MT057 – Fan.Tastic Females – football her.story

Wir hatten mit Justus (Fortbildung), Tim (Elternzeit) und Johnny (Steine schmeißen) schmerzhafte Verluste, die durch Philip und Sven aber absolut ausgeglichen wurden. Und wir hatten Fan.Tastische Gäste: Antje und Dany waren da und sprachen mit uns über die am Samstag (8.September) beginnende “Fan.Tastic Females – football her.story”-Ausstellung.

In der Sendung wussten wir noch nicht, ob das mit der exklusiven Vorabveröffentlichung einer der Audio-/Videodateien hier klappt, inzwischen können wir sagen: Hat geklappt, bleibt also am Ende dran und hört fünf Minuten aus der Ausstellung, von Birgit. (Die heute Geburtstag hat, Happy Birthday!!!)

Wir konnten darüber in aller Ruhe und ausführlich sprechen, weil wir zur neuen Saison, einhergehend mit der neuen Internet-Präsenz, auch das Sendungskonzept umgestellt haben. Wir sprechen nicht mehr über alle zurückliegenden Spiele seit der letzten Sendung, sondern nur noch über das Letzte, in diesem Fall die Partie gegen den 1.FC Köln. Für alles andere verweisen wir auf die VdS/NdS-Gespräche. Und dadurch bleibt dann eben mehr Zeit für die Gäste.

Wie schon in der letzten Sendung bedanken wir uns wieder ganz herzlich bei der Kehrwieder Kreativbrauerei für die Ausstattung mit sehr leckeren Kaltgetränken!

Also, hört Euch die Sendung an, stimmt für Serdi beim Tor des Monats, geht am 29.9. zur Demo und dann gewinnen wir am 30.9. auch noch ein innerstädtisches Fußballspiel, ehe wir am 3.10. die nächste Sendung angehen werden, zu Gast werden wir Vertreter von USP haben.

P.S. +++BREAKING +++  Euer aller Lieblingspodcast ist nominiert!
Und zwar haben 45 Fußball-Podcasts ihren Hut in den Ring geworden, um “Fußball-Podcast des Jahres” zu werden, die Jury der Akademie für Fußball-Kultur hat jetzt die neun Podcasts bekannt gegeben, die in der Endauswahl sind und “Yours truly” ist dabei!
Wir freuen uns. Sehr.

 

On Air:

Keine Episode mehr verpassen!

Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

This is the end…

… zumindest für den ÜS-Blog, wie er bisher geführt wurde.
Immerhin seit Juli 2009, wie ich gerade mal wieder feststellte. Bis zum zehnten Geburtstag schaffe ich es also doch nicht mehr ganz.

Ich war von 2001 an Teil der Redaktion, bis vor etwa drei Jahren auch ein aktiver Teil des Heftes.
Anschließend führte ich den Blog hier weiter, doch der MillernTon – Podcast nahm immer mehr Zeit ein und ersetzte dadurch auch so manch geschriebenes Wort.

Nun ist es Zeit weiterzuziehen, was ich hiermit tun werde.
Auf www.MillernTon.de werden ab sofort (hoffentlich regelmäßiger als zuletzt) Artikel erscheinen, gleiches gilt für den MillernTon-Podcast als solchen.
Ein Grund für diesen Wechsel ist auch, dass die VdS/NdS-Gespräche jetzt ebenfalls dort erscheinen können und wir eine konsolidierte Seite haben werden.

Der ÜBERSTEIGER wird dieses Jahr 25 Jahre alt, ich wünsche ihm alles Gute für die nächsten 25 Jahre.

Ob und wie dieser Blog gegebenenfalls von anderen Personen aus der Redaktion fortgeführt wird, wird die Zeit zeigen.

Tschüss! // Frodo

Veröffentlicht unter Und sonst so | Hinterlasse einen Kommentar

MT056 – Magdeburg ist nicht Sandhausen

Wir haben uns nach 2017 (MT 43, mit Ralph Gunesch) erneut getraut, unsere Podcast-Gesichter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und eine Folge mit Publikum aufzunehmen.

Dafür gilt es Danke zu sagen:

  • Fanräume, für das kostenlose überlassen des Saals
  • dem Fanladen, bei der unkomplizierten Hilfe der Getränkeabwicklung
  • Taina und Olli für die Hilfe hinterm Tresen
  • allen die da waren und sich bei den Temperaturen in einen geschlossenen Raum gesetzt haben, um sich das anzutun
  • und natürlich unserem Gast: Timo Schultz!

Ein ab sofort häufiger auftretendes Danke gilt es auch an die Kehrwieder Kreativbrauerei zu senden. Die unterstützen uns ab sofort mit Gratis-Getränken, so auch gestern mit einer extra großen Lieferung für den Saal.
Durch den Verkauf dieser gesponserten Biere konnten wir die Kosten, die am Sonntag vor Ort für die Getränkeversorgung der eingekesselten Fans in Magdeburg entstanden, bereits gestern Abend wieder reinholen. Mehr zu den Hintergründen in der Sendung von Justus sowie in dieser Stellungnahme des Fanladen.

Und jetzt viel Spaß!

(c) Taina

Feed-Links zum Abonnieren:
MP3http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
MP4http://blog.uebersteiger.de/feed/mp4/
iTuneshttps://itunes.apple.com/de/podcast/millernton/id676972164
(Bei iTunes freuen wir uns auch sehr über Eure Bewertung.)

MillernTon auf Twitter
MillernTon auf Facebook

Links & Termine:

On Air:

avatar Johnny
avatar Justus (Fanladen)
avatar Sebastian (Curi0us)
avatar Maik (Frodo)
avatar Tim
avatar Timo Schultz

Keine Episode mehr verpassen!

Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Verlosung: 11Freunde Sonderheft zur Saison 2018/19

Wie jedes Jahr kommen im 11Freunde-Sonderheft zur neuen Saison zu allen Vereinen der 1. und 2.Bundesliga Fan-Vertreter, Blogger oder sonst irgendwie dem Verein zugeordnete Personen zu Wort, indem diese zu vorab versendeten Fragen mehr oder weniger lustige Antworten geben sollen.

Für den FC St.Pauli wurde wieder mir diese Ehre zuteil, die ungekürzten Antworten kopiere ich gleich hier unten ein.

Für Euch wichtig: Ich darf zwei fünf der Hefte verlosen… dafür bitte einfach selbst (mindestens) drei der gestellten Fragen hier in den Kommentaren beantworten.

Da ich da auch nicht ewig drauf rumsitzen will: Abgabeschluss ist Dienstag, 31.7.2018, 19.10h. Bitte unbedingt eine e-mail Adresse angeben, bei der ich Euch am Dienstag Abend nach Eurer Postanschrift fragen kann, so Ihr denn gewinnt. Bei mehr als fünf Teilnehmern entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und hier jetzt der von mir beantwortete Fragenkatalog:

–       Die nächste Saison wird toll, weil…
die zweite Liga mit dem Effzeh, Magdeburg und unserem Nachbarn drei absolute Zugewinne erworben hat. Naja, und Paderborn, aber irgendwas ist ja immer.

–       Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann…
ärgere ich mich, dass wir es nicht geschafft haben, auf den Rängen öfter so eine Wucht zu entfalten, wie an den letzten beiden Heimspieltagen.
Und natürlich, dass die Mannschaft diese Wucht auch nicht durch eigene Leistungen provoziert hat.

–       Auf diesen Videobeweis-Fauxpas freue ich mich besonders…
Bei unserem Pokalendspiel in Berlin gegen unseren Nachbarn wird der klare Elfer in der Nachspielzeit gegen uns nicht gegeben, weil die VAR-Crew sich bereits “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…”-singend in den Armen liegt.
Schnecke Kalla schnappt sich den Ball und läuft 80 Meter allein auf das leere Tor und unsere Kurve zu, läuft mit dem Ball am Tor vorbei und direkt in die jubelnde Kurve.
Ist egal, der Schiri pfeift dann eh ab. Oirobbabogaaaaaal!

–       Wenn 50+1 fällt, kauft uns…
Beate Uhse, inkl. Stadionname.
“Tor in der Bumsbude!” in der Konferenzschaltung ist schon jetzt legendär.

–       Diesen WM-Star sähe ich gerne bei meinem Klub…

–       Die beste Bratwurst gibt es in…
Aue, heisst dort aber Nudeltopf.

–       Das müsste passieren, damit ich nicht mehr ins Stadion gehe…
Aktuell fällt mir dazu nichts ein. Könnte aber auch daran liegen, dass mein Verein vieles anders macht als viele andere Vereine.

–       Dieser Song beschreibt meinen Klub perfekt…
“Das hier ist Fußball”, von Thees Uhlmann.
“Tragik ist wie Liebe, ohne Happy End.
Und eines ist wirklich sicher, dass die Tragik St.Pauli kennt.”

–       Dieser Twitter-Account ist für Fans unverzichtbar…
@CollinasErben und der @Rasenfunk.

–       Zweite Liga ist eh viel schöner als Bundesliga, weil…
hier vorab weder Meister noch Absteiger feststehen und bis kurz vor Schluß auch alle noch in beide Richtungen schauen können.

–       Hinter dem HSV und Köln schafft es in die Relegation…
Der hsv steigt nicht auf.

–       Völlig überraschend absteigen wird…
Der SV Sandhausen.
Und zwar, weil ich die letzten fünf Jahre immer ihren Abstieg prognostiziert habe und es diese Saison einfach nicht tun werde.

// Frodo

31.07., 23.30h:
Heute kamen noch drei weitere Hefte von 11Freunde an, ich kann also fünf verlosen.
Die Losfee hat die Gewinner gezogen, die Hefte gehen an miguel, Justus, Molotow, amhass und Sepp1910. Ich melde mich bei Euch per Mail.

Veröffentlicht unter Und sonst so | Verschlagwortet mit , , , | 17 Kommentare

Rückblick auf die Prognose 2017 und neue Prophezeiung 2018

Hello again!
Wie schon in den letzten Jahren (2013201420152016 & 2017) hab ich es natürlich mal wieder nicht geschafft, die Saisonprognose pünktlich und noch während der Saison auszuwerten.
So laufe ich also mal wieder hinterher, was aber den angenehmen Nebeneffekt hat, dass die Auswertung gleich mit erfolgen kann.

Für die neuen Saisonprognose bitte einmal ans Ende scrollen und die Fragen in die Kommentarbox kopieren. (Und beantworten, natürlich.)

Zunächst die Auswertung Eurer Vorhersagen für die abgelaufene Saison, die natürlich mal wieder in den allermeisten Fällen herrlich weit vorbei waren.
So, wie es sein soll.
Und in Zeiten nachlassender Kommentarnutzung in Blogs, kann ich nur ein großes DANKE loswerden, 145 Teilnehmer sind eine ziemlich respektable Zahl und eine Verdopplung der Vorjahreswerte.

(Es wären auch noch zwei Teilnehmer mehr gewesen, aber sanktpaddy nahm leider die Fragen der Vorsaison und Elbebengel vergaß zwei Fragen und flog so auch aus der Wertung.)

1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?

Ein durchschnittlich Platz 4,17 wurde vorhergesagt… nun ja, knapp vorbei.
Viele Tipps sahen den Relegationsplatz vor, welcher uns in ein Duell mit dem Nachbarn bringen würde. Wir wissen jetzt, es sollte anders kommen.
Tatsächlich haben mit Switters und Ante Budemir sogar nur zwei Personen einen zweistelligen Tabellenplatz vorhergesagt, zu groß war der Optimismus nach der letzten Rückrunde.
Ich gehe davon aus, für die neue Saison wird sich dies anders darstellen.

Punktevergabe: Für jeden Platz Abweichung vom tatsächlichen Platz 12 gab es einen Minuspunkt.

