MT019 – Denken ist billiger als Bier

Es war DIE Meldung der Woche (mal abgesehen von jenen drei nicht ganz unwichtigen Punkten gegen RB Leipzig): Jan-Philipp “Schnecke” Kalla bleibt drei weitere Jahre beim FC St.Pauli.

Da passte es natürlich hervorragend, dass wir ihn bei uns zu Gast hatten, noch dazu wo er diesen Messieesquen Pass zum 1:0 gegen RBL aus seinem Zauberfuß geschüttelt hatte und am Samstag auf dem Betzenberg sein 100.Zweitligaspiel bestreiten wird.

Gute zwei Stunden Hörspaß, in denen wir außerdem auf die Spiele gegen Nürnberg, in Heidenheim und eben jenes 1:0 gegen RBL zurückblicken und ab und zu ein bißchen Liebe zu einem Verteidiger nach Ingolstadt schicken, der natürlich in allen relevanten FIFA15-Statistiken schlechter ist als Schnecke.

Solltet Ihr anklicken und Liken: Jan-Philipp Kallas Facebook-Seite

Könnt Ihr anschauen: FC St.Pauli.TV zur Vertragsverlängerung.

// Maik

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NdS – Sp31 – Rasenballsport Leipzig

Ich sprach heute wieder mit Matthias, der besser unter dem Namen Rote Brause Blogger bekannt ist. Wir haben ein Spiel der Leidenschaft gesehen. Manifestiert hier, hier, hier und hier. Ab jetzt nur noch wir! Viel Spaß beim Anhören!

Danke für deine Zeit und bis zur nächsten Saison, Matthias! // Michael

PS. Und weil der Marcus nur ein paar Meter neben mir sitzt/steht und ich das gleiche Leiden während des Spiels und die gleiche Glückseligkeit in seinen Augen nach dem Spiel gesehen habe, möchte ich hier noch gern auf ein Interview mit ihm bei den Kollegen von “Blog trifft Ball” hinweisen. Viel Spaß beim Lesen!

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31.Spieltag (H) – RB Leipzig (und: Verein am Wochenende 18/2015)

FC St.Pauli – RB Leipzig 1:0 (1:0)
Tor: 1:0 Lennart Thy (45. +1)
Zuschauer: 23.584 (ausverkauft, ca. 2.500 Gästefans)

16.August 2008. Der FC St.Pauli empfängt in einer Saison im Mittelfeld der Tabelle am 29.Spieltag den Aufstiegsaspiranten TSG Hoffenheim.
Und in den Tagen vor dem Spiel sagte ein hier nicht näher zu nennender Spieler zu mir: “Wenn Du diese Saison nochmal richtig Geld gewinnen willst, dann setze auf Heimsieg. Wir sind heiß wie Frittenfett, die rammen wir weg!
Und so kam es dann auch, Alexander Ludwig, Marcel Eger und Ralph Gunesch schossen Braun-Weiß zu einem 3:1-Erfolg des Willens gegen eine individuell sicher besser besetzte Truppe, die am Saisonende dann auch den Durchmarsch von Liga 3 ins Oberhaus perfekt machte. (Kleiner #NvdA-Einschub: Alex Ludwig spielte gestern mit dem Goslarer SC gegen unsere U23 und verschoss beim 0:0 in der 38.Minute einen Elfmeter gegen Philipp Heerwagen.)

Tja, und irgendwie baute sich schon in den Tagen vor dem Spiel gestern so eine ähnliche Stimmung auf. Ein Gegner, der von der individuellen Klasse sicher höher einzuschätzen ist, der noch im Aufstiegsrennen steckt, der polarisiert… und wir in unserer Paraderolle als Underdog, nur eben “etwas” mehr unter Druck als damals.

Womit wir beim Gegner wären: RB Leipzig, das personifizierte Böse des Deutschen Profifußballs.
Wer hier schon länger liest und mich auf Twitter verfolgt, der weiß, dass ich dem Gesamtkunstwerk eher gleichgültig gegenüberstehe.
Ja, das “Vereins”konstrukt finde ich doof, Fußball als reines Marketinginstrument missfällt mir. Vereine Fußballteams, bei denen Mitbestimmung von außen nicht möglich ist, entsprechen nicht meiner Idealvorstellung.
Aber: Der Verein nutzt clever das aus, was DFB/DFL an Rahmenbedingungen und Regularien vorgeben. So, wie Schalke das mit seinem undurchsichtigem Finanzkonstrukt macht, wie die ausgegliederten AGs und GmbHs es machen, wie Kind es bei H96 demnächst tun wird und wie VW und Bayer es eben in Leverkusen und Wolfsburg machen. Man kann nun lange und breit darüber streiten, dass es sicher noch ein bisschen perfider ist als bei den Anderen, aber unterm Strich ist es nur eine Abstufung von Scheiße, die man schlimmer oder weniger schlimm finden kann. Mich persönlich stört ja das Telekom-T auf den Sitzplätzen der Allianz-Arena deutlich mehr, aber das ist ein anderes Thema.
Habe ich resigniert? Was den Einfluss von Geld im Bereich des Profifußballs anbelangt: Ja, schon lange. Und zwar damals, als Carsten Wehlmann zum hsv wechselte. (Um dort niemals zum Einsatz zu kommen, hihi…)
Und wenn man dann eben findet, dass dieser Verein das mieseste Stück Dreck auf Erden ist… gilt das dann gleichzeitig auch für dessen Fans? Für alle?
Es ist ja bekannt, dass auf meiner Top 10.000 der Lieblingsvereine der hsv keinen der vorderen Plätze belegt, vorsichtig formuliert. Trotzdem kenne ich viele Menschen hinter diesen drei Buchstaben, die ich persönlich sehr schätze. Damit meine ich jetzt weniger sympathische Einzelpersonen, die ich größtenteils über Twitter kennengelernt habe, sondern auch Personen die in vereinsübergreifenden Fanbündnissen aktiv sind oder sich eben in der Gründung des HFC Falke hervorgetan haben.
Finde ich den hsv doof scheiße? Ja, klar. Spreche ich den einzelnen hsv-Fans daher ab, Fans zu sein? Quatsch. Auch jetzt nicht, wenn sie als Anhängsel einer Kühne & Nagel AG weiterhin ihre hässlichen Vereinsfarben durch die Lande tragen.

