Und sonst so… (XIX)

JHV 2011
Wie der Verein per Blickpunkt mitteilte, findet die allseits beliebte Jahreshauptversammlung in diesem Jahr am Dienstag, dem 22.11.2011 um 18.00 Uhr im CCH statt.

Nun kann man (wie Frau Jeky es tut und dafür ihren eigentlich eingestellten Blog wieder befüllt) dies als bewusste Schikane gegenüber Auswärtigen Fans des Verein werten. Auch als Hamburger ist ein Termin unter der Woche von 18.00h für manch Arbeitnehmer schwer. Und natürlich kann man damit dann Absicht seitens des Präsidiums vermuten, um unliebsame Gegenstimmen bei der ein oder anderen eventuellen Abstimmung auszugrenzen.
Ebenso kann man, wie es der Magische FC Blog tut, anmerken, dass ein Termin am Wochenende viele der sporttreibenden Abteilungen ausschließt, auch wenn, wie er anmerkt, dieses Risiko durch langfristige Planungen und Absprachen mit den jeweiligen Verbänden sicher zu umgehen gewesen wäre.

Will sagen: Ein echtes Ärgernis, egal wo man wohnt. Allerdings hab ich da inzwischen eher resigniert, da kann ich mich nicht mehr wirklich drüber aufregen.
Festzuhalten bleibt, dass der Termin sicher nicht als “Bestmöglich” in die Geschichte eingehen wird. Vielleicht wäre die Miete im CCH am Wochenende höher gewesen, vielleicht ist der Ballsaal zu klein, sehr wahrscheinlich wäre die Veranstaltung im Stadion abzuhalten Ende November in Hamburg nicht machbar.
Trotzdem: Unglücklich bleibt es, Punkt.

Aber: Wie man an diversen Beispielen der Vergangenheit sieht (aktuell nicht zuletzt an den 143 Mitgliedern der AFM-Versammlung, bei ca.9.500 Mitgliedern und damit gut 1,5% Anwesenheitsquote trotz Termin an einem Feiertag) ist die Auffassung der meisten Mitglieder dieses Vereins eben die, dass die Mitgliedschaft diverse Rechte bietet, neben dem Bezahlen des Mitgliedsbeitrages aber eben keine Pflichten hat. Das war bei vergangenen Versammlungen so und wird auch dieses Mal so sein.
Von den 15.000 Mitgliedern dürften mindestens zwei Drittel im Hamburger Einzugsgebiet leben und der überwiegende Teil dürfte (wenn einen Monat vorher darüber informiert) auch ohne umstellen der Urlaubsplanung den 18.00h Termin möglich machen können… und trotzdem wird die Zahl der Anwesenden wahrscheinlich nicht einmal (oder grade mal eben so) vierstellig.
Zum Vergleich: Im letzten Jahr fand sie an einem Sonntag Nachmittag vor 500 Leuten statt (Samstag war Heimspiel gegen Leverkusen, also auch für Auswärtige irgendwie mach-/kombinierbar) und am Montag Abend, da sie ja zweitägig war, waren es immerhin noch 400 Anwesende. Wer da jetzt 20% Schwund am Werktag erkennt und dies verallgemeinern will, sollte im Hinterkopf behalten, dass die für viele wichtigste Entscheidung (Corny Littmanns Ehrenpräsidentschaft oder eben nicht) bereits am Sonntag gefällt worden war und vielleicht auch deswegen einige auf den Montag verzichteten.

Also: Kommt alle… oder auch nicht, kann ich eh nicht ändern.

St.Pauli-Bande
Die St.Pauli-Bande ist ein großartiges Projekt vom Fanclubsprecherrat und Fanladen, und hat noch Kapazitäten. Lest selbst:

In der Saison 2009/2010 wurde die Sankt Pauli Bande, der erste Fanclub nur für Kinder, vom Fanclubsprecherrat in Zusammenarbeit mit dem Fanladen ins Leben gerufen. Hier sollen sich Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren kennen lernen und gemeinsam ihr Fandasein außerhalb der Spieltage erleben. Die Bande ist für die Mitglieder kostenlos.
Alina, Cathrin, Christine, Elin, Inessa und Martino organisieren die Bandentreffen. Seitdem treffen wir uns etwa alle sechs Wochen montags zwischen 17.00 und 18.30 Uhr im Fanladen.
Bei jedem Treffen der Bande findet eine besondere Aktion statt. Beim letzten Treffen haben die Bandenmitglieder ihre eigene Fantasche hergestellt. Das nächste Treffen ist am 7. November und wir machen eine Rallye rund um den Fanladen. Das Weihnachtstreffen findet am 12. Dezember statt. Wir haben uns schon eine tolle Überraschung für euch überlegt!
Natürlich kommt auch der Fußball nicht zu kurz! Die Bandenmitglieder spielen im Rahmen der Fanclubturniere ihr eigenes Kinderturnier. Und selbstverständlich erhält jeder eine Urkunde und einen Preis.
Wir haben noch viele Ideen im Kopf, aber vielleicht hast du noch bessere? Hast du Lust, mit dabei zu sein? Dann melde dich an unter bande@fanclubsprecherrat.de oder bei Elin unter fanladen@gmx.de. Wir freuen uns auf dich!

NPD-Blog wird zu Publikative
Das Projekt “NPD-Blog.Info” geht zuende, ein neues namens Publikative.org beginnt bzw. macht dort weiter, zu den Gründen hat Patrick sich hier geäußert. (Also aktualisiert Eure RSS-Feeds und/oder Bookmarks.)
Doch auch unter dem neuen Namen gibt es weiterhin allerlei Lesenswertes und wir empfehlen dann gleich mal einen etwas anderen Blick auf das Frankfurter “Bomben auf Dynamo”-Plakat, als ihn die klassischen Medien (und insbesondere der Boulevard) in den letzten Wochen geworfen haben. Ob die dort geäußerten Hintergründe den Frankfurtern auch so bewusst waren, bezweifeln wir mal genauso wie der Autor. Der Verwunderung über die ausbleibende Reaktion auf die Dresdener “Jude, Jude, Jude!”-Rufe schließen wir uns aber gerne an.

Gewalt im Fußball
Die Ausschreitungen beim Zürcher Derby zwischen GC und dem FCZ machten europaweit Schlagzeilen, insbesondere der Boulevard überschlug sich regelrecht. Nicht ganz zu unrecht, schließlich war dies der erste zuschauerbedingte Abbruch im schweizer Profifußball.

Der Tenor aber war wie immer bei solchen Vorfällen. So, wie man ihn auch aus anderen Ländern und eben auch aus Deutschland kennt: Einige wenige, unverbesserliche Fans (gerne in Anführungsstrichen) hatten mal wieder tausende “normale” Fans um ihren Fußballgenuss gebracht. Jene wenige, die doch mit den anderen nichts zu tun hätten und sowieso nicht wirklich ins Stadion gehörten, je nach Zeitung oder Vereinsfunktionär eben auch gar nicht wirklich zu den beiden Vereinen gehören würden.
Eine Herangehensweise, die beim einem gewissen Zweitligisten in Mecklenburg-Vorpommern bereits mit “Die sind ja sonst nie da…” zum geflügelten Wort wurde.

Am Wochenende erreichte mich dann per Mail aus Zürich dieser Artikel von Pascal Claude aus der Schweizer “Wochenzeitung”, verbunden mit dem Kommentar: “Solch differenzierte Betrachtungsweisen zum Thema sind in der Schweiz derzeit eher selten!
Nicht nur in der Schweiz, möchte man hinzufügen.

“Tor des Wochenendes”
Die Wahl zum Tor des Monats September läuft noch, Stimmen für Florian Bruns’ Freistoß in den Winkel können noch bis Samstag um 19.00h abgegeben werden.
Beim 13-0 Testspielsieg am Samstag in Lüneburg gab es gleich das nächste Traumtor, erzielt von Rouwen Hennings zum zwischenzeitlichen 4-0, volley aus ca. 25 Metern. Dank der Lüneburger Zeitung gibt es das Tor jetzt auch online anzuschauen, es lohnt sich.

Weihnachten kommt näher
Zum Schluß dann noch die Empfehlung eines (zumindest annähernd) “Weihnachtsliedes” mit besonderem Gruß an Herrn Arnesen. Möge er die erfolgreiche Arbeit von Michael Oenning fortsetzen.

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Filmkritik “Das ganze Stadion”

Als ich die erste Twitter-Werbung über den Trailer zu “Das ganze Stadion” losschickte, kam da ein etwas hämischer Kommentar eines hsv-Fans zurück, der doch sinngemäß schrieb: “Schon toll dieses Pauli, dass da das ganze Stadion singt, unfassbar…
Man mag nun glauben, dass es am Millerntor noch immer “anders” ist als in vielen anderen Stadien, oder auch nicht, den Neid bzw. die Häme über die mediale Aufmerksamkeit dieser “Andersartigkeit” kann man aber vielleicht nachvollziehen, die stört ja in Teilen sogar uns selbst.

Dies führte gerade in den letzten Jahren aber eben auch zu einer Vielzahl an mehr oder weniger professionellen Filmen. Wie viele Filme (wichtig: ungleich “sportlicher Saisonrückblick”) fallen Euch denn zu den Bayern, Dortmund, Werder oder dem Verein mit den vielen Stadionnamen ein? Jeweils ein bis zwei? Na, immerhin, wenn überhaupt… und bei uns? Drei bis vier? Von wegen!
Beim FC St.Pauli waren es ein paar mehr und im Zweifel ist die folgende Liste nicht mal vollständig:

Darunter waren gute und weniger gute Versuche, bei den als “Spielfilm” zur Unterhaltung gedachten “Schicksalsspiel” und “Gegengerade” blieb naturgemäß auch die Realität in (großen) Teilen auf der Strecke, geopfert der dadurch besser vermittelbaren Story, je nach Zielgruppe.

