MT037 – Aufsichtsrat: Sandra Schwedler

Das waren sehr informative und unterhaltsame gute drei Stunden mit Sandra, vielen Dank.
Euch viel Spaß dabei, Feedback wie immer gerne in die Kommentare, Bewertungen zu iTunes.

Und wer bis zum Ende durchhält, bekommt dieses Mal auch noch ein-zwei Gänsehautmomente frei Ohr.

Themen:

  • Personalien in der Winterpause
  • FCSP – VfB Stuttgart
  • Pussy-Werbebande
  • Gästefans im Heimbereich
  • Aufsichtsrats-Vorsitzende Sandra Schwedler, über:
    • Fanthemen
    • Vereinsthemen
    • Afrika-Cup 2017

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18.Spieltag (H): VfB Stuttgart

FC St.Pauli – VfB Stuttgart 0:1 (0:0)
Tor: 0:1 Carlos Mané (84.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 4.000 Gästefans)

Die Spiele werden weniger, der Abstand größer.
Andreas Rettig

Tja, so in etwa trifft die Aussage das gesamte Dilemma, insbesondere in der Kombination mit den Siegen von 1860, KSC und Aue.
Aber: Dies war auch vorm Start der Rückrunde schon klar, der Auftakt mit den Partien gegen Stuttgart und Braunschweig taugt nicht als Beginn einer wundervollen Serie, hier ging es nur um Schadensbegrenzung – und die wäre mit einem Punktgewinn durchaus möglich gewesen.

“Wir stehen hinter Euch!” // (c) Stefan Groenveld

 

Es hat nicht gereicht – was also macht Mut, dass (bei einer nicht auszuschließenden) Niederlage auch in Braunschweig die Aufholjagd in den restlichen 15 Spielen noch gelingen könnte?
Und sei es eben auch nur auf den Relegationsplatz, um dann gegen Magdeburg, Chemnitz, Osnabrück oder Halle mal so richtig Spaß zu haben?

Nun, in erster Linie die sichtlich gewonnene Qualität im Zentrum. Sowohl Johannes Flum als auch Mats Møller Dæhli wussten zu gefallen, fungierten in unterschiedlichen Rollen sowohl als Balleroberer als auch -verteiler.
Lennart Thy blieb den Beweis der Erstligatauglichkeit schuldig, könnte aber in einer anderen Rolle, wenn Aziz Bouhaddouz nach dem gestrigen Aus im Africa Cup wieder da ist, ebenfalls noch wichtig werden.
Und in der Defensive konnte Yi Young Park (wie zuvor in der Saison schon Brian Koglin oder Joel Keller) zeigen, dass es hier durchaus Talente in der U23 gibt, die auf Sicht in die 2.Liga aufrutschen könnten.

Reicht aber natürlich alles nicht, wenn am Ende die Punkte fehlen.
Trotzdem war es ein Auftritt, der einen zumindest die Flinte nicht ins Korn schmeissen lässt, es gab ja vorher durchaus auch die Befürchtung man würde in diesem Spiel ähnlich untergehen wie tags zuvor Darmstadt gegen Köln.
Doch der Worte sind genug gewechselt, es müssen jetzt Taten bzw. Punkte folgen, und natürlich wäre es durchaus willkommen, wenn man trotz Außenseiterrolle damit schon in Braunschweig beginnt.

Das Drumherum

Die Stimmung war eher jenem “es müssen Taten folgen” angemessen, eine große Angespanntheit die eben nicht zu permanentem Dauersupport führt, eher ein nervöses akustisches Begleiten der Aktionen auf dem Rasen in Form von Aufschrei oder Aufstöhnen, während die Süd unerbittlich versuchte mit Gesängen den Lärmpegel hoch zu halten – was vom restlichen Stadion eben nur sehr selten unterstützt wurde.
Der Gästeblock war von meinem Platz aus (Block 1, Gegengerade) nicht wahrzunehmen, dies mag aber durchaus an der Entfernung gelegen haben.

Eine Werbebande sorgte für berechtigten “Unmut” (vorsichtig formuliert), denn mit dem Spruch “Nix für Pussies” kann man vielleicht bei 30-35 anderen Profivereinen ungestraft werben, trifft beim FC St.Pauli aber völlig zurecht auf vehemente Gegenwehr.
Immerhin erfolgte eine zeitnahe Entschuldigung des zuständigen Vermarktungspartners, wieso so etwas allerdings nach den durchaus vorhandenen Fällen der letzten Jahre überhaupt passieren lassen kann, erscheint unerklärlich.
Da gibt es auch nicht viel zu diskutieren. Dies hätte so schon nicht passieren dürfen und wird sich hoffentlich jetzt auch nicht mehr wiederholen.

Last but not least: Ärger auf den Business Seats in der Süd.
Eine Entwicklung, die so absehbar wie überflüssig ist und auf Sicht vielleicht der einzige Vorteil eines eventuellen Abstiegs, denn nur dann wäre sie aus meiner Sicht lösbar.
Was war geschehen? Ich habe es nicht gesehen und kann mich daher nur auf Berichte aus erster Hand beziehen.
Fakt: In der für uns sportlich mehr als angespannten Situation schießt der Gast ein spätes Tor, was auch im Bereich Buisiness Seats der Südkurve (=direkt hinter den Stehplätzen unserer Ultras) Stuttgarter Fans jubeln lässt.

