Und sonst so… (XXII)

Nach einigen geschäftigen Tagen gibt es jetzt kurz vorm Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht doch noch mal was Neues im Blog, ein wildes Sammelsurium von Links, Terminen und bemerkenswertem.

Frohes Fest – Alle Hinrundentore als Podcast!
Ein erstes Geschenk macht uns der Verein selbst, bzw. Gravis und das AFM-Radio, indem sie den Zusammenschnitt aller Hinrundentore (sowohl unsere als auch die Gegentore) als Podcast anbieten. Downloaden und genießen!
Kleiner Wunsch für die Edition zur Rückrunde: Kurz aus dem Off jeweils das Spiel ankündigen, aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau.

Fascho-Angriff auf Aachener Ultras
Als St.Pauli-Fan muss man bei vielen Auswärtsspielen vorsichtig sein, gerne  kommt zu der Gelegenheit die lokale Vollidioten-Szene auch mal zum Heimspiel des gastgebenden Vereins, mit dem sie sonst vielleicht nicht so viel zu tun hat.
Über andere Fanszene zu schimpfen, weil diese das Nazi-Problem nicht in den Griff bekommen, fällt uns oft leicht, da es bei uns diese Probleme eben nicht wirklich gibt. Etwas ketzerisch könnte man da auch vom Elfenbeinturm sprechen, in dem wir sitzen. Greift natürlich etwas kurz, schließlich musste sich das auch bei uns vor Jahren erst erarbeitet werden, soll aber nochmal klar machen, dass die Situation bei anderen Vereinen eben auch etwas schwieriger ist.
Umso schöner, dass das unsägliche “Football without politics“-Schutzschild bei immer mehr Ultra-Gruppen abgelegt wird. Neben den schon länger aktiven Gruppen bei Vereinen wie Werder oder Babelsberg, machen auch Gruppen wie “Ultras Braunschweig” oder “Solo Ultra Dresden” sich bemerkbar. So eine Gruppe sind auch die “Aachen Ultras”.
Diese wurden jetzt am Wochenende beim Heimspiel gegen Erzgebirge Aue überfallen, aber eben nicht von Gästefans, sondern von Neo-Nakis Neonazis aus dem Aachener Lager.
Die Stellungnahme der Gruppe selbst zu den Vorfällen selbst findet ihr HIER, teilweise entlarvende weitere Stellungnahmen auf der Vereinshomepage hier und hier. Da könnte man jetzt vieles zu schreiben… aber die Bremer Ultras von Racaille Verte haben das bereits wunderbar gemacht, also lest einfach bei denen nach, wir nicken nur zustimmend.

Polizeigewalt endlich mal bestraft – Vorfall beim Union Spiel 2010
Mit einem Augenzwinkern könnte man festhalten, dass Urteil sei etwas zu früh erfolgt, denn besser gepasst hätte die Verkündung sicher am 13.12.
Doch die Vorfälle aus dem Drumherum des Spiels an der Alten Försterei aus dem April 2010 (nachzulesen u.a. im ÜS 99) sind nun doch noch zu einem guten akzeptablen Ende gekommen: der Polizist wurde für seine Körperverletzung verurteilt.
Nachlesen könnt Ihr das u.a. bei der Jungen Welt.

Aktuelle Pyro-Debatte
Im aktuellen Übersteiger hatte Mathes mit dem Artikel “Alles nur Schall und Rauch?” bereits einige Hintergründe über die inzwischen abgebrochenen Gespräche zwischen Fanvertretern und DFB/DFL dargelegt, letzte Woche sorgte die “Pyrotechnik legalisieren”-Gruppe mit ihrer Stellungnahme für einiges Aufsehen und langsam aber sicher kommt auch in der “normalen” Presse etwas Bewegung in die bisher festgefahrenen Sichtweisen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet nun von eben dieser Stellungnahme und verlässt leider doch den eigentlich zu erwartenden seriösen Journalismuspfad teilweise, da man sich zwischen den Zeilen über die Initiative lustig zu machen versucht.
Unterm Strich aber scheint der DFB mehr und mehr mit dem Rücken an der Wand zu stehen und noch einmal Bewegung in die Diskussion zu kommen.

Celtic durch UEFA bestraft
Während Celtic heute Abend in Udinese einen Sieg braucht, um damit dank des direkten Vergleichs in die KO-Runde der Europa League einzuziehen (Auswärtssieg im Europapokal? “Skepsis” wäre noch vorsichtig ausgedrückt), hat die UEFA den Verein nun mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000,-€ belegt.
Grund sind “illicit chants”, also verbotene Gesänge. Celtic selbst bezieht dies in erster Linie auf das “Ooh, Ah, up the RA” und fühlt sich darin bestätigt, dass solche Gesänge auch im Celtic Park nicht länger willkommen sind.
Man muss kein Insider in Celtics Fankreisen sein, um sich vorstellen zu können, dass dies nicht etwa eine “tiny minority” ist, die da singt, sondern sehr wohl eine beträchtliche Anzahl an Fans. Eine der vielen Meinungen zu dem Thema kann man u.a. im “The Celtic Way”-Forum nachlesen, viele der anderen Foren, sind nur nach Registrierung zugänglich, da spar ich mir mal das verlinken.

Kleines Derby
Nee, wat ein Zufall! Das Derby der Regionalliga Nord zwischen unserer U23 und der Mannschaft des hsv ist ja bekanntlich am vergangenen Wochenende dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen. Ärgerlich, da dies endlich mal ein Termin eines attraktiven Heimspiels unserer Zweiten war, der nicht parallel zu einem Profispiel gewesen wäre.
Nun wurde ein neuer Termin angesetzt, und, oh Wunder: Wir haben parallel am 04.Februar 2012 das Auswärtsspiel in Aachen.
Anstoß am Millerntor soll um 14.00h sein, unser Stadtrivale spielt mit seiner ersten Mannschaft erst um 18.30h gegen den FC Bayern. Wird es also ein Duell Schickeria – Chosen Few schon vorher geben, und der FC St.Pauli ist größtenteils außen vor? Oder kommt die lustige Polizei noch auf die Idee, den Anstoß auf 18.30h zu verlegen? Oder hoffen wir einfach auf erneut schlechtes Wetter?

Handball
Samstag ist das letzte Heimspiel des Jahres für die erste Herren-Mannschaft in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. Ab 19.30h gilt es an der Budapester Straße gegen den Tabellenzweiten aus Dithmarschen nochmal alles zu geben, um wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Alle hin da!

Das ganze Stadion
Wer sich am Samstag allerdings in Berlin befindet, dem sei die Astra Stube Neukölln empfohlen, denn dort gibt es ab 20.30h den Film “Das ganze Stadion” zu sehen. Wie der Regisseur auf der Facebook-Seite des Films bekannt gab, soll es voraussichtlich schon im Januar den Film auf DVD geben.

Hansa Rostock verkauft Geisterspiel-Karten
Der FC Hansa Rostock muss am Sonntag nach Vorfällen in einem gewissen Zweitligaspiel auf Besucher verzichten, wenn es gegen Dynamo Dresden geht. Und zwar dürfen dieses Mal weder die kommen, die sonst immer da sind, noch die, die sonst nie da sind.
Nun geht es dem Verein bekanntlich finanziell ungefähr so gut wie uns nach dem Abstieg in die Regionalliga, und während wir jetzt innerhalb weniger Wochen sechs Millionen Euro für die Anleihe gezeichnet haben, knappst Hansa seit Monaten bei einem knapp mittleren sechsstelligen Betrag herum, will sagen: Es ist eng an der Ostsee, finanziell gesehen.
So überrascht es nicht, dass man die Fans anfleht, die 10.000 bereits verkauften Karten wahlweise nicht zurückerstattet haben zu wollen, oder wahlweise sogar Karten für das Geisterspiel zu erwerben. Seien wir ehrlich: Hätte unser Verein aller Wahrscheinlichkeit nach genauso gemacht.

“Anders” ist hingegen die Werbekampagne für die Anleihe, wie die Kollegen vom Lichterkarussell festgestellt haben, in ihrem Artikel “Das Mädchen vom Werbeplakat“. Da hat wohl jemand zu viel Astra getrunken, oder wahlweise zu oft auf deren (ebenfalls nicht immer gelungene) Werbekampagne geschaut.

Uwe-Stadion!
Juhu, der Wunsch vieler Hamburger Vorstädter wird endlich wahr, es gibt ein Uwe-Stadion! Okayokay, am Nachnamen hat man gespart und die Lage ist auch gewöhnungbedürftig, aber wir haben nichts dagegen, wenn die da jetzt zukünftig alle hingehen, viel Spaß! // Frodo

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17.Spieltag (A) – SC Paderborn

SC Paderborn – FC St.Pauli 1:1 (0:1)
Tore: 1:0 Nick Proschwitz (45.), 1:1 Fabian Boll (90. +3)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Der wichtige freitägliche Geschäftstermin fällt am Mittwoch Abend aus, da waren die Busplätze des Fanladens aber schon ebenso ausverkauft wie die Eintrittskarten in Paderborn…
Da mir der Ground bisher noch fehlte, weil ich bei der Schneeballschlacht vor zwei Jahren (ebenfalls 17.Spieltag, 2:1 verloren, Tore durch Saglik, Brandy (SCP) und Moooooorike Sakooooo) auch verhindert war, wollte ich unbedingt hin und so klappte es mit ein bißchen Glück dann doch noch. Bei der Abfahrt der Fanladen-Busse am Clubheim konnte ich spontan noch einen Platz ergattern, da jemand krank geworden war. (Gute Besserung, Ben!)
Die Hinfahrt verlief unspektakulär und fix, am Stadion konnte man dann den komplett umzäunten Buskorridor für den Gästebereich bewundern, der einen zehnminütigen Fußweg erforderte, wenn man zu den anderen Stadionbereichen wollte. Zum Beispiel dem nur zwei Meter Luftlinie nebenan liegenden zweiten Gästeeingang, um Freunde zu treffen oder Karten zu übergeben, während im Stadion dann beide Eingänge zusammen im gleichen Block münden.
Durchdachtes Sicherheitskonzept
mag man meinen, erinnert an die Niederlande… und wirkt in Paderborn ziemlich deplatziert. Vor wem soll man da denn beschützt werden? Oder ist das etwa zum Schutz des benachbarten Möbelhauses vor den Gästefans?

Jedenfalls konnten Kollege Zwille und ich insgesamt 120 Übersteiger auf beiden Seiten des Zauns verkaufen, bevor wir uns ins Innere der “Energie-Team Arena” begaben.
Das Stadion selbst sieht von außen deutlich größer aus, besteht innen dann aus überraschend viel Wand und Banden, hat aber für den SC Paderborn sicher absolut die richtige Größe und Form. Wenn man da an den alten Ground in Schloß Neuhaus zurückdenkt, ist das ein riesiger Unterschied. Was ich mich aber seit gestern frage: Wer hat denn da jahrelang für die Verzögerung beim Bau gesorgt, wegen angeblicher Lärmbelästigung? Die Schafe auf der Weide nebenan? Die Mäuse im Möbelhaus? Ich hatte nach der Vorgeschichte eher ein Stadion mitten im Wohn-, und nicht im Gewerbegebiet direkt an der Autobahn erwartet. Ansonsten viel Beton und unter den Rängen eine verhältnismäßig gut ausgebaute Gastronomie. Wäre mir insgesamt zum Wohlfühlen am Millerntor definitiv zu unpersönlich und nackt, hab ich in anderen Stadien aber auch schon schlechter erleben dürfen.

