Gefühl, dass da jemand sitzt, der diesen Verein verstanden hat und sich wohlfühlt.

Außerdem entführt uns Wilko mit seiner Lesung aus alten Übersteigern ins Jahr 1996 zur bereits damals existenten “Modefan”-Debatte und wir erfahren den Ursprung der “Pauli ohne Sankt ist nicht erlaubt!”-Diskussion.

Vielen Dank, Philipp, viel Spaß allen HörerInnen! / Maik

P.S. Von dem drei- vierfachen Feueralarm haben wir uns nicht weiter irritieren lassen, solltet Ihr daher auch nicht…

Links:
Sommerfest der Fanszene
Lauf gegen Rechts
Blindenfußball Bundesliga
Fußballfibel FC Sankt Pauli
Facebookseite Philipp Heerwagen

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avatar Sven (Fanladen)
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107 Jahre die einzige Möglichkeit (oder: FCSP – FÜ)

FC St.Pauli – achisdochauchegal
Tore: Eh Wurst (LASSE!)
Zuschauer: Waren da

Das hätte uns mal einer nach dem 14. oder 18.Spieltag erzählen sollen: Aue und Bielefeld gewinnen am 33. Spieltag, wir gewinnen nicht – und keinen stört es so wirklich.
Hätten wahrscheinlich viele geglaubt, allerdings dann eher mit einem Karlsruhesquen Ausgang.

Stattdessen gab es eben dank des (erneuten) Auswärtssieges in der “Region” die Rettung schon am letzten Wochenende und der formidable Platz 3 in der Rückrundentabelle sorgte eben für diesen entspannten Sommerkick, den man gestern am Millerntor bewundern durfte.
Die Stimmung auf den Rängen passte dazu, es floss so vor sich hin, ohne sonderliche Aufreger, die kleine Rudelbildung in der zweiten Halbzeit und der Flitzer (inkl. im TV wohl nicht gezeigtem Knie-Rutsch-Jubel vor der Süd nach Sprint über den ganzen Platz) waren da schon die emotionalen Höhepunkte während des Spiels.
(Okay… und das Tor. Hab ich dem Lasse sehr gegönnt.)

Vorher hatte es die Verabschiedung von Lennart Thy (Amo) und Mats Møller Dæhli gegeben, die beide als Leihspieler der Winterpause zu ihren Vereinen zurückkehren. Zumindest bei Letzterem gibt es natürlich die Absicht, seinen Verbleib zu bewerkstelligen, die Hoffnung dürfte aber angesichts seiner bei uns gezeigten Leistungen (leider) nicht so furchtbar groß sein. Und dies sei ihm natürlich auch gegönnt.
(Btw: Glückwunsch an Marc Rzatkowski zur Österreichischen Meisterschaft. Ihm sei zu wünschen, dass er nächste Saison mehr Einsatzzeit bekommt, wo auch immer.)

Emotionaler (zumindest bei Vielen) war da schon die Verabschiedung von Rainer Wulff. Gute 30 Jahre Stadionsprecher – Wahnsinn!
Und damit für die allermeisten eben “der einzige” Stadionsprecher (von seinem jetzigen Team natürlich mal abgesehen).
Da wird diese Stimme absolut fehlen, passende Worte dazu auch beim Magischen FC Blog.
Und natürlich: Wer sie schon jetzt vermisst, findet beim MillernTon Trost.
Mach’s gut, Rainer, genieß’ die gewonnene Freizeit!

Die Sommerpause brauchen jetzt wohl alle sehr dringend, vorher steht aber noch die Abschlußfahrt nach Bochum an, die wohl für die allermeisten eine “Geil, wir haben das echt geschafft!“-Erleichterungstour wird.
4.400 Karten für den (bereits erweiterten) Gästeblock verkauft, damit ausverkauft, schöne Sache.
Eigentlich finde ich ja, am letzten Spieltag sollte es noch um was gehen – aber okay, das haben wir in der Hinrunde eben versaut.