2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?

Haha, das war ja leicht…
Mit Christopher Buchtmann, Johannes Flum, Richard Neudecker, Waldemar Sobota, Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz gab es gleich sechs richtige Antworten – denn tatsächlich haben unsere Helden in Braun-Weiß niemanden, der mehr als eben deren vier Saisontore erzielt hat.

Die Erwartungshaltung war dann aber im Vorfeld personell recht eindeutig, 110x wurde “der Aziz vom Kiez” als Toptorschütze erwartet, 28x Sami Allagui… sehr wenige Einzelnennungen entfielen dann noch auf Jan-Marc Schneider, Buchti und Cank Sahin.

Punktevergabe: Fast alle bekamen daher fünf Punkte für die richtige Antwort.
Wer jemand anderen genannt hatte, ging leer aus.

Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?

Wir sind halt doch unverbesserliche Optimisten.
Gut zwei Spiele meinte man, würden wir gewinnen können… bekanntlich kam es mit dem Ausscheiden in Paderborn anders.

Punktevergabe: Immerhin 15x gab es fünf Punkte für das richtig vorhergesagte Aus im Möbelhaus, alle anderen bekamen pro prohezeitem Sieg einen Minuspunkt.

Braunschweig, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?

Mit Braunschweig als Drittem der Vorsaison und den zwei emotional etwas brisanteren Spielen gegen Bielefeld und Kiel – da fiel es eher schwer, seriös etwas vorherzusagen.
Und wenn man jetzt im Nachhinein zusammenrechnet, dass es insgesamt 13 der möglichen 18 Punkte aus diesen Duellen gab, so könnte man zufrieden sein.

Noch dazu, wo man gegen Kiel mit sechs Punkten die Idealausbeute holte und auch gegen braunschweig vierfach punktete.
Umgekehrt kostete das 0:5 in Bielefeld bekanntlich Olaf Janßen den Job.

Und immerhin: 11,37 Punkte waren im Schnitt vorhergesagt worden, das ist doch zumindest nahe dran.

Punktevergabe: Wer die 13 Punkte hatte, bekommt 10 Punkte.
Alle anderen einen Minuspunkt pro Abweichung.

Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?

Heidenheim – mehr gab es nicht in der Hinrunde.
Bochum, Kiel – und dann bekanntlich die beiden Lebensretter gegen Fürth und Bielefeld am Saisonende.

Fünf(!) Heimsiege nur, während die Prophezeiung noch 10,38 erwartet hatte.

Punktevergabe: Niemand war so pessimistisch, daher einen Minuspunkt für jeden zuviel vorhergesagten Sieg.

Wie viele Tore schießen Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz insgesamt in der Liga?

Tja… deprimierende acht sind es geworden.
Auch hier war niemand so pessimistisch, Höchstwert war sogar eine 60, im Schnitt erwartete man immerhin 22,47 Tore von den Jungs.

Punktevergabe: Ein Minuspunkt pro zuviel getipptem Tor.

Welchen Platz belegen die 1.Frauen in der Regionalliga Nord?

Da stand bei den Frauen am Ende Platz sieben, obwohl es während der Saison durchaus nach mehr ausgesehen hatte.
Neun Siege, vier Unentschieden, neun Niederlagen – solides Mittelfeld.

Im Schnitt wurde Platz 4,43 erwartet.

Punktevergabe: Wer Platz 7 getippt hatte, bekam fünf Punkte, alle anderen einen Minuspunkt pro Abweichung.

 

Gesamtstand:

Aufgrund der besonderen Punktevergabe ist es schwierig, überhaupt Pluspunkte zu sammeln. Ein Vermeiden von großen Abweichungen bei Tabellenplatz und Toren unserer beiden Stürmer war der Schlüssel zum Sieg, kombiniert mit etwas Glück bei den restlich Tipps.

Daher Glückwunsch an @der_zampano, der mit -2 Punkten am besten abschnitt. Auf Platz 2 folgt @kiezkickerde mit -7, den dritten Platz erringt Todde mit -8, alle anderen weisen zweistellige Minuswerte auf.

Am unteren Ende der Tabelle sitzt Jay-Jay, der mit seinen 60 erwarteten Toren von Sami und Aziz dann doch einfach zu weit weg lag und auf -68 Punkte kommt.

Hier die Tabelle im Einzelnen:

1. @der_zampano -2
2. Kiezkicker.de -7
3. Todde -8
4. Rebell -10
5. Konrad Pahlke -11
6. @miteinemLund2P -12
7. mr_ee_tee -13
8. Andreas -13
9. APO_Theke -13
10. Spaghetti Rabonara -13
11. Carsten M -14
12. Sensiego -14
13. RedSinner7 -16
14. Nils -17
15. EntenhausenBewohner -18
16. A.Stra -18
17. Suedniedersachse -19
18. Tobster -20
19. Calimero -20
20. GerdRSL99 -20
21. amhass -20
22. der Dominik -21
23. Chico -21
24. @KDanny41 -21
25. Stefan Trulsen -22
26. Uwe -22
27. mattn -22
28. Lasse -22
29. Felix -22
30. Dionysos -22
31. flippa -22
32. Lommedalen -22
33. Cassy -22
34. Klaas -22
35. his dudeness -22
36. DOS ALERT -22
37. Erik -22
38. Grasgrün -23
39. Holger -23
40. moistchen -23
41. Hussi -23
42. Zippit -23
43. nobynat -23
44. Jannik95 -23
45. Arthur Abendbrot -24
46. Jensd1910 -24
47. The Hawk -24
48. cparker -24
49. Holzfuss89 -24
50. Tipito -24
51. Timbo -24
52. @rueckbau -24
53. @bltgrtsche -24
54. Toby -24
55. redflag1982 -24
56. Michael Schmidt -25
57. Jo_Hinx -25
58. Saelzer -25
59. Buechinho -25
60. cody29 -26
61. Örfin -26
62. Olaf Mitender 0815 -27
63. Rabolte -27
64. @gibtesvollbier -27
65. F.Traummann -27
66. @michaelhein -27
67. @kleinertod -27
68. kilinho93 -27
69. Nikel -28
70. linkedeeler -28
71. Björn Hellmark -28
72. wokrim -28
73. Braun-Weißer-1988 -28
74. Steffi Bauer -28
75. Don Bastiano Coimbra -28
76. mulrich -28
77. Lakritz Tommi -29
78. Leifübertragung -29
79. Hats Mummels -29
80. Luc -29
81. lelandwars -29
82. Philipp_Beo7 -29
83. Alexander Fischer -29
84. Carli_14 -29
85. Magico -30
86. Tim1374 -30
87. combator -30
88. @davidgohla -30
89. Fabian -30
90. Hollywood20359 -31
91. Switters -31
92. Mads Gundersen -31
93. Jürgen aus der Schweiz -31
94. Flecktier -31
95. Molotow -31
96. Fritz von Erich -31
97. Berliner Reisejunkie -31
98. @StPauliStats -32
99. antiallenandern -32
100. JohnnyFCSP -32
101. Markusinkiwiland -32
102. Tralje -32
103. David -32
104. @dl_fcsp -32
105. Norm -33
106. @vilinho -33
107. sutje -33
108. @peer_arne -33
109. Uaaaah -33
110. Buchi -34
111. Philip -34
112. stulf1910 -34
113. joehoe -34
114. Albert -34
115. Spreesprotten -34
116. stachelflosse -34
117. Andreas Görke -34
118. Jens23 -35
119. Kai-Uwe -35
120. ThömiGee -36
121. Kliemsche -36
122. Kreisklasse_1910 -36
123. Ante Budemir -37
124. catch22 -37
125. Desaster -37
126. luener -37
127. Teddytria -38
128. Kiezpirat -39
129. @MainKiez -39
130. Leeeon -39
131. Jost -39
132. Breadstar -40
133. Kloppi -40
134. Jonny Jonas -40
135. Birger -41
136. KonBon -41
137. snief -41
138. MoGü -42
139. Pauliane -42
140. Janne1910 -43
141. ElPurple -46
142. Schmölli -48
143. Nils Engelhard -50
144. @chromeridazT -54
145. Jay-Jay -68

Neue Prophezeiung 2018

Und damit kommen wir zu den Fragen der neuen Saison:

  1. Auf welchem Tabellenplatz landen unsere Profis?
  2. Wer erzielt die meisten Tore für uns? (nur Liga)
  3. Wie viele Punkt holen wir aus den Spielen gegen den Nachbarn (nur Liga)
  4. Welche Vereine belegen die Plätze 1 – 3 in der 2.Liga?
  5. Welche Vereine belegen die Plätze 16 – 18 in der 2.Liga?
  6. Aus den ersten vier Spielen (in Magdeburg, gegen Darmstadt, bei Union und gegen Köln) holen wir x Punkte.

Abgabeschluß: Anstoß unseres ersten Ligaspiels, also am Sonntag, 5.August, 13.30h.

Veröffentlicht unter Und sonst so | Verschlagwortet mit , , , , , | 110 Kommentare

Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2018/2019

Hello again!

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 201120122013201420152016 und 2017)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen, ehe man sich unnötig aufregt:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt (ohne Familienbereich und Sichtbehinderung), sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sieben Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.

Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist.

Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2018: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Zur letzten Saison erhöhten nur drei der 16 verbleibenden Erstligisten die Preise (Frankfurt, Dortmund, Bremen), diese Saison sind es erneut drei Clubs.
Heißt aber auch: Bei den anderen 13 Vereinen bleiben die Preise stabil.
Mehr als im Vorjahr zahlt man in Dortmund (ca. 2% in allen Kategorien), Freiburg (ca. 6% in allen Kategorien) und in Stuttgart. Beim VfB ziehen Stehplatz und günstigster Sitzplatz um 17,-€ an, während die teureren Sitzplätze stabil bleiben. Das ist ja auch mal ein Statement. (Sollte es dafür einen tieferen Grund geben, diesen gerne in die Kommentare packen.) Nachtrag: Haha, Quatschkram erzählt, bin nur in der Spalte verrutscht. Der VfB Stuttgart erhöht in allen Kategorien gleichwertig um 17€.
Hannover 96 ist ein Sonderfall, da ich da bisher immer die 5% Rabatt für Vorjahres-Dauerkarteninhaber mit drin hatte, da dies nahezu einzigartig war. Nun fangen mehr Vereine damit an und es wird unübersichtlich, daher sind jetzt alle Daten ohne “Treuerabatt” und die Hannoveraner Preise eben 5% höher erfasst als letztes Jahr, auch wenn sich der Preis nicht verändert hat.
Wer gleichzeitig noch Mitglied und oder Kunde einer bestimmten Bank ist, kann diesen Rabatt sogar auf 10% oder 15% erhöhen. Mitgliederrabatt bieten allerdings auch fast alle Vereine an.

Der Deutsche Pokalsieger, Eintracht Frankfurt hat den “Titel” verteidigt und verkauft weiterhin die teuersten Tickets. Allerdings liegen die Stehplatztickets mit 180€ unterm Ligaschnitt, dafür sind 383€ für den billigsten Sitzplatz der drittteuerste Wert und mit 803€ für die beste Sicht ist man am Main sogar Ligaspitze. Die teuerste Karte in dem Segment hatte bisher der Hamburger SV, aber der folgt ja erst in der nächsten aufgezählten Liga.
Am günstigsten ist der Erstligafußball nach wie vor in Wolfsburg. 130€ für den Stehplatz sind ebenso wie 200€ für den günstigsten und 400€ für den teuersten Platz das preiswerteste, was die Liga zu bieten hat. Wer also gut gucken will, kann in Wolfsburg zwei Premiumsitze zum Preis von einem Frankfurter Sitz kaufen… wird sicher trotzdem niemand deswegen tun, schon klar.

