Azzouzi, Meggle, Göttlich, Lienen – Endlich Winterpause

Montag/Dienstag, 15./16.Dezember 2014 – oder auch: die Tage nach Darmstadt und vor Ingolstadt, um im St.Paulianischen Kalender zu sprechen.
Ja, kein Grund zum Jubeln nach der 0:1-Niederlage, eher Zeit zum Wunden lecken und Konzentration sammeln vor den letzten beiden Spielen des Kalenderjahres, welches es schnellstmöglich abzuhaken gilt.
Und doch: Zwei Tage, die auch ein mittleres Erdbeben im Verein auslösten.

Es begann am Montag noch recht harmlos, mit einem zweiseitigen Interview von Oke Göttlich im “bunten” Teil des Kicker, in dem er den handelnden Personen (Meggle und Azzouzi) sein Vertrauen aussprach und für ein erfolgreiches Gelingen des Unternehmens Klassenerhalt im Mai ein gestärkt daraus Hervorgehen versprach. Klang super, sah ich genauso. (Hier ein gekürzter Ausschnitt.)
Am Abend wurde ein weiterer wichtiger Punkt, denn Deniz Naki selbst gab das Ende eines der Aufregerthemen der letzten Wochen bekannt. Auf die ihm eigene offene Art und Weise machte er auf Facebook öffentlich, dass der FC St.Pauli ihm keinen Vertrag anbieten würde.
Wahrscheinlich hätte er es bei dieser Sachebene belassen sollen, große Sympathien wären ihm sicher gewesen, Unverständnis wäre geäußert worden. Konnte er aber nicht, er trat nach – in einer Mischung aus Selbstherrlichkeit und beleidigter Leberwurst, die beim Lichterkarussell ausführlich und treffend gewürdigt wurde.
Das FB-Posting ist inzwischen gelöscht worden. Einige dachten, es wäre ein Zeichen der Reue oder taktisches Kalkül, um die Tür vielleicht doch nochmal etwas zu öffnen. Andere vermuteten gar Zensur!
Mal ehrlich… Facebook mischt sich in den kleinen Zwist eines Fußballers mit einem Zweitligisten ein und löscht ein nicht annähernd strafrelevantes Posting, zu dem es keinerlei Grund gibt es überhaupt zu melden? Paranoia ist ja manchmal okay, aber hier geht es dann doch zu weit.
Tatsächlich wurde das Posting von FB gelöscht, weil Deniz auch nach mehrfacher Aufforderung durch einen beim FC St.Pauli durchaus bekannten Fotografen die mit dem Posting verbundenen Fotos nicht löschte, die einen Copyright-Verstoß darstellten. Dumm gelaufen, irgendwie aber auch bezeichnend.
Lieber Deniz, ein „bleib wie Du bist“ klingt nach diesen Sätzen irgendwie komisch, andererseits bin ich mir sicher, dass auch die vielen guten und richtigen Dinge, die von Dir ausgingen eben nur zustande kamen, weil Du bist wie Du bist. Ich wünsche Dir daher ganz ehrlich und aus tiefstem Herzen alles Gute und hoffe, dass Du schon zur Rückrunde einen Verein findest, bei dem Du glücklich wirst. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann dann doch nochmal die Chance für uns und Dich zusammenzufinden.

Nachdem dies in der Nacht zu Dienstag geklärt war und sich mit dem sehr guten Artikel des Lichterkarussells auch alle hätten wieder dem Tagesgeschäft widmen können, kam dann der nächste Knaller: Lienen ersetzt Meggle, Meggle ersetzt Azzouzi, Azzouzi… wird vor die Tür gesetzt.
All dies nur einen Tag, nach besagtem Interview mit Oke Göttlich im Print-Kicker. Selbst Reinhold Beckmann fragte am Samstag in der Sportschau, wie denn so ein Sinneswandel in nur 24 Stunden möglich wäre.
Nun gut, da müsste man natürlich berücksichtigen, dass das Interview wie erwähnt im „bunten“ Teil des Kickers erschien, der redaktionell in großen Teilen schon immer vor dem Wochenende fertig ist und das Interview also wahrscheinlich schon Donnerstag oder Freitag geführt wurde. Trotzdem bleibt es eine ziemlich unerwartete Kehrtwende, auch wenn in 4-5 Tagen im Profifußball natürlich immer eine Menge passieren kann.

Schaut man sich die gemeinsame Pressekonferenz von Oke Göttlich und Thomas Meggle an, so kann man schon heraushören, dass Meggle diese Lösung vielleicht nicht laut jubelnd herbeigefordert hat, aber doch auch überzeugt mit trägt.
Demnach war es also auch Meggles Empfehlung, etwas zu verändern. Ein „Und wenn, dann jetzt!“ kann gedanklich durchaus hinzugefügt werden.
Und dann liest man im Abendblatt-Artikel vom letzten Mittwoch zusätzlich, dass Lienen eben auch einer von vielen externen Beratern ist, mit denen sich der Verein in den letzten Wochen traf. Zehn seien es gewesen, so Göttlich auf der Pressekonferenz.
Eine im Profifußball wohl eher unübliche Vorgehensweise (wie ja auch der Fragebogen, den Deniz Naki als unzumutbar empfand…), umgekehrt aber hier durchaus ein großer Vorteil, denn dadurch war man vorbereitet.
Sowohl von Vereinsseite, indem man aus dem Kreis der Berater bereits eine Vorauswahl an möglichen Trainernachfolgern erstellen konnte, als auch Ewald Lienen selbst, der bereits detailliert im Thema war.
Ich bin ganz ehrlich: Im Text zum neuen Präsidium im letzten Print-ÜS hatten wir einen Wechsel im Trainserscouting bereits angesprochen. Und dann kommt Ewald Lienen? Es klang alles nach undurchdachter Kurzschlußreaktion. Als dann besagte externe Beratersitzungen angesprochen wurden, machte es allerdings wieder Sinn.

Zum Thema Rachid Azzouzi wurde viel geschrieben, u.a. auch bei uns, von Mirco. Es bleibt festzuhalten, dass er an den Ergebnissen gemessen werden muss, die mit “Platz 17″ eben nicht so ausfallen, wie man sich das erhofft hat. Dabei gibt es viele verschiedene Gründe die dazu führten, u.a. sicher auch “Pech”.
Egal aber, wie man zu ihm steht: Auch wenn man ihn in der Sache kritisiert, verbieten sich einige genutzte Formen der Kritik von selbst.
Ich wünsche ihm in seiner nächsten Position jedenfalls alles Gute, hat bei halt nicht sollen sein.

Das Spiel gegen Aalen nährt die Hoffnung, dass der Klassenerhalt in den verbleibenden 15-17 Spielen gelingt. Wird kein Selbstläufer, ist aber mit ein bißchen weniger Verletzungspech absolut machbar.

Verletzungspech:
Gebt doch mal einen Tipp ab: Welcher Spieler stand als Einziger bei allen 19 Spielen zur Verfügung?
Richtig, Philipp Tschauner. (Lösung: Zeile markieren)

Auf die meisten Einsätze in 19 Spielen kommen zwei, bei denen man auch nicht unbedingt drauf tippen würde: Dennis Daube (18) und Lennart Thy (17). (Lösung: Zeile markieren)

Insbesondere die Abwehr wurde massiv durcheinandergewirbelt, elf(!) verschiedene Spieler standen in unserer Viererkette, wenn man die Anfangsformationen durchgeht. Lasse Sobiech ist hier mit 16 Einsätzen die Konstante, danach folgt schon Sören Gonther mit 12. Lediglich an den Spieltagen 2-3 (Schachten, Sobiech, Gonther, Buballa), 6 (Buballa, Thy, Thorandt, Ziereis), 9-10 (Sobiech, Thy, Startsev, Ziereis) und 16-18 (Schachten, Sobiech, Gonther, Halstenberg) gab es  die gleiche Aufstellung wie im Spiel zuvor – wie man sieht, aber immer mit großer Rotation im Gesamtgefüge.

Bei Langeweile kann das gerne jemand für das Mittelfeld durchspielen, man dürfte auf ähnliche Werte kommen, in der Abwehr ist eine eingespielte Kette aber sicher am wichtigsten, was sich ja auch an unserer Gegentorflut ablesen lässt.

Statistik eines 17. nach 19 Spielen:
Wir haben nach 19 Spielen 16 Punkte geholt, damit einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz (VfR Aalen) und den ersten Nichtabstiegsplatz (1860).