Die Stimmung auf Heimseite glich größtenteils einem Tennispublikum, aufstehen und rhytmisch klatschen war für die beiden Geraden schon das absolut Äußerste. Allerdings waren die 15.000 Plätze auch erst zum vierten Mal insgesamt ausverkauft, zum ersten Mal seit dem Derby gegen Bielefeld 2009, einige werden also auch absolute Gelegenheits-Zuschauer gewesen sein, da kann man wohl nicht mehr erwarten. Die Heimkurve hatte anfangs eine kleine Fahnenchoreo vorbereitet, die den Stadionsprecher zu Tränen und Spendenaufrufen rührte. Während des Spiels gab es soliden Support, ohne groß positiv oder negativ aufzufallen, immerhin gab es (zumindest soweit ich das hören konnte) keine Diskriminierungen Pöbeleien gegen den Gegner, muss man ja heutzutage auch schon gesondert erwähnen.
Positiv erwähnt sei auch noch eine Pfandbecher-Spendenaktion, die dem Verein Sattelfest e.V. zugute kam, der sich für therapeutisches Reiten für Menschen mit Behinderung einsetzt und nach Rücksprache mit dem Fanladen auch im Gästeblock durchgeführt wurde, sehr schön!

Der Gästeblock begrüßte jeden gegnerischen Spieler mit dem Nachnamen “Naki” bei der Aufstellung (Hintergründe siehe “11 Nakis sollt Ihr sein!“), mal gucken ob die Geldstrafe des DFB diesmal schon im sechstelligen Bereich liegen wird. Darüber hinaus gab es von USP noch eine “Deniz Nazi, einer von uns!” Tapete.
Während der 90 Minuten war die Stimmung bei uns eher enttäuschend, USP sang zwar lautstark und ausdauernd wie immer, der Rest des Blocks machte aber nur selten mit und wirkte teilweise unbeteiligt oder von der Stimmung oder dem Spiel eingeschläfert. Das hatte ich so in letzter Zeit schon lange nicht mehr erlebt.

Das Spiel beim Überraschungsfünften begann ausgeglichen. Nach einer halben Stunde hatte ich das Gefühl wir bekommen das jetzt in den Griff, bevor mich der Paderborner Shooting-Star Nick Proschwitz (der vor ein paar Jahren auch mal für die II. der Rauten gespielt hat) nach Kuddelmuddel in unserer Abwehr mit einem Prachtschuss widerlegte. Links spielten drei Mann auf Abseits, rechts machte Schachten dies zunichte.

Die zweite Halbzeit zeigte eine deutliche Feldüberlegenheit der Bhoys in Brown, ohne die nötige Kreativität und Durchschlagskraft. Kann man uns natürlich negativ auslegen, andererseits zeugt dies auch von der sehr guten defensiven Ordnung der Paderborner, die schließlich bisher die wenigsten Gegentreffer der Liga kassiert haben.
Eine Paderborner Großchance durch Brandy standen bei uns zwei gute Möglichkeiten durch Schachten (frei durch, spitzer Winkel und dann geflankt statt zu schießen oder auf Kruse zu passen) und Naki (zunächst am Torwart vorbei, dann aber leider auch am Tor) gegenüber. Und als sich alles schon auf vier Stunden Rückfahrt mit einer Niederlage im Gepäck eingestellt hatte, schlug die Stunde des Kommissars.
Paderborn hatte Kalla bei einem Vorstoß gestoppt und den Ball defensiv auf außen eigentlich sicher, doch Boll kam angeschossen und schmiss sich in den geplanten Befreiungsschlag. Den damit aufgehaltenen Ball holt er sich, setzt sich dann auch noch gegen den Verteidiger durch und holt den Freistoß an der 16er Kante raus, den schließlich Daube nach innen tritt wo Boll die Kirsche aus drei Metern mit purer Willenskraft und vollem Körpereinsatz über die Linie wuchtet, die Uhr in der Aufzeichnung zeigte 92:16 gespielte Minuten. Der Rest war Jubel pur!

Ich hab mir grad die Szene nochmal angeschaut, solche Gesamtkunstwerke vom Gewinnen des Balles, über das Herausholen des Freistoßes, bis hin zum Erzielen des Tores… das kann bei uns wohl nur Boller!

Kurz vor Mitternacht waren die Busse dann wieder in der schönsten Stadt der Welt.
Mit 36 Punkten ist die Hinrunde die erfolgreichste in der 2.Liga in der 101jährigen Vereinsgeschichte, da es trotzdem nur zu Platz 4 reicht ist es doch wunderbar, nächste Woche in Ingolstadt gleich weitermachen zu können. // Frodo

Links:
- Bericht Magischer FC (“Paderborn macht mich krank”)
- Vorabprophezeiung Gegengeraden-Gerd (oder: “Die Ahnungslosigkeit des alten Mannes”)
- Bericht pathos93 (“Eine neue Liga ist wie ein neues Leben”)
- Bericht BreitSeite (“Eine irre Woche neigt sich dem Ende”)
- Bilder offizielle Homepage

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11 Nakis sollt Ihr sein!

Das ist ja wohl ein schlechter Witz!” war das erste, was ich als Kommentar las, verbunden mit dem Link auf die DFB-Seite. Ich erwartete also das Übliche: Beeindruckend abstrafende 10.000,-€ Geldstrafe für den FC Hansa, weil dessen Fans ja schon wieder ganz pöse waren, mildernde Umstände weil ja aber die Gesellschaft Schuld ist. Und umgekehrt 7.500€ Geldstrafe für uns, schließlich haben wir ja mit dem Zündeln angefangen und Strafe muss nun mal sein.

Doch, oh Wunder, die ersten Zeilen lassen meine Augenbraue in die Höhe schnellen: Der DFB Kontrollausschuss beantragt ein Heimspiel des FC Hansa Rostock unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bei einem Schnitt von gut 16.000 derzeit zwar eine Strafe, die finanziell geringer ausfällt als die, die gegen Eintracht Frankfurt ausgesprochen wurde (beim Heimspiel gegen uns war die zu erwartende Zuschauerzahl um über 30.000 gestutzt wurden) und auch geringer als die Strafe gegen Hertha, aber eben schon mal fast so hoch wie die zunächst geforderte Strafe gegen uns damals, als der Bierbecher den Schiedsrichter-Assistenten traf und knapp 25.000 ausgeschlossen werden sollten, was bekanntlich mit der Verlegung nach Lübeck und einem um ca. 10.000 Tickets geringeren Fassungsvermögen endete.
In Anbetracht der

  • in den (ausverkauften und damit prall gefüllten) Block fliegenden Böller und Raketen, beklatscht vom Großteil des Stadions,
  • der über 90 plus X Minuten brennenden Fanshop-Artikel,
  • der permanenten Homophoben Gesänge und dem
  • “In Arsch, Ihr Homos”-Transpi, welches 90 Minuten unbehelligt hängen konnte
  • und den Wurf diverser Gegenstände sowie eines kompletten Obstladens

ein… ähm… viel zu geringes, aber sicher kaum anders zu erwartendes Urteil, der DFB hält sein rechtes Auge ja weiterhin für mit 100% Sehkraft ausgestattet, auch wenn es in Wahrheit eher komplett blind (und/oder taub?)  ist und ein “K” nicht von einem “Z” unterscheiden kann.

Na gut, dementsprechend beinahe angenehm überrascht überfliege ich noch schnell den Rest – und verwende den Nachmittagskaffee Sekunden später als Monitordusche, nachdem ich folgendes gelesen habe:

“Im Strafantrag für St. Pauli ist außerdem vermerkt, dass die Gästefans bei der Bekanntgabe der Rostocker Mannschaftsaufstellung diskriminierende Äußerungen skandierten.”

Oh ha… was genau hatten wir da nochmal von uns gegeben? Etwa “Arschloch!“, wie es tausende einfallslose Fußballfans an jedem Wochenende zur Namensfindung der gegnerischen Spielerfamilie tun? Oder schlimmeres, gar homophobes, rassistisches, sexistisches, irgendeine langweilige Ossi/Wessi-Nummer? Haben wir sie alle als Theo Falscher20er bezeichnet? Oder gar Sepp Blatter? Oder… sollten wir etwa… war es etwa gar Acab, der berüchtigte türkische Jungenvorname?

Wartet, ich guck nochmal schnell nach:

Ah ja… der Namen eines Mittelfeldspielers bei uns im Kader. Tja, da können wir wohl froh sein, dass der DFB nicht gleich die Löschung aus dem Vereinsregister beantragt oder Lothar Matthäus als neuen Not-/Interimspräsidenten verfügt hat, bis sich der Verein freiwillig selbst auflöst.

Da kommen andere Kurven mit minutenlangen “Schwule XY“-Gesängen, bezeichnen ungestraft in irgendwelchen Zusammenhängen andere Fanszenen als “Juden” oder diskriminieren auf vielfältigste Art und Weise permanent vor sich hin, ohne das es den feinen Verband auch nur annähernd stört. Nein, dieser ist ja fein raus, weil er alle zwölf Monate mal ne Alibi-Veranstaltung gegen Diskriminierung von den Vereinen durchführen lässt.
Leg Dich gehackt, lieber DFB.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen, ähnliche Gedanken kann man auch beim Gegengeraden-Gerd, dem Lichterkarussel, MFC-StPauli und neunzehnhundertzehn nachlesen, sicher in den nächsten Tagen auch noch an vielen anderen Stellen.

Und wenn das jetzt wirklich noch irgendjemanden überrascht haben sollte: Der Übersteiger (bzw. unser Comic-Gott) wusste es ja schon am vergangenen Wochenende, im Heft: Nakis Raus!

Derartig grotesker Schwachsinn treibt natürlich schnell Blüten, dementsprechend blüht der Flachs, insbesondere auf Twitter:

“Wir bieten im Rahmen des nächsten FC St.Pauli Heimspiels Entnakifizierungskurse an.” (@blogLK)

“Jetzt versteh ich auch, warum Naki als “Stürmer” aufgestellt wurde. #GibNakisKeineChance!” (@milkkore)

“Morgen in Paderborn heimlich jemanden als Naki bezeichnen, huiuiuiuiuiui!” (@jntns)

“Buchstabierwettbewerb, DFB-Rauball vs. fcsp-Fanszene, Rauball verliert. Zopfball, Zohlrabi und Zaiser Franz konnten nicht überzeugen.”
“Vorschlag für fcsp-Gästeblock: In Paderborn heißen alle Spieler DFB! Mal schauen, ob sie uns wieder wg. “Diffamierung” verklagen. (beides von @GG_Gerd)

“Wenn der Naki dann mal Nachwuchs hat, sind das dann Neo-Nakis?” (@textundblog)

Ach ja, wer den Schaden hat… in dem Fall ist es eben ein Hörschaden, lieber DFB. Wenn nicht spätestens nach Ansicht der YouTube-Quellen dieser Blödsinn zurückgenommen wird, muss sich in Deutschland auch niemand mehr über die Dumpfheit des Herrn Blatter aufregen, dann ist unser Verband genauso untragbar. // Frodo

P.S. Ach ja, der FC Hansa hat heute übrigens einen Maßnahmenkatalog veröffentlich

 

 

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16.Spieltag (H) – Dynamo Dresden

FC St.Pauli – SG Dynamo Dresden 3:1 (0:0)
Tore: 0:1 Zlatko Dedic (66.), 1:1 Fabian Boll (71.), 2:1 Deniz Naki (73.), 3:1 Marius Ebbers (85.)
Zuschauer: 24.113 (ca. 100 Dynamo-Fans, da der Verein auf das Gästekontingent verzichtete)

“Hamburger Wetter! Wir haben Hamburger Wetter!”, ein durchaus beliebter Gesang am Millerntor, der gestern zumindest nicht zu mir durchdrang aber umso passender gewesen wäre. Der Übersteiger-Verkauf verlief zunächst ganz okay, mit der einsetzenden Niesel-Peitsche im Gesicht verging zum Einen die Zeit immer schleppender und zum Anderen den potentiellen Käufern wohl auch die Lust am Kauf, denn selbst bekannte Stammkunden warfen mir im Vorbeieilen nur ein “Nee, lass ma’, ich hol mir nachher lieber einen Trockenen!” zu.

Im Stadion gab es dann zunächst mal wehleidige Blicke gen Gästeblock, denn der war zwar gefüllt, allerdings mit lauter braun-weißen Fans. Klar, freut mich für diejenigen die dadurch erst die Chance hatten, ans Millerntor zu kommen, allerdings fehlt eben ohne Gästefans dann doch der akustische Gegenpart an dem man wächst oder sich reiben kann. Und bei den bisherigen beiden Auftritten am Millerntor hatten sich die Dynamos ja auch von ihrer besten Seite gezeigt.

