2.Spieltag (H) – SG Dynamo Dresden

FC St.Pauli – SG Dynamo Dresden 2:2 (1:1)
Tore: 1:0 Christopher Buchtmann (22.), 1:1 Marco Hartmann (29.), 2:1 Christopher Buchtmann (69.), 2:2 Lucas Röser (73.)
Zuschauer: 28.699 (ca. 800 Gästefans)

Tja, schon wieder nichts mit der 102-Punkte-Saison.
Und nächstes Jahr in Liga 1 wird es ja noch schwieriger.
Aber der Sieg im DFB-Pokal ist weiter erreichbar, also immer weiter Positiv denken.
Und: Es hat sich schon wieder keiner verletzt.
Und: Jetzt schon 130 Tage ohne Niederlage (zuletzt: Ende März, in Aue), damit über 100 Tage mehr als der FC Bayern!

Okay, mal ernsthaft: Vier Punkte nach zwei Spielen. Vier mehr als letzte Saison nach drei Spielen, vielleicht einer mehr als man vor dieser Saison erwartete, zwei weniger als man nach dem Spiel in Bochum erhoffte.
Alles im Rahmen, wunderbar.
Weitermachen.

Verabschiedungen

Der Abend begann mit ein bisschen Wehmut, denn neben Sören Gonther wurde auch Dennis Rosin verabschiedet, der bekanntlich ab sofort bei Werders U23 die Buffer schnürt, nachdem er dies über sieben Jahren in den U-Mannschaften des FC St.Pauli getan hatte.
Nach wie vor ein Abgang, der mir perspektivisch sehr leid tut, für ihn aber sicher aufgrund der Spielpraxis in Liga 3 der absolut richtige Schritt ist.
Mal schauen, wie es bei ihm weitergeht, ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die 3.Liga auf Sicht nur eine Zwischenstation für ihn ist.

NoG20

Es gab zahlreiche Tapeten und Transparente zum Thema, die man hoffentlich noch auf zahlreichen Seiten anschauen kann.

Immer wieder schön, dass dies derart zum Selbstverständnis unseres Vereins und unserer Fanszene gehört, und es (fast) keine “Lasst doch die Politik aus den Stadien!“-Spinner gibt.

Lustig wird es immer dann, wenn andere Fanszenen, die dieses “Unpolitische” sonst für sich proklamieren, in der Auseinandersetzung mit dem DFB und/oder der Polizei eben genau diese Politik dann doch auch ins Stadion bringen, es aber natürlich für etwas völlig anderes halten.

Gästeblock

Man erwartet bei einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden einen prall gefüllten und lautstarken Gästeblock – ja, auch an einem Montagabend wäre dies normalerweise so.
Nun kam bereits vor der Partie die Ankündigung des Vereins, dass Dynamo sein Gästekontingent nicht annähernd ausgeschöpft hat, nur etwa 800 Fans hatten ein Ticket für das Millerntor erworben.

Hintergrund: Aufgrund immensen Drucks des DFB auf Dynamo Dresden, hat der Verein sich dazu entschieden, ein neues Verkaufsprozedere einzuführen:
Nur Vereinsmitglieder konnten sich für einen Voucher für das Millerntor bewerben.
Voucher? Ja, korrekt… dieser musste dann in Hamburg bei Dynamo-Mitarbeitern direkt vor dem Gästeblock gegen Vorlage des Personalausweises gegen eine Eintrittskarte umgetauscht werden und man musste dann auch postwendend in den Block, damit man die Karte nicht mehr weitergeben konnte.
Die Tageskassen waren nicht geöffnet.

Tja, schwieriges Thema.
Voucherfreie Tickets, auch für Sucksen!” hieß es auf einer Tapete in der Gegengeraden, bei solchen Szenarien steht man als Fußballfan natürlich solidarisch zur Seite, auch wenn einen sonst mit der anderen Fanszene eher wenig bis gar nichts verbindet.
Der DFB hetzt, die Vereinsführung knickt ein – Schluß mit den Strafen!” schrieb USP zur Halbzeit.
Es dürfte den meisten bis allen Lesern dieses Blogs klar sein, dass Dynamo ein größeres Problem durch DFB-Strafen hat, als der FC St.Pauli, insbesondere durch Vorfälle bei Auswärtsspielen. Und natürlich auch, dass man nicht völlig Unschuldig in diese Situation kam.
Genau so klar sollte aber hoffentlich auch Allen sein, dass personalisierte Tickets hierbei wenig helfen werden. Was genau möchte der Verein denn machen, wenn da jetzt 2.500 Datensätze vorliegen, und dann wasauchimmer passiert? Was genau soll da verhindern, dass pöse Dinge wie das Zünden von Pyro-Technik geschehen?
Oder zieht man dann wahllos einen Namen aus den 2.500 Datensätzen und der wird dann bestraft?
Ach, man bestraft Verursachergerecht, wenn man denjenigen überführt? Wofür dann personalisierte Tickets?
Oder man macht das nur, um dem DFB dann zeigen zu können, dass man alles versucht hat?

Schwieriges Thema, in dem der Verein sich wahrscheinlich hilflos als Spielball des DFB sieht. Viele Fans verurteilen, dass der Verein sich dieses Vorgehen selbst auferlegt hat – andererseits wäre es wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der DFB es vorgeschrieben hätte.

Bleibt die Frage, wie eine sinnvollere Lösung ausgesehen hätte?

Weiter wie bisher?
Aus Sicht der Fans wohl schon.
Aus Sicht des Vereins nur mit Bauchschmerzen.
Aus Sicht des DFB hingegen unmöglich – nur von dem kommt eben außer (sinn- und wirkungslosen) Kollektivstrafen auch nichts konstruktives zur Problemlösung, außer die Spirale immer weiter zu drehen.
Oder solch aberwitzige Beschlüsse zu fassen, die dann in der Konsequenz zu einem DFB-Pokalspiel der TuS Koblenz gegen Dynamo Dresden in Zwickau führen oder einem “Heimspiel” der Würzburger Kickers gegen Werder in Offenbach, weil man von seinem strikten Zeitplan nicht geringfügig abweichen konnte.
Alle bescheuert.

Und “Krieg dem DFB” mag martialisch klingen und die falsche Wortwahl sein, ist in der Sache aber alternativlos.
Ob es noch was bringt? Eine andere Frage, die hier zu weit führt.

Es bleibt abzuwarten, wer in der Dresdner Ticketgeschichte am Ende den längeren Atem hat.
Der Verein, der dann bei entsprechenden Spielen auf Gästesupport mehr oder weniger verzichtet?
Oder die Fanszene, die den Auswärtsspielen dann wohl dauerhaft fern bleiben müsste?

Am Millerntor hätten sich (bei allen inhaltlichen Differenzen mit der Dynamo Fanszene) gestern jedenfalls wohl fast alle einen vollen Gästeblock mit entsprechendem Support gewünscht, das gehört einfach dazu.
Schade.

Das Spiel

Jeremy Dudziak ersetzte Schnecke Kalla (Fußballgott), ansonsten startete die gleiche Elf wie schon in Bochum.
Und wie auch schon in Bochum war die Gastmannschaft das etwas bessere Team, St.Pauli tat sich anfangs etwas schwer ins Spiel zu finden.
Waren in Bochum gefühlte 99% der “zweiten Bälle” in den ersten 25 Minuten unsere, so zeigte sich gestern Dynamo irgendwie wacher und entschlossener.

Etwas aus dem Nichts heraus führte dann einer der wenigen sauber gespielten Angriffe doch zur Führung, am Ende dank einer Einzelaktion des erneut sehr starken Christopher Buchtmann.
Verdient dann aber auch der Ausgleich der Dresdener, wenn auch natürlich begünstigt von einer vogelwilden Abwehr in Braun-Weiß.

In Halbzeit zwei wandelte sich das Bild, St.Pauli jetzt entschlossener, auch getragen von den Rängen. Die Führung (erneut durch Buchtmann) hatte sich dieses Mal absolut angedeutet und dank Zauberpass von Buchtmann erzielte Allagui gar das 3:1 – dachten viele. Das Gespann um Guido Winkmann entschied jedoch auf Abseits – und wirklich zweifelsfrei auflösen lässt sich das auch am TV nicht.

Stattdessen also der Ausgleich, nach Abwehrpatzer bei Tor 1 jetzt ein Torwartfehler bei Tor 2, sehr ärgerlich. Klar, den hält der Skyman im Normalfall fest und nichts passiert – hier lässt er ihn leider prallen und Lucas Röser ist schneller da als unsere Abwehrspieler.
Blöd, passiert. Weitermachen.

Danach passierte aber nicht mehr viel und unterm Strich geht der Punkt auch in Ordnung.

Stimmung 

Wie schon oben erwähnt: Gerade bei solchen Spielen wächst man auch auf den Rängen gerne am Gegner – was hier leider nicht möglich war.
Trotzdem ein solider Saisonauftakt, in Hälfte zwei sogar aus meiner Sicht gut, auch wenn natürlich immer noch Luft nach oben ist.

USP hatte ja vor dem Spiel zu einer neuen Konzentration auf den Heimsupport aufgerufen, zumindest der Mitmachanteil in der Süd wirkte für mich so, als hätten es die meisten gelesen.
Und es gab durchaus mehrere Situationen, in denen Gegengerade und Süd unabhängig voneinander verschieden Lieder sangen.

Da kann man drauf aufbauen.

 

Jetzt geht es am kommenden Montag (Danke, DFB) zum Pokalspiel nach Paderborn, ehe uns am Freitag drauf in der Liga Darmstadt empfängt (Danke, DFL).
Zwei Siege – und die Sonne strahlt.
Zwei Niederlagen – und alles ist scheiße.
Ist es nicht schön, dass der Fußball wieder da ist, und man sich über solche Dinge Gedanken machen kann? // Frodo

P.S. Morgen, Mittwoch, 18.30h(Achtung, vorverlegt!), Königskinderweg:
U19 DFB-Pokal, FCSP – SV Werder Bremen
Alle hin da!