Finde ich RB Leipzig doof? Ja, klar. Und trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass viele Leute, die dort leben viel lieber zu diesem Konstrukt gehen um höherklassigen Fußball zu sehen, als es bei den Vereinen in der (weiteren) Umgebung zu tun oder bei Sachsen oder Lok Leipzig. Das ist da alles noch im Werden, entbehrt manchmal nicht einer gewissen Komik… aber wer sich da jetzt naserümpfend für was besseres hält, kann sich ja mal die Zuschauerzahlen des FC St.Pauli (oder eines beliebigen anderen Vereins) Mitte der 80er anschauen.
Den Lauf der Dinge im Bereich Profifußball kann man nicht mehr aufhalten. Punkt.
Man kann das alles doof finden und man sollte es auch kritisieren, keine Frage. Und natürlich ist mir ein Verein wie Rot-Weiß Essen, Alemannia Aachen, Dynamo Dresden oder Hansa Rostock lieber als RB Leipzig… aber deren Fans? (Einzelpersonen explizit ausgenommen.)
Wir werden in einigen Jahren Vereine wie RBL, Ingolstadt, Wolfsburg und Leverkusen in den obersten Gefilden der Bundesliga finden – und ja, auch der FC Bayern wird dort weiterhin platziert sein. Weil er ein Verein ist? Weil alles basisdemokratisch abläuft? Nein, weil Unternehmen wie die Telekom, Adidas und viele mehr dort Geld reinballern. Ist so, ist seit Jahren so, wird so bleiben.
Kann ich zähneknirschend so akzeptieren oder mich abwenden, der Kampf dagegen ist aussichtsloser als der gegen Windmühlen. Ich bewundere alle, die diesen Kampf weiterhin führen wollen, dabei sollte man dann aber eben auch die richtigen Adressaten (RBL, DFB, DFL) finden und darüber nachdenken, ob die dortigen Fans wirklich der richtige Adressat sind.

Und dementsprechend werde ich weiterhin mich unheimlich daran erfreuen, wenn ein Verein wie der FC St.Pauli es schafft, in diesem großen Teich weiterhin einigermaßen erfolgreich mitzuschwimmen. Und ich werde mich über jeden anderen “Verein” freuen, der es den AGs und GmbHs zeigt und ab und an ein Schnippchen schlägt. Ob der das jetzt mit der Finanzmacht von Unternehmen im Hintergrund schafft, weil er sich diese Position über Jahre durch viele kluge Aktionen erarbeitet hat (FC Bayern) oder weil er einfach aus den Gegebenheiten und dem Umfeld das optimale herausholt.
(Nachtrag: Ja, auch der FCB ist eine AG, Danke an @sheyer83)
Und ein Sieg gegen RB Leipzig schmeckt halt natürlich immer noch ein bisschen süßer als einer gegen den SV Sandhausen, als Beispiel.

Ich will hier jetzt nicht die große Pro/Contra-RBL-Diskussion starten, wie sie ja die 11FREUNDE, die BASCH, Magischer-Fanclub.de oder auch (schon vor einiger Zeit) vert et blanc gemacht haben, sondern einfach nur erklären, warum ich (ganz subjektiv) mich über “die Dosen” eben nur sehr begrenz echauffieren kann. Wer mir da aus seiner Sicht widersprechen will, darf dies natürlich gerne in den Kommentaren tun, auch wenn die Argumente sicher auf beiden Seiten schon sehr ausgetauscht sind.

Doch zurück zu gestern.
Vor dem Spiel traf ich mich mit Matthias, seines Zeichens die Einzelperson hinter dem Rotebrauseblog und ja letzte Woche schon im Podcast bei Michael zu Gast.
Schönes Beispiel für das oben erwähnte Trennen zwischen den Einzelpersonen und dem Verein. Wir einigten uns nebenbei darauf, dass das Spiel nicht unentschieden ausgehen soll, sondern entweder (von mir präferiert) ein Heimsieg uns nach vorne bringen solle, oder RBL eben durch einen Auswärtssieg noch zurück ins Aufstiegsrennen kommt, damit die der 2.Liga nächste Saison erspart bleiben (und wir dann eben irgendwo anders noch die Punkte herholen…).

Am Anfang stand eine schöne Choreo auf Süd und Gegengerade, inklusive einer langen Tapete:

Wenn man denn in Ruhe gelesen hat, stand dort:
“1910: Gründung  – 1915: hoch in die 2.Liga – 1929: Runter in die Regionalliga – 19.10.1930: 1.Derbysieg – 1949: Meister! – 11.8.66 – Danke Oschi – 1977: hoch in die 1.Liga – 3.9.1977!! – 1979: Lizenz – 1990: Fanladen – 3.11.91 §6 <3 – 2003: Runter in Regionalliga – 2005/2006: Bokal – 2.5.2010: Hain verletzt2011: Jolly Rouge16.2.2011: Nr.1 der Stadt7.5.2011 FCSP – FCB 1:8

Klar, man haut damit den Gästefans die eigene “Tradition” um die Ohren, bekanntlich ein fragwürdiger Begriff. Aber der durchaus humorvolle Umgang damit (und die Prioritäten dabei) sind genau das notwendige Augenzwinkern, welches uns in vielen Dingen auch weiterhin von anderen Fanszenen unterscheidet. Anders formuliert: Traf mein Humorzentrum, in Kombination mit den dazu gezeigten Trikots auf Doppelhaltern.
Auch unser Verein spielte mit und verzichtete größtenteils auf ein Abbilden des Leipziger Vereinswappens. Ob dies auf eigene Veranlassung oder auf sanftes Bitten von Relentless geschah? Keine Ahnung, ließ mich aber schmunzeln.

Passend dazu auch die eigentlich bei uns ja fest verankerte Tradition, die Hymne des jeweiligen Gastes zu spielen… was gegen RBL mangels offizieller Hymne leider ausfallen musste, wie Rainer Wulff betrübt feststellte, unter dem schadenfrohen Gejohle der Menge.
Schade, denn dabei hätte man doch auch solche Hits wie diesen spielen können:

Ach ja: Pyro- und Rauch: Mir gefiel es, anderen nicht. Auch hier dürften die Argumente ausgetauscht sein.

