Schlagwort-Archive: Saison 2009/2010

34.Spieltag (H) – SC Paderborn

FC St.Pauli – SC Paderborn 1:2 (1:1)
Tore:
1:0 Marius Ebbers (19.), 1:1 Daniel Brückner (45.), 1:2 Nejmeddin Daghfous (81.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Schön war’s. Ein rundum entspannter Aufstiegstag… nur wenn ich ganz ehrlich bin, ist es eben doch nicht das gleiche wie 2001. Zum FC St.Pauli gehört ein Herzschlagfinale, die Entscheidung durch einen unberechtigter Handelfmeter in der Nachspielzeit, der an den Pfosten geht und dann vom Rücken des Torwarts ins Netz trudelt… natürlich erst, nachdem der erste Versuch bereits wiederholt werden musste.
Aber okay, ich will nicht meckern, auch wenn meine Saisonziele (DFB-Pokalfinale und Erreichen der Aufstiegs-Relegation) beide verpasst wurden und es an diesem Tag nur noch um die goldene Ananas die silberne Radkappe ging. Nächstes Jahr krieg ich bestimmt mein Finale und die Relegation 😉
Schwarzmarktpreise bis zum Mond, Schlangen überall bis nach Meppen… wohl ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns nächstes Jahr in der ersten Liga erwartet. Wenn da an der U-Bahn St.Pauli Stehplatzkarten für 150,-€ angeboten werden und es auch noch Vollidioten gibt, die das bezahlen, muss man sich echt nicht wundern, dass die da immer wieder stehen. Warum der Verein in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt da nicht einschreitet, weiß ich allerdings auch nicht so genau, aber vielleicht wär das ja mal ein Thema für den ÜS.
Zum Spiel: Ich selbst wäre sehr gerne Meister geworden und muss schon mein Unverständnis darüber äußern, wenn solch ein erfahrener Profi wie Morena offensichtlich das falsche Schuhwerk wählt oder Richie frei vorm Tor so kläglich scheitert. Aber, auch klar: Völlig Ladde, die Jungs haben eine Woche gefeiert und das sei ihnen auch absolut gegönnt, da fehlen dann eben die letzten Prozent und in der Zweiten Liga gibt es eben kein Fallobst, dann wird derartiges auch ausgenutzt. Die Stimmung war grade vorm Spiel und zu Beginn bombastisch, das einschläfernde Gekicke tat dann aber auch seine Wirkung und so feierte man sich, wie so oft am Millerntor, mal lieber wieder selbst. Auch der Block 1 fand, wie schon gegen Augsburg und Koblenz wieder zu alter Form zurück. „Und schon wieder keine Schale, St.Pauli!“ nach dem 1:2 fand ich ebenso schön wie das „Erste Liga! Schulle ist dabei!“, welches bei Schulles Einwechslung vom Supportblock in der Mitte der GG herüberschwappte. Der Ohrwurm für mich war aber das von USP angestimmte „2.Liga war schön, Zeit für uns zu gehen!“ nach der vom letzten Aufstieg noch wohlbekannten „Schade, Magdeburger Jungs!“-Melodie.
Schön auch, dass in der medialen Nachbetrachtung (Tagesschau, Sport 1, Premiere, sky) fast nur der FC St.Pauli auftauchte und keine Sau die Meisterfeier aus der Region interessierte.
Womit wir beim Thema wären: Großartig, liebe Mannschaft! Ich hatte, nach den vollmundigen Ankündigungen („Die Mannschaft hat eine Überraschung vorbereitet!“ – „Ihr wisst ja gar nicht, was Euch erwartet!“) schon mit einer Rede, einer Tapete und ein paar netten Gesängen gerechnet, aber das Einlagespiel war dann wirklich der Hammer, ich habe Tränen gelacht. Sollte es tatsächlich jemanden geben, der es noch nicht gesehen hat, bekommt am Ende des sky-Berichts zumindest einen kleinen Eindruck und auf YouTube findet man vielleicht auch was. Aber aus reiner Chronisten-Pflicht muss ich es einfach noch mal aufzeichnen: Nach Spielschluss verließ das Team den Platz und kam nach drei Minuten wieder… zur Hälfte mit St.Pauli Trikots, die andere Hälfte in diversen bunt gemischten Erstligatrikots, standesgemäß zu Hell’s Bells. Hennings Frings und Schulle Jarolim bepöbeln sich schon beim Einlaufen, letzterer geht mehrfach per Schwalbe zu Boden. Nachdem er den Schiri bepöbelt bekommt er dann auch das „Schiri-Metzen-Gedächtnis“ Doppel Rot gezeigt und geht mit einer weiteren theatralischen Schwalbe pöbelnd vom Platz und zeigt der Gegengerade den Mittelfinger… unfassbar, das muss man gesehen haben.
Auch die „I’ve been looking for freedom“ Nummer fand ich großartig. Da mag man mich als billigen Jubelperser auf Ballermann-Niveau bepöbeln und im Forum zerhacken. Aber wer schon mal in nem Sonderzug im Partyabteil oder auf einer beliebigen Schlagerparty war, sollte wissen, dass derartiges manches Mal einfach aus der Situationskomik heraus entsteht und nichts mit Niveau oder Geschmack zu tun hat. Die Szenen in der Flimmerkiste nach dem Spiel in Fürth haben jedenfalls gezeigt, dass die Mannschaft Spaß an dem Song hatte… und dementsprechend muss man dann auch nicht groß drüber diskutieren, ob der Song nun passt oder ob man da mitsingen kann/darf/soll/muss. Wer nicht will, muss ja nicht, die Mannschaft hatte aber sichtlich dabei ihren Spaß und ein Großteil der Zuschauer eben auch.
Die restliche Feierei konnte ja auch auf sämtlichen Kanälen bestaunt werden und das auf der Reeperbahn mehr Leute waren als bei Bayerns Meisterfeier ist sicher eine Erwähnung wert. Ich persönlich war lieber im Fanladen und danach noch mit netten Leuten was zum Saisonabschluß essen, aber auch das ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.
Gleiches gilt natürlich auch für Alkoholkonsum, aber bevor der Text jetzt hier entgleitet, heb ich mir das Thema lieber auch mal für nen Übersteiger – Artikel auf, schließlich stand auf den T-Shirts ja “Einfach mal glücklich sein!” und ich will mich dran halten… aber was will man erwarten, wenn „Wir saufen jetzt sechs Monate durch!“ schon von höchster Ebene lange vor dem Aufstieg anlässlich des Geburtstages als Motto ausgegeben wurde oder ein Präsidiumsmitglied in der Süddeutschen aufgrund seiner völlig verwahrlosten Erscheinung und komplett abgeschossen auf der Pressekonferenz als herrlich kultig und anders gefeiert wird. weiter

