Tonträger der Woche: Keele – Kalte Wände

Rookie Records/Indigo
– erschienen am 23. August

„Schonungslose Heuchelei für ein besseres Gefühl“ – es sind Textzeilen wie diese, die Keele abheben von der Masse der deutschsprachigen Alternative/Punk/Indie-Bands. Und das eine oder andere Riff hier, der Melodielauf dort, stimmungsvolle Moll-Akkorde, die Melancholie. Aber nicht, wie so häufig bei anderen Kapellen, weil irgendjemand dich verlassen hat, dich nicht mehr liebt, eine/n andere/n hat. Sondern weil im tiefsten Inneren von dir selbst oder den anderen oder deiner Welt etwas nicht stimmt, etwas kaputt gegangen ist, du isoliert alleine stehst („Kalte Wände“). Oder ein Schicksalsschlag dein Leben komplett verändert und du kämpfen musst („Zwischen toten Nerven“). Musik, bei der man spürt, dass sie überlebenswichtig ist für die Menschen, die sie entwickelt haben und mit Leidenschaft spielen. Diese Leidenschaft spürt man auch auf der Bühne, wo sie uns die Songs des neuen Albums um die Ohren hauen, allerdings gehen sowohl Fabians Stimme als auch die recht komplexen Songstrukturen live noch ein wenig unter, während die Hamburger Chameleon Studios ganze Arbeit geleistet haben, so dass es Spaß macht, die Scheibe laut auf der heimischen Old-School-Stereoanlage (jawoll!) zu hören und sich davon einhüllen zu lassen. Der Gloomy Friday ist gesichert, aber er hält nur 35 intensive Minuten an. Danach dürft ihr rausgehen und den Spätsommer genießen 😉 //kurzpass

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Heute zu Gast am Millerntor: Holstein Kiel

Von Stefan

Am Montag ist mit der Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e. V. eine alte Bekannte zu Gast am Millerntor. Die Störche sind seit der Saison 2017/2018 wieder in der zweiten Liga und haben mit den Platzierungen 3 und 6 in den vergangenen beiden Saisons eine beachtliche Leistung gezeigt.

Der Saisonstart

In der noch jungen Spielzeit haben die Kieler bisher allerdings einen durchwachsenen Saisonstart hingelegt. Am ersten Spieltag gelang ein Unentschieden beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen (1:1), gefolgt von einer 0:4 Auswärtsniederlage bei Darmstadt 98. In der ersten Pokalrunde beim FSV Salmrohr konnten die Störche dann einen ungefährdeten 6:0 Sieg einfahren, ehe am vergangenen Wochenende ein 2:1 Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Karlsruhe gelang.

Der Kader

Erneut musste Holstein Kiel zur neuen Saison den Kader sowie das Funktionsteam in mehreren Bereichen anpassen. Wie auch im letzten und vorletzten Jahr übernahm ein neuer Trainer das Ruder an der Förde. Andre Schubert kam vom Drittligisten Eintracht Braunschweig und ist sicherlich den St. Paulianern in lebhafter Erinnerung. Er folgt auf Tim Walter, der dem Ruf der reizvolleren Aufgabe in Stuttgart folgte. Aber Schubert ist nicht der einzige Ex-St. Paulianer auf der Trainerbank. Neben Schubert hat in dieser Saison auch Fabian Boll als Co-Trainer dort Platz genommen. Die Mannschaft musste insgesamt 14 Abgänge kompensieren und verpflichtete rund 10 neue Spieler. Namhafte Neuzugänge waren nicht dabei, vielmehr setzt Holstein wie in der Vergangenheit auf junge hungrige Spieler. Das Korsett der Mannschaft bilden Leistungsträger aus der vergangenen Saison wie die Innenverteidiger Dominik Schmidt und Hauke Wahl sowie der Linksverteidiger Johannes van den Bergh. Im Mittelfeld sind Alexander Mühling, Jonas Meffert und Jae-sung Lee die Stützen des Teams. Zumindest Jonas Meffert wird den Störchen am Millerntor keine Hilfe sein. Er kassierte am 3. Spieltag gegen Karlsruhe eine rote Karte.

Spielerlegende Fabian Boll ist seit dieser Saison Co-Trainer der Störche. Muss er sich heute warm anziehen?

Die Formation

In den bisherigen Saisonspielen hat sich bei den Kielern noch keine eindeutige Spielformation herauskristallisiert. Beim Heimspiel gegen Sandhausen und beim Pokalspiel in Salmrohr ließ Schubert ein 4-3-3 auf das Feld. Bei der Niederlage gegen Darmstadt spielte man gar nur mit einer Dreierkette in der Abwehr (3-4-3). Gegen Karlsruhe ließ Schubert dann mit einem 4-4-2 auflaufen. Für das Auswärtsspiel des KSV am Millerntor dürfte Schubert, trotz des Ausfalls von Meffert, auf die gegen Karlsruhe erprobte Formation zurückgreifen. Dies böte für die Kieler den Vorteil, aus einer gefestigten Abwehr heraus empfindliche Konter gegen die Kiezkicker zu setzen. Der derzeit leistungsstärkste Spieler im Kader der Störche ist mit Sicherheit der Koreaner Jae-Sung Lee mit bisher 2 Toren für die Kieler. Der Mann mit der Rückennummer 7 geht in seine zweite Saison. Nach Anfangsschwierigkeiten im letzten Jahr, auch bedingt durch seine erste internationale Station fern der Heimat, hofft das Kieler Umfeld auf eine Leistungssteigerung, die er bisher auch angedeutet hat.