Okay, los ging’s. Und da war es eben wieder, jenes Gefühl vom damaligen Spiel gegen Hoffenheim. Ein Team, welches bereit ist sich zu zerreissen und dazu eine Kulisse, die nach vorne peitscht.
Die Süd im permanenten Melodienrausch, die Gegengerade häufig einstimmend, manchmal aber auch selbst etwas anderes schreiend, um danach wieder in die Melodie einzusteigen.
Ein Gegner, der sicher im Einzelfall an vielen Positionen die besseren Einzelspieler hat.
Und dann eben teilweise auch das Glück des Tüchtigen.
(Gegenbeispiel: Die Torchancen des TSV 1860 gestern gegen Union…)

Beim Betrachten der Mannschaftsaufstellung herrschte bei uns noch betretenes Schweigen, ein “einmauern” wurde gemunkelt, alles was nominell offensiv im Mittelfeld Akzente setzen kann saß draußen.
Andererseits: Hinten gut stehen, vorne wird schon einer reingehen. Schalke hat damit ja schon mal den Europapokal gewonnen, womit wir wieder bei Tradition wären…

Und wie schön wäre es gewesen, wenn Sebastian Schachten, als anführender Protagonist der fußballerischen Antichristen mit Herz, nach neun Sekunden dat Dingen in die Maschen gewuchtet hätte, mit seinen schwarzen Buffern… hat er aber nicht, also weiter.
Und dann kommt die Nachspielzeit der ersten Hälfte und Jan-Philipp Kalla zaubert einen Pass in die Schnittstelle, wie es Lionel Messi nicht hätte schöner machen können.
War das so gewollt? Im Zweifel schon. Und wer war schuld? Sebastian Schachten!

Schachter rief mir zu, dass ich den Ball steil auf Lenny spielen solle. Ich habe auch ein bisschen Angst vor ihm, wenn er so schreit, aber ich habe Lenny auch selbst gesehen und ihn auf die Reise geschickt.

Und dann Lennart Thy, der Mann mit dem wohl merkwürdigsten Laufstil der obersten drei Ligen, der sich den Ball eigentlich schon zu weit vorgelegt hat, weil er wahrscheinlich zu viel Zeit zum Nachdenken hatte… und dann macht er ihn doch noch rein. #ThyAmo!

There will be an answer - Lennart Thy! (c) by Stefan Groenveld

There will be an answer – Lennart Thy!
(c) by Stefan Groenveld

In Hälfte zwei dann das Übliche: Zittern, Glaube, Liebe, Hoffnung.

Als Aufreger dann noch die Szene, als Kalla eine Flanke auf den zweiten Pfosten klärt und dabei von Yordi Reyna gerempelt wird. Und ja, das war auch wieder einer jener Millerntor-Momente. Die eine Szene, die es braucht, um das Publikum nochmals hochzupushen und sich folglich auf einen Spieler einzuschießen, der fortan bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wird. Das Gefühl, auf dem Platz zu helfen, auch wenn es noch so irrational ist.
By the way: Diese hohen Trikotnummern sind doch doof! Was soll aus dem guten, alten “Alle auf die Acht!” werden, wenn Spieler wie Reyna solche Aktionen mit der 34 auf dem Rücken machen und “Alle auf die 34!” sich einfach nicht so gut singen lässt?!
Davon ab: Im Stadion dachte man natürlich, er hätte unseren armen, schmächtigen Spieler übelst böse gegen den Pfosten gecheckt, unter Gefahr für Leib und Leben. War beim Betrachten der Fernseh-Bilder dann weniger dramatisch, aber was soll’s. Emotionen, Anfeuerungen, Dramatik, Verzweiflung, subjektive Ekstase. Als Fußballfan ist man parteiisch und will sich aufregen dürfen, ob nun berechtigt oder nicht. Und nach dem Spiel ist dann auch wieder gut.

Zuende gezittert, noch eine gute Parade vom Skyman in der Nachspielzeit (ausgerechnet gegen Reyna, nicht auszudenken, wenn der…) und der Rest war Jubel.

Und der Gästeblock? Kein “Scheiß St.Pauli!”, stattdessen lautstarker Support der eigenen Mannschaft und Anti-Rassismus-Banner, nach Abpfiff sogar noch sowas wie ein freundschaftlicher Austausch mit der Gegengeraden (“2.Liga – Hamburg ist dabei“).
Nein, jeder der hier auch nur annähernd so etwas wie eine freundschaftliche Beziehung beider Fanlager zueinander herbeiphilosophieren möchte, ändere bitte zunächst einmal das Konstrukt im Hintergrund des Vereins und werde dann in einigen Jahren nochmal vorstellig, aber entspannt mit einander umgehen kann man ja.
Mich persönlich kitzeln ja Spiele wie gegen Hansa oder Dynamo immer sehr und sind das Salz in der Suppe des Liga-Einheitsgedöns, aber ab und an ein zahlreicher Gästeanhang der nicht nur rummackernd durchs Viertel zieht sondern sich “normal” benimmt ist ja auch angenehm.
Und wo wir grad dabei sind: Die “Red Bull verleiht Flügel – Wir machen Euch Beine!“-Tapete von NKSP traf sehr wohl auch mein Humorzentrum, auch wenn ich befürchte sie meinten es weniger augenzwinkernd als ich es aufnehmen wollte.

Nun stehen wir also erstmals seit dem 10.Spieltag wieder auf einem Nichtabstiegsplatz – doch vor uns das sichere 0-Punkte-Spiel auf dem Betze (16 Spiele, 1 Sieg, 2 Unentschieden, 13 Niederlagen), so dass es dann gegen den VfL Bochum schon wieder um alles geht und man weiterhin nur irgendwie hoffen kann, dass Darmstadt jetzt durch (wahlweise) zwei Siege oder zwei Niederlagen am 34.Spieltag nichts mehr erreichen kann/muss.
Großartig!
Fußballspannung und -dramatik, wie sie sein soll.

More to come…

Links:
– Bericht rotebrauseblogger
– Bilder Stefan Groenveld: 10 Minuten Millerntor
– Bilder Stefan Groenveld: 90 Minuten Millerntor
– Bilder turus.net
– Bilder USP
– Bericht FCSP SouthEndScum (English): “Matchday Report
– Bericht MagischerFC-Blog: “Redemption Song
– Bericht Beebleblox: “Mit Wut im Bauch geht manches besser
– Bericht Blutgrätsche Deluxe: “Ich glaube daran
– Bericht turus.net: “Hamburger Freudentaumel…
– Bericht moeliw: “Eintor-Vorsprung-Heimserie
– Bericht BreitSeite: “Barfuß oder Lackschuh
– Bericht stpauli.nu: “So laut habe ich das Millerntor schon lange nicht mehr…
– Bericht Hamburg-ist-braun-weiss: “Rettendes Ufer vorerst erreicht…
– Bericht Fangirl1910: “Einfach mal glücklich sein…
– Bericht Grenzenlos St.Pauli: “Im Keller brennt noch Licht
– Bericht und Bilder Kleiner Tod: “Flasche voll…

Verein am Wochenende – KW 18/2015

Und manchmal passt es ja auch einfach, alles klappt.