Noch ein Blick auf die Aufsteiger:
Der 1.FC Nürnberg landet mit sehr günstigen Werten nur knapp oberhalb von Hoffenheim und Wolfsburg. Die Karten kosten 22% mehr als in der letzten Zweitligasaison. Hier lohnt natürlich auch der Blick auf das letzte Erstligajahr: Im Vergleich zur Saison 2013/14 sind die Preise um etwa 6,4% gestiegen. So weit sicher im Rahmen, allerdings auch hier ein Ungleichgewicht bei den Kategorien: Die Stehplatztickets kamen damals 165€ und jetzt 190€. Die teuersten Sitzplätze kosteten damals 519€… und jetzt immer noch.
Fortuna Düsseldorf hatte letztes Jahr die zweitteuersten 2.Ligatickets. Dementsprechend erhöht man jetzt nur um moderate 6%, schiebt sich damit aber auch noch die die obere Hälfte. Und wer auf diesen bunten Sitzschalen gut gucken möchte, zahlt mit 759€ sogar den dritthöchsten Preis der Liga.

Durchschnittlich zahlt der Erstligafan für seine Stehplatzdauerkarte 185€, am teuersten sind diese Tickets in Dortmund und Stuttgart (je 215€) sowie Freiburg (210€). Die günstigsten Steher gibt es wie schon erwähnt in Wolfsburg (130€) sowie bei den beiden Champions League-Teilnehmern Bayern (140€) und Hoffenheim (150€).

319€ kostet im Schnitt der “billigste Sitzplatz” pro Verein, wobei Freiburg hier mit 445€ den Vogel abschießt. Dortmund (398€) und Frankfurt (383€) folgen dann schon mit Abstand. Am billigsten sitzen kann man in Wolfsburg (200€), bei der Hertha (248€) und in Düsseldorf (255€). (An dieser Stelle, wie immer: Ja, in Berlin gibt es keine Stehplätze. Die hier als Stehplatz genommene Kategorie ist aber die, wo eh gestanden wird und es keinen Sitzplatzanspruch gibt.)

Wer den besten Sitzplatz (ohne VIP) haben möchte, zahlt dafür im Schnitt 652€. Hier kassiert die Eintracht am meisten (803€), vor Schalke (776€) und eben der Fortuna (759€). Besonders günstig ist dieses Segment eben in Wolfsburg (400€), Nürnberg (519€ und Leverkusen (520€).

Eine “Dauerkarte Plus” gibt es inzwischen auch bei immer mehr Vereinen, da ist dann die automatische Freischaltung von Pokalspielen (DFB-Pokal und ggf. Europapokal) mit drin, neu hinzugekommen ist dabei aus meiner Sicht der FC Augsburg, auch ohne Europa. (Die gab schon seit der EuropaLeague Saison, Danke an @SammyKuffour.)
Diese Option gestrichen hat RaBa Leipzig, trotz Europa.

Und noch eine weitere Neuigkeit, die ich so zumindest bisher noch nirgends wahrgenommen hatte: Bayer 04 Leverkusen bietet ab sofort die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Zwar sind es nur zwei Raten, aber immerhin.
(Nachtrag, siehe Kommentare: Hertha BSC bietet dies sogar schon etwas länger an.)

Nimmt man die Gesamtsumme dieser drei Kategorien, so ist diese im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht günstiger geworden (1.156€ statt 1.171€), was in erster Linie am Abstieg der Tabellenzweiten und -fünften aus Hamburg und Köln lag.

Dauerkartenpreise 1.Bundesliga 2018/19

2.Bundesliga

Von den 14 Vorjahreszweitligisten bleibt der Preis bei neun Vereinen stabil. Die Vorjahresaufsteiger Kiel (7%) und Duisburg (5%) ziehen etwas an, das neue Stadion in Aue schlägt mit 8% zu Buche. Außerdem erhöhen Dresden (17€ beim günstigen Sitzplatz, Rest bleibt gleich) und Heidenheim (1%, siehe weiter unten) leicht.

Ligakrösus bleibt Union Berlin, was allerdings die schon in den Vorjahren ausführlich erläuterten Hintergründe hat. Ein fast reines Stehplatzstadion mit hoher Auslastung, wo die Stehplatzkarte durchaus im Durchschnitt liegt – da müssen die wenigen Sitzplätze der Haupttribüne eben den Rest mitfinanzieren. Dies führt in meiner Erfassung gerade bei Union zu einem sehr schiefen Wert. Ist so, kann ich nicht ändern, nur erklären.
Hier bleibt abzuwarten, wie sich eben diese Tribüne preislich entwickelt, wenn denn der geplante Umbau abgeschlossen sein wird.
Außerdem hat Union dieses Jahr als erster Verein die Vorgabe gehabt, dass ein (erstes) Vorkaufsrecht nur für Dauerkarteninhaber gilt, die auch Vereinsmitglieder sind. De facto ist dies natürlich eine (deutliche) Preiserhöhung (Vollzahler-Mitgliedschaft: 180€ pro Jahr 120€ pro Jahr, hier stand zunächst der Betrag für Aktive Mitglieder), die eben der besonderen Situation des Stadionumbaus geschuldet ist.
Allerdings gab es wohl in einer zweiten Verkaufsphase für DK-Inhaber ohne Mitgliedschaft (und für Mitglieder ohne DK) auch über eine Woche lang noch Gelegenheit eine Karte zu erwerben. Wer also wollte, hatte dann immerhin die Gelegenheit, auch wenn es dann im Einzelfall im Zweifel nicht mehr der bisherige Bereich war.

Am Tabellenende marschieren weiterhin die Vereine aus Heidenheim, Fürth und Sandhausen, wie auch schon seit Jahren.

Auch hier ein Blick auf die Liganeulinge:
Der eine Erstligaabsteiger, der Hamburger SV landet immerhin in dieser Tabelle auf einem Aufstiegsplatz. In den hier genannten Kategorien wurden die Preise um durchschnittlich 15% gesenkt, insbesondere aber der Premium-Bereich mit 663€ sorgt dafür, dass Platz 2 aus Liga 1 exakt auch in die neue Ligazugehörigkeit übernommen werden konnte. 204€ für den Stehplatz sind etwa 1€ pro Spiel weniger als im Vorjahr.
Randnotiz: Der HSV kassierte bisher immer den “Sportgroschen”, der dann auch mit 1,70€ auf die Dauerkarten aufgeschlagen wurde. Dieser fehlt ab sofort.
Absteiger 2, der Effzeh aus Köln, ging um durchschnittlich 19% mit den Preisen runter und hat mit 135€ auch den zweitgünstigsten Stehplatz.
Bei den Aufsteigern haben wir mit dem SC Paderborn einen alten Bekannten dabei, der gerade in dieser Statistik schon für das ein oder andere Ausrufezeichen gesorgt hatte. Nun aber gibt man sich demütig, denn der neue Wert liegt gleich 28% unter der letzten Zweitligsaison. Der Stehplatz kostet mit 195€ so auch deutlich weniger als die 238€, die noch 2015 aufgerufen wurden.
Und wenn mich meine Aufzeichnungen nicht täuschen, so hat man sogar im Vergleich zum Vorjahr in Liga 3 die Preise nochmal deutlich gesenkt, wenn auch hauptsächlich im höherpreisigen Sitzplatzbereich,
Der 1.FC Magdeburg wird zum ersten Mal erfasst und ordnet sich gleich mal im Mittelfeld ein. “Spitze” ist man allerdings bei den Stehplätzen, denn die sind mit 231€ die teuersten der Liga. Oh, Moment… ja, sogar die teuersten im Deutschen Profifußball!
Auch hier wird aber die Auslastung voraussichtlich die Vereinsverantwortlichen nicht enttäuschen.
(Hinweis, siehe Kommentare, Danke an Ralle: Auf dem Papier sind die Hintertorplätze ein Sitzplatzbereich. Da dort allerdings die supportende Fanschaft steht, bleibe ich bei der hier vorgenommenen Eingruppierung, auch wenn es in der Ecke noch einige Stehplätze für 217€ gibt.
Außerdem wird auch in Magdeburg umgebaut, auch da ist also die Entwicklung abzuwarten.)

Der Stehplatz kostet im Ligaschnitt 181€ und damit (wie auch in den Vorjahren) nahezu gleichviel wie im Oberhaus. Neben den eben erwähnten Magdeburgern (231€) müssen auch die Fans in Kiel (224€) und Aue (216€) tiefer in die Tasche greifen als der Rest, während in Fürth (130€), Heidenheim und Köln (je 135€) der Stehplatz zu den günstigeren zählt.

Günstig sitzen kann man im Schnitt für 323€, auch hier bewegt man sich auf Erstliganiveau. Bei Union (476€), in Regensburg (412€) und in Kiel (384€) ist der billigste Platz im Ligavergleich am teuersten, in Sandhausen (204€), Fürth (250€) und Köln (280€) hingegen am günstigsten. (Ja, damit kann man in Sandhausen günstiger sitzen als man in Magdeburg, Kiel, Aue, Bielefeld und beim HSV stehen kann.)

Der beste Platz schlägt mit durchschnittlich 482€ zu Buche und dies ist dann im Vergleich zur ersten Liga (652€) dann eben doch ein Klassenunterschied.
Richtig teuer ist dieser dann bei Union (680€), beim HSV (663€) und in Köln (640€), während er in Fürth (350€), Sandhausen (357) und Ingolstadt (364€) verhältnismäßig günstig ist.

Besonderheiten: 
Greuther Fürth veröffentlicht ein Treueprogramm, welches langjährigen Dauerkarteninhabern das ein oder andere Bonbon verspricht. Das beschränkt sich aktuell noch auf Dinge wie 10% Rabatt im Fanshop oder einen Gratisflock, aber “Exklusive Events” wie ein Fußballturnier sind in Planung.
In Heidenheim hat man die Preise zwar im Schnitt dieser drei Kategorien um 1% erhöht, tatsächlich wurden aber der Stehplatz und die günstigen Sitzplätze billiger, während man die teuren Sitzplätze angehoben hat.
Der SV Darmstadt 98 verkauft aus der Not heraus für die Gegengerade eine “9er-Dauerkarte”, weil die Umbaumaßnahmen dort ja schon in der laufenden Saison vorgenommen werden sollen. Alle Inhaber haben danach aber ein Anrecht auf einen anderen Platz in der Umbauphase, so gewünscht, Details folgen dann noch.
Beim VfL Bochum und beim FC Ingolstadt gab es einen Frühbucherrabatt, der hier nicht berücksichtigt ist.

Nachtrag: Beim VfL Bochum ist mir eine Sitzplatzkategorie durchgerutscht, Danke auch hier an die Kommentierenden. Für 224€ sitzt man in der Kurve am Gästeblock sehr günstig, Grafik ist aktualisiert.

Noch ein Blick in Liga 3:
Der TSV 1860 ist zurück – irgendwas ist ja immer.
222€ für einen Stehplatz im Grünwalder ist eine stolze Zahl, die immerhin zum dritten Platz in Liga 2 gereicht hätte bzw. sogar teurer ist als alle Erstligastehplätze. Okay, sind auch zwei Spiele mehr…
Die Sitzplatzkarten für 419€ (Stehhalle) und 499€ (Haupttribüne) zeigen ebenfalls, dass man sich weiterhin mindestens Zweitklassig sieht.