Die Bilanz

Bisher trafen die beiden Mannschaften am Millerntor insgesamt 22 Mal aufeinander. Dabei gelangen dem Magischen FC insgesamt 12 Siege, bei 8 Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen. Auch das Torverhältnis spricht mit 45:24 für die Braun-Weißen. Allerdings ist die Bilanz seit dem Wiederaufstieg des KSV ausgeglichen. Sowohl Kiel als auch der FC St. Pauli konnten jeweils einmal am Millerntor gewinnen. Den höchsten Sieg gegen die Störche erzielte der FCSP am 6. September 2003 mit einem stattlichen 5:0 an der Förde.

Und sonst?

In bleibender Erinnerung ist sicherlich der September 2017 geblieben. Beim damaligen Auswärtsspiel der Braun-Weißen versuchten Kieler Ultras mehrere Zaunfahnen der Sankt Pauli Fans zu klauen. Mit Hilfe mehrerer Spieler konnte eine Fahne den Angreifern wieder entwendet werden. Diese Aktion zeigte schon, dass das Verhältnis der beiden Fanlager nicht das Beste ist und so dürfte auch auf den Rängen extra viel Motivation vorhanden sein um unsere Mannschaft zum Sieg zu schreien.

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Saison 2019/2020: Lage der Liga

Die beiden an sich durchaus unterschiedlichen Fußballbundesligisten HSV und FCSP verbindet eines, ihre notorische Erfolglosigkeit. Für das „Hamburger Dilemma“ muss es Gründe geben. Am mangelnden Geld kann es jedenfalls nicht liegen.

Von Hermannus Pfeiffer 

Die Sportindustrie nimmt als Teil der Unterhaltungsbranche rasant an wirtschaftlicher Bedeutung zu. Spaß muss schließlich sein, in der real existierenden Spaßgesellschaft.
Und wer als Verein oder Fußball-AG, als Verband oder Liga die Millionen Konsumenten („Fans“) erfolgreich binden will, muss eine moderne Infrastruktur anbieten. So werden seit Jahren im ganzen Land Abermillionen Euro in Stadien, Sportevents und Spieler investiert. So weit, so schlecht.

Investieren taten auch die beiden Hamburger Bundesligisten, Fußball-Club St.Pauli und Hamburger Sport-Verein. Der HSV machte dies jahrzehntelang als finanzieller Spitzenklub in der Bundesliga, üblicherweise platziert zwischen Rang sechs und drei der Geldrangliste.
Ebenfalls Sankt Pauli – wenngleich dies manche(r) in unserem Übersteiger-Biotop nicht gerne liest – gehört seit langem, langem zu den Krösussen in Liga zwei!

Das Piraten-Image des Möchtegern-Underdogs ist heute allerdings angestaubt. Und die gelegentlichen Medienkampagnen, die Andreas Rettig über „Kicker“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ inszeniert („50 plus eins“), wirken mittlerweile verzweifelt bemüht.
Dennoch lässt der FC als „Marke“ selbst die meisten Bundesligisten immer noch hinter sich.
Was eigentlich mehr als Geld wert sein sollte, welches bekanntlich Tore schießt.
Im jüngsten „Vereinsmarkenranking“, das die TU Braunschweig alljährlich für alle Erst- und Zweitligisten erhebt, ist Sankt Pauli Vierter! Nur Freiburg, Mönchengladbach und Dortmund haben einen bessern Marken-Ruf in Deutschland.

Trotz ihrer großartigen wirtschaftlichen Möglichkeiten, zudem in einer der reichsten Städte Europas beheimatet, schneiden beide Klubs im Alltag notorisch erfolglos ab. Sportlich betrachtet.

Warum verharren HSV und St.Pauli dauerhaft unter ihrer, im Ökonomen-Jargon, Performance?  Das kann doch nun wirklich kein Zufall sein.

Lassen wir Pleiten, Pech und Klaus-Michael Kühne einmal beiseite, lassen sich tatsächlich einige Gründe nennen. Auch, wenn´s weh tut.

Lieber Bürgermeister oder Vorstand bei St.Pauli?

Hamburg ist als Stadt überaus attraktiv für Spieler. Egal, ob jung und ledig oder bereits braver Familienvater. Auch gelten beide Vereine in der Sportbusiness-Branche als eher großzügige Arbeitgeber, was die Höhe der Gehälter betrifft und den, sagen wir, Lifestyle.
Hinzu kommt der für Spieler und ihre Berater geile Medienrummel – selbst drittklassige Zweitligaspieler werden in Hamburg von Zeitungen, Rundfunk und Internetdiensten hofiert, wie es sonst nur an wenigen Fußballstandorten in der Republik passiert.
Dadurch steigt im Regelfall der Marktwert eines Spielers.
St.Pauli und noch mehr der HSV gelten daher in der Fußballkommerz-Szene als attraktiver Durchlauferhitzer für Ich-AGs, die zu rechnen wissen.
Im Ergebnis kommen nicht die Bestmöglichen, sondern … Nun, die gekauften Kicker lassen sich ja am Millerntor und im Volksparkstadion bewundern.
Das geht übrigens in der Praxis bei beiden Klubs auf Kosten des eigenen Nachwuchses. Hamburger müssen, kaum der Jugendmannschaft entwachsen, fast immer das Weite suchen. Nachzulesen regelmäßig in Ronnys Rubrik „Neues von den Alten“.