Okay, die U23 hat “nur” ein 0:0 beim abstiegsgefährdeten Goslarer SC geholt, aber die Saison ist für die Bhoys in brown ja auch nun wirklich durch. Und wie oben erwähnt: Elfer halten gegen Alex Ludwig ist dann schon ein Schmankerl.
Am Freitag geht es im “Heimspiel” um 19.30h in Norderstedt gegen Eintracht Norderstedt.
Kleiner Seitenblick noch auf die Aufstiegssituation: Werders U23 (Bruuuuuuuns) hat durch einen 2:1-Sieg in Wolfsburg einen Riesenschritt Richtung Aufstiegs-Playoffs gemacht und kann dies am Mittwoch im Nachholspiel bei hsv II dann auch schon fast eintüten.

Apropos Wolfsburg: Unsere U19 hat beim Nordmeister, dem VfL Wolfsburg, durch zwei Tore von Nico Empen mit 2:1 gewonnen und den Wölfen dadurch einen ziemlich herben Schlag in Richtung Titelverteidigung verpasst, wodurch dies jetzt wohl RBL und H96 unter sich ausmachen werden.
Die Tore dazu gibt es bei DFB-TV (ab 1m18s).
Da der hsv gegen Holstein Kiel verlor, hat man die Stadtmeisterschaft dann auch schon gewonnen, am letzten Spieltag geht es gegen Hansa Rostock (Absteiger, Samstag, 13.00h) darum, noch an CZ Jena vorbei auf Platz 6 zu klettern.
Achtung: Gespielt wird in Norderstedt.

Weitaus wichtiger: Die U17 (unter Coach Timo Schultz) hat durch ein 0:0 bei Eintracht Braunschweig den Klassenerhalt einen Spieltag vor Schluss fix gemacht, da RB Leipzig dankenswerterweise bei Energie Cottbus 1:0 gewann (Haha, da entwickelt sich doch noch eine Fanfreundsch… Nee, Aus, Pfui!).
Aus mir unerfindlichen Gründen findet der letzte Spieltag erst am 31.Mai statt, dann geht es gegen TeBo Berlin.

Noch vier Spiele hat die U15 vor sich. Dank eines 3:1 gegen Hannover 96 hat sie es weiterhin in der Hand, sich am Saisonende Norddeutscher Meister zu nennen, sie grüßt noch immer von der Tabellenspitze, einen Punkt vor Werder Bremen.
Am kommenden Wochenende geht es zu Eintracht Norderstedt, danach zu Werder, ehe am 30.Mai das Derby ansteht.

Handball

Während die Oberliga-Herren ja ungewohnt früh den Klassenerhalt fix gemacht hatten, (am letzten Spieltag 20:25 bei der SG Hamburg-Nord verloren, Platz 10, acht Punkte Vorsprung auf den ersten Absteiger) ging es bei den Damen bis zuletzt um die Wurst.
Nach dem umjubelten 30:19 gegen den Konkurrenten aus Lauenburg am letzten Wochenende musste nun beim THW Kiel noch ein Punkt her, um auch rechnerisch sicher den Aufenthalt in der Oberliga Schleswig-Holstein (als Aufsteiger) zu verlängern.
Und siehe da: 23:18 gewonnen, Glückwunsch!

Es gilt also auch für beide Teams in der nächsten Saison wieder:

Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein
Wir fahren jedes Jahr nach Schleswig-Holstein
An jeder Tür klopfen wir an
Und fragen kommst du mit nach Schleswig-Holstein?

In diesem Sinne: Schönen Wochenbeginn.
Und dann am Wochenende: Betze platt machen! // Frodo

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VdS – Sp31 – Rasenballsport Leipzig

Ich sprach heute Matthias, der besser unter dem Namen Rote Brause Blogger bekannt ist. Ihr findet ihn auch auf Twitter und bei Facebook. Für den FC St. Pauli geht es beim Spiel am Sonntag schon fast um die Existenz. Bei dann noch zwei verbleibenden Auswärtsspielen und einem Auftritt zu Hause gegen den VfL Bochum, könnte uns RB Leipzig mit seinem starken Kader schon fast die Kerzen ausblasen. Um so wichtiger dagegenzuhalten und die Punkte in Hamburg behalten. Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächsten Montag, Matthias! // Michael

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NdS – Sp29 – 1. FC Nürnberg

Ich sprach heute wieder mit Alexander und Stefan von Clubfans United. Ein Spiel mit einem Tor in letzter Minute durch Lasse Sobiech und dem damit verbundenen Sieg liegt hinter uns. Puh, einmal durchatmen. Wir haben das natürlich alles in gewohnter Weise aufgearbeitet. Nach einer bisher sehr “klebrigen” Saison, scheint das Pech von der Buffern der Boys in Brown gefallen zu sein. Gut so, denn ist wird noch ein schwieriger Weg, bis die Klasse gehalten ist. Wem wir den Sieg in der Hauptsache zu verdanken haben, konnte jeder im Stadion sehen. Ich habe es dann direkt nach dem Spiel noch mal dokumentiert:

Mit Alexander und Stefan sprach ich noch kurz über diese Angelegenheit in Sachen Crystal Meth.

Viel Spaß beim Anhören!

Danke für eure Zeit, Alexander & Stefan und bis zur nächsten Saison! // Michael

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VdS – Sp29 – 1. FC Nürnberg

Ich sprach heute mit Alexander und Stefan von Clubfans United. Ihr findet sie natürlich auch auf Twitter und zig anderen Kanälen. Und Michael Meeske ist schon seit 2004 beim FC St. Pauli, also seit 11 Jahren. Oha, wie die Zeit vergeht. Viel Spaß beim Anhören!

Zusatz: Ich erwähne in der Folge ligagott.de. Wer hier mal ein bisschen herumspielen will – hier geht es direkt zum Magischen Verein.

Bis nächsten Montag, Alexander & Stefan! // Michael

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Der “Flankengott von Fehmarn” – Ein launiges Gespräch mit St.Paulis U23-Manager Hermann Klauck

(Dieses Interview erschien bereits im ÜBERSTEIGER 119.)

