Wer kommt? – Wer geht?

Update: 02.08.2020 – Verpflichtung von Dennis Smarsch, Leart Pagarada und Fabian Hürzeler

Die Saison 2019/2020 ist geschafft. Der FCSP belegt nach 34 Spieltagen Platz 14 und hat damit eine völlig enttäuschende Saison hingelegt. Immerhin gingen die Kiezkicker in beiden Derbys jeweils mit 2:0 als Sieger vom Platz. Jetzt gilt es den Blick nicht zurück, sondern nach vorne zu richten. Die Planungen für die neue Saison laufen bereits, obwohl noch nicht klar ist, wann die neue Bundesliga-Saison angepfiffen wird. Bei der Verkündung der Zu- und Abgänge halten wir uns an offiziellen Statements des Vereins.  weiter

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Tansania Tagebuch – Teil V

Weiter geht die Reise der St.Pauli Frauen und den Simba Queens, wir sind noch in Sansibar und haben wieder mal einen vollgepackten Tag! Inklusive Mao Tse-tung Stadion!

  1. März – Sansibar
    Interneeeet! Kurzes Zeitfenster mit Internet weil in einem wunderschönen, großen Strandcafę. Den Nachmittag nutzt der Hauptteil von uns mal für einen relaxten Strandaufenthalt. Wir versuchen ein paar der Simbas das Schwimmen beizubringen (was nicht so kurzfristig klappt) und haben viel Spaß. Einzig störend: Männer, die uns vom Strand aus beobachten und scheinbar auch fotografieren. Dann kalte Biere im Strandcafé, das Internet nutzen, um mit der Heimat zu kommunizieren und die Welt ist gerade wieder in Ordnung (bis auf die merkwürdigen Nachrichten über Corona, etwas was hier gedanklich und geografisch völlig weit weg ist).

    Aber der Reihe nach: Heute Vormittag zunächst eine traditionelle Tanz- und Musikgruppe Sansibars angesehen. Ein Mann mit beeindruckenden Backenvolumen und einem Blasinstrument wird auf der Bühne begleitet von traditionell gekleideten Tänzerinnen und Tänzern und nach und nach der ganzen Simbas und St.Paulifrauen. Es wird viel gelacht und getanzt und getrommelt. Danach besuchen wir eine integrative Grundschule. Es ist irgendwie nicht so ganz klar, warum wir was machen und was genau es mit dem Oberbegriff des Projektes ‘Gender Equality’ zu tun hat. Interessant ist es natürlich trotzdem und ich sauge erstmal alles auf. Die Mädchen tragen alle Kopftuch, egal wie klein. Eine deutsche Lehrerin erzählt mir, dass das in Sansibar bei den muslimischen Mädchen teilweise schon im Babyalter anfängt, diese merkwürdigerweise gleichzeitig manchmal schon (als Babys) geschminkt würden. Die Zeit ist zu kurz das genauer zu ergründen.
    Uns wird die Klasse der Sehgeschädigten präsentiert. Die Schüler*innen singen uns ein Lied, über die sehr schlimme Diskriminierung, die sie erleben. Danach spielen sie für uns Blindenball im Sitzen, mit einem Ball, der innen Glöckchen hat. Der ehrgeizige Junge vorne hat seine Augenbinde etwas hochgeschoben und schummelt.

Traditionelle Tänze und eine integrative Grundschule Sansibars

Danach erstmal Essen. Und dann die erlösende Nachricht, dass es zum Strand geht. Das bringt so unendlich viel Entspannung. Einige der Frauen sind aber zum ‘Mao Tse-tung Stadion’ (Sansibar war mal hart sozialistisch), für ein Testspiel und einem ‘Workshop’. (‘Workshop’ in Anführungszeichen, weil wir etwas anderes unter Workshop verstehen als die. Hier bedeutet es eigentlich nur, dass jemand einen Vortrag hält und auf Fragen antwortet.) Woraus dieser Workshop genau bestand weiß ich nicht, wir Strandgängerinnen sind erst Abends dazugestoßen um die anderen abzuholen.