Folglich geben sich die Berater in den Geschäftsstellen die Klinke in die Hand.
Wie St. Pauli in den viereinhalb erfolgsarmen Jahren unter Präsident Oke Göttlich (davor war auch nicht alles besser) und der HSV seit der Ära Günter Netzer/Ernst Happel zeigen, schaffen es die Verantwortlichen nicht, hinreichend die Spreu vom Weizen zu trennen, um im Ergebnis eine Mannschaft zu formen, die leidenschaftlichen, schnellen und technisch ansprechenden Fußball spielt.

Aus meiner Erinnerung: Die letzte Saison, in der wir alle Heimspiele ungeschlagen bestritten, war 2006/07!

Was nicht zuletzt der Hamburger Situation geschuldet ist. Wer in einer Großstadt etwas Herausragendes werden möchte, könnte das Bürgermeisteramt anstreben.
Dazu bedarf es aber einer jahrelangen Ochsentour durch SPD und Kommunalpolitik. Angehende Bürgermeister müssen echt hart ackern. Selbst bei den Grünen wird es so sein.
Präsident beim HSV oder St.Pauli ist „Mann“ dagegen ratzfatz: Dazu genügt im Regelfall eine flotte Rede, die mit netten Versprechungen für die kommende Saison garniert wird, wahlweise noch mit Links-Gedöns oder alten Recken aufgepeppt. Im Ergebnis wirkt auch hier im Trend ein Negativ-Auswahlmechanismus unter den Akteuren – die, sagen wir, Mediengeilsten, nicht die für den Posten Fähigsten schwemmt es im Regelfall nach oben.

Damit zusammen hängen die häufigen Trainerentlassungen. Sie sind zugleich Folge des Beschriebenen, wie sie auch die negativen Auswirkungen dessen verstärken.
Der HSV dürfte dabei bundesweit Marktführer sein.
Aber auch der etwas andere Klub kann es nicht lassen: In der kurzen Zeit, die Göttlich residiert, versuchten sich am Millerntor sage und schreibe vier sportliche Leiter und fünf verschiedene Cheftrainer (Thomas Meggle, Ewald Lienen, Olaf Janßen, Markus Kauczinski, jetzt noch Jos Luhukay).


In der kurzen Zeit, die Göttlich residiert, versuchten sich am Millerntor sage und schreibe vier sportliche Leiter und fünf verschiedene Cheftrainer: Thomas Meggle, Ewald Lienen, Olaf Janßen, Markus Kauczinski, jetzt noch Jos Luhukay. Fotocredit: Witters

Eine unstetige Personalpolitik ist zwar durchaus branchentypisch (insofern wettbewerbsneutral), allerdings ist in Hamburg der Wilde Westen besonders stark ausgeprägt.
„Heuern und Feuern“, zweckmäßig ist eine solche Strategie nicht – wenn man sportliche Erfolge will.
So wird beispielsweise mit jeder Entlassung die Institution „Trainer“ weiter geschwächt. Die Autorität des Trainerteams und der sportlichen Leitung wird daher im Trend immer kleiner.
Und damit schwindet die Möglichkeit, eine Mannschaft und ihr Spielsystem nachhaltig zu formen.

Darauf sind aber Bundesligisten, die, wie unsere beiden Lieblinge, der sportlichen Entwicklung seit längerem hinterher stolpern, besonders angewiesen. Sie bedürfen einer nachholenden Modernisierung, um aus dem Tal des Rumpelfußballs und des Zuschauerfrustes herauszufinden

Wie könnte das Hamburger Dilemma beendet werden? Nun, was die Spitze der Klubs, sportliche Leiter und Trainer betrifft, bleibt wohl nur die Hoffnung auf einen Glückstreffer.
Was unsere Basis, die Kicker, angeht, dazu hier Vorschläge vom Hörensagen.
Mein liebster ist das Modell „Mindesteinkommen“: Nur ganz wenig Geld an die Spieler zahlen, damit nur diejenigen kommen, die wirklich Bock auf den FC St.Pauli haben.

Auch hübsch: Trainer und Spieler im „Start-up“-Modell: Kassiert wird erst nach Aufstieg, wahlweise Nichtabstieg – Profisportler sind halt Unternehmer und die müssen Risiko tragen.

Unlösbar erscheint auch ein anderes, wirklich grundsätzliches Problem des Liga-Alltags: Nur drei Klubs können aufsteigen. Alle anderen sind mehr oder weniger Nieten in kurzen Hosen.
Ein Problem, so viel Mathematik muss sein, welches sich in der ersten Liga noch verschärfen würde. Denn da gibt es bekanntlich nur einen Meister. Und das ist seit ewigen Zeiten nicht mehr der HSV – und über Sankt Pauli und sein Personal lasst uns den Mantel der Nächstenliebe decken.

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Investor Matzen geht beim Ausbau des Medienbunkers über Mieterinteressen rigoros hinweg

Der grüne Bunker – ein stadtteilverträgliches Highlight sollte er angeblich werden, doch wir berichteten bereits im Übersteiger 134 von den Schattenseiten dieses Projektes. Allein die Baugenehmigung hätte vom Bezirk überhaupt nicht erteilt werden dürfen.