Am 16. Januar feierte Hermann Klauck, den Thomas Meggle als die “Seele des Vereins” bezeichnet, seinen 80. Geburtstag. Die Hälfte seiner Lebenszeit widmete der heutige U23-Obmann dabei dem FC St. Pauli. Dem Übersteiger erzählt der gebürtige Hamburger von seinen Anfängen am Millerntor, redet über den unangenehmsten Zeitgenossen seiner St.-Pauli-Vita, seine Dispute mit Heinz Weisener, wie es mit dem Fußball an der Waidmannstraße weitergehen soll und was man sonst noch so alles in einem annähernd halben Jahrhundert Vereinsleben miterlebt.

Hermann Klauck - Team-Manager FCSP U23

Hermann Klauck – Team-Manager FCSP U23

Übersteiger: Hermann, die braun-weißen Farben begleiten dich nicht erst, seit du beim FC St. Pauli mitmischst…

Hermann Klauck: Richtig. Ich habe mit neun Jahren bei Komet Blankenese mit dem Fußballspielen begonnen und dort bis zur A-Jugend gespielt; und die haben ja bekannntlich die gleichen Vereinsfarben wie wir. Dann hat mich die SpVgg Blankenese geholt, wo ich betreits als 17-Jähriger in der Ligamannschaft auflief. Unter anderem zusammen mit Hermann Michael, der später von 1945 bis 1949 bei St.Pauli erfolgreich als Linksaußen gespielt hat (Anm. des Autors: 20 Tore in 39 Oberligapartien). Ich selbst hatte dann leider zwei Knöchelbrüche und konnte später nur noch bei den Alten Herren von Urania 03 kicken.

Hattest du eine feste Position?

Früher hieß das mal Mittelläufer, heute Innenverteidiger; die Rechtsaußen-Position habe ich aber auch eingenommen und wurde zum Flankengott von Fehmarn. Den Titel bekam ich deshalb, weil die Ligaelf St. Paulis oft ihr Trainingslager beim damaligen Präsidenten Otto Paulick auf Fehmarn absolvierte und ich dann manchmal mitkicken und die Ecken schießen durfte, wenn Spieler fehlten. Das muss Mitte der 1980er Jahre gewesen sein.

Bist du eigentlich auch in Blankenese aufgewachsen? Ich las auch was von Iserbrook – und geboren worden sein sollst du sogar auf St. Pauli. Und: In was für Verhältnissen war das?

Aufgewachsen bin ich in Isebrook in der Andersenstraße, aber in der Lerchenstraße geboren. Dort wohnte eine Tante von mir und meine Mutter war dort zu Besuch und brachte mich darum dort auf die Welt. Das Schicksal wollte es wohl so, dass in meine Gene auch der FC St. Pauli eingepflanzt wurde. In der Andersenstraße gab es eine Siedlung von der Deutschen Werft, wo mein Vater arbeitete. Ich hatte noch zwei jüngere und einen älteren Bruder, und mein Vater starb mit 46 Jahren; deshalb musste meine Mutter quasi Tag und Nacht arbeiten, um für uns vier Jungs zu sorgen. Ich habe auch geholfen und nach der Schule zum Beispiel auf einem Bauernhof gearbeitet oder morgens Zeitungen ausgetragen. Das war damals eine schon sehr harte Jugendzeit. Eigentlich wollte ich Lehrer werden, das ging aber leider nicht. Aber: Es war eine sehr lehrreiche Phase, in der ich fürs weitere Leben so Einiges mitgenommen habe.

Zum FC St. Pauli bist du 1972 über deinen Sohn Torsten gekommen, seit 1974 übst du diverse Funktionen im Verein aus, seit 1976 bist du Vereinsmitglied. Kannst du dazu was erzählen…

Torsten war Stürmer und Linksfuß und ist zehnjährig zum FC St. Pauli gewechselt. Wir haben in Bramfeld gewohnt – wo ich bis heute lebe – und weil das so weit weg war vom Millerntor, hat der FC St. Pauli meinen Lütten zwei Jahre lang zu jedem Training abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Seit ich dann beruflich am Mittelweg zu tun hatte, habe ich Torsten selbst nach St. Pauli kutschiert und wieder abgeholt. Ich wurde dann Betreuer meines Sohnes und habe dessen 62er-Jahrgang von der E- bis zur A-Jugend begleitet. Als die A-Jugend-Zeit 1981 vorbei war und mein Sohn in den erweiterten Kader der Ligaelf gewechselt war, habe ich zusammen mit “Reisemarschall” Walter Schröder St. Paulis Ligamannschaft als Betreuer übernommen. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt aufhören, aber die Vereinsführung kam dann auf mich zu und bat mich inständig, doch bitte das Amateuroberliga-Team (Anm. des Autors: damals 3. Liga) zu managen. Als wir dann 1988 in die 1. Bundesliga aufgestiegen waren, stieg der Zeitaufwand deutlich, und ich konnte das ganze Ehrenamt mit meinem Beruf leider nicht mehr vereinbaren. Obwohl das Ganze bis dahin sehr viel Spaß gemacht hatte. Mein Nachfolger wurde dann Georg Volkert. Letztlich habe ich die Amateure wieder als Betreuer übernommen. Seinerzeit hatte ich wöchentlich bis zu 60 Stunden in die Firma und bis zu 40 Stunden in den Verein investiert. Auch das hat mir, neben meinem Zigarillo-Paffen – ich habe allerdings nie “richtig” geraucht – irgendwann Bypässe eingebracht.

 Hast du immer nur ehrenamtlich für den Klub gearbeitet?

Die ersten 34 Jahre war meine Tätigkeit ohne Zuwendungen seitens des Vereins. Im Gegenteil: Der Verein war ja lange klamm, und wenn beispielsweise mal der Bus zur Auswärtsfahrt vorab bar bezahlt werden musste, dann haben Schröder oder auch ich das kurzerhand aus eigener Tasche übernommen. Mal haben wir das Geld wiederbekommen, mal aber auch nicht. Mittlerweile bekomme ich aber im Rahmen eines kleinen Vertrages als Angestellter eine Art Aufwandsentschädigung.

Dein Sohn, der übrigens bis heute einen 1987 mit fünf Treffern nach 18 Spielminuten aufgestellten Torrekord für St. Paulis Amateurelf hält, ist dann anschließend zum HSV gegangen, wo er bei den Amateuren gespielt hat. Warum bist du denn damals eigentlich nicht mitgegangen, zumal du ja sogar mal Dauerkartenbesitzer bei den Rothosen warst?

