16.Spieltag (A) – Arminia Bielefeld

DSC Arminia Bielefeld – FC St.Pauli 5:0 (1:0)
Tore: Leck mich
Zuschauer: Auch

Es ist Samstag. Der Tag danach.
Rauch steigt auf in einer Umgebung die nur knapp über dem Gefrierpunkt liegt. Kanonenschüsse ertönen. Grimmig guckende Piraten schüchtern kleine Kinder ein, die dann doch schlußendlich lachen. Herrlich, diese Unbekümmertheit der Jugend.
Weniger unbekümmert, eher ebenfalls grimmig, die Blicke der Erwachsenen drumrum. Zumindest derer, die Totenkopf-Devotionalien oder Artverwandtes zum Schutz gegen die Kälte am Körper tragen.

Ich habe soeben Junior im Cinemaxx abgegeben, wo die Rabauken-Weihnachtsfeier stattfindet. Keine Ahnung, ob da später noch Spieler des Profikaders aufschlagen werden… Juniors Hoffnung, man mache das dieses Mal am Dammtor, damit die Spieler beim Aussteigen aus dem ICE direkt da hingehen könnten, teile ich zumindest nicht.

Ja, der Tag danach. Noch am Mittwoch einigten wir uns im aktuellen MillernTon darauf, eher von einer Ergebniskrise sprechen zu können, solange man Fürth als einmaligen Ausrutscher begreife.
Und das Floskel-Bingo in der Pressekonferenz vor dem Spiel? Naja, was soll man auf solchen Terminen schon auch sagen, abschaffen die Dinger…

Und jetzt? Wirkt das halt alles noch deprimierender als vorher schon und man könnte die Floskeln einfach copy&paste als Vorschau auf das Heimspiel gegen Duisburg übertragen.
Schlimm.

Schauen wir also nochmal auf gestern.

Die Hinfahrt:

Im Stadion:

Die Rückfahrt:

Ja, was soll man da auch groß zu schreiben?

  • Ich könnte erwähnen, dass die Besatzung unseres 9-Sitzers wirklich fantastisch ist und Auswärtsfahrten daher doch in aller Regel wirklich Spaß machen – man müsste halt nur den Fußball abschaffen.
  • Ich könnte die Reaktion des Auswärtsblockes schildern, als die Mannschaft nach dem Spiel geschlossen an den Zaun marschiert. Ja, direkt an den Zaun, nicht nur Alibimäßig bis 20 Meter davor, immerhin.
    Ein Fünftel Gepöbel (vornehmlich unten), drei Fünftel Anschweigen mit verschränkten Armen (ich zitiere Ralph Gunesch: “Das hat mich immer viel mehr erreicht als Pfiffe oder Gepöbel. Das trifft einen.“), ein Fünftel Applaus (wohl aufmunternd gemeint).
    Der Anschweigende Part bemerkte dann die beiden widersprüchlichen anderen Reaktionen und rief “Aufwachen! Aufwachen!”, was für mich dann die perfekte Reaktion war. Auch ein trotziges “St.Pauli! St.Pauli!” hinterher passt für mich sehr gut.
    Ein fröhliches “We love St.Pauli!” dazu, was dann von einigen angestimmt wurde, eher nicht, genausowenig aber wie dann auch hektisch von unten an den Rest des Blocks abgefeuerte Stinkefinger, weil man ja nur selbst so richtig sauer sei und meine anderen zeigen zu müssen, wie die zu reagieren haben.
    (Und auch von mir ist dies hier ja die sehr subjektive Verarbeitung des Geschehenen und Erlebten, ohne Anspruch auf die alleinige Wahrheit.)
  • Ich könnte erzählen, wie nervig es ist, wenn man nach dem Spiel auf dem Parkplatz vor der Heimtribüne steht und Bielefelder beim Anblick von Gästefans das erste Wort beim Gesang “Deutscher Sport Club” besonders laut, betont und triumphierend rufen, ehe dann einer “Deutsche, wehrt Euch, geht nicht zu St.Pauli!” anstimmt.
    Und was für feige Kackbratzen es sind, wenn man sich dann doch lieber schnell verpisst, weil drei Leute eine nonverbale Einladung aussprechen.
  • Ich könnte (eher nicht) hochtrabende taktische Analysen liefern und schreiben, warum ich Jan-Marc Schneider gar nicht so schlecht fand, ihn aber aktuell trotzdem als Einwechselspieler effektiver fände – auch auf die Gefahr hin, dass der Rückstand dann schon so hoch ist, dass die Einwechslung auch nichts mehr bringt.
  • Ich könnte die Hoffnung mit Euch teilen, dass es grundsätzlich im Deutschen Profifußball für den FC St.Pauli nicht gänzlich ausgeschlossen ist, Heimspiele gegen Bochum und Duisburg zu gewinnen und dann mit 26 Punkten gemütlich in die Winterpause zu gehen.

Ich hab aber irgendwie grad keinen Bock dazu und außerdem muss ich Junior gleich von der Weihnachtsfeier abholen. Mal gucken, ob doch noch Spieler abkommandiert wurden um gute Laune zu verbreiten.

Schönes Wochenende. // Frodo

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MT048 – Fußball in Trümmern

Haha… nee, der Episodentitel hat nichts mit den sportlichen Leistungen unserer Zweitligaprofis zu tun, sondern ist der Beiname einer Ausstellung im 1910eV-Museum in der Gegengeraden.

Und man mag es kaum glauben: Trotz der aktuellen Lage und den letzten drei “mäßigen” Spielen hatten wir genug Spaß, um insgesamt gut drei Stunden zu füllen.
In Teil zwei ging es dann eben um die Ausstellung, am Ende der Folge gibt es dann auch noch einen Auszug aus dem ganz frischen Audio-Guide des Museums, gelesen von Rainer Wulff.

Ein besonderes Dankeschön geht an Alle, die in der Vergangenheit unseren PayPal-Button gefunden und genutzt haben, damit wir zu den beiden Mikros, die Ihr auf dem Foto seht, endlich noch ein Drittes dazu bestellen konnten.

Und gerade als die Summe zusammen war, fragte der Fanclub “Frizzante St.Pauli” an, wie viel denn noch fehlen würde… und brachte dann statt Aufstockung der Spendensumme eine gut gekühlte Kiste Dithmarscher pünktlich zur Sendung vorbei, großartig, vielen Dank auch dafür!

Kiste Dithmarscher vom Fanclub “Frizzante St.Pauli”

Links:
Doppelsechs-Podcast
Fußball in Trümmern-Ausstellung
Mitglied werden bei 1910 e.V.
“Hooligans”-Lesung (6.12.2017)
Liga Terezin: Fußball im Konzentrationslager, Film- und Diskussionsabend (7.12.2017)
Tag der Offenen Tür im Fanladen
Lesung: “Wir Wochenendrebellen” (13.01.2018)
Bremer Nikolauslaufen
Goldenstedter Neujahrslied

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MT047 – Kackeckenentstehungsgeschichte

Die JHV beim FCSP steht an, das Präsidium ist jüngst zurückgetreten und tritt dann doch wieder neu an – Anlass genug, sich nach drei Jahren Amtszeit mal wieder mit unserem Vereinspräsidenten, Oke Göttlich, zu unterhalten.
Er war zuletzt vor zwei Jahren da, seitdem hat sich viel getan.
Darüber sprechen wir, ebenso über die beiden neuen Mitglieder im dann noch zu wählenden Präsidium. Und natürlich auch über die Spiele gegen Kaiserslautern, in Sandhausen und gegen Aue – die allesamt 1:1 endeten und uns ein Gegentor nach Ecke bescherten.

Viel Spaß!