Schaut man sich die letzten Jahre (seit Einführung der Relegation) an, so ist dies etwa im Durchschnitt. Dynamo Dresden hatte letzte Saison 21 Punkte (schaffte es aber am Ende nicht), Hansa hatte 2011/2012 12 Punkte, stieg damit ebenso ab.
In den sechs Jahren stieg der 17. nach dem 19.Spieltag viermal sportlich ab (Dynamo, Sandhausen [die aber durch Duisburgs Lizenzentzug drin blieben], Hansa und Wehen-Wiesbaden), lediglich der FC Ingolstadt und FSV Frankfurt konnsten sich 2011 und 2010 noch retten.

15,17 Punkte hatten sie im Schnitt nach 19 Spielen, sie holten in den verbleibenden 15 Spielen im Schnitt 16 Punkte (Top: FSV Frankfurt mit 25, Flop: Wehen-Wiesbaden mit 10).
Das Team auf Relegationsplatz 16 hatte in diesen sechs Jahren im Schnitt knapp 34 Punkte (von 31 bis 37), der 15. hatte knapp 37 Punkte (von 33 bis 40).
Mit 32 Punkten war Dynamo Dresden in der letzten Saison der punktbeste 17. am Saisonende, mit 33 Punkten wäre man also immer mindestens auf dem Relegationsrang gelandet.

Nimmt man diese Zahlen als Grundlage, so brauchen wir also noch ca. 17 Punkte für den Relegationsplatz, noch ca. 20 Punkte für den direkten Verbleib.
Fünf bis sechs Siege also, dazu drei Unentschieden – wie erwähnt, ist sicher mit einem vollständigen Kader nicht unmöglich, muss aber in der aktuellen Tabellensituation und dem damit verbundenen Nervenkostüm auch erst mal geholt werden. // Frodo

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Jahresrückblick 2014

Da sendet man seinen Jahresrückblick schon Anfang Dezember und wat is’?
Udo Jürgens, Joe Cocker, Flugzeugabsturz, Fährunglück… alles nicht mit drin.

Nun gut, sind ja auch alles keine schönen Dinge, gehören aber trotzdem dazu.
Daher, wie schon 2010, 2011, 2012 und 2013 auch hier wieder (und eben erst jetzt) der Jahresrückblick auf diesen Blog, ohne Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf das FCSP-Universum.

Beginnen möchte ich, wie immer, mit:

Zahlenwerk

  • Es gab “nur” 47 neue Blogartikel, dies ist im Vergleich zu den Vorjahren ein deutliches Minus. Hinzu kommen aber 65(!) Podcasts, wobei man hier natürlich noch zwischen den “Vor/Nach dem Spiel”-Gesprächen (56) und dem “Vollprogramm” MillernTon (9) unterscheiden muss. Bei den VdS/NdS-Gesprächen vielen Dank an alle Mitstreiter, insbesondere an Michael, der einen Großteil der Gespräche seit Sommer alleine gestemmt hat.
    So gesehen also 112 x etwas “Neues” im Blog.
  • Google Analytics vermeldet 200.727 “Seitenaufrufe” von 102.238 “Besuchern”, die 163.211x im Blog vorbeischauten. Damit nochmal 30.000 mehr Seitenaufrufe als im Vorjahr.
  • Als Betriebssystem führt Windows (44%) vor Android (22%),  iOS (20%) und Mac (10%).
  • Knapp 93% der User surfen in Deutschland die Seite an, die Schweiz, Österreich, Großbritannien und die USA sind noch mit vierstelligen besucherzahlen vertreten. (Chile folgt übrigens mit 280 Besuchern schon auf Platz 10…)
  • 44.000 Klicks kommen aus Hamburg, es folgen NRW (26.000) und Niedersachsen (16.000).
  • 47.000 x wurde die Seite ansich aufgerufen, also ca. 130 Personen pro Tag ohne direkten Artikelbezug, die einfach nur schauen ob es was Neues gibt. Danke dafür!
  • Meistbesuchter Artikel, as always: Die Preisübersicht für die Dauerkarten in Liga 1&2. Mit >26.000 Klicks auch ein neuer absoluter Besucherrekord. (Selbst der Vorjahresartikel kommt noch auf knapp 13.000 Klicks.)
    Es folgt “Kein Millerntor dem DFB” mit >15.000 Klicks, nach wie vor ein genialer Marketingschachzug unseres Vereins in guter Zusammenarbeit mit dem Verband. Danke, DFB.
    Respekt, Digga” aus dem Print-ÜS folgt dann mit 3.600 vor dem April-Heimspiel gegen Aalen (3.200, wohl aufgrund der Aufregung um die Boll-Nichtnominierung) und meinem Besuch beim 100.Nordderby zwischen Werder und unserem Nachbarn (3.200).
  • Knapp 44.000 User fanden ihren Weg hierher über Facebook. Es folgt Google (30.800) vor Twitter und StPauli-Forum.de (beide je 10.000), über uebersteiger.de kamen 3.500 Klicks, die inzwischen leider eingestellte Link-11 von Fokus-Fussball.de brachte noch 608 User hierher.

Auf geht’s, was gab es denn zu lesen? Wie immer streng chronologisch:

Januar

Ein einsamer Artikel: “Denkt an die Kinder, Teil 2 – Die MOPO im Pipi Langstrumpf-Modus“. Jene “gewagte” Titelseite des Hamburger Lokalboulevards, die später dann von ÜS und Viva zu einem schönen (nicht abgesprochenen) Doppelcover führte.
Im viel gelobten siebten Teil des MillernTon (“Stierhoden mit Vanillesauce“) sprachen wir u.a. über das Gefahrengebiet auf St.Pauli.

Februar

Die kürzeste Auswärtsfahrt der letzten Saison führte uns nach Bielefeld, von wo Daniel berichtete. Gleichzeitig begann das (recht ehrgeizige) “VdS/NdS“-Projekt, zu jedem Spiel ein kurzes Telefonat vor und nach dem Spiel mit einem Fan der gegnerischen Mannschaft zu führen. Und irgendwie machte ein gewisser Kacper Przybylko als Joker zwei Kopfballtore und uns einen Strich durch die eingeplanten drei Punkte.
Anschließend verloren wir noch gegen Bochum und der Monat war rum.

März

Der März begann mit dem 100.Nordderby der Bundesliga, zwischen Werder und dem hsv, welches Bremen bekanntlich für sich entschied und den Nachbarn in noch größere Nöte stürzte.
Wir hingegen drehten einen Rückstand gegen Union durch ein spätes Tor von Fin Bartels, wir verloren beim FSV Frankfurt und die Handball-Abteilung organisierte ein Soli-Turnier für die Lampedusa-Flüchtlinge und zu guter Letzt erschien auch noch der ÜS 114, ehe es im MillernTon mit Redax-Kollege CF u.a. um Fußballbesuche in England ging.

April

Der April brachte ein länger vorbereitetes Fleißsternchen ans Tageslicht: Die Statistik über einen Zusammenhang zwischen dem Münsteraner Tatort und den Ergebnissen des
FC St.Pauli
.
Im MillernTon war Daniela Wurbs (Fans & Supporters Europe, FSE) zu Gast und die eigentlich behutsam ausklingende Saison wurde dann doch nochmal hektisch, als es einen Aufreger um die Nicht-Nominierung von Fabian Boll im Spiel gegen Aalen gab.

Mai

Der Mai war mit acht Artikeln eher “betriebsam”, den Anfang machte ein Artikel der vom ÜS gesponserten 4.Herren zum bevorstehenden Umbruch und Abstiegskampf (der leider schlußendlich verloren wurde).
Es folgte die Saisonabschlußfahrt im Sonderzug nach Kölle, ehe wir den ÜS 115 mit “Time to say GoodBoll” herausbrachten und dessen Verabschiedung im letzten Saisonspiel gegen Aue zelebrierten. Wäre eigentlich ein Moment zum Einläuten der Sommerpause gewesen, doch dann trainierte der DFB plötzlich bei uns, weil das Stadion des Nachbarn aufgrund der Relegation nicht zur Verfügung stand, und das ganze Theater ging los. “Kein Millerntor dem DFB“, inkl. “MillernTon Extra“, anschließend ein erfolgreich verkauftes T-Shirt, danach Antira-Turnier und MillerntorGallery-Ausblick.
Und den MillernTon gab es auch noch, zu Gast in einer sehr interessanten Sendung war U23-Coach Thomas Meggle.

Juni

Im Juni veröffentlichten wir einen WM-Fragebogen der Redaktion, der zuvor auch schon im Print-ÜS zu lesen war. Außerdem machte Hummel einen ziemlichen Rummel um das neue Trikot.
Und schließlich gab es neues Futter für Zahlenfreunde, die Dauerkarten-Preisübersicht.