Soweit für dieses Jahr.
Denkt gerne an mich und grüßt schön, wenn demnächst wieder die ein oder andere Zeitung diese Zahlen aufgreift und als eigene “Recherche” verkauft, leider oft ohne Quellenangabe. Vielleicht sollte ich zukünftig absichtlich Fehler einbauen, als eine Art Wasserzeichen…

Sollten Euch aber tatsächlich Fehler auffallen oder Ihr konstruktive Verbesserungsvorschläge haben: Her damit, wahlweise an Frodo(at)uebersteiger.de oder gleich in die Kommentare. // Frodo

Veröffentlicht unter Und sonst so | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 23 Kommentare

Die Form hat den Fehler, der Nazi will kicken und Oma bezahlt

Dieser Artikel erschien zunächst im Print-Übersteiger 132 am 06.Mai 2018. Hier veröffentlichen wir ihn erneut, inklusive dem Dankesschreiben des TuS Appen, welches uns kürzlich erreichte.

Nazis raus – auch aus dem dörflichen Fußballverein, ist leicht gefordert und skandiert, aber dann eben doch eine sehr figelinsche Angelegenheit wie der Fall TuS Appen gegen den Hamburger NPD-Vorsitzenden Lennart Schwarzbach zeigt. Und das Recht macht die Sache eben auch nicht immer einfach.

TuS Appen, Einladung zur Mitgliederversammlung – unter Tagesordnungspunkt 14. Satzungsänderungen a,b,c,d – „die Beschlussvorlage mit den vorgesehenen Satzungsänderungen kann beim Verein per E-Mail unter info-tus-appen.de angefordert werden und liegt in der Geschäftsstelle zur Abholung bereit.“ Denn 8000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten ärmer, zahlreiche Gerichtsverhandlungen später, eine persönliche Strafanzeige wegen angeblicher Urkundenfälschung noch anhängig, um viel Erfahrung reicher und das eine oder andere Mal desillusioniert, weiß Wilfred Diekert, Vorsitzender des TuS Appen, um die Wichtigkeit dieser Zeilen auf der Einladung. Denn letztlich war es ein Formfehler, der dafür sorgt, dass der Hamburger NPD-Vorsitzende Lennart Schwarzbach (27) nach wie vor Mitglied des TuS und seiner Fußballabteilung ist – gegen den erklärten Willen seiner Mitspieler, seines Abteilungsleiters Sascha Helfenstein und einer Entscheidung der TuS-Mitgliederversammlung aus dem Jahr 2015. Damals wurde die Satzung nämlich zum Zwecke des Ausschlusses des NPD-Funktionärs geändert, aber Zweck der Satzungsänderung nicht vorab in der Einladung „schriftlich ausgeführt“. Das muss laut einem Urteil des BGH seit 1979 so sein. „Kein Ausschluss ohne Rechtsgrundlage“, so Diekert besagt ein Urteil des Reichsgerichts von 1929 – und das hat Bestand.

„Letzlich ist es ja besser, dass wir an einem Formfehler und nicht in der Sache gescheitert sind“, ist Diekert (69, vier Einsätze als Schiri in der 1. Bundesliga) beim Gespräch mit dem Übersteiger und seinem Fußballabteilungsleiter Helfenstein in der Appener Geschäftsstelle einige Wochen nach der höchstrichterlichen Entscheidung der 9. Zivilkammer des Landgerichts Itzehoe schon wieder bei Normalpuls – auch wenn ihn so einige Umstände rund um die rechtliche Auseinandersetzung immer noch sehr aufregen. „Heutzutage muss man als ehrenamtlicher Vorsitzender eigentlich auch ein Volljurist sein“, bemängelt der Vorsitzende des Hamburger Verbandsschiedsrichterausschusses. Und ein PR-Experte obendrein. Denn schafft es der TuS-Appen für gewöhnlich in die lokalen Sportnachrichten, weil die Oberliga-Damen wie derzeit gegen den Abstieg spielen und die 1. Herren in der Kreisliga 7 gegen Cosmos Wedel punkten, sind er und seine Appener in den vergangenen Wochen in TV-Beiträgen wie Panorama 3 und Printmedien vom „Hamburger Abendblatt“ bis zu den „11 Freunden“ im Kampf gegen rechts vertreten.

Wilfred Diekert und Sascha Helfenstein im Büro des TuS Appen mit ÜS-Autorin tati // (c) hog

Rückblick: Schwarzbach, gemeldet in Hamburg mit Oma in Appen (Diekert: „Die zahlt auch seine Vereinsbeiträge“) wechselt vom Hoisbütteler SV in die 1. Herren zum TuS Appen. „Da war uns nichts bekannt über rechte Gesinnung und politischen Werdegang des jungen Mannes“, so Appens Vorsitzender. „Wir haben ja nicht jeden überprüft, der bei uns Sport treiben wollte. Inzwischen gucken wir bei allen nach, ob sich da bei Google etwas findet.“ Ein Muss, wenn man solche Leute wie Schwarzbach gar nicht erst im Verein haben möchte. Den Beitritt kann der Verein nämlich verweigern, aber der nachträgliche Rausschmiss ist kompliziert. Und ob er überhaupt rechtes wäre –  ist in der Sache eben gar nicht vor Gericht entschieden worden. Soweit.

2014 als der junge Rechte erstmals für die Hamburger NPD kandidierte, durfte er allerdings schon bei TSC Wellingsbüttel nicht mehr als C-Jugend-Trainer tätig sein. Als Spieler blieb er beim Hoisbütteler SV wie auch in Appen unauffällig. „Der hat sich innerhalb des Vereins immer ordentlich verhalten, hat keine Politik hier reingetragen“, weiß Diekert zu berichten. Aber Helfenstein ergänzt: „Seine Facebook- Accounts machten dann doch die Runde und durchs Fenster entdeckten Mitspieler verfassungswidrige Symbole an der Zimmerwand.“ You-Tube-Videos des NPD-Funktionärs (Zitat daraus: „Integration ist Völkermord. Deutscher ist nur, wer deutsche Vorfahren hat . . .“) machten die Runde.

Das eben nicht Ende der Geschichte – mit dem nationalistischen Kicker Schwarzbach will keiner mehr spielen. Und schon begann die Geschichte mit den Formfehlern. Satzung geändert, da fehlt noch mal eine Unterschrift, der Notar lässt sich auch Zeit, hat keine Einwände, anstandslose Eintrag der Satzung Anfang 2016, Antrag auf Vereinsausschluss und der Vereinsausschluss dann im April. Anhörung vorm Ehrengericht „Es ist nicht so, dass wir nicht vorher alles versucht haben – Gespräche mit ihm in unterschiedlichen Konstellationen – damit er so geht“, sagt Helfenstein schulterzuckend.

Vor dem Vereinsheim des TuS Appen

Es wird ungemütlicher im beschaulichen Appen: Der Rechtspopulist klagt vor dem Pinneberger Amtsgericht, will an der nächsten MV teilnehmen, wieder mitspielen. Einstweilige Verfügung, Recht für Appen vorm Pinneberger Amtsgericht, Revision ect. pp. Und damit hat Schwarzbach, das ist die Kehrseite der Medaille, eben auch seine Bühne. „Man muss die Kriminellen beim Namen nennen“ und „für Deutschenfeindlichkeit gibt es keine Entschuldigung“ – nach dem Landesgerichtsurteil nichts Unerwartetes vom NPD-Mann, der über seinen Anwalt auch Diekert persönlich anzeigte. Aber „klare Kante“, so die Spieler im Panorama3-Beitrag, wollen sie zeigen. Fußball haben sie für sich erkannt, ist eben nicht unpolitisch. „Bestimmte politische Ansichten, lassen sich nicht mit gesellschaftlichen Werten vereinbaren“, erklären Appens junge Spieler im TV.

In Anbetracht des Umstandes, dass Schwarzbach von Peter Richter, auch Anwalt im NPD-Verbotsverfahren, vertreten wird, lässt sich erahnen, dass es auch beim nächsten Versuch ihn loszuwerden, Gegenwehr und Schwierigkeiten geben könnte. Doch die Mitglieder sind gewillt. Auf der Mitgliederversammlung am 19.April 2018 stimmten fast alle der etwa 100 Anwesenden für die Änderung der Satzung. Nur Schwarzbach nicht, nach dessen Redebeitrag es “etwas hitzig” (Helfenstein) wurde. Zum Training oder Spiel ist der NPD-Mann bislang nicht erschienen“, so die Appener Funktionäre. Lediglich beim Fitness wurde er mal gesichtet. Die Mannschaft hat bereits klar und kantig verkündet, den Rasen zu verlassen, sollte Schwarzbach dort auftauchen und aufs Mitspiel pochen.

Diekert muss jetzt erst einmal klären, ob der TuS Appen überhaupt noch eine gültige Satzung hat und derlei komplizierte Dinge – alles ehrenamtlich versteht sich und ohne Unterstützung vom Landessportverband Schleswig-Holstein oder der Rechtsschutzversicherung über die der Verein „versichert“ ist. „Das Verfahren zum Ausschluss eines Vereinsmitgliedes ist kein Versicherungsgegenstand“, schreibt die ARAG und überwies aber immerhin im Kulanzwege 1000 Euro. Und das Verfahren wegen der Strafanzeige? „Ne auch kein Rechtsschutz. 500 Euro auch Kulanz“, sagt Appens Vorsitzender empört darüber. „Alle quatschen immer, aber dann stehst du als kleiner Verein ganz alleine da.“ Der Landessportbund empfiehlt dem TuS-Appen lediglich „den Abschluss eines entsprechenden Zusatzvertrages“ zur Versicherung. Das ist doch mal recht hilfreich. Diekert: „Die müssten uns dankbar sein, dass wir schon mal für etwas Rechtssicherheit gesorgt haben.“

Aber Diekert und Helfenstein haben in der Sache nicht nur schlechte Erfahrungen machen müssen. Der SV Babelsberg 03 unterstützte die Kreis Pinneberger als ersten Verein mit 500 Euro aus seiner Spendenaktion „Nazis raus aus den Stadien“ und besucht den Club des ehemaligen Bauerndorfes (wie hoffentlich auch eine Mannschaft des FC St. Pauli) zu seinem Fußballturnier Anfang Juli gegen rechts auf dem Platz am Almtweg. Fehlen den Appenern unterm Strich also noch 6500 Euro zur Kostendeckung des bisherigen Verfahrens.

Dafür geben wir hier doch gerne mal die Bankverbindung an:
TuS Appen, Sparkasse Südholstein,
IBAN: DE 49 23051030 0003024445,
BIC: NOLADE21SHO
Stichwort: Appen gegen rechts.

Der Übersteiger dankt fürs Gespräch und wird die Bemühungen des TuS Appen weiter begleiten und beim Turnier im Juli ganz sicher und gerne auf Bratwurst und Bier vorbeischauen. // tati/hog

Ergänzung, 22.Juni 2018:
Inzwischen erreichte uns dieses Schreiben von Wilfred Diekert, dem 1.Vorsitzenden des TuS Appen. Die eben genannte Bankverbindung ist natürlich trotzdem weiterhin gültig und kann für Spenden verwendet werden.

 

Liebe Sportfreunde,

vielen Dank für den Artikel im Übersteiger vom 06. Mai über die Vorgänge in unserem Verein im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ausschluss eines NPD-Funktionärs. Im Nachgang zu diesem Artikel sind mehrere Spenden als Kostenbeitrag für unsere entstandenen Rechtskosten eingegangen, für die wir uns ebenfalls herzlich bedanken.

Wir empfinden dies als großartige Hilfe, weil die Kosten dieses „unsäglichen“ Rechtsstreits mit all seinen Facetten für unseren Verein eine natürlich nicht unbedeutende Größenordnung angenommen haben und belasten. Und wenn man dann bedenkt, dass dieses Verfahren deshalb entstanden ist, weil ein ausgeschlossener Rechtsradikaler den Verein durch alle möglichen Instanzen „gezogen“ hat, ohne dass wir eigentlich die Möglichkeit hatten aus diesem Prozess „auszusteigen“.