Ab jetzt geht es in den interpretierbaren Bereich:
Die einen sagen, der Jubel wäre über ein normales Maß (wobei selbst dies schon schwer anzulegen sein dürfte) hinausgegangen und es seien auch Getränke auf den Stehplatzbereich geworfen worden, was zu einem “Besuch” aus dem Stehplatzbereich geführt hätte.
Die anderen sagen, selbst ältere VfB-Fans seien mit Bier beworfen worden, auch Unbeteiligte (und sich vernünftig verhaltende) VfB-Fans seien aufgefordert worden, den Schal abzunehmen.

Tja, Gästefans in Heimbereichen, Quell steter Freude und Diskussionen.
Ich habe ähnliches beim Pokalspiel 2015 gegen Mönchengladbach erlebt und dabei beschrieben, wie es sich für mich anfühlte in meinem “Zuhause” neben einem mir Fremden zu sitzen, der (aus meiner Sicht unangemessen, für einen Heimbereich) gejubelt hatte.
Der Fußballfan ist ein emotionales Wrack, insbesondere im Abstiegskampf – und wenn dann kurz vor Schluss ein entscheidendes Gegentor fällt, ist die Lunte kurz.
Dafür gibt es Auswärtsblöcke, um hier “schlimmeres” zu verhindern.
Und wer in den entsprechenden Heimbereichen (und dazu zähle ich die komplette Gegengerade, die Nord Stehplätze und die komplette Süd) sich als Gästefan aufhält, der muss dann eben mit der Faust in der Tasche jubeln oder ein entsprechendes Echo abkönnen. Wie dies im Einzelfall ausfällt, hält sicher von seinem Verhalten ab und zu einem Großteil davon, auf welche Leute er trifft, im Zweifel also auch von ziemlich viel Glück.
Solange es bei einer Bierdusche oder einem “Pack den Schal unter die Jacke. Jetzt!” bleibt, ist dies aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt. Kann hier jeder gerne anders sehen und dies in den Kommentaren ausführen, ich habe dies wie erwähnt im Gladbach-Artikel oben genauer ausgeführt.

Nun haben wir in der Süd eben jene besondere (und wohl in Deutschland auch einzigartige) Situation, dass sich direkt hinter den Stehplätzen der Ultras ein großer Business-Seat Bereich befindet, welcher naturgemäß ab und an auch Gästefans beherbergt, insbesondere bei größeren Fanszenen, wie die des VfB sicher unstrittig eine ist.
Und wer sich noch an die letzte Erstligasaison erinnert: Da war dies durchaus öfter  der Fall, was mich zu meiner “ein Vorteil eines Abstiegs”-These zurückbringt:
Auf Dauer kann dies nur gelöst werden, in dem man den Sitzplatzbereich der Süd klar als Heimbereich deklariert. Dies allerdings dürfte nur mit “normalen” Sitzplätzen möglich sein, nicht mit Business-Seats. Und vielleicht ist die Notwendigkeit zum Verkauf normaler Sitzplätze bzw. die Nachfrage nach Business-Seats in der 3.Liga eben eine grundsätzlich andere und kann hier zur Problemlösung beitragen.
Ich erinnere mich aber auch an die Worte von Michael Meeske auf einer JHV, in der die Einnahmen der Business Seats eben zwingend für die Darlehns-Rückzahlung benötigt werden – ein Teufelskreis.
Ansonsten bleibt es leider dabei, dass man sich hier baulich eine mehr als unbefriedigende Lösung erschaffen hat, die auch auf Sicht immer wieder zu Problemen führen wird.

P.S. Eine (durchaus ähnliche) Stuttgarter Sichtweise dazu gibt es bei Rund um den Brustring. // Frodo

Links:
– “Vor dem Spiel“-Gespräch (MillernTon-Podcast)
– Interview vor dem Spiel mit St.Pauli-Fan Alex auf “Rund um den Brustring
– Fotos Stefan Groenveld: “Keine Punkte gegen Stuttgart
– Bericht Magischer FC: “Das Drehbuch hat seine Schwächen
– Bericht Beebleblox: “Auf Augenhöhe ist nicht hoch genug
– Bericht FCSP Athens South End Scum “Matchday 18” (English)
– Bericht Grenzenlos 1910: “Hold your head up high
– Spielbericht Vertikalpass (VfB): “Die Bayern der 2.Liga
– Fotos “vfb-bilder.de

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 24

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 24
Heute gibt es kein Rätsel mehr, Danke an alle die in den letzten Wochen mitgemacht haben.
Hier ist der letzte Song des Adventskalenders – und auch wenn ich keine Reihenfolge bei den Songs darstellen wollte, so ist er aus meiner Sicht doch auch ein krönender Abschluss.

(Übrigens ist dies das Original.)

L.A.K. – Mehr als Fußball

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 23

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 23:

Ein Italiener schreibt einen Fußballsong über die WM in Mexiko – und Jahre später drehen in Deutschland alle durch.
Schuld daran? In erster Linie der schöne Problembär.
Naja, solange wenigstens das Wetter stimmt.
Oh…

Auflösung:

Alberto Colucci – Die Sonne scheint (Oh Lilien…)

Dieser Song hat wirklich alles, was ein Fußballlied braucht. Viel zu furchtbar, um außerhalb des Fußballkontexts gehört zu werden, aber im Stadion gesungen eine großartige Energie.
Und ja, tatsächlich war der Song als WM-Song für 1986 gedacht und hieß “Go Go Mexiko”, schlußendlich sang dann aber eben auch Bruno Labbadia bei der endgültigen version fröhlich mit.