Juli

Der Juli begann mit einem Aufreger: Das amtierende Präsidium wird vom Aufsichtsrat nicht für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen.
Anschließend verkündete man die Einführung einer Online-Ticket-Tauschbörse und im Blog fragten wir mal wieder die Saisonprognose ab. (Ja, ich muss das noch auswerten, Notiz an mich selbst…)
Außerdem äußerte ich mich zu den zwei bestimmenden Themen, nämlich Spielboykott von Fanseite und der Bezahlung von Polizeieinsätzen.

August

August! Saisonauftakt! Und nur ein kümmerlicher Punkt gegen Ingolstadt
Noch ernüchternder war die 2:0-Niederlage in Aalen, bei der ich mich erstmals als AFM-Radio-Co-Reporter neben Wolf versuchte.
Und dann ein “Jetzt wird endlich alles besser!”-Artikel, nach dem 2:1 gegen Sandhausen und dem Last-Minute-Gewurschtel von Lasse Sobiech. Nun ja, hinterher ist man immer klüger…

September

Bämm! Meggle folgt auf Vrabec! Hoffentlich der letzte Trainerwechs… ähm… schon gut.
Es folgten der Ausblick auf das inzwischen 7. Blindenfußball-Hallenmasters und der Rückblick auf den zweiten Saisonsieg am 7.Spieltag, gegen die Eintracht aus Braunschweig, einer von ja leider nur zwei Siegen unter Thomas Meggle.
Im MillernTon hatten wir mit Sven und Olav vom MillerntorROAR quasi lebende Fanzine-Geschichte zu Gast und jede Menge Spaß, während es für “Respekt, Digga!” von Mirco aus dem Print-ÜS viel Lob gab.

Oktober

Minusbilanz. Etwas Werbung für drei externe Sachen, etwas Werbung für das eigene Heft… und dann immerhin doch noch was Eigenes, nämlich ein Rückblick auf drei Spiele in fünf Tagen, inklusive Juniors erstem Flutlicht-Auswärtsspiel.
Beim MillernTon hingegen war Marcus Wiebusch zu Gast und sprach über Allerlei, Schwerpunktmäßig natürlich über sein Lied & Video “Der Tag wird kommen”.

November

Zunächst gab es zwei Artikel aus dem Heft: Eine Einschätzung des neuen Präsidiums und ein Interview mit zwei Mitgliedern des HFC Falke.
Und kurz vor der JHV gab es dann noch, im Rahmen der zunehmenden Unzufriedenheit in den Hamburger Medien und auch in Teilen der Fanszene einen Gastartikel, der eine Lanze für den Aufsichtsrat brach.
Die JHV war auch Thema im MillernTon, wo mit Dagmar und Karsten zwei Kandidaten für den Aufsichtsrat zu Gast waren.
Es gab einen kleinen Ausblick auf die Blindenfußball-WM und Ende November dann leider noch eine schlimme Nachricht für die gesamte Redaktion. Uwe, Du fehlst.

Dezember

Der Punkt in Bochum (inkl. Torhüterwechsel), der Heimsieg gegen Aalen (nach Trainerwechsel), die sehr angenehme MillernTon-Folge mit Sebastian Schachten – drei Dinge, die Mut machen für das nächste Jahr.
Zum Abschluß gab es dann noch einen Gastartikel zur Werbung der Bundeswehr beim Rostocker FC und den Artikel von Mirco aus ÜS118 über die Arbeit von Rachid Azzouzi – geschrieben allerdings, als dieser noch im Amt war.

Das war’s – vielen Dank für’s bis hierhin durchhalten, bis demnächst! // Frodo

 

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Rache an Rachid – Oder: Alle auf die 11… Spieler

Dieser Artikel von Mirco erschien bereits im Print-ÜS 118 am 20.12.2014 – als sachliche Bewertung der Arbeit von Rachid Azzouzi. Nur war Azzouzi leider an diesem Tage bereits in keiner Funktion mehr beim FC St.Pauli tätig, da er am Dienstag zuvor, als unser Heft bereits auf dem Weg zum Drucker war, beurlaubt worden war.
Der Umgang mit Rachid Azzouzi von Vereinsseite sieht von außen betrachtet sehr anständig aus – wenn man dies in diesem Geschäft bei Beurlaubungen/Entlassungen überhaupt je sagen kann – von Seiten der (im Forum und den sozialen Medien schreibenden) Fanszene war dies leider nicht immer zu behaupten.

Auch wenn es für Rachid Azzouzi nun zu spät ist, soll dieser sehr gelungene Artikel trotzdem auch allen zugänglich sein, die bei jenem Schietwetter keines unserer Hefte erstanden haben. Auf geht’s.

Rachid. Fast könnte man ob der grenzenlosen Abneigung, die ihm derzeit entgegenschlägt meinen, das Wort “Rache” in seinem Vornamen zu entdecken. Rache für Erfolglosigkeit, Rache für Enttäuschung, Rache für Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe. Wie ist die Situation der ersten Fußballmannschaft des FC St. Pauli im Herbst 2014?

Bescheiden.

Kurz vor dem Auswärtsspiel in Bochum: 12 Punkte aus 15 Spielen. 15 geschossene, aber 32 gegnerische Tore. Mit den Gegentoren nehmen wir den negativen Spitzenwert der zweiten Liga ein. Leider sogar mit etwas Abstand. Noch mehr schockiert das Geschehen auf dem Platz. Unsicher und nervös, fehlerbehaftet und zweikampfschwach. Man steht deutlich zu weit weg vom Gegner, verliert die wichtigen Duelle. Und dies vor allem im defensivem Mittelfeld, eine verunsicherte und in fast jedem Spiel neu formierte Viererkette dahinter tut ihr Übriges.

Vorne läufts auch nicht üppig, aber unser Problem liegt hinten. Mit 15 geschossenen Toren ist das zu wenig, aber wir befinden uns mit diesem Wert im Mittel der Abstiegskandidaten im unteren Tabellendrittel.

Woran liegts?

Kurzum: Ich weiß es auch nicht. Es scheint vieles nicht zu stimmen. Mit jeder Niederlage wächst die Unsicherheit, mit der Unsicherheit ist die nächste Niederlage fast gewiss. Wichtig sind in solchen Phasen Erfolgserlebnisse. Bleiben die aus, geht die Todesspirale weiter. Angriff in der Rückrunde heißt die Devise. Es bleibt genug Zeit.

Aber reicht das Potential im Kader? Wüsste ich das, würde ich Fußballmanager und wohl reich werden. Fußball hat nicht nur mit spielerischer Stärken zu tun, es geht auch um mentale Kraft und die Fähigkeit, sich zu quälen. Tugenden, deren vermeintliches Fehlen in der Fanszene derzeit unendlich bemüht werden und je nach Vorlieben und Abneigungen bei dem einen oder anderen Spieler besonders gesehen oder besonders in Abrede gestellt werden. Wissen tun wir es alle nicht. Ein Spieler wie Sebastian Schachten scheint hier über jeden Zweifel erhaben, spielt seit seiner Rückkehr nach langer Verletzung jedoch stark fehleranfällig und war gegen RB Leipzig ursächlich beteiligt an der Entstehungsgeschichte dreier Gegentore. Sören Gonther genoss an sich auch den Nimbus des Kämpfers und auch er erlaubt sich derzeit mehr Böcke als in den gesamten zwei Saisons davor zusammengerechnet. Sind diese Spieler deshalb schlecht? Nein! Sie sind außer Form. Sie waren verletzt, es fehlt Spielpraxis und sind mit sich selber beschäftigt und können daher der Mannschaft keine Impulse geben. Wenn man bei sich selber Fehler vermeiden will, kann man kein Vorbild sein. Fehler müssen erlaubt sein, dann finde sie nicht statt. Leider erlaubt die Situation und vor allem wir Fans derzeit keine Fehler.

Und Rachid?

Er scheint momentan an allem Schuld. Die Fanszene verfällt in Mechanismen wie bei jedem anderen Bundesligaklub. Es werden unendlich viele Phrasen gedroschen. Komplette Ahnungslosigkeit hindert offenbar niemanden mehr daran, auswendig gelerntes aus Print, TV und Netz herunterzuleiern und mit Küchenpsychologie zu garnieren. In solchen Phasen wird immer “das Herz” bemüht und dass wir “einen Knipser” brauchen. Es ist immer mindestens die “schlechteste St.Pauli-Mannschaft”, die man erlebt habe und schließlich stehe man schon seit den späten 60ern im Stadion. Aha. Dann frage ich mich, was mit den nicht wenigen Abstiegsteams unserer Geschichte ist, die waren also alle besser? Das aktuelle Team hat jetzt schon mehr Punkte als jenes von 2002/03 zum Ende der Hinrunde.