Die Stimmung war dementsprechend eher durchwachsen, die erste Halbzeit bot Fußball zum Abgewöhnen und Petar Sliskovic wurde zur Halbzeit als Bauernopfer ausgewechselt. Ja, er wirkte wie ein Fremdkörper und stand größtenteils neben sich, nur ehrlicherweise hätten auch noch fünf-sechs Weitere ausgewechselt werden können, da machen ja aber die Regularien der FIFA nicht so ganz mit.

Jedenfalls ging es nach der Pause durchaus munterer weiter, nur wurde die jetzt deutlichere Überlegenheit eben nicht in zählbares umgemünzt. Gerade als ein Ruck durchs Publikum ging, weil Ebbers vom Warmmachen an die Seitenlinie gerufen wurde um eingewechselt zu werden, gab es einen Bilderbuchkonter der Dynamos nach Ballverlust von Kruse, der uns in Rückstand brachte aber gleichzeitig als wohl nötiger Weckruf fungierte.
Nur kurze Zeit später nämlich nickte Boller einen Freistoß von Daube zum Ausgleich ins Netz, unter gütiger Mithilfe des kopflos herauseilenden Ex-hsvers Wolfgang Hesl, 72 Sekunden später spielte Boll (mit Note 2 auch einziger St.Paulianer in der Kicker Elf-des-Tages) den Ball zum am 16er wartenden Ebbers, der mit der Hacke Naki bediente und dieser traf perfekt und flach ins lange Eck, Hesl diesmal chancenlos.
Es folgte noch ein bißchen Millerntor-typisches Zittern, ehe Funk im perfekten Zusammenspiel mit Naki auf Außen durch war und Ebbers dessen Hereingabe nur noch verwerten musste.

Wahnsinn, FC St.Pauli, zum vierten Mal in dieser Saison einen Rückstand gedreht, da brauchte es in den vergangenen Jahren oft sechs oder noch mehr ganze Saisons für.
Durch die Frankfurter Niederlage bei 1860 ist der Gleichstand an der Spitze perfekt, man kann also ganz gemütlich heute Abend zuschauen wie die Düsseldorfer Fortuna sich mit Greuther Fürth um maximal drei zu vergebende Punkte haut, bevor es dann am Freitag beim Überraschungs-Fünften aus Paderborn ins letzte Spiel der Hinrunde geht.

Und sonst so?

  • Die Dynamos die da waren, verhielten sich größtenteils vorbildlich. Vereinzelt waren sogar Anfeuerungs-Rufe zu hören und beim Torjubel konnte man schon eine geschätzt knapp dreistellige Zahl an Leuten beim Jubeln sehen. Ist alles okay und erlaubt, sollte sich dann aber bitte im Rahmen bewegen, also ohne die anderen Fans (in deren Heimbereich man sich ja befindet) wüst zu bepöbeln und zu provozieren, ansonsten muss man eben das Echo abkönnen.
    Besagten Rahmen an zulässiger positiver Freude überschritten ein paar Besucher auf der Süd und wurden dafür später auch vom Ordnungsdienst aus dem Verkehr gezogen.
  • Ebenso war ein Einzeller einzelner Verwirrter Heimfan im Stehbereich der Südkurve dumm genug, sich auf den Zaun zu setzen und wohl einen Hansa-Schal anzuzünden. Das Echo der Umstehenden war mehr als deutlich und er musste/durfte/konnte sein Unterfangen dann auch schleunigst beenden.
  • Gestern war großer Fanzine-Tag am Millerntor und bei mir stapeln sich neben den ebenfalls noch nicht komplett gelesenen 60 Übersteiger-Seiten (Auszüge, u.a. zur Pyro-Debatte, JHV, St.Pauli-Anleihe und Rostock away) noch der/die/das Basch, der Kiezkieker, Das Ende der Welt (Fanzine der BreitSeite) und der Zeckenbiss (Fanzine der St.Pauli-Mafia) , am Kiosk heute Morgen holte ich dann auch noch das neue 11Freunde dazu. Viel Lesestoff in den nächsten Tagen, vielleicht schaff ich ja mal eine Komplett-Rezension.
  • Der Verein konnte nach dem Spiel dann noch eine durchaus spannende Spende vermelden, denn durch das Ausbleiben der Dresdner Fans sei es kein Sicherheitsspiel mehr gewesen und es konnte Vollbier ausgeschenkt werden, was zu Mehreinnahmen in Höhe von 10.000,-€ führte. Diese wurden vom Catering-Partner Förde Show Concept auf 13.000,-€ aufgestockt und nun zu gleichen Teilen an Fanräume und das Dresdner Fanprojekt verteilt.
    Man könnte, wie es ein uns bekannter St.Pauli Fan aus dem Süden des Landes dann auch tat, an dieser Stelle mal wieder über das schwer zu leugnende Alkoholproblem unserer Fanszene nachdenken, aber dafür fehlt hier etwas der Platz und auch die Zeit.
    Lobenswerte Maßnahme jedenfalls insgesamt, mal gucken inwieweit sowas Schule macht und auch vom DFB/DFL deutlichere Positionierungen für die Fanprojekte vorgenommen werden. Die Stellungnahme des Fanladens zum Spiel in Rostock lässt jedenfalls vermuten, dass auf der großen Spielwiese zur Unterstützung der Fanprojekte noch einiges an Potential brach liegt, auch wenn es dort größtenteils die Polizei und nicht die Verbände betrifft.
  • Letzter Reminder für heute Abend: 19.30h, Gesprächsrunde “Warum bist Du eigentlich bei Sankt Pauli?” im Ballsaal der Südkurve.
  • Und noch zu was ganz anderem: Ich habe meine ersten Spiele auf der Insel 1992 gesehen, u.a. ein Heimspiel von Leeds United. Während ich von der englischen Atmosphäre ohnehin sehr angetan war, blieben mir zwei Spieler bei Leeds in bleibender Erinnerung. Eric Cantona, der in dieser einzigen Saison für den Club diesen zum Titel schoss, sowie ein junger Wirbelwind namens Gary Speed, Publikumsliebling und Eigengewächs des Klubs. Wie das oftmals so ist, verfolgt man derartige Spieler dann über die Jahre auch aus der Ferne weiter, auch wenn sein Stern bei den späteren Stationen dann nicht mehr ganz so hell strahlte. Auf jeden Fall freute es mich dann, im letzten Jahr von seiner Ernennung zum Nationaltrainer von Wales zu hören.
    Gestern kam dann die Meldung, der 42jährige hätte sein Leben beendet. Verheiratet, als Vater von zwei Kindern. Nachrufe gibt es sowohl auf der Seite von Leeds als auch auf der von Newcastle, wo er später auch noch aktiv war, als auch wahrscheinlich noch auf vielen weiteren Seiten. R.I.P., Gary.

// Frodo

Links zum Spiel:
Fotos – Stefan Groenveld
Bericht – pathos93 (“With someone I love”)
Bericht BreitSeite
Bericht – Beebleblox (“Das Christstollenorakel”)
Bericht – StPauli.nu (“Spätes Licht am Millerntor”)
Bericht – Gegengeraden Gerd (“Regentropfenmassaker”)
Fotos – Offizielle Homepage

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Die Kogge ist in Arsch…

… und was sonst so auch nicht mehr passieren wird.

„Erst Mittwoch? Blogger schreiben zeitnah, Aller!“ – so etwas bekommt man heutzutage von Redaktionskollegen vor versammelter 4.Mannschaft auf der JHV umme Ohren gehauen. Nicht ein Wort des Dankes, dass man sich hilfsbereit erklärt hat die Schreibarbeit des ansonsten dafür Zuständigen zu übernehmen. Pah! Dabei war das so genannte „brisante“ „Hochsicherheits“ „Hass-Derby“ doch eigentlich schon nach 8 Spielminuten entschieden und auch sonst passierte rund um den letzten Samstag nix wirklich Welterschütterndes, was eine zeitnahe ÜS-Reflexion an der heimischen Tastatur evtl. sogar begründen hätte können. So jedenfalls mein Eindruck nach der Rückkehr in Hamburg. Außerdem wollen wir auch niemals vergessen, dass Faulheit bei mir genetisch bedingt ist. An dieser Stelle mal ein Dank an meine M und meinen P! Also noch mal das ganze…

Als der Kapitän von Bord ging  

Selten zuvor hab ich so Siegessicher eine Auswärtstour mit diesem Club angetreten wie diese Reise. Dass eine zahlenmäßig unterlegene, Punkte-technisch ausgehungerte und sich seit Wochen in spielerischer Seenot befindliche Kogge-Besatzung das braun-weiß-rote Schlachtschiff nicht vom maximalen Beute-Kruse Kurs abhalten konnte und in diesem Match über kurz oder lang eh den Kürzeren ziehen würde, war mir spätestens in dem Moment schlagartig klar, als Weilandts Ellenbogen absichtlich in Morenas Gesicht landete. Was für eine Spiel-entscheidende Arschloch-Aktion! Beim polemischen Fordern von Höchststrafen für wie auch immer geartete Rechts- oder Nasenbrüche halte ich mich aus Prinzip zurück, aber für diese Unsportlichkeit sind 3 Spiele Sperre eindeutig zu lasch, werte Herren der DFB-Sportgerichtsbarkeit. Der Verlauf der restlichen 82+x Spielminuten bestätigte dann meine Vorahnung, auch wenn ich mir diese ein kleinwenig spektakulärer ausgemalt hatte. Denn rein sportlich gesehen war es ein stinklangweiliges, sehr grottiges Zweitligaduell, bei dem nur selten Ansätze von Spannung, Spiel und Schokoladen-Fußball zu beobachten waren. St.Pauli spulte holprig-souverän die Trainervorgaben runter und war in den entscheidenden Situationen einfach cleverer. Auf der Gegenseite schindete einzig und allein Hansa-Mittelfeldspieler Michael Blum mit seinem dynamischen Vorstoß in der 50.Minute etwas Eindruck, was alle Abwehrspieler aber anscheinend so sehr verdutzte, dass Marek Mintal den Ball tatsächlich zum zwischenzeitlichen Ausgleich im Netz unterbringen konnte. Der Rest war hart verteidigte Rostocker Tristesse. Erfreuen wir uns also auch einfach mal an diesen nackten Zahlen: Hansa 1 Sankt Pauli 3

Who the fuck is Derbydoublesieger? Hä? Hä?? 

Irgendwo habe ich am vergangenen Sonntagabend dann einen Weblink überflogen, worin die Polizei über ihr Presseportal oder so verlauten lies, dass ihr Sicherheitskonzept rund um den 2.Derbysieg des Jahres gut aufgegangen sei. Den genauen Wortlaut hab ich jetzt nicht nochmal ausfindig machen können, da mein Netzteil in Arsch ist und der PC hier ständig abschmiert. (Anmerk. d. Verfassers: Übrigens der wahre Grund für den verspäteten Blog!) Der Kern dieser Aussage ist in punkto Arroganz jedenfalls zum wiederholten Male kaum zu toppen. Bei mir sorgte das für den zweitlautesten Lacher des vergangenen Wochenendes. Wobei, den „Elf des Tages“-Kracher mit unserem neuen Topjoker Mahir Saglik haben die Komiker vom Kicker ja eigentlich erst am Montag rausgehauen. Wie sich das für eine Statistik aber halt so gehört, zählen am Ende nur seine beiden Siegtreffer in der 80. und 91.Minute und nicht die komplette Stolperei zwischen seiner Einwechslung in Minute 67 und dem erlösenden Abpfiff. Ups, so ein verheerendes Urteil ausgerechnet nach diesem tragischen Spieltag, an dem einer der unbeliebtesten DFB-Schiedsrichter versucht hat sich das Leben zu nehmen. Ich höre die Spacken schon pfeifen, oha…

Muss das denn sein?