Ja, Mitte der 1960er Jahre hatte ich zwei Jahre lang eine Dauerkarte für den Hamburger SV. Es hatte mir bei St. Pauli dann aber so gut gefallen, dass das für mich gar nicht in Frage kam. Der Verein wirkte auf mich wie eine große Familie, und ich empfinde das auch heute noch so. Hier fragt dich beispielsweise keiner, wenn du neu zum FC kommst, wer du bist oder wo du herkommst. Mir hat das Umfeld des FC St. Pauli immer sehr gut gefallen, die Fankultur, kaum jemand nimmt sich zu wichtig. Ich bin ein Typ, der gerne in der zweiten Reihe arbeitet, und das kannst du hier auch ganz gut – und wirst trotzdem ernst genommen.

Am 16. Januar bist du 80 Jahre jung geworden. Nun entdeckte ich zufällig, dass du somit am selben Tag und im selben Jahr wie Udo Latteck geboren wurdest. Hast du den mal persönlich kennengelernt?

Ja, einmal. Aber nicht direkt im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Vereinsmanager. Das war auf einer Sportveranstaltung Mitte der 80er in einem Hotel am Dammmtor, wo wir zufällig beim Büfett nebeneinander standen und ins Gespräch kamen. Ich habe ihn dann gefragt, ob er wüsste, das wir was gemeinsam haben. Konnte er natürlich nicht, er kannte ja nicht einmal mich. Ich habe seine Vita immer verfolgt und dann natürlich auch mitbekommen, dass es ihm in den letzten Jahren nicht mehr so gut ging. Wie das Leben eben so spielt. Ich glaube, mich selbst hält fit, dass ich immer mit jungen Leuten zu tun hatte und auch noch habe. Und so lange ich meine, dass Alles noch gesundheitlich packen zu können, will ich auch weitermachen. Soweit der Verein das auch will.

Du bist nun seit über 40 Spielzeiten am Millerntor aktiv; welche waren währenddessen deine angenehmsten und/oder interessantesten Begegnungen mit Trainern, Spielern oder Funkktionären und warum?

Schwierig. Natürlich gab es da einige; aber wenn ich jetzt Namen nenne und jemanden vielleicht bei so einer Aufzählung vergesse, gibt es nur böses Blut. Darum möchte ich an dieser Stelle auch keine Personen besonders herausstellen. Auf jeden Fall waren aber alle Präsidenten, die ich erlebt habe, Charaktere, die den Verein positiv geprägt oder beeinflusst haben. Bei jedem kann der eine oder andere Kritikpunkt angebracht werden, aber sie haben es stets geschafft, den Verein am Leben zu erhalten. Mit welchen Mitteln auch immer. Ob sie immer legal waren oder eher nicht, darüber kann man nun im Nachhinein natürlich streiten oder anderer Meinung sein. Allergrößten Respekt habe ich vor Corny Littmann. Wenn er mit seinem Mut nicht für den Verein eingestanden wäre, dann hätten wir heute sicherlich kein Stadion in dieser Form.

Was sagst du denn zu Littmanns Nachfolgern?

Ich war tendenziell auch mit dem Präsidium um Stefan Orth sehr zufrieden, und das heutige Präsidium muss beweisen, dass es es auch kann. Wie ich die ersten Ansätze erkenne, bin ich aber guter Dinge, trotz der momentanen sportlichen Situation. Aber ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass der FC St. Pauli seine Heimat direkt an der Elbe hat: Der Verein lebt mit Ebbe, Flut und Tide – mal geht’s rauf und mal geht’s runter. Jetzt müssen wir aber sehen, dass wir da untern rauskommen und in der 2. Liga bleiben. Das wird ein verdammt harter Weg, weil die Liga in dieser Saison sehr ausgeglichen ist. Ich bin aber immer ein optimistisch und positiv gestimmter Mensch. Außerdem halte ich es da auch mit Ewald Lienen, der kürzlich meinte, dass Hoffnung etwas mit Arbeit zu tun habe.

Zurückkommend auf deine Wegbegleiter in deinem Lebenslauf: Gab es auch Menschen, mit denen du so gar nichts anfangen konntest?

Uli Maslo. Das war ein sehr merkwürdiger Typ, mit dem ich nie klargekommen bin.

Das U23-Fanmagazin “Der Amateur” schrieb 2007 über dich: “Seine Ohren sind allzeit für jeden offen und doch kann er zum richtigen Zeitpunkt so wunderbar weghören.” Was meinten die Kollegen denn wohl mit dem zweiten Teil ihrer Einschätzung genau?

Das soll wohl nur bedeuten, dass man nicht alles, was gesprochen wird, auf die Goldwaage legen sollte. Ja, das passt charakterlich zu mir.

Hermann, man erlebt dich normalerweise als sehr ruhigen und ausgeglichenen Zeitgenossen. Was bringt dich denn dennoch auf die Palme?

Wenn eigene Fußballspiele durch ungerechte Entscheidungen entschieden werden. Oder auch Ungerechtigkeiten im “normalen, wirklichen” Leben. Aber mit meinem Privileg des Alters bin ich mittlerweile schon sehr abgeklärt und ruhig geworden.

Welches sind denn für dich diejenigen Ereignisse rund um den FC St. Pauli, die dir am prägendsten in Erinnerung geblieben sind?

Der Aufstieg in Ulm 1988 durch den 1:0-Sieg mit dem Zander-Tor. Das war ich als Betreuer dabei und habe alles mierlebt: Das Spiel und die Feierlichkeiten in Hamburg: Empfang am Flughafen, mit dem Bus von dort zur Reeperbahn – dabei zwei Runden um den Rothenbaum-Sportplatz herum –, die Nacht durchgefeiert. Das war schon klasse. Aber auch die Ostafrika-Tour 1982/83, wo wir als Nationalelf angekündigt waren und gegen diverse Nationalmannschaften gespielt haben – witzig, interessant und lehrreich.

Welche später bekannter gewordenen Akteure konntest du im Laufe deiner Manager-Aktivitäten überzeugen, zu den Braunweißen zu wechseln?