Nun hat sich mit Felix Grimm ein Fan dem Thema “Mythos Millerntor und Fanszene FC St.Pauli” angenommen, der zum einen den beruflichen professionellen Background für eine hochwertige und durchdachte Produktion hat, zum anderen genug Herzblut in das Projekt investiert um eben dieser Fanszene auch gerecht zu werden (hier ein absolut lesenswertes Interview mit ihm in der Basch #4).
Mit seinem Team hat er einen Film geschaffen, der sich angenehm von den meisten bisherigen Werken abhebt. Alles ist echt, ungeschminkt. Aus der Mitte dessen, was sich beim FC St.Pauli unter dem Sammelbegriff “Aktive Fanszene” bewegt, die ja auch immer gerne als Klüngel bezeichnet wird.

Das ganze Stadion” hatte im Rahmen des Hamburger Filmfestes am Dienstag Abend um 21.30h Premiere im Metropolis und (wenig überraschend) war komplett ausverkauft. Aufgrund der großen Nachfrage gab es danach sogar noch eine zweite Vorstellung um 23.15h, auch nicht alltäglich mitten in der Woche.
Morgen (Freitag) gibt es im B-Movie (Brigittenstraße 5) um 19.00h noch eine Gelegenheit den Film zu sehen und ich kann wirklich nur jedem raten diese zu ergreifen, so es irgendwie geht und man die Vorstellungen Dienstag verpasst hat, derzeit gibt es wohl auch noch Karten.

Wo, wie und wann der Film außerdem noch gezeigt wird, ist noch in Klärung, Details sicher auf der Homepage des Films oder im St.Pauli-Forum.
Ebenfalls ist noch unklar, ob der Film auf DVD erscheinen wird, da die GEMA hier bei den von Fans gesungenen Liedern zu den jeweiligen Original-Melodien die Hand aufhält und das ein nicht unerheblicher Kostenfaktor für einen Film mit doch eher schlankem Budget ist. Allerdings gibt es da bereits Ideen und wenn jemand das noch irgendwie unterstützen will, darf er sicher die auf der Homepage angegebene e-mail Adresse des Regisseurs nutzen.

So, für alle anderen wird jetzt hier geSPOILERt und ich erzähl einfach mal, worum es so im Groben geht und wie das ganze aufgebaut ist.

Der Film erzählt die Geschichte eines (fiktiven) Heimspiels des FC St.Pauli in der Aufstiegssaison 2009/2010, anhand der Spiele gegen Koblenz (32.Spieltag, 6:1, Halbzeit 2:0) und Augsburg (30.Spieltag, 3:0, Halbzeit 0:0). Das erste Halbzeit gegen die TuS Koblenz stellt die erste Halbzeit des Films dar, die zweite Halbzeit übernehmen dann die zweiten 45 Minuten gegen Augsburg und am Ende ist man mit einer Portion künstlerischer Freiheit bei einem 4:0 nach einem 1:0 zur Pause.
Es gibt keine Spielszenen zu sehen, allerdings das ganze Stadion der damaligen Zeit, also mit den drei Tribünen Nord, Gegengerade und Süd, denn die Haupttribüne war ja noch im Bau. Ein Schmunzeln wert ist auch der kurze Besuch im Polizeicontainer, an jenem Tag wohl Euphoriefreie Zone.
Protagonisten sind aber eben die Fans, die bei beiden Spielen mit einer Kamera verfolgt wurden und zudem verkabelt waren, insgesamt waren bis zu 15 Kameras und Aufnahmegeräte bei den Aufnahmen im Einsatz (und haben die Bierduschen wohl alle überstanden).

Der Reiz dieses Films liegt darin, dass eben diese handelnden Personen, die Fans, ihr innerstes nach außen kehren und das gesamte Spiel über eben das Spiel so verfolgen, wie Fans es nunmal tun: Emotional, mit Herzblut, Glaube, Liebe und Hoffnung, Leiden, Glück und Ekstase.

Und all das ist aufgenommen worden, insgesamt gab es über 80 Stunden Material aus denen jetzt diese 63 Minuten zusammengeschnitten wurden.

In der Süd begleitet man A., Vorsänger von USP, die Kamera hierbei direkt aufs Megaphon geklebt, was durchaus ungewohnte Einblicke gibt.
In der Gegengeraden sind mit J., M. und N. gleich mehrere bekannte Personen zu sehen, die natürlich viel mehr Zeit zum fluchen, pöbeln und entsetzt aufschreien haben als A., der ja auf dem Zaun auch eine Aufgabe hat.
Im Norden begleitet das Team zwei Protagonisten von Nord-Support, mutmaßlich Mutter und Sohn. (Schon mal ein großes Sorry, wenn dem nicht so sein sollte, ich komm noch zur Indizienkette wieso ich das schlußfolgerte.)

Grob gesagt eben ein schöner Querschnitt des Stadions, wie es ihn womöglich in so einer Form auch nur am Millerntor geben kann, da es eben auf allen (damals drei und heute vier) Tribünen Fanclubs oder Gruppen gibt, die sich explizit den lautstarken Support auf die Fahnen geschrieben haben… sei es USP, Nord-Support, Alte Schule, Last Minute St.Pauli, diverse weitere Fanclubs auf der GG inkl. dem Block 1 oder eben neuerdings den Oldtras auf der Haupttribüne.
Mag sein, dass es bei anderen Klubs auch so ist, vielleicht fehlt mir da etwas der Überblick. Wem andere Vereine einfallen, wo das ebenso ist, ergänze dies bitte in den Kommentaren.

Und ebenso klar kommt durch ständiges Schneiden zwischen den Tribünen während einer Situation auch gut die jeweilige Identität der jeweiligen Tribüne heraus, auch wenn diese sicher nicht für alle deren Besucher exemplarisch ist, so aber doch für einen Großteil.

Während das AFM-Radio der beiden Spiele den groben zeitlichen erzählerischen Rahmen vorgibt, kommen die sportlichen Halbzeiten ohne Erzählung oder “Story” aus. Die Gesichter, Reaktionen, Gesänge, Sprüche und O-Töne, sie sprechen für sich und erzählen das Spiel, wie es eben ein Fan erlebt.Dabei gibt es natürlich allerlei zum Lachen, wenn beispielsweise besagte Fanin im Norden bei der (etwas angepassten) Textzeile “Unser ganzes Leben, unser ganzes Geld!” stutzt, ihren (meine Vermutung) Sohn anschaut und sagt: “Wieso eigentlich unser ganzes Geld? Doch wohl eher meins…”
Situationskomik, die man schlecht schildern kann, die aber eben auch diesen Film ausmacht.

Zusätzlich werden an den passenden Stellen einleitend, begleitend und abschließend von den handelnden Personen noch Statements aus dem Hintergrund eingespielt, die Kontexte erklären (Entstehung/Bedeutung der Sozialromantiker z.B. oder auch die Sicht auf USP im Vergleich zu anderen Ultraszenen Deutschlands) oder auch grundsätzliche Konflikte wie die Kommerzialisierung im Profifußball im Allgemeinen oder dem FC St.Pauli im Speziellen beleuchten.
Die dort geäußerten Dinge sind vielleicht für die Gesamtaussage des “Erlebnis Millerntor” auf den ersten Blick nicht so wichtig, machen den Film aus meiner Sicht aber eben erst richtig rund, da nur durch sie auch der Unterschied zu anderen Stadien in Deutschland herauskommt.

Wie schrieb User diamondback im St.Pauli-Forum: “Ich werde versuchen alle meine Freunde mit in den Film zu nehmen, die nicht verstehen, warum ich Den FCSP so liebe. Wenn sie es danach noch immer nicht wissen, kapieren sie es nie.

Dürfte so sein, wenn man auch abholt und das ein oder andere erklärt.
Gleichzeitig ist aber damit auch die Zielgruppe des Films schon benannt: Jeder St.Pauli-Fan, der schon mal am Millerntor war dürfte hier viele bekannte Gesichter sehen und in diverse Situationen sich selbst wiedererkennen und diesen Film lieben.
Auch Fans anderer Vereine werden sicher Spaß an “Das ganze Stadion” haben. Und genau mit diesen zwei Gruppen dürfte das Team des Films schon mehr als zufrieden sein, vielleicht ist dies sogar schon mehr, als sie erhofft hatten.
Für jemanden, der mit Fußball (und speziell dem FC St.Pauli) nichts verbindet, dürfte der Film nichts sein, aber das ist sicher zu verschmerzen.

Großes Kino, im wahrsten Sinne! // Frodo

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Und sonst so… (XVIII) – (inkl. 10.Spieltag (A) – Energie Cottbus)

FC Energie Cottbus – FC St.Pauli 1:4 (0:2)
Tore: 0:1 Sebastian Schachten (17.), 0:2 Max Kruse (43.), 0:3 Marius Ebbers (76.), 1:3 Alexander Ludwig (81.), 1:4 Marius Ebbers (86., sein 100.Treffer in den ersten zwei Ligen insgesamt!)
Zuschauer: 15.000 (ca. 1.500 St.Paulianer)

Zehnter Spieltag hin, Fehlen diverser Leistungsträger bei Cottbus (Rangelov, sieben von bis dahin 14 Toren) her: Mit dem Abstieg werden wir diese Saison nichts zu tun haben, auch wenn zur 40 Punkte-Grenze noch 18 Punkte fehlen…
Und Andre Schubert sollte sich zur Umsetzung seiner persönlichen Trainings-/Spielziele einfach besser mit dem Abendblatt austauschen. Kaum hatte Lutz Wöckener dort am Samstag erwähnt, dass von den bisher 19 Toren (inkl. DFB-Pokal) keines per Kopf erzielt wurde. Und siehe da: Ecke, Kopfball Gunesch, Kopfball Schachten, Tor! Und Marius Ebbers erzielte ja später dann auch noch ein Tor mit dem Schädel, läuft also.
Und wenn man den Ex-St.Paulianer Ludwig noch dazu zählt, gab es ja sogar noch einen dritten Treffer per Kopf und somit sogar ein 5:0 *hust*.