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33.Spieltag (A) – Greuther Fürth und der Aufstieg!

AUFSTIEG in Fürth, da führt kein Weg mehr dran vorbei.

Jetzt hat der Kiez und ganz St. Pauli schon 2 Tage Kopfschmerzen, die kombiniert mit versagenden Stimmbändern und Heiserkeit auch den Übersteiger voll erwischt haben! Redaktionelles Schlafmangelsyndrom, wie uns der Hausarzt attestierte Diagnose: AUFSTIEG in die Bundesliga pünktlich zur hundertsten Ausgabe. Na wenn das nichts ist.

WAS WAR DAS BITTE FÜR EINE GROSSARTIGE NUMMER!

Und das war erst der Auftakt sämtlich kommender Festivitäten, also noch drei Tage ausruhen und dann geht es richtig zur Sache, obwohl die Stimmung in und um Fürth und im bestens organisierten Sonderzug wohl schon lange nicht mehr so fantastisch war. Da konnte auch die halbstündige Verspätung zwischen Altona und dem Hauptbahnhof aufgrund der Krawallbrüder auf der Schanze nicht für Panik sorgen! War ja dank DFL noch genug Zeit bis zum Anpfiff. Es ging einfach alles nach vorne los.
Im Zug eine Mischung aus besten Kutten die es wohl je gab, mein Highlight dabei Justus himself. Warum einige sich wie zu einer Badtaste Party angezogen hatten erschließt aus dem Motto der Fahrt ja nicht direkt – ist auch Schnurzpiepe. Ist doch eigentlich ganz einfach: Nur den Kleiderschrank aufmachen und alles anziehen was schon seit Jahren unter den neuen Polohemden und Jeans verborgen liegt.
Schön das, weil es offensichtlich nicht die Exzesse gegeben hat die man in Zügen nicht sehen will. Schon in der Samstagnacht war im Partywagen die Hölle los, die meisten habe wohl eher gar nicht geschlafen, so dass in Fürth erst mal Kaffee und Kneipe auf dem Programm stand. Dauerte nicht lange da war die erste Gardinenpinte überfallen und leer getrunken. Die übrigen wenigen Stammgäste verzogen sich auch gleich aufgrund unserer besten Stimmung in die Hinterräume. Also Bier war leer und Kaffee kalt. Weiter den nächsten Laden entern…! weiter

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32.Spieltag – (H) – TuS Koblenz und der Marathon

FC St.Pauli – TuS Koblenz 6:1 (2:0)
Tore: 1:0 Charles Takyi (42.), 2:0 Deniz Naki (44.), 3:0 Charles Takyi (57.), 4:0 Marius Ebbers (59.), 5:0 Rouwen Hennings (69.), 6:0 Matthias Lehmann (74. Foulelfmeter), 6:1  Marvin Pourie (75.)
Zuschauer: 19.686 (geschätzt 600 Koblenzer)

Es war ein zähes Ringen mit den Koblenzern, wobei ihre fußballerische Limitierung schon sehr früh deutlich wurde. Aber man weiß ja, wie sowas laufen kann wenn die Zeit voranschreitet und das Runde einfach nicht ins Eckige will.  Als dann der (zweifelhafte, weil eher außerhalb verübte) Elfmeter gepfiffen wurde, wähnte sich Braun-Weiß endgültig auf der Siegerstraße, aber dann folgte unglaubliches: Bruns schießt neben das Tor und die zurecht gegebene Wiederholung schießt Lehmann platziert nach unten links, der Ball wird aber vom Koblenzer Torwart Paucken klasse pariert… warum hier kein Reporter das billige Wortspiel vom Paukenschlag brachte, ist mir nach wie vor ein Rätsel.