(c) Ariane Gramelspacher // http://www.ariane-foto.de/

Links zur Sendung:
– Noch mehr Statistiken: FiveThirtyEight.com
– Freundschaftsspiel gegen Odense BK: “Zahl was Du willst”
Keep Techno Ultra’ 4

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West Ham, Millwall, Twickenham – Ein Wochenende in London

Dem Ein oder Anderen wird auf Twitter meine (wieder)gewonnene Begeisterung für American Football schon aufgefallen sein. Dies hatte zur Folge, dass wir recht früh ein Familienwochenende für diesen Oktober in London geplant hatten, direkt nachdem die NFL ihre diesjährigen London Games veröffentlichte.

(Kleiner Einschub: All das, was viele momentan an jenem “modernen” Fußball so sehr stört, größtenteils ja auch zurecht, ist natürlich im Football noch viel Extremer. Während im Fußball schon bei den aktuellen Werbetouren in Sommer- oder Winterpause die Nase gerümpft wird oder bzgl. einiger Eskapaden im Englischen Profifußball (Pokalauslosung für den asiatischen TV-Markt etc.) aufgestöhnt wird, ist die NFL hier natürlich schon einige Schritte oder gar Kilometer weiter.
Die “London Games” feierten dieses Jahr ihr Zehnjähriges Bestehen, wohlgemerkt für Pflichtspiele! Außerdem gibt es nun auch jährlich ein Spiel in Mexiko, eine Erweiterung auf Asien ist angedacht – und am Ende könnte es auch immer noch eine feste Verlegung  eines Teams nach London geben.
Aktuell baut Tottenham Hotspurs seine White Hart Lane neu – in Zusammenarbeit mit der NFL, um dort dann zukünftig die London Games dauerhaft auszurichten, die aktuell noch in Wembley und Twickenham (quasi das Wembley für Rugby) stattfinden.
Das Geld dabei keine Rolle spielt und man auch durchaus neue Wege geht, kann man u.a. in diesem Video sehen:

All dies steht natürlich in völligem Gegenspruch zu meiner Sicht auf den Fußball, speziell in Europa, konkret in Deutschland, insbesondere im Blick auf “meinen” FC St.Pauli.
Und diesen Widerspruch kann ich auch nicht wirklich auflösen, außer durch die Begründung: “Beim Football weiß ich vorher, dass es so ist.”
Einschub Ende.)

Der Hinflug wurde für Freitag früh gebucht, zurück am späten Montag – ideale Anpassung an die Schulferien.
Der Freitag stand dann im Zeichen des ersten groben Sightseeings, Junior war ja noch nie in London.
Dank OysterCard ist die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in London auch tariftechnisch nochmal viel einfacher geworden als es bei meinen letzten Besuchen der Fall war, so wurden u.a. der Buckingham Palace, Picadilly Circus, Trafalgar Square, Big Ben und Hamley’s abgehakt.
Dementsprechend qualmten abends trotzdem ein bisschen die Füße und für die Gattin und Junior war klar, dass es nicht mehr viel Bewegung geben würde.

West Ham United – Brighton & Hove Albion

Ich selbst hatte noch mit dem Heimspiel von West Ham geliebäugelt, die ab dieser Saison bekanntlich im Olympiastadion bzw. “London Stadium” spielen.
Tagsüber gab es auf der Vereinshomepage noch Tickets für das 20.00h-Spiel über die Vereins-Tauschbörse ab ca. 40 Pfund – leider fiel meine Entscheidung erst um 18.06h und plötzlich ging da nichts mehr. Zwei Stunden vor Anpfiff wird der Verkauf komplett eingestellt – da war ich etwas zu spät.
Egal, trotzdem hingefahren. Und beim Verlassen der U-Bahn waren es dann zwar nicht die gleichen Gesichter an Schwarzmarkthändlern wie in Hamburg, aber schon der gleiche Schlag Mensch. Scheinheilig nach Tickets fragen, zwei Meter weiter steht der Kumpel und vertickt die soeben erworbenen Dokumente gegen ein Vielfaches. Überall das gleiche System – aber gerade in einer Stadt mit zig Tausenden von Touristen natürlich äußerst lukrativ – zumindest wenn diese nicht auf die Vereins-Tauschbörse schauen oder (wie ich) etwas zu schusselig bzw. zu spät dran sind.

Weitermarschiert, einen “Fan Liaison Officer” angesprochen, der mir jene Zwei-Stunden-Regel erläuterte und gleichzeitig mit auf den Weg gab, dass der Kauf / Verkauf von Tickets “strictly illegal” sein und ich mir nur dann noch Hoffnung machen dürfte, wenn ich rein zufällig in einem Gespräch von jemandem welche angeboten bekommen würde. Die Polizei würde dies auch sehr streng beobachten.
Gut, vielleicht sollte die mal zurück zur U-Bahn gehen…
Am Ticket Office (ca. 45 Minuten vor Anpfiff) lief dann auch tatsächlich niemand mit Tickets herum, zumindest nicht offen. Der suchende Blick führte dann doch dazu, dass ich von zwei Personen angesprochen wurde, allerdings ging das hier bei ca. 80 Pfund los. Einer der Beiden ging dann schnell auf 50 Pfund runter, allerdings wollte ich das dann aus Prinzip nicht bei diesen Jungs kaufen.

So stand ich also etwas unschlüssig kurz hinter der Sicherheitskontrolle (die hier vor dem eigentlichen Stadionumlauf und deutlich vor der Ticketkontrolle stattfindet), schaute mir die Personen an, die da so ankamen und fragte größere Gruppen, ob diese noch ein Ticket hätten.
Irgendwann kam dann eine Deutschsprachige Gruppe und diese hatte dann tatsächlich noch ein Ticket über. Vielen Dank und beste Grüße an die Jungs aus Münster.

Das Stadium selbst wirkt innen dann etwas merkwürdig, da die bei Olympia genutzte Laufbahn auf den Geraden mit grünem Teppich überdeckt ist, während die Kurven  näher ans Feld rangebaut wurden – wodurch die alten Kurvenplätzen (zumindest im Unterrang) dahinter noch im Dunklen zu erahnen sind.

London Stadium, WestHam FC – Brighton & Hove Albion

Erstaunlich auch die Getränke-Preispolitik. Kostet ein Bier vor dem Spiel 3,50 GBP, so ist es während des Spiels für 4,90 GBP zu erwerben. Finde ich gar nicht so schlecht, allerdings gilt dies auch für Softdrinks bzw. Wasser in ähnlichen Dimensionen, wo ich es eher sinnlos bzw. frech finde.
Grundsätzlich gilt, wie in allen Stadien der oberen englischen Ligen, dass man keinen Alkohol mit auf die Ränge nehmen darf.

Als Intro lief dann “I’m forever blowing bubbles“, dazu mehrere Seifenblasen-Maschinen im Innenraum. Auch hier wieder bemerkenswert, dass das Stadium sechs Minuten vor Anpfiff noch fast komplett leer, zum Anpfiff dann aber komplett gefüllt ist.

Das Spiel selbst verlief weniger eindeutig, als es das Ergebnis von 0:3 vermuten lässt.
West Ham (mit Arnautovic und Chicharito… wusstet Ihr eigentlich, dass letzteres… jaja, schon gut) war zwar durchweg feldüberlegen, wusste daraus aber zu wenig zu machen oder vergab die Chancen kläglich.
Brighton hingegen setzte seine Konter clever und gewann so auch nicht unverdient.

Ein weiteres Merkmal Englischer Stadionkultur ist ja, dass der Gästeblock auch wirklich ein Gästeblock ist. Will sagen: Gerade in größeren Stadien sieht man in Deutschland immer mal wieder kleinere Grüppchen oder zumindest Einzelpersonen auch außerhalb des Gästeblocks bei Auswärtstoren jubeln.
Hier eskaliert der Gästeblock zwar auch komplett, aber außerhalb dessen jubelt eben niemand. Wirklich niemand!
Und dies, obwohl es nun wirklich nicht unmöglich gewesen wäre, Tickets im Rest des Stadions zu bekommen und der Gästeblock komplett ausverkauft war.