Links:
– Fotos Stefan Groenveld “Zwischen Aaargh und ist ok so
– Podcast: Vor dem Spiel // Nach dem Spiel
– Magischer FC: “And justice… not for all
– Athens South End Scum: “Matchday 02” (English)
– Kiezkicker: “Neue Leuchtbanden am Millerntor
– Nice Guys St.Pauli: “senfdazu 40
– Sax Stadtmagazin (Dynamo): “Friedlich Schiedlich
– Beebleblox: “Luft nach oben
– KonBon: “Gerechtes 2:2 am Millerntor
– Susammelsurium: “Glaube, Liebe, Honig

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1.Spieltag (A) – VfL Bochum (+KRC Genk und Stoke City)

VfL Bochum – FC St.Pauli 0:1 (0:0)
Tor: 0:1 Christopher Buchtmann (65.)
Zuschauer: 27.350 (ca. 3.500 St.Paulianer)

Es war der Tag des Déjà-vu.
Zum Einen, weil ja gerade erst am 34.Spieltag eine eindrucksvolle Rückrunde in Bochum mit einem Auswärtssieg und einem bestens aufgelegten Gästeblock in einem vollen Stadion abgeschlossen wurde.

Zum Anderen aber, weil man sich an die letzte Saison zurückerinnern konnte:
Auftaktspiel im großen Rahmen bei einem (selbsternannten) Aufstiegsfavoriten.
Damals im Montagsspiel beim VfB Stuttgart, dieses Mal im “Saisoneröffnungsspiel” der DFL. Damals mit einer bärenstarken 1.Halbzeit, die (nur) mit einer 1:0-Führung belohnt wurde, dieses Mal mit fantastischen ersten 25 Minuten, nach denen es nur 0:0 stand.

Hier aber endet das Déjà-vu.
Denn während letzte Saison vergessen wurde den Sack zuzumachen und man sich sehr unglücklich dem VfB am Ende 2:1 geschlagen gab und in eine furchtbare Hinrunde marschierte, hatte man dieses Mal das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite und holte den 1:0-Auswärtssieg.
Lest diese Worte (copyright by @Hollywood1910):

“Der Fußballgott hat Großes mit uns vor!”

Doch beginnen wir mit der Eröffnungsshow der DFL.
Bereits in den letzten Jahren hatte es Derartiges schon immer gegeben, das Klima zwischen Verband und Fans war auch da schon immer nicht das allerbeste gewesen, aber man hatte das wohl noch irgendwie erduldet.
In der letzten Saison wurde die viel beschworene überdrehte Schraube dann aber wohl zu sehr durchgenudelt und nun rotiert sie fröhlich vor sich hin.
Helene Fischer beim Pokalfinale – Chinas U20 in der Regionalliga – Vereine die sich wild auf Marketingtouren durch die Kontinente wühlen, um gleichzeitig über die Belastung einer 1.DFB-Pokalrunde jammern – dazu die ständige Gängelung der DFB-Strafgerichtsbarkeit – irgendwann reicht es halt auch dem genügsamsten Fußballfan.
Und dann pfeift er, was anderes bleibt ihm ja auch kaum.

Dies traf an jenem Abend dann eben irgendwelche Jugendlichen, die da in Bochum tapfer die 18 Zweitligawappen künstlerisch wertvoll durch die Gegend trugen – ich hoffe, die konnten zwischen der Kritik an ihrer Darbietung und der am DFB/DFL unterscheiden. War nicht persönlich gemeint.

Und dann ging es endlich los – und wie!
Die ersten zwanzig Minuten waren ein Feuerwerk, schon nach zwei Minuten hätte Bernd Nehrig (neuer Mannschaftskapitän) das 0:1 erzielen müssen – und irgendwie setzte sich bei mir ein “Wenn sich das mal nicht rächt…” fest.
Der spätere Teil der ersten Hälfte gestaltete sich ausgeglichener und auch Bochum kam zu einer 100%igen, die Robin Himmelmann im Eins-gegen-Eins verhindern konnte.

Aus der Pause kam Bochum dann stark verbessert und mehrfach lag jetzt die Heimführung in der Luft – bis Bernd Nehrig etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball eroberte und Mats Møller Dæhli mit einem Traumpass Sami Allagui auf die Reise schickte.
Der verzögerte kurz, legte ab auf Christopher Buchtmann und der schob überlegt zur Führung ein.
Boom! Gästeblock Eskalation!

“Hier im Ruhrgebiet – feiern wir den Auswärtssieg!”
Déjà-vu, ich schrieb es schon.

Der Treffer zog Bochum gleichzeitig irgendwie den Stecker oder ließ unsere Jungs nochmal innerlich zehn Zentimeter wachsen, denn wirklich gefährlich wurde es anschließend nicht mehr und wir spielten die Führung recht sicher nach Hause.

Wie erwähnt: Spielerisch und vom Verlauf der Feldüberlegenheit in verschiedenen Spielabschnitten ein recht ähnlicher Verlauf wie letzte Saison am 1.Spieltag in Stuttgart.
Ergebnistechnisch aber natürlich eine gänzlich andere Welt.
Nun geht es mit drei Punkten ins Heimspiel gegen Dynamo Dresden, letztes Jahr stand man vor dem Heimspiel gegen Braunschweig bereits eher unter Druck – der Rest ist bekannt. Mal schauen, wie es diese Saison weitergeht.

KRC Genk – Waasland-Beveren 3:3 (0:1)

Wenn man schon in der Gegend ist, kann man in den Sommerferien ja auch gleich ne Papa&Sohn-Tour draus machen.
Also Übernachtung gebucht, Samstags Karl-May-Festspiele in Elspe – und dann für Samstag Abend noch nach einer Alternative gesucht.
Zunächst war das Viertelfinale der DFB-Frauen in Rotterdam in der Verlosung – allerdings war das tickettechnisch etwas schwierig und wäre zeitlich auch knapp geworden. Im Nachhinein aufgrund der dortigen Spielabsage wegen Regens natürlich Glück für uns, dass wir uns für was anderes entschieden.

1.Liga in Belgien, für mich Länderpunkt 15, für Junior der erste außerhalb Deutschlands.
Genk, letztes Jahr durch die “Gen-Derbys” gegen Gent in der Europa-League etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, verpasste im “etwas” unübersichtlichen Belgischen Ligasystem die erneute Qualifikation für die EuropaLeague nur knapp, der Gegner aus Waasland-Beveren hingegen deutlich.

Die Ticketpreise in Belgien sind verhältnismäßig günstig, für Sitzplätze mittig unten auf der Gegengerade zahlt man 23€ für Erwachsene und 12€ für Kinder, zumindest bei Genk konnte man das auch bequem online und per Print-at-home Ticket erledigen.
Danke an Patrick und Nina fürs Ausdrucken der Tickets, da wir uns erst auf der Autobahn nach Bochum für den Besuch in Belgien entschieden und die beiden uns die Zettel in Bochum überreichten. Von ihnen erfuhren wir auch, dass es als Auswärtsfan in Belgien in aller Regel keine Möglichkeit gibt, “nur mal so” irgendwie zum Spiel zu fahren, die Anreise muss immer über die offizielle Busfahrt des Gastvereins erfolgen, nur dann gibt es auch Tickets.

Das Stadion ist dann eine dieser modernen Fußball-Arenen, mit 25.000 Plätzen, davon knapp 4.200 Stehplätze im Unterrang der Heimkurve.
13.545 war an diesem Abend die offizielle Zuschauerzahl.
Die Einlasssituation war entspannt, zumindest auf unserer Tribüne ging man durch ein Drehgitter und wurde nicht weiter abgetastet.

Spielerisch war das jetzt vom Niveau nichts, was im Vergleich zum Abend zuvor irgendwie hervorstach, Junior fällte am Ende lediglich das Urteil, dass hier alles etwas ruppiger zuginge.

Vom Unterhaltungswert aber ging hier einiges:
Der klare Außenseiter aus Waasland-Beveren war die deutlich effektivere Mannschaft, nahezu jeder Angriff strahlte auch eine gewisse Gefahr aus, was man von Genk nicht behaupten konnte. Der Führungstreffer kurz vor der Pause war die logische Konsequenz und eigentlich war die Führung dann noch mindestens ein Tor zu gering.
Nach der Pause dann schnell das 2:0 und das Ding schien durch. Genk mausetot und uninspiriert, bocklos, nach dem Pfeifkonzert zur Pause jetzt auch erste Pfiffe im laufenden Spiel.

Aber dann: Fußball, Ihr kennt das.
70.Minute, der Anschluss aus dem Nichts… plötzlich wieder Feuer auf den Rängen, ein Ruck geht durchs Team.
80.Minute, Ausgleich!
82.Minute, die Führung für Genk, das Stadion steht Kopf, Fassungslosigkeit im Gästeblock.

Und dann:
90. +2, der Ausgleich, 3:3, Abpfiff.

Tjoa, kann man mal so machen. Als neutraler Besucher jedenfalls ein interessantes Spiel.

Die Stimmung im Stadion war okay, Gesänge und Melodien entsprachen zu 90% dem, was man auch aus Deutschen Stadien so kennt, beschränken sich aber komplett auf den Stehbereich. Gästesupport fand vereinzelt statt, war aber zu leise um bei uns anzukommen.
Mit Abpfiff war das Stadion dann aber auch ziemlich schnell leer, wirklich zu feiern gab es ja aber auch nichts.

(Welchen Stellenwert der Belgische Profifußball so hat, sieht man u.a. auch daran, dass auf der Homepage des Gastvereins heute [Freitag] die Tabelle der Liga immer noch ohne den ersten Spieltag auskommt.)