Doch was so ein echter Fußballexperte ist, der lehnt sich locker zurück und sagt zum Nebenmann: “Kein Thema… machen sie jetzt das erste Ding, fallen die anderen automatisch. Wäre aber hilfreich, wenn es vor der Pause passiert!” Gesägt, Tun, Getan, um es mit Onkel Hotte zu formulieren. An dieser Stelle dann auch noch das schnelle Schulterklopfen in Richtung Stani, für sein Festhalten am Sir, gegen alle kritischen Stimmen während der vergangenen Monate. Der Rest war dann gegen zusammenbrechende Koblenzer ein Selbstgänger.
Die Stimmung auf den Tribünen war zunächst auch sehr verhalten, es gab auch diverse kritische Tapeten gegen die Vorfälle der letzten Wochen, hierzu sei nochmals auf die Stellungnahme von USP und Fanladen verwiesen, in dem alles wesentliche steht. Der Verein hat logischerweise eine davon abweichende Sichtweise, die aber ähnlich vage und ausweichend bleibt, wie die ganzen letzten Wochen schon und die entscheidenden Antworten auf die Sommerpause verschieben will. Und wenn die Stellungnahmen der letzten Wochen tatsächlich als “fortwährenden Angriffen auf den Verein im Allgemeinen und das Präsidium im Besonderen” empfunden wird, fragt man sich natürlich, was die machen wenn mal tatsächlich heftigerer und vereinter Gegenwind kommt, denn momentan ist sich die Fanszene ja nicht mal einig. Merkwürdig aber auch, dass aus Fehlern immer noch nicht gelernt wird, denn in dem sehr lesenswerten Artikel der Times Online von heute wird Littmann in Bezug auf Fans im Jolly Roger wie folgt zitiert: “I’ve been president for seven years but a fan for 30, so I understand what they want.” Mag für Teile der Fanszene sogar noch stimmen, denen sportlicher Erfolg und finanzielle Sicherheitwichtiger sind als Ideale, aber so ein Satz ausgerechnet in der derzeitigen Diskussion ist doch reichlich unbedacht… und gerade den Leuten im Jolly dürfte da so manches Bier wieder bei hochkommen, wenn sie das lesen.
Aber spätestens nach den ersten beiden Toren war die Stimmung dann natürlich bestens, gegen Ende kam mit “Wir ham die Schnauze voll!”, “Stani raus!” und ähnlichen Gesängen sogar so etwas wie Volkspark-Stadion Feeling die gute alte Ironie des Millerntors hervor und es wurde wunderbar und lange gefeiert.
Einziger Wehrmutstropfen: Hansa Rostock gewann zeitgleich beim 1.FC Kaiserslautern… warum das einige im Stadion sogar zum Jubeln brachte, kann ich mir nach wie vor nicht erklären, denn die Meisterschaft dürfte bei weiterhin vier Punkten Rückstand normalerweise trotzdem an “die Region” gehen und wäre mir ehrlich gesagt auch völlig egal, eine Niederlage von Rostock hätte hingegen die Chance auf deren direkten Abstieg am Leben gehalten und den Relegationsplatz gefestigt… vielleicht lag das am Alkohol, aber vielleicht mag sich einer der Jubler ja mal in den Kommentaren erklären, ich würd mich freuen.
Anschließend brachte auch der Stuttgarter Sieg in Bochum noch die Gewissheit, dass es für den hsv in der Bundeliga eng werden würde, noch nach Europa zu kommen. weiter