Durch das klare Ergebnis aber war es dann doch vom Support her recht schnell unspektakulär, ab der 70.Minute leerte sich der Heimbereich immer schneller. Diejenigen, die geblieben waren, belohnten ihr Team dann zum Abpfiff mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Millwall FC – Birmingham City FC

Samstag gab es zunächst Juniors persönlichen Wochenend-Höhepunkt, als er bei einer Autogrammstunde einen seiner drei Lieblingsspieler der Arizona Cardinals treffen durfte, Tyrann Mathieu.
Leuchtende Kinderaugen, als hätten mich damals Leonardo Manzi, Carsten Pröpper und Wynton Rufer gemeinsam zum Essen eingeladen.

Doch zurück zum Fußball: Junior sollte seinen nächsten Länderpunkt machen – und vom Termin her fiel Tottenham – Liverpool durch die Sonntagsansetzung leider raus, er “musste” also in der 2.Liga beginnen.
Ich hatte die besondere Historie von Millwall mit Birmingham nicht mehr so auf dem Zettel (basierend in jüngster Zeit insbesondere auf Ausschreitungen nach einem PlayOff-Spiel 2002), doch nachdem einige Personen bereits vor dem Spiel nicht etwa “Millwall? Oha!” sondern immer wieder “Ui, gegen Birmingham? Auhauerha!” antworteten, war schnell klar, dass es sich um ein besonderes Spiel handeln würde.

Die Anreise mit Tube und Bus verlief entspannt… und dann steht eben plötzlich “The Den” vor einem, bzw. in jener Seitenstraße.
Drumrum diverse (günstige) Verpflegungs- und Merchandise-Stände und in der Kurve dann im Ober- und Unterrang zwar weiterhin nur Sitzplätze, aber immerhin freie Platzwahl.
Unsere fiel auf den Unterrang und direkt hinterm Tor, wie sich später herausstellen sollte eine perfekte Wahl.

Millwall FC – Birmigham City FC

Let ’em come!” vor dem Spiel hörte sich schon mal ganz gut an, schnell wurde dann auch im Stadion die besondere Rivalität spürbar. Birmingham war in der gegenüberliegenden Kurve komplett im Oberrang untergebracht, der auch voll war, der Unterrang blieb leer.
Millwall hatte seine Erlebnisorientierte Fraktion hauptsächlich im Oberrang der Gegengerade untergebracht, nah an der Gästekurve.
Akustisch von Birmingham ziemlich okay, Millwall zunächst eher nur solide.
So konnte Junior seine Konzentration dem Herrn schräg hinter uns widmen, der permanent die Gästespieler mit Feedback beglückte. “Fuckin’ wanker!” war seine Standard-Begrüßung, was natürlich irgendwann von Junior übersetzt werden wollte. Zusätzlich machte der Herr dabei immer eine leicht wedelnde Handbewegung…
Nun ja, man lernt ja auch fürs Leben, also übersetzte ich zunächst den Begriff und erklärte dann auch auf Nachfrage ganz sachlich die Handbewegung: “Dies soll bedeuten, dass der Gegner andauernd an seinem Penis rumspielt.
Der Tag war gelaufen, Junior kam aus dem Lachen nicht mehr raus, insbesondere da jener Herr direkt danach ca. 20x ununterbrochen “Wanker! Wanker! Wanker!” rief.
Erst als ich Junior sanft darauf hinwies, doch bitte wieder nach vorne zu schauen, ehe der Herr auch noch zu uns näheren Kontakt aufnehmen würde, konnte es weitergehen.

Supporttechnisch war neben dem “No one likes us!” (und der Birminghamschen Erwiderung “No one likes you!”) für mich das langgezogene “Miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiill” am beeindruckendsten. Wurde es in der ersten Halbzeit noch eher zögerlich eingesetzt (und bei uns auch fast ausschließlich vom Herrn hinter uns, wenn er nicht gerade damit beschäftigt war die Gegner als Wichser zu bezeichnen), so kam das in Hälfte 2 nach der Führung doch schon recht gut und laut an und steigerte sich dann eben immer wieder über die Tribünen, teilweise über 20-30 Sekunden, ohne Pause.
Mal was ganz anderes als das normalerweise übliche Stakkato-Anfeuern nach Torchancen.

Millwall gewann schließlich mit 2:0 und Junior hatte fortan Einiges zu erzählen, da beide Tore direkt vor unserer Nase fielen hatten wir auch beste Sicht.

Twickenham (Rams – Cardinals)

Am Sonntag dann schließlich der eigentliche Grund unseres Besuchs: Das NFL-Spiel der LA Rams gegen die Arizona Cardinals in Twickenham.
Wer jetzt vom Stadionnamen noch nie was gehört hat: Es ist das zweitgrößte Stadion Englands – und eben das weltgrößte Rugby-Stadion, quasi das Wembley für Rugby, in dem sonst die Englische Nationalmannschaft ihre Heimspiele austrägt und sich nebenbei auch noch das Rugbymuseum befindet.

Das Spiel sollte erst um 18.00h Ortszeit beginnen, es wurde aber allen dringend eine Anreise um und bei 12.00h – 14.00h empfohlen. So machten also auch wir uns zeitig auf den Weg und tatsächlich war das eine gute Idee.
Twickenham liegt ein gutes Stück südwestlich von London, mit dem Zug aber gut erreichbar. Rund ums Stadion hatte die NFL mehrere “Tailgates” aufgebaut, ein Begriff den ich so vorher auch noch nicht gehört hatte, was im amerikanischen Sport eben die Party vor dem eigentlichen Sportevent bezeichnet, dort in aller Regel auf den großen Parkplätzen stattfindend.
Hier war es  ein öffentliches Gebiet auf der einen Stadionseite, in dem man sich mit der Vince Lombardy-Trophy fotografieren lassen oder aber ein paar Wurf- oder Kick-Spiele absolvieren konnte, sowie ein abgezäuntes Areal mit Riesenleinwand, Fressständen und weiteren Aktivitäten, u.a. konnte man eine fast komplette Combine (Fitness-Test mit verschiedenen Disziplinen) absolvieren.
Und natürlich ein NFL-Store mit Merchandise sämtlicher Vereine, vor denen sich Endlos-Schlangen bildeten, obwohl das Zeug nicht günstiger war als sonst über die offizielle Website.
Alles flankiert mit der NFL UK-App, mit der man Scan-Codes an diversen Ständen einsammeln konnte, durch die man an Gewinnspielen teilnahm…
Moderner Fußball ist Kommerz und wir sind am Ende der Fahnenstange angekommen? Nicht mal annähernd.

Das Stadion selbst war dann von der Fan-Verteilung etwa 70/20/10 gefüllt. Soll heißen: Von den etwa 80.000 Fans waren gefühlt 70% für die Cardinals, 20% in Trikots anderer Vereine und 10% für die Rams.
Dummerweise hatten die Rams offiziell das Heimrecht, was der Stadionsprecher sehr ernst nahm und daher immer nur nach dem Rams-Fans und deren Stimmung fragte, ohne mal die Gegenprobe zu wagen.

Leider war das Spiel dann so einseitig, wie man es schon vorher erwarten musste und am Ende stand ein 33:0 für die Rams, was zur Folge hatte, dass sich das Stadion schon zum Ende des dritten Viertels zu leeren begann.
Sehr schade, ich hätte gerne einen Touchdown der Cardinals gesehen, zu einem Zeitpunkt als es noch um was ging. Dann hätte man mal gesehen, wie laut es in diesem Stadion werden kann.

Nach dem Spiel gab es dann u.a. einen kostenlosen Shuttle-Transfer zurück in die Innenstadt – wie diszipliniert man in England immer wieder in Schlangen ansteht, ist schon erstaunlich, hat aber eben sicher auch mit der sehr guten Organisation zu tun.
Jedenfalls lief der Abtransport der >80.000 erstaunlich reibungslos, sicher auch weil der Abmarsch sich durch das eindeutige Spiel und eine Öffnung des größeren Tailgates (inkl. RedZone-Übertragung auf Riesenleinwand) zum weiteren Verweilen sehr gut verteilte.