 

Was bisher geschah:

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 22

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 22:

Die Band um die es heute geht, kann man durch und durch als Fußballfans bezeichnen. Außerdem sind die Musiker politisch sehr engagiert, auch in ihren Texten.

Der Songtitel ist die übersetzte Version eines Begriffs, mit dem der besungene Verein in den Medien gerne bezeichnet wird. Auf Englisch klingt es aber dann doch ein bisschen cooler und nicht so abgedroschen.

Am Ende des Liedes wird dann mehrfach eine Zeile gerufen, die einem anderen Lied entliehen ist, welches bei einem Profiverein in Deutschland beim Einlaufen zur zweiten Halbzeit gespielt wird.

Auflösung:

Man merkt, dass Weihnachten naht… selten so wenig Zugriffe auf das Rätsel gehabt, und mehr als drei richtige Antworten hätte ich ehrlich gesagt zumindest aus dem Braun-Weißen Fanlager schon erwartet.
Stattdessen antwortet ein Hansa-Fan 🙂

Nun, wie dem auch sei: The Wakes – Pirates of the league (Lyrics)

Was bisher geschah:

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 21

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 21:

Das heute gesuchte Lied passt in eine Kategorie mit Türchen 18, ist aber vielleicht nicht ganz so bekannt.
Allerdings ist es auch bei weitem nicht so alt, denn veröffentlicht wurde es erst 1988, von zwei Fans des Vereins. Allerdings sind diese beiden nicht irgendwelche Fans, sondern in erster Linie Musiker. Und Brüder.
Und als Musiker sind sie auch sehr erfolgreich und irgendwann entwickelte sich eben dieses Lied zur heimlichen Hymne des Vereins, auch ohne konkreten Fußballbezug.

Würde man den Text einfach ins Deutsche übersetzen… nun ja, den Pulitzer-Preis würde man damit wohl nicht wirklich gewinnen.
Strophe Eins besteht aus fünf Worten, die allerdings jeweils vier Mal genannt werden.
Der Refrain sind vier Feststellungen.
Und in Strophe zwei sind es dann sechs Wörter, jeweils vier Mal genannt.
Nun gut, man braucht als Fußballfan ja auch nicht viel, um glücklich zu sein.

Ein bißchen mehr Aufmerksamkeit erfuhr die Hymne dann außerhalb des Vereins in diesem Sommer, als der Verein nämlich einen Titel gewann und es eine vielbeachtete YouTube-Veröffentlichung der Siegesfeier gab, in dem eben das komplette (bzw. eher: halbe) Stadion dieses Lied sang.

Auflösung:

Zugegeben, der war nicht leicht, immerhin drei richtige Antworten gab es trotzdem, Gratulation.

Es geht nicht um die Gallagher-Brüder, es geht auch nicht um “Engländer”, sondern um Charlie und Craig Reid, besser bekannt als “The Proclaimers”. Ja, die mit den 500 Meilen.
Diese veröffentlichten 1988 den Song “Sunshine on Leigh” (Lyrics) als ganz normale Single. Leith ist ein Stadtteil von Edinburgh, beide sind große Fans der ansässigen Hibs und so kam es dann über Umwege dazu, dass dieser Song mit der Zeit zur mehr oder weniger offiziellen Vereinshymne wurde.
Übrigens gibt es auch ein Musical mit gleichem Namen, ausschließlich mit Songs der beiden, welches später auch verfilmt wurde.

Im Sommer 2016 gab es dann das schottische Pokalfinale gegen das Konstrukt, welches als Nachfolgeversion der Rangers angesehen wird, welches bekanntlich gewonnen wurde… und die Live-Version der anschließenden Feierlichkeiten von “Hibs-TV” ist einfach Gänsehaut pur.
Viel Spaß!

Was bisher geschah:

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 20

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 20:

Dieses Lied hier zu beschreiben, hieße fast Eulen nach Athen zu tragen… und ich meine damit wirklich das Sprichwort, weder Tier noch Stadt haben etwas mit dem Lied zu tun.

Der Sänger ist Redaktionsmitglied des ÜBERSTEIGERs, auch wenn er aufgrund seiner großen Erfolge als Musiker und Autor inzwischen häufiger in Talkshows zu sehen ist, als er seine Kolumnen bei uns abliefert, wirklich schade.

Und das Lied? Naja… eine der schönsten Liebesbekundungen, die einem Fußballverein je gewidmet wurde.
Mit all seiner Tragik.

Auflösung:

Gut, die Überraschung dürfte sich in Grenzen halten:
Thees Uhlmann, “Das hier ist Fußball”

Ganz ehrlich, wie kann ein Lied über Fußball auch schöner beginnen als mit folgender Zeilen:

Tragik ist wie Liebe – ohne Happy End
Und eines ist wirklich sicher – das die Tragik St.Pauli kennt
Es ist als ob es Bier nicht in jedem Supermarkt gibt

Und überhaupt:

Würde es gehen würde ich Dich umarmen,
das hier ist Fußball, das hier sind Dramen!
Manche hängen ihre Fahnen in den erstbesten Wind.
Doch die Liebe beweist sich erst wenn der Wind zunimmt.
Und Liebe ohne Leiden hat noch niemand gesehn.