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31.Spieltag – (A) – Union Berlin

1.FC Union Berlin – FC St.Pauli 2:1 (1:1)
Tore:
1:0 Torsten Mattuschka (10.), 1:1 Charles Takyi (19.), 2:1 Karim Benyamina (87.)
Zuschauer: 19.000 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Aaaaaach, was könnte man alles schreiben über diesen Samstag in Berlin:

  • eine entspannte Anreise mit dem ICE, inkl. “zänk yu for trewölling wiff Deutsche Bahn!”
  • nette Unioner Kollegen, die einen sogar am Hauptbahnhof abholen, eine Stadtrundfahrt mit einem machen und dann nach Köpenick kutschrieben, wo schon deren Kumpels mit gekühltem Berliner Pilsener warten
  • ein wirklich gigantisch toll gelungenes Stadion “An der alten Försterei”, in dem Fußball noch das wichtigste ist und man zu keiner Zeit den Kitsch der neuen Arenen vermisst
  • eine großartige Stimmung im Gästeblock, die dazu führte, dass man die Unioner kaum hörte
  • ein Spiel, welches leistungsgerecht 1:1 endete
  • einen entspannten “nach dem Spiel”-Nachmittag in einer großen Unioner Fankneipe, in der bunt gemischt die Bundesliga-Konferenz geguckt und die hsv-Niederlage bejubelt wurde
  • insgesamt ein Tag in Berlin, an dem es fast keinen Streß zwischen beiden Fangruppen gab (eine kleine Hauerei an der Tankstelle mal außen vor, deren Gründe ich aber nicht sehen konnte)

Und warum schreibe ich nichts darüber?
Weil ich mich über diese völlige Dummheit in der 87.Minute so sehr aufgeregt habe, dass ich weder dem Herrn Thorandt, der das Abseits aufhob, noch den Herren Morena oder Rothenbach, die sich in angemessener Entfernung zum Bestaunen entschlossen, einen angemessenen Bericht zukommen lassen könnte, ohne ausfallend zu werden. weiter

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