Und nochmal ernsthaft:
Platz 12 als Worst-Case-Szenario vor dem letzten Spieltag, sogar Platz 6 noch in Reichweite?
“Da lach ich mir doch den Arsch ab”, um mal einen bekannten Trainer eines aktuellen Erstligavereins zu zitieren.

Am Knust geb es dann gestern noch ein paar Feierlichkeiten, Videos und Statements gibt es u.a. auf dem Twitter-Account des Vereins, empfohlen sei u.a. dieses Video von Ewald:

Was sich da jetzt personell in der Sommerpause tut wird man abwarten, die zwei-drei Wochen zusätzliche Planungssicherheit können da sicher nicht schaden.

Für den Terminkalender:
– 1.Spieltag 2017/18: 28. – 31.Juli
– 1.Runde DFB-Pokal: 11. – 14.August

Links:
– Fotos Stefan Groenveld
– Bericht Magischer FC Blog
– Bericht Athens South End Scum (English)
– Bericht KonBon

Verein am Wochenende:

Die 1.Frauen trat gestern am vorletzten Spieltag der Saison bei Holstein Kiel an.
Zwar gab es eine 0:2-Niederlage, da gleichzeitig aber auch der TSV Limmer verlor kann das Team nicht mehr von Platz 3 verdrängt werden.
Wie geil ist das denn? Platz 3 in der Regionalliga – als Aufsteiger!
Wer also nächste Woche nicht nach Bochum fährt kann gerne in der Feldarena vorbeigehen. Um 13.00h ist Anstoß gegen den Zweiten, Jahn Delmenhorst.
(Und Saisonziel für nächste Saison ist doch dann bitte mal der Pokalsieg, okay?)

Die U23 hingegen gilt es schon am Samstag zu unterstützen, und zwar um 13.00h in Hildesheim.
Am Samstag hätte man sich mit einem Sieg gegen Rehden ein bisschen entspannen können, nach zwölf Minuten führte man durch Tore von Jan-Marc Schneider und Nico Empen auch schon mit 2:0, um sich dann in den 88.Minute das 2:2 einzufangen.
Nun geht es als 14. am letzten Spieltag eben nach Hildesheim, welches aktuell 15. ist und nur einen Punkt hinter Braun-Weiß rangiert.
Platz 15 ist “eigentlich” ausreichend für den Klassenerhalt, es sei denn Werder II steigt noch aus der 3.Liga ab UND Meppen verpasst gegen Waldhof Mannheim den Aufstieg in eben jene 3.Liga.
Leider beides absolut möglich – und schwupps steigt man als 15. doch noch ab.
Verhindern würde dies ein Punkt in Hildesheim – also alle hin da!

Die U19 hingegen ist mal wieder Derbysieger geworden – und das passenderweise im Pokalfinale!
In einem packenden Spiel im Stadion von BU führte man lange Zeit gegen den Nachbarn, ehe dieser in der 90.Minute (+3) das 3:3 erzielte.
So musste das Elfmeterschießen herhalten, hier behielten unsere Bhoys in Brwon dann mit 7:5 die Oberhand und qualifizierten sich erneut für den DFB-Pokal.
Glückwunsch! // Frodo

 

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ÜBERSTEIGER #128 erscheint am Sonntag gegen Fürth

Klassenerhalt! Endlich wieder Zeit sich über die wichtigen Dinge im Leben Gedanken zu machen – ÜS #128 erscheint zum Heimspiel gegen Fürth.

Pünktlich zum letzten Heimspiel der Saison, erblickt ein neuer Übersteiger das Licht der Welt. Es war gar nicht so einfach sich während der angespannten Situation der Profimannschaft, auf die #128 zu konzentrieren, auch wenn die letzte Übung erst zwei Jahre her ist. Trotzdem ist es uns gelungen, viele Blicke rund um den Verein (der ja auch deutlich mehr als Fußball ist) zu werfen und das Thema Inklusion anzupacken.