FC St.Pauli – Stoke City 4:2 (2:1)

Ja, Testspiele, schon gut.
Und insbesondere wenn man sich die Aufstellung von Stoke anschaut und mit welcher (Nicht-)Einstellung deren Defensive ins Spiel gegangen ist, so kann man das Spiel dann von der Gewichtung her auch gleich abhaken.
Bester Nebenbeweis: Zeitgleich holte sogar Altona 93 ein 3:3 gegen West Ham.

Trotzdem kann man natürlich auch aus diesem Spiel positives ziehen, und sei es nur die Spielpraxis für Leute wie Litka, Park, Choi, Koglin, Schneider oder Neudecker.

Zur Kooperation mit Stoke im Allgemeinen: Abwarten… die “What’s in it for us?”-Frage scheint noch keine allzu klaren Punkte aufzuweisen, aber da mag uns die Zeit ja vielleicht noch Aufklärung liefern.
(Und was genau da so für Stoke bei rumkommen soll, weiß man ja auch noch nicht. Außer ein paar Allgemeinplätzen beider Vereine.)

Wichtigste Erkenntnis: Es hat sich keiner verletzt.
Und: Der Fußball-Romantiker in mir freute sich darüber, 90 Minuten lang Peter Crouch in “meinem” Stadion beim Fußballspielen zuzuschauen.

Links:
– Magischer FC: “Mal wieder Bochum
– KleinerTod: “2x Bochum, Saisonübergreifend
– FCSP SouthEnd Scum: “Matchday 01” (English)
– KonBon: “St.Pauli gewinnt in Bochum
– Podcast: Vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, Nach dem Spiel
Stoke Sentinel (English)
– MagischerFC: “Testspiel gegen Stoke City und Kooperationen

 

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2017/2018

“Endlich”, mag der ein oder andere denken, aber ich hab es dieses Jahr einfach nicht früher geschafft: Die Preisübersicht für Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 20112012201320142015 und 2016)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sechs Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2017: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Langsam aber sicher scheint die Einsicht einzukehren, dass die TV-Millionen die wichtigere Einnahmequelle sind und man mit vollen Stadien diese eher sichert, als mit weiteren Preiserhöhungen minimale Einnahmesteigerungen zu erzielen, die dauerhaft vielleicht eher zu einem Absatzrückgang führen könnten.
Will sagen: Von den 16 Vereinen, die bereits in der letzten Saison in der 1.Liga spielten, haben nur Drei (Frankfurt, Dortmund und Werder) die Preise erhöht. Bei zwölf Vereinen blieben die Preise gleich, beim SC Freiburg ist man (in Summe) sogar leicht mit dem Preis runtergegangen, aber auch dazu gleich etwas detaillierter.

Der durchschnittliche Stehplatz kostet aktuell 183€ und damit etwa 15€ mehr als bei der ersten Erfassung 2011. Knapp ein Euro Erhöhung pro Spiel in sechs Jahren, “Wucher” ist das nicht gerade, eher Inflationsausgleich.
Die Spanne reicht hier von 130€ (VfL Wolfsburg) bis 225,70€ (unser Nachbar).

Der “billigste” Sitzplatz ist für durchschnittlich 322,50€ zu erwerben, auch hier zeigt der Anstieg seit 2011 (302€) nur moderate Anhebungen.
Am wenigsten zahlt man dafür erneut in Wolfsburg (200€), dort sogar weniger als beim Nachbarn und in Dortmund für einen Stehplatz. Der teuerste “billige” Sitz ist in Freiburg für 415€ zu erwerben, allerdings ist dies immerhin 50€ günstiger als in der Vorsaison.
Wie oben erwähnt ist der “schlechteste” Platz in Freiburg aber natürlich auch immer noch um einiges näher am Feld als in den größeren Arenen.
Und wo wir schon bei Freiburg sind: Diese günstigeren Karten im Vergleich zum Vorjahr erscheinen als Europa-League Qualifikant erstaunlich, allerdings hat man im Ausgleich dafür die Stehplatzkarten um 10€ erhöht (195€ statt 185€).

Der “beste” Sitzplatz (Gegengerade) kostet durchschnittlich 666€ (2011: 595€) und auch hier gewinnt der VfL Wolfsburg mit 400€ den Titel für das preisgünstigste Ticket.
Den teuersten Platz der Liga (ohne VIP / Business-Seats) auf der Gegengerade genießt man bei unseren Nachbarn in der Arena, deren Namensrechte aktuell Klaus-Michael Kühne besitzt. 806,70€ zahlt man dort für einen besonders guten Blick auf das Grün.

Anmerkungen zu den einzelnen Vereinen:
Bei Hannover 96 sind die 5% Rabatt für Dauerkarten-Besitzer der Vorsaison erneut berücksichtigt, wie auch in den Jahren zuvor. Nachdem man für die 2.Liga die Preise um 20% gesenkt hatte, ging man jetzt exakt auf den vorherigen Erstligapreis zurück. Lediglich die teuerste Kategorie ist 5€ günstiger als damals.

Der zweite Aufsteiger, VfB Stuttgart, schließt sich der Preispolitik von Hannover an und setzt (nach 23% “Ermäßigung” für ein Jahr 2.Liga) die Preise wieder auf das Erstliganiveau von vor zwei Jahren zurück. Lediglich die Stehplatzdauerkarte ist 50 Cent günstiger geworden.

Beim 1.FC Köln wurde ein optionales neues Modell “LIGAplus”, inkl. Europa- und DFB-Pokal und Relegation (!) eingeführt, per Lastschrift wird dann die jeweilige Partie auf der Karte freigeschaltet, immerhin 10% günstiger als das jeweilige Einzelticket.
(Hallo FC St.Pauli, ich will das auch… wenn auch vorerst noch ohne Europapokal.)

Last but not least erwähnenswert: Eintracht Frankfurt erhöht – und zwar sehr unterschiedlich. Während im Stehplatz von 159€ auf 180€ erhöht wird (13,2%), zahlt man in der Kategorie 1 nur 1,6% mehr, der Preis steigt von 790€ auf 803€.
Mit diesen Erhöhungen um Kategorieübergreifende 6% holt die Eintracht dann auch den durch den Abstieg von Darmstadt 98 vakant gewordenen Titel, herzlichen Glückwunsch!

Erhöhungsmeister der Saison ist allerdings der SV Werder Bremen, der in allen Kategorien etwa gleichmäßig um 9% anzog.
Die Stehplatzkarte kostet jetzt 195€ statt 180€ (8,33%), in den beiden Sitzplatzkategorien ging es von 285€ auf 310€ bzw. 670€ auf 730€.

Schaut man sich die Preisentwicklung der letzten Jahre an, so fällt auf:
Meine erste Erfassung war 2011/2012 – und da spielten bereits 16 der aktuellen Bundesligisten auch in dieser Liga. Lediglich RaBa Leipzig und Eintracht Frankfurt waren damals nicht dabei (stattdessen: Nürnberg und Kaiserslautern).
Ziemlich ernüchternd, so als Fan eines Zweitligisten.

Und von diesen 16 Vereinen haben vier Vereine die Preise gegenüber 2011 sogar leicht (Schalke, 2%) oder deutlich gesenkt: Hoffenheim (9%), Mainz (10%) und Wolfsburg (17%).
Klar, dies mag völlig unterschiedliche Gründe haben (bei Schalke zum Beispiel ein ziemlicher (geplanter) Anstieg über die Jahre bis eben 2011), aber Zahlen lügen nun mal nicht.
Bei Stuttgart, Hannover (je 2%) und Köln (8%) liegen die Steigerungen seitdem noch im einstelligen Prozentbereich, die meisten Clubs liegen zwischen 10 und 20%.
“Spitzenreiter” in der Erhöhung seit 2011 sind hier Werder (20%), Mönchengladbach (21%) und der hsv (22%).

Die Zahlen im Einzelnen:

Dauerkartenpreise 2017/2018 – 1.Fußball Bundesliga

2.Bundesliga

Völlig anders stellt sich die 2.Liga auf, lediglich bei sechs Vereinen (Düsseldorf, Dresden, Braunschweig, St.Pauli, Lautern und Heidenheim) findet man die gleichen Preise wie letzte Saison.
Nur zwei Vereine erhöhen die Preise. Arminia Bielefeld zieht nach dem Klassenerhalt um 6% an, Union Berlin sogar um 13%, dazu unten im Detail mehr.
Und bei fünf Vereinen gab es sogar einen leichten (Aue, Nürnberg, je 2%), mittleren (Bochum, Sandhausen, je 7-8%) oder gar großen (Fürth, 19%) Preisrückgang.

Im Stehplatzbereich liegt der Durchschnittspreis bei 177€ und damit nur knapp unter dem Erstliganiveau.
Am günstigsten steht man dauerhaft in Fürth (130€), gefolgt von Sandhausen (150) und dem FC St.Pauli (153€).
Teuer ist das Stehen hingegen in Kiel (210€) und Aue (208€).
Erwähnenswert dürfte hier sein, dass Fürth das Ticket von 160€ auf 130€ heruntergeschraubt hat, ein Dankeschön an die Stehplatzkurve.

Günstig sitzen kann man im Schnitt für 306€ und damit auch nur etwa ein Euro pro Spiel günstiger als in Liga 1, bei oftmals natürlich dann in der Kategorie besserer Sicht dank kleinerer Stadien.
Die günstigste Karte gibt es in Fürth (204€, damit günstiger als der Stehplatz in Kiel und Aue), gefolgt von den größeren Stadien in Lautern (235€) und Nürnberg (240€).
Das andere Ende dieser Kategorie wird angeführt von Union Berlin (476€, damit auch noch deutlich teurer als der “billigste teure” Platz in Liga 1) sowie Jahn Regensburg (412,50€) und Arminia Bielefeld (412€, allerdings gilt der Preis hier für alle Kategorien, teurer wird es also nicht).