Derzeit werden keine Lösungen gesucht, sondern Schuldige. Das hat man bei der HSAG übrigens auch gemacht. Dort sei die zu große Beteiligung der Fans an der Misere Schuld gewesen. Obwohl es keine nachvollziehbaren Anzeichen dafür gab, hat jeder es geglaubt, denn einfache Lösungen haben ihren Charme durch – eben – ihre Einfachheit. Und nun hat man den Salat. Das Sagen haben Wenige, der Fan selber hat nur noch den Stammtisch und besser geworden ist nichts. Einfache Lösungen sind einfach …. und einfach blöd.

Analyse rules….

Rachid Azzouzi kam im Sommer 2012/13 zum FC St. Pauli. Nach einer unendlichen Posse um die Entlassung von Schubert und/oder Schulte. Zur Erinnerung: Dafür kann er nichts!

Er fand Stückwerk vor: Eine Mannschaft mit viel Potential, welche in der Hinrunde der Vorsaison die beste Halbserie des Vereins aller Zeiten spielte! Ab der Rückrunde aber machten sich Probleme zwischen sportlicher Leitung und Mannschaft bemerkbar. Der Trainer galt als absoluter Fachmann mit sehr viel Fußballverstand, im Zwischenmenschlichen war aber wohl noch Luft. Er galt als cholerisch und unfair. Die gute Laune schwand, die guten Ergebnisse ebenso. Man krampfte sich durch die Rückrunde und wurde Fünfter. Rachid übernahm eine fast schon demontierten Trainer und eine halbfertige Kaderplanung seines Vorgängers Schulte. Bis auf Gonther und Mohr, die bereits im Frühjahr aus Paderborn bei uns unterschrieben, war nichts in Sack und Tüten. Durch den ungeplanten Abgang des Managers musste Rachid bei Null anfangen, alte Vorgespräche und Sichtungen waren hinfällig. Es galt, über die nächste Saison zu kommen. Unsere Abgänge waren eklatant. Namen gefällig? Zambrano, Kruse, Naki, Volz, Morena, Rothenbach, Saglik, Hennings, Takyi, Sobiech, Heerwagen… und das sind noch nicht alle!

Somit wurden viele Leihgeschäfte getätigt, die einzig den Zweck hatten, eine einigermaßen schlagkräftige Mannschaft in den Wettkampf schicken zu können. Zukunftsarbeit konnte und sollte dies nicht sein.

Wen fand er vor? Wer wurde verpflichtet? Neuzugänge aus der eigenen Jugend mal nicht mitgerechnet.

Mannschaftsstamm:
Tschauner (T)
Himmelmann (T)
Thorandt (A)
Schachten (A)
Bartels (M)
Boll (M)
Bruns (M)
Daube (M)
Funk (M)
Kalla (M)
Schindler (M)
Ebbers (S)
Saglik (S)

Das ist jetzt nicht sooo viel.

Neuzugänge, von Schulte verpflichtet:
Sören Gonther (A)
Florian Mohr (A)
Daniel Ginczek (S) (Leihe) (Anm.d.Red: wurde zumindest von Schulte initiiert)

Neuzügange unter Rachid Azzouzi:
Robin Himmelmann (T)
Christopher Avevor (A) (Leihe)
Florian Kringe (M)
Christopher Buchtmann (M)
Akagi Gogia (M) (Leihe)
Joseph-Claude Gyau (M) (Leihe)
Lennart Thy (S)

Mit dieser Mannschaft und der Hypothek eines zerrütteten Trainer- / Mannschaftsverhältnis starteten wir dürftig in die Saison und Azzouzi regierte schnell und ersetzte den mittlerweile wohl untragbaren Schubert nach sieben Spieltagen durch Michael Frontzeck. Dieser bugsierte das zusammengewürfelte Team auf Platz 10 der Tabelle.

Bilanz der Arbeit von Rachid Azzouzi für die Saison 2012/13?

Ohne Geld und Zeit ein guter Job. Ich sehe kaum Alternativen.

2013/14

Das erste Jahr, in dem Rachid zusammen mit dem Cheftrainer ein eigenes Team bilden durfte. Konsequenterweise wurden alle Leihgeschäfte aufgelöst. Auch die, wo es schwerfiel und die gerne geblieben wären (Patrick Funk). Den Träumern, die glauben, dass ein Daniel Ginczek allen Ernstes bei einem mittelmäßigen Zweitligisten geblieben wäre, wenn er woanders erste Liga spielen kann und das doppelte verdient, ist argumentativ dann auch nicht mehr beizukommen. Klar, keiner spricht mit solchen Spielern und Angebote wurden bestimmt auch nicht gemacht. Wo lebt Ihr? Spieler haben ca. 12 Jahre Zeit, Karriere zu machen und den meisten ist völlig latte, bei welchem Club. So läufts business.

Verpflichtungen:

Philpp Heerwagen (T)
Philipp Ziereis (A)
Marcel Halstenberg (A)
Bernd Nehrig (A)
Marc Rzatkowski (M)
Sebastian Maier (M)
Christopher Nöthe (S)
John Verhoek (S)
Michael Greogoritsch (S) (Leihe)

Was war der Jubel groß…. Rachid stellt ein junges, hungriges Team zusammen. Zwei erfolgreiche Stürmer anderer Vereine wechseln zu uns. Zusätzlich einige spielstarke und quirlige Mittelfeldspeiler. Ratsche entzückte die ersten Spiele das ganze Stadion. Nöthe und Verhoek funktionierten nicht so recht, aber das wird schon noch kommen.

Abgänge (u.a.): Ebbers, Bruns, Pliquett Leihende: Gogia, Funk, Ginczek, Avevor, Gyau

Die Abgänge waren überwiegend geplant oder erwartbar. Es schien alles im Griff.

Im Herbst dann eine große Überraschung: Die Zecke und der Verein haben sich überworfen. Es ging um Verhandlungszeitpunkte. Frontzeck wollte eine Verlängerung, Azzouzi und der Verein wollten sich nicht erpressen lassen. Angeblich soll es schon länger nicht gestimmt haben. Im Hintergrund wartete mit Vrabec ein junger Trainer mit hervorragendem Ruf. Er übernahm. Ein Fehler? Ohne die Hintergründe im Einzelnen zu kennen schwer zu sagen. Mit Sicherheit sah die Leitung – und somit Azzouzi – hier nicht gut aus. Wie kann so etwa dermaßen entgleisen?

Vrabec legte gut los, auf seinen Wunsch hin wurde im Winter mit Tom Trybull ein erstligaerfahrener DFB-Auswahl-Spieler für die defensive Zentrale verpflichtet, der in der Folge seltsamerweise zu fast keinem Einsatz kam. Und das bis heute. Ohne es zu bewerten: Ich verstehe das nicht, da wir genau dort ein Problemfeld haben….

Vrabec stellte sich als Klein-Schubert heraus: Fachmann mit mangelnder Sozialkompetenz. Nach gutem Start brach das Mannschaftsgefüge nach den ersten Misserfolgen auseinander. Zu erinnern sei aber bitte: Rachid hat ihn nicht blind verpflichtet, sondern die Entscheidung auf die Winterpause verschoben. Es blieben zwei Monate, ihn zu beobachten. Wer ihn zu dem Zeitpunkt den Cheftrainerposten nicht gegeben hätte, bitte kurz Hand heben (nein, außer den Stani-Jüngern). Alle waren voll des Lobes, Foren, Blogs und Presse überschlugen sich. Die folgende Entwicklung war für fast alle eine Überraschung.

 

2014/2015

Neuzugänge:
Ante Budimir (S)
Michael Görlitz (M)
Daniel Buballa (A)
Enis Alushi (M)
Lasse Sobiech (A) (Leihe)

Abgänge (u.a): Bartels, Mohr, Schindler, Boll, Gregoritsch (Leihende)

Auch hier kaum Überraschungen. Boll und Bartels wollten auf eigenen Wunsch gehen bzw. aufhören. Schindler war nicht mehr gewollt und Gregroitschs Leihe lief aus. Einzig um Mohr gab es Fragezeichen. Warum ließen wir ihn gehen, wo er doch als Hamburger Talent galt? Gerüchte um diverse Undiszipliniertheiten konnte Azzouzi nicht veröffentlichen, ohne die Person Mohr zu beschädigen. Er entschied sich offenbar für “werd ich halt unverstanden, muss ich aushalten”.