Mal ganz ehrlich, was ist das eigentlich jedesmal für eine heuchlerische Scheiße? Dieses tagelange, scheinheilige Rummoralisieren der üblichen Betroffenen ist doch schlichtweg lächerlich, weil sich am Umgang mit Problemen dieser Art eh nichts Grundlegendes ändern wird. Robert Enke war der traurige Höhepunkt. Fakt ist doch, dass die vom Rostocker Publikum weitestgehend lautstark begrüßten, mehrfachen Pyro-Einschläge in unseren vollbesetzten Gästeblock noch heute die Titelschlagzeilen der hiesigen Presse bestimmen würden, aber „Köln-Spiel abgesagt – Schiedsrichter wollte sich umbringen“ verkauft sich halt noch ein kleinwenig besser. Vor allem an eben jene Moralapostel. Die Hoffnung hab ich längst ad acta gelegt, dass deren Senf in Bezug auf solche Ereignisse einfach mal in der Tube bleibt, anstatt ihn im verbalen Einheitsbrei wieder und wieder aufzukochen. Und das nur um sämtliche Vorsätze knapp 2 Wochen später eh in die Tonne zu hauen, unter ständigem Rühren in der Gerüchteküche versteht sich. Man sollte erst einmal anfangen auf derart heftige Nachrichten weitest gehen gelassen zu reagieren, anstatt unaufgeklärt ein gute Wort zu ergreifen. Schnelle Genesung wünschen wir!

Ich schweife wie üblich ab. Also endlich zurück zum eigentlich anvisierten Kernpunkt, der intern abgefeierten Bullentaktik. Ein weiterer Fakt des letzten Wochenendes ist, dass auch 1800 oder noch mehr Beamte niemals das verhindern können, was sie selbst mit immer umfassenderen Repressionsmaßnahmen fördern – nämlich verhältnismäßig großen Widerstand in Form von spontanen Protest- und Gegenaktionen. Jemand sollte den vorletzten Absatz im Vorwort der basch#7 Wort für Wort in den grauen Stadionbeton meißeln. Der bringt den momentanen Wahnsinn treffend auf den Punkt, lest bei Gelegenheit mal selbst. Respekt in Richtung des Verfassers! Und überhaupt Ultra Sankt Pauli! Nachdem auch ein zuletzt zeitweise vom WorldWideWeb abgeschnittener Langschläfer wie unsereins im allerletzten Moment noch Wind von der spontan geplanten Wochenendtickettour quer durch den Nordosten bekam, um die polizeilich angeordnete, völlig überzogene Filzsorgie am Altonaer Bahnhof zu umfahren, war ich sofort Feuer und Flamme dafür. Ich mag solche Aktionen. Alleine schon aus dem Grund, weil man dann amüsiert beobachten kann, wie sich die desorientierte Staatsmacht abkaspert, um eine relaxt-chaotische Situationslage wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Etwas verspätet ging es deshalb auf die 2 Stunden und 20 Minuten lange Regionalbahnfahrt vom Hamburger Hbf in Richtung Trostlos. Bester Dialog dort mit einem der nicht grad Platzsparend ausgestatteten Uniformträgern: „Wenn ich sie hier noch einmal mit einer Zigarette erwische, bekommen sie ein Ticket von mir!“ Punker: „Das trifft sich gut, ich hab nämlich noch keins.“ Farbige Schriftzeichen an herunter gekommenen Bahnhofsgebäuden deuteten bereits kurz hinter Hamburg an, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die erste größere Hansa-Rotte bekamen wir dann in Schwerin vor die Linse. Vorwiegend Keiler, aber auch ein paar wenig hübsch gestikulierende Bachen und halbstarke Frischlinge. Einige der ausgewachsenen männlichen Wildschweine waren u.a. gut am mit Thor Steinar gebrandmarkten Winterfell und dem radikahl geschorenen Deckhaar zu erkennen. Leider stehen die in dieser Gegend nicht wirklich seltenen Tiere zu dieser Zeit des Jahres unter besonderem Staatsschutz und durften deshalb nicht mit Backenfutter versorgt werden. Wir beließen es also bei der Kurzstudie ihres selten dämlichen Sozialverhaltens…

Bis zum Stadion ging die Memmen-Strategie der Rostocker Polizei auf. Der Bammel vor möglichen Angriffen auf den durch sie begleiteten Fußmarsch wurde bereits im Vorfeld zugegeben, so dass alle Gästefans am hermetisch abgeriegelten Bahnhofsvorplatz in Shuttlebusse umsteigen mussten, welche über leergefegte Straßen bis vor die Eingangstore der Arena fuhren. Gegen Über den Blocksturm dort kann ich kaum etwas sagen. Hat auf alle Fälle ganz gut geklappt und verletzt wurde auch niemand. So what? Richtig Glück hatten wir dann sicherlich beim Jubelszenario in Folge des Führungstreffers durch Max Kruse in Minute 40, worauf das Spiel halt für 10 Minuten unterbrochen wurde. Nach einem Freudenfeuer im unteren Teil unseres Blocks wurden aus den Heimbereichen links und rechts über die Fangnetzaufhängung unterm Dach zielgenau mehrere Leuchtkugeln und Knallkörper in den Gästebereich geschossen und jeder Einschlag von der breiten Masse der Hansa-Anhänger lauthals mit Applaus bedacht. Das ganze wiederholte sich nochmal nach dem Schlusspfiff beim Feiern mit der Mannschaft. Möchte jemand so etwas ernsthaft in irgendeiner Art und Weise mit dem bisschen Pyroaction auf unserer Seite gleichsetzen? Doch nicht wirklich oder?

Laut ausführlicher Fanladen-Stellungnahme wurde im Laufe des ganzen Theaters glücklicherweise nur ein St.Pauli-Fan verletzt. Die fundierte Gesamtkritik am Verhalten der zuständigen Polizeibehörden und des FC Hansa Rostock enthält auch all den Kleinscheiß, auf den ich jetzt gar nicht mehr explizit eingehen will. Nur nochmal soviel: wie bescheuert muss man sein, um zu glauben eine Fanszene wie die unsrige, mit derart billigen, homophoben „Provokationen“ aus der Reserve locken zu können? Ehrlich gesagt entwickele ich diesbezüglich in regelmäßigen Abständen mehr Brass auf den Papst und sein seniles Umfeld. Was ist das für eine bemitleidenswerte Fan-Gemeinschaft dort an der Küste? Ihr Honks seid echt im Arsch.

Zumindest unser Rückweg verlief dann ähnlich reibungslos wie die Anfahrt. Vorher kurz noch den bereits erwähnten und während des Spiels mit einem eintägigen Stadionverbot belegten Punker aus dem Umfeld der G.A.S. eingesammelt, welches er sich weit vor dem Anstoß bereits im Bahnhof wegen des Mitführens einer flotten Biene  eingefangen hatte. Lächerlich. Ein wenig Shuttlebus-Glas ging aber trotzdem noch kaputt, wobei noch ein weiterer Fan verletzt wurde. Alles in allem blieb der ganz große Zoff aber aus, was sich die Bullen natürlich auf ihre Fahne schreiben möchten. Dieses Lob gebührt allerdings einzig und allein allen anwesenden St.Paulianer_innen! Derart gelassen und so kreativ auf durchgehend brennende Fanshop-Utensilien, Bananenwürfe, abgezogene Fanclub-Banner, die vermummt präsentiert und dann zerstört wurden, oder ähnliche Anfeindungen zu reagieren, traue ich in dem Maß nur einer Fanszene hier zulande zu. Und das macht einen sogar noch glückseliger als nach großen Siegen eh schon. Wir sind Hooooomos Sankt Pauli! Wir sind… // Stemmen

Links:
Stellungnahme Fanladen
Bericht Gegengeraden-Gerd (Top-Artikel! “Brief von Tante Kriemhild”)
Lichterkarussel (“Wir sind schwule Antifa Module”)
Bericht Magischer FC
Bericht KleinerTod (“Worte eines Daheimgebliebenen”)
Bericht Hinchas
Bericht Nord-Support
Bericht BreitSeite
Bericht “Hanseator” (Natürlich gibt es auch viele vernünftige Leute bei Hansa, hier schreibt einer von denen)
Fotos Stefan Groenveld

 

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Und sonst so… (XXI)

Warum bist Du eigentlich bei Sankt Pauli?
Um diese Frage geht es am 28.November (übernächster Montag) ab 19.30h im Ballsaal der Südkurve (Eilass 18.30h).
Die Aktion aus der letzten Saison geht also in die nächste Stufe, und neben Fanvertretern nimmt mit Fabian Boll auch ein Spieler teil.

Der Eintritt ist frei, also kommt alle.

 

 

 

 

Kommen wir zum Spiel beim FC Hansa
Zunächst mal etwas Spaß, mit einer sehr gelungenen Einleitung von Transfermarkt.de, wo Zitate aus Hansa Fanseiten/-foren zur dortigen sportlichen Situation zusammengesammelt wurden. Wenn man sich doch nur drauf verlassen könnte…

Weniger lustig sind die angekündigten Aktionen des Team Green, welches den derzeitigen Medienhype über die angeblich steigende Gewalt im Fußball gekonnt aufnimmt, um 1.800 Bürger unter Generalverdacht zu stellen. Doch wozu viele Worte verlieren, die andere schon viel besser ausformuliert haben: Lest BASCH!

Besagter Medienhype ist auch beim ZDF auf fruchtbaren Boden gefallen, die mehreren Personen folgenden Text zugeschickt haben (wie u.a. auf dem Facebook-Account von Das Ganze Stadion verlinkt:

Für das ZDF setzt die firma MAZ ab! Medien momentan eine 45minütige Dokumentation über das Fußballspiel des FC St. Pauli gegen Hansa Rostock am 19.11.2011 in Rostock um. Sie werden an diesem Tag mit mehreren Kameras das Geschehen rund um das Fußballspiel begleiten: Die Ankunft der Fans in Rostock, die Arbeit der Polizei, den Sicherheitsdienst des FC St. Pauli und den Einlass am Stadion.
Um die Dokumentation so neutral und authentisch wie möglich umzusetzen, möchte sie gerne auch die friedliche Zuganreise der Fans des FC St. Pauli bildlich einfangen, denn es wird einen Sonderzug nach Rostock geben. Die anreisenden Fans bekommen dafür eine kleine Kamera, sie filmen die Anreise dann einfach selbst, ohne dass jemand vom Fernsehen dabei ist, ähnlich wie bei Urlaubs-Amateuraufnahmen. Im Stadion muss nicht gefilmt werden, es geht nur um An- und Abreise. Die Dokumentation wird vom FC St. Pauli unterstützt, wir haben zum Beispiel den Sicherheitsbeauftragten Sven Brux im Interview.

Ist richtig… schön mit Kamera durch den Sonderzug um die friedliche Stimmung einzufangen. Der Part wird dann sicher auch den größten Teil der Reportage ausmachen, gell?

Wer da mal hinter die Kulissen schauen und ganz doll helfen möchte, kann sich übrigens hier als Kabelträger bewerben, oder sowas…

Der Verein scheint jedenfalls derzeit eine immense Angst zu haben, dass es zu negativer Presse kommt, wenn man derlei Projekte “unterstützt“. Anders kann man auch den auf der Homepage verlinkten gemeinsamen Text beider Vereinsführungen nicht verstehen.
Aber auch hier gibt es in den Weiten der St.Pauli Blogs schon jemanden, der das wunderbar aufgenommen hat, klickt bitte unbedingt beim Lichterkarussel bzw. bei AfterChangesWeAreMoreOrLessTheSame vorbei, dort wurde der Text wunderbar in einer ebenfalls gemeinsamen Erklärung verarbeitet.