Beste Sitzplätze (i.d.R. Gegengerade, wenn nicht verfügbar dann mittig auf der Haupt) gibt es für durchschnittliche 471,50€ und hier ist dann eben doch ein “Klassenunterschied” zur 1.Liga (665€) erkennbar, verständlicherweise.
Hier führt der 1.FC Heidenheim die Kategorie mit 315€ an (es gibt in Heidenheim nur eine Preiskategorie für Sitzplätze, wie z.B. auch in Bielefeld), gefolgt von Fürth (350€) und Sandhausen (357€).
Richtig teuer sitzt man hingegen in Düsseldorf (690€), bei Union (680€) und in Dresden (595€).

Zu den einzelnen Vereinen:

Größter Erklärungsbedarf besteht diese Saison beim 1.FC Union Berlin, wo es aufgrund des geplanten Umbaus auch gleich zur einschneidensten Änderung kommt:
Das bisherige Vorkaufsrecht für Dauerkarteninhaber gilt ab 2018 nur noch dann, wenn man gleichzeitig auch Vereinsmitglied ist, so gesehen für bisherige Nicht-Mitglieder eine zusätzliche Preiserhöhung von 120€ für Vollzahler.
Darüber hinaus wurden die Dauerkarten ohnehin im Preis erhöht, da der bisherige Rabatt (Dauerkarte = 15x Einzelticket) wegfällt.
Wer also im letzten Jahr für eine Stehplatz-Dauerkarte (ohne Mitgliedschaft) 165€ bezahlte, zahlt diese Saison (noch ohne Mitgliedschaft) 187€ und ab nächster Saison (mit Mitgliedschaft) dann 307€.
Nun bin ich der Meinung, dass man als interessierter Fußballfan mit Dauerkarte auch Mitglied seines Vereins sein sollte, insbesondere wenn man in einem e.V. noch Mitspracherecht hat, allerdings ist dies natürlich im Einzelfall auch immer eine Kostenfrage.
Hintergründe gibt es dazu natürlich genug, insbesondere der geplante Ausbau und die dadurch verbundene Kartenknappheit. Wenn der Ausbau der Alten Försterei dann aber abgeschlossen ist, passen 37.000 Zuschauer ins Stadion und die Regelung mit “Vorkaufsrecht nur für Mitglieder” wird dann eventuell ja auch wieder zurückgenommen, mal schauen.
Und wer partout nicht Mitglied werden will, muss dies natürlich auch nicht, allerdings ist dann eben nicht garantiert, dass man auch in der nächsten Saison wieder eine Dauerkarte bekommt.

Ungewöhnliches auch beim VfL Bochum: Während man die Stehplatzkarte um 14€ erhöht (182€ statt 168€), sinkt der Preis für den günstigsten Sitzplatz von 378€ auf 350€ sowie die teurere Kategorie von 518€ auf 462€.

Beim 1.FC Nürnberg wurde der Preis lediglich im oberen Preissegment leicht nach unten angepasst, allerdings gab es eine weitere Änderung: Die Südkurve (=Gästekurve) bleibt im dort bisher ebenfalls verfügbaren Heimbereich aufgrund der geringen Auslastung ab sofort geschlossen. Wer dort bisher seine Dauerkarte hatte, wurde ohne Aufpreis umplatziert. (Für wie viele Jahre dieses “ohne Aufpreis” gilt, wird sich zeigen. Wahrscheinlich nur diese Saison, tippe ich mal.)

Ein besonderes Schmankerl für den Genussmenschen hat sich Jahn Regensburg ausgedacht: Wer Sitzplätze der teuersten Kategorie auswählt, kann gegen die einmalige Aufzahlung von 130€ für ein Spiel in den Business Club wechseln.
Beim Jahn lohnt natürlich auch der Vergleich zur letzten Zweitligazugehörigkeit, 2012/2013:
Die Preise wurden seitdem um ca. 26% erhöht – allerdings spielt man ja jetzt auch in einem neuen Stadion und die Stehplatzpreise sind im Vergleich zu damals sogar günstiger geworden (173€ statt 180€).

Während Holstein Kiel als Neuling erstmals erfasst wird und sich (auch aufgrund des kleinen Stadions) gleich mal im oberen Drittel einsortiert und mit 210€ die teuerste Zweitligastehplatzkarte anbietet (auch im Oberhaus sind nur zwei Vereine teurer), haben die beiden Erstligaabsteiger die Preise natürlich wieder angepasst.
Beim FC Ingolstadt und Darmstadt 98 zahlt man in dieser Saison etwa 21% weniger als letztes Jahr in der 1.Liga.
Am Böllenfalltor sind dies aber immerhin 27% mehr als in der letzten Zweitligasaison, beim FCI immerhin auch noch 18% mehr. Erstligaaufstiege verändern Preise natürlich durch das gestiegene Interesse also auch langfristig.

Der letzte Aufsteiger, MSV Duisburg, hat im Vergleich zur letzten Zweitligasaison (2015/2016) seine Preise um 5% reduziert.
Dies allerdings insbesondere in den Sitzplatzbereichen, denn der Stehplatz erhöhte sich von 168€ auf 182€.

Bleibt abschließend der langfristige Blick auf die Veränderungen seit 2011:
In Aue, Duisburg, Fürth und Bochum zahlt man heute annähernd (kategorienübergreifend) in etwa so viel wie 2011. In Lautern und Nürnberg zahlt man knapp 10% weniger, war allerdings damals eben auch noch in der 1.Liga.
Auf St.Pauli (16%), in Düsseldorf (28%), Dresden (34%) und Braunschweig (42%) wurden die Preise seitdem hingegen deutlicher angehoben, teils natürlich mit Stadionneu-/Umbau und/oder zwischenzeitlichem Aufstieg begründet.
Den Vogel schießt auch hier Union Berlin ab (72%), was aber wie oben erwähnt (und beim Umbau der Haupttribüne auch in den letzten Jahren schon häufig erläutert) seine Gründe hat.

Die Zahlen im Einzelnen:

Dauerkartenpreise 2017/2018 – 2.Fußball Bundesliga

3.Liga

Haha, nein, die fange ich zum Glück nicht neu an, da mein Verein den Klassenerhalt dann ja doch noch geschafft hat.
Allerdings gibt es die Übersicht mit nahezu identischen Kriterien jetzt neu bei Liga3-Online.de, Danke dafür.
So erfahren wir immerhin auch, dass der Running Gag der letzten Jahre, der SC Paderborn, die Preise dann nun nach dem Fast-Abstieg in die Regionalliga endlich mal angepasst hat.

// Frodo

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MT043 – MillernTon Live! – Saisonvorschau

Jungs und Mädels, das war der Hammer!

Wir hatten die leichte Befürchtung, da vor drei Leuten zu sitzen, die eigentlich zum Kauf eines RETTER-Shirts wollten und sich nur verlaufen hatten, doch es kam ganz anders.
Der Fanräume-Saal war prall gefüllt, über 50 Hörerinnen hatten sich auf den Weg gemacht, unsere Stimmen mal mit einem Gesicht zu verknüpfen.

Vielen Dank an alle, es war uns ein  Fest.
Vielen Dank natürlich auch an Ralph Gunesch, der an diesem Abend unser Gast war und über DAZN und seine Karriere als TV-Experte und/oder Trainer sprach und auch sonst zu den Themen einiges beitragen konnte.

Ansonsten haben wir uns mit der Saisonvorschau beschäftigt, haben über den Umgang mit Vereinsmitglied Andy Grote diskutiert und über die Nutzung von LED-Banden.

Das hat uns alles so viel Spaß gemacht, dass es sicher nicht die letzte Sendung vor Publikum war. Mehr als einmal pro Saison wollen wir uns den (dann doch vorhandenen) zeitlichen Mehraufwand gegenüber einer normalen Sendung dann wohl doch nicht antun und es gibt ja auch noch die Fanräume-Talkshow.

Apropos: Danke an unsere beiden Tresenkräfte Esther und Karsten, die dank Eurer Trinkbereitschaft dafür sorgten, dass wir die Getränkeeinnahmen in Höhe von 100€ je zur Hälfte an den Fanladen und Fanräume spenden konnten.

Und nun: Viel Spaß bei der Sendung und auf eine Saison, in der der Fußballgott ganz sicher Großes mit uns vor hat! // Maik

Termintipp:
– Ausstellung “Glaube, Liebe, Hoffnung – Thorsten Baering. Retrospektive

Links zur Sendung:
– Fanclub-Sprecherrat zum Thema: “Medienberichterstattung G20

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Rückblick auf die Prognose 2016 und neue Prophezeiung 2017

Hello again!
Wie schon in den letzten Jahren (2013, 2014, 2015, 2016) hab ich es natürlich mal wieder nicht geschafft, die Saisonprognose pünktlich und noch während der Saison auszuwerten.
So laufe ich also mal wieder hinterher, was aber den angenehmen Nebeneffekt hat, dass die Auswertung gleich mit erfolgen kann.

Für die neuen Saisonprognose bitte einmal ans Ende scrollen und die Fragen in die Kommentarbox kopieren. (Und beantworten, natürlich.)

Mit 70 Teilnehmern haben wir den Vorjahresrekord (79) knapp verpasst, aber einen wirklich Helden des Alltags hat das Ganze hervorgebracht:
@mannimturm schafft den Hattrick! Zum dritten Mal in Folge liegt er so weit daneben, dass er den letzten Platz belegt. Wahnsinn, die gesamte Redaktion verneigt sich vor so viel nachgewiesenermaßen abhanden gekommenen Fußballsachverstand.
Schaut ruhig trotzdem weiterhin bei Grenzenlos St.Pauli vorbei, über Fußball bloggen wir hier bei St.Pauli ja eh alle nicht wirklich in erster Linie.