Hier noch einmal zum nachlesen:
http://uebersteiger.de/ausgaben/134/text_4.html

Spätestens seit es den Clubs im Bunker reinregnet und die Außenbereiche nicht mehr betreten werden dürfen, ist klar, dass der Umbau auf Kosten der bisherigen Mieter stattfindet. Von den Folgen für den Stadtteil und die Anwohner ganz abgesehen.

Aktuell hat nun gerade der Linke Bürgerschaftsabgeordnete Norbert Hackbusch den Senat aufgefordert, die Mieter zu schützen. Im Vertrag zwischen Stadt und Investor wurde unter anderem festgelegt, dass die Wünsche der Mieter beim Umbau berücksichtigt werden sollten. https://www.elbe-wochenblatt.de/2019/07/17/der-charakter-des-viertels-wird-angegriffen-der-linkenpolitiker-norbert-hackbusch-fordert-den-senat-auf-die-mieter-des-bunkers-an-der-feldstrasse-zu-schuetzen

To be continued …

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Anne Reiche – Auf der Spur

In unserem FC St. Pauli-Museum läuft seit heute „Kiezbeben – die zweite Geburt des FC St. Pauli“. Die Ausstellung erzählt vom Umbruch in den achtziger Jahren, der den Grundstein legte für vieles, wofür der Verein heute steht. Mittendrin damals die Hafenstraße und ihre Bewohner, von denen einige begannen, regelmäßig die Spiele des FCSP zu besuchen. Die Interviews, die in der Ausstellung zu sehen sind, geben einen intensiven Eindruck von der Stimmung damals. Wer noch tiefer eintauchen möchte in die politischen Ereignisse der damaligen Zeit rund um die Hafenstraße, dem sei das Buch von Anne Reiche, die bis heute dort lebt, wärmstens empfohlen – von Sven Brux, der ja selbst einer der damaligen Protagonisten war. Seine Rezension des Buches erschien in Übersteiger 135.

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So ziemlich alle LeserInnen dieses Blatts dürften wissen, was es mit der Hafenstraße auf sich hat. Schon wesentlich weniger dürften schon einmal in einem der Häuser gewesen sein, schon gar nicht zur heißen Zeit damals in den 80ern, als das Ensemble zum europaweiten Symbol für autonomen, militanten Widerstand wurde. So hält sich  der Mythos des Hafenstraßen-Blocks, der ab Mitte der 80er  mit dafür sorgte, dass sich am Millerntor eine Fanszene neuer Ausrichtung etablierte, meist erzählt von Menschen, die damit wenig zu tun hatten. Umso erfreulicher, dass nun ein Buch erstaunlich direkte und ungefilterte Einblicke in die damaligen Geschehnisse bietet. Die Autorin Anne Reiche hat mit „Auf der Spur“ auf 271 Seiten einen Rückblick auf ihr bisheriges Leben abgeliefert, der es in sich hat.

Anne geht 1965 als junge Frau aus  dem  Schwabenland nach Berlin und taucht dort ein in die turbulenten Ereignisse, die dieses Land fortan prägen werden. Das Buch lässt einen hautnah miterleben, was damals passierte. Die Demos und wie diese sich entwickelten. Von anfänglich friedlichen Aktionen hin zur Debatte, ob man es sich immer gefallen lassen muss, von der Polizei zusammengeknüppelt zu werden. Am 4. November 1968 war es dann soweit: Zu ersten Mal wurde die heranrückende Polizei mit einem Steinhagel empfangen und zurückgeschlagen. Der Anfang von einer Menge mehr, was folgen sollte …

Der große Unterschied zu anderen Biographien damaliger Protagonisten ist der, dass hier kein altersmilder Professor einen amüsanten Rückblick auf seine Jugend bietet, die nur den Auftakt für seinen Marsch durch die Institutionen bildete. Nein, Anne hat sich für den konsequenten Weg entschieden, ganz oder gar nicht: Kommune, Bewegung 2. Juni, 10 Jahre Knast, nach der Entlassung 1982 nach Hamburg, ab 84 bis heute im Hafen wohnend. Ich war beim Lesen hin und her gerissen zwischen Bewunderung für den furchtlosen Gang, Entsetzen angesichts dessen, was der Staat an Schweinereien abzog und Erstaunen über Fakten, die mir bislang nicht bekannt waren.

Man muss die politische Denke von Anne und den anderen nicht teilen, fühlt jedoch dennoch ständig  mit und taucht ein in eine Welt, die nur wenigen offenstand. Etwas näher rückt diese Welt, wenn es um die Hafenstraße geht. Wir erfahren einiges aus dem Innenleben der Gemeinschaft, die so heterogen war, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass daraus ein so entschlossenes gemeinsames Handeln erwuchs. Das Buch bietet aber auch die Gelegenheit, mitzufühlen: All die Zweifel, die Ängste, die Widersprüche, die Bedrohungen lassen einen nicht kalt. Wenn man dabei auch noch erfährt, was alles nur durch Zufälle geschah, kann man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Doch es gibt auch lustige Szenen. Wie die, als in der Zeit des „Hönkelns“ beispielsweise ein vor den Häusern parkender LKW geknackt wurde, während sich der Fahrer auf dem Kiez amüsierte. Mit der Folge, dass kurz danach etliche Bewohner stolz ihre nagelneuen Cowboystiefel präsentierten …