Zürcher Derby abgebrochen
Wer schon mal eines der brisanteren Ligaspiele in der Schweiz live gesehen hat, weiß, dass die Jungs dort keine Freunde von Traurigkeit sind und man sich über Probleme wie einen geschmissenen leeren Plastikbecher in den Vereinsetagen wohl sogar freuen würde.
Am Sonntag fand nun das Zürcher Derby zwischen “GC” und dem “FCZ” statt, und nach 77.Minuten führten die Grashüpfer durch einen just verwandelten Elfer mit 2:1, als (wohl) ein FCZ Fan eine “Petarde” (schweizer Begriff für Leuchtfeuerwerk) in den GC-Block schmiss. (In ersten Online-Berichten war noch die Rede davon, die GC-Fans selber hätten Bengalos aufs Feld geworfen.)
Danach waren wohl recht schnell Fans beider Teams auf der Tartanbahn, woraufhin
der Schiedsrichter die Spieler dann auch fix in die Kabinen schickte. Nach Rücksprache mit den Sicherheitskräften brach er fünf Minuten später das Spiel ganz ab.
Wer mehr wissen will (und gerne auf den Boulevard verzichtet), findet dazu sicher in der NZZ jeweils aktuelle Infos und wie ich die Schweizer kenne flutet auch YouTube bald über mit Details, hier zumindest schon mal der Bericht des schweizer Fernsehens:

 

Und wo wir grad bei Fußballrandale sind, noch ein Video aus Bosnien:

Beim ersten Hingucken ist man noch fassungslos, beim Zweiten bemerkt man dann den Spieler des weißen Teams der bei ca. 27 Sekunden noch ein “Foul” “versucht”… mein nicht vorhandenes Bosnisch lässt mich beim Lesen der Kommentare vermuten, dass “Politik beim Fußball” hier irgendwie eine Rolle spielt, vielleicht kann da ja jemand weiterhelfen, in welcher Hinsicht auch immer.
Festzustellen bleibt, dass wohl niemand wirklich traurig ist, dass es derartige Zustände im deutschen Fußball kaum noch gibt. Und umgekehrt denk ich bei solchen Bildern auch immer gleich an den Roten Stern Leipzig, der doch recht regelmäßig Gefahr läuft, Opfer solcher Aktionen durch komplett merkbefreite Vollidioten zu werden.

BECHERWURF!!!
Na, wenn da der harte Hammer des DFB aber nicht mal mit unerbitterlicher Härte zuschlägt…
Nach Abpfiff des Spiels KSC – Greuther Fürth (Karlsruhe mit Chancen für zwei Saisons und diversen Aluminiumtreffern, Ausgleich für Fürth zum 2:2 in Unterzahl in der Nachspielzeit: Freistoß, Gewusel, Schuß aus der Menge, Unterkante Latte, Rücken des knapp vor der Linie stehenden Karlsruhers, Tor…) verließ das Schiedsrichtergespann den Wildpark, und da geschah es: Die neue häßliche Fratze des deutschen Fußballs zeigte wieder ihr Gesicht, ein Bierbecher flog! Er war nicht leer, traf aber wohl die vorsorglich aufgespannten Regenschirme. Man darf gespannt sein, wie hoch die Strafe der DFL/des DFB dieses Mal sein wird.
(Und bevor man mir Verharmlosung vorwirft: Gegenstände jeder Art zu schmeißen find ich scheiße… ich kann nur nicht verstehen, wie gerade St.Pauli Fans untereinander jetzt “lebenslanges Stadionverbot” fordern. Strafe muss sein, aber die Verhältnimäßigkeit sollte gewahrt bleiben. Und wenn sich die Medien jetzt auf so eine lächerliche Scheiße (Entschuldigung) einschießen, während jede Woche deutlich schlimmere Sachen beim Fußball auch in Deutschland passieren, so kann man da nur noch resignierend mit dem Kopf schütteln.)

Bruns – Tor des Monats
Abstimmen… Alle… Mehrfach… auch im Namen von Mama, Papa, allen Kindern und Haustieren!
Ich muss allerdings für die Wahl zum Tor des Jahres schon mal vorauseilend sagen, dass ich da wohl Derdiyoks Fallrückzieher von gestern gegen Wolfsburg bevorzugen würde…

Zockerliga
Das Buch “Zockerliga” von Rene Schnitzler ist dank der nahezu zeitgleichen Erscheinung des (bei näherer Betrachtung) eher unspektakulären Buches von Philipp Lahm etwas untergegangen und auch ich habe es bisher noch nicht gelesen. Dafür aber René Martens, der in der Jungle World eine Rezension veröffentlicht hat.
Im Gegensatz zu den meisten bisherigen medialen Texten die ich über das Buch gelesen habe, nimmt sich Martens weniger den reißerischen Ansatz der Sportwetten vor, sondern beschreibt aus dem Blickwinkel als St.Pauli-Fan und setzt daher andere Schwerpunkte.
Dürfte für viele desillusionierend sein, was dort von Schnitzler erzählt wird. Einiges mag dem Willen geschuldet sein das Buch verkaufen zu wollen und dementsprechend aufgebauscht. Aber lest selbst und bildet Euch ein eigenes Urteil.

Sportlicher Überblick
Die U23 kommt langsam in Fahrt und spielt derzeit eine bessere Rolle, als so mancher ihr das vor der Saison zugetraut hat. Am Samstag gab es vor knapp 300 Zuschauern am Millerntor ein 3:1 nach Rückstand gegen die durchaus höher einzuschätzende II.Mannschaft von Hannover 96, durch Tore von Rouwen Hennings, Hauke Brückner und Pierre Becken. Neun Punkte nach acht Spielen bedeuten Platz zwölf und Anschluß ans Mittelfeld.
Die in die Bundesliga aufgestiegene A-Jugend steht nach sechs Spielen mit 3 Punkten zwar auf dem vorletzten Platz, hat aber auch schon gegen die Top 5 der Tabelle gespielt. Am Sonntag gab es gegen den VfL Wolfsburg nach Halbzeitführung leider noch eine 1:2 Niederlage, die Gegentore fielen in der 88. und 90.Minute, bitter. Aber das wird schon noch.
Die B-Jugend war in ihrer zweiten Bundesliga-Saison besser gestartet, musste aber am Samstag gegen TeBe eine nicht unbedingt erwartete 1:3 Niederlage einstecken. Mit acht Punkten aus sieben Spielen steht man damit weiterhin im Mittelfeld.
Die vom ÜS bekanntlich unterstützte 4.Herren hat sich letzte Woche gegen Hamm United III. eine 2:0 Pleite eingefangen und steht mit 9 Punkten aus fünf Spielen im Verfolgerfeld. Da ist noch Luft nach oben, Jungs!

Und noch ein Blick zum Handball: Die in die Oberliga HH/SH aufgestiegene Herren-Mannschaft hat aus fünf Spielen immerhin schon zwei Siege eingefahren, gegen Bad Schwartau II und bei der SH Hamburg-Nord.
Wer da immer schon mal zuschauen wollte, hat jetzt vielleicht eine ganz gute Möglichkeit dazu: Nach dem übernaächsten Heimspiel am Millerntor, am 23.10. gegen den FSV Frankfurt, spielen die Handballer um 17.00h in der Halle an der Budapester Straße gegen den Tabellennachbarn aus Ellerbek. // Frodo

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9.Spieltag (H) – Erzgebirge Aue (inkl. Bierbecher etc.)

FC St.Pauli – Erzgebirge Aue 2:3 (1:0)
Tore: 1:0 Marius Ebbers (20.), 1:1 Ronny König (60.), 1:2 Tobias Kempe (69.), 1:3 Mike Könnecke, 2:3 Mahir Saglik (90. +1)
Zuschauer: 23.998 (ca. 1.500 Gästefans)

Scheiße passiert, nichts dramatisches.
Ich persönlich halte ja bekanntermaßen den sofortigen Wiederaufstieg durchaus für verzichtbar, da sind Niederlagen eine Grundvoraussetzung für das Erreichen dieses “Zieles” Klassenerhalt. Und dann verliere ich lieber gegen Teams mit Fans, die mir egal bis leicht sympathisch sind, damit sind sie nämlich um ca. 5 Ligen über dem restlichen Zeugs was in der Liga so rumläuft. Klar ist aber auch: Gerne verliert man nicht, gegen niemanden, schon gar nicht zuhause.

Zum Spiel: Die Führung kam aus dem Nichts, die Pausenführung war absolut glücklich bis unverdient und der Mann mit viel Fußballsachverstand neben mir sagte zur Pause: “Setz’ mal nen Zehner per Livewette auf ein 1:2, das wird heute nichts mehr!
Gut, das Geld wäre weg gewesen, aber mit genug Einsatz auf nen Auswärtssieg zu dem Zeitpunkt hätte man Griechenland schnell sanieren können, insbesondere in der Kombi mit nem Auswärtssieg des hsv, was mein Sitznachbar auch noch ansprach.
(Ja, Livewetten sind i.d.R. nicht mit Normalwetten kombinierbar, ich weiß.)

Und nach der Halbzeit konnte man das Elend dann wirklich langsam kommen sehen. Aue spielte weiterhin gut und mutig, und auch wenn Bruns vor dem Ausgleich klar gefoult wird, wären die Tore wahrscheinlich auch so später noch gefallen.
Ebbers hingegen war nach dem 1:2 plötzlich völlig frei durch und wurde dann unnötig panisch, wahrscheinlich dachte er, er würde verfolgt… und so versemmelte er eine Chance, die er an normalen Tagen blind reinmacht. Und als Bolls klasse Kopfball dann von Männel noch von der Linie gekratzt wurde, statt den Ausgleich zu markieren, war dann wohl klar das heute nicht mehr gehen würde.
Immerhin hat Saglik mal getroffen, vielleicht hilft es ihm ja.