Was vielleicht nicht jedem bekannt ist: Das Lied erschien ursprünglich etwas kürzer, denn nach einem legendären Sieg des magischen FCSP bei Hansa Rostock, als Deniz Naki zur Freude des Gästeblocks eine braun-weiß-rote Fahne ins den örtliche Grün steckte, wurde folgende Strophe ergänzt:

Als Naki die Fahne in den Boden rammte
Und keiner vor Glück seinen Namen noch kannte
Ein ganzes Viertel in Gänsehaut
FC St.Pauli – Wir lieben es laut

Es gibt von diesem Lied auch die ein oder andere schöne Video-Version auf YouTube, aber nur eine kann natürlich hier besonders hervorgehoben werden:
Die Live-Version beim Abschied von Fabian Boll, Gänsehaut-Moment im Stadion, Erpelpelle noch heute regelmäßig beim Anschauen.

Danke, Thees. Und den kürzlich versprochenen Zungenkuss holen wir dann beim Klassenerhalt nach.

Was bisher geschah:

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Last-Minute Weihnachtsgeschenk: FC St.Pauli Album

Neuer Lesestoff für Fans des „Magischen FC“: Nach über einem Jahr intensiver Arbeit steht das neue „FC St. Pauli Album“ in den Läden. Das neue Werk von Jubiläumsbuch-Autor und „Kessel Braun-Weißes“-Moderator Christoph Nagel („FC St. Pauli. Das Buch“ / „FC St. Pauli. Alles drin“) ist zugleich ein Baustein für das FC St. Pauli-Museum, denn das gesamte Autorenhonorar geht an 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. Wie kam das FC St. Pauli Album zustande? Ein Gespräch über philosophierende Fußballer, „crowdgesourcte“ Inhalte und lange Nächte im „Sprüchebergwerk“.

Übersteiger: Moin Christoph, rechtzeitig vor Weihnachten habt Ihr das „FC St. Pauli-Album“ im Werkstatt-Verlag veröffentlicht. Wohl das ideale kleine Last-Minute Geschenk für alle, denen plötzlich siedend heiß einfällt, dass man ja noch was verschenken muss. Schildere doch bitte mal, wie Ihr zu der Idee dieses doch etwas außergewöhnlichen Buches gekommen seid.

Christoph Nagel: Das ist schon eine Weile her. Nach dem Auswärtsspiel in Bochum im Dezember 2014 (3:3 – Peter Neururers vorerst letztes Spiel als VfL-Cheftrainer) unterhielt ich mich mit Ben Redelings, der ja nicht nur Bochum-Fan, sondern auch Fußball-Autor und -Entertainer ist. Ben hat im Werkstatt-Verlag eine erfolgreiche Reihe mit Alben zu verschiedenen Vereinen gestartet und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, den Band über den FC St. Pauli beizusteuern. Als erster „externer“ Autor, alle anderen Alben sind bislang von Ben. Nachdem ich mir das eine Weile durch den Kopf gehen ließ, fand ich die Idee immer besser und sagte schließlich zu.

ÜS: Warum die Überlegungszeit?

Christoph: Zum einen ganz schlicht aus Zeitgründen – bis so ein Buch „rund“ ist, braucht es viele hundert Stunden, und die ehrenamtliche Arbeit im Vorstand des „Museumsvereins“ 1910 e.V. lässt neben meinem Hauptberuf als freiberuflicher Texter und allem anderen nur wenig Zeit übrig. Zum anderen wollte ich die richtige Veröffentlichungsform finden und mich nicht mit „fremden Federn schmücken“.

ÜS: Wie meinst Du das?

Christoph: Die „Album“-Reihe lebt davon, dass sie Zitate, Geschichte und Bilder aus vielen verschiedenen Quellen zu einem abwechslungsreichen, bunten Ganzen zusammenführt. Gerade beim FC St. Pauli macht so ein Album keinen Sinn, ohne auch diverse Fan-Quellen „anzuzapfen“ – vom Sticker auf dem Fanladen-Klo oder irgendwo im Viertel über Pappen, Transparente und Choreos im Stadion bis hin zu Fanzines oder auch dem Fanforum. Unzählige Leute tragen zum „Gesamtkunstwerk St. Pauli“ bei, und deren Herzblut zwischen zwei Buchdeckel zu packen und dafür ein Autorenhonorar zu bekommen, fühlte sich für mich nicht richtig an. Das änderte sich, als mir durch den Kopf ging, dass ich das Buch ja einfach für eine Sache machen könnte, die allen St. Pauli-Fans zugute kommt: das FC St. Pauli-Museum in der Gegengerade, das wir mit 1910 e.V. planen, finanzieren und bauen. Ich entschied also, mein Autorenhonorar zu spenden, und der Verlag war damit einverstanden, 1910 e.V. als Herausgeber mit ins Boot zu holen.

ÜS: Du hast dann ja auch die Sache mit den Fan-Inhalten noch wesentlich intensiviert …

Christoph: Ja, wir haben dann als 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. zusammen mit dem FC St. Pauli selbst einen Aufruf gestartet, uns Anekdoten, Zitate und Bilder für das Buch zu schicken, und eine ganze Menge Leute haben reagiert. Wir konnten leider nicht alles nutzen, aber das Buch wurde durch die „Crowdsourcing-Aktion“ nochmals bereichert. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die uns Inhalte geschickt haben – Ihr seid wie versprochen in der „Hall of Fame“ hinten im Buch verewigt!

ÜS: Wie muss man sich denn die Recherche zu dem Buch vorstellen: Hast Du wochenlang Fanzines und Stadionhefte gewälzt und dabei den MillernTon gehört? Und wie viele andere Personen waren in die Recherche involviert?