Den Sieg belegte mit @peer_arne ein weiterer Twitter-User.
Mit Tabellenplatz Sechs nahe dran, Ausscheiden in Pokalrunde 2 korrekt, Aziz Bouhaddouz richtig und immerhin je zwei Vereine auf den Top und Flop 3 richtig getippt. Dies reichte für zwei Punkte Vorsprung auf Meinsinho und einen weiteren auf Marius Boll.
Weitere Details und die genaue Rangliste dann unten.
Ich melde mich bei Dir, als Preis gibt es für die kommende Saison den ÜS als PDF und Print frei Haus.

Zu den Fragen der abgelaufenen Saison:

Auf welchem Platz landet der FCSP am Ende dieser Saison?

Der durchschnittlich getippt Platz 5,06 weicht gar nicht so furchtbar weit vom tatsächlichen Platz 7 ab… wenn man sich aber natürlich den Saisonverlauf in Erinnerung ruft, hätte es natürlich auch sein können, dass TeddyTria mit seinem 16.Platz auch noch zu hoch gegriffen hätte.

Wie weit kommen wir im DFB-Pokal?

Gut, die Auslosung hatte ja schon den VfB Lübeck beschert, fast alle trauten uns da auch ein Weiterkommen zu.
Mit der durchschnittlich erwarteten “Runde 2,81” konnten wir dann aber leider doch nicht aufwarten, bekanntlich endete es in Runde 2 mit einem 0:2 gegen Hertha BSC.

Wer wird für den FCSP die meisten Tore in der Liga erzielen?

Große Einigkeit, die auch deutlich bestätigt wurde.
Satte 59x wurde Aziz Bouhaddouz genannt, der ja mit 15 Treffern auch deutlich vorne liegen sollte.
Immerhin noch sieben Mal wurde Fafa Picault(!) genannt, drei Mal Ryō Miyaichi.
Eine Stimme erhielt auch Marvin Ducksch genannt – aus Respekt vor dem Leser verschweige ich, wer es war.

Wer wird für den FCSP die meisten Vorlagen in der Liga geben?

Tja, ganz trauriges Thema: Ryō Miyaichi war hier mit 19 Nominierungen ganz weit vorne, leider wird er dieses Jahr wohl nicht mehr genannt werden. Mal wieder: Gute Besserung, Ryō!
Auf den Plätzen folgten bei der Prognose: Christopher Buchtmann (14), Fafa Picault(!!13), Waldemar Sobota (10) und erneut Aziz Bouhaddouz (7).

Am Ende kommt es ein bisschen darauf an, welcher Datenbank man vertraut, ich habe hier die des Kicker genommen und dort liegen Bouhaddouz, Sobota und Cenk Sahin (immerhin 2x genannt) mit je sechs Assists gleichauf.

Wie oft spielen wir in der Liga zu null?

Wer nach der Hinserie mal gezählt hat, hätte wohl dem spani3r schon mal vorab gratuliert, der mit 3x den pessimistischsten Tipp abgegeben hatte.
Im Schnitt tippte man auf 10,4 Spiele, was dann den tatsächlichen neun Spielen auch sehr nahe kam.

Welche Mannschaften landen auf den Plätzen 1 – 3?

63x VfB Stuttgart, 59x Hannover 96 – die ÜS-Blog-Leserschaft war sich einig.
Mit deutlichem Abstand folgten der magische FC (25x), der 1.FC Nürnberg (21x) und der VfL Bochum (20x).
Der tatsächliche Drittplatzierte, Eintracht Braunschweig, wurde gar nur drei Mal erwähnt.

Welche Mannschaften landen auf den Plätzen 16 – 18?

Hier war man sich schon deutlich weniger einig.
“Spitzenreiter” waren die Würzburger Kickers mit 47 Nennungen. Nun ist man am Ende immer schlauer und behielt auch Recht, allerdings hätten da einige in der Winterpause den Tipp wohl gerne korrigiert.
Auf den Plätzen folgten Erzgebirge Aue (36x), der SV Sandhausen (33x) und der TSV 1860 München, Gott hab ihn selig.
Erst an Position elf und mit insgesamt nur vier Nennungen folgte dann das abgeschlagene Tabellenschlußlicht, der Karlsruher SC. Bielefeld, Lautern, Düsseldorf, Heidenheim und Dresden hatten mehr Nennungen erhalten.

Die Platzierungen:

1. peer_arne 16
2. Meinsinho 14
3. Marius Boll 13
4. willi 12
5. Nurmalso 12
6. Tobster 10
7. PeterBoehmer 10
8. cparker 10
9. RedEyes 10
10. @davidgohla 10
11. Leifübertragung 9
12. Reläxo 9
13. RedSinner 9
14. @ArthurAbendbrot 8
15. Sek37603 7
16. Frank the Miltank 7
17. Buchi 7
18. seehase1910 7
19. Gabi 7
20. Ibracadabra 7
21. David 7
22. DonaToni 7
23. TorF 6
24. soundsupporter 6
25. superheidi 6
26. struwi 6
27. DrunkenSailor 6
28. Vilinho 6
29. Heiner 5
30. Tombolinho 5
31. Stachelflosse 5
32. Fraktionaugenzu 5
33. Kiezpirat 5
34. Lemmy 5
35. @Hollywood1910 5
36. devianz13 5
37. absolut LaDiDa 4
38. nobynat 4
39. LeWi1910 4
40. El Veteran 4
41. Mats Pummels 3
42. faxepolies 3
43. DOS_ALERT 3
44. @michaelhein 3
45. Sascha 3
46. spanier 3
47. @rueckbau 2
48. Jo_Hinx 2
49. catch22 2
50. Jasper 2
51. zouz_gr 2
52. Uwe 2
53. Jens23 1
54. Antirealist 1
55. Birger 0
56. St.Pauli Streets 0
57. sutje 0
58. @santapauli1985 0
59. Klaas @Sportkultur 0
60. EntenhausenBewohner 0
61. Thomas -1
62. MoGü -1
63. Zotti -1
64. Frodo -1
65. Dionysos -1
66. SvenP -1
67. Felix -2
68. Ole -3
69. @TeddyTria -6
70. @mannimturm -7

Und damit sei die neue Runde für die kommende Saison eröffnet, diese wird mit den folgenden Fragen gespielt:

  1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?
  2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?
  3. Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?
  4. Braunschweig, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?
  5. Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?
  6. Wie viele Tore schießen Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz insgesamt in der Liga?
  7. Welchen Platz belegen die 1.Frauen in der Regionalliga Nord?

Bonusfrage (ohne Wertung):
Bei wie vielen Heimspielen wird es besondere Tapeten-Grüße an unser Vereinsmitglied Andy Grote geben?

// Frodo

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Neue FC St.Pauli Trikots 2017/2018

Tja nun, da sind sie also. Die drei neuen Trikots für unsere Aufstiegs- und DFB-Pokalsieg-Saison.

(Fotocredits: Under Armour)

Insbesondere das Camouflage-Trikot hatte vorher ja schon für einigen Wirbel gesorgt, im Sommerloch wollte ein Boulevard-Blatt sogar ein Skandälchen herbeischreiben… und was soll man jetzt dazu sagen?
Hier bitte gedanklich ein GIF von Krümelmonster einfügen, der, mit dem Mund voller Kekse mit unschuldigem Blick ein “Kamuflaaaasch? Waff für Kamuflaaaasch?” vor sich hinmurmelt, denn es ist ja gar kein Camouflage!
Es ist “Graffiti-Look”, der “subkulturelle Aspekte aus unserem Viertel aufgreift”!
Ätsch Bätsch!

Okay, muss man erst mal drauf kommen, virtuelles High-Five auf jeden Fall für die Kreativität in der Kommunikation, gewusst wie.
Und dann “Die Mauer” auf dem Auswärtstrikot. Assoziationsketten wie “Under Armour – Trump – Mexiko – Mauer” machten die Runde, teilweise sogar noch mit herablaufendem Blut ergänzt.
Ist aber ja gar keine Mauer, es ist die Backsteinoptik des Millerntor!

Puh…

Und veröffentlicht wird das ganze in so ‘nem fancy Facebook-Live Video, in dem top motivierte UA-Mitarbeiter von “Pauli” faseln und man dem tapfer lächelnden Cenk Sahin in den Mund legt, dass Braun als “Südländer” ja auch ganz passend ist.

Kommunikationstechnisch hat man da in den vergangenen Jahren wohl auch schon besser agiert, sag ich mal so ganz vorsichtig.

Und dann geht in der Pressekonferenz das amerikanische Marketing-Bullshit-Bingo ja erst los:
“schnelltrocknende Under Armour Signature Moisture Transport System”, “der Spieler freut sich über ein trockenes Tragegefühl”, “Four-Way-Stretch-Material”, “Ventilationsöffnungen […] für optimale Kühlung auch bei schwierigen Wetterbedingungen”.
Und Chris Bate, Vice President and Managing Director Europe von Under Armour weiß: “Der FC St. Pauli und Under Armour teilen den Glauben, dass Kultur, Leidenschaft und Innovation die wichtigsten Charakteristiken für eine optimale Zusammenarbeit sind und die Grundlage für eine großartige Performance darstellen.”
Wer bisher noch kein BINGO hatte, sollte spätestens jetzt dabei sein.

Und nun? Alles scheiße? Ausrüster abschaffen? Die Under Armour-Debatte wieder aufrollen?
Nein. Zumindest nicht von meiner Seite.
(Und nein, ich war nicht auf jener USA-Tour dabei.)

Trikot-Designs sind immer Geschmackssache, ich persönlich finde das Pokaltrikot sogar ganz gut (insbesondere die eingearbeiteten Totenköpfe), würde mir aber wohl das Heim- und Auswärtstrikot eher nicht zulegen, wieder andere sehen dies komplett anders – und exakt so war das auch in den letzten Jahren immer.
Das perfekte Trikot wird es wohl nie geben, irgendjemand meckert immer.