Nun werden wir diesen Vorgang wohl wiederholen und dann mal sehen wie es ausgeht.

Wir hoffen auch weiterhin auf eine angenehme Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

TuS Appen – Vorstand
Wilfred Diekert
(W. Diekert  – 1. Vorsitzender )

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das untere Mittelmaß in Zahlen – Die Saison 2017/2018 in der Statistik-Rückschau

Es ist soweit: Ich habe einmal ganz tief durchgeatmet (vermutlich lag es an der Elternzeit, die ich zwischendurch hatte) und möchte nun die Saison des FCSP aus statistischer Sicht angehen. Wer ab und an mal den MillernTon hört, der hat vielleicht schon mitbekommen, dass ich unter anderem ‚deep in love‘ mit expected Goals bin. Deswegen werde ich diese Daten natürlich bis ins kleinste Detail auswerten. Aber ich nehme auch einige der „üblichen Verdächtigen“ Statistiken mit auf, da das Bild dann etwas runder wird.

Ich möchte vorwegnehmen, dass meine Vorliebe für Statistiken im Fußball leider nicht mit einer Vorliebe für statistische Methoden einhergeht. Ehrlichgesagt rufen Begriffe wie ANOVA, Normalverteilung, RMSE und Akaike information criterion eher Grausen bei mir hervor. Daher kann es durchaus sein, dass die hier präsentierten Statistiken es mit der Signifikanz nicht sonderlich genau nehmen, stattdessen aber mit ganz viel Herzblut gefüllt sind.

Platz 12 von 18 Teams bedeutet unteres Mittelmaß für den FCSP. Nimmt man die Ziele der Vereinsführung als Maßstab, dann müssten wir die Saison im oberen Drittel der Tabelle beendet haben. Warum das nicht passierte, ob wir diese Platzierung verdient haben und woran in der Vorbereitung dringend gearbeitet werden sollte, lässt sich auch ein wenig anhand verschiedener Statistiken zeigen.

Ein Blick auf die 2.Bundesliga

Im tiefen FCSP-Twitter-Kosmos existiert ein „nameless, genderless robot“ namens stpaulistats. Die Tweets sind zwar deutlich nicht so objektiv wie man es von einem Roboter erwarten würde, aber in steter Regelmäßigkeit wird die Internetseite von stpaulistats mit Daten aller Zweitligisten von football-data.co.uk und data.fivethirtyeight.com gefüllt. Da ich die Daten von fivethirtyeight ebenfalls gesammelt habe, möchte ich auf die Daten der sogenannten „shot table“ eingehen. Diese Tabelle beinhaltet alle Torschüsse der Saison 17/18 aber auch weitergehende Statistiken, die sich aus den Torschussverhältnissen errechnen lassen.

(Source: http://stpaulistats.blogspot.com/p/main-table.html)

Ob und wie aussagekräftig die in dieser Tabelle angeführten Statistiken sind, überlasse ich jedem selbst. Aus meiner Sicht wird vor allem eines mehr als deutlich: Der 1. FC Kaiserslautern hat den Abstieg verdient. Denn sowohl bei den eigenen als auch bei den gegnerischen Torschüssen (gesamt und nur Schüsse aufs Tor) belegen sie den letzten Platz. Da hilft dann auch der zweithöchste PDO wenig, da die total shot ratios deutlich die schwächsten der Liga sind (der PDO, auch Glücksfaktor genannt, ist übrigens das Verhältnis von eigener Chancenverwertung (Score %) vs. gegnerischer Chancenvernichtung (Save %) und die total shot ratios geben das Verhältnis eigener Torschüsse zu denen des Gegners an). Folgt man dieser Statistik, so wird ein zentrales Problem des FCSP deutlich: die Chancenverwertung lässt arg zu Wünschen übrig. Weniger als ¼ aller Torschüsse auf das gegnerische Gehäuse führten zu Toren, die zweitschlechteste Quote der Liga.

Für mich überraschend, da ich eigentlich der Meinung bin, dass solche Statistiken wenig Aussagekraft bezüglich des Erfolges eines Teams haben: Die Anzahl der Torschüsse auf des Gegners Tor korrelieren mit der Tabellenposition.

Anhand der Graphen wird deutlich, dass es einen Einfluss auf den Erfolg eines Teams gibt, wie oft man auf des Gegners Tor schießen kann. Ganz grundsätzlich ist das ja auch logisch, denn je häufiger man auf das Tor schießen darf, umso höher ist die Chance, dass man irgendwann auch mal die Kiste trifft. Bemerkenswert ist, dass dieser Einfluss signifikanter ist als die Anzahl der Torschüsse des Gegners auf das eigene Tor. Es ist also wichtiger eigene Torschüsse zu generieren als die des Gegners zu verhindern. Ein flammender Appell meinerseits ist die Folge dieser Feststellung: Spielt mutiger! Spielt offensiver! Dadurch erhöht ihr Eure Chancen erfolgreich zu sein mehr als wenn ihr versucht keine Gegentore zu kassieren.

Ob sich Ähnliches auch aus den expected Goals schließen lässt? Hier jedenfalls die Tabelle für die Saison 2017/2018:

(Source: http://fivethirtyeight.com/)

Nun ja, von den 9 Teams mit den höchsten eigenen xG-Werten befinden sich 7 auch in der oberen Tabellenhälfte und die Korrelation mit dem Tabellenplatz ist auch akzeptabel (R2 = 0.44). Das ist schon mal nicht schlecht. Eine Korrelation dieser Güte ist bei den xG-Werten gegen die Teams nicht zu finden. Der Zusammenhang der Tabellenplatzierung mit eigenen Torschüssen und nicht mit denen des Gegners ist also auch in den xG-Werten zu erkennen. Und das obwohl mit Fortuna Düsseldorf ein Team Meister geworden ist, welches komplett gegen den Strom der expected Goals geschwommen ist. Zeitweise hatte die Fortuna nach xG-Werten sogar den letzten Platz der Liga eingenommen, aber turnte trotzdem bei den Aufstiegsplätzen rum. So wirklich erklären konnten sich das nicht einmal die Fortuna-Anhänger selbst („Wir steigen auf, keiner weiß warum“). Immerhin haben sich die xG-Werte zum Ende der Saison noch etwas angepasst, sodass nach eigenem xG der 10.Platz erreicht wurde. Mit Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden haben sich zwei Teams in den Untiefen der Tabelle eingefunden, die zumindest anhand der xG-Werte nicht dorthin gehören. Im Fall von Braunschweig lässt sich diese Diskrepanz mit der schwächsten Chancenverwertung der Liga erklären (Score = 22,8%). Dynamo Dresden wiederum weist zwar den zweitniedrigsten xG gegen sich auf, hat davon jedoch nicht so viel, da die Quote der Chancenvernichtung (Save %) die drittschwächste der Liga ist (der FCI ist da ein noch krasseres Beispiel). Laut xG-Werten (xG sum) hätten die ersten drei Plätze deutlich an Holstein Kiel, FC Ingolstadt und Union Berlin gehen sollen. Dass Kiel es nicht geschafft hat, liegt vielleicht auch ein wenig an dessen Einzelspielern (später mehr dazu), Ingolstadt wurde die effiziente Chancenverwertung seiner Gegner zum Verhängnis. Bei Union Berlin zeigt sich die leichte Schwäche der Auswertung mit xG-Daten bei ‚nur‘ 34 Spielen: Eigentlich lieferte Union eine eher mittelprächtige Saison ab, die sich auch in den xG-Werten zeigte. Es gab mit den Spielen gegen Fortuna Düsseldorf (xG 3.7 – 0.2) und den VfL Bochum (xG 5.1 (!!!) – 0.8) aber zwei Ausreißer, die sich in erheblichen Maße auf die Gesamtwerte auswirken. Trotzdem: Ersetzt man bei diesen Spielen den eigentlichen xG-Wert mit dem durchschnittlichen xG (1.3), so belegt Union weiterhin den 3.Platz nach xG-Werten. Übrigens konnte nur Holstein Kiel einen ähnlich hohen xG-Wert erreichen (4.2 im Spiel gegen Düsseldorf). Und wo ist der FCSP? Genau da wo er hingehört. Sämtliche xG-Werte dümpeln im unteren Mittelmaß, wo wir ja letztlich auch gelandet sind. Wir haben uns den 12.Platz also redlich verdient.

Noch deutlicher als in der xG-Tabelle wird die Überperformance von Fortuna Düsseldorf, wenn man einen Blick in die Einzelspiele wirft und ausrechnet wie viele Spiele laut xG hätten verloren werden müssen (eigener xG ist um mind. 0.2 niedriger als xG des Gegners) und trotzdem gewonnen wurden und andersherum. Auch hier zeigt sich, dass Fortuna Düsseldorf überperformed hat: Satte 10 Spiele wurden gewonnen, obwohl das Chancenverhältnis eher für den Gegner sprach und nur zwei Spiele wurden nicht gewonnen bei eigener xG-Überlegenheit. Kein anderes Team kann ansatzweise eine solche Quote aufweisen. Teams wie Union, Dresden, Sandhausen, Kiel, Braunschweig und allen voran Ingolstadt haben sogar deutlich negative Quoten. Auch hier: Mittelmaß für den FCSP.

Wie fielen die Tore/Gegentore?

So. Hier wird es nun wirklich interessant. Ich habe einen tiefen Blick in die Daten von Stratabet gewagt. Stratabet listet alle Chancen sämtlicher Spiele u.a. auch die der 2.Bundesliga. Jede Chance wird dabei sowohl subjektiv, als auch objektiv klassifiziert und kategorisiert. So kann man mit Hilfe dieser Daten z.B. zeigen wie die Teams ihre Tore erzielt und Gegentore gefangen haben, also durch eine Ecke, einen Elfmeter, einen Pass, eine Flanke, etc. zum Tor kamen. So kann erkannt werden, wie der FCSP im Vergleich zur restlichen Liga seine Tore erzielt und Gegentore gefangen hat. Ich habe diese Statistik mal auf die wesentlichen Daten heruntergebrochen: Tore nach Standardsituationen (ohne Elfmeter), nach Ballverlusten und aus dem Spiel heraus.

Aus diesen Statistiken werden zwei Probleme des FCSP mehr als deutlich: 1. Der FCSP hat ein Problem mit Standardsituationen. Das war vielen schon vor dem Lesen dieser Zeilen bewusst, aber nun hat man es nochmal Schwarz auf Weiß – Wir haben uns acht Gegentore nach Standards gefangen und nur zwei erzielt, der Liga-Durchschnitt beträgt aber 5.2 Tore nach Standards. Es gibt also sowohl offensiv als auch defensiv Nachholbedarf in diesen Spielsituationen. Viel besorgniserregender finde ich jedoch die Statistik „Tore nach Ballverlusten“. Der FCSP hat sich satte 26 Gegentore (also 54% seiner Gegentore) nach Ballverlusten eingefangen, bei einem Liga-Durchschnitt von 17.3 Toren (38.2% aller Gegentore). Und es wurden nur 11 Tore nach Ballgewinnen erzielt. Für ein Team, das vom Trainer als „Umschaltmannschaft“ betitelt wurde, ist das bedenklich. Es scheint also für den FCSP auch in anderen Bereichen extremen Nachholbedarf zu geben. (Ich muss an dieser Stelle darauf hinweisen, dass „Tore nach Ballverlust“ als „Tore nach weniger als drei aufeinanderfolgenden Pässen“ definiert ist. Viele, aber weit nicht jede Umschaltsituation ist nach drei aufeinanderfolgenden Pässen abgeschlossen, daher sind in dieser Statistik nicht alle Umschaltsituationen erfasst; Zusätzlich sind viele, aber auch nicht jeder Ballverlust gleichbedeutend mit einer Umschaltsituation).