Insgesamt ein tolles Wochenende mit vielen Eindrücken – und es bleibt die Hoffnung, dass sich Juniors “Ich habe sehr viel Englisch gelernt!” nicht nur auf den späten Nachmittag in Millwall bezieht. // Frodo

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Bundestagswahl 2017 auf St.Pauli

Die Bundestagswahl 2017 im Stadtteil St. Pauli – nüchtern betrachtet

Bei dieser Wahl konnten die 14.921 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils in 15 Wahlbezirken ihre beiden Stimmen abgeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,6 Prozent (7.554 WählerInnen), ein sattes und für Hamburg überdurchschnittliches Plus von 7,4 Prozentpunkten. Und wie immer auf St. Pauli sind auch heuer die Ergebnisse in nahezu jeder Hinsicht bemerkenswert und außergewöhnlich.

Wichtige Erststimme

Bei den Erststimmen durfte aus einem Reigen von drei Direktkandidatinnen sowie acht -kandidaten ausgewählt werden. Die meisten Votings erhielt hier Martin Dolzer, der für Die Linke angetreten war: 2.529 Stimmen bedeuten einen Anteil von 33,8 Prozent aller Kreuze. Mit 1.583 Stimmen folgt für die SPD Johannes Kahrs (21,2%), vor der Grünen Meryem Celikkol (1.431, 19,1%), CDU-Mann Christoph de Vries (808, 10,8%), „Die Partei“-Vetreterin Samantha Edsen (481, 6,4%) und der dritten Dame im Bunde, Nicole Jordan (309, 4,1%) von der AfD. FDPler Michael Kruse kommt auf 3,1 Prozent (232 Wähler), MLPD-Mann Stephan Brandt holt mit 41 Stimmen noch 0,5 Prozent, Henner Kühne (Freie Wähler) sowie Martin Krause (ÖDP) kommen auf jeweils 0,5 Prozent, und für NPDler Bodo Johlke bedeuten die vier erreichten Stimmen 0,1 Prozent der gekreuzten Kreise.

Entscheidende Zweitstimme

Bei den Zweitstimmen sieht es tendenziell ähnlich aus, nur dass sich hier Die Grünen noch deutlich vor die SPD geschoben haben. Die Linke erhält 33,8 Prozent, Die Grünen kommen auf 21,8, die sogenannten Sozialdemokraten erhaschen 15,9 Prozent, die sogenannten Christdemokraten 10,4. Es folgen Die Partei (5%), FDP (4,6) und die AfD (4,5). Mit einen Prozentpunkt liegt die BGE (Bündnis Grundeinkommen) knapp vor der Tierschutzpartei (0,9%) und dem DiB (Demokratie In Bewegung) mit 0,8 Prozent Stimmenanteilen. Es folgen die neue V-Partei (0,3%), mit jeweils 0,2 Prozent MLPD, ÖDP und Freie Wähler sowie als Schlusslichter die NPD (neun Stimmen) und die DKP (fünf Stimmen) mit je 0,1 Prozentpunkten.

Tops & Flops der Wahlbezirke

Das nach meinem Dafürhalten interessanteste Wahllokal (WL) im Stadtteil St. Pauli befand sich in der Bernhard-Nocht-Straße 78 (WL 11202). Hier nämlich haben nicht nur drei Parteien ihre höchsten WählerInen-Anteile eingesammelt, sondern hat überdies Die Linke mit 13,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis eingefahren. SPD und CDU kamen dort auf jeweils 19,5 Prozent, die FDP auf 9,1. Interessant ist auch noch das WL 11004 in der Wohlwillstraße 46, denn hier erzielten nicht nur die Grünen mit 26,7 Prozent ihr bestes Resultat, sondern zudem CDU (6,9%) und AfD (3,0) ihr schlechtestes. Auch für SPD und FDP war die Wohlwillstraße 46 eher kein Highlight: 13,7 bzw. 2,8 Prozent im WL 11103 bedeuten Minusrekord im Stadtteil. Allerdings haben Wahlgänger in der selben Wohlwillstraßen-Hausnummer (allerdings WL 11002) der AfD mit 7,9 Prozent auch das beste Ergebnis auf St. Pauli beschert – und der PARTEI mit 2,6% das enttäuschendste. Die meisten Stimmen für Die Linke kamen im WL 11203 (Friedrichstr. 55) zusammen, wo die Ehrenamtlichen am Ende den höchsten Stapel bei 40,7 Prozent sahen; für die Grünen deshalb mit 13,8 Prozent hier ihre mieseste Ausbeute. Ihren Gipfel erreichte DIE PARTEI in der Friedrichstraße 55 (WL 11201) mit 7,4 Prozent.

// Ronny

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MT046 – Ewald Lienen

Hahaha… stellt Euch doch mal vor, Ihr habt seit etwa zwei Jahren den Plan, eine ganz bestimmte Person zu treffen. Und dann bekommt Ihr das endlich hin – und ca. zwei Minuten vor dem Treffen stellt Ihr fest, Ihr seid in der falschen Stadt.
So in etwa fühlten wir uns nach der Sendung, als wir feststellen mussten, dass die Tondatei geschrottet war, weil jemand beim Aufstehen nach der Verabschiedung an das Kabel stieß und damit den Strom zum Rekorder unterbrach.

Man lernt ja am Besten in der Aufregung und tatsächlich werden wir ab sofort doppelte Böden einführen – hier konnten wir die Datei am Folgetag dank Sebastian und Johnny dann doch noch retten, auch wenn am Ende 5-10 Minute fehlen.

Danke an Ewald Lienen, der spontan anbot, einfach gleich nochmal zwei Stunden aufzunehmen. War zum Glück nicht notwendig, vielleicht machen wir einfach trotzdem nochmal eine weitere Sendung mit ihm.

Am Ende gibt es dann auch noch eine Folge “Wilko liest aus alten Übersteigern” – und wer auch die ganz zuende hört, bekommt dann noch eine besondere Überraschung.
Viel Spaß!

Links zur Sendung:
FCSP erhält “Role Model Award”
FCSP und TKK stellen “Weltverbesserer”-Initiative vor

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AFM-Abteilungsversammlung 2017 am Dienstag

“Geht wählen!”
Tja, guter Aufruf für die Bundestagswahl 2017, hat ja bekanntlich nur auch knapp 13% falsche Leute erreicht.

“Alle hin da!” ist hingegen ein in der Fanszene verbreiteter Aufruf, meist in Verbindung mit Spielen der Nachwuchs- oder Frauen-Teams oder anderen Sporttreibenden Abteilungen.
Genau dies aber sollte man jetzt auch allen AFM-Mitgliedern für den morgigen Dienstag zurufen, denn dann steht die jährliche Abteilungsversammlung  der mitgliederstärksten Abteilung des FCSP an.

19.00h im Ballsaal der Haupttribüne, Zugang wird über die Ecke Süd/Haupt gewährt, Einlass ist ab 18.00h.

Die AFM ist nicht nur die Abteilung mit den meisten Mitgliedern, sie verwaltet auch einen sehr hohen Etat, der schlußendlich wahrscheinlich der entscheidende Faktor dafür ist, dass sich “Nachwuchsförderung” beim FC St.Pauli seit den 90ern von “Jungs, geht mal da raus auf den Platz, auf dem wir heute ausnahmsweise mal wieder trainieren – und kickt ein bißchen.” zu etwas entwickelt hat, was vom DFB mit drei Sternen zertifiziert wurde und dafür sorgt, dass eigentlich alle Nachwuchsteams nahezu durchgehend in der jeweils höchstmöglichen Liga spielen.
Auch andere Abteilungen werden gefördert, u.a. die jüngst gewonnene Deutsche Meisterschaft der Blindenfußballer wäre ohne die AFM kaum möglich gewesen.