Schauen wir also auf den Preis: 74,95€ für Erwachsene, 59,95€ für Kinder… ohne Flock. Gleicher Preis wie letzte Saison.
Das muss dann jeder selbst entscheiden, um wie viel genau ihm das zu teuer ist.
Denn Trikots von Profivereinen sind nun eben auch schon seit Jahren (Jahrzehnten?) völlig überteuert, wenn man normale Kleidungsmaßstäbe ansetzt, und das war auch bei uns schon lange vor Under Armour so.
Zielgruppe sind weniger die regelmäßigen Stadiongänger (auch wenn von denen sicher viele Zähneknirschend trotzdem wieder zuschlagen werden), sondern eher der große Kreis an Sympathisanten und/oder Touristen.

Deutlicher wird dies, wenn man das Statement von Andreas Rettig dazu liest:
“Ein deutlicher Zuwachs bei den Trikotverkäufen in der letzten Saison zeigt uns, dass die Trikots von Under Armour – auch international – äußerst positive Resonanz erfahren haben.”

Soso, die große Protestwelle letztes Jahr und der damalige Aufschrei über die Preiserhöhung (5,-€ mehr als vorher bei Hummel) verklangen also eher ungehört bzw. wurden von der Masse ignoriert, es wurden sogar mehr Trikots verkauft als vorher.
Ehrlich gesagt ist mir daher das Design und der Preis tendenziell eher egal.
Die Dinger sind zu teuer, als das ich mir davon eins kaufen würde… und das wären sie auch dann noch, wenn sie 30,-€ billiger wären.

Ähnliches gilt für vieles im Fanshop, aber auch da: Zielgruppe bin ich da auch nicht.
Ich kaufe mein FCSP-Merch im Fanladen, bei USP oder anderen Gruppen. Und das ist sowohl für mich als auch den Verein sicher ganz okay, auch wenn letzterer sicher gerne auch noch mehr verkaufen würde.
Kann er, wird er auch – aber eben nicht zwingend mit “uns”, sondern mit der großen Masse von Leuten, die es ganz hip und cool finden, FCSP-Zeugs zu tragen.
Kommerzialisierung und so. Der schmale Grat auf dem der Verein wandelt, wenn er Profifußball spielen will, aber nicht jeden Scheiß mitmachen muss und will.

In diesem Sinne, mit folgendem Tweet ist alles gesagt:

Weiterhin schöne Sommerpause! // Frodo

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MT Extra: ÜBERSTEIGER 128

Tja, da hattet Ihr gedacht, wir lassen Euch in der Sommerpause ganz allein?
Pustekuchen, da sind wir wieder. Und dieses Mal mit einer Sonderausgabe, nämlich dem Print-Übersteiger #128 als Hörbuch, welcher ja bekanntlich den Themen-Schwerpunkt Inklusion hatte.

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Viel Spaß!

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Wir gegen weniger – Mythos Überzahlschwäche

(Dieser Text von timbo erscheint zeitgleich auch im Nice Guys Blog)

Im Gegensatz zum gemeinen Menschen tickt der gemeine Fußball-Fan etwas anders: Während der Mensch gerne die schlechten Erinnerungen vergisst und sich nur an die „gute alte Zeit“ erinnert, hat der Fußball-Fan eigentlich zu jeder Spielsituation eine schlechte Erinnerung parat. „Wir spielen gegen den Tabellenletzten? – Das steht doch im Drehbuch, Digger! Solche Spiele haben wir schon immer verloren!“ Mit dieser Thematik hatte flippa sich vor unserer Auswärtsfahrt nach Duisburg befasst (#drumherum4) und konnte diese These zumindest teilweise entkräften. Das diese Amnesie der guten Erinnerungen auch etwas abwegige Züge annehmen kann, zeigte Frodo mit seiner Statistik zu den Verbindungen zwischen FCSP-Spielen und dem Münster-Tatort. Daher bin ich mir bewusst, dass der Aberglaube groß und die Lunte im Stadion relativ kurz sein kann, wenn man einer schlechten Erinnerung mit fundierter Statistik entgegenkommen möchte. Jetzt in der Sommerpause vermute ich alle Gemüter zu Genüge abgekühlt um mal ein wenig Statistisches in die Köpfe zu brennen.

Nachdem flippa sich in #senfdazu36 bereits vorsichtig äußerte und der sehr gute MillernTon 041 ebenfalls einige Aussagen zu dieser Thematik beinhaltete, wurde es Zeit sich einmal intensiv mit der These „Gegen Mannschaften in Unterzahl sehen wir immer schlecht aus“ zu beschäftigen. Nach einem gegnerischen Platzverweis rumort es häufig auf der Gegengerade, da wir gegen Teams in Unterzahl „noch nie gewonnen“ hätten. Nun, der Sieg in Düsseldorf vor wenigen Wochen wies zumindest das „Nie“ ins Reich der Fabeln, doch war es nur das Ende einer erschütternden Statistik, welche die Unfähigkeit des FCSP bei Überzahl offenlegt? Schau’n wir mal:

Zuerst muss definiert werden ab wann ein Spiel in Überzahl als „besser“ und wann als „schlechter“ gewertet wird. Ich habe mich daran gehalten, dass eine Verbesserung der Punktzahl, die am Ende des Spiels erzielt wurde, im Vergleich zur Punktzahl, die zum Zeitpunkt des Platzverweises erzielt worden wären, als „besser“ in die Wertung eingeht. Umgekehrt ist ein Spiel als „schlechter“ bewertet worden, wenn wir die Punktzahl, die wir für den Spielstand vor dem Platzverweis erhalten hätten, nicht halten konnten. Zwei (noch) fiktive Beispiele: Real Madrid spielt uns an die Wand, wir liegen bereits nach 30 Minuten mit 0-2 hinten. Bernd Nehrig, der alte Hund, provoziert den schmalzigen Portugiesen derart, dass dieser sich zu einer üblen Tätlichkeit hinreißen lässt. Klarer Fall für ne rote Karte. Im Anschluss berauschen sich unsere Jungs am adrenalingeschwängerten Support des Millerntors und drehen das Spiel noch in ein 3-2. Dieses Spiel geht in die Wertung als „besser“ ein. Aber auch ein 2-2 hätte für die Einstufung „besser“ gereicht, da mehr Punkte als vor dem Platzverweis erzielt worden wären. Zweites Beispiel: Juventus Turin ist zu Gast. In einem emotionalen Spiel verlieren wir nach 1-0 Führung noch 1-2, obwohl Mario Mandzukic bereits beim Stand von 1-0 des Feldes verwiesen wurde. Das Spiel geht also als „schlechter“ in die Wertung ein (da wir das Hinspiel in Turin mit 2-0 gewinnen konnten, stehen wir aber trotzdem im CL-Finale). Hätten wir die Führung in Überzahl verteidigt, so hätte ich das Spiel ebenfalls als „besser“ gewertet, da es ja nicht besser geht. Die Wertung „gleich“ bekamen nur Spiele, die zum Zeitpunkt des Platzverweises und zum Abpfiff Unentschieden waren.

Zugegeben, diese Definition hat Schwächen. Zum einen ist es ein großer Unterschied, ob der Platzverweis in der 5. oder der 85. Minute stattfindet. Die Vorteile einer frühen Überzahl gegenüber einer späten erklären sich sicherlich von selbst. Somit ist Überzahl nicht gleich Überzahl. Ich habe daher Spiele aus der Wertung genommen, wenn der Platzverweis nach der 80. Minute geschah und dadurch eher geringen Einfluss auf den Spielausgang nehmen konnte. Zusätzlich spielt es natürlich auch eine Rolle, wie der Spielstand vor dem Platzverweis ist. Beim Stand von 0-3 (siehe Bremen 10/11) macht die Überzahl den Kohl dann auch nicht mehr Fett. Trotzdem habe ich alle Spiele in Überzahl, unabhängig vom Spielstand gleich bewertet. Zusätzlich kann die Wertung „besser“ rein subjektiv auch ganz anders betrachtet werden. Als Beispiel dient hier das 3-3 beim FSV Frankfurt aus der Saison 2011/12: Beim Rückstand von 1-3 wurde der Frankfurter Björn Schlicke in der 39. Minute des Feldes verwiesen. Innerhalb weniger Minuten stellten Kruse (41.) und Bartels (46.) auf 3-3. Im Anschluss blieben dann noch vieleviele Zeigerumdrehungen der Überzahl ungenutzt, um noch das Siegtor zu erzielen. Ich erinnere mich gut an dieses Spiel und ich ärgerte mich damals maßlos, dass wir trotz mehr als 50 Minuten Überzahl nicht gewannen. In meine Statistik geht das Spiel jedoch trotzdem als „besser“ ein, da von 1-3 auf 3-3 gestellt wurde.

Ich habe mir die Ligaspiele von der Saison 2007/08 an bis heute angesehen (und ich habe mein Bestes gegeben, fehlerlos zu arbeiten, was aber sicherlich nicht ganz der Fall sein wird). Von den in dieser Zeit 306 absolvierten Partien haben wir 35 in Überzahl bestritten, also etwas mehr als 10%. Insgesamt zehn Partien sind jedoch wieder ausgesiebt worden, da der Platzverwies nach 80+ Spielminuten stattfand. Die Partie in Düsseldorf 16/17 stellte ein Novum dar, da hier gleich in doppelter Überzahl agiert wurde. Bei zwei Spielen wurde in der Nachspielzeit noch durch eigene Platzverweise zahlenmäßig Gleichstand hergestellt (Niederlage K‘lautern 08/09; Niederlage Bremen 10/11). Ich habe diese Spiele trotzdem in die Wertung aufgenommen, da wir einige Zeit in Überzahl spielen konnten. Andere Spiele, in denen Platzverweise für beide Teams in kurzer Zeit ausgesprochen wurden (innerhalb von 10 Minuten), habe ich in der Statistik nicht berücksichtigt.