Die Zugänge blieben einiges schuldig. Der Königstransfer sicherlich Enis Alushi. Ein Spieler der bei Paderborn einst das Spiel organisierte, mit hoher Spielintelligenz und großer Zweikampfstärke ausgestattet ist. Leider war er beim FCK über ein Jahr verletzt und es gelingt ihm noch nicht viel. Ich wünsche mir Alushi und Buchti in Topform auf der Sechs und ich prophezeie ein Ende unserer Sorgen. Abwarten.

Ich möchte drei von Azzouzis Transfers, die ganz besonders in der öffentlichen Kritik stehen, genauer anschauen:

John Verhoek kam als 24-jähriger vom FSV Frankfurt (ausgeliehen, abgebender Verein Stade Rennes) und schoss dort in 32 Spielen 10 Tore. Er kostete keine Ablöse 300.000€ und wollte gerne zu uns. Er ist ein ausgeprägt körperlicher Stürmer, der – und das muss bei diesem Stürmertyp nun mal sein – Zuspiele braucht. Bleiben die aus, ist er raus aus dem Spiel.

Christopher Nöthe war zum Verpflichtungszeitpunkt 25 Jahre jung und hat bei der SpVgg Greuther Fürth und RW Oberhausen in 87 Zweitligaspielen 35 Tore erzielt und kostete ebenfalls keine Ablöse. Typ spielender Stürmer, Vorbereiter, Verwerter zweiter Bälle, der u.a. bei Fürth viele Tore erzielte, weil Olivier Occean die Abwehr auf sich zog.

Ante Budimir ist 23 Jahre jung und hat in der ersten kroatischen Liga in 96 Spielen 36 Tore erzielt. In seiner Heimat gilt er als Riesentalent. Einige meinen, er sei der neue Mandzukic. Er kostete 900.000 EUR. Weniger übrigens als Ginczek, der bei Nürnberg auch ein wesentlich höheres Gehalt erhielt. Budimir spielt mit Haken und Ösen, dreht sich in den Gegner rein und benutzt auch gerne die Ellenbogen. Spielt der beim Gegner, hassen wir ihn.

Wer hätte die drei nicht verpflichtet? Jung, günstig und teilweise jahrelang sehr erfolgreich. Und wen hättest Du stattdessen genommen? Aber bitte realistisch bleiben, Freunde! Wen kann sich ein Verein leisten, der gerade ein neues Stadion abbezahlt? Ein 27-jähriger Superknipser mit Erfahrung, Spielstärke und körperlicher Präsenz kostet 2-5 Mio und spielt lieber erste Liga. Einen Ebbers oder Klasnic kriegt man als klammer Zweitligist nur alle 10 Jahre.

Natürlich muss sich Rachid Azzouzi Fragen gefallen lassen und sicherlich war nicht alles glücklich, was da lief. Aber der unglaubliche Hass, der ihm nun entgegenschlägt macht eines deutlich: Es wird dramatisiert. Der Plebs sucht Schuldige. Fehlkäufe der Manager vor Azzouzi werden ignoriert oder verklärt und… am schlimmsten …. es geht uns die Ironie verloren. Wir sind wohl doch nicht der besondere Verein. Die Mannschaft wird im Augenblick, wo sie uns am nötigsten braucht an vielen Stellen verflucht und niedergeredet. Die typischen Mechanismen wie “Das ist nicht mein St. Pauli” unterscheidet uns nicht von anderen Vereinen. Welche Teile von “You’ll never walk alone”, und “ganz egal was auch geschieht, wir werden immer bei Dir sein” wurden hier eigentlich nicht verstanden? Wenn man liebt, rückt man in der Krise zusammen und nicht auseinander. Auch wenn die auf dem Platz Fehler machen oder völlig verunsichert sind. Oder gerade dann. Würden sie keine machen, wären wir nicht auf einem Abstiegsplatz!!! Umkehrschluss, man liebt sie nur, wenn sie wenig oder keine Fehler machen und vor Selbstsicherheit strotzen? Echt? Dann sind die Spieler aber eher mein St. Pauli, als die Fans. Erinnert Euch mal an die Anfänge der Heldengeneration!

Und die derzeit an vielen Stellen auftauchenden treuen Anhängern eines Helmut Schulte seien neben ein paar zweifellos guten Transfers darauf hingewiesen, dass wir alle sauer, enttäuscht und entsetzt waren, mit welcher herablassenden Art langgediente Spieler wie Eger, Lechner, Gunesch regelrecht vom Hof gejagt wurden und wie respektvoll der gleiche Vorgang bei Morena, Rothenbach, Ebbers, Bruns und Boll ablief. Und das eben unter Azzouzi. Ich hatte dunkel in Erinnerung, dass es bei uns nicht darum geht, wer derjenige ist, der die kapitalistischen Marktmechanismen am rigorosesten bedient, sondern eben auch der menschliche Umgang von mindestens ebenso großer Bedeutung ist.

Fussball ist nicht berechenbar. Man hat Flops und Tops. Erfolg lässt sich nicht planen. Fragt mal gerade beim BVB nach…..Muss da nun Zorc gehen? Nein? Warum dann bei uns mit niedrigerer Fallhöhe? Das was wir erleben, macht keinen Spaß, passiert aber jede Saison etlichen Mannschaften. Das ist ein ganz normaler Vorgang, den man bewältigen kann.

Was tun?

Wir brauchen aus meiner Sicht keinen offensiven Neuzugang. Und warum der vielgeforderte Deniz Naki, der insgesamt in 85 Zweitligaspielen 17 Tore erzielte (davon 11 bei uns in 51 Spielen), großartig weiterhelfen soll, erschließt sich mir nicht.
Willenskraft und das “St.Pauli-Gen” wird nun häufig bemüht. War er so ein Kämpfer, wie viele ihn nun plötzlich in Erinnerung haben? Wer erinnert sich an die Fahne in Rostock und seine herzzerreißenden Reden und die folkloristischen Wiederholungen der Fahnenaktion bei jeder Gelegenheit und wer erinnert sich wirklich an Naki-Szenen im Spiel? Mal ehrlich!

Bei seinen 85 Zweitligaeinsätzen wurde er 34 mal eingewechselt und 42 mal ausgewechselt. Er spielte somit ganze 9 (!) mal durch…..
Die Bilanz bei uns: Zwei Zweitliga-Jahre mit 68 möglichen Spielen (reduziert durch 9 Spiele wegen Verletzung und Rotsperre), davon 51 Einsätze in braun-weiß, davon 15 Einwechselungen und 30 Auswechselungen. Hmmm….klingt jetzt nicht soooo sehr nach Top-Leistungsträger. Ich persönlich erinnere mich an viel unterhaltsame Show ums Spiel herum, viele Gefühle und kitschige mündliche Bekenntnisse zu “St.Pauli – Meine Familie” und an sehr häufig lust- und ideenlose Einsätze auf dem Platz. Seine Kicker-Note in seiner letzten Zweitligasaison bei uns liegt bei 3,82. Man sollte Menschen an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten. Passiert das gerade?

Ein leistungsbeszogener Vertrag? Meinethalben. Aber ich würde die Erwartungen herunterschrauben. Zudem unserer Probleme vor allem hinten sind und Deniz Naki war nie auch nur im Entferntesten für mannschaftsdienliche Defensivarbeit bekannt.

Mein Ansatz: Mir ist die Mannschaft zu jung. Viele Spieler sind in der ersten Hälfte ihre 20er und einige ältere nicht in Topform. Die jungen Kerls verfügen noch nicht über die nötige Erfahrung und Abgebrühtheit, mit einem Abstiegskampf umzugehen. GGf. mehr Fokus auf Kringe, Thorandt, Alushi etc. Ein wenig Erfahrung, etwas Gelassenheit. Nicht gleich nervös werden, wenn der Gegner wagt, sich zu wehren. Hilft das was? Keine Ahnung. Hilft das Rumgezeter über die “schlechteste St.Pauli-Mannschaft aller Zeiten”, Rachid oder Christian Bönigs Facebook-Posting irgendwas? Nö!

Winterpause, Kopf frei machen, Spaß am Kicken wiederbekommen, Laufwege und Zweikampfverhalten trainieren, Verletzte kommen zurück, Leistungsträger kommen wieder in Form, Rückrundenstart, Angriff. Drei Siege. 21 Punkte. Die Rückrunde wird Spaß machen. Zack!

Machen wir das, was wir können: Glauben, Lieben, Hoffen…. auch wenn der Wind zunimmt… // Mirco

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Kaschierter Werbefeldzug der Bundeswehr für frisches Kanonenfutter

Der Einstieg der Bundeswehr als Sponsor beim politisch links stehenden Verbandsligisten Rostocker FC schlug hohe Wellen. In diesem Gastbeitrag bringt uns der Autor, die aktuelle Diskussion näher.