Gute Besserung in jedem Fall an Lasse Sobiech, lt. Vereins-Homepage gibt es erst Montag eine Diagnose, vermutlich weil die Schwellung im Sprunggelenk noch nichts näheres zulässt. Übrigens ist wohl nicht die Konfrontation mit dem Pfosten das Problem gewesen, sondern ein Umknicken dabei… scheiße, Gute Besserung! Lesenswert übrigens ein Interview mit ihm auf der BVB-Fansite “Gib Mich Die Kirsche”. (Teil 1, Teil 2)

Links:
- Bericht und viele Fotos beim Kleinen Tod
- Fotos von Stefan Groenveld
- Bericht Breitseite
- Bericht Nord-Support

Und sonst so…
Ansonsten war das Spiel als solches und seine Begleiterscheinungen eher unspektakulär, im Nachhinein gab es dann aber zwei “Aufreger”, zu denen ich eingangs zum besseren Verständnis jeweils den entsprechenden Thread im St.Pauli-Forum verlinke, zumal das zweite Thema wohl auch nur dort wirklich ein Thema ist.

1.) Bierbecherwurf
Der Vorfall der letzten Saison gegen Schalke dürfte wohl allen noch in Erinnerung sein, die Folge war ein “Heimwärtsspiel” gegen Ingolstadt an der Lübecker Lohmühle.
Nun gab es am Freitag, wohl unbemerkt von TV- und Fotokameras (dass es sowas noch gibt!) nach Abpfiff einen erneuten Becherwurf. Dem bisherigen Vernehmen nach ein leerer Plastikbecher aus der Süd, der in Richtung Schiedsrichter flog und von diesem mit der Hand abgewehrt wurde. Diesen Wurf will er in den Spielberichtsbogen aufnehmen, was eine Verhandlung beim DFB nach sich ziehen dürfte.
Ich verweise mal kurz auf meine “Bierbecherwurf – One week after“-Gedanken, die in vielen Punkten natürlich auch hier passen, trotzdem noch das Wichtigste zum aktuellen Fall:
Die teilweise (u.a. auch heute im Abendblatt angedeutete) geäußerte Logik “Wiederholungstäter = Noch härtere Strafe = mindestens Geisterspiel” ist natürlich Blödsinn, denn die beiden Fälle sind (aus Sicht des DFB) nicht miteinander vergleichbar. Die DFB-Gerichtsbarkeit hat mehr als einmal klar gemacht, dass die 90 Minuten (plus Nachspielzeit) heilig sind und durch nichts und niemanden gestört werden dürfen. Alles was nach Abpfiff passiert, fällt deutlich weniger ins Gewicht. Der Verein wird ganz sicher eine Geldstrafe bekommen, damit dürfte das aber auch durch sein. Es wurde niemand verletzt, das Spiel wurde ordnungsgemäß beendet. Macht den Wurf natürlich nicht besser, ist aber beim DFB-Urteil absolut wichtig, egal ob man das gut findet oder nicht.

Spannender ist hingegen aus meiner Sicht der Umgang mit “dem Täter”.
Ja, Bierbecherwerfen ist scheiße, dämlich, unnötig und gehört bestraft. Diesen Satz vorweg beim Folgenden bitte immer im Hinterkopf haben.
Gut auch, dass er mit Hilfe der anderen Zuschauer gleich ermittelt werden konnte, auch wenn dies ein Hamburger Boulevardblatt zunächst anders darstellte, weil es reisserischer klang.
Aber darf ein Fußballverein, der im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag umsetzt und sich der doch in vielem sehr willkürlichen DFB-Gerichtsbarkeit unterwirft, die zu erwartende Strafe wirklich 1:1 an den ermittelten und meinetwegen sogar geständigen Täter weiterleiten, wie es jetzt viele fordern? Und ich meine damit nicht das juristische, sondern das “moralische” Dürfen.

Soll ausgerechnet der Verein, der sich wie kein anderer in diesem Lande öffentlich über seine Fans verkauft vermarktet und nur durch eben diese überhaupt so viel Geld einnimmt, mal eben so eine Existenz eines Fans zerschmettern? Wenn derjenige diesen leeren Plastikbecher in der Öffentlichkeit (z.B. bei der anschließenden Demo) geworfen hätte, wäre dies ziemlich sicher folgenlos geblieben… sowohl in der Situation selbst, als auch juristisch. (Ja, es gab Verhaftungen wegen Flaschenwürfen, dies ist aber auch eine andere Dimension was die Gefährdung anbelangt.)
Nun werden es in diesem Fall vielleicht “nur” 5.000,-€ oder oder 10.000,-€ oder sowas sein und nicht gleich wieder eine halbe Million Euro wie beim letzten Wurf, trotzdem finde ich diese Frage mal ganz allgemein wichtig zu klären.
Wie gesagt, ich will keine juristische Antwort, sondern eine die zu meinem FC St.Pauli und der besonderen Situation passt.
Und da kann es aus meiner Sicht eben nicht sein, dass dieser Werfer mit einer x-fach höheren und “mal eben so” durchgereichten Strafe vom FC St.Pauli ruiniert wird (je nach Lebenssituation und Höhe der Strafe), während deutsche Gerichte Leute zu 100,-€ pro Kopf für nächtliches Auflauern und Zusammenschlagen verurteilen. Beide Fälle haben nichts miteinander zu tun, ich weiß, aber man beachte doch bitte mal die Verhältnismäßigkeit. Strafe muss sein, aber bitte Einzelfallbezogen.

Und macht sich der Verein nicht auch mitschuldig, solange er Initiativen gegen Becherwürfe aus der Fanszene immer nur wohlwollend zur Kenntnis genommen aber nie wirklich selbst unterstützt hat, solange er das vorhandene Alkoholproblem dieser Fanszene negiert, solange bei jeder sich bietenden dämlichen Gelegenheit Astra wieder beworben wird, wie jüngst zum 100.Geburtstag, als so eine Buddel mit in die Zeitkapsel gepackt wurde? Komasaufen ist kein Problem, solange nicht mit dem Becher geworfen wird?
Klingt in etwa so, als würde der ADAC sagen: “Zu schnell fahren ist kein Thema, darfst nur keinen Unfall bauen!”

Ich will ja auch nicht, dass der Typ mit einem “Dududu…” davon kommt, aber wer jetzt, ohne Kenntnis des Strafmaß bereits eine 1:1 Durchreichung fordert, sollte das aus meiner Sicht nochmal gründlich überdenken.

Sinnvoller wäre es da, bei derartigen Vergehen mal ganz allgemein und für die Zukunft die Gerichtsbarkeit des DFB zu hinterfragen und zu klären, ob diese nicht künftig die Strafen an “die Täter” richtet und nicht mehr an die Vereine, dann müsste auch dort mal der Einzelfall geprüft werden, inklusive der finanziellen Situation des Täters.
Dies mag juristisch allerdings schwierig sein, keine Ahnung.

Einer der besten Beiträge in dem Thread kam jedenfalls von Grande Jano:
Darf ich auch den Becherwerfer und diese polemische Hetze hier scheisse finden [...]?

2.) Thor Steinar wegklatschen
Auslöser war eine zur 2.Halbzeit entrollte Tapete, auf der obige Worte standen. Auslöser für diese Tapete war/ist der neue Laden dieser “Modemarke” in Glinde und der gestern stattfindende Aktionstag dagegen.
Was dann im Forum diskutiert wurde, gibt es so wohl auch nur beim FC St.Pauli. Find ich auf der einen Seite spannend und gut, dass wir auch uns selbst ständig hinterfragen, den hier verlinkten Ansatz find ich aber ähnlich sinnlos wie hinter dem 90er Spaß-Slogan “Gyros, Tzatziki und dazu Salat!” Rassismus zu vermuten, wie es vor einigen Jahren mal kurz andiskutiert wurde.
Wenn dann im Thread Programme wie Exit genannt werden, als sinnvolle Alternative zur bloßen Gewalt gegen Nazis, so mag das grundsätzlich stimmen und niemand wird dieses Programm schlecht finden, im Gegenteil.

Auf so einer Tapete aber muss kurz und prägnant klar gemacht werden, worum es geht, und mit den begleitenden Tapeten drum rum war klar, dass es hier um erwähnten Aktionstag geht und man dafür “mobil machte”. Ich will jetzt gar nicht mit der “Du willst mit denen doch nicht etwa nen Mate-Tee trinken?“-Keule kommen, aber eine “Bitte geht nächste Woche mal im Thor Steinar Laden in Glinde vorbei und verteilt da Flyer von Exit, Danke Euch Allen!“-Tapete kann es ja wohl auch nicht sein.

Und natürlich war das ja eh kein Aufruf zur Gewalt, sondern wie von Zwille interpretiert nur der Wunsch, durch möglichst lautes und langanhaltendes Beifall klatschen die Ladeninhaber zum Aufgeben wegen Lärmbelästigung zu zwingen.
(Sorry, aber ich kann grad nicht anders, als mir vorzustellen wie dann da der ein oder andere aus dem Laden kommt und ein charmantes “Hier klatscht es gleich, aber keinen Beifall!” von sich gibt. Hoffentlich ist dann wiederum doch genug Tee vorhanden.)