Platzverweis bei… besser gleich schlechter
…Führung 7 2
…Unentschieden 7 2 1
…Rückstand 4 2

 

So, kommen wir endlich zum Wesentlichen: Von den 25 Partien, die wir in zeitlich nennenswerter Überzahl spielten, haben wir satte 16 letztendlich auch gewonnen und in zwei weiteren Partien zumindest noch den Ausgleich erzielt. Von den 16 gewonnenen Spielen haben wir 7-mal den Vorsprung über die Zeit gebracht, ebenfalls 7-mal aus einem Unentschieden noch einen Sieg gemacht und zweimal sogar einen Rückstand noch in einen Sieg gewandelt (M‘gladbach 10/11 und Duisburg 08/09). Zweimal schafften wir es nicht aus einem Unentschieden noch einen Sieg zu machen, darunter das 0-0 vs Sandhausen aus dieser Saison, der Wurzel der aufkeimenden These. In lediglich fünf Partien haben wir nach Überzahl schlechter abgeschnitten als vorher. Darunter befinden sich epische Kacktore wie 11/12 das 2-2 von Fürth als wir das vermeintliche 3-1 durch Naki in der 90. Minute bejubelten, „Song 2“ aus den Boxen dröhnte und Oliver Occean unbemerkt zum Ausgleich einschob. Oder 07/08 als Jena ein 1-0 noch in ein 1-2 drehen konnte und Bruns uns mitm Schlusspfiff zumindest das Unentschieden rettete. Damals, als Jan Simak mindestens fünf Minuten brauchte um sich nach Aufleuchten seiner Nummer gen Auswechselbank zu bewegen. Da kocht heute noch Wut in mir hoch. Die Wurst ist sogar vorher noch im Vollsprint auf die andere Seite gelaufen, damit der Weg noch länger war. Ich habe nie einem Spieler mehr Schimpfwörter entgegengebracht als Simak seinerzeit. Das mag natürlich an meiner inzwischen nicht mehr so cholerischen Art liegen, jedoch sind auch bei mir diese Kackspiele in Überzahl wesentlich präsenter als zum Beispiel das 2-1 gegen Bochum (nach 1-1) aus der Saison 09/10. Ich bin also auch einer dieser Fußball-Fans, dem eher schlechte Erinnerungen aus dem Hirn sprudeln.

Trotz dieser sehr präsenten Erinnerungen muss ich erkennen, dass 18 von 25 Spielen in Überzahl mit einem besseren Ergebnis endeten als vor dem Platzverweis. Das sind statistisch signifikante 72%. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass wir fast drei Viertel aller Spiele in Überzahl erfolgreich gestalten. Ist der vielerorts gepflegte Pessimismus nach gegnerischen Platzverweisen also nur eine Schutzfunktion? Eine Art Unglücks-Versicherung, damit man im Nachhinein zumindest sagen kann: „Hab ich’s doch gewusst!“, wenn wir das Spiel nicht erfolgreich gestalten und man somit trotzdem ein leichtes Gefühl des Erfolges mit nach Hause nehmen kann? Die Statistik sagt: ja. „Moment!“ sagt der gewiefte Pessimist. Es stellt sich ja auch die Frage, wie wir Spiele ohne gegnerischen Platzverweis gestalten. Vielleicht sind wir da ja besser und gewinnen mehr Spiele bei eigener Führung! Eine Vergleichs-Statistik muss also her. Deswegen habe ich insgesamt 25 Spiele ausgewählt (aus der Saison 16/17), die zur Halbzeit den Ergebnissen (Führung-Unentschieden-Rückstand) der 25 in der Platzverweis-Statistik aufgenommenen Spiele entspricht. Auch hier hängt die Definition: Wieso erst zur Halbzeit? Welche Spiele werden aufgenommen (in der Aufstiegssaison sind die Spiele ja grundsätzlich besser als in der Abstiegssaison)? Ganz ehrlich: Das macht es mir viel einfacher bei der Auswertung und daher habe ich das so definiert. Wenn jemand das gerne etwas genauer hätte, dann darf er/sie gerne mit mir in Kontakt treten.

Halbzeitergebnis besser gleich schlechter
Führung 6 3
Unentschieden 2 4 4
Rückstand 0 6

 

Aus dieser Statistik wird deutlich, dass nur 8 von 25 Spielen ohne Platzverweis in der 2.Halbzeit mit einem besseren Ergebnis endeten (bzw. die Führung verteidigt wurde). Das macht schlaffe 32%. Im Vergleich zu den 72% der erfolgreichen Spiele in Überzahl stinken die Spiele in Gleichzahl also mächtig ab. Wenn wir zur Halbzeit hinten lagen, haben wir diese Saison mal so gar nix auf die Kette bekommen. Warum das so ist, kann ich bei Zeiten mal spieltaktisch aufarbeiten. An dieser Stelle habe ich erst einmal genug der verbogenen Statistiken und hingedrehten Wahrheiten. Ich habe mit diesen Statistiken eindrucksvoll gezeigt, dass ich Tabellen mit Zahlen erstellen kann. Der Rest ist Ansichtssache. Trotzdem: Nächstes Mal bei gegnerischem Platzverweis einmal kurz in Gedanken Simak in den Arsch treten und dann die Jungs weiter nach vorne pushen!

Nice Guys Sankt Pauli //timbo

p.s. Wie steht es eigentlich bei eigener Unterzahl? Ich habe da ein Spiel gegen Regensburg in Erinnerung, als wir beim Stand von 2-1 dank Ginczek in Unterzahl gerieten, uns kurz vor Schluss noch das 2-2 fingen, nur um uns dann dank Bruns mit dem Schlusspfiff in Ekstase versetzen zu lassen. Trotzdem glaube ich, dass diese Statistik wesentlich ernüchternder sein wird und lasse lieber mal die Finger davon.

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MT042 – Saisonrückblick: In der Wüste fällt wieder Wasser

Das war die Saison 2016/2017 – und wir hatten viel Spaß und tolle Gäste.
Zum Abschluss beehrte uns erneut Inga (1.Frauen) und wir sprachen gute drei Stunden über alles Mögliche.

Viel Spaß, genießt die Sommerpause… und seid darauf vorbereitet, dass wir Euch kurz vor Saisonbeginn an einem Mittwoch in die Fanräume einladen, um eine Sendung mit uns live aufzuzeichnen.

Termintipp:
Wer am Samstag (10.Juni) noch nichts vor hat: Große Verabschiedung von Kai (Trainer 1.Frauen) inkl. vielen Ex-Spielerinnen.
Beginn: 16.00h, Feldarena

Links zur Sendung:
Thees singt für die 1.Frauen

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34.Spieltag (A) – VfL Bochum (plus Saisonfazit)

VfL Bochum – FC St.Pauli 1:3 (1:1)
Tore: 1:0 Selim Gündüz (7.), 1:1 Lennart Thy (23.), 1:2 Lasse Sobiech (55.), 1:3 Lennart Thy (86.)
Zuschauer: 27.600 (ausverkauft, ca. 5.000 St.Paulianer)

Tabellenplatz 7 – nach dieser Hinrunde.
Immer noch unfassbar.

Und doch: Es gab Gründe, die diese Hinrunde erklärten und Anlass zur Hoffnung auf Besserung boten. Aber wahrscheinlich wäre bei den allermeisten Vereinen am Ende doch der normale Weg beschritten worden.
Wurde er hier nicht, daher nochmals an dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Präsidium, den Aufsichtsrat, die Geschäftsführung, das Trainerteam und natürlich die Spieler, die irgendwann in der Winterpause oder spätestens in Braunschweig den unerschütterlichen Glauben an sich (wieder) gefunden haben und dann mit 34 Punkten die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte spielten. Hinter Stuttgart und Hannover damit Platz 3 in der Rückrundentabelle.
Mit 24 Punkten wäre die Rückrunde zwar immer noch passabel gewesen, hätte aber nach der Hinrunde jetzt Platz 16 bedeutet.
(Ja, leichte Unschärfe in der Rechnung, denn wenn wir weniger Punkte geholt hätten hätten andere mehr und vielleicht wäre es dann sogar Platz 17, aber ich denke Ihr versteht meinen Punkt.)

Der Sonntag verlief dank der frühzeitigen Rettung dann so entspannt, wie man es sich wohl vorher erhofft hatte. Während der Sonderzug inkl. “Häßliche Trikots“-Mottofahrt ziemlich großartig (leichte Untertreibung) gewesen sein soll, hatten wir uns frühzeitig für eine elitär-arrogante ICE-Tour in der 1.Klasse entschieden, was uns dann auch früh genug nach Bochum brachte, um noch beim Griechen an der Ecke einzukehren und den Sonderzug-Marsch der hässlichen Trikots am Fenster vorbeimarschieren zu sehen. Wunderhübsch – oder so.

Im Stadion war es dann eine gefühlte Befreiung von all der Anspannung, die sich im Verlauf der Saison angesammelt hatte.
War es beim Heimspiel letzte Woche noch eher ein gelassenes Zurücklehnen gewesen, so entlud es sich jetzt in positive Energie und Spaß am Support. USP war vom Steh- auf den Sitzplatzblock gewechselt, auch dies mag sicher dazu beigetragen haben, denn so wurden auch die Kurvenblöcke natürlich viel besser mitgenommen.


In der Halbzeit profitierte man dann von einem zeitweise Ausfall der Lautsprecheranlage, so konnte sich auch “I just can’t get enough” endlich mal wieder durchsetzen, auch wenn große Teile der Kurve hier noch mangelnde Textsicherheit erkennen ließen und nur beim “Döp dödödöp”-Part wirklich laut wurden.
Für Heimspiele hab ich da auch weiterhin wenig Hoffnung, aber zumindest auswärts sollte man das doch regelmäßiger hinbekommen.