Die schiere Wut packt einen angesichts der Schweinereien, die sich der Staat einfallen ließ, um den Hafen zu kriminalisieren, Stichwort „Da wohnt die RAF“. Nahezu thrillerartig stellen sich die Wochen in der zweiten Jahreshälfte 1987 dar, als der Konflikt zu eskalieren drohte. Festungsartig ausgebaute Häuser mitsamt einer europaweiten Unterstützerschar gegen einen Staat, der ebenso unbeirrt alles daran setzte, dieses Widerstandsnest auszulöschen. Anne schafft es, den Leser so mitzunehmen, als säße er auf dem Sofa daneben. Sie schildert die Ängste der Aktivisten so plastisch, dass einem fast schlecht wird. Die Einschätzung, dass es bei einer Räumung wahrscheinlich auch zu Toten kommen kann, beeinflusste damals sehr wohl die Gedanken. Wie wir wissen, ist es glücklicherweise nicht dazu gekommen und so können wir in der Folge nachlesen, wie beispielsweise das Viva-St. Pauli-Festival 1991 im Millerntor-Stadion geplant und durchgeführt wurde: So absolut herrlich dilettantisch, aber eben auch mit Liebe und Solidarität. Da kommen Erinnerungen hoch, die längst verdrängt waren.

Wie gesagt: Man muss die politischen Einstellungen nicht zur Gänze teilen. Aber „Auf der Spur“ bietet auf jeden Fall die Chance, einen unverstellten Blick zu erlangen auf das Innenleben einer Bewegung, die über Jahrzehnte die innenpolitische Diskussion prägte und den Boden bereitete für etliches, was auch heute noch in Hamburg präsent ist. Nicht zuletzt die Fanszene in unserem Stadion, deren damalige Entwicklung nicht losgelöst von den Häusern am Hafenrand betrachtet werden kann. Nach der Lektüre des Buches wird man die bunten Häuser in St. Pauli-Süd auf jeden Fall mit anderen Augen sehen. Absolute Leseempfehlung! //SB

Anne Reiche – Auf der Spur | Verlag: Edition Cimarron
ISBN 978-90-824465-2-4
€ 15,00 (auch im Fanladen erhältlich)  


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FISH e.V. Mitgliederdaten

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Unser nächster Gegner: Holstein Kiel

Am Montag den 26. August 2019 ist mit der Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e. V. ein alter Bekannter zu Gast am Millerntor. Die Störche sind seit der Saison 2017/2018 wieder in der zweiten Liga und haben mit den Platzierungen 3 und 6 in den vergangenen beiden Saisons eine beachtliche Leistung gezeigt.

Der Saisonstart

In der noch jungen Saison haben die Kieler bisher allerdings einen durchwachsenen Saisonstart hingelegt. Am ersten Spieltag gelang ein Unentschieden beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen (1:1), gefolgt von einer 0:4 Auswärtsniederlage bei Darmstadt 98. In der ersten Pokalrunde beim FSV Salmrohr konnten die Störche dann einen ungefährdeten 6:0 Sieg einfahren, ehe am vergangenen Wochenende ein 2:1 Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Karlsruhe gelang.

Der Kader

Erneut musste Holstein Kiel zur neuen Saison den Kader sowie das Funktionsteam in mehreren Bereichen anpassen. Wie auch in letztem und vorletzten Jahr übernahm ein neuer Trainer das Ruder an der Förde. Andre Schubert kam vom Drittligisten Eintracht Braunschweig und ist sicherlich jedem St. Paulianer in lebhafter Erinnerung. Er folgt auf Tim Walter, der dem Ruf der reizvolleren Aufgabe in Stuttgart folgte. Aber Schubert ist nicht der einzige altbekannte St. Paulianer auf der Trainerbank. Neben Schubert hat in dieser Saison auch Fabian Boll als Co-Trainer auf der Auswechselbank Platz genommen. Die Mannschaft musste insgesamt 14 Abgänge kompensieren und verpflichtete rund 10 neue Spieler. Namhafte Neuzugänge waren nicht dabei, vielmehr setzt Holstein wie in der Vergangenheit auf junge hungrige Spieler. Das Korsett der Mannschaft bilden Leistungsträger aus der vergangenen Saison wie die Innenverteidiger Dominik Schmidt und Hauke Wahl sowie der Linksverteidiger Johannes van den Bergh. Im Mittelfeld sind Alexander Mühling, Jonas Meffert und Jae-sung Lee stützen des Teams. Zumindest Jonas Meffert wird den Störchen am Millerntor keine Hilfe sein. Er kassierte am 3. Spieltag gegen Karlsruhe eine rote Karte.

Die Formation

In den bisherigen Saisonspielen hat sich bei den Kielern noch keine eindeutige Spielformation herauskristallisiert. Beim Heimspiel gegen Sandhausen und beim Pokalspiel in Salmrohr ließ Schubert ein 4-3-3 auf das Feld. Bei der Niederlage gegen Darmstadt spielte man gar nur mit einer Dreierkette in der Abwehr (3-4-3). Gegen Karlsruhe ließ Schubert dann mit einem 4-4-2 auflaufen. Für das Auswärtsspiel des KSV am Millerntor dürfte Schubert, trotz des Ausfalls von Meffert, auf die gegen Karlsruhe erprobte Formation zurückgreifen. Dies böte für die Kieler den Vorteil aus einer gefestigten Abwehr heraus empfindliche Konter gegen die Kiezkicker zu setzen. Der derzeit leistungsstärkste Spieler im Kader der Störche ist zur Zeit mit Sicherheit der Koreaner Jae-Sung Lee mit derzeit 2 Toren für die Kieler. Der Mann mit der Rückennummer 7 geht in seine zweite Saison. Nach Anfangsschwierigkeiten im letzten Jahr, auch bedingt durch seine erste internationale Station fern der Heimat, hofft das Kieler Umfeld auf eine Leistungssteigerung, die er bisher auch angedeutet hat.