Schreiber vertreiben
Ich gehe mal davon aus, die meisten werden es inzwischen mitbekommen haben, aber insbesondere Leser dieses Blogs außerhalb Hamburgs wissen bei den Stichworten “Schreiber, Obdachlose, Zaun” vielleicht ja doch nicht, was gemeint ist, daher hier der Artikel vom Hinz & Kunzt als Grundlage.
Der Artikel spricht für sich, da muss ich wohl nicht mal mehr meine Meinung zu äußern. Dementsprechend fand dann nach dem Spiel eine Demo statt, zu der sich etwas mehr als 1.000 Leute anschlossen. Verlief ziemlich ruhig, zu den 118.000,-€ die Herr Schreiber eh schon verballert hat kommen nun auch noch die Kosten für knapp 1.000 Beamte. Ich hab hier mal absichtlich einen eher neutralen Bericht verlinkt. “Schreiber vertreiben!” dürfte wohl als Schriftzug noch einige Wochen Bestand haben, wenn da nichts passiert. Und auch wenn es sich um eine Bezirksangelegenheit handelt, wünscht man sich natürlich ein Machtwort von Olaf Scholz.
Aufs Titelblatt der mopo schafft man es mit solchen Themen ja recht fix, da es aber heute auch auf der Titelseite des Abendblatt thematisiert wird, besteht ja vielleicht tatsächlich noch Hoffnung auf eine politische Lösung.
Wir warten!
P.S. Weiterer Link zum Thema

hsv
Ach schade… viel mehr als über die eigene Niederlage war ich über den Auswärtssieg des hsv betrübt. Nicht, weil die mir wichtiger sind als der eigene Klub, bevor das jemand falsch versteht, sondern weil ich wie gesagt an unserer Niederlage auch einiges Gute finden konnte und den Aufstieg nicht zwingend haben muss.
Aber die letzten Wochen mit der IpO (“Initiative pro Oenning) und den diversen (zugegebenermaßen meist schlechten bis flachen) Witzen haben doch verdammt viel Spaß gemacht und ich hätte das gerne noch eine weitere Woche ausgehalten.
Sollte nicht sein, die Verhältnisse in der Stadt sind seit Freitag Abend (sportlich) einigermaßen wieder zurechtgerückt… und trotzdem werde ich noch lange schmunzeln, wenn ich in welchem Zusammenhang auch immer über einen Umlaut rede. // Frodo

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Und sonst so… (XVII) (inkl. 8.Spieltag (A), Karlsruher SC)

Karlsruher SC – FC St.Pauli 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Florian Bruns (17.), 0:2 Marius Ebbers (45:15)
Zuschauer: 18.978 (ca. 2.000 St.Paulianer)

Berichte vom Sofa aus (Schönen Dank, Sport1…) hab ich früher (für die Feuchte Biber-Seite) nie geschrieben, der ÜS-Blog erfordert aber vielleicht etwas mehr Chronistenpflicht, daher zumindest ein paar Zeilen., mit einem expliziten Verweis auf die Berichte die noch von den vor Ort Gewesenen kommen mögen.
2.000 Gästefans an einem Montag Abend bei dieser Entfernung sind aller Ehren wert, auch wenn wohl die wenigsten von ihnen aus Hamburg kamen. Umso mehr Respekt an die, die für eine derartige Tour auch noch zwei Tage Urlaub verballern, obwohl man den Wildpark im Zweifel schon ein paar Mal besucht hat und der Gästeblock zwar schön OldSchool aber eben auch scheiße weit weg vom Spielfeld und akustisch eine Katastrophe ist. Könnte die 2.Liga nicht alle unsere Auswärtsspiele nach Bochum legen?

Vor dem Spiel sorgte KSC-Manager Kreuzer für den ersten Lacher, als er auf die Frage nach der Zukunft des Trainers sagte: “Sie werden von mir jetzt nicht hören, das Scharinger am Freitag mit mir im Flieger nach  Rostock sitzt!“, was er in der Halbzeit auf sky wiederholte und auch noch anmerkte, dass sie eh mit dem Bus fahren.

Zweites Ausrufezeichen kam von den Karlsruher Fans mit ordentlich Pyros… Hat mich schon erstaunt, da doch eigentlich bei den meisten Ultras klare Absprache ist, zuhause nicht zu zündeln. Hintergründe kenne ich nicht, könnte aber natürlich eine (in)direkte Replik auf DFB/DFL und den Abbruch der Gespräche bzgl. der Legalisierung von Pyrotechnik sein. (Ach übrigens… Dazke mal wieder an Chosen Few für deren kreative Auslegung der Rechtschreibung, auch wenn der ÜS da oftmals in einem Glaspalast sitzt.)

Das Spiel zeigte dann diverse Belege für “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!” und umgekehrte Situationen par excellence. Nach 40 Sekunden hätten wir 1-0 hinten liegen müssen, aber der Pfosten half uns… Letzte Saison wäre der garantiert vom Pfosten an den Rücken des Torwarts und dann über die Linie gehoppelt. Gleiches gilt für Bruns’ Freistoß, der ans Lattenkreuz geht, wenn man nicht grad oben und der Gegner unten steht. Umgekehrt hätte Rothenbach sich letzte Saison garantiert in die Eigentorstatistik eingetragen, statt die Unterkante der Latte zu treffen. Murphy’s Law, jeweils aus Karlsruher Sicht, zum Glück für uns.

In Hälfte zwei gab es dann noch “vor Wiederanpfiff” (Zitat KSC-Keeper Orlishausen) durch Marius Ebbers nach Traumpass von Max Kruse das 2-0 und damit quasi die Entscheidung, denn der KSC war an diesem Abend eben nicht “nur” glücklos sondern auch einfach qualitativ zu schlecht um eine ähnliche Wendung herbeizuführen, wie sie uns bei ähnlichem Verlauf in der Vorwoche gegen die Löwen geglückt war.

Die Stimmung aus der Gästekurve war über TV gut zu hören (sowohl “Wir hol’n die Meisterschaft, und schießen Rostock ab…“, “That’s the way…” als auch etwas leiser “Ich liebe Dich, ich träum von Dir, in meinen Träumen, bist Du Europacupsieger!“), auch wenn die Mikros vor dem Heimblock wohl besser postiert waren oder dort einfach vom Dach profitierten. Der KSC wusste hingegen durch verschiedene “Scheiß St.Pauli!” Varianten zu beeindrucken… Na dann, viel Spaß weiterhin im Abstiegskampf, liebste Badenser!
Bilder & Berichte:
- Bericht Breitseite
- St.Pauli.nu – Wildparkfestspiele
- seit1894.de (KSC-Fotos)
- Vereinshomepage

True Old Firm
Am Samstag begegneten sich mal wieder USP und die Skinheads zum inzwischen 3. oder 4.(?) “True Old Firm” an der Waidmannstraße. Ca. 100 USPler auf der einen Seite sowie ca. 150-200 “Neutrale” in der Kurve hatten sicher ihren Spaß, die ca. 50 Skins auf der anderen Seite eher weniger, denn die Klatsche war mit 5:1 doch recht heftig.
Warum seid Ihr Ultras so häßlich?” wurde dann auch lautstark mit “Warum seid Ihr Skinheads so wenig?” beantwortet und überhaupt war der Nachmittag mal wieder ein schöner Beweis für “Und ich weiß, warum ich hier stehe…”.
Außerdem empfehlen wir dringend noch einen Klick auf das Siegerfoto der Basch oder das dort veröffentlichte Video.

(P.S. Über das andere Old Firm in Glasgow am Wochenende reden wir besser nicht.)

Boah, was sieht das geil aus…
Ach, was solls… wenn Ihr eh grad bei Basch seid, schaut doch auch noch kurz auf diese neu veröffentlichte StreetArt, Hammer!
Ich hoffe, die drei Links führen dann auch dazu, dass Ihr Euch das alle brav in den RSS-Feeder legt.

Lesung Astrastube (Berlin)
Am 28.Oktober 2011 (Freitag, 18.00h) spielen unsere Bhoys in Brown in der Alten Försterei bei Union. Und wer eventuell schon am Donnerstag Abend (also am 27.10.) in Berlin ist und da nichts besseres vor hat, kann sich da schon mal einen Besuch in der Astrastube in Neukölln vormerken, da lasse ich per Lesung die furchtbare Erstligasaison nochmal “Paroli laufen”. Nähere Details folgen.

Chancenverwertung beim hsv weiterhin auf Champions League-Niveau
Ja, gestern war ein harter Tag für alle Freunde der IpO (Initiative pro Oenning). Doch allein die Gesichter der hsv Fans um einen herum waren ein Fest: Zunächst wurde die Entlassung Oennings noch mit einem Seufzer der Erleichterung zur Kenntniss genommen, doch nur fünf Minuten später tickerte Bulgariens Rausschmiss von Loddar Matthäus über die Bildschirme und nackte Panik brach aus… oder wahlweise ein riesiges Lachen, je nach Vereinsvorliebe.
Wie dem auch sei, in einer Tabelle ist der hsv auch nach der unglücklichen Niederlage gegen Gladbach weiterhin Top: In der Chancenverwertung. Da “UnsMicha” clever zuviel Vorwärtsdrang untersagt hatte, spielten sich die Müllverbrenner nur eine Chance heraus, was bei der vom Kicker geführten Chancenverwertungsstatistik die bereits 15.(!) dieser Saison war. Wahnsinn, mehr als zwei pro Spiel! Und immerhin sechs Tore hat man daraus gemacht, satte 40%, was Platz 2 (zusammen mit Hoffenheim) hinter dem 1.FC Köln bedeutet. Die Entlassung Oennings wird in Anbetracht dieser knallharten Fakten zwar immer unfassbarer (schließlich hatten sich auch über 70% der St.Pauli-Fans Onlinevoter beim Abendblatt für seinen Verbleib ausgesprochen, aber wer wenn nicht Loddar wäre ein würdiger Nachfolger? Schließlich hat ein “Matthäus” ja auch schon automatisch zwei Punkte, im Gegensatz zum “Oenning”.
Die “IpO” hatte auf Facebook kurzfristig auch noch Philipp Rösler ins Spiel gebracht (das wären allerdings schon vier Punkte…), aber wir setzen da volles Vertrauen in Arnesen, denn Dänen lügen ja bekanntlich nicht. Wird bestimmt lustig Donnerstag, wenn er da mit Oenning im Flieger sitzt.
In einer neuen Umfrage sprachen sich die hsv-Fans (andere haben da ja bestimmt nicht dran teilgenommen) auch mehrheitlich für Loddar aus. Die “IpO” könnte damit leben und würde sich, wenn ich erste Signale richtig deute, dann auch in “IpM – Jetzt erst recht” umbenennen.