Ein Blick auf einzelne Spieler des FCSP

Ein weiteres Attribut das Stratabet jeder Chance gibt, ist das sogenannte „chance rating“. Hierbei werden die Chancen subjektiv in Kategorien eingeteilt, je nach Größe der Chance, von ‚den muss man machen‘ (1) bis ‚Verzweiflungsschuss‘ (6). Stratabet hat mal zigtausende Chancen analysiert (es müssen in etwa 40.000 gewesen sein) und nachgeschaut, wie viele dieser Chancen aus jeder Kategorie tatsächlich zu Toren werden. Daraus ergab sich, dass Chancen aus der höchsten Kategorie eine conversion rate von 83% haben, während Chancen der niedrigsten Kategorie nur zu 3% in Tore umgemünzt werden. Es handelt sich also um eine Art xG-Modell, wenngleich keinerlei objektive Daten genutzt werden. Es ist also ein sehr einfaches xG-Modell und dient als Orientierungshilfe zur Einordnung der Abschlussqualitäten von einzelnen Spielern. Aus der Anzahl an Chancen und deren Einordnung lässt sich nun die Anzahl der Tore anhand der conversion rate berechnen (conv. Goals) und mit den tatsächlich erzielten Toren vergleichen. Zusätzlich wird von Stratabet jeder Torschuss noch qualitativ bewertet (Shot-Q.; Skala von 1 (schlechter Schuss) bis 5 (guter Schuss)). So ist z.B. ein direkter Freistoß vom „chance rating“ eher schwach, also zwischen 5 und 6, einzuordnen, aber die Schussqualität kann hoch sein. All diese Daten habe ich genutzt, um einen einigermaßen objektiven Vergleich der Torjäger der letzten Saison zu machen.

(Source: https://app.stratabet.com)

Aus der Tabelle wird deutlich, dass es Stürmer gibt, die aus viel wenig machen und andersherum. Marvin Ducksch gehört zur zweiten Kategorie. Der Top-Torjäger der vergangenen Saison hat mächtige 127 Torschüsse abgegeben und dabei beachtliche 18 Tore erzielt, hätte anhand der Klassifizierung aber etwa 22 Tore erzielen müssen. Ähnlich gelagert ist das Verhältnis von Marco Grüttner. Anders sieht es da bei Hanno Behrens und Steven Skrzybski aus, die in Hinblick auf die conversion rate deutlich überperformed haben. Und wie steht es um die Stürmer des FCSP? Nun, man konnte es sich vermutlich schon denken. Aziz Bouhaddouz und Sami Allagui hätten 7 bzw. 6 Tore mehr erzielen müssen, wenn man die conversion rate als Maßstab nimmt. Auch die Schussqualität sämtlicher Torschüsse ist eher unter dem Durchschnitt bei den beiden FCSP-Stürmern. Ganz grundsätzlich muss aber angemerkt werden, dass es bereits ein Qualitätsmerkmal von Stürmern ist, sich Chancen in guten Positionen zu erarbeiten (Hauptargument, warum Mario Gomez zur WM fährt).

Was brachte der Trainerwechsel beim FCSP?

Auf den ersten Blick nicht sonderlich viel. Unter Janßen gab es einen Punkteschnitt von 1.25 pro Spiel, unter Kauczinski wurde dieser Schnitt nur unbedeutend besser mit 1.28. Es gibt aber durchaus Änderungen in den xG-Werten. Unter Kauczinski hat der FCSP seinen eigenen xG um knapp 0.3 erhöht. Aber es erhöhte sich auch der xG des Gegners leicht (von 1.29 unter Janßen auf 1.35 unter Kauczinski, was aber nicht signifikant ist), wodurch die Summe der xG-Werte auch bei Kauczinski negativ blieb. Deutliche Verbesserungen gab bei der Anzahl der Tore und Gegentore (vor allem auf die herben Klatschen und die effektiven 1-0 Siege unter Janßen zurückzuführen). Es blieb also beim unteren Mittelmaß.

Der FCSP hat also waschechtes unteres Mittelmaß abgeliefert, mit schwacher Abschlussquote, auch dank Stürmern, die weniger Tore machen als der Durchschnitt es tut. Hinzu kommen Probleme beim defensiven Umschalten nach Ballverlusten und bei Standards.  So. Jetzt lasse ich Euch mit den Daten allein. Ihr dürft selbst entscheiden, ob und wie brauchbar und aussagekräftig ihr die findet.

//timbo

p.s. Du bist glühender FCSP-Anhänger und die Begriffe Matlab, Python und R sagen dir etwas? Zusätzlich hast Du Lust mit mir zusammen an Fußball-Daten zu arbeiten? Meld dich: timbo@uebersteiger.de

This article was written with the aid of StrataData, which is property of Stratagem Technologies. StrataData powers the StrataBet Sports Trading Platform, in addition to StrataBet Premium Recommendations.

Veröffentlicht unter Allgemein, Verein | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Interview mit Uwe Stöver – die Suche nach der eierlegenden Wollmichsau

Dieses Interview erschien, in einer leicht gekürzten Fassung, zuerst im Print-Übersteiger 132, am 06.Mai 2018.
Alle Fotos: (c) Ariane Gramelspacher

Vor dem Spiel gegen Union Berlin hatte der Übersteiger die Gelegenheit, trotz der prekären sportlichen Situation ein Interview mit dem “Geschäftsleiter Sport” Uwe Stöver zu führen. Themen waren die aktuelle Saison, die Entwicklung im Fußball sowie ein Ausblick auf die Zukunft der Mannschaft.

Übersteiger: Oke Göttlich hat sie bei Ihrem Amtsantritt als Geschäftsleiter Sport als jemanden beschrieben, der in seiner Karriere schon alles erlebt hat. Welche Erlebnisse hat er damit wohl gemeint?

Uwe Stöver: Ich glaube er meinte meine Zeit als Spieler, als Trainer einer U-19, U-23, als Co-Trainer einer Mannschaft der 2. Bundesliga, als Leiter eines Nachwuchsleistungszentrums und als Verantwortlicher  Sport im Bereich 2. Bundesliga und Dritte Liga. In der Zeit gab es einen Aufstieg in die Bundesliga, einen DFB-Pokalsieg 1993 mit Bayer Leverkusen sowie Pokalsiege im Bereich U-19 und U-23 und über viele Jahre erfolgreiche Kämpfe um den Klassenerhalt. „Alles“ habe ich sicherlich nicht erlebt, aber sehr, sehr viel.

ÜS: Bevor Sie beim FCSP anfingen, haben Sie die sportlichen Geschicke in verschiedenen Funktionen beim SV Wehen-Wiesbaden, FSV Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern geleitet. Die momentane Situation, zweigleisig planen zu müssen, sollte Ihnen also bekannt vorkommen…

US: Klar, der Kampf um den Klassenerhalt war sowohl als Spieler, als auch als Verantwortlicher im Bereich Sport ein ständiger Wegbegleiter. Ich kenne diese Situation also sehr gut.

ÜS: Dann stellen wir die These auf: Uwe Stöver in der jetzigen Situation beim FCSP zu haben, war von langer Hand geplant?

US (lacht): Ich denke, das ist nicht vorauszusehen. Wir hatten eine schwierige Phase in der Hinrunde. Nach dieser hat sich die Mannschaft in der unteren Tabellenregion wiedergefunden. Auch, wenn wir momentan eine Punktzahl haben, die in den letzten Jahren zum Klassenerhalt gereicht hat. Die Situation ist klar: wir befinden uns im Abstiegskampf und haben in den letzten Spielen die Dinge so umzusetzen, dass am Ende der Klassenerhalt als Ergebnis stimmt.

ÜS: Bei Ihren bisherigen Stationen ging es wie erwähnt auch häufig gegen den Abstieg. Was funktioniert beim FCSP diesbezüglich besser oder schlechter als bei anderen Vereinen?

US: Wir haben jetzt eine Situation, die sich durch fehlende Ergebnisse in den letzten Spielen konkretisiert hat und wir müssen deswegen im höchsten Maße die Antennen aktivieren. Abstiegskampf ist überall gleich. Es ist nun noch wichtiger in die Köpfe der Spieler zu kommen und sie zu erreichen. Die Spieler müssen sich der Situation auch selbst bewusst werden. Dann hat man eine sehr gute Grundlage, um die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.

ÜS: Kann man den Job eines Sportdirektors besser ausführen, wenn man auch vorher als Trainer tätig war, weil man z.B. Spielertypen, die zur Mannschaft passen besser einschätzen kann?

US: Es ist in meiner Position sehr hilfreich zu erkennen, was U-19 und U-23-Trainer sowie der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in diesem Bereich an Anforderungen und Bedürfnissen haben. Da ist eine solche Basis sicherlich hilfreich. Auch für die Kommunikation mit den Trainern hilft die vorherige Ausbildung zum Fußballlehrer.

ÜS: Nachdem der FCSP relativ glücklich zuhause gegen Holstein Kiel gewann? Mussten Sie bereits schon mal Fragen zur zweigleisigen Planung beantworten. Allerdings bezogen auf den möglichen Aufstieg. Was ist seitdem mit der Mannschaft passiert?

US: Das Ausbleiben von Ergebnissen und das Verkennen der eigenen Situation waren ein Faktor. Sie behaupten, dass man nach oben schauen musste – wir haben immer gesagt, auch im Winter, dass wir die Mannschaft stabilisieren und von den gefährlichen Plätzen fernhalten müssen. Das gelang zwischenzeitlich nur tabellarisch. Das war sehr trügerisch.

ÜS: Nehmen Sie uns mal mit! Welche konkreten Auswirkungen hätte ein Abstieg auf den sportlichen Bereich?

US: Das Bild der Mannschaft würde sich in weiten Teilen verändern. Stand heute haben 15 Spieler sowie zwei Talente laufende Verträge auch für Liga drei. Das Ziel müsste sein, dass die Mannschaft sportlich und qualitativ so ergänzt wird, dass ein direkter Wiederaufstieg erreicht werden kann. Demnach wäre ein personeller Einschnitt die Folge. Dazu käme ein wirtschaftlicher. Eine Reduzierung der Fernsehgelder zum Beispiel. In der dritten Liga bekommt man Fernsehgelder von ca. 750.000€ / 800.000€. Beides wäre ein sehr großer Einschnitt und würde den Verein in der positiven Entwicklung der letzten Jahre zurückwerfen.

ÜS: Wie kommt es dazu, dass so viele Mannschaften in Liga zwei sich auf einem ähnlichen Niveau befinden und nahezu punktgleich sind?

US: Dieses Jahr gab es keine Absteiger aus der 1. Bundesliga, die einen sofortigen Wiederaufstieg realisieren können – so wie Hannover 96 und der VfB Stuttgart in der Vorsaison. Dazu kamen mit Duisburg, Regensburg und Kiel drei Aufsteiger, die diese Liga sehr schnell durch Kaderstärke und Kontinuität adaptiert haben und sehr gut eingespielt sind. Auch ist die Diskrepanz zwischen zweiter und dritter Liga nicht mehr so groß wie früher – was die sehr guten Ergebnisse der Aufsteiger wie gegen Union Berlin, Darmstadt und Braunschweig belegen. Darüber hinaus haben wir viele Mannschaften, die sich auf gleichem Niveau bewegen. Das liegt daran, dass auch „kleine“ Vereine mittlerweile oft die Möglichkeit haben, mit einem vergleichbaren Etat wie die „größeren“ zu arbeiten.

ÜS: Sie erwähnten, dass ein Vorteil von Aufsteigern die „Eingespieltheit“ ist. Das müsste der Kader vom FCSP eigentlich auch sein, schließlich wurde Kader auch zusammengehalten. Hat St. Pauli überperformed in der letzten Rückrunde?