Dementsprechend sind die Abteilungsversammlungen der AFM selten von kontroversen Debatten geprägt und die Zahl der Anwesenden steht in keinerlei Verhältnis zur Zahl der Mitglieder.
Diesen Dienstag dürfte es sich aber durchaus lohnen, den Weg in den Ballsaal anzutreten, denn es gibt eine ganze Menge Anträge zu behandeln, u.a. als Folge eines jüngst durchgeführten Workshops über die Zukunft der AFM.

In den Anträgen (aktuell noch bei Tommy im AFM-Büro einsehbar) geht es u.a. um solch heutzutage eigentlich selbstverständliche Dinge wie z.B., dass eben jene Anträge doch zukünftig vorab online einsehbar sein sollten, wie es ja beim Hauptverein auch üblich ist. Anträge also, die gut begründet und sinnvoll sind, dementsprechend wahrscheinlich auch mit breiter Mehrheit angenommen werden dürften.

Allerdings gibt es auch etwas kontroversere Anträge, wie zum Beispiel die Beschränkung der Wiederwahl der Abteilungsleitung. Diese kann aktuell beliebig oft wiedergewählt werden, zukünftig soll dies auf dreimal beschränkt werden, womit man sich an das Procedere beim Gesamtverein angleichen würde.
Hierzu gibt es sicher gute Argumente dafür und dagegen, ebenso bei der Frage ob eine Wahl weiterhin “im Block” oder zukünftig geheim und pro Person getätigt werden sollte.

Ich will mich hier dazu gar nicht inhaltlich äußern, würde mich aber sehr freuen wenn das dann dabei herauskommende Ergebnis von einer möglichst hohen Zahl an abstimmenden Mitgliedern herbeigeführt wurde.

In diesem Sinne: Alle hin da! // Frodo

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Der Matze-Hain-Song

Ich gebe es zu: Zu seiner aktiven Zeit bei uns war ich nicht sein größter Fan. Als ehemaliger Torwart begutachtete ich seine Strafraumbeherrschung mit großer Skepsis.

Aber: Seit er Torwarttrainer ist, steigt mein Respekt vor ihm doch ständig an. So zeigte er einen recht ähnlichen Körpereinsatz wie am Dienstag in Kiel schon einmal, als ein Trottel bei einer Niederlage an der Alten Försterei meinte, vor dem Gästeblock den Dicken machen zu müssen. (Leider gehen die Fotolinks von damals nicht mehr.)

Und nun am Dienstag eben jene saubere Grätsche zum Ball… fantastisch!

Grund genug, diesem lupenreinen Sportsmann ein Lied zu widmen.
Dies entwickelte sich langsam auf einem privaten Facebook-Account, ist aber in seiner Gänze viel zu schade, um dort nur einem eingeschränkten Nutzerkreis vorbehalten zu bleiben.
Daher hier mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Melodie des Boney M-Klassikers dürfte bekannt sein, in meiner Erinnerung war Ebbe Sand der erste Spieler, dem derartige Ehrungen zu teil wurden. Bei St.Pauli gab es zuletzt auch etliche Stefan Orth-Strophen.
Im Sommer sammelte auch Anthony Modeste einige Strophen vor seinem Wechsel nach Asien.

Nun also:

Der Matze-Hain-Song

(*bei jeder Strophe bitte die erste Zeile mit Zeigefinger auf dem Kopf und sich selbst im Kreis drehend performen*)

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer war in Bielefeld daheim?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wen nannte man auch “Braunschweig-Schwein”?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer war als Torwart nicht zu klein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer stellt vorm Block das Union-Schwein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer grätscht in Kiel von hinten rein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer schenkt dem Kieler eine ein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
…und bricht ihm dabei nicht das Bein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer wird nie mehr Mitglied bei Supside sein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer ist sich für Ärger nicht zu fein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer stand im Strafraum ganz allein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer trinkt so gerne Apfelwein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer trägt Uhlsport – kein Calvin Klein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Wer spielt nicht nur bei Sonnenschein?
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Matze Hain, Matze Hain – Maaatze, Matze Hain!
Seine Lieblingsband ist “House of Pain”!
Maaaaaaaatze, Matze Hain!

Fortsetzung erwünscht, Vorschläge gerne in die Kommentare.
// Frodo

P.S.: Bonustrack:
Wer ist hui und niemals pfui?
SAMI ALLAGUI!

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7.Spieltag (A) – KSV Holstein Kiel

KSV Holstein Kiel – FC St.Pauli 0:1 (0:1)
Tor: 0:1 Johannes Flum (44.)
Zuschauer: 11.935 (ca. 2.400 St.Paulianer)

Mal ehrlich: So ein 1:0 ist doch auch viel schöner als ein 4:0, zumal nach der Vorgeschichte.


Haken wir kurz das sportliche ab:
Das erneute Fehlen von Mats Møller Dæhli (zusätzlich zum ja eh länger fehlenden Christopher Buchtmann) ist grundsätzlich natürlich schade, brachte aber (endlich!) mal die Chance für Richard Neudecker, sich von Anfang an zu beweisen. Und wie er das tat, mich erreichten von mehreren Personen Nachrichten über seinen überragenden Assist beim 1:0, auch sonst machte er ein super Spiel. Dies freut mich sehr für ihn.
Sollten da tatsächlich mal alle Drei (Neudecker, Buchtmann, MMD) fit sein, hätten wir wohl ein Luxusproblem.

Und während Bernd Nehrig noch am Samstag mit beiden Händen (und Füßen) in die Gülle gegriffen hatte, war er jetzt wieder in der gewohnt zuverlässigen Rolle am Start. Sehr schön – und ein erneuter Beweis, dass Fußball eben Tagesgeschäft ist.

Insgesamt ein guter Auftritt, insbesondere natürlich kämpferisch. Nach einem 0:4 zuhause spielt man den Tabellenführer auswärts natürlich nicht mal eben an die Wand, auch klar.
Nach einer eher zu passive Anfangsphase fing man sich dann aber und zur Pause war die Führung dann aus meiner Sicht vielleicht nicht zwingend, weil es bis dahin keine großen Torchancen für uns gegeben hatte, aber aufgrund der Spielanteile auch nicht unverdient.
(Alles bewertet mit der doch recht eingeschränkten Sicht aus dem Gästeblock.)

In Hälfte zwei wäre dann etwas mehr Entlastung wünschenswert gewesen, aber so richtig torgefährlich war Holstein auch nicht, abgesehen von der einen Hereingabe die knapp am Tor vorbeigegrätscht wurde. Der viel beachtete Schuß in der Nachspielzeit war dann eher einer für die Galerie… den hält vielleicht nicht jeder Kreisklasse-Keeper, aber für einen Torwart wie Himmelmann ist so ein Ball doch ein gefundenes Fressen, was eben auch noch schön aussieht.
(Und ja, dies schreibe ich jetzt in der Gelassenheit des Tags danach, im Gästeblock selbst war eine gewisse Nervosität ob des Spielausgangs schon noch gegeben.)

13 Punkte aus sieben Spielen – läuft!

Das Drumherum – Vor dem Spieltag

Der KSV Holstein und/oder die dortige Polizei bekleckerten sich vorab nicht gerade mit Ruhm. Details im aktuellen MillernTon (ab 2h07m54s) nachzuhören, wo Stefan (Fanladen) von der doch recht offensichtlichen Überforderung mit der Organisation so eines Spiels spricht, sei es bezüglich der Karten, der Parkplätze oder einfach der Terminierung so einer Sicherheitsbesprechung.
Da ließ sich schon erkennen, dass es in Kiel diesbezüglich noch Luft nach oben gibt.

Zugespitzt hat sich die Situation dann am Samstag:
Die Kieler Ultra-Gruppierung Supside wurde bei ihrer Rückkehr vom Freitagsspiel in Aue “erwartet” und neben dem Austausch von Körperlichkeiten wurde dabei u.a. wohl auch deren Banner entwendet. Gemäß vorherrschender Ultra-Logik muss sich die Gruppe jetzt wohl auflösen, zumindest die Website ist schon mal offline und für gestern wurde auch ein Support-Boykott verkündet.
Von jenen zwangsläufigen Folgeerscheinungen kann jetzt gerne jeder selbst halten was er will. Ich persönlich finde ja schon die Auflösung komplett bescheuert, einen Supportboykott bei einem Heimspiel deswegen aber noch viel sinnbefreiter – aber vielleicht bin ich für so etwas auch einfach schon zu alt.
Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass sich USP nicht auflösen würde, sollte jemals das Banner geklaut werden. Und das ist auch gut so.