Abends durch die Altstadt Stone Towns spaziert, am Freddy Mercury Museum vorbei gelaufen, seitdem einen Dauerohrwurm – I Want It All!, Souvenirs gekauft mit teils zähen Verhandlungen und danach wieder Food Market. Kaum angekommen platzte auf einmal der Himmel auf und es goss auf einmal wie aus Schleusen. Die Händler spannten hektisch Planen auf, unter die wir und die restlichen Marktbesucherinnen sich dichtgedrängt unterstellen konnten. Es wurde gemeinsam ausgiebig gelacht und es herrschte eine ganz wunderbare solidarische Stimmung zwischen allen, egal ob Standbesitzer, Zanzibari oder Touristin. Trotzdem patschnass geworden und mit Bus zum Hostel. weiter

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Tansania Tagebuch – Teil IV

Fischer am Hafen von Dar es Salaam

Es geht nach Sansibar! Es kommen Strafgefangene, Militär und eine Fastmeuterei vor! Und natürlich geht es um Fußball und um Land und Leute.

März – Dar es Salaam → Sansibar
5:30 Uhr! Früh raus, Abfahrt zum Hafen! Dort über eine Stunde ratlos im Bus warten, weil Hilal ‘kurz’ die Tickets oder was auch immer klarmacht. Dann aber ab nach Sansibar! Fähre fahren! Überraschend viele Muslim*innen auf der Fahrt, wobei überraschend weniger, da auf Sansibar prozentual mehr Muslim*innen leben als auf dem Festland. Und es ist wunderbar zu sehen, dass es keinerlei religiöse Konflikte zu geben scheint. Egal welcher Religion oder welchem Stamm die Leute hier angehören, es scheint null Animositäten oder Ablehnung zueinander zu geben. Sehr, sehr angenehm.

Bei Ankunft komische Einreisebestimmungen. Dauert wieder alles. Fieber wird auch noch mal gemessen.
Kein Telefonnetz und kein Internet in unserer Unterkunft, die in einem von Mauern umschlossenen Areal ist, in dem Militär ausgebildet wird und Strafgefangene arbeiten. Fotos machen verboten und alleine da rumlaufen auch. Seeehr, sehr strange. Wir sollten auch erst zu 36 in einem beengten Schlafsaal mit lauter Doppelstockbetten ohne Kissen, AC und Moskitonetze unterkommen. Ohne, dass das vorher in irgendeiner Weise angekündigt war. Es stand ehrlich kurz vor der Meuterei. Sechs von uns haben sich dem dann widersetzt und nach weiteren Stunden Diskussionen erwirkt, dass wir drei zusätzliche Doppelzimmer bekommen, die wir uns teilen. Ohne AC. Aber mit eigenem ‘Bad’, dass wir gern auch den anderen Frauen zur Verfügung stellen, die sich sonst zwei zu dreißig teilen müssten. Das Bett ist breiter als lang und erstaunlich komfortabel. Deckenventilator läuft auf Hochtouren. An der ‘Rezeption’ aus leider nicht nachvollziehbaren Gründen durchgehend unfreundliche Menschen, die barsch nach dem Zimmerschlüssel fragen, sobald man rausgeht. Immerhin haben sie dort einen Kühlschrank, wo man wirklich günstig Kaltgetränke (kein Alkohol) kaufen kann. Nicht der günstigste Einstand für Sansibar. Kann also nur besser werden. weiter

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Tansania Tagebuch Teil 3

Fragwürdige Platzbespielbarkeit.