Der Kader 2012/2013 nimmt Gestalt an
Eine weitere gute Nachricht ging gestern Morgen über den Ticker: Nach Jan-Philipp Kalla und Fabian Boll hat jetzt auch der Ex-Rostocker Fin Bartels seinen Vertrag verlängert. Feine Sache! Wenn er doch zu seinem großartigen Spiel jetzt auch noch das Toreschießen lernen würde…

Die St.Pauli-Anleihe
Von uns gibt es zu dem Thema was im Heft, welches mit Ausgabe 105 gegen Dynamo Dresden erscheint, gewohnt fundiert von unserm Wirtschaftsexperten Hermannus Pfeiffer. Bis dahin informiert Ihr Euch am besten im Prospekt selber oder schaut beim Magischen FC vorbei, der sich des Themas bereits angenommen hat und versucht die Emotionen bei diesem Anlageobjekt auszuschalten.

Aktion Libero
Ein beachtenswertes Projekt aus dem Zusammenschluß des Sportblogger-Netzwerks ging am 16.11. online, die Aktion Libero.
Ein Bündnis gegen Homophobie im Fußball, unterstützt mit Artikeln aus zahlreichen Blogs, reinlesen lohnt sich.

Neben den Artikeln an sich auf der Seite selbst, findet sich bei den 11Freunden auch ein Interview mit einem der Organisatoren. Neben anderen Prominenten zählt auch unser Kolumnist Thees Uhlmann zu den Unterstützern der Aktion.

St.Pauli X-Mess Lauf zugunsten von Fanräume
Am Sonntag, den 18.Dezember, um 11.00 Uhr schnell mal eben 5 Kilometer laufen, u.a. durchs Stadion… und damit auch noch Fanräume unterstützen! Klickt hier, meldet Euch an!

Wassertage
Und wo wir grad bei guten Zwecken sind: Die Viva con Agua Wassertage sind in vollem Gange. Seit dem 11.11. und noch bis zum 22.11. gibt es zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen, lest selbst und pickt Euch Eure Termine raus. Eine besondere Aktion möchten wir gerne erwähnen, denn der FC St.Pauli Fanclub in New York beteiligt sich an diesem Wochenende ebenfalls aktiv, nähere Informationen dazu findet ihr hier.

Dazu passend auch eine Aktion aus Dortmund, wo die Kollegen von Schwatzgelb über eine Charity Aktion zugunsten von VcA berichten, bei der letzte Woche 380,-€ zusammenkamen. Und wer Fan von Fußballsongs ist, kann sich auch noch das Lied runterladen, welches BVB Fans für VcA aufgenommen haben. Das Video dazu gibt es auf der Schwatzgel-Seite unten im Artikel zu sehen.

Regionalliga-Reform
Schluß mit Charity, back to Business. Bekanntlich ist es diese Saison nahezu unmöglich, aus der Regionalliga abzusteigen. Abgesehen davon spielen unsere Jungs ja ohnehin ganz gut mit in der Liga. Die dreigeteilte Liga wird zur neuen Saison in fünf Staffeln ausgespielt und damit einher geschehen einige Änderungen in Struktur und Organisation, über die bisher eher spärliche Informationen verfügbar waren. Einige Informationen gab es jetzt in der SHZ, ob aber dann beispielsweise die Heimspiele unserer Zweiten wieder an der geliebten Waidmannstraße stattfinden dürfen, ist dem natürlich noch nicht zu entnehmen.

Allerdings kann ich auch zu diesem Thema schon mal auf den ÜS 105 verweisen, der gegen Dynamo Dresden erscheint.

Tschüß, Raval!
Während die Weinbar immerhin noch bis zum 26.11. geöffnet hat und dann hoffentlich eine schöne und ganz leise Abschiedsfeier stattfindet, hat das Raval diese bereits am Wochenende hinter sich gebracht. Alles Gute Euch Allen, und jetzt alle:
“PYROTECHNIK IST NICHTS ZUM ESSEN!”

So, Schluß für heute. Wochenende, Kogge versenken! // Frodo

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Vorbericht / Gastinterview zum Spiel beim FC Hansa Rostock

Moin Thorben, Du bist Fan des FC Hansa, bei Twitter als @HubiHRO aktiv und betreibst den Greifenblog.
Was steht denn rein sportlich für den FC Hansa am kommenden Samstag auf dem Spiel?

Man muss sich nur die Tabelle anschauen, um zu sehen, in welcher schwierigen Situation Hansa momentan steckt. Trotz größtenteils ordentlicher Leistungen ist die Abstiegsangst jetzt schon greifbar, was ich erstaunlich finde. Warum? Man verlor aus 14 Spielen lediglich fünf. Normalerweise denkt man: Okay, gesichertes Mittelfeld. Gewinnst Du aber auch nur eins und machst nur acht Tore, weißt Du wo das Problem liegt. Und genau aus diesem Grund ist momentan jedes Spiel sehr, sehr wichtig. Gerade in den Heimspielen muss gewonnen werden.

Wo im Stadion verfolgst Du selbst das Spiel und wie verläuft für Dich ein „typischer“ Heimspieltag? Und weicht am Samstag irgendwas vom Ritual ab?

Normalerweise stehe ich auf der Südtribüne, besitze aber aufgrund mehrerer Gründe keine Dauerkarte (Dieses Jahr habe ich aber noch kein Spiel verpasst ;-) ). Da die Karten für die Süd extrem schnell vergriffen waren, werde ich dieses Mal auf der Nordtribüne sein.

Naja, die üblen Anstoßzeiten zwingen einen ja quasi direkt nach dem Aufstehen loszufahren. Mal im Ernst: Gewöhnlich treffen wir uns vorher, trinken 1-2 Bierchen und schlendern dann in Richtung Stadion. Ein besonderes Ritual besitze Ich aber nicht.

Kommen wir zum unvermeidlichen: Der Konflikt zwischen Hansa und St.Pauli ist altbekannt. Wie ist da Deine persönliche Historie, also welche Spiele hast Du selber gesehen und was hältst Du ganz generell von dieser besonderen Rivalität?

Meine persönliche Historie hält sich, auch aufgrund meines Alter, in Grenzen. Ich wohne jetzt seit 2 ½ Jahren in Rostock und in dieser Zeit habe ich natürlich diese Spiele auch im Stadion verfolgt. Vorher nur „aus der Fremde“, also im TV.

Rivalitäten gehören im Sport dazu. Ich will jetzt auch gar nicht darauf eingehen, wie im speziellen diese entstanden ist, denn das würde den Rahmen sprengen.

Ich bezahle gerne 3 Euro: Auch dieses Spiel gibt nur 3 Punkte. Auch wenn ein Sieg in diesem Spiel natürlich besonders schmeckt, keine Frage.

Danke, Jörg Wontorra wird sich sicher freuen.

Wie wurde eigentlich auf Rostocker Seite damals das Gästeverbot wahrgenommen? War der FC St.Pauli der Schuldige? Oder die Polizei? Und wie sah man die internen Streitigkeiten bei uns, wo ja mehrere Fangruppen (neben USP auch der ÜS) die Südkurve für fünf Minuten sperrten und es doch zu ziemlich heftigen Diskussionen bei uns kam. Hat man das bei Euch überhaupt mitbekommen, und wenn ja, wie wurde das in der Fanszene bewertet?

St.Pauli war definitiv nicht der Schuldige. Dieses meiner Meinung nach lächerliche „Angebot“ der Polizei war einfach nicht tragbar.

Ich denke, was personalisierte Eintrittskarten angeht, sind (fast) alle ähnlicher Meinung. Aus diesem Grund wurde die kurzzeitig Sperre der Südkurve auch durchaus positiv wahrgenommen. Zumindest in dem Dunstkreis, in dem ich mich bewege.

Natürlich sickert immer mal einiges durch, aber großartig bewertet wurde das nicht. Ich denke, dieses Problem kennen viele Fanszenen. Bei einer großen Masse an Fans kommt es immer mal zu verschiedenen Meinungen. Wichtig ist dann einfach, dass man eine Lösung findet, die für alle akzeptabel ist.

Zu Beginn der Saison stand ein Dauerkartenverbot für Euren Supportbereich im Raum, der dann erst nach dem Verabschieden von einem Ehrenkodex abgesagt wurde. Wie kam es dazu und wie läuft das Ganze? Bei uns sorgte natürlich die etwas merkwürdige Formulierung „Wir begegnen der eigenen Heimat mit Respekt und Wertschätzung.“ für allerlei hochgezogene Augenbrauen. Außerdem stellt sich natürlich die Frage, warum dieser Kodex denn nur für die Heimspiele gilt.

Nicht so einfach zu erklären..

Ich versuch es mal: Bei unserem letzten Heimspiel zündelt einige Geistesgestörte im eigenen Stadion (totales Unding). Und ich denke das war der Punkt, an dem Bernd Hofmann’s Fass übergelaufen ist. Daraufhin sollte es eine gesplittete Dauerkarte für die Südkurve geben. Will heißen: Jeder bekäme immer nur die Karten für die nächsten 3 Heimspiele. O-Ton: „Und wenn etwas passiert, behalten wir die anderen Karten ein.“ Diese Lösung war für uns natürlich kaum zu akzeptieren, denn Hofmanns Aussagen waren einfach nicht klar genug. Was war gemeint mit: „Wenn etwas passiert?“ Aus diesem Grund traf sich die Fanszene vor einem Testspiel und diskutierte, wie man mit der Situation umgeht. Dort wurde beschlossen, dass bitte alle zum nächsten Fanforum erscheinen, um die Situation zu klären. Außerdem wurde festgelegt das niemand diese gesplittete Dauerkarte kaufen würde. Uneinigkeit gab es in der Frage, dem Stadion dann ganz fern zu bleiben, oder in einen anderen Block zu gehen.

Das Problem: Bernd Hofmann hat wörtlich gesagt, dass er das Stadion zu einem Familienparadies machen werde und man diese Idioten nicht bräuchte. Stimmung würden auch andere Leute erzeugen. Gerade für die Fanszene, die immer hinter ihrer Mannschaft gestanden hat (ich spreche nur vom Anfeuern, etc. nicht vom Verhalten), natürlich ein Schlag ins Gesicht. Aus diesem Grund wird Hofmann auch sehr, sehr kritisch beäugt.

Bei dem Fanforum wurde Hofmann dann mit knapp 1.500 Leuten konfrontiert und man merkte schnell, wie unwohl er sich fühlte. Argumente für seine Lösung wiederholte er permanent, aber er besaß nur eins: Pyro. Er merkte aber auch relativ schnell, dass die Szene nicht bluffen würde und durchaus ein Großteil wegbleiben würde. Und als beide Fronten verhärtet waren kam er auf diesen ausarbeiteten Codex. Dieser besagt eigentlich genau das, was er mit der gesplitteten Karte erreichen wollte. Kein Pyro im eigenen Stadion. Außerdem wurde von Seiten des Vereins festgelegt, dass Ordner auf der Süd eingesetzt werden. Im Jahr zuvor waren dort keine zu finden.

Für die Fanszene war erst einmal erreicht, was erreicht werden wollte. Man hatte für alle 17 Heimspiele die Karten in der Hand.

Ehrlich gesagt habe ich mir die Frage, warum das nur zu Hause gilt, auch schon desöfteren gestellt. Und ehrlich? Ich hab überhaupt keine Ahnung.

Kurzer Sidestep: Wie denkst Du über den freiwilligen Verzicht von Dynamo Dresden für das Gästekontingent beim Spiel am Millerntor? Befürchtest Du bei weiteren Vorfällen auf Auswärtsspielen ähnliche Gedankenspiele auch beim FC Hansa?

Das war vom Verein Dynamo erstens die einzige Chance Veolia als Sponsor zu halten (Veolia ist auch Trikotsponsor beim FC Hansa, Anm d.ÜS). Und zweitens war es einfach taktisch clever. Das wurde ganz bewusst gemacht, um mit Glück einer drastischen Strafe zu entgehen. Ich wünschte, bei Hansa wäre man ähnlich schlau gewesen, vielleicht hätte man so keine zwei Spiele ohne Fans gehabt, sondern nur eines. Die Gedankenspiele würden bestimmt kommen, ob man dann im Vorstand die „Eier“ besitzt das durchzuziehen, bezweifel ich stark.

Zu guter Letzt: Was möchtest Du unseren Lesern noch mit auf den Weg geben, vor dem Spiel am Samstag?