Gastartikel von Dirk Hogess

Über die Werbepraxis der Bundeswehr findet bislang eine unzureichende  Debatte statt: Ist regulär gekaufte Werbezeit im Sport, wo Kinder und Jugendliche sind Verantwortungsvoll?
Sportvereine bieten der Bundeswehr eine Plattform mit ihrem Logo bei sich zu werben, 2013 waren es 44 Vereine und 2014 sind es 27 Kooperationen mit Sportvereinen.
Es ist kein vorübergehender, sondern ein langfristiger Großeinsatz und es wird mit Steuergeldern ziemlich Lax umgegangen.

Alles begann 1895. Eine Handvoll Jahre vor der Jahrhundertwende wurde der Rostocker FC gegründet. In der Folgezeit war der Werdegang des Vereins durch viele Umbenennungen und Fusionen geprägt. Auch die Entwicklung des Vereins war den Wirkungen des Zeitgeistes unterworfen und konnte sich den Wechselwirkungen der Geschichte nicht entziehen.
Als die Mauer fiel, stand die TSG auf dem 48. Platz in der nunmehr ewigen DDR-Liga-Tabelle. Die TSG mit ihren zwölf Sektionen fiel auseinander, aus der Fußballabteilung wurde der »Rostocker Fußball-Club von 1895 e.V.« Eine Vereinshymne war bald gefunden: »Ha Ho He Rostocker FC, das ist Fußball an der See«.

In den letzten Jahren hat sich der RFC mit seinen knapp 600 Mitgliedern in der Verbandsliga etabliert. Auf den Trikots der Jugendabteilung werben die linken Bands Dritte Wahl und Feine Sahne Fischfilet. Eigentlich verkörpern der Verein, seine Sportler, Mitglieder und Fans das, wofür der RFC steht: Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Fair Play – Werte, die auf und neben dem Spielfeld Bestand haben, aber nicht mit der Bundeswehr.
Verblüffenderweise dürfen sich »Fans und Fördermitglieder, die gegen den neuen Partner sind«, sogar von Vereinsboß Greese verstanden fühlen: »Zum einen haben wir viele Wehrdienstverweigerer aus der DDR und BRD in unseren Anhängerreihen, die aus moralischen Motiven nichts mit dem Waffendienst zu tun haben möchten. Zum anderen besteht die Furcht bei einigen Fans, dass der RFC dadurch das verliert, was er sich langfristig aufgebaut hat«.

Man bedenkt die Fan-Szene mit Bespaßungsaktionen, wie einem Videodreh beim RFC, der da die Hauptrolle spielt im Musikvideo zu “Fußballgott“ vom Hip-Hop-Trio Fettes Brot, das offenbar seine Begeisterung für die Bundeswehr entdeckt hat. Auf dem Volksfest anlässlich des 825. Hamburger Hafengeburtstages sorgte die Band persönlich für Aufmunterung der „Kameraden im Einsatz“.

Nach Fan-Meinung muss Sponsoring sein im Sport 2014, denn das Geld ist rar in Mecklenburg-Vorpommern und so freut sich der RFC über jeden Sponsor, aber die Bundeswehr ist kein Sponsor wie jeder andere. Dort werden Soldaten ausgebildet, um bei möglichen Konflikten tödliche Waffen einzusetzen. Im Verein lernen Menschen einen fairen Umgang miteinander. Krieg ist niemals fair. In den Augen vieler Anhänger passt deshalb dieser Sponsor nicht zum RFC.

Als Unbekannte schließlich in der Nacht zum 27. April, an dem der RFC sein Verbandsliga-Heimspiel 1:2 gegen den Grimmener SV verlieren sollte, zweimal »Scheiß Bundeswehr« und einmal »Bundeswehr tötet« an Wände auf dem Vereinsgelände sprühten, waren das für Vereinsboss Greese Straftaten »extremistischer Art und Weise«.
Wenn die Vereinsführung den Dialog gleich zum Anfang des Bundeswehrsponsoring gesucht und  geführt hätte und nicht mit Ausreden, so die Aussage des Verein auf Facebook, das die Aufwärmtrikots mit Bundeswehrwerbung noch vom alten Trainer stammen. Aber erst nach dem Protest mit einer Alibiveranstaltung regierte. Der Meinnungsaustausch mit den Fans hat nicht stattgefunden.
Denn beim RFC wird das Duckmäusertum anscheinend nicht gepflegt.
Schwerer wiegt jedoch, dass Vieles, was diesen Verein ausmacht, auf der Strecke bleibt. Es erfolgt eine zunehmende Entpolitisierung des Fanblocks und der Verein wird zu einem x-beliebigen Verein ohne kritische Fans – dafür aber mit Mitgliedern, die nur in Ruhe Fußball schauen wollen.

Seit öffentlich bekannt ist, dass die Bundeswehr beim RFC ist, hat die Band Feine Sahne Fischfilet das Engagement eingestellt: „Wir finden es schade, da sich der Verein gegen Rassismus, Homophobie und Neonazis engagiert und wir hinter diesem Engagement standen. Aber unserer Rückzugsgrund ist ein Klubpartner ganz anderen Kalibers.
Die Punkband Dritte Wahl: »Als wir beim RFC eingestiegen sind, gab es den Deal mit der Bundeswehr noch nicht«, erklärte Gitarrist und Sänger Gunnar Schröder auf Anfrage. »Sollte das Sponsoring der BW länger bestehen, werden wir unserer Engagement beim RFC nicht verlängern
Beim Heimspiel am 9.08.14 des RFC kam es nach Spielschluß zu Protest von jungen Fans mit einem Transparent gegen das Bundeswehrsponsoring, als die Spieler abklatschen wollten und der Cheftrainer die Spieler forsch zurück pfiff.

Die Bundeswehr hofft, auf diese Weise, die Aufmerksamkeit jener Altersgruppe zu erreichen, die sich “in der Phase der Berufsorientierung” befindet, wobei die Altersspanne zwischen 17-30 Jahre ist.
240.000,- Euro gibt das deutsche Militär dafür aus und versorgt den Nachwuchs bei Hallenturnieren in der ganzen Republik mit Infomaterial zur Truppe.

Die Bundeswehr will die hohe Popularität des Sports für ihre Ziele und Zwecke ausnutzen. Gezielt sich als  ganz normale Arbeitgeberin und Werberin zu präsentieren und das ist sogar absurd.
Im Sport  geht es um gesunde Rivalität ,friedlichem Kräftemessen mit sportlichen Kampfmitteln und um Fairness, sowie den Gegner als Partner zu achten (Fair-Play-Gedanke).

Seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht ist die Bundeswehr massiver und aggressiver bemüht, sich als normale Arbeitgeberin zu präsentieren. Sie verstärkt die Bemühungen in der Zielgruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen, sie als Soldaten und Soldatinnen zu werben.
Im Januar 2010 räumte die Bundesregierung ein, dass die Bundeswehr mit 27 Sportvereinen Kooperationen zur Personalwerbung abgeschlossen habe, die von Testspielen, bis zu Bandenwerbung reiche. Mittlerweile sind es immer mehr Vereine geworden.
Im Jahre 2014 betrug der Etat dafür 349.000,- Euro, deutlich weniger als im Jahr 2013 (453.000,- Euro), erheblich mehr aber als 2012 (253.000,- Euro).
Die Bundeswehr zahlt dem RFC für diese Saison 5.500 Euro und hat das Recht auf Logopräsenz auf dem Vereinsbus, auf Shirts, Anzügen, Sporttaschen der 1.Herren sowie auf Trainings-/Erwärmungsshirts beider Frauenmannschaften.
Es wird kein kurzes Intermezzo beim RFC, denn es geht mehrere Jahre .

Das Logo erscheint auf der Vereinshomepage mit Verlinkung, auf Spielankündigungen und Dauerkarten und die Spieler und Spielerinnen und Offizielle stehen dem BW-Partner für repräsentative Zwecke zur Verfügung. Das ist die Art und Weise, wie sich ein Premium-Sponsor beim RFC präsentieren kann. Dazu die Möglichkeit mindestens vier Meter Bandenpräsenz im zentralen Bereich zu platzieren. Weiterhin eine große Logopräsenz auf der Werbetafel „Die Mannschaft hinter der Mannschaft“, sowie die Darstellung des Logos auf der Homepage und im Programmheft. Außerdem die mögliche Bedruckung der Repräsentations-Kleidung und der Trainingsbekleidung mit dem Logo des Premiumsponsors. Wie die Partnerschaft dann exakt gestaltet wird und welche Schwerpunkte gesetzt werden, definiert jedes Unternehmen anhand der eigenen Strategie und Zielgruppe.
Die Vereinsoffiziellen stehen dem BW-Partner gerne zu Verfügung,wie in diesem Jahr auf der Gorch Fock bei der Kieler Woche ,die ein Segelschiff der deutschen Marine ist.