Deniz Baris, den wir von Este 06/07 geholt haben, Matthias Scherz aus Scheeßel, Jens Scharping vom ETV, Joe Enochs, Berkan Algan – um nur einige zu nennen. Und natürlich Fabian Boll aus Norderstedt, der, wie sich später herausstellte, wie die Faust aufs Auge zu diesem Verein passt. Aber um eines klarzustellen: Ich war nicht dazu da, um die Spieler zu entdecken, sondern um sie zu verpflichten. Entdeckt haben diese Spieler andere…

Im Oktober 1991 bist du, nachdem du bereits seit 1982 dem Vorstand anngehört hattest, für zwei Jahre zum Vizepräsidenten beim FC St. Pauli unter Vereinschef Heinz Weisener gewählt worden. 1994 hast du dann nach zwölf Jahren auch den Vorstand verlassen. Wie sehen deine Erfahrungen aus diesen bewegten Zeiten aus? Und warum hast du dir das seinerzeit überhaupt angetan?

Weisener war damals ja bekanntlich nicht der allergrößte Fußballlsachverständige und darum wollte ich mich, auch um die Amateursparte würdig zu vetreten, mit meinem sportlichen Wissen ein wenig nützlich machen. Meine Berufung als Vizepräsident stellte sich aber schnell als Fehlentscheidung heraus, zumal mir Weisener bei Präsidiumsentscheidungen, wo ich anderer Meinung war als er, deutlich durch die Blume zu verstehen gab, dass ich doch bitte nicht über seine investierten Millionen mitentscheiden solle. Wenn ich aber nur abnicken sollte, dann war das Ganze nichts für mich, und ich habe diese Episode deshalb nach zwei Jahren beendet.

Der FC St. Pauli hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark verändert – nicht nur durch die Stadion-Rekonstruktion. Insbesondere fällt auch auf, dass das Faninteresse an der zweiten Mannschaft merklich nachgelassen hat und das einst nahezu untrennbare Band zwischen U23 (damals Amateure) heute quasi nicht mehr existiert. Wir schätzt du die heutige Situation ein? War früher alles schöner?

Wir versuchen nachwievor, unsere Amateur-Heimat an die Waidmannstraße zu bringen. Wir sind weiterhin im Gespräch mit Union 03 sowie der Stadt; das Problem ist aber immer noch der dort geplante Kunstrasenplatz (der den Grandplatz ersetzen soll), auf dem dann all jene Teams kicken sollen, die momentan noch auf dem Rasenareal ihre Kreise ziehen, für den es aber noch kein Okay der Stadtverantwortlichen gibt.

Wer entscheidet das denn jetzt wann?

Das Sportamt. Und sobald die Genehmigung da und der neue Platz gebaut ist, ist Union bereit – das haben wir auch schriftlich –, uns den Platz zur Verfügung zu stellen. Beim SC Victoria ging das leider nicht mehr: Wir haben da zwar sehr viel Geld bezahlt, aber der Platz war in einem schlechten Zustand. In Norderstedt haben wir diesbezüglich zwar ideale Bedingungen, aber der Weg dorthin ist für viele Fans natürlich viel zu weit. Ich bin da weiterhin am Ball und frage ständig nach. Man muss aber auch wissen, dass der Bau eines Kunstrasenplatzes nach der Genehmigung noch ca. ein halbes Jahr dauern wird.

Zum Derby gegen HSV II, das neulich leider ausgefallen ist, wären wohl schon noch ein paar Hanseln mehr gekommen, als es momentan in Norderstedt der Fall ist. Aber warum findet dieses Saisonhighlight nicht ohnehin am Millerntor statt?

Tja, das ist eine lange Geschichte. Den Termin für dieses Derby beeinflusst die Polizei sehr stark durch für mich nicht nachvollziehbare unnötige erhöhte Sicherheitsauflagen. Ich habe gefragt, wie es sein kann, dass in München die zweiten Mannschaften des FC und von 1860 vor 8.000 Zuschauern spielen können, wir es aber nicht schaffen sollen, ein solches Spiel am Millerntor stattfinden zu lassen. Die Antwort war: ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Wir müssen aber weiterhin alle Hebel in Bewegung setzten und sehr viel Überzeugungsarbeit leisten beim NFV und der Polizei, um nächste Saison wieder vor einer großen Kulisse am Millerntor zu spielen zu können. Das hat vergangene Saison doch auch geklappt.

Aber nochmal zurück zum Vergleich zu früher: Ich finde, dass sich seit zwei bis zweieinhalb Jahren die Zusammenarbeit zwischen U23 und Profis wirklich sehr gut darstellt. Es gab Zeiten, wo wir das fünfte Rad am Wagen waren. Ich freue mich, dass der Durchlass von U19 und U23 zu den Profis sehr positiv geworden ist.
Aber wirklich durchgesetzt hat sich noch keiner, weder Startsev, noch Kurt, noch Empen, noch Litka – Bantley Baxter Bahn ist bei Kickers Stuttgart gelandet, Kulikas bei VfL Bochums Zweiter.

Das sind aber alles gute Jungs, die den Sprung ins Profitum schaffen können. Und ob Litka, Empen & Co. damit geholfen wäre, sie in so einem Abstiegskampf, wie wir ihn jetzt haben, ins kalte Wasser zu schmeißen, wage ich zu bezweifeln.

Deine offizielle Funktion beim FC St. Pauli schimpft sich heute “Team-Manager U23″. Kannst du unseren Lesern mal kurz umreißen, was das im Alltag heutzutage an Arbeit für dich bedeutet…

Vom Zeitaufwand bin ich 3-4 Mal pro Woche beim Training hier an der Kollaustraße, bin 1-2 Mal wöchentlich stundenweise auf der Geschäftsstelle für unter anderem Vertragsverhandlungen, Gehaltsabrechnungen, anfallende Nebenkosten, organisiere die Auswärtsfahrten, kümmere mich nach Bedarf auch um die einzelnen Spieler und so weiter. Zuletzt hat mich Andreas Kreft beim Organisatorischen allerdings kräftig (sic!) unterstützt. Auch beide Trainer unterstützen mich in meiner Arbeit. Wir sind ein gutes Team – einer hilft dem Anderen. Alles in allem komme ich wöchentlich wohl auf 30 Stunden – plus der Bürozeit, die ich zu Hause mache. Aber: So lange aber mehr als 50 Prozent dieser Arbeit Freude macht, ist das keine Belastung für mich.

Und was sagt eigentlich deine Gattin Uschi dazu, mit der du am 6. März den 56. Hochzeitstag gefeiert hast und die drei Viertel eurer Ehe mit dem FC St. Pauli hat teilen müssen?