Ich wünsche allen Fahrern eine angenehme Reise in unsere Hansestadt und ein gutes Spiel. Rivalität ist wie gesagt schön und gut, es sollte aber nicht handgreiflich, verletzend, etc. werden. Und vielleicht kann ich auch dazu beitragen, dass die Fanszene des FCH nicht nur mit Leuten in Verbindung gebracht wird, wie es häufig in den Medien passiert. Natürlich freut ihr euch über unsere Niederlagen und wir über eure. Das soll auch so bleiben. Allerdings auf einem fairen Level, mit dem nötigen Respekt vor jedem Einzelnen (Vielleicht solltet Ihr den Teil auch noch einmal Deniz Naki schicken J).

Im Duell unserer Vereine fällt im Bezug auf den jeweils anderen Verein oft das Wort „Hass“. Dein Kommentar?

Hass ist ein Wort, das nicht zum Sport passt. Natürlich bin ich kein St.Pauli Fan und natürlich freue ich mich über Niederlagen. Es gibt genug Leute, die einen aufs Fandasein reduzieren: St.Pauli-Fan = Idiot. Das ist meiner Meinung nach total lächerlich. Wir haben Meinungsfreiheit und es wäre auf jeden Fall auch sehr langweilig, würde jeder den gleichen Verein bevorzugen!

In meinem Studiengang ist jetzt einer, der ist Hamburger und St.Pauli-Fan. Aber das schließt ja nicht aus, dass wir uns gut verstehen. Darüber sollten einige vielleicht einmal nachdenken.

Vielen Dank für Deine Zeit und die Antworten. Und natürlich wünschen wir auch Dir ein schönes Spiel am Samstag! // Frodo

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13.Spieltag (A) – 1.FC Union Berlin

1.FC Union Berlin – FC St.Pauli 0:2 (0:0)
Tore: 0:1 Deniz Naki (63.), 0:2 Markus Thorandt (77.)
Zuschauer: 18.432 (ausverkauft, ca. 3.000 St.Paulianer)

So soll es sein… Fußball in einem Stadion, in dem Fußball wirklich noch eingeatmet werden kann, noch dazu unter Flutlicht, ausverkaufte Hütte! Klingt nach Millerntor, gilt aber ebenso für die Alte Försterei.
Die Spiele bei Union waren fantechnisch immer ein Highlight, Freitag Abend kam nun erstmals ein Sieg als i-Tüpfelchen obendrauf (abgesehen von einem Erfolg im DFB-Pokal 1994).

Die Atmosphäre rund ums Stadion war, zumindest soweit ich das mitbekommen habe, äußerst entspannt unter den Fans, lediglich die übergroße Polizeipräsenz sorgte für leichte Spannungen. (Kleiner Einschub: Dazu empfehle ich schon mal den Artikel im aktuellen 11Freunde-Heft über die angeblich(!) steigende Gewalt bei Fußballspielen, der wunderbar aufzeigt das man Statistiken eben nur dann trauen darf, wenn man sie selbst gefälscht hat. Evtl. gibt es dazu die nächsten Tage auch noch nen längeren Text hier im Blog.)

Zur Stimmung muss man nicht viel sagen, das kam wohl auch beim AFM-Radio oder am TV wunderbar rüber. Der Gästeblock sang 90 Minuten durchgehend und laut, wenn aber Union mal gemeinsam von allen Stehplätzen was von sich gab, war das absolut ohrenbetäubend, selbst im gerade singenden Gästeblock.
Beide Seiten beschränkten sich auf die Anfeuerung des eigenen Teams, keinerlei Schmähgesänge in Richtung Gegner…  ich will jetzt nicht sagen: “So soll es sein!“, weil ich schon der Meinung bin, dass man beim Fußball auch mal den Gegner (im Rahmen) bepöbeln oder lächerlich machen darf, an diesem Abend war es aber eben genau so richtig und passend. Okay, Sport1 machte daraus dann gleich wieder “Das Kultspiel” mit diversen “ach so kultigen” Verbrüderungensszenen, aber wahrscheinlich ist das nach den diversen Medienberichten zu “Fanausschreitungen” der letzten Tagen sogar wirklich “gut gemeint” gewesen.

Sportlich war das eines Aufstiegsaspiranten durchaus würdig. Nach den letzten Spielen waren unsere Jungs sicher noch leicht verunsichert, Union hingegen hatte fünf Heimspiele in Folge gewonnen und wollte diese Serie selbstverständlich fortsetzen.
In Hälfte eins ausgeglichenes Spiel mit eben einer sehr diskussionswürdigen Szene, nämlich dem Zweikampf zwischen Thorandt und Mosquera im Strafraum. Nach mehrfachem Studium der Szene für mich ein klarer Fall von “Kann man geben, muss man nicht!”. Eine Berührung findet unstrittig statt, andererseits fällt Mosquera auch sehr bereitwillig und guckt schon im Fallen hilfesuchend zum Schiri, was man i.d.R. nicht wirklich kann, wenn man von der Berührung gerade eben überrascht wurde. Aber nochmal: Wenn er den pfeift, kann man sich auch nicht wirklich beschweren.

Hat er aber nicht, so konnten unsere Jungs in Hälfte zwei ihre spielerische Überlegenheit besser ausspielen und hatten dann erneut das Glück des Tüchtigen, als Union nach dem Rückstand nur unseren Pfosten traf.

Was fiel sportlich auf:

  1. Naki liest diesen Blog… oder wahlweise jemand aus dem Trainergespann tut dies oder kam selbst auf die Idee, Naki mal zwei Tage mit ner intensiven “Was ist dieses Abseits und wie kann man dagegen vorgehen?” – Schulung zu nerven. Kein einziges Mal stand er im Abseits… aller Ehren wert, nach den gefühlten 30 Abseitsstellungen letzte Woche.
  2. Endlich mal wieder zu null! Sowieso ist “Die Null muss stehen!” für diese Saison scheinbar ein unschlagbares Rezept, denn wenn dies bisher der Fall war (gegen Ingolstadt, in Karlsruhe und eben jetzt bei Union) siegten wir jeweils mit 2:0.
  3. Bartels… welch begnadete Schnelligkeit, Technik, Spielverständnis, Auge für den Nebenmann, Zusammenspiel mit Kruse…
    Ich hoffe wirklich, ihm bleibt die Abschlußstärke eines Platzwarts erhalten, ansonsten würde ihn uns Barca schnell wegkaufen.
  4. Die Ballstaffetten, insbesondere nach dem 2:0 grenzten schon an Arroganz. Sollten wir uns nicht zu viel von gönnen, war aber mal wieder ein Beleg dafür, dass wir technisch definitiv ein absolutes Topteam dieser Liga sind.

Nachdem Frankfurt am Sonntag in Ingolstadt in der 96.Minute(!) immerhin noch einen Punkt und holte und die Fortuna den Halbzeitrückstand beim FSV Frankfurt noch fulminant in einen 5:2 Sieg verwandelte, kann man sich nun heute Abend schön mit Popcorn vor die TV-/Radio- oder Stream-Übertragung Eurer Wahl setzen und sich den Gegner des kommenden Samstags anschauen, Greuther Fürth trifft zuhause auf die Braunschweiger Eintracht.
Mit einem Heimsieg wären wir am Samstag wieder absolut mittendrin in der Verlosung, bei einer Niederlage müsste man eben erstmal wieder ein Lauerstellung bleiben.

Links zum Spiel:
Bilder – UNVEU
Bilder – Union-Foto-Hupe
Bilder – Splitterbruch
Bericht – Turus.net (inkl.lustiger Kommentare)
Bericht – Tagesspiegel

Und sonst so…

Fußball-Nachwuchs: Die II.Mannschaft holte sich in der Regionalliga Nord gegen die Pokalhelden aus Kiel die zu befürchtende Niederlage ab, auch wenn sie mit 1:2 nach einer sehr guten zweiten Hälfte vor gut 1.200 Zuschauern am Millerntor knapp und unglücklich ausfiel.
Die A-Jugend verpasste gegen Halle den erhofften Befreiungsschlag und kam über ein 0:0 nicht hinaus und damit auf einem Abstiegsplatz. Nächste Woche in Osnabrück bleibt man daher weiter unter Zugzwang. (Edit: Bilder dazu bei den Zaungästen, Danke für den Hinweis!)
Die B-Jugend machte es hingegen etwas besser und holte gegen Carl-Zeiss Jena ein 2:2 und bleibt im Mittelfeld.
Ebenfalls einen Punkt holte die C-Jugend gegen Hannover 96 beim 0:0. Beide Teams liegen mit 14 Punkten aus acht Spielen auf den Plätzen drei und vier, der hsv konnte als lachender Dritter dank eines eigenen Sieges und jetzt 15 Punkten vorbeiziehen, Wolfsburg führt die Tabelle an.
Nicht wirklich “Nachwuchs”, aber bekanntlich mindestens so im Fokus des Übersteigers wie die genannten Teams, ist ja die Vierte Herren, tatkräftig aus der Redaktion unterstützt. Am siebten Spieltag konnte Uetersen auswärts mit 4:0 besiegt werden, unsere Jungs sind punktgleich mit dem langjährigen Rivalen aus Glashütte an der Tabellenspitze.

Handball
Argh… 26:27 lautet das Endergebnis der 1.Herren in der Oberliga beim Gastspiel in Herzhorn. Nächsten Sonntag um 17.00h gibt es gegen den Tabellennachbarn der SG Wift die nächste Chance, das Team in der Halle an der Budapester Straße zum Sieg zu schreien.

Rugby
Nachdem die 1.Herren am letzten Spieltag das Derby gegen den Hamburger RC deutlich mit 24:3 für sich entschied, gewann man nun auch das Spiel bei Victoria Linden mit 23:20 und liegt mit acht Siegen aus acht Spielen an der Tabellenspitze der 2.Liga Nord.
(Kleiner Regeleinschub: Wie kommt man denn so auf 38 Punkte? Der Letzte hat nach sieben Spielen und sieben Niederlagen zwei Punkte, der zweite nach neun Spielen und sieben Siegen sowie zwei Niederlagen 34 Punkte… es ist mir ein Rätsel, vielleicht kann ja jemand helfen. Hier die Tabelle.)
Die Frauen sind mit drei Siegen aus drei Spielen bisher auch äußerst erfolgreich, am Samstag wurde Marburg mit 52:0 nach Hause geschickt, die vorherigen Ergebnisse von 47:5 (auswärts beim jetzigen Zweiten) und 54:0 sprechen auch eine deutliche Sprache.

Mietenwahnsinn stoppen
Die Demo am Samstag hatte (je nach Schätzung) ca. 4.500 – 6.000 Teilnehmer und verlief fast komplett friedlich, obwohl jeder dritte Teilnehmer seinen eigenen Polizisten dabei hatte. Bilder gibt es bei den Kollegen der BASCH, einen Bericht (und ebenfalls Bilder) zur Demo bei Indymedia.

Occupy
Zwei Lesetipps zum Thema, da mir derzeit die Zeit fehlt mich intensiver damit auseinanderzusetzen: Zum Einen das Lichterkarussell, zum Anderen die durch ersteren Text angestoßenen Überlegungen beim Magischen FC-Blog.

Thees Uhlmann
Relativ viele Gesichter, die man am Freitag Abend im Gästeblock sehen konnte, erblickte man Samstag Abend dann auch wieder beim Konzert unseres Star-Kolumnisten Thees in der ausverkauften Großen Freiheit. Die (zahlreich) anwesenden Redaktionsmitglieder bedanken sich für einen klasse Abend, insbesondere die einleitenden Worte vor “Das hier ist Fußball” zum Thema Rostock sorgten für Erheiterung. Wer den Abend verpasst hat, bekommt am 31.März die Chance zum Nachholen. // Frodo

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Und niemals vergessen: Auf zu Union!