Ein heikles und sensibles, aber notwendiges Thema. Hier herrscht an so vielen Stellen, insbesondere in den Köpfen, Nachholbedarf, dass eine Thematisierung längst überfällig war.

Platz hatten wir selbstverständlich trotzdem noch für die alten, doch niemals muffigen, Klassiker namens NdvA, Döntjes, Paadie und so weiter und sofort.

Auch rechnerisch steht jetzt fest: Besuche im Emslandstadion (schimpft sich mittlerweile Hänsch-Arena) bleiben auf jeden Fall auch nächste Saison aus. Auch wenn dies vielen hier die Chance gegeben hätte, mit dem Satz „Ich war in Meppen!“, der eigenen Auswärtsfahrer-Mystik weiteren Glanz zu verleihen. Trotzdem: Fick Dich 3. Liga!

Zeit für die Sommerpause, versüßt mit dem neuen Übersteiger! Für schlappe 1,60 €, ist der sogar billiger als jedes Magnum Mandel!

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FC St.Pauli IV – HFC Falke 1:5 (1:1)

Ja, Geschehnisse sacken lassen hilft, nicht jeder Bericht muss gleich in die Tastatur. So auch hier.
Viel ist geschrieben worden, „nicht alles“ davon war sinnvoll oder korrekt, auch dieser Text hier ist namentlich gekennzeichnet und daher subjektiv. Er enthält Meinungen und Wertungen, nicht alles wird von allen geteilt werden, geht auch gar nicht.

Haken wir kurz das Sportliche ab: Der HFC Falke hat verdient 5:1 gewonnen, der (direkte) Aufstieg wird sich wohl am letzten Spieltag im Aufeinandertreffen mit Altona II. entscheiden.
Unsere IV. dürfte trotzdem mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekommen, aktuell sind es sieben Punkte Luft nach unten.

Zum Drumherum:
Natürlich ist es kein normales Spiel, wenn St.Pauli und Falke aufeinandertreffen. Dies merkte man schon daran, dass es wohl zum ersten Mal für die IV.Herren Eintrittskarten gab. Wenn ich nichts verpasst habe, war dies an der Feldstraße auch erst das zweite Mal überhaupt der Fall, erstmalig passierte dies letzte Saison beim Pokalhalbfinale der St.Pauli-Frauen gegen den hsv.
Dieses Mal wurden 250 Tickets im Umfeld der IV. verteilt, die gleiche Stückzahl ging an den Gast, allesamt kostenlos.

Der ÜBERSTEIGER hatte sich früh um ein normales / positives Verhältnis zu Falke bemüht (sowohl im Print als auch jüngst im Podcast), ich für mich kann an dieser Stelle auch nur festhalten mit den handelnden Personen ein gutes Verhältnis zu haben.
Geht aber eben nicht zwingend allen so, dazu später mehr.

Die Fakten:
Der HFC Falke hatte als Treffpunkt das Shamrock ausgegeben, dies war allerdings von St.Paulianern besetzt, weswegen kurzfristig auf die U-Bahn Feldstraße ausgewichen wurde.
Der Eingang befand sich in der Gasse des Doms direkt am Bunker, vor dem Eingang wartete eine größere Anzahl St.Pauli-Fans. Viele Falke-Fans gingen hier bunt gemischt durch und waren schon frühzeitig am Platz.
Als eine größere Gruppe Falke-Fans in den Gang einbog, wurde diese angegriffen. Es fand eine kurze Hauerei statt, das Schätzen von Personenanzahlen auf beiden Seiten überlasse ich anderen, ebenso das Aufführen von Gegenständen auf beiden Seiten.
Nach etwa einer Minute war das Ganze durch und man ging seiner Wege, als die Polizei später eintraf, hatte sich schon lange wieder alles beruhigt.