Sie hat mich, so weit es ging, immer unterstützt und anfangs auch begleitet, und zu den Heimspielen unserer Ersten sitzen wir zusammen in der Südkurve. Und beim “Alten Stamm”, wo ich ja auch seit geraumer Zeit aktiv bin, ist sie meistens auch dabei. Heute fragt sie mich allerdings schon mal: Hermann, du bist jetzt 80. SWie lange willst du das eigentlich noch machen?

In einem Interview hast du selber einmal formuliert, dass du bis 2022 weitermachen wollest, dann wären die “50 Jahre voll”. Hat das noch Bestand? Sind ja nur noch sieben Jahre…

Da muss der Körper natürlich auch mitmachen. Aber: So lange ich fit bin und das gut schaffe und der FC St. Pauli das will, bleibe ich dabei. Ich setze mir da weder Ziele noch Grenzen. Wenn es nächstes Jahr vorbei ist, dann ist es halt so; und wenn ich merke, es geht nicht mehr, bin ich wohl ehrlich genug zu mir selbst, dies zu erkennen und selbst die Konsequenz zu ziehen.

Welche Ziele habt ihr euch mit der U23 für die kommenden Jahre gesetzt? Sollten wir in die 3. Liga aufsteigen und/oder in jedem Jahr mindestens zwei Nachwuchskicker in die Erste schicken?

Wir sind ja eine reine Ausbildungsmannschaft und deshalb ist es wichtig, dass wir die Regionalliga halten und dort eine vernüsftige Rolle spielen und nicht absteigen, um den einen oder anderen Kicker weiterzuentwickeln, damit er Chancen nach oben hat. Zum Fußball gehört eben nicht nur Können und Ausbildung, sondern auch Glück. Du musst mit den jungen Spielern Geduld haben und sie nicht zu sehr unter Druck setzen.

Der Aufstieg in die 3. Liga ist mittelfristig keine Option?

Nein, das geht allein finanziell für uns schon gar nicht und ist auch rein sportlich kein entscheidender Vorteil gegenüber der Viertklassigkeit.

Hermann, herzlichen Dank für die angenehme Unterhaltung. // Ronny

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MT018 – 25 Jahre Fanladen

Große Dinge erfordern große Würdigungen. Der Fanladen St.Pauli ist nicht einfach “nur” ein Fanprojekt. Für mich, wie wohl für sehr viele / die meisten / alle St.Pauli-Fans, die sich selbst als aktiveren Teil der Fanszene wahrnehmen, ist der Fanladen schlicht das Herz dieses Vereins und seiner Fans. Und sehr viel, was heute für (nicht nur St.Pauli-) Fans selbstverständlich ist, hat seine Ursprünge in jenen Monaten und Jahren Ende der 80er und Anfang der 90er, als Fußballfans für den Großteil der Gemeinschaft noch deutlich größere Exoten waren, als es “die Ultras” heute für viele sind. Insofern dachte sich Justus, dass eine Sendung mit dem Thema “25 Jahre Fanladen” doch eine gute Idee sei und wir luden alle Fanbeauftragte, die der Verein in dieser Zeit hatte, zur Sendung ein. Betrachtet man den Zeitraum, sind es übrigens erstaunlich wenig:
– Sven Brux
– Hendrik Lüttmer
– Heiko Schlesselmann
– Stefan Schatz
– Justus Peltzer / Carsten Kupisch (beide aktuell)

Heiko musste beruflich absagen, Carsten hatte ebenfalls andere Verpflichtungen, wurde aber ja von Justus bestens vertreten und leider fiel Stefan krankheitsbedingt kurzfristig aus, Gute Besserung!

Aber es gab natürlich trotzdem genug zu besprechen, daher überschritten wir die angepeilte 90 Minuten – Marke (haha) nur ganz knapp (hahaha). Neben Justus noch von der Stammbesetzung unseres Fashionpodcasts dabei:
– Wolf
– Christoph
– Sebastian
– Wilko
– Maik

Wissenswertes zur Sendung:
Geschichte des Eisschnelllaufs
Wolfs Einladung zum Schnuppertraining im November
Einführung ins Klootschießen
Feldwettkampf Klootschießen (fragt nicht…)
Fussball und Liebe
Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte
(Miniturnier Sa. und So., 15.00h – 18.00h)

Viel Spaß! // Maik

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NdS – Sp27 – Fortuna Düsseldorf

So einfach kann Fußball sein! Mit einem 4-0 Sieg Kantersieg über Fortuna Düsseldorf befreit sich der FC St. Pauli, verlässt den letzten Platz und steht erstmalig seit dem 11. Spieltag wieder auf einem Relegationsplatz. Ein Abend für Genießer und ein Abend der einen jungen Mann aus Südkorea zum Größten machte. Bei seinem ersten Einsatz im Profiteam war Kyoung-Rok Choi der Spieler des Spiels. 2 Tore nach 16 Minuten und eine Vorlage zum 4-0 von Buballa – was für ein Einstand. Insgesamt habe ich viele gute Spieler am Montag auf dem Platz gesehen, was sich dann auch in der Elf des Tages beim Kicker widerspiegelt. Hier fehlt mir eigentlich noch der bärenstarke Waldemar Sobota, der ein super Spiel gemacht hat – und das nach gerade erst überstandener Verletzung.

Ich sprach heute wieder mit Boris aus Düsseldorf, der momentan nicht gerade gut auf Vereinsführung und die eigene Mannschaft zu sprechen ist.

Viel Spaß beim Anhören!

Bis nächste Saison, Boris! // Michael

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VdS – Sp27 – Fortuna Düsseldorf

Auf geht’s! Länderspielpause adé. Am Montag empfängt unsere Mannschaft die Elf von Fortuna Düsseldorf. So sprach ich heute mit Rainer Wendt und Boris von der Fortuna. Die genauere Vorstellung von Boris haben wir uns heute gespart, denn die gab es bereits beim Hinspiel – hört ihr hier. Während Boris unter der italienischen Frühjahrssonne in Madrid weilte, um für die Fortuna zu scouten, sprachen wir über Eishockey, neue Trainer und natürlich über Fußball. Ich bitte die kleine Unterbrechung zu entschuldigen – Boris musste Geld nachwerfen und dann stand die Leitung auch wieder 1A (Und ich hatte keinen Bock das herauszuschneiden.). Viel Spaß beim Anhören!

Auf ein Bier am Montag, Boris! // Michael

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