Wer vor der Saison nach den beliebtesten Auswärtsfahrten fragte, dürfte bei den allermeisten St.Pauli-Fans zwei Reisen gehört haben… VfL Bochum und 1.FC Union Berlin!
Und nachdem Bochum sowohl sportlich als auch supporttechnisch schon absolut eine Reise wert war, naht nun mit großen Schritten unser Auftritt in der Alten Försterei. Die Tickets waren sowohl bei uns als auch für die Unioner im Nu vergriffen, die Vorfreude steigt. Grund genug, für diesen Blog mal was Neues zu wagen, was es bei anderen Vereinen/Blogs auch immer mal wieder gibt, teilweise sogar als feste Rubrik: Ein Interview mit einem Fans des jeweiligen Gegners. (Am Ende dieses Eintrags findet Ihr dann noch ein paar Veranstaltungstipps für Berlin.)

Und den Auftakt macht dann niemand geringeres als textilvergehen.de, immerhin jüngst erst durchaus prominent ausgezeichnet:

Moin Sebastian und Steffi, als Unioner wird man euch oder zumindest www.textilvergehen.de kennen, als St.Paulianer vielleicht nicht zwingend. Erzählt doch unseren Lesern mal, was ihr auf der Seite so treibt und wie viel hunderte Menschen an dem Projekt mitarbeiten.

Sebastian: Gegründet wurde Textilvergehen 2007 von Steffi. Ich bin erst seit 2009 mit dabei und schreibe wie Steffi Texte. Dazu haben wir einen wöchentlichen Podcast in einer meist fünfköpfigen Runde. Wir wollen nicht nur über Unions Fußballspiele berichten, sondern thematisieren alles, was mit Fußballkultur in Berlin zu tun hat. Dazu gehören auch andere Vereine wie meinetwegen Lichtenberg 47 und natürlich auch Frauenfußball. Politik gibt es auch. Insgesamt sind wir vier Leute, die permanent am Textilvergehen arbeiten.

Steffi: Dazu kommen Gastautoren – Freunde und Bekannte, nicht zwingend Unioner, die Lust haben, was zu schreiben, oder die von uns dazu überredet werden. Nicht zu vergessen sind aber auch die Sportfotografen, die uns ihre Fotos zur Verfügung stellen. Ohne die wär´s ganz schön kahl. Mit dabei sind eine ganze Reihe von Journalistenkollegen, die uns auf unterschiedlichste Art helfen, auch wenn sie gar nicht namentlich in Erscheinung treten. Und schließlich gibt uns der Verein selbst extrem viel Raum und Möglichkeiten.

Beim Stichwort „BOB“ denkt man evtl. an Wintersport oder an die Bayrische Oberlandbahn, seit 2011 dürfte diese Abkürzung für Euch eine neue Bedeutung haben, eine durchaus erfolgreiche. „Textilvergehen.de“ gewann den internationalen „Best of Blog“-Award in der Sprach-Kategorie „Best Blog: German“. Wie kam da der erste Kontakt zustande und wie habt Ihr das Ganze rückblickend miterlebt?

Sebastian: Das ist eine komische Geschichte. Denn bis zur Nominierung wussten wir von nichts. Am Ende hat das eine Eigendynamik erreicht, selbst Union hat über die Facebook-Seite des Vereins zur Wahl aufgerufen. Am Ende schrieb Steffi das erste Vorwort des Textilvergehens im Stadionheft. Das war insgesamt eine wunderbare Würdigung unserer Arbeit.

Steffi: Es war, das muss man vielleicht dazu sagen, der Publikumspreis. Über den stimmt eben nicht die Jury ab, sondern die Leser. Auf die Nominierung hatte uns Jens Peters (catenaccio.de) aufmerksam gemacht. Wir dachten im ersten Moment: Schaffen wir sowieso nicht. Und dann kam eben doch unerwartet viel Unterstützung aus den Reihen der Unioner, und am Ende hat´s gereicht. Das war beeindruckend.

Zum Spiel am Freitag: Das Spiel bei Union dürfte für viele St.Paulianer ein Saison-Highlight sein, die Tickets waren ähnlich schwer zu ergattern wie für unser Derby letzte Saison. Auch bei Union waren die Karten rasch vergriffen. Eure Meinung zum Hype und den Begleiterscheinungen, Stichwort „Kultspiel“?

Sebastian: Dem Begriff „Kultspiel“ stehen wir sicherlich ähnlich gegenüber wie ihr. Ich freue mich einfach auf das Spiel, weil ich trotz aller Unterschiede eine große Gemeinsamkeit sehe: Die Hingabe zum Verein, der mehr als nur ein Fußballverein ist, sondern ein sozialer Bezugspunkt. Außerdem versuchen beide Vereine, andere Wege im Profifußball für sich zu finden. Das finde ich spannend und auch richtig zumal St. Pauli und Union jeweils Konkurrenzklubs in ihrer Stadt haben, die das Sponsorengeld anziehen. Da bleibt nichts anderes übrig, um eine eigene Identität zu finden.

Steffi: Kultspiel sag ich genau so oft wie Kulturbeutel. Nämlich nie. Es gibt Sachen, die braucht man gar nicht medial hypen, die sind einfach groß und wahr und gut. St.Pauli gegen Union ist für mich so ein Spiel. Ich hab euch die 1.Liga gegönnt, aber dass mein persönliches Saison-Highlight damit futsch ist, gefiel mir nur so halbgut. Fanseitig empfand ich die Partien immer als von großer Fairness im Umgang miteinander geprägt. Für mich ist das deshalb bemerkenswert, weil die Spiele selbst ja alles andere als Freundschaftsspiele sind.

Wie ist denn Eure Meinung über den FC St.Pauli?

Sebastian: St. Pauli ist für mich ein ganz interessanter Orientierungspunkt wie Kommerz funktioniert und trotzdem das Gesicht gewahrt bleibt. Andererseits gefallen mir bestimmte Sachen nicht. Zum Beispiel verdient St. Pauli am Kommerz viel zu wenig (Stichwort Upsolut).

Steffi: Gute Gäste! Ein Club, gegen den verlieren etwas weniger weh tut und gewinnen extrem stimmungsaufhellend wirkt. Außerdem ein Verein, der in seiner Außendarstellung vieles richtig macht. Wie es innen aussieht, kann ich von hier aus schwer beurteilen.

Die Frage muss rückblickend natürlich kommen: Wie waren für Euch die Derbys letzte Saison und wie ist in Berlin grundsätzlich das Verhältnis zu den anderen Vereinen / Fanszenen?

Sebastian: Die Derbys waren etwas einmaliges. Schließlich lag das letzte richtige Derby fast 60 Jahre zurück. Der Sieg im Olympiastadion war unbeschreiblich. Ich habe noch nie so viele Männer weinen sehen. Vom Pressesprecher bis hin zu den ganzen Fans. Das war Unions „Wir sind wieder wer“.

Steffi: Um mal die Frage zu beantworten: Ein Verhältnis zu anderen Fanszenen gibt es nicht so, wie ihr das aus Hamburg kennt. Hertha war immer woanders, und diese eine Ausrutscher-Saison fällt da für mich nicht ins Gewicht. Sollte man sich mal mit vergleichbarem Etat auf Augenhöhe begegnen, wäre das etwas anderes. Der Sieg im Olympiastadion war ein Pumuckl-Streich. Ein sehr gelungener, wie ich finde. Nur eben nicht repräsentativ für das Kräfteverhältnis an sich. Seitdem gibt es praktisch keine Berührungspunkte mehr. Wer als Nicht-Berliner in die Stadt kommt, bringt seinen Heimatverein mit, geht ins Olympiastadion, wenn der dort spielt, und wählt Union als Zweitverein. So ist das hier.

Zum sportlichen: Union ist mit dem Punkt beim FSV Frankfurt, dem 0:4 gegen Fürth und dem Pokalaus in Essen eher wackelig in die Saison gekommen, nach dem 0:4 in Dresden war die Stimmung wohl auf einem Tiefpunkt. Inzwischen aber läuft es und mit 18 Punkten aus zwölf Spielen dürfte man zufrieden sein, oder?

Sebastian: Ja, das ist schon ganz gut gelaufen. Vor allem in den Heimspielen. Die ersten 14 bis 16 Spieler haben die Mannschaft qualitativ doch auf ein höheres Niveau gehoben. Ein Schritt hin zur Etablierung in der zweiten Liga. Aber Zufriedenheit? Nein, denn die wirklich schweren Gegner kommen noch.

Steffi: Im Gegensatz zu Sebastian bin ich sehr zufrieden. Könnte daran liegen, dass ich momentan nicht auswärts fahre. Nee, auch der Tabellenplatz geht vollkommen in Ordnung, und ich traue der Mannschaft, die diese Saison auf dem Platz steht, viel zu. Sogar Auswärtssiege. In der vergangenen Saison haben wir viel mehr Punkte bei vermeintlich schwächeren Teams liegen lassen. Mit Niederlagen gegen das obere Tabellendrittel komme ich klar.

Was erwartet Ihr sportlich vom heutigen Spiel? Besondere Erwartungen an die taktische Ausrichtung bei Euch?

Sebastian: Ich erwarte ehrlich gesagt nichts. Dazu sind im Moment zu viele Spieler verletzt. Vor allem in der Verteidigung. Ein Unentschieden wäre schon groß. Taktisch tippe ich auf eine Doppelsechs, um euren schnellen Spielern keinen Raum zu bieten.

Steffi: Unsere Heimspielsiegesserie ist sagenumwoben! Das werdet ihr doch jetzt nicht ruinieren!? Spielen wird, wer laufen kann. Ist ein bisschen der Wurm drin, momentan. Ich erwarte bei Heimspielen prinzipiell eine offensive Ausrichtung. Doppelsechs? Der Menz kann doch nicht überall sein?!

Wo seht ihr den 1.FC Union denn in zehn Jahren?

Sebastian: Schwer zu sagen. Vor zehn Jahren stand Union im DFB-Pokalfinale, zudem Zweitliga-Aufstieg und zwei Runden UEFA.Cup. Von dort ging es bis in die vierte Liga runter. Anker Wismar und Falkensee-Finkenkrug waren dann die Gegner. Jetzt genieße ich einfach die zweite Liga. Ich bin demütig geworden. Wenn in zehn Jahren immer noch zweite Liga stünde und dafür das Stadion weiter ausgebaut worden ist, der Verein sich intern weiter entwickelt und professionalisiert hat, bin ich schon sehr zufrieden.

Steffi: Auf seiner neuen Heimtribüne.

Noch irgendetwas, was ihr den St.Pauli-Fans für Freitag mit auf den Weg geben wollt?

Steffi: Das, was die Kapitäne immer sagen: Gutes Spiel!

Sebastian: Stimmt.

Vielen Dank Euch Beiden für die Zeit und die Antworten, das Gute Spiel wünschen wir Euch natürlich auch!

 

In Berlin gibt es rund ums Spiel natürlich noch diverse weitere Möglichkeiten, einen angenehmen Tag oder gar ein tolles Wochenende zu verbringen, auf die wir Euch kurz hinweisen möchten:
Zunächst: Wer keine Karte hat, trotzdem aber in netter Atmosphäre das Spiel verfolgen will, dem sei die Astrastube in Neukölln empfohlen.

Das Spiel Union - St.Pauli live in der Astrastube gucken
Nach dem Spiel kann man in der Astrastube natürlich auch weiterfeiern, alternativ gibt es noch zwei bzw. drei weitere Örtlichkeiten:

Zum einen gleich eine Doppellocation in der Skalitzer Straße, wo in den Hausnummern 130 und 134 ordentlich was los ist, Details entnehmt Ihr dem Flyer:

Zum anderen im “OBE”(Bevernstraße 5), wo ab 22.00h die DJs hoffentlich zu drei gewonnenen Punkten auflegen werden, Details hier:


Und wer bis Samstag bleibt, kann dann auch noch einen Ausflug nach Potsdam ins “Karli” machen und ab 14.00h Babelsberg 03 gegen den VfL Osnabrück in Liga 3 zum Sieg schreien. // Frodo

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Und sonst so… (XX)

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein eher unspektakuläres Heimspiel, daher findet das auch nur kurz Erwähnung. Ansonsten gibt es viel Lesestoff aus den weiten des Internets der letzten Tage nachzuholen.