Die Rede ist von drei verletzten Falke-Fans, denen natürlich gute Besserung.
In Gesprächen während und nach dem Spiel mit mir bekannten Falke Fans zeigte sich ein großer Teil der Gruppe vom Angriff geschockt, damit hatte man einfach nicht gerechnet, gerade nach dem ruhig verlaufenen Hinspiel.
Andere hingegen nahmen den Vorfall recht “sportlich”, als vorweggenommene Dritte Halbzeit. Letztere waren aber eher in der Minderheit.

Ab jetzt verlasse ich den nüchternen Bericht und versuche, die Hintergründe zu beleuchten.
Es gibt eine lange Liste von Vorfällen seit dem letzten Sommer, die im Einzelnen nicht zwingend für die Öffentlichkeit gedacht ist, den Betroffenen aber bekannt sein dürfte.
Öffentlicher Höhepunkt war kürzlich der Angriff auf einen 9-Sitzer mit St.Pauli-Fans, der aus Aue zurückkam.
Moment… das waren aber immer hsv-Fans, keine Falke-Fans?
Ja, schon richtig. Auch richtig, dass der Verein versucht, dies strikt zu trennen.
Personelle Überschneidungen lassen sich dabei aber eben nicht verhindern, anschließende persönliche Sympathie-Bekundungen oder lustige Kommentare zu jenem Angriff im Internet sind zusätzlich auch nicht gerade hilfreich, wenn es um eine Deeskalation zwischen St.Pauli und Falke geht.
Klar aber auch: Jene Kommentare im Internet dürfen nicht wirklich als Begründung für so eine Aktion dienen.

Wie im MillernTon mit Tamara Dwenger (Präsidentin des HFC Falke) zu hören war, so hatte sich auch vor dem Hinspiel entsprechendes Klientel bei Falke interessiert am Spiel gezeigt, wurde aber recht deutlich mit „Ihr seid hier sonst nicht, dann braucht Ihr auch zu diesem Spiel nicht zu kommen!“ vorab ausgeladen.
Und abgesehen von ein paar „Scheiß St.Pauli!“-Rufen kann man auch ganz klar festhalten, dass das Hinspiel zwar in einem emotionalen Rahmen verlief, es aber keinerlei Übergriffe gab. Und die Rufe kann man dann auch ganz gut aushalten.
Der Gästeanhang beim Hinspiel war aber auch eher im niedrigen zweistelligen Bereich zu verorten.

Bleibt die Frage: Was hält man nun davon?
Körperliche Auseinandersetzungen passieren beim Fußball. Dies ist nichts Neues und wird voraussichtlich auch nie verschwinden. Auch die Fanszene des FC St.Pauli war nie gewaltfrei, auch wenn dies oft verklärt so dargestellt wird.
Allerdings ist es schon eine andere Nummer, wenn man dies in die Kreisliga verlegt. Zumal zu einer Mannschaft, die den Fußball als Hobby betreibt und sonst vor einer Kiste Bier und ein paar Kumpels spielt, sich dann aber plötzlich nach dem Spiel noch auf dem Feld von Reportern(!) fragen lassen muss, warum man sich denn nicht um ein Sicherheitskonzept für das Spiel gekümmert habe.
Tja, weil es Kreisliga ist vielleicht?
Und dann wird es auch nicht besser, wenn der überwiegende Teil der Protagonisten vom Sonntag noch nie ein Spiel der 4. Herren gesehen hat und voraussichtlich auch keins mehr sehen wird, diese aber eben als Bühne missbraucht.
Ich will jetzt nicht in das Gejammer einsteigen, dass auch Frauen und Kinder betroffen hätten sein können. Ich gehe seit ca. 35 Jahren zum Fußball und ich kann einigermaßen einschätzen, ob es sinnvoll ist zu so einem Spiel sein Kind mitzunehmen. Und wenn ich das tue, verhalte ich mich entsprechend und halte mich auch von entsprechenden Gruppen fern. Davon ab ist besagten „Frauen und Kindern“ (zum Glück) auch nichts passiert, der Schrecken saß aber sicher einigen in den Gliedern und auch das muss natürlich nicht sein. Muss es aber auch bei Männern nicht, nur mal nebenbei.
Da der Dom noch nicht geöffnet hatte, hielt sich auch hier das Risiko für Unbeteiligte in Grenzen – ganz ausschließen kann man das aber natürlich an einem Sonntag trotzdem nicht und ob es ein grundsätzlich anderes Verhalten gegeben hätte, wenn der Dom bereits geöffnet gewesen wäre, bezweifle ich dann leider auch mal.
Will sagen: Mit Ruhm bekleckert haben wir uns da ganz sicher nicht, im Gegenteil.