Und natürlich habe ich mich insbesondere für Lennart Thy gefreut, dass er nach einer für ihn unglücklich verlaufenen Saison gestern noch zweimal treffen konnte. Alles Gute für Deine Zukunft, bei welchem Verein auch immer dieser stattfinden wird. #ThyAmo!
Und wo wir grad bei guten Wünschen sind: Gute Besserung, Philipp Ziereis!

Der Rest war dann eine einzige große Feier, auf FB und Twitter gibt es genug Videos von Gesängen, der Vereinsaccount hat da auch einiges zu bieten.
Schön war insbesondere der Moment, als bei all dem (berechtigten) “Eeeeewaaaaaald – Liiiiiiiiiiieneeeeen!”-Gesängen Ewald dann Olaf Janßen vorschubste und sich der Gesang (zumindest in großen Teilen der Kurve) zu “Ooooolaaaaaaaaf – Jaaaaaanßeeeeeen!” änderte. Wohl schon ein Vorgeschmack (und nicht der erste) auf die heutige Pressekonferenz.
In eventuell zukünftigen Trainerfindungskommissionen muss also bitte auch immer auf die Melodienkompatibilität beim Namen geachtet werden.

Personalien

Womit wir beim Thema wären: Personelle Veränderungen.
Da ich auf Twitter ganz gut damit fahre, sämtliche Transfergerüchte zu ignorieren und mich erst damit zu befassen, wenn es auf fcstpauli.com vermeldet wird, werde ich auch hier so verfahren.

Beginnen wir mit der heutigen Personalrochade:
Ewald Lienen wird neuer Technischer Direktor, eine Stelle die in unserem Verein neu geschaffen wird und wohl ursprünglich schon mal grob andiskutiert wurde, als sich das damals neue Präsidium im Spätsommer 2014 erstmals u.a. mit Ewald in Workshops zusammensetzte und neue Wege beschreiten wollte.
Aufgrund jener Trainertätigkeit verschob sich das jetzt zeitlich geringfügig, nun geht es aber los.

Laut der heutigen Pressekonferenz wird er in dieser Funktion vier Kernthemen befüllen:

  • Ausbildung und Entwicklung der Trainer im NLZ
  • Ausbau und Entwicklung internationaler Kooperationen
  • Sponsorenpflege und gesellschaftliche Verantwortung, auch genannt “Wertebotschafter des Vereins”
  • Berater der Entscheidungsgremien, Geschäftsführung und Trainerteam- seine kommunikativen Fähigkeiten sind hier sicher sehr gut aufgehoben.

Natürlich dürfte hier bei vielen ein weinendes Auge vorhanden sein, denn insbesondere seine Begrüßungsrunde bei Heimspielen oder vorm Auswärtsblock wird fehlen.
Andererseits, und dies sagte Oke Göttlich auch in der PK, ist die Unterschrift eines Trainers in aller Regel auch gleichzeitig immer der Anfang vom Ende und in den allerseltensten Fällen geht man nach Ende des Trainervertrages so im Guten auseinander bzw. jetzt ja sogar weiter, wie es hier geschieht.
Und auch wenn “Wertebotschafter” ein bisschen nach Grüßaugust klingt, so glaube ich schon, dass die Mischung aus den vier o.a. Punkten für ihn wie maßgeschneidert ist und der Verein hier absolut gewinnt.

Trainer wird entsprechend (und wenig überraschend) Olaf Janßen. Wie hoch sein Anteil am Klassenerhalt ist, wird kaum jemand von außen seriös beziffern können. Wer aber Ewald in den letzten Wochen und Monaten zugehört hat, wird ihn als “hoch” einschätzen und dementsprechend ist dies die völlig logische und richtige Wahl.
Angesprochen auf das gesamte Trainerteam (u.a. ja auch noch mit Torwarttrainer Matze Hain und Co-Trainer Abder Ramdane) sagte Andreas Rettig, dass hier noch nichts entschieden sei und der Trainer natürlich jetzt sein Team zusammenstellt. Zumindert einen Wechsel auf der Torwarttrainerposition erwartet aber sicher niemand.

Gesucht wird weiterhin ein Sportdirektor, hier wird man sich zu gegebener Zeit äußern. Bis es soweit ist, füllt Andreas Rettig diese Position weiterhin kommissarisch aus.

Verlassen wird den Verein hingegen Sören Gonther, der seit 2012 bei uns war und die letzten Jahre das Team als Kapitän entscheidend mit geprägt hat.
Danke für die Zeit hier, Gonni, ich persönlich danke Dir auch für den Vicky Leandros-Song.
Und bei Dynamo Dresden? Naja, viel Spaß.

Weiter geht es mit positiven Meldung: Cenk Sahin, Sami Allagui, Mats Møller Dæhli.
Wie großartig das alles doch ist.

Die Verpflichtung von Cenk “ein das Ding” Sahin per gezogener Kaufoption war absehbar, ehrlich gesagt rechneten aber sicher viele damit, dass er dann gleich mit Gewinn weiterverkauft wird. Bei einem Vertrag bis 2021 besteht da nun aber keinerlei Notwendigkeit mehr für – und er ist ja auch erst 22, da werden wir hoffentlich noch viel Freude an ihm haben.

Gleiches gilt natürlich auch für Mats Møller Dæhli, der nun für ein weiteres Jahr vom SC Freiburg ausgeliehen wird.
Viele haben darauf gehofft, wenige daran geglaubt – umso schöner wenn es dann klappt.

Und schließlich noch Sami Allagui. Über ihn hätte ich mich schon nach seiner Zeit in Fürth sehr gefreut – nach einem Knorpelschaden im Knie ist diese Verpflichtung natürlich auch immer ein kleines Risiko, aber wenn er gesund bleibt ist zumindest meine Vorfreude auf ihn sehr groß.

Das war es dann auch in Bezug auf die Profis, die Sommerpause ist für die Spieler seit Montag eingeläutet und es soll wohl am 19.Juni wieder weitergehen. Bis dahin wird es ja aber vielleicht noch die ein oder andere Personalie geben.
Auslaufende Verträge haben aktuell nur noch Daniel Buballa und Dennis Rosin, ansonsten sieht der Kader schon recht rund aus. Von seiner Leihe nach Kiel zurückerwartet wird Marvin Ducksch – ob hier schon das letzte Wort gesprochen wurde, wird man sehen.

Verein am Wochenende

Die U23 hatte ein kleines Herzschlagfinale. Denn nachdem es in der Winterpause schon nach souveränem sportlichen Klassenerhalt aussah und man eher angsterfüllt auf die Profis schaute, deren Abstieg in Liga 3 einen Zwangsabstieg der U23 nach sich gezogen hätte, so trudelte man in der Rückrunde immer mehr der Abstiegszone entgegen.
Eine Niederlage in Hildesheim hätte Platz 15 bedeutet – eigentlich kein Abstiegsplatz, aber wenn Werder II aus Liga 3 abgestiegen UND Meppen nicht aufgestiegen wäre, hätte auch dieser Platz noch den Abstieg bedeutet.
Am Ende war alles egal, mit einem 1:1 rettete man Platz 14 und durch den Klassenerhalt von Werder II bleibt auch Hildesheim drin.

Die 1.Frauen feierte den Saisonabschluß der ersten Regionalligasaison der Abteilungsgeschichte mit einem 5:0-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten (und zukünftigen Zweitligisten) Jahn Delmenhorst. (Text und tolle Bilder dazu bei Stefan Groenveld.)
Verabschiedet wurden dabei Kapitänin Inga (die fortan in der 2.Mannschaft weiterspielt) und Trainer Kai, alles Gute Euch beiden!
Weitere Infos und ein paar Anmerkungen auch auf der FB-Seite der 1.Frauen.
Und bei der MillernTon-Abschlußfolge übernächste Woche könnt Ihr Inga dann auch nochmal hören.

Letzte Woche sträflich vergessen habe ich den Saisonabschluß der 4.Herren. Eine Ära ging zuende, denn Kriller (langjähriger ÜS-Layouter- und Covergott, Abwehrchef, Kopfballungeheuer und inzwischen im Vorstand der Fußballabteilung) hat seine Schuhe an den Nagel gehängt.
Zwar hat die 4.Herren in der Kreisliga 2 den Klassenerhalt souverän geholt, durch den Aufstieg der 5.Herren aus einer anderen Kreisliga in die Bezirksliga muss leider nun (den Bürokraten des HFV sei Dank) dieses Team seinen Namen in 5.Herren ändern.
Wer die langjährige Geschichte dieses Teams kennt, darf da schon die ein oder andere Träne verdrücken, sehr schade.

So, damit leite auch ich hier vorsichtig die Sommerpause ein.
Am 7.Juni machen wir noch eine MillernTon-Saisonabschlußepisode, außerdem wird es kurz darauf den aktuellen Print-Übersteiger noch als “Hörbuch” geben.
Und sollte irgendwas spektakuläres geschehen, wird dies hier sicherlich auch Niederschlag finden, ansonsten kommt evtl. der ein oder andere Artikel aus dem Heft hier noch unter, Timbos Taktikschule geht weiter und den neuen Dauerkarten-Preisvergleich wird es dann sicher auch bald geben.

Genießt die Zeit, Forza St.Pauli! // Frodo

P.S. DFB-Pokalauslosung am 11.Juni. Nur noch sechs Siege bis Europa!

Links:
Nice Guys St.Pauli
– Magischer FC (Bochum): “Tief im Westen
– Magischer FC (Personalien): “Änderungen sind doof
– Grenzenlos St.Pauli: “45 Punkte, Platz 7 und grenzenlose Liebe
– Schuninio: “Aufgewacht auf Platz 7
– Athens South End Scum: “A new Lienen/Janßen era for FCSP

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