FC St.Pauli – FSV Frankfurt 2:1 (2:0)
Tore: 1:0 Max Kruse (3.), 2:0 Deniz Naki (30.), 2:1 Marcel Gaus (76.)
Zuschauer: 24.487 (ausverkauft, ca. 300 Gästefans)

Das letzte Spiel gegen den FSV Frankfurt war furchtbar… ein 0:0 gegen den damaligen Tabellenletzten in eisiger Kälte, ein Stolperstein auf dem Weg zum bereits am Horizont winkenden Aufstieg.
Ähnliches wurde auch für dieses Spiel erwartet, “Das wird heute ein grottiges Unentschieden, 0:0 oder 1:1!” war ein Zitat eines Gegengeraden-Dauerkartenbesitzers, welcher wohl aussprach was viele dachten oder zumindest befürchteten.
Nach wenigen Sekunden hätte es dann schon bei uns klingeln können, Tschauner konnte dank gutem Stellungsspiel aber aus kurzer Distanz klären und im Gegenzug konnte Max Kruse dank gütiger Mithilfe des Ex-Rostockers Gledson zum 1:0 einschießen. Kruse war auch das letzte Glied einer hervorragenden Kombination zum 2:0, indem er den Ball auf Naki spielte, welcher locker einschob.

Der Rest war größtenteils Gewürge, die zweite Halbzeit eher zum Abgewöhnen, aber wer oben steht gewinnt eben auch solche Spiele und sowohl an “Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss!” als auch an “Wer solche Spiele gewinnt, steigt am Ende auf!” ist viel wahres dran, wenn auch letzteres zum jetzigen Zeitpunkt und in Anbetracht der drei anderen konstant punktenden Teams in ein “… bleibt mindestens oben dran!” relativiert werden sollte.

Hauptaufgabe für das Trainerteam sollte in der kommenden Woche sein, Deniz Naki nochmal in aller Ruhe die Abseitsregel zu erklären. Verbunden mit den Konsequenzen für einen Spieler, wenn er in selbigem steht. Und ganz wichtig: Ihm mögliche Lösungsvorschläge für diese Situation aufzeigen, bitte.
Wenn das gelingt, stehen uns ca. zehn Angriffe pro Halbzeit mehr zur Verfügung, da dürfte das ein oder andere Tor schon bei rausspringen.

Noch ein Wort zur FARE Action Week: Da marschieren Fans mit einem “Fußball, Ficken, Alkohol???”-Plakat aufs Feld, und die Gegengerade stimmt lauthals mit selbigem Spruch ein, nur eben ohne Fragezeichen. Klang so jetzt für mich auch nicht zwingend nach Ironie sondern mehr nach zu viel Alkohol, aber vielleicht bin ich da auch empfindlich.

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf den Freitag, um 18.00h ist Anstoß in der Alten Försterei und es wird sicherlich mehr Stimmung in der Bude sein als gestern, da eben auch akkustisch ein Gegner anwesend ist.

Links zum Spiel:
- Fotos Stefan Groenveld
- Bericht Gegengeraden-Gerd
- Bericht BeebleBlox
- Bericht Magischer FC

Kommen wir zur Aufarbeitung der letzten Wochen:

Raval
Ja, scheiße… nach der Weinbar schließt also nun auch das Raval im November seine Pforten für immer. War es bei der Weinbar der (mutmaßlich aufgrund der inhaltlich fragwürdigen aber anhaltenden Beschwerden einer anderen Mietpartei) gekündigte Mietvertrag, machen dem Raval die hohen Auflagen der Behörde zu schaffen bzw. die Zukunftsplanungen zunichte.
Sehr schade, der Neue Kamp verliert damit innerhalb weniger Tage zwei großartige Anlaufstellen für lecker Essen, Trinken und nettes Beisammensein.
Macht dem Laden noch bis zum 12.November Eure Aufwartung.
Die Redaktion wünscht Romy, Jan und allen anderen Beteiligten alles Gute für die Zukunft!

Karten für das Auswärtsspiel in Rostock
Sicher eines der (aus Fansicht) wichtigeren Spiele der Saison, die Begegnung in der DKB-Arena beim FC Hansa Rostock am Samstag, den 19.November. Der Fanladen wird einen Sonderzug (AFM 13,-€, alle anderen 15,-€) stellen, Vorbestellungen können noch bis Mittwoch, dem 26.10. abgegeben werden. Außerdem wird es voraussichtlich einen Entlastungszug der Bahn geben.
Auch der Verein hat jetzt das Procedere für die Tickets bekannt gegeben, der Verkauf dort beginnt nächste Woche Mittwoch, am 2.November.

“FußballHamburg.de”
Die ohnehin gute Seite über den Hamburger Fußball im Allgemeinen wurde zum 19.10.(!) einem Relaunch unterzogen und zur Feier des Tages empfhle ich dann auch gleich mal einen besonders lesenswerten Artikel über die besondere Hingabe zum Sport und die alltäglichen Probleme, die damit einhergehen wenn man dabei im Rollstuhl sitzt. Ein Portrait über Björn Meyer.

Laut gegen Nazis
Im Profifußball dürfte kein anderer Verein eher mit “Gegen Nazis/Gegen Rechts” in Verbindung gebracht werden als der FC St.Pauli und insbesondere seine Fans.
Ab und an ist es aber natürlich auch gut, sich nicht nur auf den erworbenen Lorbeeren auszuruhen sondern auch Verantwortung zu übernehmen und deutlich Position zu beziehen.
Dies tut unser Verein nun mal wieder und wird offizieller Partner für Hamburg der “Internationalen Wochen gegen Rassismus” im März nächsten Jahres.
Wir sind gespannt, was da noch an weiteren Aktionen geplant ist, schöne Sache!

Fußball und Gewalt
Ach ja… ein Lieblingsthema der Medien, oftmals sinnlos angereichert durch Bilder von Pyros. Artikel die sich differenziert mit der Thematik beschäftigen kann man pro monat wohl an einer Hand abzählen und hat meist noch fünf von fünf Fingern über, daher ist es doch sehr angenehm wenn aktuelle auch mal etwas mehr lesenswertes zu finden ist.
Zum einen hat Nicole Selmer für den Ballesterer ein Interview mit dem Psychologen Clifford Stott geführt, Anlass waren die “London Riots”.
Zum zweiten gibt es erneut einen Artikel von Pascal Claude in der schweizer Wochenzeitung, der sich auch mit der Rolle eines ganz bestimmten Sicherheitsdienstes beschäftigt.

Fußball und Wirtschaft
Zwei Bereiche, die immer mehr zusammengehören, was ja im Sommer nach der Pleite von Bayer 04 – Sponsor Teldafax schon mal aufkam. Jetzt hat die SZ in einem Artikel über Vorwürfe gegenüber dem VW-Konzern berichtet, welcher Geschäftspartner “freundlich” darum gebeten haben soll, doch auch Sponsor beim VfL Wolfsburg zu werden, was de facto unter das Stichwort Korruption fiele, denn dadurch fordere man Vorteile für einen Dritten, die mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun haben.
Dem VfL selber droht da wohl nichts, die Anklage richtet sich gegen VW, doch die Folgen für den gesamten Sportbereich dürften spannend sein.

Wer nicht hüpft, der…
Ob wir nun “Die Welle” oder das “Basismodell” auf der Gegengerade bekommen werden, ist offiziell noch immer nicht entschieden, allerdings kam da ein Artikel auf Spiegel Online gerade recht um nochmal über den Sicherheitsaspekt zu sprechen.
Aus meinem Laienverständnis heraus spricht der Artikel eher für die Welle, da Stahl für derartige Schwingungen besser geeignet sein müsste als Beton. Aber wirklich entscheidend in der genannten Frage des Modells sollte er nicht sein, da er ja auch auf Stahl gar nicht eingeht. Wer aber bisher aus Sicherheitsgründen gegen die Welle war, sollte sich vielleicht nach dem Artikel mal fragen, wie sicher denn andere Stadien unter dem Aspekt heute sind.

Abgründe…
Ein Artikel, auf den ich über den folgenswerten Twitter Account von Rene Martens gestolpert bin. Fans von Maccabi Haifa werden dort verdächtigt, für Grabschändungen verantwortlich zu sein. Ob es nun stimmt oder nicht, allein die Diskussion darüber zeigt, wie sehr Fußball und Politik miteinander verbunden sind… und das eben nicht nur beim FC St.Pauli und in Deutschland.

Lauterer Ultras lehnen Preis ab
Die Deutsche Akademie für Fußballkultur vergibt seit einigen Jahren Preise, von denen wenigstens einer pro Jahr auch Fanbelange berührt. In diesem Jahr sollten die Lauterer Ultras der Generation Luzifer für ihre Fritz-Walter-Choreo ausgezeichnet werden, lehnten dies aber ab. Nicht, weil man an der Akademie etwas auszusetzen hätte, sondern weil hinter dem Preis easyCredit/TeamBank als Sponsor steht.
Nun gelten St.Pauli-Fans und die Lauterer sicher nicht als engste Freunde, für diese Konsequenz schicken wir aber zumindest mal eine anerkennend hochgezogene Augenbraue in Richtung Pfalz, zumal im gleichen Atemzug ein Spendenkonto für drei Projekte eingerichtet wurde, welchen man sich nun widmen will.

Ergebnisse aus dem Verein
Fangen wir mit dem Fußball Nachwuchs an. Die U23 hat nach drei Siegen in der Regionalliga nun auch einen von den “Großen” geärgert und bei RB Leipzig einen Punkt ergattert. Nach einem Halbzeitrückstand erzielte Erdogan Pini den umjubelten Ausgleich, einen Bericht dazu inkl. Blick auf den Gästesupport könnt Ihr beim MDR sehen.
Die A-Jugend hingegen kämpft in der Bundesliga weiterhin gegen den Abstieg. Bei Hannover 96 verlor man 1:3 und hat nach sieben Spielen weiterhin nur drei Punkte durch drei Remis. Allerdings kommen die Spiele gegen die Gegner, gegen die man die Punkte holen sollte auch erst jetzt und es ist noch alles eng beisammen. Wer am Sonntag noch nichts vor hat, sollte um 11.00h an der Sternschanze sein, wo gegen Halle dann hoffentlich der erste Sieg eingefahren wird.
Deutlich besser steht die B-Jugend da, die am Wochenende durch einen 2:1 Erfolg gegen den VfL Osnabrück drei ganz wichtige Punkte eingefahren hat und sich somit im Mittelfeld der Bundesliga Nord aufhält.
Die C-Jugend holte sich mit einem 4:1 Sieg bei Werder Bremen und liegt damit weiterhin einen Punkt vor dem hsv auf Platz 4.
Absolut spannend auch die Tabelle der vom ÜS unterstützten 4.Herren, dort liegen (nach sechs Spieltagen) in einer 12er Liga die ersten 4 Teams punktleich nur drei Punkte vor den Plätzen 5-8.
Beim Handball holte die erste Herrenmannschaft in der Oberliga gestern Abend vor gut 200 Zuschauern einen Punkt beim 24:24 gegen den TSV Ellerbek. Einen Spielbericht dazu gibt es beim Basch.
Und schließlich gibt es noch eine Meisterschaft zu vermelden, und zwar beim American Football: Die St.Pauli Buccaneers holten durch ein 25:0 bei der II.Mannschaft der Lübeck Cougars den Titel in der 5.Liga. Meine Anfrage, ob dies gleichbedeutend mit dem Aufstieg in Liga 4 ist, läuft… falls es jemand auch so weiß, darf dies gerne in den Kommentaren vermekrt werden.
Last but not least noch ein Blick über den Kanal: Der FC Brentford (bekanntlich der neue Klub von Marcel Eger), hält Anschluß an die oberen Ränge und liegt nach einem 1:1 bei Notts County zwei Punkte hinter den Play-Off-Plätzen. Marcel hat von den bisher 14 Spielen immerhin die Hälfte bestritten, ein Interview mit ihm wird es auch im nächsten ÜS geben, welcher zum heimspiel gegen Dynamo Dresden Ende November erscheint. // Frodo

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