Zur Aktion an sich:
Wir regen uns (zurecht) darüber auf, dass bei unserer Rückkehr aus Aue eine 9er-Busbelegschaft von hsv-Fans angegriffen wird. Das es da vielleicht andere Mehrheitsverhältnisse gab, die körperlichen Folgen dramatischer sind und es hier vielleicht Leute traf, die es auch selbst eher drauf anlegen? Selbstverständlich.
Ich finde das trotzdem scheiße.
Aber auch dafür bin ich vielleicht einfach zu alt.
(Und ob das jetzt unsere Leute waren oder ganz Verschwörungstheoretisch irgendwelche anderen Gruppen, sei mal dahingestellt und ist für die Einordnung dies Scheiße zu finden auch irrelevant, weil vom Verursacher unabhängig.)

Spätestens jetzt war dann auch klar, dass es ein Spiel mit erhöhter Emotionalität drumrum geben würde, auch Polizei und Ordnungsdienst dürften dies gewusst haben.

Immerhin: Am Montag Nachmittag kamen Holstein und Polizei dann doch noch auf die Idee, Parkplätze bzw. einen Shuttle für Gästefans anzubieten – immerhin dieser klappte dann auch problemlos, zumindest für diejenigen die dies so kurzfristig noch mitbekamen.

Das Drumherum – Der Spieltag

Rund ums Stadion blieb (soweit ich es mitbekommen habe) alles ruhig, ich selbst bin mit PKW über jenen angebotenen Shuttle-Parkplatz angereist.
Rund um den Gästeblock hatte die Polizei alles weiträumig abgeriegelt, die sonst für Verpflegung (und beiderseitig für Wurfgeschosse) genutzte Tankstelle war außerhalb dieses Bereichs.

Hochgezogene Augenbrauen dann bei der Einlasssituation: Eine einzige Schleuse für 2.300 Leute?! Wer denkt sich sowas aus? Und viel wichtiger: Wer verantwortet das, wenn da tatsächlich mal was passieren sollte?
In Anbetracht eines direkt daneben platzierten Wasserwerfers ja auch nicht völlig undenkbar.
Zusammenfassend sei diese Tweetkette empfohlen:

Mehr dazu auch im Bericht der Nice Guys.

Im Stadion dann zunächst unerwartet viel Platz, denn USP war noch nicht da. Die Getränke- und Klosituation vor Ort war aber auch bei übersichtlicher Blockfülle schon desaströs genug.

Und dann plötzlich überall “Die Banner!“-Rufe, der Blick ging gen Platz und da kamen sie. Je nach Schätzung etwa 20-30 Leute aus dem Heimblock, alle komplett in Schwarz gekleidet und vermummt, einer von Ihnen mit einem Bengalo in der Hand.
Bis an den Block ran schafften es etwa fünf Leute, die dabei auch 2-3 kleinere Banner entwendeten und flugs den Rückweg antraten. Da war ein Großteil der Gruppe erst an der Mittellinie angelangt und war wahrscheinlich froh, unbeschadet wieder zurück in den Block laufen zu dürfen, Entschlossenheit sieht anders aus.
Und während man für die Aktion an sich ja doch irgendwie anerkennend eine Augenbraue des Respekts lupfen könnte (zumindest mir ist kein Vorfall in Erinnerung, in der es eine nennenswerte Anzahl Personen mal abseits von Nach-dem-Spiel-Feierlichkeiten über den kompletten Platz zum gegnerischen Block geschafft hat), so gehört dem Löffel, der den Bengalo in den Block schmeisst zumindest mal ordentlich eins aufs Maul… zum Glück schmiss er den so schlecht, dass er in einen eher leeren Bereich flog und daher alle ausweichen konnten.

Dies alles passierte, als USP noch nicht da war.
Ich lasse mal dahingestellt, ob dies Teil des Plans war – ich bin mir aber sicher, dass es sonst anders ausgegangen wäre, denn dann wären wohl auch von unserer Seite einige Leute über den Zaun gegangen. Zurecht. Als Abwehrreaktion.

Diese Abwehrreaktion kam dann von Mannschaft und Trainerteam in ganz ausgezeichneter Art und Weise. Im Stadion habe ich in erster Linie Schnecke Kalla, Sami Allagui und Matze Hain wahrgenommen, auf den zahlreich kursierenden Videos tut sich neben anderen auch Co-Trainer Patrick Glöckner hervor.
Herzlich Willkommen am Millerntor, Patrick!
(P.S.: Der Matze Hain-Song!)

Und dieser triumphale Blick von Sami Allagui, als er das zurückeroberte Banner in die Kurve brachte – so ungefähr muss man sich fühlen, wenn man gerade das Rad erfunden oder ein Mittel für den Weltfrieden entwickelt hat.
Großartiger Blick, entsprechendes Abfeiern durch den Block erfolgte völlig zurecht. Gleiches gilt im Übrigen auch für Cenk Sahin.

Andreas Rettig ordnete das Verhalten heute auf einer Pressekonferenz dann recht sachlich ein, was er in seiner Funktion sicher auch genau so machen muss.
Theoretisch könnte ein Schiedsrichter Spieler und Funktionelle bei einer derartigen Aktion auch schon vor Anpfiff vom Spiel ausschließen, nach Täter und Opfer wird da eben nicht gefragt und Zuschauer kann der Schiedsrichter nur bedingt sanktionieren.
Von möglichen Verletzungen mal abgesehen: Man stelle sich mal vor, Himmelmann und Heerwagen strecken mit einem Wrestling Tag-Team Clothesline einen Angreifer nieder und bekommen anschließend Standing Ovations – und ne Rote Karte… okay, dann wäre Schnecke ins Tor gegangen und wir hätten auch zu Null gespielt, aber ich denke Ihr versteht meinen Punkt, warum Rettig dies sicher irgendwie auch zurecht so anspricht.
Das sich hier alle trotzdem bestens und richtig verhalten haben, kann ich hier gerne festhalten, muss aber nicht von Vereinsoffiziellen exakt genauso auf einer Pressekonferenz formuliert werden – es klang ja zwischen den Zeilen trotzdem gut genug durch.

Dann komme ich nochmal zurück zur angesprochenen Überforderung des KSV Holstein mit dem Spiel im Allgemeinen und dieser Eskalation im Speziellen:
Stadionsprecher sein ist sicher kein Traumberuf. Man muss viel Blödsinn vorlesen, weil der DFB es vorschreibt.
Aber dann geschieht hier eben jener Vorfall – und es kommt Nichts? Gar nichts?
ÜBERHAUPT NICHTS?!
Respekt… auch ne Haltung.
Eine Viertelstunde später dann das übliche BlaBla-Programm abzuspulen, nebenbei zehn Minuten späteren Anstoß verkünden und dann später auf Bitte des Schiedsrichters darauf hinzuweisen, dass bei Wiederholung ein Abbruch droht… nun ja.
Immerhin sorgte er noch für Lacher, indem er feststellte, dass doch für ihn Hamburg auch irgendwie zu Schleswig-Holstein gehöre und sowas doch bitte zu unterlassen sei.

Und generell muss man sich schon fragen, ob der Ordnungsdienst hier nicht vielleicht sogar irgendwie eingeweiht war. Ansonsten wundert es einen schon, dass diese Gruppe nahezu unbehelligt den weiten Weg hin und zurück antreten konnte.
Die Polizei hat normalerweise bei einem Spiel nichts im Stadion zu suchen und wird erst auf Anfrage hinzugezogen, hier war sie sicherlich aufgrund der speziellen Situation eh auf Abruf, aber eben (zurecht) deutlich weiter weg als der eigentlich zuständige Ordnungsdienst.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Nichts passiert, die Mannschaft dürfte noch einen weiteren kleinen Motivations-Kick bekommen haben – vielen Dank!