Es bewahrheitet sich also das, was man (spätestens) mit dem Angriff auf den 9-Sitzer schon befürchten musste. Die Spirale dreht sich, Aktion erfordert Reaktion.
Der HFC Falke als Verein mag sich hier noch so sehr wünschen, in diesen Streit nicht hereingezogen zu werden, solange (und sei es auch nur vereinzelte) personelle Überschneidungen bestehen bleiben lässt sich dies leider nur schwer vermitteln.
Da greift dann in der Fußballfan-Logik schnell die Sippenhaft, zumal die Grenzen im konkreten Fall ja schon historisch verschwommener sind als in anderen Fällen. Kann man doof finden, wird aber eben so wahrgenommen.
Für alle Beteiligten ist es daher wohl wünschenswert, wenn sich die sportlichen Wege zur neuen Saison wieder trennen, ein Aufstieg des HFC wäre dafür sicher ein guter Schritt.

Für den FC St.Pauli und seine Fanszene gilt es, intern diesen Sonntag aufzuarbeiten. Dafür sind reißerische Schlagzeilen und dümmliches Ultra-Bashing nicht hilfreich. Ein Vereinspräsident, der persönlich zum Hörer greift und sich beim gegnerischen Verein entschuldigt, zeigt aber schon mal Größe, zumindest wenn die „Wer hat angefangen?“ – Frage für diesen Tag so eindeutig beantwortet werden kann wie in diesem Fall.
Ein großes Plus der Fanszene bei uns war schon immer, dass man Dinge, die scheiße gelaufen sind, auch mal als solche ansprechen kann. Bleibt zu hoffen, dass dies auch im konkreten Fall offen so funktioniert, ohne dass die eine Seite überzogene Forderungen stellt, oder die andere sich dem Gespräch verweigert.

Da habe ich aber das grundsätzliche Vertrauen in die handelnden Personen.

Dem HFC Falke wünsche ich (ganz persönlich) weiterhin alles Gute.// Frodo

Links:
– Fotos Stefan Groenveld

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29.Spieltag (H) – Würzburger Kickers

FC St.Pauli – Würzburger Kickers 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Christopher Buchtmann (87.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 1.500 Gästefans)

Es ist nicht das erste Mal, dass mich die Erkenntnis trifft, dass über manchen Text besser nochmal 1-2 Nächte geschlafen wird. Aber im Zuge einer jugendfreien Ausdrucksweise war es dieses Mal besonders angebracht.

Beginnen wir mit dem Sportlichen:
Schön war es nicht.
Muss es aber auch nicht mehr sein, aus dem Saisonbereich sind wir raus und im entsprechenden Tabellenbereich noch lange nicht drin.
Spielerisch war das keine Offenbarung, insbesondere in Hälfte eins eher sogar erschreckend, aber hier ist es eben – wie so oft – wahrscheinlich auch in erster Linie Kopfsache.
Und als Tabellensiebzehnter spielt es sich eben nicht sonderlich befreit auf, insbesondere in einem Sechs-Punkte-Spiel, sechs Spieltage vor Ende.
Scheißegal, drei Punkte, alles andere ist Schnullibulli.