Christoph: Ursprünglich dachte ich ja mal, ich könnte das in wenigen, intensiven Wochen schaffen – die paar Zitate (lacht) … Ich musste dann feststellen, dass die Arbeit im Sprüche-Bergwerk wesentlich härter ist, als es vielleicht auf den ersten Blick wirkt. Weil es ja eben nicht um große Zusammenhänge geht, die man einmal erforscht und dann möglichst gut beschreibt, sondern um ganz viele kleine „Schnipsel“, um DAS Zitat, DAS Bild, das trifft, wirkt und amüsiert. Es war mir extrem wichtig, nicht einfach die Zitate wiederzukäuen, die es schon im Internet und anderen Büchern gibt. Und so habe ich tatsächlich wochen- und monatelang Material gewälzt, online und offline: MillernTon-Podcasts, Berichte in der FC St. Pauli-Flimmerkiste, eigene Interviews mit Spielern und Funktionären, Youtube-Videos von uralten FCSP-Spielen, Filme, Zeitungen, Fanzines – und natürlich unser im Aufbau befindliches Museums-Archiv von 1910 e.V. Weil mein Freund und Kollege Michael Pahl aus beruflichen Gründen leider diesmal keine Zeit hatte, mitzuschreiben, habe ich die ganze Wühlerei alleine durchgezogen – wobei ich auch heute noch von den Recherchen profitiere, die wir damals gemeinsam für „FC St. Pauli. Das Buch“ zum Jubiläum unternommen haben.

ÜS: Was war bei der ganzen Arbeit das Schwierigste?

Christoph: Die Auswahl (seufzt). Nachdem ich wochen- und monatelang wie ein Bekloppter nach Sprüchen, Bildern und Geschichten gesucht hatte, um bloß nicht zu wenig neues Material zu haben, musste ich schließlich feststellen, dass ich eine fast unüberschaubare Halde an „Stoff“ angehäuft hatte. Was lässt du weg, was kommt rein? Wie macht man da jetzt ein einigermaßen strukturiertes Buch draus – ohne das Bunte, Abwechslungsreiche, Familienalbumhafte zu verlieren, das den Charme der Reihe ausmacht? Das hat mich richtig viel Kopfzerbrechen gekostet und zwischenzeitlich fast zur Verzweiflung getrieben – vom Verlag ganz zu schweigen … Das Buch ist nicht umsonst ein ganzes Jahr später erschienen als ursprünglich gedacht!

ÜS: Welches ist denn Dein Lieblingskapitel im Buch?

Christoph: Schwer zu sagen … Natürlich wecken Sachen wie das „Derbyfieber 2011“ oder die „Kunst des Aufstiegs“-Doppelseiten tonnenweise Emotionen, und das fühlt sich gerade nach einem vergurkten Heimspiel gegen Aue oder Düsseldorf und einem Blick auf die aktuelle Tabelle ziemlich gut an. Aber ich habe auch ein großes Faible für die kleinen, etwas abseitigen Sachen am Rande des Weges, und darum hatte ich eine Menge Spaß beim Zusammenstellen von Themenseiten wie „Tiefpass – Genie trifft Wahnsinn“ über (teils eher unfreiwillig) philosophierende Fußballer oder die „Freds vom Jupiter“ aus dem Forum, bei denen ich mich allein schon über die Überschrift freue. Übrigens auch darüber, dass das Buch in all dem fröhlichen „Chaos“ zugleich eine sehr bewusst geplante Struktur hat – alle acht Doppelseiten geht es z.B. in die braun-weiße Zeitmaschine nach „Anno 1910“ oder z.B. in die 70er 80er und 90er, und auch die Aufsteige geben ein gewisses chronologisches Gerüst. Obwohl es optisch den anderen Bänden der „Album“-Reihe ähnelt, unterscheidet sich das FC St. Pauli Album strukturell ziemlich stark. Auch durch das Inhaltsverzeichnis, den „Matchplan“ zum Einstieg und das Vorwort der vier Museumspaten Fabian Boll, Benedikt Pliquett, Jan-Philipp Kalla und Timo Schultz, über deren Unterstützung ich mich sehr freue!

ÜS: Auf der einen Seite bietet das Buch über die „Zeitmaschine“-Seiten ja eine Art „Crashkurs in braun-weißer Geschichte“ – auf der anderen Seite finden auch langjährige Fans so manche Rarität. Welche „Sammlerstücke“ findet Du besonders bemerkenswert?

Da ist so einiges im Album, das wir schon zu Jubiläumsbuch-Zeiten liebend gern gehabt hätten – das aber eben erst später aufgetaucht ist. Zum Beispiel zur „Wunderelf“ des FC St. Pauli, die nach dem Zweiten Weltkrieg um die Deutsche Meisterschaft spielte – weil Karl Miller Senior, Vater des „Jahr100-Elf“-Mitglieds Karl Miller Junior, einige der besten Spieler Deutschlands mit Koteletts und Würstchen ans Millerntor gelockt hatte. Im FC St. Pauli Album liest man nicht nur diese Story, sondern sieht erstmals auch Karl Miller Junior mit Schweinehälfte und die legendäre Schlachterei Miller im Bild. Dann wäre da z.B. das erste mir bekannte Foto aus der berühmt-berüchtigten Clubheim-Küche, die in den 80ern und 90ern so was wie der erste „VIP-Raum“ für Spieler wie Dirk Zander und André Golke war und so manches Zechgelage erlebte. Auch zu Ikonen der Vereinsgeschichte wie Walter Frosch ist eine Menge Neues im Buch – Sprüche, die seit den 70ern nirgends standen, aber auch neue charakterliche Seiten, die zeigen, dass Walter viel mehr war als die rauchende, saufende „Cartoonfigur“, als die er manchmal erscheint.