Rostocker Stadionsprecher für Storch Heinar Interview bestraft
Wie die 11Freunde gestern berichtete, wurde ein Rostocker Stadionsprecher (nein, nicht von Hansa, sondern vorm Rostocker FC) bestraft, weil er vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ein Interview mit einem Mitbegründer von Storch Heinar geführt hatte und der Schiedsrichter dies als politische Veranstaltung verstand verstehen wollte.
Der Einspruch gegen dieses bescheuerte Urteil würde alleine schon 300,-€ kosten, dementsprechend wurde jetzt ein Spendenkonto eingerichtet.

Millerntor Gallerie
Ab Donnerstag gibt es Kultur!
Ab 18.00h gibt es unter der Haupttribüne einiges anzuschauen, bevor ich hier jetzt aber den Text  von der Viva con Agua Seite mit den ganzen Infos abschreibe, klickt einfach selbst.

Hingehen lohnt sich in jedem Fall!

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Mut und Armut

Am letzten Sonnabend, dem 10. September 2011, steigt der 25-jährige St. Pauli Fan Benny um 21:41 Uhr an der Haltestelle Neuwiedenthal in die S-Bahn, um nach Hause zu fahren. Wegen der Vorfreude auf das Spiel gegen 1860 München am folgenden Tag trägt er bereits heute sein braun-weißes Trikot.
Benny leidet unter einer seltenen Krankheit und ist zu 100 Prozent schwerbehindert. Auch seine geistige Entwicklung liegt weit hinter seinem biologischen Alter zurück.

„Was willst du denn eigentlich?“

Zusammen mit Benny betritt ein Mann mittleren Alters mit Pferdeschwanzfrisur den Waggon und begrüßt die Fahrgäste mit einem schallenden „Nur der hsv!“ – offensichtlich lautstarke Frustbewältigung nach der eben erfahrenen Niederlage an der Weser. In der Bahn setzt sich der augenscheinlich alkoholisierte Mann direkt zu Benny und zündet sich demonstrativ eine Zigarette an. Da Bennys Unrechtsbewusstsein stark ausgeprägt ist, weist er den Mann darauf hin, dass das Rauchen in der Bahn verboten sei. „Was willst du denn eigentlich? Ihr verliert doch morgen sowieso!“ entgegnet ihm sein Gegenüber. Spätestens als der Mann ihm Rache androht, würde er ihm nicht sein Portemonnaie und Handy aushändigen, steigt in Benny Panik auf, und er ruft zum ersten Mal um Hilfe. Die Reaktion der anderen Fahrgäste findet ihren Höhepunkt in bedächtigem Schweigen.

„In manchen Situationen ist es wohl besser die Klappe zu halten“, so Bennys Mutter Andrea, „aber das Gespür, eine Situation als potenziell gefährlich einzuordnen, fehlt Benny. Letztlich war es ja richtig von ihm, den Mann auf das Rauchverbot hinzuweisen und ich finde es eigentlich auch gut, dass er so mutig ist und nicht wegsieht. In diesem Fall war er aber vielleicht zu mutig“.

Allerdings wird wohl niemand Benny seinen Mut vorwerfen geschweige denn die Schuld für das Folgende bei ihm selbst suchen.

Als Benny am Rathaus Harburg die Bahn verlässt, folgt ihm der Angetrunkene und beweist seinerseits eine gehörige Portion Mut. In seinem Fall handelt es sich bedauerlicherweise lediglich um eine ausgeprägte geistige Armut.

Noch auf dem Bahnsteig springt er seinem wehrlosen Opfer wuchtig ins Kreuz. Benny geht zu Boden.

Bevor der Gewalttäter mit derselben Bahn weiter in Richtung Harburg fährt, gibt er Benny noch den Ratschlag mit auf den Weg, ihn ja nicht anzuzeigen, denn er fände heraus, wo er wohne.

Selbst als Benny erneut um Hilfe schreit, schauen die Leute auf dem relativ gut gefüllten Bahnhof weg oder gehen am Geschehen einfach vorbei. Nennt sich das dann Großmut gegenüber dem Täter?

Benny erleidet diverse Prellungen an Rücken, Beinen und Schulter und ist seit dem Vorfall krankgeschrieben. Außerdem traut er sich seither nicht mehr im Dunkeln mit der Bahn zu fahren und muss deshalb beispielsweise die Besuche bei seiner Mutter so rechtzeitig beenden, dass er es bei Tageslicht nach Hause schafft. Schön, dass die Tage jetzt wieder kürzer werden!

„Die Auswertung ginge deutlich schneller,
wenn öffentlicher Druck vorhanden wäre“

Selbstverständlich kann jeder in einer unübersichtlichen Lage Angst um das eigene Wohl bekommen. Nicht jeder ist couragiert genug, sich selbstlos zwischen Angreifer und Opfer zu werfen, aber aus sicherer Entfernung einen Notruf über das Handy abzugeben, das sollte doch für jeden empathischen Menschen selbstverständlich sein.

Darüber hinaus verfügt jeder Bahnhof der Hamburger Hochbahn über mehrere Notrufsäulen, von denen ganz einfach per Knopfdruck Hilfe herbeigeholt werden kann.

Die Hochbahn appelliert seit mehr als einem Jahr mit ihrer Kampagne Ich drück‘ für dich an die Zivilcourage ihrer Fahrgäste. Offensichtlich mit mäßigem Erfolg, wie dieses Beispiel beweist.

Benny hat den Angriff umgehend zur Anzeige gebracht. Ohne Zeugen und die Aufzeichnungen aus der Videoüberwachung kann die Polizei allerdings wenig tun. Beinahe sprachlos lässt einen die Polizeiaussage zurück, die Auswertung der Bilder durch den HVV ginge spürbar schneller, wenn öffentlicher Druck vorhanden wäre.
Wer Benny durch Hinweise in jeglicher Form helfen möchte, meldet sich bitte bei der Polizeidienststelle Harburg (040-42865-4610). Der Täter ist von kleiner bis mittlerer Statur und trug zum Tatzeitpunkt ein schwarzes T-Shirt. Er trägt einen Oberlippenbart und hatte die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. Im Nacken befindet sich eine auffällige Tätowierung.

Mutig war an diesem Abend am Bahnhof in Harburg nur Einer… // Troll

P.S. Das hier beschrieben ließe sich (gerade weil es sich bei uns um ein FC St.Pauli-Fanzine handelt) natürlich schnell wieder in die Schublade “Guter St.Pauli-Fan, böser hsv-Fan” packen, die auch gerne von den Medien gezogen wird. Genau dies aber möchten wir nicht, denn wir sind uns absolut sicher, dass auch alle anderen hsv-Fans diese Tat genauso verurteilen.

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Initiative pro Oenning – Infoveranstaltung

Investigativer Journalismus wird ja heutzutage immer seltener. Umso mehr freut es uns, dass der St.Pauli-Forums User diamondback sich im Auftrag der “Initiative pro Oenning” (IpO) unter Lebensgefahr gestern zu einer Infoveranstaltung der Supporters begeben konnte und uns seinen Bericht zur Verfügung stellt, den wir hier gerne veröffentlichen:

Ich konnte nicht tickern, das wäre doch etwas auffälig gewesen. Aber einen kleinen Bericht steuere ich gern bei. Ich war mit einem geliehenen Rautenausweis drinnen, um Micha (gemeint ist Michael Oenning, Man on a Mission, aufklärender Hinweis der Redaktion) in dieser schweren Stunde den Rücken zu stärken. Mir war etwas mulmig, mit meiner Jackentasche voll mit Stadtmeisteraufklebern.

Das ganze lief ziemlich diszipliniert ab, und die Stimmung war auch nicht sonderlich aggressiv. Sogar an eine Gebärdendolmetscherin für gehörlose Fans war gedacht. Eine ganze Reihe von Rauten nutzte die Gelegenheit, den Coach mit den eigenen taktischen Vorstellungen zu füttern. Sollte Micha auch nur die Hälfte davon verinnerlicht haben, führt der Weg des hsv direkt in die dritte Liga. Ein Fan hatte offenbar nicht mal mitgekommen, dass Elia verkauft worden ist. Ein älterer Fan von ” Föhrever hsv” bescheinigte Oenning und Heinemann die ärmsten Säue zu sein, die nicht mal in dieser schweren Stunde den Vorstand zur Seite hätte.

JoJo von CFHH bescheinigte dem Team zumindest in puncto Einsatz und Körpersprache Fortschritte gegenüber der Vorsaison gemacht zu haben (bitte für eine IPO- Mitgliedschaft vormerken), andere wollen
genau das Gegenteil bemerkt haben (Grupo Miesmacher). Die Damen und Herren Rauten konnten sich auch nicht recht einigen, ob das Umschalten von Offensive auf Defensive oder Defensive auf Offensive das eigentliche Problem sei.

Oenning war ganz gut mit Abwiegeln beschäftigt. Ein paar nette Sätze:

” Westermann ist ein guter Kapitän, wir würden uns manchmal nur wünschen, dass er wieder besser Fußball spielt”

” Wir müssen uns vom Spielsystem lösen”
(ist ihnen ja schon ganz gut gelungen.) Fairerweise muss man aber sagen, dass er etwas Plausibles meinte. Nämlich: er kann nicht so offensiv spielen lassen, wie er es gern möchte, weil das gerade gegen Gladbach, das in der Defensive gut steht und kontert nicht das richtige Rezept sei. Außerdem bat er um volle Unterstützung von den Rängen. Wenn ich die Gesichter der Rauten richtig deute, wird das gegen Gladbach voll durchgezogen – jedenfalls bis zum ersten Fehlpass.