Ich habe mich seit meinem Schiedsrichter-Lehrgang hier ja mit Kritik an den Unparteiischen stark zurückgehalten, weil mir inzwischen klar ist, dass Sichtweisen auf dem Platz aus Tausend unterschiedlichen Gründen sehr stark von denen auf den Rängen abweichen können.
Herr Jablonski aus Bremen allerdings schaffte es am Sonntag verdientermaßen in meine “Aytekin Hall of Fame”, selten habe ich mich zuletzt so sehr aufgeregt.
Die Szene nach zehn Sekunden, als Daghfous Ziereis von hinten umhaut war ein unschöner Beginn, hier kann ich ihn aber noch mit “Kann er schlecht sehen” in Schutz nehmen.
Anders hingegen die Fouls von Schröck und Fröde nach einer knappen Viertelstunde, als jeweils mit gestrecktem Bein in den Gegner geflogen und dieser oberhalb des Knöchels am Standbein getroffen wurde. Während Schiedsrichtern auf Kreisebene da oft auf Lehrabenden “Oberhalb des Sprunggelenks, wenn hier auf dem Acker einer so reingeht, dann geht er bitte duschen!” mitgegeben wird, ist dies im Profibereich meist weniger restriktiv zu behandeln und eine gelbe Karte kann als Vertretbar gelten – Rot muss nicht sein.
Aber: Gar nichts?! Hallo?!
Das ist zwei Mal versuchte Körperverletzung – wie sehr kann man den Einstieg in die persönlichen Strafen verdaddeln? Dies war ein Versagen fürs Lehrbuch und leider zog sich dann, wie es eben dann so oft ist, dieses Versäumnis durch das Spiel und wahrscheinlich kann man es nur der sportlichen Brisanz verdanken, dass beide Teams einen Platzverweis unbedingt vermeiden wollten, ansonsten hätte dies leicht zu einem noch übleren Getrete ausarten können als ohnehin schon.
Bezeichnend, dass die erste gelbe Karte dann Bouhaddouz traf – für seine Aktion des Schubsens zwar korrekt, blöd nur das übersehen wurde wie sein Gegner ihm mit Anlauf das Knie in den Rücken rammte.
Und von den zwei-drei Elfmetern die wir hätten kriegen können rede ich ja noch nicht mal…
Unterm Strich stellte sich Würzburg als die unsympathische Tretertruppe heraus, die man einem Trainer Hollerbach ins Poesie-Album kleben würde. Kombiniert mit theatralischen Hingefalle, wenn es dann mal umgekehrt was auf die Socken gab.

Oh, wie schön es dann ist, dass ein hingefallener Würzburger (Königs, Sympathiespieler mit der 27) die eigene Abwehrreihe so verwirrte, dass daraus das Tor für uns fiel.
Und nein, da gab es keinerlei Grund das Spiel zu unterbrechen, weder für den Schiedsrichter (immerhin, mal etwas), noch für unsere Spieler. Bester Beleg dafür ist ja auch, dass Königs dann auch problemlos wieder aufstand, als der Ball in seine Nähe kam.
Volle Gönnung, Hollerbach, haste Dir verdient.

Stimmung?
Naja… zum Einen fehlte der akustische Gegner, da der Gästeblock leider trotz Rückenwind kaum wahrzunehmen war, zum Anderen brachte die sportliche Situation einige wohl eher zum Nägelkauen als zum Supporten. Dies änderte sich dann leider auch erst mit dem Führungstor.
Nicht sonderlich schön, aber verständlich.
Was hingegen zunehmend nervt: Die Unruhe bis hin zu leichtem Unmut beim Ballgeschiebe in der Abwehr. Sind denn wirklich so viele Personen auf den Rängen so ahnungslos, dass dies nicht zumindest schweigend hingenommen werden kann, wenn man schon den Mund nicht zur positiven Unterstützung aufbekommt?
Glaubt ernsthaft jemand, genervtes Aufstöhnen bei Rückpässen führt dazu, dass in der nächsten Sekunde ein Zauberpass mit anschließendem Fallrückzieher in den Winkel kreiert wird?
Fußball in der 2.Liga ist (insbesondere im Abstiegskampf, als Heimteam gegen ein Team mit “leicht” defensiver Grundordnung) Abnutzungskampf und eine Geduldsfrage.
Und die braucht es eben dann manches Mal auch auf den Rängen.