ÜS: Auf einer führenden kommerziellen Bücher-Verkaufsplattform nennt ein Rezensent das Album „Klolektüre im positivsten Wortsinne“. Hast Du das als Kompliment verstanden und kannst Du die Wortwahl nachvollziehen?

Christoph: Das habe ich natürlich unbedingt als Kompliment verstanden (schmunzelt)! Denn ob es nun auf dem Klo ist, in der Badewanne, im Zug, im Bus oder im Bett vorm Einschlafen – ich hatte mir ein Buch gewünscht, das man auch zwischendurch immer wieder zur Hand nimmt und in dem man jedes Mal Neues entdeckt. Dass mir inzwischen auch einige Leute erzählt haben, dass sie das Buch in einem Rutsch durchgelesen und sich dabei prächtig amüsiert haben, freut mich aber natürlich genauso!

ÜS: Ihr habt kürzlich eine außergewöhnliche Lesung gehalten: Außergewöhnlich, weil so eine Sammlung wie im FC St. Pauli Album ja nicht unbedingt nach einer klassischen „Lesung“ schreit, aber auch aufgrund der Location. Erzähl doch mal, wo das war, und wie es sich dann anfühlte.

Christoph: Michael Pahl und ich waren ja früher schon viel mit unseren Büchern auf Tour und haben von Flensburg bis Innsbruck Live-Erfahrung gesammelt. Wir haben dabei schon früh gemerkt, dass es allen am meisten Spaß macht, wenn man nicht einfach spröde einen Text nach dem anderen vorliest (wie Loriot bei dieser berühmten Dichterlesungs-Szene aus „Papa Ante Portas“: „Krawehl, Krawehl“) – sondern wenn man das Ganze mit frei erzählten Anekdoten und auch der einen oder anderen Bild- und Videosequenz auflockert. Also eher Live-Performance als Lesung – Ben Redelings hat das als Fußball-Entertainer ja perfektioniert (wer will, kann sich am 2. Februar 2017 im „Grünspan“ davon überzeugen, es gibt glaube ich noch Tickets). Wie sich zeigte, ist die Album-Struktur für genau diese Art Performance ideal geeignet. Das haben wir bei einer Lesung auf der FC St. Pauli-Barkasse ausprobiert – die heißt nicht nur so, sondern ist komplett im FC St. Pauli-Look gehalten. Mit 40 Mitgliedern von 1910 e.V. ging es durch Hafen und Speicherstadt, und dabei habe ich braun-weiße Döntjes aus diversen Jahrzehnten erzählt und zum Teil auch vorgelesen. Zum Glück wurde niemand seekrank, und es wurde viel gelacht – kann gut sein, dass wir das nochmal wiederholen!

ÜS: Die Erlöse kommen ja „leider“ nicht Sportwagen, Villa oder Privatjet zugute, sondern dem „Museumsverein“ 1910 e.V. Wie ist denn da der aktuelle Stand?

2016 war ein besonderes Jahr für uns „1910er“: Nach Jahren der Überzeugungs- und Fundraising-Arbeit rollten nun endlich die Bagger! Bauphase 1, also die Herrichtung der Fläche, ist in vollem Gange. Da sind Fußböden, Strom- und Wasserleitungen zu legen, Decken zu verkleiden, Sanitäranlagen zu installieren, einige der ursprünglichen „Goliathwachen“-Wände zu entfernen – sehr viel Arbeit, die trotz fantastischer Unterstützung durch unsere Ehrenamtlichen entsprechend viel kostet: Allein für die aktuelle Bauphase müssen wir 800.000 Euro aufbringen, und das passiert natürlich nicht von selbst. Das Foyer soll übrigens als erstes fertig werden, so dass es hoffentlich bald wieder die beliebte 1910-Weinbar am Spieltag geben wird. Nach der Fertigstellung der Fläche werden wir dann einige temporäre Ausstellungen zeigen – ähnlich wie die Millerntor-Ausstellung 2014 – und dann liegt es ganz daran, wie erfolgreich wir im weiteren Fundraising sind. Was auch nicht ganz losgelöst von der Ligazugehörigkeit des „Magischen FC“ sein wird, da machen wir uns nichts vor. Läuft alles wunschgemäß und engagieren sich möglichst viele St. Paulianerinnen und St. Paulianer – als 1910 e.V.-Mitglieder, Spender, Sponsoren oder Aktive – ist eine Eröffnung der Dauerausstellung (mit wechselnden Sonderausstellungen) für 2018 denkbar.
Wie gesagt: Jede/r kann dazu beitragen – auch durch den Kauf des FC St. Pauli Albums und unserer anderen Museums-Bausteine!

ÜS: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Deinem Buch und fürs Museum!

Das FC St. Pauli Album gibt es für 9,99 Euro in den FC St. Pauli Fanshops Millerntor und Reeperbahn, überall im Buchhandel (falls nicht vorrätig: einfach fragen!) und natürlich auch online, z.B. hier:

http://bit.ly/1910shop (1910 e.V.-Shop, ab 21.12. in den Weihnachtsferien)
http://bit.ly/FCSP-Fanshop (FC St. Pauli-Fanshop)
http://bit.ly/kiezhelden
(Amazon-Partnerlink mit Spende an KIEZHELDEN)

Weitere Links zum Thema:

Mitglied werden bei 1910 e.V.