Kariakoo-Markt und Ligaspiel im Regen

  • März – Dar es Salaam
    9h morgens los zum berühmten Kariakoo Markt. Dort erst mal eine Stunde im Bus auf Asha (Chefbetreuerin) und Mussa (Trainer der Simba Queens und ehemaliger Spieler vom Simba SC) gewartet, die im wahrsten Sinne ‘Lokalgrößen’ im Viertel dort sind und alle kennen, bzw. alle kennen sie. Die Wartezeit haben wir uns mit dem trinken von frischen Kokosnüssen verkürzt.
    Der Markt: Ein Erlebnis! Riesig, anstrengend und voll. Stände nicht nur dicht und vierfach gesäumt an den Straßen, sondern es gehen auch überall Gänge tief in die Gebäude rein und Treppen hoch und überall, überall sind Stände, die alles mögliche verkaufen. Schuhe, Kleidung, Haushaltswaren, Körbe, Lebensmittel, Elektrogeräte usw.
    Fotoapparate sollen wir nicht mitnehmen und auch sonst unser Geld gut verstauen, dabei ist die Kriminalität in Tansania und auch in der Hauptstadt sehr niedrig, aber ok, better safe than sorry. (Darum vom Markt nur Handybilder.)
    Wir teilen uns in zwei Gruppen auf. Einerseits ist es natürlich gut, in Gruppen mit jemandem unterwegs zu sein, der sich auskennt, aber Zeit zum stöbern hat man nicht wirklich, wenn man nicht den Anschluss verlieren will. Habe außer einem Bandana dann auch nichts gekauft.

    Irgendein Straßenhändler hat ein Selfie mit mir gemacht und direkt hochgeladen als Profilbild. Wahrscheinlich werde ich dort als neue Freundin präsentiert. Insgesamt aber selten angegraben worden. Das einzige, was die Leute interessiert, die mich ansprechen, ist dass ich auf ihr zugerufenes ‘Mambo!’ (Wie geht’s?) mit ‘Poa!’ (Gut!) antworte. Da legen die wirklich sehr, sehr großen Wert drauf. Wenn einem das ‘Poa’ kurz entfallen ist und nicht direkt reagiert, schauen sie manchmal enttäuscht bis verständnislos.
    Zwischendurch werden wir wieder interviewt. Offenbar wurde ganz ordentlich die Pressetrommel für den Austausch gerührt.

    Danach wieder zum Simba Haus. Diesmal das Mittagessen wundersamerweise schon fertig. Und diesmal mit Löffel. Und lecker war’s! Es gab sogar Avocado! (Übrigens, nicht das der Eindruck entsteht, dass a) in Tansania alle mit den Händen essen und b) ich essen mit Händen unhygienischer oder unzivilisierter fände – denn tatsächlich sind in Tansania überall wo gegessen wird, Warmwassercontainer mit Wasserhahn und Seife zum Händewaschen und alle halten sich auch ans Händewaschen – nur ist es für mich einfach zu ungewohnt und ich esse lieber mit Besteck).
    Danach kurzes Training, welches ich lesend im Bus abgewartet habe. Überraschend früh wieder im Hotel gewesen! 18:30h!
    Kein neues Bier probiert heute, kalt war nur das Safari.
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    Fontaines D.C. – A Hero’s Death

    Partisan/PIAS

    Postpunk nennt sich das, was die fünf Dubliner machen. Warum eigentlich. Das klingt nicht wie Nach-Punk, das klingt, als sei es schon in den 80ern da gewesen – ohne dabei etwas von der damaligen Wildheit eingebüßt zu haben. Verzerrer sind wichtig. Aber der Hammer ist diese Stimme von Sänger Grian Chatten – zwischen Mark E. Smith und The Streets. Sprechgesang, der hängen bleibt, der dir Wiederholungen um die Ohren haut, „I don‘t belong to anyone“, „That‘s a televised mind“ oder „Life ain’t always empty“. Mit krassem und bewusst eingesetzten irischem Einschlag. Während der Vorgänger „Dogrel“ noch eher retro und teils wirklich punkig klang, haben Fontaines D.C. (steht übrigens für Dublin City) auf „A Hero‘s Death“ einen ganz eigenen, sehr düsteren Stil entwickelt, der manchmal ein wenig wie ein Abgesang auf das Leben in der Welt, wie sie nunmal leider gerade ist, wirkt. Gar nicht fröhlich. Das liegt wohl auch daran, dass die fünf den Erfolg ihres Erstlings erstmal verdauen mussten und das natürlich musikalisch getan haben. Die Eierschalen sind weg, die Tierchen strampeln sich frei und das ist erst der Anfang. Anspieltipps: die Single-Auskoppelungen „I don‘t belong“, „Televised Mind“, „A Hero‘s Death“ – Das Album erscheint am 31. Juli.
    //kurzpass weiter

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