US: Das ist schwierig zu sagen. Ich sage, dass man über einen gewissen Zeitraum immer da steht, wo man es letztendlich auch verdient hat zu stehen. Gleichzeitig muss man aber auch sehen, dass diese Saison nicht reibungslos war. Wir hatten vom ersten Spieltag an außergewöhnliches Verletzungspech. Dies ist aber nicht der alleinige Grund. Wir haben uns durch viele andere Dinge nie in einen Rhythmus spielen können. Wir sind und waren problembehaftet und haben nicht zu einer Konstanz gefunden.

Man hat am Anfang der Saison immer eine Wunschmannschaft. Diese stand bis zum heutigen Tage nicht gleichzeitig auf dem Platz. Das verfolgt uns die gesamte Saison über. Es wäre für mich interessant zu sehen, wenn alle Spieler gesund wären und wir mit der gleichen Mannschaft 5 bis 6 Spiele bestreiten könnten. Diese Situation hatten wir, neben anderen Problemen unterschiedlicher Art, die ganze Saison lang nicht.

ÜS: Mario Gomez hat vor einem Jahr mit seinen Aussagen, dass viele Spiele in der Bundesliga von „Druck, Angst, Nervosität und Einfach-den-Arsch-retten-wollen“ geprägt seien und dass die geringen Punktabstände in der Tabelle keine Qualität darstellen, viel Aufsehen erregt. Wir finden, dass er damit den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Sie auch?

US: Ich glaube, dass der Druck Fußballer zu sein durch das gestiegene Interesse von Fans und Medien gegenüber dem Zustand von vor 15 bis 25 Jahren deutlich zugenommen hat. Ich glaube auch, dass nicht jeder mit dem Druck so umgehen kann, dass ihn das nicht tangiert.

ÜS: Was haben Sie für einen Eindruck von unserer Mannschaft in Bezug auf den Umgang mit Druck?

US: Bisher war es immer so: Wenn die Mannschaft Druck verspürt hat, dann hat sie sich aus diesen Situationen befreien können. Unser Problem ist eher, dass zu schnell gedacht wurde, dass wir etwas erreicht hätten und uns in anderen Regionen der Tabelle bewegen. Es ist wichtig die Situation zu erkennen, anzunehmen, zu verarbeiten und sich den Dingen zu stellen. Darauf wird es in den nächsten Spielen ankommen.

ÜS: Es gibt einige Stimmen die behaupten, dass der Trainerwechsel aus spielerischer Sicht eher einen gegenteiligen Effekt hatte. Während unter Olaf Janßen versucht wurde Ballbesitzfußball zu spielen, wird unter Markus Kauczinski wieder vermehrt auf Umschaltfußball gesetzt (MK: „FCSP ist eine Umschaltmannschaft“), wie es auch unter Ewald Lienen der Fall war. Ist das die eigentliche Idee gewesen, wie Fußball am Millerntor gespielt werden soll?

US: Das, was man gerne spielen möchte, wird man nur sehr selten spielen können. Ballbesitzfußball und kreatives Spiel sind in der Regel Träume und Wunschvorstellungen. Die einzige Mannschaft in Deutschland, die fußballerisch in der Lage ist Mannschaften zu dominieren und auseinander zu nehmen, das ist der FC Bayern München. Es sind schon viele Vereine mit überzogenen Konzepten gescheitert.

In den meisten Spielen des FCSP lässt sich aus der Ballbesitzstatistik in dieser Saison sowieso ein gegenteiliges Muster erkennen. In Dresden haben wir bei 27 % Ballbesitz mit 3:1 gewonnen. Während wir in Darmstadt mit 67 % Ballbesitz spielen und 0:3 verlieren. Dieser Trend lässt sich in vielen weiteren Saisonspielen belegen. Da muss man sich die Frage stellen, was man spielen möchte. Und zwar mit der Mannschaft, die zur Verfügung steht und nicht in Zukunft. Das Ziel ist dabei der Klassenerhalt.

Mir ist wichtig, dass die Grundtugenden auf den Platz gebracht werden. Diese sind beim FCSP mehr denn je gefordert. Einsatz, Fleiß, Laufbereitschaft, Körperhaltung, Gestik, Mimik, Spektakel – das ist für mich wichtig. Liebend gerne kann das mit hohen Ballbesitzzeiten und Dominanz geschehen, wird aber schwierig zu realisieren sein.

ÜS: In der Hinrunde wurden gute Spiele der Mannschaft nicht gewonnen. Gab es unter Olaf Janßen eine fußballerische Krise oder eine Ergebniskrise?

US: Ohne da zu sehr ins Detail zu gehen: Wir hatten unter Olaf eine Situation, die sich über mehrere Spieltage entwickelt hat und in sieben Spielen ohne Sieg mit deutlichen Niederlagen gipfelte. Wir haben die Situation im Hinblick auf die Frage analysiert, ob wir diese Situation mit Olaf Janßen wieder ändern können und haben uns dagegen entschieden.

ÜS: Als Reaktion auf die anhaltende Flaute im Angriff wurde mit Dimitrios Diamantakos ein weiterer Stürmer ans Millerntor geholt. So richtig nachhaltig konnte er sich bisher jedoch nicht für Einsatzzeiten empfehlen. Wieso?

US: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass „Dima“ nach 3 Monaten noch nicht vollständig bewertet werden kann. Ein Spieler muss erstmal ankommen und Einsatzzeiten erhalten. Bei seinen bisherigen Einsätzen konnte er sich noch nicht entscheidend in den Fokus spielen. Der Konkurrenzkampf der vier Stürmer ist groß und wir werden sehen, was Dima noch beitragen kann. Es ist ein enger Wettbewerb.

ÜS: Mit Schneider, Diamantakos und Allagui (und Choi)  ist eine Position im System mit zwei Spitzen ausreichend besetzt. Einen Ersatz für einen Stürmertypen wie Bouhaddouz gibt es jedoch nicht. Klafft da nicht eine gewaltige Lücke im Kader, zumal diese Position im Umschaltspiel von zentraler Bedeutung ist?

US: Es ist ja auch immer eine Frage der Marktsituation. Wir haben für uns festgehalten, dass es Sinn macht aufgrund des Umschaltverhaltens und auch aufgrund des Anlaufens des Gegners mit Dima einen Spieler zu holen, der das Anlaufverhalten gut praktiziert und auch im Umschaltspiel seine Qualitäten hat. Zusätzlich ist er ein sehr variabler Stürmer der sowohl als alleinige Spitze, um die Spitze herum oder ggf. auch als Offensivspieler auf der linken Seite agieren kann. Daher sehe ich Dima schon etwas differenzierter und weniger vergleichbar mit den anderen Stürmern in unserem Kader. Es war bei der Verpflichtung sicherlich von Vorteil, dass Markus ihn sehr gut kannte und ich ihn aufgrund meiner Zugehörigkeit zur 2.Liga auch vom ersten Tag an in Deutschland vor Augen hatte. Dima ist momentan nicht da wo er sein kann. Wir müssen ihm helfen, dass er wieder zu alter Stärke findet.

ÜS: Mal eine etwas allgemeinere Frage zur Entstehung von Transfers: Läuft so ein Transfergeschäft mehr über den Flurfunk, welche Vereine bereit sind Spieler abzugeben oder fällt man bei Vereinen direkt mit der Tür ins Haus?

US: Das ist immer ein Mix aus einem bestehenden Netzwerk, die mich kontaktieren oder von meiner Seite kontaktiert werden. Wir als Verein haben eine Marktkenntnis über bestimmte Bereiche. Wir gehen dabei in die einzelnen Ligen rein, besuchen die Spiele und haben eine entsprechende Datenbank mit einer Vielzahl an Spielern, die in den letzten Jahren ausgearbeitet wurde. Dann schauen wir welche Positionen bei uns vakant sind oder in der nächsten Saison werden. Und natürlich können über Kontakte oder persönliche Angebote Dinge intensiviert und in Augenschein genommen werden.

ÜS: Wie wichtig ist dabei das persönliche Netzwerk das ein Sportchef hat?

US: Es kann natürlich nie von Nachteil sein, wenn man ein gutes Netzwerk hat.

ÜS: Andreas Rettig musste bei seinem Wechsel nach Köln sein Adressbuch bei Rainer Callmund lassen…

US: Das eine ist das Adressbuch, aber die Leute kennt man trotzdem.

ÜS Inwiefern werden denn Tools wie Wyscout oder InStat für das Scouting genutzt?

US: Das sind Tools die bei uns im dauerhaften Einsatz sind. Wir können uns damit sehr schnell einen sehr intensiven Überblick über das Verhalten der Spieler in verschiedenen Situationen verschaffen. Wir können die Spieler im Kopfballspiel, Torabschluss, Anlaufverhalten, Standardsituationen etc. beobachten und erfassen. Dadurch kann man über die Angebote die reinkommen zügig Aussagen treffen, ob der Spieler für uns interessant ist oder nicht.

ÜS: Bereits vor der Winterpause war klar, dass mit Miyaichi, Buchtmann und Möller Daehli  drei zentrale Figuren im Mittelfeld längerfristig ausfallen. Mit Thibaud Verlinden wurde jedoch einzig ein Nachwuchsspieler verpflichtet, der in der Rückrunde noch überhaupt keine Rolle gespielt hat. Wieso wurde auf weitere Verstärkungen im Mittelfeld verzichtet? Wurde dem Kader insoweit vertraut, dass er diese längerfristigen und schwerwiegenden Verletzungen auffangen kann?

US: Ja.

ÜS: Konnte der Kader diese Verletzungen auffangen?

US: Welche Perspektiven hatten wir im Winter? Wir hatten mit Cenk Sahin, Waldemar Sobota und Sami Allagui Spieler, die diese Positionen besetzen können. Wenn wir damals schon gewusst hätten, dass zusätzlich Waldemar Sobota acht Spiele in der Rückrunde nicht zur Verfügung steht, dann hätten wir vielleicht anders entschieden. Grundsätzlich haben wir aber dem Restkader vertraut, auch in dem Wissen, dass wir Diamantakos auch eine Reihe hinter den Spitzen hätten spielen lassen können. Wir sind davon ausgegangen, dass der Kader das auffängt. Mit dem Start in die Rückrunde, dem Sieg in Dresden und den 7 Punkten aus den Spielen gegen die Top Vier kann man sagen, dass wir die Zeit mit den verletzten Spielern ganz ordentlich überbrückt haben. Die schlechtere Phase ist nun in der jüngeren Vergangenheit zu sehen.

ÜS: War es nicht in gewisser Hinsicht zu erwarten, dass wir gegen Teams wie Dresden, Nürnberg und Kiel, die Ballbesitz-Fußball spielen gute Ergebnisse erzielen und uns gegen Teams wie Sandhausen und Aue schwerer tun, da diese auch auf Umschaltfußball setzen und bei solchen Aufeinandertreffen der erste Fehler verliert?

US: Letztendlich spricht das Ergebnis für sich. Sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde. Wir haben z.B. gegen Nürnberg vier Punkte geholt. Wenn wir mit denen ähnlichen Ballbesitzfußball hätten spielen wollen, dann hätte es im Ergebnis wahrscheinlich nicht zu vier Punkten gelangt.

ÜS: Ich meine auch eher die Spiele gegen tiefstehende Mannschaften…

US: …Sandhausen und Aue warten mit ihrem Umschaltspiel nur auf den einen Moment. Da muss man schon sehr vorsichtig sein. Dafür ist die Liga zu eng als dass man sich dort Fehler erlauben darf. Wenn man erstmal gegen Sandhausen oder gegen Aue in Rückstand gerät, dann wird es schwierig, weil die Mannschaften mittlerweile alle defensiv gut organisiert und strukturiert arbeiten. Das Spiel ist inzwischen sehr taktisch geprägt. Gerade wir haben es ja zum Ausdruck gebracht, dass kleinste Fehler genügen – siehe die Spiele gegen Kaiserslautern, Sandhausen oder Aue. Wir sind im Moment einfach zu fehlerbehaftet und das kannst du dir in der Liga nicht erlauben.