Buchtipp „FC St. Pauli Album“ (fcstpauli.com)

Nachbericht Barkassenlesung (fcstpauli.com)

Bericht „Baubeginn im Museum“ (fcstpauli.com)

„Ein Vereinsmuseum für den FC St. Pauli“ (taz-Reportage)

Fotos: Sabrina Adeline Nagel, www.siesah.de

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17.Spieltag (H): VfL Bochum

FC St.Pauli – VfL Bochum 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 Peniel Mlapa (20.), 1:1 Aziz Bouhaddouz (76.)
Rote Karte: Timo Perthel (28.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.000 Gäste)

Tja… Halbvolle Gläser auf der einen, Halbleere Gläser auf der anderen Seite der Gesprächsführung.
So war es nach dem Heimspiel gegen Kaiserslautern, so schien es auch am Samstag größtenteils. Zumindest wenn es ums Sportliche ging, denn in vielen Gesprächen ging es natürlich um jene Szene, in der sich Daniel Buballa verletzt hat.

Im Stadion war es für mich ein unglücklicher Zusammenstoß und kein Elfmeter, in den Gesprächen in der Halbzeit äußerte der ein oder andere auch “Klarer Elfer!”, was allerdings auch die Fernsehbilder wirklich nicht hergaben.

Viel wichtiger aber, dass die anfangs befürchtete schlimme Verletzung dann doch nicht eintrat und Buballa am nächsten Tag dann schon wieder gegenüber der Mannschaft beim Abschiedsessen Entwarnung geben konnte.

Zurück zum Spiel:
Bochum machte (nach einer Fehlentscheidung des Assistenten beim Einwurf) das 0:1, quasi mit einem von zwei Schüssen im ganzen Spiel.
Und natürlich ist eine falsche Einwurfentscheidung kein Grund, danach dann unbedingt ein Gegentor zu kassieren, allerdings passt sie eben in den Saisonverlauf, in dem wir vom Glück nicht unbedingt geküsst werden. Man denke hier auch an die Hacke / Latte / Sonst Tor des Monats – Szene von Bouhaddouz nach nur drei Minuten.

Der nächste Aufreger dann die Rote Karten gegen Timo Perthel.
Er kommt mit ziemlich guter Sicht und umso höherem Bein auf Miyaichi zu und trifft diesen im Oberkörper/Kopf-Bereich. Da ist es dann auch tatsächlich völlig egal, ob vorher noch der Ball berührt wurde, für mich schon im Stadion ein klarer Platzverweis und nach den TV-Bildern ebenso, eher unverständlich das Zwayer zunächst Gelb überhaupt in Erwägung zog.

Die spätere Unzufriedenheit der Bochumer mit dem Schiedsrichter kann ich mir nicht erklären, denn aus meiner Sicht hätte Jan Gyamerah auch noch so 2-3x mit Gelb-Rot vom Platz fliegen können, eine leichte braun-weiße Brilleneinfärbung gebe ich hier aber gerne zu. Gravierende Fehlentscheidungen gegen Bochum gab es hingegen objektiv eher nicht.

Womit wir dann bei der Hand-Szene in der letzten Minute wären, wo Anthony Losilla der Ball nach einer Ecke vom Oberschenkel an die Hand springt. Puh, klassischer Grenzfall aus meiner Sicht, mit der Tendenz zu “Weiterspielen”.
Mit braun-weißer Brille im Stadion aber natürlich der klarste Elfmeter seit Anbeginn der Zeitrechnung, mindestens.

Insgesamt machten wir aus der Überzahl viel zu wenig. Die eine oder andere Chance ergab sich (Gonther!), Bochum zog sich aber eben mit der Führung im Rücken und im Wissen um unsere Schwierigkeiten im Aufbau clever zurück, stand teilweise mit 5er oder 6er-Kette am und vor dem Strafraum und ließ so recht wenig zu.
Fast zwangsläufig, dass das Tor daher per Torwartfehler fallen musste, ansonsten hätte ich noch auf einen Standard getippt.

Links:
– Fotos und Bericht Stefan Groenveld
– “Vor dem Spiel“-Gespräch
– Bericht “Nice Guys
– Bericht “Zaphod BeebleBlox
– Bericht “Athens South End Scum” (English)

Weihnachtsfazit

Womit wir wieder beim Eingangszitat wären, was macht man jetzt mit dieser Hinrunde?
“Vergessen” wäre wohl tatsächlich das Beste, abhaken.

Elf Punkte sind so unsagbar schlecht, dass man eigentlich keine realistischen Hoffnungen auf den Klassenerhalt mehr haben dürfte.
Allerdings haben die anderen Teams im Tabellenkeller es eben auch nicht geschafft, deutlich mehr Punkte zu holen und somit sind es de facto nur drei Punkte auf den direkten Klassenerhalt (und ebenso auf den Relegationsrang), also ist nach wie vor alles drin.

Wichtig wäre ein Sieg zum Abschluss natürlich trotzdem gewesen, insbesondere bei dieser lang anhaltenden Überzahl, denn die ersten Gegner 2017 heißen VfB Stuttgart und Eintracht Braunschweig.
Und danach wird es dann auf dem Papier zwar leichter, andererseits aber eben auch umso wichtiger: Nach dem Heimspiel gegen Dresden fahren wir zu 1860, empfangen den KSC und reisen an die Bielefelder Alm.

Drei Sechs-Punkte-Spiele hintereinander. Mit 18 Punkten hätten wir dann 27 und wären quasi gerettet…
(Ja, langsam wirken lassen.)