Die Bilanz

Bisher trafen die beiden Mannschaften am Millerntor insgesamt 22 mal aufeinander. Dabei gelangen dem Magischen FC insgesamt 12 Siege, bei 8 Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen. Auch das Torverhältnis spricht mit 45:24 für die Braun-Weißen. Allerdings ist die Bilanz seit dem Wiederaufstieg des KSV ausgeglichen. Sowohl Kiel als auch der FC St. Pauli konnten jeweils einmal am Millerntor gewinnen. Den höchsten Sieg gegen die Störche erzielte der FCSP am 6. September 2003 mit einem stattlichen 5:0 an der Förde.

Und sonst?

In bleibender Erinnerung ist sicherlich das Spiel aus September 2017 geblieben. Beim damaligen Auswärtsspiel der Braun-Weißen versuchten Kieler Ultras mehrere Zaunfahnen der Sankt Pauli Fans vom Zaun zu klauen. Mit Hilfe mehrerer Spieler konnte die Fahne den Angreifern wieder entwendet werden. Diese Aktion zeigte schon, dass das Verhältnis der beiden Fanlager nicht das Beste ist und so dürfte auch auf den Rängen ausreichend Motivation vorhanden sein um unsere Kiezkicker zum Sieg zu schreien.

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This is the beginning… (Sportliches zum Derby)

Hamburger Sportverein A.G. – FC St.Pauli 0:0 (0:0)
Tore: –
Zuschauer: 57.000 (davon wohl um die 6000 St. Paulianerinnen und St. Paulianer, plus 15.000 beim Public Viewing am Millerntor)

„Ob und wie dieser Blog gegebenenfalls von anderen Personen aus der Redaktion fortgeführt wird, wird die Zeit zeigen.“  (Frodo, August 2018)

Beginning? Stimmt irgendwie. Zumindest für den ÜS-Blog in seiner neuen Form. Und auch für mich selbst als Mitglied beim Übersteiger. Zumindest für mich ist das eine ziemlich aufregende Sache, meine Gedanken hier zu virtuellem Papier bringen zu können. Große Fußstapfen, aber ich freu mich drauf und über Feedback und deswegen keine weitere Vorrede. Schließlich stand am Wochenende eines der bedeutenderen Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte auf dem Spielplan (auch wenn man zweifellos zu Recht einwenden könnte, dass das 1:0 gegen Bielefeld in der vergangenen Saison oder das 2:1 in Kaiserslautern die Spielzeit davor für den Verein selbst deutlich wichtiger waren). Aber, Stichwort Aufregung, zumindest bei vielen Personen in meinem Umfeld und auch bei mir selbst war die Anspannung dann doch einen Ticken größer als an einem beliebigen Spieltag.

Na gut, eines noch vorneweg: Ich werde mich in den folgenden Zeilen auf das Sportliche konzentrieren. Zu sämtlichen Derbybegleiterscheinungen, ob im Vorfeld, kurz vor Anpfiff, währenddessen und danach,  gibt es viele fantastische Blogs rund um den magischsten aller FCs, die einen bedeutend besseren Einblick in diese Thematik haben als ich und die sich bereits geäußert haben oder es sicherlich noch tun werden.

©Ariane Gramelspacher/arigrafie

Was also aus sportlicher Sicht tun mit diesem 0:0 im Volkspark? Kurzer Blick zurück auf den vergangenen Freitag, 21.9, 18:30. Der HSV steht mit 12 Zählern an der Spitze der Tabelle, St. Pauli hat sein letztes Spiel 1:3 in Aue verloren und darf seine Qualitäten als Aufbaugegner in Ingolstadt beweisen. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand ein Remis im Derby angeboten, ich hätte wohl ohne viel Zögern zugesagt. Zu löcherig damals unsere Abwehr, zu inkonstant unsere Offensive. Drei Spiele inklusive 90 Minuten gegen die Rauten später bleibt immerhin noch ein Gefühl der Zufriedenheit, den Titel des Stadtmeisters nicht aus der Hand gegeben zu haben. Aber dieses Gefühl ist gemischt mit einer gewissen Unzufriedenheit, mit einem was-wäre-wenn.

Die gesamte Spieldauer über war beiden Mannschaften anzusehen, dass sie ein Gegentor um jeden Preis verhindern wollten. In gewisser Weise setzten beide Mannschaften dadurch einen Trend fort: Der HSV kassierte zuvor fünf Gegentreffer gegen Regensburg, spielte danach 0:0 gegen Fürth und setzte erst mal auf defensive Stabilität. Markus Kauczinski hatte schon in den beiden Partien vor dem Derby einen eher passiveren Ansatz gewählt, auf das regelmäßige hohe Anlaufen des Gegners (wie noch in den Spielen gegen Köln und Aue zu sehen) wurde so gut wie komplett verzichtet, die Mannschaft zog sich bei gegnerischem Ballbesitz bis in die eigene Hälfte zurück. Sah zwar nicht schön aus, brachte aber sechs nicht vollkommen unverdiente Punkte. Bei aller offensiven Qualität, die der HSV mitbringt, eine für mich komplett nachvollziehbare Taktik. Und so entwickelte sich ein höhepunktarmes Derby, bei dem der HSV nicht viel mehr als Chancen auf Chancen hatte (der Kopfball Bates nach Ecke (25.) und die Chance von Hwang nach Konter in der zweiten Hälfte (60.) waren da noch das gefährlichste), und St. Pauli seine wenigen Möglichkeiten aufgrund von mangelnder Präzision nicht verwerten konnte. Sei es der Schulterkopfball von Flum (7.) oder die Möglichkeit von Diamantakos (59.).