Und grundsätzlich kann ich mich nur den Worten von T. gestern nach dem Spiel auf dem Zaun anschließen:
Am Samstag wurde gemeinsam verloren und das Ganze direkt nach Abpfiff mit den “Auswärtssieg”-Rufen versucht in positive Energien umzuwandeln – gestern wurde dies von Kurve und Team mit Leben gefüllt und umgesetzt.

Hier gewinnt nur einer – St.Pauli und sonst keiner! // Frodo

Links:
– Bericht Athens South End Scum: “Matchday 7” (English)
– Bericht Nice Guys: “Senf dazu 43
– Bericht Magischer FC: “Zwischen Generve und Gewitzel
– Fotos Sabine Scheller: “Ein Sieg auf zwei Ebenen
– Bericht Couchgepöbel: “Sup, Holstein?

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6.Spieltag (H) – FC Ingolstadt

FC St.Pauli – FC Ingolstadt 0:4 (0:4)
Tore: 0:1 Sonny Kittel (6.), 0:2 Christian Träsch (33.), 0:3 Dario Lezcano (40.), 0:4 Sonny Kittel (45. +3)
Zuschauer: 29.380 (ausverkauft, ca. 300 Gästefans)

Hasde Scheiße am Fuß, hasde Scheiße am Fuß.

Oder:
Lieber einmal 0:4 und dafür dreimal 1:0, also andersrum…

Oder:
Ach, denkt Euch doch die Scheißhausparolen selber aus.

Es gibt so Tage, da klappt nichts. Konkret machte sich dieser Eindruck bei mir schon beim warmmachen breit, als ich panisch den St.Pauli Twitter-Account aufrief, um nachzuschauen warum Mats Møller Dæhli denn fehlt. “Muskuläre Probleme am Hüftbeuger”…

Und dann diese erste Hälfte. Man merkte dann doch (mal wieder), wie abhängig wir von einzelnen Spielern sind. Konkret waren das an jenem Tag neben MMD noch Aziz Bouhaddouz, der immer noch seinen Einstieg in die Saison finden muss, und noch wichtiger: Bernd Nehrig.
Ein Tag, der mit “gebraucht” noch zu gut beschrieben ist. In fast jedem Zweikampf zu spät, Fehlpässe ins Grauen – und dann eben zwei Tore alleine verschuldet.
So jedenfalls meine Wahrnehmung im Stadion. Mit TV-Beweis wäre uns das 0:3 wohl erspart geblieben, denn da lag ein Foul an Nehrig vor, aber das passte dann ja auch zum Tag.
Und nur um das klarzustellen: Auf Bernd Nehrig lasse ich nichts kommen. Toller Typ, immens wichtig für die Mannschaft – Scheißtage hat jeder mal.
Kopf hoch, weiter geht’s.

Und außer “abhaken, weitermachen, Holstein weghauen!” kann man zu dem Spiel auch nicht mehr viel sagen, immerhin gelang es in Hälfte zwei dann noch das Gesicht zu wahren.
Passiert.

Neben einigen wenigen Pfiffen zur Halbzeit, die gleich von Anfeuerungsrufen übertönt wurden, hielten sich die Unmutsäußerungen auch in engen Grenzen, nach Abpfiff gab es sogar leichten Applaus und eben den Blick nach vorne, mit “Auswärtssieg! Auswärtssieg!”-Rufen – was Olaf Janßen heute in der Pressekonferenz durchaus positiv erwähnte.

Die Spiele in Kiel und gegen Düsseldorf liegen uns jetzt von der Ausgangslage dann doch auch wieder um einiges mehr, mal schauen wie unser Punktekonto am Samstagabend aussieht, dann wird man für die Tendenz in der Saison auch schon wieder um einiges schlauer sein.

Für das Spiel in Kiel sei aus aktuellem Anlass noch dieser Hinweis des Fanladens an alle Auswärtsfahrer verlinkt.

Kommen wir daher recht schnell zu:

Und sonst so…

Das Blindenfußball-Team ist Deutscher Meister!
Wie geil das doch ist… und wie schade, dass die Ehrung am Samstag im Stadion “nur” von Trainer Wolf in Empfang genommen werden konnte, da das Team ja beim gleichzeitig stattfindenden Turnier weilte. Ich hoffe, dies wird bei einem der nächsten Heimspiele auch nochmal für alle nachgeholt.
(P.S.: Man munkelt, dies geschieht schon kommenden Samstag.)

Am Wochenende gab es dann in Fußball-Deutschland gleich zwei Geschehnisse, die regeltechnisch “interessant” sind.
Zum Einen einen Vofall in Liga 3, als der SV Meppen bei Carl-Zeiss Jena mit 2:0 führte und sich nach einem Zweikampf ein Jenenser auf dem Boden wand, was einen Meppener Spieler dazu brachte inne zu halten und vom Schiedsrichter eine Unterbrechung zu erwarten.
Allein: Diese Erwartung wurde nicht befriedigt, Jena reagierte hier [Beschreibung Deiner Wahl zwischen Clever, Unfair, Scheiße oder weiteren Wörtern einsetzen] und erzielte das 1:2. Um es dann in die Rubrik “Geschichten, die nur der Fußball schreibt (und alle anderen Ballsportarten)!” zu packen, erzielte jener Spieler (Sören Eismann) dann später auch noch das 2:2.

Anzuschauen ist das Ganze hier:

Meine ganz subjektive Einschätzung dazu:
Regeltechnisch ist das Ganze eindeutig: Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel – solange er dies nicht tut, darf Eismann natürlich auch ein Tor schießen.
Jetzt kommen wir aber zur moralischen Debatte, die ist da schon schwieriger.
In einer perfekten Welt würde Eismann dies natürlich nicht tun – und wenn doch, würden anschließend seine Mitspieler brav beiseite treten, um Meppen den Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen zu lassen.
Nun sind wir aber nicht in einer perfekten Welt, sondern im Business Profifußball. Ja, auch in der 3.Liga.
Und da unterstelle ich grundsätzlich erst mal allen Spielern Berechnung bei jeder Aktion. Nun würde ich nicht so weit gehen, dem Meppener Dummheit zu unterstellen oder Eismann für seine “Cleverness” zu loben – nur die Ansage “Schiedsrichter unterbricht gegebenenfalls, wenn dies für nötig gehalten wird” gilt halt nicht erst seit dieser Saison.
Umgekehrt ist es eben auch möglich, diese “Verletzungspause” aus Meppener Sicht mehr als Willkommen zu heißen, und daher ohne rechte Not eine Unterbrechung zu fordern – weil man ja führt und jede Unterbrechung die Uhr weiter runterlaufen lässt.
Will sagen: Hätte der Meppener hier auch den Schiedsrichter um eine Unterbrechung gebeten, wenn man selbst bspw. mit einem Tor zurückgelegen hätte?
Hypothetisch… und würde man ihn fragen, würde er dies natürlich bejahen und das wäre ja auch wunderschön.
Umgekehrt hätte Eismann diese Aktion bei einer 2:0-Führung vielleicht nicht durchgezogen… Hypothetisch.

Der Meppener hätte hier den Ball ins Aus schießen können, dann wäre uns diese Diskussion erspart geblieben. Jetzt steht er als der Depp da, was mir für ihn sehr leid tut, und ich unterstelle ihm hier auch noch niedere Motive bei seiner Aktion.
So weit ist es also schon gekommen, mit der Glaubwürdigkeit im Fußball.
Bleibt zu hoffen, dass Spieler zukünftig solche Aktionen vermeiden – und damit meine ich natürlich weniger jenen Meppener (dessen Namen ich hier absichtlich nicht nenne), sondern selbstredend Sören Eismann.
Wenn Spieler aber zukünftig Bälle in solchen Situationen konsequenter ins Aus spielen oder eben weiterspielen, sollte sich dies auch von selbst ergeben.