Ein kurzes Augenbrauen-Zucken kam dann am Samstag noch nach dem Spiel, denn der Verein lud zu einer “Jahresabschluss-Pressekonferenz samt Ausblick auf die kommenden Monate” für Sonntag ein, auf dem Podium sollten Oke Göttlich, Andreas Rettig und Ewald Lienen sitzen.
Erstaunlich war dies in erster Linie, weil es sowas in der Vergangenheit in so einem Rahmen eher nicht gegeben hatte. Spekulationen in den Medien nannten einen möglichen Rücktritt von Ewald als Grund, später wurde dies (je nach Printerzeugnis) in einen Funktionswechsel uminterpretiert oder ganz fallen gelassen.
Jedenfalls müssen wir uns für die Auflösung noch etwas gedulden, aus “privaten Gründen” war Ewald dann verhindert und die PK wurde verschoben, soll aber zeitnah nachgeholt werden.

Die letzten Spiele haben in meinen Augen gezeigt, dass die Mannschaft den Klassenerhalt packen will. Dies klingt jetzt nach nicht sonderlich viel, ist aber schon mal eine Grundvoraussetzung und sollte normalerweise, kombiniert mit der vorhandenen Qualität, am Ende auch ausreichen.
Diese entspannte Haltung kann ich mir als Fan erlauben, ich hoffe (und glaube) im Verein ist man sich der Schwierigkeit der Situation bewusst und wird sowohl im Umfeld (Präsidium, Aufsichtsrat) als auch der Mannschaft (Trainerteam und Spieler) dies mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen.

Ob es dafür noch Neuverpflichtungen braucht?
Nun, ein Stürmer kann normalerweise nicht schaden, Aziz Bouhaddouz alleine kann den Karren nicht aus dem Dreck ziehen. Er erzielte in 14 Spielen immerhin fünf Tore und eine Vorlage, in diesen Spielen wurden 10 Punkte geholt (plus Pokalsieg gegen Lübeck).
In den drei Spielen ohne ihn (plus Pokalniederlage gegen Hertha) trafen wir nur einmal und holten einen Punkte (gegen Nürnberg).
Fafa Picault ist, ebenso wie Marvin Ducksch, leider zu verletzungsanfällig.
Nico Empen hingegen hat in meinen Augen am Samstag gezeigt, dass er in diese Rolle reinwachsen kann. Ihm jetzt jemanden vor die Nase zu setzen und ihn damit wieder zu degradieren wäre der einzige Grund für mich, eben auf dieser Position nicht nachzurüsten.
Aber lasse ich mich da zu sehr von der Fanromantik treiben? Zum Glück muss ich das nicht entscheiden.

Braucht es eine Verpflichtung im Mittelfeld?
Ich sehe es hier ähnlich wie im Sturm. Wenn alle Spieler im Kader fit sind, sollte dies nicht unbedingt nötig sein, zumal ich Dennis Rosin gerne häufiger in der Startaufstellung sehen würde.
Andererseits ist er eben auch noch sehr jung und kann in der aktuellen sportlichen Situation vielleicht auch mit dem Druck überfordert sein, wenn er in eine komplett verunsicherte Mannschaft kommt. Schönen Gruß von Ante Budimir.

Nun denn, abgesehen vom Adventskalender verabschiede auch ich mich in die Winterpause (es sei denn, es passiert in der Pressekonferenz doch noch was erstaunliches).
Hört MillernTon-Folgen nach, wenn ihr damit durch seid hört den Rasenfunk oder vertreibt Euch die Zeit sinnvoll irgendwie anders.
Und dir Rückrunde gehört dann uns, ganz bestimmt. // Frodo

 

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Adventskalender Fußballlieder – Tag 19

Vorbemerkung:
(Siehe Tag 1.)

Die Regeln:
Jeden Tag um 07.00h geht ein Türchen auf, in bester Kamke-Manier zunächst mit einem breiten Schlüsselband an Möglichkeiten. Sprich: Ich beschreibe das Lied, Ihr dürft in den Kommentaren munter raten. Google ist hierfür natürlich untersagt, in den meisten Fällen sollte es aber auch so klappen, wenn auch sicher nicht immer und für jeden.
Gegen Mittag (diese Zeit kann variieren nach Wochentag und Tagesplanung, sowie je nach dem ob es schon jemand erraten hat) folgt dann die Auflösung im gleichen Artikel, normalerweise per YouTube-Video.

Tag 19:

Glück & Herz –> Name.
Dürfte für viele schon völlig ausreichen.

Für alle Anderen:
Eins, zwei oder drei.

Und wem das immer noch nicht reicht:
Das Team – lange bevor es so hieß.

Auflösung:

Es tat sich überraschenderweise ein kleiner Generationenkonflikt auf, ohne das ich jetzt alle die richtig geantwortet haben gleich “alt” nennen will.

Okay, die jeweils erste Textzeile der ersten beiden Strophen:
“Das Glück hat einen Namen – in Spanien heisst es la felicidad” und:
“Das Herz hat einen Namen – in Spanien nennt man es el corazón

Und gesungen wurde es von “Die Mannschaft”, die damals natürlich noch nicht so genannt wurde, zusammen mit “1, 2 oder 3”-Moderator Michael Schanze.
Ein absoluter Ohrwurm, auch Pierre Littbarski konnte kaum an sich halten vor Begeisterung. Gönnt Euch!

Was bisher geschah:

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