Trotzdem hätten die Boys in Brown in den letzten Minuten die Partie noch für sich entscheiden können, vielleicht sogar müssen und genau deswegen bin ich sicherlich nicht der Einzige, der nach dem Spiel erst mal ein wenig hadern musste, bevor er sich freuen konnte. Zuerst der Schuss von Knoll, der von halblinks unglaublich viel Platz hat, vom Strafraum abzieht und das Ding vorbeihaut. Bei seinen Qualitäten im linken Fuß ist diese Situation eine richtig gute Chance und wenn er nicht schon ein ganzes Spiel plus englische Woche in den Knochen hat, macht er das Ding vielleicht eher rein. Und dann natürlich die Szene in der Nachspielzeit. Ja, das sah schön aus, was Sahin da fabrizierte (und der Ballgewinn war allererste Sahne), aber ich bin mir fast sicher, dass es noch gefährlicher geworden wäre, hätte Sahin Buchtmann bedient, der alleine auf das Tor von Pollersbeck hätte zulaufen können, anstatt ein Tor des Jahres zu versuchen.

Diese letzte Szene war so ein bisschen ein Spiegelbild von der Leistung Sahins im Derby: Defensiv hatte er viele richtig starke Szenen und hat mir sehr gut gefallen (trotz der unnötigen Gelben Karte). Offensiv kostet es einfach Nerven, dem Mann beim Spielen zuzuschauen. Wenn Kauczinski ihm beibringen kann, das Spiel besser zu lesen und schneller abzuspielen, kann er noch deutlich effektiver sein. Keine neuen Probleme, schon klar. Schade ist nur, dass es so leicht ist, sich bei ihm noch viel, viel mehr vorzustellen, besonders wenn er defensiv so abliefert wie in den vergangenen beiden Partien.

Wie also die englische Woche, die bisherige Saison und die momentane Situation der Braun-Weißen bewerten? Punktemäßig ist alles okay. Zwischen dem zweiten Platz (Fürth) und den 13. Platz (Darmstadt) liegen grade mal fünf Zähler, und irgendwo dazwischen tummelt sich momentan St. Pauli. Außerdem haben wir als derzeit sechster gegen drei der besten fünf Teams bereits gespielt. Unabhängig davon kann man feststellen, dass unsere Defensive seit dem Spiel gegen Ingolstadt wieder funktioniert. Nur ein kassiertes Gegentor in diesem Zeitraum ist ein schöner Beweis dieser Arbeit, wer die Spiele gesehen hat wird bestätigen, dass es schwer ist, sich gegen uns Torchancen herauszuspielen. Selbst mit einer komplett ausgetauschten Offensivreihe mit den für Zweitligaverhältnisse äußerst klangvollen Namen Ito, Narey und Lasogga brachte der HSV vor dem Tor von Himmelmann nicht viel zu Stande.

Die entscheidende Frage wird sein: Wie viel Offensivkraft können wir jetzt noch entwickeln, ohne unsere neu gewonnene Defensivstärke aufzugeben? Wir haben jetzt drei Mal gegen Gegner gespielt, bei denen wir uns ohne Weiteres hinten reinstellen konnten. Ingolstadt war unter Druck, hat einen teuren Kader und musste kommen. Paderborn ist spielerisch unglaublich stark und möchte selbst das Spiel machen. Der HSV hat mit seinen finanziellen Möglichkeiten selbstverständlich ebenfalls den Anspruch, dominant aufzutreten. Spannend wird deswegen das kommende Spiel gegen Sandhausen. Traditionell eine konterstarke, defensiv denkende Mannschaft, besonders wenn sie Auswärts spielt. St. Pauli wiederum steht nach sieben Punkten aus der englischen Woche und einer nach oben zeigenden Formkurve das erste Mal wieder unter dem Druck, selbst das Spiel machen zu müssen. Ich bin mir sicher, dass nicht nur die Fans sondern auch die Mannschaft selbst einen Sieg erwartet. Wie viel Risiko ist das Team dafür bereit zu gehen? Bekommen wir wieder ein offensiveres Anlaufen zu sehen? Kann die Mannschaft eine kompakte Defensive spielerisch knacken? Vielleicht können wir schon nach der Partie erkennen, ob das Ziel in dieser Saison (mal wieder) lauten muss, so schnell wie möglich auf 40 Punkte zu kommen, oder ob wir uns vielleicht noch ein wenig länger auf den einstelligen Tabellenplätzen wieder finden werden.

Forza! // Tim H.

 

Links:

Millernton: „Der HSV riecht scheiße“. Frodo und Timbo über das Drumherum und aufm Platz

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This is the end…

… zumindest für den ÜS-Blog, wie er bisher geführt wurde.
Immerhin seit Juli 2009, wie ich gerade mal wieder feststellte. Bis zum zehnten Geburtstag schaffe ich es also doch nicht mehr ganz.