Saisonendspurt
Ich bemühe ja gerne jede Woche aufs Neue den Tabellenrechner.
Würzburg als Absteiger hält sich dort nun schon konstant ein paar Wochen, trotz aller Überraschungen – wobei Würzburg selbst als einziges Team ohne Sieg in der Rückrunde ja auch eben keine Überraschungen liefert.
Aktuell habe ich für uns mal ganz konservativ zwei Heimsiege und drei Auswärtsniederlagen angesetzt, was uns mit 38 Punkten am Ende sicher in den Hafen einlaufen lässt. Hinter uns landet auf dem Relegationsrang die Arminia, die mit einem Sieg in Dresden noch an den Würzburgern vorbeihumpelt.
Hierbei gehe ich natürlich davon aus, dass Würzburg am letzten Spieltag in Stuttgart verliert… sollte es für Stuttgart da schon um nichts mehr gehen – nun, dann könnte unsere Fahrt nach Bochum doch noch spannender verlaufen als aktuell geplant.
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn die aktuelle Hochrechnung aufgrund der Ergebnisse am Wochenende wieder komplett über den Haufen geschmissen wird.

Nun aber erst mal zur Fortuna.
Der 17. der Heimtabelle (drei Siege) trifft auf den 10. der Auswärtstabelle (vier Siege), oder auch der Rückrunden-16. trifft auf den Rückrunden-4.
Warum hab ich da eigentlich auf Niederlage getippt?
Na, ich kenne ja meinen Verein.
Und eben darum wird am Ende auch alles gut – nur eben nicht Nervenschonend, das wäre auch zu einfach. // Frodo

Links:
– Bilder Stefan Groenveld: “Trotz Stromausfall den Stecker nicht gezogen
(was für ein geiles Startbild…)
– MillernTon “Vor dem Spiel” // “Nach dem Spiel
– Athens South End Scum: “Matchday 29” (English)
– Magischer FC: “88 Minute Haare raufen, 5 Minuten Glückseligkeit
– BeebleBlox: “Fünf Minuten Zittern kriegt man immer
– KonBon: “Buchti setzt St.Pauli unter Strom
– Kleiner Tod: “Wenn sich Ostern wie Weihnachten anfühlt

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MT040 – HFC Falke

Wer hat denn da die Termine ausgesucht?
Über drei Spiele sprechen, die 0:0, 0:1 und 0:0 ausgingen? Rostige Nägel unters Augenlid reiben macht ähnlich viel Spaß.

Dementsprechend waren wir damit schnell durch und hatten noch Zeit über Tischkicker (WM demnächst auf Kampnagel) und Subbuteo zu sprechen, ehe es in der längeren zweiten Hälfte um den HFC Falke ging.
Vereinspräsidentin Tamara Dwenger war zu Gast und erzählte viele Hintergründe und allerlei wissenswertes, was mit so einer Vereinsgründung so einhergeht.

Viel Spaß!

Termin:
– Sonntag, 23.4., 14.00h, Feldarena: FCSP IV – HFC Falke

Links zur Sendung:
Überfall auf St.Pauli Fans (Spendendose im Fanladen)
Anmeldung Blindenfußball-Lehrgang
Tischkicker-WM auf Kampnagel
Kixx – Tischkickern in Hamburg
Subbuteo St.Pauli
How to Play – Subbuteo
HFC Falke
ÜS-Interview mit dem HFC Falke
Clapton Ultras brauchen Geld

AFM-Radio Portal
VdS/NdS-Folgen

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