Der “Fan-Präsident” Nils Greese unterstreicht das Positive aus seiner Sicht: “Durch die Bundeswehr habe der Rostocker FC Kleinbusse kaufen können. Jetzt müssen im Kinder- und Jugendbereich nicht immer die Eltern fahren“.
Doch nicht alle folgen dieser Argumentation.

Was hier leicht umschifft: Jetzt wirbt die Bundeswehr auf  einem dieser Kleinbusse und in dem fahren dann Kinder und Jugendliche mit.

30.07.2014
MOBILITÄTSOFFENSIVE TEIL 1
Seit der vergangenen Woche ist der Rostocker FC stolzer Besitzer eines Kleinbusses VIVARO der Marke OPEL. Bereits ausgiebig getestet wurde der Wagen am letzten Wochenende, als sich die Verbandsligamannschaft des Rostocker FC aufmachte, um sich im Flensburger Trainingslager auf die kommende Saison vorzubereiten. Somit war der erste der drei Kleinbusse im Einsatz und das Feedback war überaus positiv. Geordert wurde das Auto beim RFC Sponsoringpartner, OPEL Krüll, in Rostock Dierkow und die Leasingkosten übernimmt die Bundeswehr als ein weiterer Sponsorpartner des RFC.

OFFIZIELLE EINWEIHUNG DER WERBEFLÄCHE
In der vergangenen Woche erfolgte die offizielle Übergabe der Werbefläche der Bundeswehr auf einem Kleinbus des Rostocker FC.
Dazu trafen sich Leutnant Carina Luthmann, aus dem Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in Rostock und Herr Christian Blanck, stellvertretener Vorstandsvorsitzender des Rostocker FC im Sportpark am Damerower Weg.
Seit dem Sommer 2014 verstärkte die Bundeswehr ihr Sponsoring und ist einer der Werbepartner des Rostocker FC mit Slogen wie “Bundeswehr Karriere”und Wir Dienen Deutschland” .

Erst mit dem Aufkommen der Friedensbewegung gerieten militärisches Kriegsspielzeug und Soldatenspiele zunehmend in den Verdacht, eine militärische Gesinnung zu födern.
In den 70er- und 80-er Jahren, als die Friedensbewegung stark wurde, war Kriegsspielzeug total verpönt. Eltern prangerten Läden an, die Tarnfarben-Utensilien im Sortiment führten. Aus den Kinderzimmern wurden Soldaten und Panzer entfernt und die Erziehung zum Frieden propagiert.

Tischlermeister Greese ist bekennender St.Pauli-Anhänger und gehörte lange zur linksalternativen Fanszene des RFC. Vom Stadionsprecher wurde er zum Kleinsponsor des Vereins und schließlich 2008 zum Vorstandsvorsitzenden und holte sich zwei Marineoffiziere in den Verein: Seit dem 09.Mai 2013 ist Jan Kistenmacher Trainer und seit dem 1. Februar 2014 ist nun Andreas Murken neuer Teammanager, beide ehrenamtlich, beim RFC.
Auch einige Fußballspieler sind bei der Bundeswehr angestellt.
Von 2006 bis September 2010 war J.Kistenmacher in Neuruppin als Wehrdienstberatungsoffizier und Büroleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Personalgewinnung der Streitkräfte für die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Uckermark verantwortlich. Auch die alten Vereine von Jan Kistenmacher, der MSV 1919 Neuruppin und der Pritzwalker FHV 03, gerieten in den Kreis der erlesenen Kooperationspartner der Bundeswehr .
Der Cheftrainer Jan Kistenmacher tritt jetzt forsch auf und meinte kürzlich in der TAZ, das andere Vereine schon angefragt hätten seine Kontakte spielen zulassen.
Das Bundeswehrsponsoring kam eher schleichend beim RFC daher, aber der Kontakt besteht schon seit dem 17.12.2011, denn da veranstaltete der Rostocker FC einen Sponsoren-Cup für die E- und D-Junioren, Austragungsort des 1. Copy & Paste Cup war die Sporthalle der Bundeswehrkaserne Hohe Düne.

Das Staatsunternehmen Bundeswehr wird beim RFC nicht als Partner wahrgenommen, sondern von einigen Anhängern eher als Besatzungsmacht, denn einige Fördermitglieder und Fans möchten nicht Teil der Imagepolitik der BW werden.
Von den Befürwortern dieses Sponsoring wird die Bundeswehr als ganzer normaler  Sponsor wie jeder Andere gesehen, obwohl sie ihren Auftritt zur Anwerbung von jungen Menschen für extrem riskante Auslandseinsätze nutzt, die mit Territorialverteidigung nichts zu tun haben?!
Aber die Mehrheit sagt: Sport geht nur im Frieden.

61 Prozent der Bundesbürger lehnen einen Ausbau der Bundeswehr-Auslandseinsätze in internationalen Krisengebieten ab. Nur jeder Dritte (30 Prozent) befürwortet das Vorhaben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Gut 17 Milliarden Euro haben die Auslandseinsätze der Bundeswehr seit 1992 gekostet. Das teilte kürzlich die Bundesregierung dem Bundestag in ihrer Antwort mit.
Rund 2.700 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr beteiligen sich derzeit an Einsätzen im Ausland.
Bei Auslandseinsätzen kamen bis Juni 2013 insgesamt 103 deutsche Soldatinnen und Soldaten ums Leben.
Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) aus dem Ausland zurückkehren , hat seit 2004 um das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729. // Gastartikel von Dirk Hogess

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NdS – Sp19 – VfR Aalen

Es ist ein Heimsieg! Der FC St. Pauli besiegt im letzten Spiel des Jahres 2014 den VfR Aalen mit 3-1 und hält somit Anschluss an das untere Tabellenfeld, überwintert aber auf einem Abstiegsplatz. Ich durfte seit langem mal wieder einen Sieg für den Magischen FC besprechen …

… und so sprach ich heute wieder mit Stefan aus Aalen.

Euch allen ein schönes Fest und einen tollen Jahreswechsel. Erholt euch, bestreicht die Stimmbänder mit Gänsefett und Kloswasser und dann singen und schreien wir ab Februar unseren Verein zum Klassenerhalt!

Ich wünsche Stefan und mir ein erneutes Millernton-Gespräch in der kommenden Zweitligasaison // Michael

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19.Spieltag (H) – VfR Aalen

FC St.Pauli – VfR Aalen 3:1 (1:0)
Tore: 1:0 John Verhoek (35.), 2:0 Oliver Barth (50., Eigentor), 3:0 Lennart Thy (81.), 3:1 Fabio Kaufmann (83.)
Zuschauer: 21.712 (ca. 312 aus Aalen)

(Vorbemerkung: Zu den Geschehnissen der letzten Woche kommt noch ein Text, das muss ich nur erstmal zuende verarbeiten.)

Ey, Petrus… ich weiß, wir sind ja selbst Schuld, jedes Jahr im Dezember wieder auf die bescheuerte Idee zu kommen, ein Heft rauszubringen. Aber ausgerechnet an jenem Tag hier mit Schneeregen, Hagel und Gewitter um die Ecke zu kommen? Du Arsch!

Okay, soll hier alles nicht Thema sein. Denn: Dank des in der Familie vorhandenen Fußballsachverstandes konnte ich das Spiel ausnahmsweise von den Business Seats der Haupttribüne aus beobachten, denn meine Frau (die ihre Tipps zusammen mit Junior abgibt, wobei er das letzte Wort hat) gewann das Tippspiel auf der Vereinshomepage am 17.Spieltag. Und so gab es eben diese zwei Tickets für Junior und mich in H6, da die Gattin verhindert war.
Hatte auch den Vorteil, unter der Haupttribüne im Trockenen verkaufen zu können.

Choreo FC St.Pauli - VfR Aalen, 20.12.2014

Choreo FC St.Pauli – VfR Aalen, 20.12.2014 (Klick aufs Bild macht es größer)

Vor dem Spiel lief Ewald Lienen die Ränge ab und sorgte so schon mal für einen ersten Schulterschluß. Zum Einlaufen war dann eine wunderbare Choreo von USP zu bewundern, das vielfach vorab zu hörende “Heute muss es klappen… und es klappt auch!” wurde greifbarer.