Als Schiedsrichter ist solch eine Situation natürlich auch immer undankbar und man nimmt es dann gerne an, wenn ein Spieler den Ball ins Aus spielt, ehe man vorschnell einer Mannschaft einen eventuellen Vorteil nimmt.
Auf den Dorfplätzen auf denen ich mein Unwesen als Schiedsrichter treibe, verfahre ich in aller Regel so, dass ich immer dann unterbreche, wenn irgendwas im Oberkörperbereich passiert ist oder die Verletzung im Fuß-/Knie-Bereich so schlimm erscheint, dass sofortige Hilfe nötig erscheint. Klar ist aber auch: Der Schiedsrichter ist in aller Regel (ebenso wie die anderen Spieler) kein Arzt und im Zweifel sollte natürlich die Gesundheit des Spielers im Vordergrund stehen.
Ansonsten gehören Kontakte / Berührungen aber eben auch zum Fußball irgendwie dazu und die Spieler stehen meist wenige Sekunden später wieder.
Im konkreten Fall hätte der Schiedsrichter natürlich immer noch unterbrechen können, als Eismann sich den Ball schnappte – zumindest wäre diese Diskussion dann anders verlaufen.

Der zweite Aufreger wird medial dann noch etwas höher gekocht: Der Videobeweis bei Borussia Dortmund gegen den 1.FC Köln.
Eine Ecke, Zwei-/Dreikampf ein Pfiff, ein Tor. Leider in der Reihenfolge.
Blöd (und schwer nachvollziehbar, zugegeben), dass der Video-Assistent (Felix Brych) offensichtlich den Pfiff nicht registriert hat, sonst hätte er natürlich Schiedsrichter Patrick Ittrich nicht auf diese Art und Weise korrigiert, denn mit dem erfolgten Pfiff war das Spiel unterbrochen, das Tor hätte nicht zählen dürfen.
Was nun einigermaßen erstaunlich ist (und hoffentlich schnellstens korrigiert wird):
Dieser Fehler konnte nur dadurch entstehen, dass dem Video-Assistenten kein Ton zur Verfügung steht (Quelle: u.a. effzeh.com, im Interview mit Collinas Erbe Alex Feuerherdt).
Und Patrick Ittrich dürfte in der Situation auf den Zweikampf Sokratis/Horn konzentriert und mit seiner Entscheidungsfindung beschäftigt gewesen sein, so dass er dann, als er die Entscheidung getroffen hatte, nicht mehr darauf achtete ob der Ball nun vor, während oder nach seinem Pfiff die Linie überquerte.
Fatal, falsch und ärgerlich, weil so vermeidbar.
Ob das nun ein Wiederholungsspiel zur Folge haben wird? Denkbar, aber unwahrscheinlich, im Zweifel weil Ittrichs Wahrnehmung, der Ball hätte die Linie vor seinem Pfiff überquert, hier als “Tatsachenentscheidung” stehenbleiben dürfte.
Wenn daraus aber nun folgt, dass zumindest ab sofort optional ein Ton für den VAR (Video Assistant Referee) verfügbar ist, so hat dies zumindest sein Gutes – wenn auch schmerzhaft für den 1.FC Köln errungen.
Ob der Protest des 1.FC Köln angesichts einer 5:0-Niederlage “moralisch” okay ist? Nun, ein Regelverstoß (so es denn einer ist) ist unabhängig vom Ergebnis immer ein Protestgrund – und so komisch Fußball manchmal auch ist, aber wenn das 2:0 nicht fällt, geht das Spiel eben nicht zwingend nur 4:0 aus, sondern vielleicht ganz anders. So unwahrscheinlich dies auch erscheinen mag.
Verstehen kann ich die Kölner da also schon – ob sie Recht bekommen sollten (und werden) kann ja zum Glück das beliebte Sportgericht unseres tollen Verbandes klären.

Generell: Die offenbar teilweise vorherrschende Erwartungshaltung “Mit Videobeweis gibt es keine Fehlentscheidungen mehr!” war mir von Anfang an unbegreifbar.
Natürlich wird es weiterhin Diskussionen geben, ab und an sogar Fehler.
Mit dem Videobeweis aber wird ein Großteil der klaren(!) Fehler verhindert werden können. Und es ist auch immer noch eine Testphase, dies wird ja auch gerne vergessen.

Verein am Wochenende

Die Blindenfußballer spielten das “Keep Your Mind Wide Open”-Masters am Borgweg aus und holten da einen 2.Platz, im 8er-Turnier gab man sich am Ende nur einer All-Star-Auswahl knapp geschlagen.
Nochmals die allerfettesten Glückwünsche zur Deutschen Meisterschaft, wer es noch nicht getan hat sollte sich durch die vielen Fotos und Videos auf der Facebook-Seite des Teams klicken.
Besonders empfohlen seien natürlich Text und Bilder von Stefan Groenveld.

Die 1.Frauen hingegen wollten sich gegen die II. des SV Meppens im zweiten Spiel den zweiten Saisonsieg holen… sah mit dem 1:0 durch Nina Philipp auch ganz gut aus, ehe das Spiel wegen Gewitter leider abgebrochen werden musste.
Wiederholung folgt.
Am kommenden Sonntag geht es zur II. des SV Henstedt-Ulzburg, Anstoß am Schäferkampsweg ist um 14.00h.

Mit zwölf Punkten aus sieben Spielen hat die U23 einen ziemlich guten Saisonstart in der Regionalliga erwischt, die Punkte zehn bis zwölf kamen am Sonntag durch das 1:0 gegen Aufsteiger Eutin 08 zusammen, Torschütze vor 217 Zuschauern in Norderstedt war Irwin Pfeiffer in der 67.Minute.

Die U19 holte im sechsten Spiel den dritten Sieg und steht mit neun Punkten nun im gesicherten Mittelfeld. Der Sieg gelang mit 4:0 bei Dynamo Dresden, am kommenden Samstag geht es um 13.00h am Königskinderweg gegen den SV Werder.

Die U17 hingegen unterlag jenem SV Werder, dem Tabellenführer, zuhause mit 0:5 und hat nach sechs Spielen nun erst sieben Punkte und muss vorsichtig nach unten schauen.
Mit Wolfsburg, dem hsv, Werder, Hannover und Hertha hat man hier aber auch schon gegen fünf der aktuell ersten Sechs gespielt, die kommenden Gegner könnten also machbarer sein. Am kommenden Sonntag geht es beispielsweise um 12.00h zu Dynamo Dresden.

Noch ein Blick auf die 4.Herren, die ab sofort als 5.Herren fungiert:
In der Kreisliga 2 wurde am Wochenende bei Hammonia II mit 6:2 gewonnen, mit 14 Punkten aus acht Spielen steht das Team aktuell auf Platz 4.

Handball
Es war Saisonauftakt in der Budapester Straße und die beiden Oberliga-Teams baten zum Heimspieltag.
Um 18.00h warf die 1.Frauen ein 23:21 gegen die HSG OKT heraus… ja, HSG steht für Handballspielgemeinschaft und OKT für Owschlag – Kropp – Tetenhusen. Dies alles ausgeschrieben auf einem Fanfreundschaftsschal mit einer der zahlreichen anderen Spielgemeinschaften, und der Hals ist dauerhaft warm.
Weiter geht es am Sonntag um 17.30h beim TuS Esingen, Saisonauftakt also geglückt.

Gleiches gilt für die 1.Männer, die den Preetzer TSV gleich mit 37:25 nach Hause schickten.
Am kommenden Samstag geht es um 20.00h bei der SG Hamburg-Nord weiter.

// Frodo

Links:
– Bericht Nice Guys: #SenfDazu42
– Bericht Magischer FC: “Wir haben Fragen… und einige Antworten
– Bilder Stefan Groenveld: “Im Viererpack preiswerter
– FCSP Athens Southend Scum: “Matchday 6” (English)

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