Nicht so gut fand ich, dass Magic Micha den Fans geradezu einen Sieg gegen Gladbach versprochen hat (der Co-Trainer war da vorsichtiger) das macht der IpO das Schönreden der unvermeidlichen Niederlage unnötig schwer. Das ganze dauerte über zwei Stunden und gipfelte in der Beschwörung der großen Gemeinsamkeit: „Nur der hsv”

Nach dem Spiel widerstand ich der Versuchung, mich dem wartenden Kamerateam zur Verfügung zu stellen und die sofortige Vertragsverlängerung zu fordern. Hatte irgendwie gesundheitliche Bedenken

Fazit: Der Mann steuert einen klaren Kurs. Weiter so! // diamondback

Weiterführende Links:
Initiative pro Oenning – St.Pauli-Forum
Initiative pro Oenning – Glubb-Forum
Initiative pro Oenning – hsv-Forum
(In-)Offizieller Twitter-Account von Michael Oenning

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7.Spieltag (H) – TSV 1860 München

FC St.Pauli – TSV 1860 München 4:2 (0:1)
Tore: 0:1 Benjamin Lauth (44., Foulelfmeter), 0:2 Kevin Schindler (47., Eigentor), 1:2 Marius Ebbers (56.), 2:2 Sebastian Schachten (57.), 3:2 Max Kruse (64.), 4:2 Max Kruse (74.)
Zuschauer: 24.487 (ausverkauft, ca. 2.500 Gästefans)

Sicheres Ding, Digga… oder so.
Ich hatte es endlich mal wieder geschafft, der A-Jugend meine Aufwartung zu machen und sah im Sternschanzenpark eine engagierte Vorstellung unserer Jungs in der ersten Hälfte, die gegen den Tabellenführer aus Rostock sogar mit 1:0 in Führung gingen, vor der Pause aber noch den Ausgleich kassierten. Mitgereist waren auch ca. 50 sangesfreudige Gästefans, von denen eine Gruppe bereits am Bahnhof wegkassiert wurde und dann erst eine halbe Stunde nach Anpfiff von einer Gruppe Polizisten im Komplett-Schildkrötenpanzer nachgeliefert wurden. Da war das Spiel aber eh schon wegen Böllern und Rauch aus dem “Gästeblock” unterbrochen. Bei einem A-Jugend-Spiel… ich werde wohl alt, wenn ich über derartiges “Engagement” inzwischen langsam die Augenbraue hebe.
Mit dem Halbzeitpfiff machte ich mich dann auf den Weg, das 1:1 blieb aber gleichzeitig auch Endergebnis. Und wo ich grade dabei bin: Die B-Jugend hatte am Tag zuvor schon 4:0 gegen RedBull RasenBall Leipzig gewonnen, die C-Jugend den hsv im Derby 2:1 besiegt und die 4.Herren hat am Sonntag Morgen um 10.00h in Egenbüttel im zweiten Saisonspiel mit 2:0 den zweiten Sieg eingefahren. Am morgigen Mittwoch um 19.30h kommt es am Berner Heerweg übrigens zum Klassiker bei Berne 3!

Zurück zum Profifußball und hinein ins Millerntor!
Der Jolly Rouge war zurück und mit ihm eine sehr schöne (und schon weit vor der Ankündigung der Sozialromantiker) geplante Wende-Choreo von USP, als aus braun-weißen Streifen plötzlich der Jolly Rouge entstand, sehr schick! Fotos davon (und einem tollen Himmel) seht Ihr u.a. bei den wie immer großartigen Fotos von Stefan Groenveld.
Besagter Jolly Rouge wirft jetzt aber natürlich eine Frage auf: Wo will man damit hin? Welches Ziel wollen “wir” Sozialromantiker verfolgen? Und mit welchen Mitteln konkret?

Die Initiative verstand sich (in meiner Wahrnehmung) ja als “peoples community”, also als Macht der Masse (mal ganz frei formuliert). Diese Macht zeigte sich durchaus imposant beim Freiburg-Spiel, als ein ganzes Stadion auf einmal in einer Farbe strahlte, die eben nicht Vereinsfarbe ist.
Doch seitdem ist wenig passiert, auch die damalige Mobilmachung über das “Web 2.0″ wurde zwar gefeiert, ließ aber eben die Nachhaltigkeit vermissen. Ein paar rote Fahnen und Shirts verändern eben kein Geschäftsgebaren eines Profivereins, wenn danach nicht auch konkrete Schritte unternommen werden. Und da eben die “Sozialromantiker” kein normales Gremium der Fanszene ist oder von bestimmten Personen dargestellt wird, darf sich hier auch gerne jede Einzelperson (Autor ausdrücklich eingeschlossen) fragen, was er/sie denn konkret dazu beigetragen hat, das Gefühl oder die Bedeutung des Jolly Rouge auch wirklich ins Vereinsleben oder gar die Vereinsführung eingebracht zu haben.
Die letzte Möglichkeit, diese “Macht” jetzt auch spürbar anzuwenden bzw. umzusetzen kommt mit der JHV im Spätherbst.

Im Stadion blieben dann (obwohl ausverkauft offiziell vermeldet war und die freien Business Seats für 40,-€ (Süd) bzw. 50,-€ (Haupt) als normale Sitzplätze ohne Catering verkauft worden waren) doch einige Plätze leer, vielleicht hatte sich da dann (hoffentlich) doch der ein oder andere auf dem Schwarzmarkt verzockt.

Zum Spiel:
Während sich die meisten über die Ansetzung von Babak Rafati ärgerten, war ich froh zumindest nicht von Aytekin vergepfiffen zu werden und im Nachhinein lässt sich festhalten, dass Rafati sicher schon häufig schlechter gepfiffen als gestern. Klar, von “befriedigend” ist er noch weit entfernt und die Note 2 des Kicker ist mir ein Rätsel, aber es gab schon schlechtere Schiri-Leistungen am Millerntor. Neben der absolut unausgewogenen und damit schwer nachvollziehbaren Kartenvergabe war es ein eher nebensächlicher Fehler, der bei mir dann fast dazu führte das man mich aus Block 2 abführen lassen wollte: Ebbers Handspiel.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da wird ein Stürmer im gegnerischen Strafraum aus einem Meter am anliegenden Arm angeschossen, der zudem kürzlich erst eine gravierende Armverletzung hatte… und der Experte pfeift absichtliches Handspiel?!?! Boah, watt hab ich mich echauffiert. Ging da ja zum Glück schon um nichts mehr.
Über den Elfmeter muss man nicht diskutieren (es sei denn man heisst Schubert und erklärt einem Innenverteidiger einen der Gründe, warum dieser nächsten Montag nicht von Beginn an aufläuft), ansonsten war die erste Halbzeit durchaus okay. Schachten muss schon in der ersten Minute per Kopf die Führung erzielen, Sobiech später ebenso, passierte aber eben nicht, auch weitere Chancen wurden ausgelassen (u.a. Schindler an den Pfosten). 1860 hingegen harmlos.

An Schuberts Stelle hätte ich Thorandt und Saglik rausgenommen… notfalls auch, ohne jemanden dafür einzuwechseln, wenn das Auswechselkontingent schon erschöpft gewesen wäre. War es aber nicht, also kam für Saglik sogar noch der Messias in Form von Marius Ebbers. (Beste Grüße an dieser Stelle nach Zürich, Teil 1)
Ein Ruck ging durch Team und Publikum… und in 99% der Fälle wäre der gleich wieder verpufft, wenn man ein so derbe unglückliches Gegentor fängt. Tschauner reagiert mal wieder klasse und Schindler hat einfach nur Pech.
Doch dann wurde es irgendwie immer lauter am Millerntor und als Ebbers den 60er Feick wie einen F-Jugendlichen aussehen lässt und zum 1:2 einschießt hätte ich bereits Wetten darauf abgeschlossen, dass wir hier noch gewinnen. Besagter Feick leitete dann auch noch den Konter ein, den Schachten dann im Stile eines Verteidigers abschloss. (Beste Grüße nach Zürich, Teil 2). Denn Kiraly rutscht da etwas aus, sonst hätte ihm Schachten wohl ins Gesicht geschossen… nicht falsch verstehen, war sicher Absicht und natürlich absolut die bessere Wahl als ein direktes Verwandeln, wenn er denn dann den Nachschuss auch zielsicher einnetzt.
Der Rest war Ekstase und Kruse-Party. Ich hatte ihn vor der Erstligasaison als meine größte Hoffnung bezeichnet und mich auch vor dieser Saison sehr über die Vertragsverlängerung gefreut, da ich die seinerzeit im Abstiegskampf kritisierten Aussagen (“Mein Anspruch ist die erste Liga!”) eher als von den Medien missbraucht wahrgenommen hatte. Natürlich muss für ihn der Anspruch die erste Liga sein, wäre ja auch bescheuert wenn sein Anspruch die dritte luxemburgische Liga wäre. Wenn er diesem Anspruch jetzt bei uns versucht, wieder näher zu kommen, umso besser! Und derzeit befindet er sich absolut auf dem richtigen Weg dorthin.

In den TV-Berichten wurde dann ja mehrfach erwähnt, dass alleine Kruses zweiter Treffer zum 4:2 das Eintrittsgeld wert gewesen wäre. Klar, schicker Treffer, außerdem war für mich die Stimmung an diesem Nachmittag ebenso das Eintrittsgeld wert wie auch die Leistung von Fin Bartels. Man stelle sich mal vor, der hätte jetzt auch noch solch einen Torinstinkt wie Ebbers… okay, dann würde er wohl nicht mehr für uns spielen.