Ich war von 2001 an Teil der Redaktion, bis vor etwa drei Jahren auch ein aktiver Teil des Heftes.
Anschließend führte ich den Blog hier weiter, doch der MillernTon – Podcast nahm immer mehr Zeit ein und ersetzte dadurch auch so manch geschriebenes Wort.

Nun ist es Zeit weiterzuziehen, was ich hiermit tun werde.
Auf www.MillernTon.de werden ab sofort (hoffentlich regelmäßiger als zuletzt) Artikel erscheinen, gleiches gilt für den MillernTon-Podcast als solchen.
Ein Grund für diesen Wechsel ist auch, dass die VdS/NdS-Gespräche jetzt ebenfalls dort erscheinen können und wir eine konsolidierte Seite haben werden.

Der ÜBERSTEIGER wird dieses Jahr 25 Jahre alt, ich wünsche ihm alles Gute für die nächsten 25 Jahre.

Ob und wie dieser Blog gegebenenfalls von anderen Personen aus der Redaktion fortgeführt wird, wird die Zeit zeigen.

Tschüss! // Frodo

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Verlosung: 11Freunde Sonderheft zur Saison 2018/19

Wie jedes Jahr kommen im 11Freunde-Sonderheft zur neuen Saison zu allen Vereinen der 1. und 2.Bundesliga Fan-Vertreter, Blogger oder sonst irgendwie dem Verein zugeordnete Personen zu Wort, indem diese zu vorab versendeten Fragen mehr oder weniger lustige Antworten geben sollen.

Für den FC St.Pauli wurde wieder mir diese Ehre zuteil, die ungekürzten Antworten kopiere ich gleich hier unten ein.

Für Euch wichtig: Ich darf zwei fünf der Hefte verlosen… dafür bitte einfach selbst (mindestens) drei der gestellten Fragen hier in den Kommentaren beantworten.

Da ich da auch nicht ewig drauf rumsitzen will: Abgabeschluss ist Dienstag, 31.7.2018, 19.10h. Bitte unbedingt eine e-mail Adresse angeben, bei der ich Euch am Dienstag Abend nach Eurer Postanschrift fragen kann, so Ihr denn gewinnt. Bei mehr als fünf Teilnehmern entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und hier jetzt der von mir beantwortete Fragenkatalog:

–       Die nächste Saison wird toll, weil…
die zweite Liga mit dem Effzeh, Magdeburg und unserem Nachbarn drei absolute Zugewinne erworben hat. Naja, und Paderborn, aber irgendwas ist ja immer.

–       Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann…
ärgere ich mich, dass wir es nicht geschafft haben, auf den Rängen öfter so eine Wucht zu entfalten, wie an den letzten beiden Heimspieltagen.
Und natürlich, dass die Mannschaft diese Wucht auch nicht durch eigene Leistungen provoziert hat.

–       Auf diesen Videobeweis-Fauxpas freue ich mich besonders…
Bei unserem Pokalendspiel in Berlin gegen unseren Nachbarn wird der klare Elfer in der Nachspielzeit gegen uns nicht gegeben, weil die VAR-Crew sich bereits „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“-singend in den Armen liegt.
Schnecke Kalla schnappt sich den Ball und läuft 80 Meter allein auf das leere Tor und unsere Kurve zu, läuft mit dem Ball am Tor vorbei und direkt in die jubelnde Kurve.
Ist egal, der Schiri pfeift dann eh ab. Oirobbabogaaaaaal!

–       Wenn 50+1 fällt, kauft uns…
Beate Uhse, inkl. Stadionname.
„Tor in der Bumsbude!“ in der Konferenzschaltung ist schon jetzt legendär.

–       Diesen WM-Star sähe ich gerne bei meinem Klub…

–       Die beste Bratwurst gibt es in…
Aue, heisst dort aber Nudeltopf.

–       Das müsste passieren, damit ich nicht mehr ins Stadion gehe…
Aktuell fällt mir dazu nichts ein. Könnte aber auch daran liegen, dass mein Verein vieles anders macht als viele andere Vereine.

–       Dieser Song beschreibt meinen Klub perfekt…
„Das hier ist Fußball“, von Thees Uhlmann.
„Tragik ist wie Liebe, ohne Happy End.
Und eines ist wirklich sicher, dass die Tragik St.Pauli kennt.“

–       Dieser Twitter-Account ist für Fans unverzichtbar…
@CollinasErben und der @Rasenfunk.

–       Zweite Liga ist eh viel schöner als Bundesliga, weil…
hier vorab weder Meister noch Absteiger feststehen und bis kurz vor Schluß auch alle noch in beide Richtungen schauen können.

–       Hinter dem HSV und Köln schafft es in die Relegation…
Der hsv steigt nicht auf.

–       Völlig überraschend absteigen wird…
Der SV Sandhausen.
Und zwar, weil ich die letzten fünf Jahre immer ihren Abstieg prognostiziert habe und es diese Saison einfach nicht tun werde.

// Frodo

31.07., 23.30h:
Heute kamen noch drei weitere Hefte von 11Freunde an, ich kann also fünf verlosen.
Die Losfee hat die Gewinner gezogen, die Hefte gehen an miguel, Justus, Molotow, amhass und Sepp1910. Ich melde mich bei Euch per Mail.

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