ÜS: Wie schaffen es denn dann Teams wie Nürnberg den Gegner in der 2.Liga mit Ballbesitz zu dominieren?

US: Grundsätzlich kann man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Vielleicht würden wir auch einen anderen Fußball spielen, wenn wir immer die Spieler zur Verfügung gehabt hätten, die für gewisse Spielweisen von Nöten gewesen wären. Bei Ballbesitzfußball ist es sicherlich von Vorteil, wenn uns Christopher Buchtmann zur Verfügung steht – und das natürlich über die ganze Saison, da er ein zentraler Verbindungsspieler mit Abschluss- und einleitenden Qualitäten ist. Wenn ich mir anschaue welche Spiele er bestritten hat und wie viele davon ohne Schmerzen, dann kommt man da nicht auf 50% der Spiele. So zieht sich das wie ein roter Faden durch die Saison. Wir hatten in der Spitze bis zu elf oder zwölf verletzte Spieler. Dann passt so ein Puzzle eben auch nicht mehr. Mit einer Kadergröße von 27-28 Spielern muss man so eine Anzahl an Ausfällen erst einmal kompensieren und dass auch noch über einen längeren Zeitraum.

ÜS: Der rote Faden der vielen Verletzungen zieht sich ja auch etwas länger in die Vergangenheit.  Gibt es da Überlegungen mit individuellen Trainingsplänen oder anderem Athletik-Training entgegenwirken kann?

US: Wir sind von den Mitarbeitern im Bereich des Athletik-Trainings komplett überzeugt. Vordergründig kümmern sie sich um Stabilisation und Prävention. Was unsere Verletzungshäufigkeit angeht muss man differenzieren und kann nicht pauschalisieren. Wir hatten bis vor kurzem noch so gut wie keine Muskelverletzungen in dieser Saison, sondern Verletzungen, die über Zweikämpfe oder aufgrund von Rücken- oder Bandscheibenproblematik zustande gekommen sind. Wir haben diese Thematik für uns aufgearbeitet und es ergab sich ein divergentes Bild, ohne Struktur. Wenn wir 25 Muskelverletzungen gehabt hätten, dann wären für mich die Dinge klarer gewesen.

ÜS: Gehen wir mal von einem Verbleib in der zweiten Liga aus: Nachdem der Kader der letzten Saison zusammengehalten werden konnte, stehen die Zeichen dieses Mal auf Umbruch. Zwar wurden die Verträge der „alten Hasen“ verlängert, aber Spieler wie Buchtmann, Sahin, Neudecker und Möller Daehli könnten den Rufen aus der 1.Bundesliga erliegen. Wie stehen die Chancen bei diesen Spielern auf einen Verbleib?

US: Sowohl Buchtmann als auch Neudecker haben einen Vertrag bis 2019, Sahin sogar noch länger. Wir haben uns nicht nur um die 2018 auslaufenden Verträge gekümmert, wir befinden uns mit Teilen der 2019 auslaufenden Verträge schon in intensiven Gesprächen. Man muss abwarten was die Dinge in der Zukunft bringen. Wir wissen um die Situation und um die Entwicklung der Spieler und wollen natürlich mit den Spielern von denen wir überzeugt sind, auch über 2019 hinaus arbeiten.

ÜS: Der Kader besteht momentan aus 30 Spielern, ist also prall gefüllt. Nach dem Verlauf der Saison ist damit zu rechnen, dass es Verstärkungen geben soll. Für Neuzugänge müsste im Kader jedoch erst einmal etwas Platz geschaffen werden.

US: Das ist natürlich richtig. Wir werden sicherlich Ausschau halten nach Spielern, die uns qualitativ anheben und dann werden wir sehen, ob wir aktiv werden können. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Spieler den Verein, möglicherweise auch über eine Ausleihe, verlassen werden. Ich widerspreche Ihnen aber, denn eine Kadergröße von 27+3 ist im Verhältnis zu den anderen Teams eher eine mittlere Kadergröße. Die anderen Mannschaften bewegen sich eher zwischen 26 und 35 Spielern. Es ist aber nicht unser Ziel mit 27+3 in die Saison zu gehen, da wir die talentierten Nachwuchsspieler, wie z.B. Luis Coordes und Jakob Münzner, in hohem Maße begleiten und unterstützen wollen und daher auch mit diesen Spielern in die Saison gehen wollen.

ÜS: Mit Lasse Sobiech wird ein sehr wichtiger Spieler den FC St.Pauli zum Saisonende verlassen. Wem aus dem aktuellen Kader trauen Sie zu diese Rolle im Defensivverbund  und allgemein die Rolle in der Mannschaft zu übernehmen?

US: Ich glaube, dass Philipp Ziereis jemand ist der das übernehmen kann. Bernd Nehrig als jetziger Kapitän sowieso, Johannes Flum ist sicherlich auch zu erwähnen. Aber die Struktur der Mannschaft ändert sich. Vielleicht gibt es ein Gefüge, das wir heute noch gar nicht absehen können. Fakt ist, dass wir mit den drei Genannten Spieler haben, die die Rolle auf dem Feld ausfüllen können.

ÜS: Das NLZ hat eine klar formulierte Philosphie, die den Jugendspielern beigebracht wird, die auf Grundprinzipien beruht. Gibt es auch eine Uwe-Stöver-Philosophie was die Art des Fußball-Spielens betrifft?

US: Ja, aber das ist ja nicht von Wichtigkeit. Wichtig ist, dass der Verein eine klare Philosophie hat und an der habe ich mich zu orientieren. Es wäre fatal als Zeichen eines Vereins, wenn mit dem Anwerben einer Person eine völlig neue Situation entsteht.

(Markus Kauczinski betritt den Raum)

US: Du kannst ruhig reinkommen, wenn Du willst.

(Begrüßungsrunde)

US: Es ist wichtig, dass ein Verein eine klare Richtung hat, mit Zielen und Visionen.

ÜS: Im Tagesgeschäft kann ja auch durchaus mal der Blick für das große Ganze verloren gehen. In Unternehmen werden Unternehmensberater zur objektiven, weil externen Bewertung herangezogen, damit Trends nicht verpasst und eingefahrene Strukturen aufgelöst werden. Warum ist das in Fußballvereinen nicht so?

US: Ich denke, dass der FC St.Pauli sehr viel Fußballkompetenz in seinen Reihen hat. Das geht über Mitarbeiter im NLZ, die als ehemalige Profis fungiert haben, über regelmäßige Lehrgänge, Fortbildungen und Ausbildungen. Wir haben ein sportliches Beratungsgremium mit der Qualität von mittlerweile fünf Fußballlehrern, mit sechs-sieben ehemaligen Spielern. Auch Andreas Rettig ist als Fußballlehrer unterwegs und hat mittlerweile den einen oder anderen Verein kennengelernt. Ich glaube, das ist schon eine Kompetenz, die man in anderen Vereinen erstmal suchen muss. Und da wir hier im Verein einen sehr intensiven Austausch pflegen, in unserer Konstellation auch ein Stück weit unterschiedlich sind und kontrovers diskutieren, befruchtet das und hält einen immer wach. Ich denke, dass wir da so wissbegierig sind, dass wir auch keine Trends verpassen.

ÜS: Was ist denn der Trend im Fußball der 2.Liga? Ich habe den Eindruck, dass wieder mehr Fokus auf das Fußballspielen gelegt wird, wie es z.B. in der 1.Bundesliga der Fall ist.

US: Ja, aber was heißt mehr Fußball spielen? Welche Art des Fußballs?

ÜS: Ich meine mit mehr Fokus auf eigenen Ballbesitz…

US: Was wir spielen wollen und wie wir das gerne hätten, ist das eine. Das andere ist, das was wir haben. Sowohl was das Personal betrifft, als auch die Situation. Es gab in der Vergangenheit viele, die sehr gute Ideen hatten und diese auch gnadenlos durchziehen wollten, dann aber erfahren haben, dass es eigentlich gar nicht möglich ist. Und viele dieser Leute sind entweder nicht mehr als Trainer, oder eben nicht mehr in dieser Größenordnung auf dem Markt. Ich hätte auch gerne die eierlegende Wollmilchsau auf elf Positionen. Aber das ist leider nicht so. Wir haben einen Kader mit dem wir einen Fußball spielen müssen, der Ergebnisse bringt, gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Eine grundlegende Philosophie ist wichtig, aber wenn man sich nur in diesem Tunnel bewegt und nichts von außen zulässt, dann wird es problematisch.

MK: Und egal was ich tue, es ist ja berechenbar. Wenn ich immer dasselbe mache, immer meinen Ballbesitzfußball spiele, hat das gewisse Muster, gewisse Schemen. Der Gegner stellt sich darauf ein und dann merke ich, dass ich an meine Grenzen komme und muss es doch wieder anders machen. Wir fischen alle im gleichen Teich was die Spieler angeht. Auch ist es notwendig, dass die Spieler deine Philosophie umsetzen können. Da musst du sehr stringent sein, das braucht Zeit und ich habe immer wieder Dinge und Ideen ändern müssen, weil man eben irgendwann an eine Grenze kommt. Das bedeutet in diesem Geschäft, dass man dann auch weg ist. Man muss also immer auf der Hut sein und erkennen, wann man was verändern muss. Wenn es jetzt den Trend zum Ballbesitzfußball gibt, dann gibt es in ein paar Monaten wieder etwas Anderes.

ÜS: Vielen Dank für das Interview. // timbo & flippa

 

 

 

Veröffentlicht unter Verein | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

MT055 – 13,12 Torschüsse

Die Fanboys in Teilen unseres gemütlichen Familienpodcasts haben sich gefreut wie bei Boller: Reimer Bustorff von Kettcar war zu Gast!

Mit ihm sprachen wir in Teil 1 über die letzten zwei Saisonspiele, werteten unsere Saisonprognose aus und anschließend widmeten wir uns ihm und Kettcar.
Kleiner Wermutstropfen: Ein “Liebling… ich bin gegen Deutschland”-Shirt scheint noch nicht in der Produktion zu sein, vielleicht konnten wir ihn aber ja von einer etwas subtileren Version überzeugen?

Schöne Sommerpause Euch allen!

Wir kommen dann zurück am Dienstag, dem 7.August – und Ihr dürfte alle dabei sein!
Denn erneut wagen wir den “Live”-Versuch mit Publikum, um 19.10h geht es im Fanräume-Saal los. Und damit Ihr nicht nur unsere Podcast-Gesichter ertragen müsst, haben wir auch wieder einen Stargast dabei: Timo Schultz wird uns mit seiner Anwesenheit erfreuen.
Also: Kalender raus, Termin eintragen!

P.S. Die Tickets für die Kaiser Chiefs sind weg, Ihr braucht nicht mehr zu kommentieren.

Feed-Links zum Abonnieren:
MP3http://blog.uebersteiger.de/feed/mp3/
MP4http://blog.uebersteiger.de/feed/mp4/
iTuneshttps://itunes.apple.com/de/podcast/millernton/id676972164
(Bei iTunes freuen wir uns auch sehr über Eure Bewertung.)

MillernTon auf Twitter
MillernTon auf Facebook

Links & Termine:

On Air:

avatar Johnny
avatar Maik (Frodo)
avatar Tim
avatar Christoph Nagel (1910-Museum)
avatar Sven (Fanladen)
avatar Reimer Burstorff

Keine Episode mehr verpassen!

Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare