Verein am Wochenende (08/2015) – Oder: Läuft bei uns…

Es gibt ja so Wochenenden, da klappt nichts.

Passiert.

Passt nur grad nicht so gut…

TSV 1860 München – FC St.Pauli 2:1 (1:0)

Spielzusammenfassung in 140 Zeichen:

Es kommt ja selten vor, dass ich Spiele so komplett gar nicht verfolgen kann, also weder live im Stadion noch zumindest live am TV. Gestern war (nach der Niederlage bei RB Leipzig) schon das zweite Mal in dieser Saison so ein Spiel, weil Junior bei der Hallenkreismeisterschaft antrat. Wir konnten also die ersten 20 Minuten noch verfolgen und mussten dann los –  hätten wir uns doch nur noch ne halbe Stunde früher getroffen.

Das Spiel begann gut, Rzatkowski links durch, Flanke, Kopfball Thy – tja, wenn man in der Tabelle oben steht geht der wahrscheinlich rein.
Dann ein langer Ball, Startsev unterschätzt ihn und springt unterdurch, Flanke, Gonther… siehe Tweet oben. “Unfassbar” trifft es ganz gut.
Spielt den Ball 100x so rein, wahrscheinlich wird er 99x souverän geklärt.

Der Rest war dann also zittern am Handy, sowie dann heute das Spiel in der Konserve. Thy vorm fast leeren Tor an den Pfosten, Daube kurz vor Schluß – als Tabellenletzter startet da offensichtlich ein besonderes Kopfkino in Verbindung mit Zitterfuß, der solche Bälle im Training wohl immer locker verwandeln würde.

Macht momentan noch irgendwas Mut?
Beim Blick auf die Tabelle und die Ergebnisse nicht allzu viel, eher gar nichts.
Beim Blick auf die Spielanteile, die gesamte defensive Ordnung und die herausgespielten Chancen sieht es geringfügig besser aus, aber das bringt ja alles nichts, wenn man bei einer solch harmlosen Trümmertruppe wie sie 1860 gestern darstellte trotzdem noch verliert.

Aber: Wie ich schon letzte Woche schrieb, ist eine Abmeldung vom Spielbetrieb nunmal keine Option, also muss es irgendwie weitergehen und drei Punkte am kommenden Sonntag gegen Aue würden dem Ganzen ja schon wieder ein positives Leuchten gewähren… nur muss man die dann eben auch erst mal holen.

U23: Eintracht Braunschweig – FCSP 2:0 (0:0)

Nachzulesen im Detail auf der Vereins-Homepage.
Elfer gegen uns, Großchancen vergeben, Gelb-Rot für Trybull und ein halbes Eigentor in der Nachspielzeit. Klingt wie bei der 2.Ligamannschaft.
Tabellentechnisch ist das Ganze aber ungleich harmloser, mit 30 Punkten ist man im absolut gesicherten Mittelfeld.

Nächsten Samstag geht es um 14.00h in Norderstedt gegen die abstiegsbedrohte Truppe von SW Rehden.

U19: FCSP – Werder Bremen 1:4 (1:1)

Es is’ ja wie’s is’…
Bei unerwartet sonnigem (und trotzdem ziemlich kaltem) Wetter ging es heute vormittag am Brummerskamp für die A-Jugend gegen die Jungs von der Weser.
Nach überragendem Saisonstart brechen unsere Jungs grade ziemlich ein, auch wenn da oft ziemliches Pech mitspielt, wie auch letztens im Derby, als man als besseres Team 1:2 verliert und u.a. noch einen Elfmeter verschoss.
Werder hatte hingegen eher einen umgekehrten Saisonverlauf und ist auf dem aufsteigenden Ast, vor dem Spiel hatten die Bremer zwei Punkte mehr als wir.

Der Spielbeginn war hingegen eine klare braun-weiße Ansage. Gute Chancen, klare Feldüberlegenheit, und als Gilian Jurcher im Strafraum gelegt wird gibt es nach zehn Minuten einen Elfmeter.
Im Derby hatte noch Dennis Rosin verschossen, heute lief Nico Empen an… und Keeper Pachulski fischte den Ball aus der (vom Schützen) rechten unteren Ecke. Geht das schon wieder los?
Vier Minuten später allerdings war es soweit, nach schöner Vorarbeit von Marcell Sobotta verwandelt Empen aus kurzer Distanz sicher zum 1:0.

Nach 20 Minuten gab es dann im Mittelfeld bei einem Luftduell einen bösen Zusammenstoß, bei dem Tim-Julian Pahl sich verletzte und auch in Krankenhaus gefahren werden musste.
Die längere Unterbrechung half ganz offensichtlich den Bremern, denn ab sofort war es ein anderes Spiel, Werder war gleichwertig und hatte aus einer guten Defensive heraus immer wieder gefährliche Angriffe und Konter.
Per Kopf erzielte dann Pedro Güthermann aus kurzer Entfernung den Ausgleich, mit dem 1:1 ging es dann auch in die Kabinen.

Nach der Pause ein offener Schalgabtausch mit Chancen auf beiden Seiten und der Führung für die Gäste durch Enis Bytyqi nach knapp 70 Minuten.
Braun-Weiß hatte schon vorher genug Chancen zur erneuten Führung und danach auch zum Ausgleich, nutzte diese aber eben nicht und so machte Werder in den letzten Minuten noch zwei Kontertore.

Mit dem Abstieg haben unsere Jungs dank neun Punkten Vorsprung auf Kiel wohl trotzdem nichts zu tun, schade aber das eine deutlich bessere Tabellenposition zuletzt durch fünf Niederlagen in sechs Spielen verspielt wurde.
Mir gefielen heute Marcell Sobotta, Gillian Jurcher (beide noch jüngerer Jahrgang) und Nico Empen besonders gut, in der Defensive ist Michael Ambrosius natürlich sehr stark und ja auch schon ab und an bei der U23 im Einsatz.

Nächsten Sonntag geht es nach Kiel, für einen entspannten Saisonendspurt wäre dort ein Sieg allerdings ganz nett.

U17: FCSP – Werder 1:4 (1:0)

Die U17 ist mit einem sehr schweren Saisonauftakt gestartet und daher von Angang an unten drin gewesen. Trotzdem steht man aktuell “überm Strich” und empfing heute ebenfalls die Gäste von der Weser, die in der Tabelle zwar nur zwei Plätze aber eben auch elf Punkte vor uns platziert waren, während es zum ersten Abstiegsplatz nur zwei Punkte Luft sind.

Tja, und dann geht das Spiel mit einem 1:0 in der 2.Minute durch Dario Kovacic gut los und auch in die Pause und am Ende steht es 1:4. Passt zum Wochenende.
Da auch Jena und Cottbus verloren, bleiben es weiterhin zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz, allerdings ist Magdeburg durch einen Sieg gegen TeBe Berlin vorbeigezogen.

Nächsten Samstag geht es um 11.00h zum Tabellenführer, RB Leipzig.

1.Frauen – TSC Wellingsbüttel 3:3 (2:1)

Ergebnistechnisch das einzige Highlight des Wochenendes.
Braun-Weiß empfing als Dritter den Tabellenführer der Verbandsliga an der Feldstraße. Durch Tore von Ann-Sophie Greifenberg und Sarah Schulz konnte der zwischenzeitliche Rückstand gedreht werden.
In Hälfte zwei fiel zunächst der Ausgleich, ehe Nina Philipp erneut den FCSP in Führung schoß. Diese hielt auch ziemlich lange, leider fiel dann kurz vorm Ende doch noch das 3:3 für den Spitzenreiter.

Nächste Gelegenheit das Team zu unterstützen ist der 8.März, wenn es um 14.00h im Viertelfinale des Oddset-Pokals gegen Niendorf geht.

Handball: hsv II – 1.Herren 32:27

Anwurf ist heute um 17.00h, angesichts der Tabellensituation und des bisherigen Verlaufs des Wochenendes für den Verein werden wir dort nicht sehr hoch gewinnen…

Beim Tabellenzweiten gab es die erwartete Niederlage, die nach zwischenzeitlichem 8:8 und einem 1-Tor-Rückstand zur Pause dann aber doch ärgerlicher war, als vorherzusehen.
Damit fiel das Team von Platz 4 auf Platz 6 zurück, liegt mit 19:19 Punkten und zehn Punkten Luft auf die Abstiegsränge aber nach wie vor im absolut gesicherten Mittelfeld.

Außerdem wurde vergangene Woche durch ein 22:21 in Esingen das Pokalhalbfinale erreicht. Der DHB-Pokal ist also mal wieder in Sichtweite.

Kommenden Samstag um 19.30h (nach den Damen, s.u.) geht es in der Budapester Straße gegen die SG Hamburg-Barmbek.

Handball: HSG Jörl-Doppeleiche Viöl – 1.Damen 29:24

Man kann eben nicht jede Woche gegen “Mannschaften mit Super-Namen” gewinnen. Nach dem wichtigen 24:23 letzte Woche gegen den Tabellenzweiten “SG Oeversee / Jarplund-Weding” ging es gestern also wieder nach Schleswig-Holstein und mit der dortigen Niederlage bleibt es weiterhin eng im Abstiegskampf.
Aktuell liegen die Damen in der Oberliga (als Aufsteiger) einen Punkt über den Abstiegsrängen.
Am kommenden Samstag geht es um 17.30h in der Budapester Straße gegen den Tabellenführer, TSV Altenholz. // Frodo

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ProFans: Warnung vor Schnellschüssen und Populismus

Gerne veröffentlichen wir die Pressemitteilung von ProFans im Wortlaut, da sie bisher auf deren Seite noch nicht verfügbar ist:

Das Bündnis ProFans reagiert mit Befremden auf die Art und Weise des Umgangs mit den Vorkommnissen des letzten Spieltags.

Auch wenn es immer wieder Vorfälle gibt, die nicht gutzuheißen sind, so wäre es fatal, wenn es in deren Folge zu unbedachten Schnellschüssen von Vereinen oder Verbänden käme. „Die Anfang dieser Woche öffentlich vorgebrachten Vorschläge von Hendrik Große Lefert und auch von Andreas Rettig bieten weder mittelfristig noch langfristig eine Lösung im Sinne des Fußballs“, so Gabriele Mateika von ProFans. Der Vorschlag, Tickets zu personalisieren, steigert vor allem den Verwaltungsaufwand, ohne der Sicherheit wirklich zuträglich zu sein. Beispiele aus den europäischen Nachbarländern zeigen deutlich auf, dass personalisierte Tickets vor allem die Besucherzahlen senken, ohne aber einen Zugewinn an Sicherheit im Stadion zu erbringen.

Die lauten Gedanken darüber, Auswärtsfahrten von Fans gänzlich zu unterbinden, sind eine groteske Wiederspiegelung hysterischer Allmachtsfantasien. „Dreißig Leute laufen aufs Spielfeld, es ist der erste derartige Vorfall in der Saison und es sind ein halbes Prozent der bei dem Spiel anwesenden Gästefans. Und deshalb sollen künftig alle ausgeschlossen werden? Das ist, als wollte man eine Stadtbücherei schließen, weil ein halbes Prozent der Benutzer die ausgeliehenen Bücher manchmal nicht zurückbringt“, kommentiert Sig Zelt von ProFans und bringt die Position des Fanbündnisses auf den Punkt: „Es wäre ein Schlag gegen die Fankultur und auch gegen die Stimmung in den Stadien, ganz abgesehen davon, dass ein solches Verbot kaum durchsetzbar wäre und die Trennung der Fanblöcke in den Stadien unterliefe, wie es Beispiele in der Vergangenheit gezeigt haben.“ Gabriele Mateika ergänzt: „Kollektivstrafen werden von der großen Masse als ungerecht empfunden und vertiefen noch die Gräben zwischen Verbänden, Vereinen und Kurven.“

ProFans mahnt hier ein Umdenken an. Einen positiven Einfluss von Gruppen auf ihre Mitglieder erreicht man nicht dadurch, dass man ganze Gruppen unter das Damoklesschwert ihrer kollektiven Verbannung stellt. Hilfreicher wäre es, wenn die Vereine ihre sozialpädagogische Arbeit weiter intensivierten und auch die benachteiligende Diskriminierung von Gästefans aufhörte.

Schon aus der Wortwahl einiger Medien und Offizieller in den letzten Tagen spricht völlige Abwesenheit von Sachlichkeit und Vernunft. Während Fans immer wieder wegen ihrer derben „Kurvensprache“ kritisiert und teilweise sogar sanktioniert werden, sehen sie sich gleichzeitig selbst als „wilde Tiere“ bezeichnet und als „hirnlos“ diskreditiert.

ProFans steht für einen konstruktiven Dialog zwischen Fans und Vereinen. Dass eine sinnvolle Zusammenarbeit von Vereinen und Fans ein gewisses Vertrauen benötigt und dieses durch strafbare Vergehen von Fans sehr erschüttert wird, steht außer Frage. Wenn jedoch auf der einen Seite Vereine gerade jene Fans vom Dialog ausschließen, mit denen es schwierigere Fragen zu klären gibt und gleichzeitig die Fans zum Teil auf üble Art und Weise öffentlich beleidigen, sind die Chancen für einen konstruktiven Dialog von vornherein verbaut. Vielmehr wird auf diese Weise einer weiteren Radikalisierung von ausgeschlossenen Fans Vorschub geleistet. „Die vorgeschlagenen und zum Teil bereits umgesetzten Maßnahmen nach dem Derby in Mönchengladbach nehmen eine Gruppe aus dem Blickfeld der Fernsehkameras, lösen aber keine Probleme, sondern verlagern diese nur auf andere Bereiche“, stellt Alex Schulz von ProFans fest. Gerade Fans, mit denen es Probleme gibt, sollten vielmehr nach Möglichkeit stärker eingebunden werden in den Dialog und in verantwortliche Aufgaben der Fanarbeit.

Auch nach Vorkommnissen, die ProFans weder unterstützt, noch verharmlosen will, ist ein sachlicher Umgang geboten. Zu glauben, jegliche Störung eines Spieles ließe sich für alle Zukunft verhindern, ist einfach illusionär. Wie Werner Spinner in der Süddeutschen Zeitung anmerkt, gehören zum Dialog auch Rückschläge. ProFans stellt dazu fest, dass Verbände und Vereine sich selbst oftmals kontraproduktiv verhalten haben, indem sie den Fans immer wieder Entscheidungen zugemutet haben, die innerhalb der Fanszenen als massive Rückschläge und Vertrauensbrüche bewertet wurden. Dadurch wurden besonnene Kräfte in den Szenen oft geschwächt, statt gestärkt. „Gerade in den Gesprächen mit den Verbänden hatten wir das Gefühl, dass dort ein Umdenken stattfindet und Probleme erst analysiert und aufgearbeitet werden, bevor man öffentlich Maßnahmen vorschlägt“, so Alex Schulz von ProFans. „Leider wurde dieser Eindruck durch die Aussagen von Hendrik Große Lefert widerlegt.“

ProFans-Sprecher Jakob Falk stellt abschließend fest: „Es ist seit Jahren das Gleiche. Zu ruhigen Zeiten signalisieren alle Verantwortlichen Gesprächsbereitschaft und loben die beeindruckende Fankultur in Deutschland. Sobald es aber unliebsame Vorfälle gibt, wird der Dialog in dem Moment  aufgekündigt, da er am nötigsten ist. Gleichzeitig verteufeln die Verantwortlichen vor laufenden Kameras die Fankultur in immer neuen Superlativen und Vergleichen. Vor lauter Hysterie werden dann völlig übertriebene Maßnahmen ins Spiel gebracht und möglichst schnell beschlossen. Die Folgen tragen am Ende vor allem Fans, die mit den jeweiligen Vorfällen gar nichts zu tun haben. Wann werden die Verbände und Vereine endlich lernen, mit solchen Situationen professioneller und vor allem konstruktiver umzugehen?“

ProFans fordert die Verantwortlichen aus den Vereinen und Verbänden dringlich auf, die schnell ins Spiel gebrachten Maßnahmen, sowie die bereits erfolgten Schritte zu überdenken. Positive Veränderungen können durch die erwähnten destruktiven Vorschläge aus Sicht von ProFans nicht erreicht werden.

ProFans, im Februar 2015

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How much is the… Wurst?

Das Magazin SPONSORs veröffentlichte jüngst in ihrer Print-Ausgabe eine Preisübersicht für die Bier- und Wurstpreise in Liga 1 und 2, was natürlich eine gute Ergänzung zu unserer Dauerkarten-Preisübersicht ist.

Spitzenreiter beim Bier in Liga 1 ist, wie auch bei den Dauerkarten, der SC Paderborn, der mit einem Preis von 8,75€ (alle Preise auf einen Liter hochgerechnet) für sein Warsteiner zulangt. Am günstigsten trinkt man in Liga 1 “Brinkhoffs” beim BVB für nur 7,40€.
In Liga 2 hingegen sind Eintracht Braunschweig (8,75€) und 1860 (8,40€) weiterhin auf Erstliganiveau unterwegs, mit 8,-€ für das Astra hat der FC St.Pauli (zusammen mit dem KSC und Darmstadt) zumindest hier auch einen Relegationsplatz inne.
Das günstigste Kaltgetränk erhält man übrigens beim Brause-Hersteller, für das “Ur-Kostritzer” zahlt man lediglich 6,-€.

Bei der Stadionwurst gibt es dann weniger Vergleichbarkeit, ein “Preis pro Kilo” konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Die Bratwurst in der Allianz-Arena ist daher mit 3,90€ für Bayern- und 1860-Fans die teuerste in beiden Ligen, Paderborn (2,50€) und Union (2,-€) kassieren am wenigsten.
Hier liegt der FC St.Pauli (zusammen mit Braunschweig, Aue und Aalen) mit 2,50€ auf dem zweitgünstigsten Platz.

Kombiniert man beide Dinge (und das Bier weiterhin auf Literbasis) zu einem “Stadiongedeck”, wie SPONSORs es nennt, so zahlt man in der Allianz-Arena mit 12,30€ am meisten, im Erzgebirge bei Aue mit 8,75€ am wenigsten.
Der FC St.Pauli liegt hier mit 10,50€ etwa im Mittelfeld.

Im Durchschnitt zahlt man in der 1.Liga 3,-€ pro Wurst, im Unterhaus 2,80€.
Beim Bier beläuft sich der Durchschnittespreis in der bel étage auf 8,10€, in Liga 2 auf 7,60€.

Viel wichtiger als die Preise im Einzelnen ist am Millerntor hoffentlich auch weiterhin, dass möglichst viele Pfandbecher nach dem Ausleeren den Weg in die Spendentonnen von Viva con Agua finden. Dabei ist es dann auch egal, ob da vorher Bier, Wasser oder sonstwas drin war.

(Alle Zahlen aus der Auflistung von SPONSORs.) // Frodo

 

 

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NdS – Sp21 – SpVgg Greuther Fürth

Nach der 0-1 Heimspielniederlage gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth sprach ich heute wieder mit Jakob.

Wir sprechen uns nächste Saison, Jakob! // Michael

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21.Spieltag (H) – SpVgg Greuther Fürth

FC St.Pauli – SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1)
Tor: Kacper Przybylko (27.)
Zuschauer: 23.383 (ca. 600 Gäste)

Tja, gemäß dem Tweet, der als Anlaß zum Vorbericht diente, war es das jetzt. Wenn man aus drei Spielen sieben Punkte holen muss, ist man gescheitert wenn man auch nur ein Spiel verliert.
Doof, aber nicht ganz so tragisch, Osnabrück, Dresden, Kiel und Münster sind auch eher erreichbar als Aalen, Sandhausen und Heidenheim.
Und immer dran denken: Eine neue Liga ist wie ein neues Leben!

Okay, fairerweise sei darauf verwiesen, dass auch jener Twitterer heute bereits wieder den Kampfesmut auspackte und doch (noch) nicht für Abmeldung vom Spielbetrieb plädierte.
Wäre ja auch Quatsch.
Andererseits: So ganz gerettet sind wir halt rechnerisch auch noch nicht… *hust*

Vor dem Spiel gab es Feuer. Und zwar auf dem Bunker, der bereits vorab von Viva con Agua wunderschön mit Beamern beleuchtet wurde. Die pöse Pyro-Aktion danach hatte natürlich nichts mit VcA zu tun, mögen die verantwortlichen Schwerverbrecher bitte in der erwähnten Hölle schmoren, wenn die Zeit gekommen ist.
(Wie großartig das aussah, vielen Dank! Fotos u.a. bei Stefan Groenveld.)
Da es außerhalb des Stadiongeländes passierte und das Spiel in keiner Weise beeinträchtigt war, dürfte dem DFB eine Bestrafung schwer fallen. Und wenn sie sich doch dazu erdoofen sollten, so hoffe ich, dass unser Verein dagegen bis zum interstellaren Gerichtshof auf Omega 42 vorgeht.

Die Mannschaft begann so, wie sie es gegen Aalen und in Sandhausen getan hat. Power, Spielfreude, Chancen.
Doof nur: Wie schon in Sandhausen (und dem größten Teil der restlichen Saison) haperte es immens an der Chancenverwertung.

Und dann kam die Szene, die vielleicht spielentscheidend war:
Balleroberung Sobiech, Schachten schön auf Sobota und eine Flanke, die von Röcker mit dem Arm abgeblockt wird. Nach allem, was ich in monatelangen Investigativ-Recherchen bei CollinasErben über “Vergrößerung der Körperfläche” und “Arm über Kopf” gelernt habe, eine zweifellos richtige Entscheidung.

John Verhoek läuft an, Hesl hält, Nachschuß Koch, Latte, der Ball springt dem heranstürmenden Stephan Fürstner ins Gesicht, 1:0.
Fürstner beschwert sich beim hervorragend leitenden Schiedsrichter Petersen aus Stuttgart, der ihm daraufhin zurecht die gelbe Karte zeigt.
Der Rest ist Fußball wie aus einem Guss. Daube, Verhoek und Sobota erhöhen noch vor der Pause auf 4:0, in der zweiten Hälfte schaltet man einen Gang runter und Budimir, Thy, Nöthe und Schachten machen den zweiten 8:0-Heimsieg in einem Spiel mit Hamburger Beteiligung an diesem Wochenende fest.
Fürstner erhält früh wegen Meckern Gelb-Rot, zwei weitere Fürther fliegen aufgrund von Frustfouls vom Platz.
Ewald Lienen lobt später den Schiedsrichter für seine souveräne Spielleitung in der teils hektischen Partie.
Das Team steigert sich danach in einen Siegesrausch, erreicht noch Platz 3 und schießt in der Relegation eine gewisse Uhr aus.

Der Schiri nimmt den Elfer nach Rücksprach mit seinem Assistenten zurück.
Puh… ehrlich gesagt fehlen mir die Worte. Wenn man sich den Winkel anschaut, in dem der Ball vom Spieler wegspringt, kann es eigentlich keine zwei Meinungen darüber geben, dass der Arm in einer Art und Weise gehalten wurde, wie es lt. Regel nicht erlaubt ist.
Man kann hier sicher über Sinn und Unsinn solcher Regelauslegungen diskutieren, aber so wie sie aktuell ausgelegt wird, ist es aus meiner Sicht ein klarer Fall, den der Assistent nur dann überstimmen dürfte, wenn er es zweifelsfrei anders gesehen hat.
Tja, haste Scheiße auf der Brille, haste Scheiße auf der Brille…

Es kam, wie es kommen musste.
Beide Teams verteidigten bei Freistößen aus dem Halbfeld sehr hoch. Während uns dies in der 3.Minute fast die Führung beschert hätte, als Koch clever von hinten reinläuft und dann den Ball zu weit wegspringen lässt, wir danach uns aber nicht mehr so geschickt anstellten und die Situationen nicht entsprechend nutzen konnten, geht Fürth mit diesen Bällen deutlich geschickter um und schließlich trifft (wer auch sonst) Kacper Przybylko aus so einer Aktion heraus zum überraschenden 0:1.
Mag Abseits gewesen sein, ist aber nur mit Standbild aufzulösen, passiert. Passt aber in die Reihe von knappen und unglücklichen Entscheidungen an diesem Abend, die leider fast immer zu unseren Ungunsten liefen.
(Ja, Fürths 2:0 kurz vor Schluß wäre kein Abseits gewesen, da war das Spiel dann aber auch schon fast durch und die Situation entsteht ja auch nur, weil man schon alles nach vorne werfen muss.)

Und während man, wenn man oben steht, solche Dinge wegsteckt und weitermacht, geht als Tabellenletzter eben dann das Kopfkino los. Budimir versagt letzte Woche frei vorm Tor in Sandhausen, Daube kläglichst gestern Abend, Verhoek sogar gleich mehrfach, Schachten verstolpert eine 3 gegen 1 – Situation.
Darf alles nicht passieren, passiert aber eben auch.

Um es auch klar zu sagen: Natürlich war der Schiri nicht unser Freund gestern. Und – siehe durchgestrichenen Text – wenn wir den Elfer bekommen und in Führung gehen, machte Fürth gestern nicht den Eindruck nach vorne sonderlich viel entgegensetzen zu können.
Und vielleicht ist das psychische Element auch nicht zu unterschätzen, im Gefühl einen (berechtigten) Elfer zu erhalten diesen förmlich entrissen zu bekommen.
Ewald Lienen äußerte sich bei sky jedenfalls sichtlich angefressen.
Und trotzdem: Chancen genug gab es, Schiedsrichter hin oder her. Den goldenen “Aytekin am Bande” werden wir Herrn Petersen aber natürlich trotzdem gern per Post zukommen lassen.
Lienen traue ich aber durchaus zu, die Sätze bewusst so platziert zu haben, ggf. auch um Druck von der Mannschaft zu nehmen. Ob es klappt? Man wird sehen.

Und nun?
Vom Spielbetrieb abmelden” ist wie erwähnt keine Option. Drei Punkte Rückstand (plus Tordifferenz) bei noch 13 Spielen ist sicherlich eine Situation, die keinem Spaß macht, allerdings ist “hoffnungslos” auch etwas anderes.
Nur: Sehr viele Patronen im Lauf haben wir eben nicht mehr, eine Niederlage bei 1860 würde dann sogar mich langsam etwas unruhig machen.
(Eine 2,5 auf einer Skala von 1 (=Gelassenheit in Person) bis 10 (= wir werden alle sterben))

Hilft ja alles nichts, und Durchhalteparolen sind auch eher was für Trainer und Sportchefs, aber: Es gilt, die positiven Dinge mitzunehmen.
(Verflucht, wo ist das Phrasenschwein, wenn man es mal braucht?)
Robin Himmelmann zeigte, warum es die richtige Entscheidung war ihm das Vertrauen zu geben.
Waldemar Sobota zeigte zumindest in Ansätzen, dass er sowohl spielerisch als auch vom “Dreckigkeitsfaktor” der Mannschaft in der Situation helfen kann.
Marc Rzatkowski zeigte den Einsatz, den es in solchen Situationen braucht. Kam in Ansätzen auch bei den anderen oft genug rüber, zumindest hängen gelassen hat sich keiner.
Es werden wieder Chancen herausgespielt.
Die Defensive steht zumeist recht gut, zumindest deutlich stabiler als in der Hinrunde.

Jetzt muss es halt nur mal ein Erfolgserlebnis geben.
Gerne am Samstag in München. // Frodo

Links:
– Fotos und Bericht bei Stefan Groenveld
– Bericht bei Hamburg ist Braun-Weiss
– Frustbewältigung beim Kiezkieker
– Bericht auf Fürth: Positiverlebnis

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Wochenende(n) der Wahrheit, Teil 1

Der Anlass zu diesem Beitrag war folgender Tweet:

Nun gut, Twitter ist durch seine 140-Zeichen-Begrenzung ein eher verkürzend darstellendes Medium, der Twitterer ansich ist für seine gern auch mal provozierenden Aufregereien im FCSP-Zusammenhang durchaus bekannt. Man kann diesen Tweet also auf vielerlei Art und Weisen einordnen.

Nichts desto trotz sind die Spiele vom heutigen Freitag bis kommenden Montag schon richtungsweisend, was den Abstiegskampf in Liga 2 anbelangt, insbesondere folgende Partien:

Freitag:
Fortuna Düsseldorf – Erzgebirge Aue

Samstag:
1.FC Kaiserslautern – VfR Aalen
FC Ingolstadt – SV Sandhausen

Sonntag:
SV Darmstadt 98 – 1860 München

Montag:
FC St.Pauli – Greuther Fürth (Vorbericht im MillernTon hier)

Ein beliebter Tipp bei Fußballspielen ist ja das 2:1, oftmals für das Heimteam.
In jedem der obigen Spiele ist das Heimteam bei den Wettanbietern Favorit, meist recht deutlich, lediglich bei unserem eigenen Auftritt am Millerntor ist es etwas knapper.

Gibt man die entsprechenden Siege nun in einen Tabellenrechner ein, so ergibt sich folgende Tabelle ab kommenden Montag um kurz nach 22.00h:

Tabellenrechner - (c) www.kicker.de

Tabellenrechner – (c) www.kicker.de

Jawolla, sieht doch schon wieder viel besser aus!
Die Woche drauf bei 1860 gewinnen, dann noch gegen Aue… und schon kann man langsam mal nachgucken, wieviel Punkte denn auf Platz 3 noch fehlen!

Okayokay, Spaß…
Denn gehen die Spiele leicht anders aus, insbesondere bei unserem eigenen Spiel, so dreht sich natürlich auch das Tabellenbild immens schnell wieder gegen uns.

Die prognostizierten 34-37 Punkte, die wir zum Klassenerhalt wahrscheinlich benötigen, sind noch 17-20 Punkte entfernt. So viel also (17), wie wir aus 20 Spielen bisher geholt haben. Und es sind nur noch 14 Spiele über, kein Grund also in Euphorie zu verfallen, auch wenn die bisherigen drei Spiele der Rückrunde insgesamt deutlich ansprechender waren als die Hinrunde.

Auch das Spiel am Samstag beim SV Sandhausen dürfte kaum Anlass geben, den Klassenerhalt bereits zu verbuchen, allerdings gab es durchaus auch Positives:

  • Julian Koch (passenderweise heute gleich angeschlagen, hoffentlich nur eine Vorsichtsmaßnahme) scheint der Defensive die erhoffte Stabilität zu verleihen.
  • Die ersten Minuten sahen so aus, wie man sich das öfter wünscht. Druckvoll nach vorne, Chancen herausgespielt
  • Nach hinten wurde so gut wie nichts zugelassen, darüberhinaus wirkte Robin Himmelmann in den wenigen Situationen in denen er gefordert war absolut souverän.

Es ist immer ein Zeichen von Schwäche, wenn man auf die Ergebnisse der Anderen schaut. Daher wäre es schön, wenn wir dem Tweet oben Folge leisten und einfach mal (mindestens) die sieben geforderten Punkte einsammeln. Völlig ungeachtet der Frage, ob die anderen da unten nun deutlich souveräner erscheinen als wir selbst, oder nicht.

Und ein letztes Wort noch zu Ante Budimir: Ich dachte eigentlich, dass Häme gegen eigene Spieler seit den Zeiten von Stephan Hanke und seinem Wunderland oder der “Don’t mess with Ebbers“-Story bei uns vorbei seien.

Da es sie vereinzelt aber immer mal wieder gibt, hier eine Lanze, um sie zu brechen:
Man sieht bei ihm bei fast jeder Ballannahme und Weiterverarbeitung, dass er dies (gerade unter Druck von 1-3 Gegnern) unfassbar gut löst, den Ball behauptet und meist auch gut weiterleitet.
Was ihm sicher fehlt: Glück im Abschluß.
Vielleicht ist die alleinige Sturmspitze auch nicht seine Idealposition.
Und natürlich war die vergebene Großchance in Sandhausen Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker. “Muss” er reinmachen, klar.
Wir wir alle so vieles “müssen”, und aus den verschiedensten Gründen dann manchmal eben doch nicht tun, passiert.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass bei ihm der Knoten platzen wird.
Allein: Beweisen kann ich es nicht.
Es ist aber sicher niemand traurig, wenn Ante schon Montag besagte Beweise anfängt zu liefern.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende! // Frodo

P.S.: Das Wochenend-Programm bis zum Montag:
Freitag:
Fanladen-Geburtstag!
Samstag:
14.00h, U23 – BV Cloppenburg
17.30h, Handball 1.Damen – SG Oeversee/Jarplund-Weding
19.30h, Handball 1.Herren – TV Fischbek
Sonntag:
11.00h: hsv – U19

 

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VdS – Sp21 – SpVgg Greuther Fürth

Winterpause adé! Der Millernton meldet sich zurück im Abstiegskampf. Das erste Heimspiel des Jahres 2015 – der FC St. Pauli gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth. So sprach ich heute mit einem guten alten Bekannten. Jakob wünscht sich wieder mal ein Tor für seinen Verein, ich möchte es ihm gleich tun. Wird wohl ein 0-0. Was sehr schade wäre. Viel Spaß beim Anhören!

Wir sprechen uns am nächsten Mittwoch, Jakob! // Michael

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Azzouzi, Meggle, Göttlich, Lienen – Endlich Winterpause

Montag/Dienstag, 15./16.Dezember 2014 – oder auch: die Tage nach Darmstadt und vor Ingolstadt, um im St.Paulianischen Kalender zu sprechen.
Ja, kein Grund zum Jubeln nach der 0:1-Niederlage, eher Zeit zum Wunden lecken und Konzentration sammeln vor den letzten beiden Spielen des Kalenderjahres, welches es schnellstmöglich abzuhaken gilt.
Und doch: Zwei Tage, die auch ein mittleres Erdbeben im Verein auslösten.

Es begann am Montag noch recht harmlos, mit einem zweiseitigen Interview von Oke Göttlich im “bunten” Teil des Kicker, in dem er den handelnden Personen (Meggle und Azzouzi) sein Vertrauen aussprach und für ein erfolgreiches Gelingen des Unternehmens Klassenerhalt im Mai ein gestärkt daraus Hervorgehen versprach. Klang super, sah ich genauso. (Hier ein gekürzter Ausschnitt.)
Am Abend wurde ein weiterer wichtiger Punkt, denn Deniz Naki selbst gab das Ende eines der Aufregerthemen der letzten Wochen bekannt. Auf die ihm eigene offene Art und Weise machte er auf Facebook öffentlich, dass der FC St.Pauli ihm keinen Vertrag anbieten würde.
Wahrscheinlich hätte er es bei dieser Sachebene belassen sollen, große Sympathien wären ihm sicher gewesen, Unverständnis wäre geäußert worden. Konnte er aber nicht, er trat nach – in einer Mischung aus Selbstherrlichkeit und beleidigter Leberwurst, die beim Lichterkarussell ausführlich und treffend gewürdigt wurde.
Das FB-Posting ist inzwischen gelöscht worden. Einige dachten, es wäre ein Zeichen der Reue oder taktisches Kalkül, um die Tür vielleicht doch nochmal etwas zu öffnen. Andere vermuteten gar Zensur!
Mal ehrlich… Facebook mischt sich in den kleinen Zwist eines Fußballers mit einem Zweitligisten ein und löscht ein nicht annähernd strafrelevantes Posting, zu dem es keinerlei Grund gibt es überhaupt zu melden? Paranoia ist ja manchmal okay, aber hier geht es dann doch zu weit.
Tatsächlich wurde das Posting von FB gelöscht, weil Deniz auch nach mehrfacher Aufforderung durch einen beim FC St.Pauli durchaus bekannten Fotografen die mit dem Posting verbundenen Fotos nicht löschte, die einen Copyright-Verstoß darstellten. Dumm gelaufen, irgendwie aber auch bezeichnend.
Lieber Deniz, ein „bleib wie Du bist“ klingt nach diesen Sätzen irgendwie komisch, andererseits bin ich mir sicher, dass auch die vielen guten und richtigen Dinge, die von Dir ausgingen eben nur zustande kamen, weil Du bist wie Du bist. Ich wünsche Dir daher ganz ehrlich und aus tiefstem Herzen alles Gute und hoffe, dass Du schon zur Rückrunde einen Verein findest, bei dem Du glücklich wirst. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann dann doch nochmal die Chance für uns und Dich zusammenzufinden.

Nachdem dies in der Nacht zu Dienstag geklärt war und sich mit dem sehr guten Artikel des Lichterkarussells auch alle hätten wieder dem Tagesgeschäft widmen können, kam dann der nächste Knaller: Lienen ersetzt Meggle, Meggle ersetzt Azzouzi, Azzouzi… wird vor die Tür gesetzt.
All dies nur einen Tag, nach besagtem Interview mit Oke Göttlich im Print-Kicker. Selbst Reinhold Beckmann fragte am Samstag in der Sportschau, wie denn so ein Sinneswandel in nur 24 Stunden möglich wäre.
Nun gut, da müsste man natürlich berücksichtigen, dass das Interview wie erwähnt im „bunten“ Teil des Kickers erschien, der redaktionell in großen Teilen schon immer vor dem Wochenende fertig ist und das Interview also wahrscheinlich schon Donnerstag oder Freitag geführt wurde. Trotzdem bleibt es eine ziemlich unerwartete Kehrtwende, auch wenn in 4-5 Tagen im Profifußball natürlich immer eine Menge passieren kann.

Schaut man sich die gemeinsame Pressekonferenz von Oke Göttlich und Thomas Meggle an, so kann man schon heraushören, dass Meggle diese Lösung vielleicht nicht laut jubelnd herbeigefordert hat, aber doch auch überzeugt mit trägt.
Demnach war es also auch Meggles Empfehlung, etwas zu verändern. Ein „Und wenn, dann jetzt!“ kann gedanklich durchaus hinzugefügt werden.
Und dann liest man im Abendblatt-Artikel vom letzten Mittwoch zusätzlich, dass Lienen eben auch einer von vielen externen Beratern ist, mit denen sich der Verein in den letzten Wochen traf. Zehn seien es gewesen, so Göttlich auf der Pressekonferenz.
Eine im Profifußball wohl eher unübliche Vorgehensweise (wie ja auch der Fragebogen, den Deniz Naki als unzumutbar empfand…), umgekehrt aber hier durchaus ein großer Vorteil, denn dadurch war man vorbereitet.
Sowohl von Vereinsseite, indem man aus dem Kreis der Berater bereits eine Vorauswahl an möglichen Trainernachfolgern erstellen konnte, als auch Ewald Lienen selbst, der bereits detailliert im Thema war.
Ich bin ganz ehrlich: Im Text zum neuen Präsidium im letzten Print-ÜS hatten wir einen Wechsel im Trainserscouting bereits angesprochen. Und dann kommt Ewald Lienen? Es klang alles nach undurchdachter Kurzschlußreaktion. Als dann besagte externe Beratersitzungen angesprochen wurden, machte es allerdings wieder Sinn.

Zum Thema Rachid Azzouzi wurde viel geschrieben, u.a. auch bei uns, von Mirco. Es bleibt festzuhalten, dass er an den Ergebnissen gemessen werden muss, die mit “Platz 17″ eben nicht so ausfallen, wie man sich das erhofft hat. Dabei gibt es viele verschiedene Gründe die dazu führten, u.a. sicher auch “Pech”.
Egal aber, wie man zu ihm steht: Auch wenn man ihn in der Sache kritisiert, verbieten sich einige genutzte Formen der Kritik von selbst.
Ich wünsche ihm in seiner nächsten Position jedenfalls alles Gute, hat bei halt nicht sollen sein.

Das Spiel gegen Aalen nährt die Hoffnung, dass der Klassenerhalt in den verbleibenden 15-17 Spielen gelingt. Wird kein Selbstläufer, ist aber mit ein bißchen weniger Verletzungspech absolut machbar.

Verletzungspech:
Gebt doch mal einen Tipp ab: Welcher Spieler stand als Einziger bei allen 19 Spielen zur Verfügung?
Richtig, Philipp Tschauner. (Lösung: Zeile markieren)

Auf die meisten Einsätze in 19 Spielen kommen zwei, bei denen man auch nicht unbedingt drauf tippen würde: Dennis Daube (18) und Lennart Thy (17). (Lösung: Zeile markieren)

Insbesondere die Abwehr wurde massiv durcheinandergewirbelt, elf(!) verschiedene Spieler standen in unserer Viererkette, wenn man die Anfangsformationen durchgeht. Lasse Sobiech ist hier mit 16 Einsätzen die Konstante, danach folgt schon Sören Gonther mit 12. Lediglich an den Spieltagen 2-3 (Schachten, Sobiech, Gonther, Buballa), 6 (Buballa, Thy, Thorandt, Ziereis), 9-10 (Sobiech, Thy, Startsev, Ziereis) und 16-18 (Schachten, Sobiech, Gonther, Halstenberg) gab es  die gleiche Aufstellung wie im Spiel zuvor – wie man sieht, aber immer mit großer Rotation im Gesamtgefüge.

Bei Langeweile kann das gerne jemand für das Mittelfeld durchspielen, man dürfte auf ähnliche Werte kommen, in der Abwehr ist eine eingespielte Kette aber sicher am wichtigsten, was sich ja auch an unserer Gegentorflut ablesen lässt.

Statistik eines 17. nach 19 Spielen:
Wir haben nach 19 Spielen 16 Punkte geholt, damit einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz (VfR Aalen) und den ersten Nichtabstiegsplatz (1860).

Schaut man sich die letzten Jahre (seit Einführung der Relegation) an, so ist dies etwa im Durchschnitt. Dynamo Dresden hatte letzte Saison 21 Punkte (schaffte es aber am Ende nicht), Hansa hatte 2011/2012 12 Punkte, stieg damit ebenso ab.
In den sechs Jahren stieg der 17. nach dem 19.Spieltag viermal sportlich ab (Dynamo, Sandhausen [die aber durch Duisburgs Lizenzentzug drin blieben], Hansa und Wehen-Wiesbaden), lediglich der FC Ingolstadt und FSV Frankfurt konnsten sich 2011 und 2010 noch retten.

15,17 Punkte hatten sie im Schnitt nach 19 Spielen, sie holten in den verbleibenden 15 Spielen im Schnitt 16 Punkte (Top: FSV Frankfurt mit 25, Flop: Wehen-Wiesbaden mit 10).
Das Team auf Relegationsplatz 16 hatte in diesen sechs Jahren im Schnitt knapp 34 Punkte (von 31 bis 37), der 15. hatte knapp 37 Punkte (von 33 bis 40).
Mit 32 Punkten war Dynamo Dresden in der letzten Saison der punktbeste 17. am Saisonende, mit 33 Punkten wäre man also immer mindestens auf dem Relegationsrang gelandet.

Nimmt man diese Zahlen als Grundlage, so brauchen wir also noch ca. 17 Punkte für den Relegationsplatz, noch ca. 20 Punkte für den direkten Verbleib.
Fünf bis sechs Siege also, dazu drei Unentschieden – wie erwähnt, ist sicher mit einem vollständigen Kader nicht unmöglich, muss aber in der aktuellen Tabellensituation und dem damit verbundenen Nervenkostüm auch erst mal geholt werden. // Frodo

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Jahresrückblick 2014

Da sendet man seinen Jahresrückblick schon Anfang Dezember und wat is’?
Udo Jürgens, Joe Cocker, Flugzeugabsturz, Fährunglück… alles nicht mit drin.

Nun gut, sind ja auch alles keine schönen Dinge, gehören aber trotzdem dazu.
Daher, wie schon 2010, 2011, 2012 und 2013 auch hier wieder (und eben erst jetzt) der Jahresrückblick auf diesen Blog, ohne Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf das FCSP-Universum.

Beginnen möchte ich, wie immer, mit:

Zahlenwerk

  • Es gab “nur” 47 neue Blogartikel, dies ist im Vergleich zu den Vorjahren ein deutliches Minus. Hinzu kommen aber 65(!) Podcasts, wobei man hier natürlich noch zwischen den “Vor/Nach dem Spiel”-Gesprächen (56) und dem “Vollprogramm” MillernTon (9) unterscheiden muss. Bei den VdS/NdS-Gesprächen vielen Dank an alle Mitstreiter, insbesondere an Michael, der einen Großteil der Gespräche seit Sommer alleine gestemmt hat.
    So gesehen also 112 x etwas “Neues” im Blog.
  • Google Analytics vermeldet 200.727 “Seitenaufrufe” von 102.238 “Besuchern”, die 163.211x im Blog vorbeischauten. Damit nochmal 30.000 mehr Seitenaufrufe als im Vorjahr.
  • Als Betriebssystem führt Windows (44%) vor Android (22%),  iOS (20%) und Mac (10%).
  • Knapp 93% der User surfen in Deutschland die Seite an, die Schweiz, Österreich, Großbritannien und die USA sind noch mit vierstelligen besucherzahlen vertreten. (Chile folgt übrigens mit 280 Besuchern schon auf Platz 10…)
  • 44.000 Klicks kommen aus Hamburg, es folgen NRW (26.000) und Niedersachsen (16.000).
  • 47.000 x wurde die Seite ansich aufgerufen, also ca. 130 Personen pro Tag ohne direkten Artikelbezug, die einfach nur schauen ob es was Neues gibt. Danke dafür!
  • Meistbesuchter Artikel, as always: Die Preisübersicht für die Dauerkarten in Liga 1&2. Mit >26.000 Klicks auch ein neuer absoluter Besucherrekord. (Selbst der Vorjahresartikel kommt noch auf knapp 13.000 Klicks.)
    Es folgt “Kein Millerntor dem DFB” mit >15.000 Klicks, nach wie vor ein genialer Marketingschachzug unseres Vereins in guter Zusammenarbeit mit dem Verband. Danke, DFB.
    Respekt, Digga” aus dem Print-ÜS folgt dann mit 3.600 vor dem April-Heimspiel gegen Aalen (3.200, wohl aufgrund der Aufregung um die Boll-Nichtnominierung) und meinem Besuch beim 100.Nordderby zwischen Werder und unserem Nachbarn (3.200).
  • Knapp 44.000 User fanden ihren Weg hierher über Facebook. Es folgt Google (30.800) vor Twitter und StPauli-Forum.de (beide je 10.000), über uebersteiger.de kamen 3.500 Klicks, die inzwischen leider eingestellte Link-11 von Fokus-Fussball.de brachte noch 608 User hierher.

Auf geht’s, was gab es denn zu lesen? Wie immer streng chronologisch:

Januar

Ein einsamer Artikel: “Denkt an die Kinder, Teil 2 – Die MOPO im Pipi Langstrumpf-Modus“. Jene “gewagte” Titelseite des Hamburger Lokalboulevards, die später dann von ÜS und Viva zu einem schönen (nicht abgesprochenen) Doppelcover führte.
Im viel gelobten siebten Teil des MillernTon (“Stierhoden mit Vanillesauce“) sprachen wir u.a. über das Gefahrengebiet auf St.Pauli.

Februar

Die kürzeste Auswärtsfahrt der letzten Saison führte uns nach Bielefeld, von wo Daniel berichtete. Gleichzeitig begann das (recht ehrgeizige) “VdS/NdS“-Projekt, zu jedem Spiel ein kurzes Telefonat vor und nach dem Spiel mit einem Fan der gegnerischen Mannschaft zu führen. Und irgendwie machte ein gewisser Kacper Przybylko als Joker zwei Kopfballtore und uns einen Strich durch die eingeplanten drei Punkte.
Anschließend verloren wir noch gegen Bochum und der Monat war rum.

März

Der März begann mit dem 100.Nordderby der Bundesliga, zwischen Werder und dem hsv, welches Bremen bekanntlich für sich entschied und den Nachbarn in noch größere Nöte stürzte.
Wir hingegen drehten einen Rückstand gegen Union durch ein spätes Tor von Fin Bartels, wir verloren beim FSV Frankfurt und die Handball-Abteilung organisierte ein Soli-Turnier für die Lampedusa-Flüchtlinge und zu guter Letzt erschien auch noch der ÜS 114, ehe es im MillernTon mit Redax-Kollege CF u.a. um Fußballbesuche in England ging.

April

Der April brachte ein länger vorbereitetes Fleißsternchen ans Tageslicht: Die Statistik über einen Zusammenhang zwischen dem Münsteraner Tatort und den Ergebnissen des
FC St.Pauli
.
Im MillernTon war Daniela Wurbs (Fans & Supporters Europe, FSE) zu Gast und die eigentlich behutsam ausklingende Saison wurde dann doch nochmal hektisch, als es einen Aufreger um die Nicht-Nominierung von Fabian Boll im Spiel gegen Aalen gab.

Mai

Der Mai war mit acht Artikeln eher “betriebsam”, den Anfang machte ein Artikel der vom ÜS gesponserten 4.Herren zum bevorstehenden Umbruch und Abstiegskampf (der leider schlußendlich verloren wurde).
Es folgte die Saisonabschlußfahrt im Sonderzug nach Kölle, ehe wir den ÜS 115 mit “Time to say GoodBoll” herausbrachten und dessen Verabschiedung im letzten Saisonspiel gegen Aue zelebrierten. Wäre eigentlich ein Moment zum Einläuten der Sommerpause gewesen, doch dann trainierte der DFB plötzlich bei uns, weil das Stadion des Nachbarn aufgrund der Relegation nicht zur Verfügung stand, und das ganze Theater ging los. “Kein Millerntor dem DFB“, inkl. “MillernTon Extra“, anschließend ein erfolgreich verkauftes T-Shirt, danach Antira-Turnier und MillerntorGallery-Ausblick.
Und den MillernTon gab es auch noch, zu Gast in einer sehr interessanten Sendung war U23-Coach Thomas Meggle.

Juni

Im Juni veröffentlichten wir einen WM-Fragebogen der Redaktion, der zuvor auch schon im Print-ÜS zu lesen war. Außerdem machte Hummel einen ziemlichen Rummel um das neue Trikot.
Und schließlich gab es neues Futter für Zahlenfreunde, die Dauerkarten-Preisübersicht.

Juli

Der Juli begann mit einem Aufreger: Das amtierende Präsidium wird vom Aufsichtsrat nicht für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen.
Anschließend verkündete man die Einführung einer Online-Ticket-Tauschbörse und im Blog fragten wir mal wieder die Saisonprognose ab. (Ja, ich muss das noch auswerten, Notiz an mich selbst…)
Außerdem äußerte ich mich zu den zwei bestimmenden Themen, nämlich Spielboykott von Fanseite und der Bezahlung von Polizeieinsätzen.

August

August! Saisonauftakt! Und nur ein kümmerlicher Punkt gegen Ingolstadt
Noch ernüchternder war die 2:0-Niederlage in Aalen, bei der ich mich erstmals als AFM-Radio-Co-Reporter neben Wolf versuchte.
Und dann ein “Jetzt wird endlich alles besser!”-Artikel, nach dem 2:1 gegen Sandhausen und dem Last-Minute-Gewurschtel von Lasse Sobiech. Nun ja, hinterher ist man immer klüger…

September

Bämm! Meggle folgt auf Vrabec! Hoffentlich der letzte Trainerwechs… ähm… schon gut.
Es folgten der Ausblick auf das inzwischen 7. Blindenfußball-Hallenmasters und der Rückblick auf den zweiten Saisonsieg am 7.Spieltag, gegen die Eintracht aus Braunschweig, einer von ja leider nur zwei Siegen unter Thomas Meggle.
Im MillernTon hatten wir mit Sven und Olav vom MillerntorROAR quasi lebende Fanzine-Geschichte zu Gast und jede Menge Spaß, während es für “Respekt, Digga!” von Mirco aus dem Print-ÜS viel Lob gab.

Oktober

Minusbilanz. Etwas Werbung für drei externe Sachen, etwas Werbung für das eigene Heft… und dann immerhin doch noch was Eigenes, nämlich ein Rückblick auf drei Spiele in fünf Tagen, inklusive Juniors erstem Flutlicht-Auswärtsspiel.
Beim MillernTon hingegen war Marcus Wiebusch zu Gast und sprach über Allerlei, Schwerpunktmäßig natürlich über sein Lied & Video “Der Tag wird kommen”.

November

Zunächst gab es zwei Artikel aus dem Heft: Eine Einschätzung des neuen Präsidiums und ein Interview mit zwei Mitgliedern des HFC Falke.
Und kurz vor der JHV gab es dann noch, im Rahmen der zunehmenden Unzufriedenheit in den Hamburger Medien und auch in Teilen der Fanszene einen Gastartikel, der eine Lanze für den Aufsichtsrat brach.
Die JHV war auch Thema im MillernTon, wo mit Dagmar und Karsten zwei Kandidaten für den Aufsichtsrat zu Gast waren.
Es gab einen kleinen Ausblick auf die Blindenfußball-WM und Ende November dann leider noch eine schlimme Nachricht für die gesamte Redaktion. Uwe, Du fehlst.

Dezember

Der Punkt in Bochum (inkl. Torhüterwechsel), der Heimsieg gegen Aalen (nach Trainerwechsel), die sehr angenehme MillernTon-Folge mit Sebastian Schachten – drei Dinge, die Mut machen für das nächste Jahr.
Zum Abschluß gab es dann noch einen Gastartikel zur Werbung der Bundeswehr beim Rostocker FC und den Artikel von Mirco aus ÜS118 über die Arbeit von Rachid Azzouzi – geschrieben allerdings, als dieser noch im Amt war.

Das war’s – vielen Dank für’s bis hierhin durchhalten, bis demnächst! // Frodo

 

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Rache an Rachid – Oder: Alle auf die 11… Spieler

Dieser Artikel von Mirco erschien bereits im Print-ÜS 118 am 20.12.2014 – als sachliche Bewertung der Arbeit von Rachid Azzouzi. Nur war Azzouzi leider an diesem Tage bereits in keiner Funktion mehr beim FC St.Pauli tätig, da er am Dienstag zuvor, als unser Heft bereits auf dem Weg zum Drucker war, beurlaubt worden war.
Der Umgang mit Rachid Azzouzi von Vereinsseite sieht von außen betrachtet sehr anständig aus – wenn man dies in diesem Geschäft bei Beurlaubungen/Entlassungen überhaupt je sagen kann – von Seiten der (im Forum und den sozialen Medien schreibenden) Fanszene war dies leider nicht immer zu behaupten.

Auch wenn es für Rachid Azzouzi nun zu spät ist, soll dieser sehr gelungene Artikel trotzdem auch allen zugänglich sein, die bei jenem Schietwetter keines unserer Hefte erstanden haben. Auf geht’s.

Rachid. Fast könnte man ob der grenzenlosen Abneigung, die ihm derzeit entgegenschlägt meinen, das Wort “Rache” in seinem Vornamen zu entdecken. Rache für Erfolglosigkeit, Rache für Enttäuschung, Rache für Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe. Wie ist die Situation der ersten Fußballmannschaft des FC St. Pauli im Herbst 2014?

Bescheiden.

Kurz vor dem Auswärtsspiel in Bochum: 12 Punkte aus 15 Spielen. 15 geschossene, aber 32 gegnerische Tore. Mit den Gegentoren nehmen wir den negativen Spitzenwert der zweiten Liga ein. Leider sogar mit etwas Abstand. Noch mehr schockiert das Geschehen auf dem Platz. Unsicher und nervös, fehlerbehaftet und zweikampfschwach. Man steht deutlich zu weit weg vom Gegner, verliert die wichtigen Duelle. Und dies vor allem im defensivem Mittelfeld, eine verunsicherte und in fast jedem Spiel neu formierte Viererkette dahinter tut ihr Übriges.

Vorne läufts auch nicht üppig, aber unser Problem liegt hinten. Mit 15 geschossenen Toren ist das zu wenig, aber wir befinden uns mit diesem Wert im Mittel der Abstiegskandidaten im unteren Tabellendrittel.

Woran liegts?

Kurzum: Ich weiß es auch nicht. Es scheint vieles nicht zu stimmen. Mit jeder Niederlage wächst die Unsicherheit, mit der Unsicherheit ist die nächste Niederlage fast gewiss. Wichtig sind in solchen Phasen Erfolgserlebnisse. Bleiben die aus, geht die Todesspirale weiter. Angriff in der Rückrunde heißt die Devise. Es bleibt genug Zeit.

Aber reicht das Potential im Kader? Wüsste ich das, würde ich Fußballmanager und wohl reich werden. Fußball hat nicht nur mit spielerischer Stärken zu tun, es geht auch um mentale Kraft und die Fähigkeit, sich zu quälen. Tugenden, deren vermeintliches Fehlen in der Fanszene derzeit unendlich bemüht werden und je nach Vorlieben und Abneigungen bei dem einen oder anderen Spieler besonders gesehen oder besonders in Abrede gestellt werden. Wissen tun wir es alle nicht. Ein Spieler wie Sebastian Schachten scheint hier über jeden Zweifel erhaben, spielt seit seiner Rückkehr nach langer Verletzung jedoch stark fehleranfällig und war gegen RB Leipzig ursächlich beteiligt an der Entstehungsgeschichte dreier Gegentore. Sören Gonther genoss an sich auch den Nimbus des Kämpfers und auch er erlaubt sich derzeit mehr Böcke als in den gesamten zwei Saisons davor zusammengerechnet. Sind diese Spieler deshalb schlecht? Nein! Sie sind außer Form. Sie waren verletzt, es fehlt Spielpraxis und sind mit sich selber beschäftigt und können daher der Mannschaft keine Impulse geben. Wenn man bei sich selber Fehler vermeiden will, kann man kein Vorbild sein. Fehler müssen erlaubt sein, dann finde sie nicht statt. Leider erlaubt die Situation und vor allem wir Fans derzeit keine Fehler.

Und Rachid?

Er scheint momentan an allem Schuld. Die Fanszene verfällt in Mechanismen wie bei jedem anderen Bundesligaklub. Es werden unendlich viele Phrasen gedroschen. Komplette Ahnungslosigkeit hindert offenbar niemanden mehr daran, auswendig gelerntes aus Print, TV und Netz herunterzuleiern und mit Küchenpsychologie zu garnieren. In solchen Phasen wird immer “das Herz” bemüht und dass wir “einen Knipser” brauchen. Es ist immer mindestens die “schlechteste St.Pauli-Mannschaft”, die man erlebt habe und schließlich stehe man schon seit den späten 60ern im Stadion. Aha. Dann frage ich mich, was mit den nicht wenigen Abstiegsteams unserer Geschichte ist, die waren also alle besser? Das aktuelle Team hat jetzt schon mehr Punkte als jenes von 2002/03 zum Ende der Hinrunde.

Derzeit werden keine Lösungen gesucht, sondern Schuldige. Das hat man bei der HSAG übrigens auch gemacht. Dort sei die zu große Beteiligung der Fans an der Misere Schuld gewesen. Obwohl es keine nachvollziehbaren Anzeichen dafür gab, hat jeder es geglaubt, denn einfache Lösungen haben ihren Charme durch – eben – ihre Einfachheit. Und nun hat man den Salat. Das Sagen haben Wenige, der Fan selber hat nur noch den Stammtisch und besser geworden ist nichts. Einfache Lösungen sind einfach …. und einfach blöd.

Analyse rules….

Rachid Azzouzi kam im Sommer 2012/13 zum FC St. Pauli. Nach einer unendlichen Posse um die Entlassung von Schubert und/oder Schulte. Zur Erinnerung: Dafür kann er nichts!

Er fand Stückwerk vor: Eine Mannschaft mit viel Potential, welche in der Hinrunde der Vorsaison die beste Halbserie des Vereins aller Zeiten spielte! Ab der Rückrunde aber machten sich Probleme zwischen sportlicher Leitung und Mannschaft bemerkbar. Der Trainer galt als absoluter Fachmann mit sehr viel Fußballverstand, im Zwischenmenschlichen war aber wohl noch Luft. Er galt als cholerisch und unfair. Die gute Laune schwand, die guten Ergebnisse ebenso. Man krampfte sich durch die Rückrunde und wurde Fünfter. Rachid übernahm eine fast schon demontierten Trainer und eine halbfertige Kaderplanung seines Vorgängers Schulte. Bis auf Gonther und Mohr, die bereits im Frühjahr aus Paderborn bei uns unterschrieben, war nichts in Sack und Tüten. Durch den ungeplanten Abgang des Managers musste Rachid bei Null anfangen, alte Vorgespräche und Sichtungen waren hinfällig. Es galt, über die nächste Saison zu kommen. Unsere Abgänge waren eklatant. Namen gefällig? Zambrano, Kruse, Naki, Volz, Morena, Rothenbach, Saglik, Hennings, Takyi, Sobiech, Heerwagen… und das sind noch nicht alle!

Somit wurden viele Leihgeschäfte getätigt, die einzig den Zweck hatten, eine einigermaßen schlagkräftige Mannschaft in den Wettkampf schicken zu können. Zukunftsarbeit konnte und sollte dies nicht sein.

Wen fand er vor? Wer wurde verpflichtet? Neuzugänge aus der eigenen Jugend mal nicht mitgerechnet.

Mannschaftsstamm:
Tschauner (T)
Himmelmann (T)
Thorandt (A)
Schachten (A)
Bartels (M)
Boll (M)
Bruns (M)
Daube (M)
Funk (M)
Kalla (M)
Schindler (M)
Ebbers (S)
Saglik (S)

Das ist jetzt nicht sooo viel.

Neuzugänge, von Schulte verpflichtet:
Sören Gonther (A)
Florian Mohr (A)
Daniel Ginczek (S) (Leihe) (Anm.d.Red: wurde zumindest von Schulte initiiert)

Neuzügange unter Rachid Azzouzi:
Robin Himmelmann (T)
Christopher Avevor (A) (Leihe)
Florian Kringe (M)
Christopher Buchtmann (M)
Akagi Gogia (M) (Leihe)
Joseph-Claude Gyau (M) (Leihe)
Lennart Thy (S)

Mit dieser Mannschaft und der Hypothek eines zerrütteten Trainer- / Mannschaftsverhältnis starteten wir dürftig in die Saison und Azzouzi regierte schnell und ersetzte den mittlerweile wohl untragbaren Schubert nach sieben Spieltagen durch Michael Frontzeck. Dieser bugsierte das zusammengewürfelte Team auf Platz 10 der Tabelle.

Bilanz der Arbeit von Rachid Azzouzi für die Saison 2012/13?

Ohne Geld und Zeit ein guter Job. Ich sehe kaum Alternativen.

2013/14

Das erste Jahr, in dem Rachid zusammen mit dem Cheftrainer ein eigenes Team bilden durfte. Konsequenterweise wurden alle Leihgeschäfte aufgelöst. Auch die, wo es schwerfiel und die gerne geblieben wären (Patrick Funk). Den Träumern, die glauben, dass ein Daniel Ginczek allen Ernstes bei einem mittelmäßigen Zweitligisten geblieben wäre, wenn er woanders erste Liga spielen kann und das doppelte verdient, ist argumentativ dann auch nicht mehr beizukommen. Klar, keiner spricht mit solchen Spielern und Angebote wurden bestimmt auch nicht gemacht. Wo lebt Ihr? Spieler haben ca. 12 Jahre Zeit, Karriere zu machen und den meisten ist völlig latte, bei welchem Club. So läufts business.

Verpflichtungen:

Philpp Heerwagen (T)
Philipp Ziereis (A)
Marcel Halstenberg (A)
Bernd Nehrig (A)
Marc Rzatkowski (M)
Sebastian Maier (M)
Christopher Nöthe (S)
John Verhoek (S)
Michael Greogoritsch (S) (Leihe)

Was war der Jubel groß…. Rachid stellt ein junges, hungriges Team zusammen. Zwei erfolgreiche Stürmer anderer Vereine wechseln zu uns. Zusätzlich einige spielstarke und quirlige Mittelfeldspeiler. Ratsche entzückte die ersten Spiele das ganze Stadion. Nöthe und Verhoek funktionierten nicht so recht, aber das wird schon noch kommen.

Abgänge (u.a.): Ebbers, Bruns, Pliquett Leihende: Gogia, Funk, Ginczek, Avevor, Gyau

Die Abgänge waren überwiegend geplant oder erwartbar. Es schien alles im Griff.

Im Herbst dann eine große Überraschung: Die Zecke und der Verein haben sich überworfen. Es ging um Verhandlungszeitpunkte. Frontzeck wollte eine Verlängerung, Azzouzi und der Verein wollten sich nicht erpressen lassen. Angeblich soll es schon länger nicht gestimmt haben. Im Hintergrund wartete mit Vrabec ein junger Trainer mit hervorragendem Ruf. Er übernahm. Ein Fehler? Ohne die Hintergründe im Einzelnen zu kennen schwer zu sagen. Mit Sicherheit sah die Leitung – und somit Azzouzi – hier nicht gut aus. Wie kann so etwa dermaßen entgleisen?

Vrabec legte gut los, auf seinen Wunsch hin wurde im Winter mit Tom Trybull ein erstligaerfahrener DFB-Auswahl-Spieler für die defensive Zentrale verpflichtet, der in der Folge seltsamerweise zu fast keinem Einsatz kam. Und das bis heute. Ohne es zu bewerten: Ich verstehe das nicht, da wir genau dort ein Problemfeld haben….

Vrabec stellte sich als Klein-Schubert heraus: Fachmann mit mangelnder Sozialkompetenz. Nach gutem Start brach das Mannschaftsgefüge nach den ersten Misserfolgen auseinander. Zu erinnern sei aber bitte: Rachid hat ihn nicht blind verpflichtet, sondern die Entscheidung auf die Winterpause verschoben. Es blieben zwei Monate, ihn zu beobachten. Wer ihn zu dem Zeitpunkt den Cheftrainerposten nicht gegeben hätte, bitte kurz Hand heben (nein, außer den Stani-Jüngern). Alle waren voll des Lobes, Foren, Blogs und Presse überschlugen sich. Die folgende Entwicklung war für fast alle eine Überraschung.

 

2014/2015

Neuzugänge:
Ante Budimir (S)
Michael Görlitz (M)
Daniel Buballa (A)
Enis Alushi (M)
Lasse Sobiech (A) (Leihe)

Abgänge (u.a): Bartels, Mohr, Schindler, Boll, Gregoritsch (Leihende)

Auch hier kaum Überraschungen. Boll und Bartels wollten auf eigenen Wunsch gehen bzw. aufhören. Schindler war nicht mehr gewollt und Gregroitschs Leihe lief aus. Einzig um Mohr gab es Fragezeichen. Warum ließen wir ihn gehen, wo er doch als Hamburger Talent galt? Gerüchte um diverse Undiszipliniertheiten konnte Azzouzi nicht veröffentlichen, ohne die Person Mohr zu beschädigen. Er entschied sich offenbar für “werd ich halt unverstanden, muss ich aushalten”.

Die Zugänge blieben einiges schuldig. Der Königstransfer sicherlich Enis Alushi. Ein Spieler der bei Paderborn einst das Spiel organisierte, mit hoher Spielintelligenz und großer Zweikampfstärke ausgestattet ist. Leider war er beim FCK über ein Jahr verletzt und es gelingt ihm noch nicht viel. Ich wünsche mir Alushi und Buchti in Topform auf der Sechs und ich prophezeie ein Ende unserer Sorgen. Abwarten.

Ich möchte drei von Azzouzis Transfers, die ganz besonders in der öffentlichen Kritik stehen, genauer anschauen:

John Verhoek kam als 24-jähriger vom FSV Frankfurt (ausgeliehen, abgebender Verein Stade Rennes) und schoss dort in 32 Spielen 10 Tore. Er kostete keine Ablöse 300.000€ und wollte gerne zu uns. Er ist ein ausgeprägt körperlicher Stürmer, der – und das muss bei diesem Stürmertyp nun mal sein – Zuspiele braucht. Bleiben die aus, ist er raus aus dem Spiel.

Christopher Nöthe war zum Verpflichtungszeitpunkt 25 Jahre jung und hat bei der SpVgg Greuther Fürth und RW Oberhausen in 87 Zweitligaspielen 35 Tore erzielt und kostete ebenfalls keine Ablöse. Typ spielender Stürmer, Vorbereiter, Verwerter zweiter Bälle, der u.a. bei Fürth viele Tore erzielte, weil Olivier Occean die Abwehr auf sich zog.

Ante Budimir ist 23 Jahre jung und hat in der ersten kroatischen Liga in 96 Spielen 36 Tore erzielt. In seiner Heimat gilt er als Riesentalent. Einige meinen, er sei der neue Mandzukic. Er kostete 900.000 EUR. Weniger übrigens als Ginczek, der bei Nürnberg auch ein wesentlich höheres Gehalt erhielt. Budimir spielt mit Haken und Ösen, dreht sich in den Gegner rein und benutzt auch gerne die Ellenbogen. Spielt der beim Gegner, hassen wir ihn.

Wer hätte die drei nicht verpflichtet? Jung, günstig und teilweise jahrelang sehr erfolgreich. Und wen hättest Du stattdessen genommen? Aber bitte realistisch bleiben, Freunde! Wen kann sich ein Verein leisten, der gerade ein neues Stadion abbezahlt? Ein 27-jähriger Superknipser mit Erfahrung, Spielstärke und körperlicher Präsenz kostet 2-5 Mio und spielt lieber erste Liga. Einen Ebbers oder Klasnic kriegt man als klammer Zweitligist nur alle 10 Jahre.

Natürlich muss sich Rachid Azzouzi Fragen gefallen lassen und sicherlich war nicht alles glücklich, was da lief. Aber der unglaubliche Hass, der ihm nun entgegenschlägt macht eines deutlich: Es wird dramatisiert. Der Plebs sucht Schuldige. Fehlkäufe der Manager vor Azzouzi werden ignoriert oder verklärt und… am schlimmsten …. es geht uns die Ironie verloren. Wir sind wohl doch nicht der besondere Verein. Die Mannschaft wird im Augenblick, wo sie uns am nötigsten braucht an vielen Stellen verflucht und niedergeredet. Die typischen Mechanismen wie “Das ist nicht mein St. Pauli” unterscheidet uns nicht von anderen Vereinen. Welche Teile von “You’ll never walk alone”, und “ganz egal was auch geschieht, wir werden immer bei Dir sein” wurden hier eigentlich nicht verstanden? Wenn man liebt, rückt man in der Krise zusammen und nicht auseinander. Auch wenn die auf dem Platz Fehler machen oder völlig verunsichert sind. Oder gerade dann. Würden sie keine machen, wären wir nicht auf einem Abstiegsplatz!!! Umkehrschluss, man liebt sie nur, wenn sie wenig oder keine Fehler machen und vor Selbstsicherheit strotzen? Echt? Dann sind die Spieler aber eher mein St. Pauli, als die Fans. Erinnert Euch mal an die Anfänge der Heldengeneration!

Und die derzeit an vielen Stellen auftauchenden treuen Anhängern eines Helmut Schulte seien neben ein paar zweifellos guten Transfers darauf hingewiesen, dass wir alle sauer, enttäuscht und entsetzt waren, mit welcher herablassenden Art langgediente Spieler wie Eger, Lechner, Gunesch regelrecht vom Hof gejagt wurden und wie respektvoll der gleiche Vorgang bei Morena, Rothenbach, Ebbers, Bruns und Boll ablief. Und das eben unter Azzouzi. Ich hatte dunkel in Erinnerung, dass es bei uns nicht darum geht, wer derjenige ist, der die kapitalistischen Marktmechanismen am rigorosesten bedient, sondern eben auch der menschliche Umgang von mindestens ebenso großer Bedeutung ist.

Fussball ist nicht berechenbar. Man hat Flops und Tops. Erfolg lässt sich nicht planen. Fragt mal gerade beim BVB nach…..Muss da nun Zorc gehen? Nein? Warum dann bei uns mit niedrigerer Fallhöhe? Das was wir erleben, macht keinen Spaß, passiert aber jede Saison etlichen Mannschaften. Das ist ein ganz normaler Vorgang, den man bewältigen kann.

Was tun?

Wir brauchen aus meiner Sicht keinen offensiven Neuzugang. Und warum der vielgeforderte Deniz Naki, der insgesamt in 85 Zweitligaspielen 17 Tore erzielte (davon 11 bei uns in 51 Spielen), großartig weiterhelfen soll, erschließt sich mir nicht.
Willenskraft und das “St.Pauli-Gen” wird nun häufig bemüht. War er so ein Kämpfer, wie viele ihn nun plötzlich in Erinnerung haben? Wer erinnert sich an die Fahne in Rostock und seine herzzerreißenden Reden und die folkloristischen Wiederholungen der Fahnenaktion bei jeder Gelegenheit und wer erinnert sich wirklich an Naki-Szenen im Spiel? Mal ehrlich!

Bei seinen 85 Zweitligaeinsätzen wurde er 34 mal eingewechselt und 42 mal ausgewechselt. Er spielte somit ganze 9 (!) mal durch…..
Die Bilanz bei uns: Zwei Zweitliga-Jahre mit 68 möglichen Spielen (reduziert durch 9 Spiele wegen Verletzung und Rotsperre), davon 51 Einsätze in braun-weiß, davon 15 Einwechselungen und 30 Auswechselungen. Hmmm….klingt jetzt nicht soooo sehr nach Top-Leistungsträger. Ich persönlich erinnere mich an viel unterhaltsame Show ums Spiel herum, viele Gefühle und kitschige mündliche Bekenntnisse zu “St.Pauli – Meine Familie” und an sehr häufig lust- und ideenlose Einsätze auf dem Platz. Seine Kicker-Note in seiner letzten Zweitligasaison bei uns liegt bei 3,82. Man sollte Menschen an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten. Passiert das gerade?

Ein leistungsbeszogener Vertrag? Meinethalben. Aber ich würde die Erwartungen herunterschrauben. Zudem unserer Probleme vor allem hinten sind und Deniz Naki war nie auch nur im Entferntesten für mannschaftsdienliche Defensivarbeit bekannt.

Mein Ansatz: Mir ist die Mannschaft zu jung. Viele Spieler sind in der ersten Hälfte ihre 20er und einige ältere nicht in Topform. Die jungen Kerls verfügen noch nicht über die nötige Erfahrung und Abgebrühtheit, mit einem Abstiegskampf umzugehen. GGf. mehr Fokus auf Kringe, Thorandt, Alushi etc. Ein wenig Erfahrung, etwas Gelassenheit. Nicht gleich nervös werden, wenn der Gegner wagt, sich zu wehren. Hilft das was? Keine Ahnung. Hilft das Rumgezeter über die “schlechteste St.Pauli-Mannschaft aller Zeiten”, Rachid oder Christian Bönigs Facebook-Posting irgendwas? Nö!

Winterpause, Kopf frei machen, Spaß am Kicken wiederbekommen, Laufwege und Zweikampfverhalten trainieren, Verletzte kommen zurück, Leistungsträger kommen wieder in Form, Rückrundenstart, Angriff. Drei Siege. 21 Punkte. Die Rückrunde wird Spaß machen. Zack!

Machen wir das, was wir können: Glauben, Lieben, Hoffen…. auch wenn der Wind zunimmt… // Mirco

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