UNERHØRT – Der Album-Release-Gig!

Endlich hatte das Warten ein Ende! Die letzten Tage waren erfüllt von Vorfreude auf diese Release-Paadie meiner Lieblings-Band No Life Lost… ähem… THE NØ, fast direkt an der Waterkant.
Etwas umständlich reiste ich per HVV an (woher nur diese Namensähnlichkeit mit den Volxparklern…?), doch meine Anstrengungen wurden mit dem – bereits jetzt schon – ultimativ besten und legendärsten Konzert des Jahres belohnt!
Formatieren tut man ja meist am Rechner. Aber die neue Formation der Band machte mehr als riesigen Spaß! Kaum ein Bein konnte im absolut ausverkauften Hafenklang stillhalten und so war der Pit durchgehend am Tanzen. Eine Augen- und Ohrenweide war es, dem Drummer zuzusehen. Punktgenau hauchte er auch den alten NLL-Songs neuen Atem ein. Chapeau dafür!

Tim hatte mich freundlicherweise mit dem Vermerk: „Hossa vom Übersteiger (Presse Futzi)“ auf die Gästseliste gesetzt. DaZke dafür! Eilig bastelte ich mir noch einen ÜS-Presseausweis, schnappte mir Kuli und Zettel und auf ging’s zur HVV-Rally. Maximale Freude, als das Ziel erreicht war.

Großer Andrang vor der Tür und sogleich viele bekannte Gesichter getroffen, dazu auch noch sinnlose Aufkleber am Eingang entfernt (eigentlich war es Tom)! Da klebte doch über einem Antifa-Sticker ganz dreist We hate Antifa. Voll doof! Wieso schreiben die nicht We love Faschismus, oder so? Vollpfosten! Es ist aber schon bedenklich, dass solche Einzeller in unserem Viertel so etwas irgendwo ungestraft kleben können. Naja, ich habe ihn umweltgerecht entsorgt! Nach getaner Antifa-Arbeit wurde alsbald der Logenplatz auf der Treppe zum Backstage-Bereich rechts von der Bühne gesichert.

Zunächst gab es ein kurzes Intro und dann ging es auch gleich mit dem Song Golfplatzhooligans los. Zum treibenden Drums-Intro brüllte Tim die ersten Zeilen ins Mikro: „Seid ihr fertig, Jungs? Alles dabei? Bier, Schläger, Rollator, Gebiss, Herztabletten? Dann lasst uns aufschlagen“! Und ab ging die Post! Bereits nach 15 Sekunden steppte der Papst im Kettenhemd und trieb die Schweißperlen auf die Stirn.

Und eines gleich vorweg: Nach dem No-Life-Lost-Klassiker Was soll’s (wurde auch an diesem Abend ganz fein neu performt), drängt sich mit Das Leben Ist Schön der nächste Smasher der Altonaer Band geradezu auf.

Bunt gemischt wie das aktuelle Album ging es durch den Abend: Neben einer Auswahl an NLL-Songs wie Herztod am Kickertisch und Hauptsache Italien kredenzten die sechs Musiker natürlich auch Stücke der aktuellen Scheibe UNERHØRT. Und zwischen den Songs immer wieder fluffige Ansagen – ein gekonntes Spiel mit dem Publikum. Nach dem Calypso-/Bossa-Nova-angehauchten Töten mit Witz beschwerte sich Tim, dass niemand Pogo getanzt hätte! Hahaha! Dem wurde aber mit Denken ist gefährlich gleich mal Abhilfe geschaffen. Bei Ich mag ich nicht wurde dann wieder das Ska-Tanzbein geschwungen.

Kurze Kritik in eigener Sache:
Sax und Posaune waren am Start. Aber wo ist die Trompete geblieben?
Dazu: Jahrelang habe ich Tim bekniet, ja fast schon angebettelt, mich und mein Keyboard in die Band aufzunehmen. Er lehnte dies stets mit dem Spruch ab: „In meiner Band gibt es keine Tasten!“. Und was stand im Hafenklang jetzt neben der Posaune und kam reichlich zum Einsatz? Richtig: ein Tasteninstrument. Skandal! Tims Kommentar: „Never say never!“.
Als die ersten Takte von Das Leben Ist Schön die Heimat eines nicht gänzlich unbekannten FCSP-Fanclubs erfüllten, fiel die buntgemischte Masse vor der Bühne kollektiv in Reggae-Trance! Geiler Song!!!
So ging es munter weiter. Jeder Ton ein Treffer in Mark und (Tanz-)Bein. Nur, ganz am Ende des Gigs fehlte Danke. Tschüss. Auf Wiedersehen. Schade. War immer ein sauguter Rausschmeißer! Dennoch ging es fröhlich und gut gelaunt an die frische Luft und alsbald auf den Heimweg.

P.S.: Der Supertyp auf der Bühne war alles andere als ein Durchschnittstyp! Aber wirklich UNERHØRT war am Ende nur, dass mein Lieblingssong Warten von der Playlist gestrichen worden war. Trotz Versprechen! Auch wenn sich Tim später am Merch-Stand noch entschuldigte: *schmoll* 😉
Zum Schluss noch ein brandheißer Insidertipp: Auf zum Plattendealer eures Vertrauens und die Scheibe Kaufen, Kaufen, Kaufen!
Und: Am 1.Mai im K-Klub, (Soli für ProAsyl) ist allerdings wieder ein unplugged Gig! Weitere Infos gibt es hier.
Und hier die Rezi zum Album
// Hossa (und alle Fotos)