Und mit Anpfiff übertrug es sich dann auch auf den Rasen. Anstoß, 2-3 Spieler auf rechts, langer Ball, hinterher. Klar, Ball ging zum Torwart, aber es war nach drei Sekunden schon mehr Offensivgeist zu spüren als in 90 Minuten gegen Darmstadt.
Warum das so war? Keine Ahnung, sicher lag es auch am Gegner, aber es war eben auch gleich ein Signal an die Ränge.

Offensiv nach vorne, den Gegner umgekehrt kaum zur Entfaltung kommen lassen, schon funktioniert es. Der Kopfball von Lennart Thy an die Latte, der Schuß von Daube an den Pfosten – trotzdem hielt sich die Verzweiflung in Grenzen, man hatte stets das Gefühl: “Das wird schon!
Und dann: John “Die Befreiung” Verhoek. Wie wichtig.
Und auch wenn Robin Himmelmann nach dem Spiel sagte, ihm sei schon gestern klar gewesen, dass man das heute “rocken” werde und ich schon ab Anpfiff besagtes gutes Gefühl hatte: Mit dem Tor war klar, dass heute tatsächlich die drei sehnlichst erhofften Punkte am Millerntor bleiben würden.

Der Aalener Coach Ruthenbeck bezeichnete in der Pressekonferenz unsere Spieler als “galliger und bereiter” und die Niederlage auch als “hochverdient”.

In Hälfte zwei hatten wir dann eben auch das Glück, welches in den letzten Spielen oft fehlte. So springt der Ball eben mal vom Rücken eines Gegners in deren Tor, zuletzt hatten wir immer abgefälschte oder Eigentore gefangen.

Personell scheint Lienen auf Erfahrung zu setzen, wie schon in Ingolstadt standen die vorher nur noch bedingt berücksichtigten Nehrig und Görlitz in der Startelf, Okan Kurt war hingegen (ebenfalls wie schon in Ingolstadt) nicht mal im Kader (oder hab ich seine Verletzung übersehen?), dafür stand Andrej Startsev für den Gelbgesperrten Sebastian Schachten auf dem Platz. Während Kurt nicht dabei war, waren mit Litka und Uphoff zwei Youngster dabei, die auch in den letzten Wochen immer mal im Kader standen. Mal schauen, wie der Kader nach der Winterpause aussehen wird, wenn hoffentlich die meisten aktuell Verletzten wieder fit sind.

Etwas überraschend: Tom Trybull ist wieder da! Für mich immer noch einer der besten Fußballer im Kader, vielleicht das größte Potential seit Max Kruse – er muss es nur auf den Platz bringen und auch von der Einstellung her abrufen, was bisher nicht gelang. Mit dem Pass zum 3:0 hat er es angedeutet, es ist sicher niemand traurig wenn er es in der Rückrunde häufiger darf und dann auch schafft.

Noch ein paar Worte zu den Business Seats: Keine Ahnung, wie viele Leute dort tatsächlich eigenes Geld in die Hand genommen haben, um dort zu sitzen, wahrscheinlich die wenigsten. Es werden eher Geschäftseinladungen oder Gewinnspiele sein.
Die “Mischung” ist allerdings recht schnell zu erkennen: Etwa zwei Dritteln geht es darum, möglichst schnell und viel von dem zu konsumieren, was dort frei verfügbar ist, und dazu gehört eben in erster Linie der Alkohol. Muss man auf den normalen Plätzen eben zumindest noch soweit mobil sein, dass man ggf. selbst das Bier holen kann (wenn auch gegen Bezahlung), so wird es hier auch noch gebracht. Und der Ton und Umgang mit den Servicekräften ist dann schon… unangenehm, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Biertrinken als Druckbetankung, Essen wird oft “angegessen” und dann achtlos liegen gelassen.
Naja, und Stimmung? Da wird man dann eher belustigt amüsiert angeschaut, wenn man mitsingt. Gar unfassbar, dass hier jemand die Texte kann, herrlich verrückt, diese “Paulis”.
Klar, sollte mich jetzt auch nicht sonderlich überraschen, tut beim Feststellen dann aber doch wieder ein bisschen weh.
Das Rad kriegen wir auf der Haupttribüne wohl kaum zurückgedreht. Auf lange Sicht hoffe ich ja immer noch, dass zumindest auf der Süd irgendwann wieder “normale” Sitzplätze statt der jetzigen Business Seats sein werden, aber wahrscheinlich ist auch das nur ein naiver Traum.

Während wir vor dem Spiel ja noch den ÜS verkauft hatten, hatten wir in der Halbzeit den Ballsaal betreten und grad mal Juniors Toilettengang erfolgreich hinter uns gebracht, als die Glockenklänge von “Hells Bells” und eine Stimme über den Lautsprecher uns freundlich darum baten, doch wieder raus zu gehen, denn das Spiele gehe weiter und wir sollten doch das Team unterstützen.
Nice try, zumindest wir waren zum Anstoß auch wieder auf unserem Platz, bis zum Tor in der 50.Minute hatte es aber geschätzt nur etwas mehr als die Hälfte ebenfalls bewerkstelligt. Nun gut, selbst schuld.

Nach dem Spiel ist es dann natürlich purer Luxus, bei freiem Essen und Trinken auf die sky-Bildschirme zu schauen, sich nett zu unterhalten und (Junior war glücklich) sich noch Fotos mit einigen Spielern abholen zu können. Besondere Grüße an Sebastian Schachten, der sich nach der MillernTon-Folge erneut einen Stein im Brett bei Junior sicherte.
Wenn die Leute sich doch jetzt auf “Vor” und “Nach” dem Spiel mit eben jenem Luxus freuen würden, und dafür während der neunzig Minuten etwas mehr am Spielgeschehen teilnehmen würden, wäre das schon schön…
War eine interessante Erfahrung, ich freue mich aber auch sehr darauf, ab dem nächstem Spiel dann wieder im Block 2 der Gegengerade sitzen zu dürfen.

So, erst mal Pause. Trainingsauftakt am 5.Januar, Testspiele, Trainingslager – Rückrundenauftakt am 7.Februar in Sandhausen.  // Frodo

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VdS – Sp19 – VfR Aalen

Ich sprach vor dem Spiel gegen den VfR Aalen mit Stefan. Dienstag war ein ereignisreicher Tag für den FC St. Pauli. Nun ja, wie das so ist. Wir sprachen zu früh und konnten daher die aktuellen Geschehnisse nicht mit einfließen lassen. Und gestern war schon das Spiel in Ingolstadt.  Und am Samstag wird alles besser, das hat uns schon das Spiel in Ingolstadt gezeigt.

Wir sprechen uns am Montag, Stefan! // Michael

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NdS – Sp17 – SV Darmstadt 98

Wer nicht spricht, hat schon verloren. Daher war es mir heute wieder ein großes Vergnügen, mit Dr. Thomas Spengler von boelle.org zu sprechen. Besonderen Spaß hatte ich beim letzten Teil des Gesprächs, als es um Eckhard Krautzun ging. Der Fußball lebt halt von seinen Anekdoten … Ach ja, und noch mal danke für das Darmstädter Vereinslied.

Forza! // Michael

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NdS – Sp16 – VfL Bochum

Moin,

auch zum Nachgespräch des Spiels beim VfL Bochum habe ich wieder mit Marcel gesprochen. Wir unterhielten uns unter anderem über die Entlassung von Peter Neururer, Event-Fans im Ruhrstadion sowie den Spielverlauf und reißen auch kurz vor Schluss noch die Pyro-Aktion der Bochumer Ultras an.

Viel Spaß beim Hören!

Yannick

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MT016 – Sebastian Schachten – Mit Mucosolvan zum Klassenerhalt

Vorbereitung auf MillernTon 16

Letzte Folge für 2014, da hatten wir doch glatt hochkarätigen Besuch.

Aufgrund kurzfristigen Ausfalls von Wolf (Weihnachtsfeier) und Justus (Krankheitsbedingt) saßen Christoph, Sebastian und ich alleine im Konferenzraum, um unseren Gast zu begrüßen: Sebastian Schachten!

Mit ihm sprachen wir in Hälfte eins über die zurückliegenden Spiele in Leipzig, gegen Kaiserslautern und in Bochum, sowie in Hälfte zwei dann natürlich über tausend Dinge die ihn mehr oder weniger direkt betreffen.
Nach dem Ende der nebenan stattfindenden Talkshow mit Thomas Meggle stieß dann auch noch unser Pressesprecher Christoph Pieper zur Runde hinzu.

Viel Spaß! // Maik

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