Noch mehr das Eintrittsgeld wert für mich ist aber bereits seit längerer Zeit etwas ganz anderes: Nämlich zu sehen, wie sich Philipp Tschauner freut. Sowohl nach Toren (auch wenn man beim Torjubel zum 4:2 vielleicht sogar etwas Angst bekommen konnte) als auch nach dem Spiel. Großartig, dass macht wirklich Spaß beim Zuschauen. Von der wieder mal guten Leistung ganz zu schweigen.

Wie sagte doch gestern beim Mittagessen im Raval mein Tischnachbar zu mir: Noch 24 Punkte bis zum Klassenerhalt! Wir sind also auf einem guten Weg. Der Stadtnachbar braucht ja noch 39…

Und sonst so…

-Zunächst nochmal die Ausgehtipps vom Wochenende:
Samstag und Sonntag ist das Blindenfußball-Masters “Keep your mind wide open” in der Halle an der Budapester Straße zu Gast, sechs Teams spielen jeweils ab 10.00 Uhr.
Und Samstag um 15.00h kommt es an der Waidmannstraße wieder zum “True OldFirm” zwischen USP und den Skinheads.

- Im bereits oben erwähnten Artikel macht sich der Magische FC-Blog Gedanken zur Gentrifikation und inwieweit die “Welle” eventuell weiter dazu beitragen könnte.

- Die Initiative “St.Pauli braucht Sporthallen” ist nicht nur weiterhin absolut unterstützenswert, sondern ab sofort auf auf Facebook verfügbar.

- Die Kollegen vom Basch haben die Weinbar-Macher zur aktuellen Situation befragt. Wer das Heft am Wochenende nicht bekommen hat, kann zumindest dieses Artikel hier nachlesen.

- Vielleicht habt Ihr mitbekommen, dass es eine Aktion namens “Pyrotechnik legalisieren” gibt, bei der sich Gruppen vieler Vereine zusammengeschlossen haben, um eben das umzusetzen, was der Name aussagt.
Auch beim ÜS gibt es da kein einhelliges Meinungsbild zu, doch zumindest so, wie die DFL/der DFB damit umgegangen sind, sollte es nicht sein. Wenn man sich mit Fans an einen Tisch setzt, sollte man sie als Gesprächspartner auch akzeptieren, sonst kann man sich den ganzen Aufwand gleich sparen. Näheres zum Verlauf (und Abbruch) der Gespräche findet Ihr bei Schwatzgelb.de

- Die Meldungen vom Spiel Rot-Weiß Erfurt – Darmstadt 98 Ende August klangen schlimm. 55 Verletzte, darunter neben 39 Polizisten auch Ordner, ausgelöst durch Steinwürfe der Gästefans. Lasst den Satz auf Euch wirken, stellt Euch die Bilder dazu vor… keine schöne Sache.
Wer jetzt lauter Menschen mit übelsten Platzwunden vor sich sieht, müsste mir jetzt erst mal erklären, wie das bei der Polizeiausrüstung heutzutage überhaupt passieren kann, aber die Aufklärung der Erfurter Polizei folgte… wenn auch erst, nachdem sämtliche Medien obige Darstellung verbreitet hatten.
Wie in der Stellungnahme des Darmstädter Fanvereins nachzulesen ist, räumte die Polizei auf Nachfrage im MDR ein, dass tatsächlich drei Polizisten durch die Steine verletzt wurden (ja, schlimm genug, keine Frage), die restlichen 52 Verletzten aber dem von der Polizei eingesetzten Reizgas geschuldet waren.
Ich will hier Fußballrandale sicher nicht verherrlichen, aber es muss sich auch niemand wundern, wenn die Glaubwürdigkeit der Polizei durch derart einseitige Darstellungen weiter gen Nullpunkt marschiert.

- Last but not least, Danke an die Facebook-Seite des Gudberg-Verlags für dieses Bild:

// Frodo

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Und sonst so… (XVI)

A-Jugend Bundesliga
Morgen (Sonntag) um 12.00h spielt die A-Jugend gegen den FC Hansa Rostock ihr Bundesliga-Spiel an der Sternschanze. Dürfte ja vielleicht noch reichen, um sich zumindest noch eine Halbzeit anzuschauen, bevor man zum Spiel der Profis marschiert.

Viertes FC St. Pauli Blindenfußballmasters

Die “keep your mind wide OPEN” finden in der Sporthalle Budapester Straße 58 in Flankenweite zum Millerntorstadion am nächsten Wochenende statt.
Anstoss ist am Samstag. dem 17.09. und Sonntag, den 18.09.2011 jeweils um 10:00 Uhr, am Samstag geht’s bis 19:00 Uhr und am Sonntag bis 15:00 Uhr.
Folgende Teams nehmen teil:
1. ISC Dortmund-Kirchderne
2. Chemnitzer FC
3. LFC Berlin
4. FC St. Pauli
5. SSG Blista Marburg
6. SG RGS Mainz/BFW Würzburg
Es wird die Möglichkeit geben, die Spiele auch per Kopfhörerkommentierung zu verfolgen.
Für Getränke und Essen ist gesorgt, einem spannenden sportiven Wochenende steht Nichts im Wege, auch nicht für die Zuschauer und Zuhörer.

Waidmannstraße – True Old Firm

Tja, und wer neben diesem sicherlich sehr angenehmen Zeitvertreib noch ein bißchen mehr Adrenalin durch die Adern pumpen lassen will, kann zumindest am Samstag Nachmittag ja mal einen kleinen Ausflug an die Waidmannstraße machen.

Am 17.09. kann man dort ab 15.00 Uhr das “True Old Firm” zwischen USP und den Skinheads verfolgen, für Spaß dürfte hier sicher ebenso gesorgt sein wie für das kulinarische Wohlgefühl.

 

 

Fanzines am Wochenende
Das Heimspiel gegen 1860 wirft seine Schatten voraus, sowohl der Kiezkieker als auch das Basch erscheinen mit ihren neuen Ausgaben. Während bei ersterem allein das Cover den Kauf rechtfertigt, bin ich bei letzterem insbesondere auf das Interview mit der Weinbar-Crew gespannt. Und natürlich kommt neben der offiziellen Stadionzeitung, der VIVA (hier schon vorab als PDF), auch die neue Fanräumezeitung wieder raus.

Martin Kind weiß Bescheid
Der 96-Präsident Martin Kind, einsamer Kämpfer für Gerechtigkeit für Sponsoren und Mäzene im Profifußball, hat im Zeit-Online Interview mal wieder gezeigt, dass er uns allen überlegen ist. Er weiß nämlich ganz genau, was der Fußball-Fan will:
[...]
Kind: [...] Der Fan möchte, dass seine Mannschaft erfolgreich spielt und dass das Stadion seines Vereins modern ist.

ZEIT ONLINE: Mehr nicht, sind Sie sich da sicher?
Kind: Ja.
Interview Ende.

The return of the Jolly Rouge
Aufruf der Sozialromantiker:
Sozialromantiker dieser Welt!
Heute hat die 2.500ste Person unsere Facebookseite geliked. Wir freuen uns riesig, nach wie vor so große Unterstützung zu erfahren. Vielen Dank dafür.
In ca 9 Wochen ist Jahreshauptversammlung, dort gilt es den Vereinsoffiziellen bindende Vorgaben an die Hand zu geben, damit unser Verein so gestaltet wird, dass wir alle uns in ihm wohlfühlen können.
Als kleine Erinnerung an die Entscheidungsträger, dass wir alle sie beobachten, sie ihr Handeln reflektieren sollten und sie keineswegs auf festen Stühlen sitzen, rufen wir euch auf:
Bringt die roten Fahnen, Banner, Schals, Mützen, Jacken, Pullis, Shirts, Tapeten, Pappen und Herzen am Sonntag mit ins Stadion!
Der Countdown läuft, die Uhr tickt. Wir sind bereit.

Warum es gut ist, dass der Millerntaler scheiterte
Die FAZ hat sich dem Thema “Bezahlsysteme in Bundesligastadien” angenommen und kommt allein für die erste Liga auf jährlich ca. 10 Millionen Euro von nicht wieder ausbezahlten Guthaben.
Nun sind die Zahlen (insbesondere durch die Hochrechnung von Bayern und Schalke auf die anderen Vereine) mit Vorsicht zu genießen, was auch in den Kommentaren zurecht angemahnt wird, aber selbst die 681.000,-€ von Schalke und erst recht (auch wenn ich das fast kaum glauben mag) die 2,4 Millionen Euro der Bayern sind Beleg genug dafür, dass man bei St.Pauli damals mit der vehementen Weigerung gegenüber dem geplanten Millerntaler die richtige Entscheidung getroffen hat.

Jarolim beim Elfer
Abschließend wurde uns dann noch ein geheimes Videomaterial zugespielt. David Jarolim verfeinert derzeit anonym im Ausland seine “Cleverness” und hat sie jetzt auch auf Standards ausgeweitet… allerdings noch mit nur mäßigem Erfolg.

// Frodo

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Stellungnahme der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball

zu den aktuellen Vorgängen rund um den Frauenfußball beim FC St. Pauli

Zunächst möchten wir uns bei den zahlreichen UnterstützerInnen bedanken, die unsere Online-Petition (siehe ÜS-Blog vom 09.August 2011) unterzeichnet oder sich in anderer Form mit unserem Anliegen solidarisch erklärt haben. Knapp 600 Unterschriften sowie die breite Unterstützung innerhalb des Vereins haben deutlich gemacht, dass ein derartiger Eingriff in die Autonomie einzelner Abteilungen von Mitgliedschaft und Umfeld unseres Vereins nicht widerspruchslos hingenommen wird.

Inzwischen wurde das im Rahmen der Rugbyabteilung gemeldete Frauenfußballteam wieder vom Spielbetrieb abgemeldet. Dies begrüßen wir ausdrücklich; dennoch haben wir nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen zu der Einsicht gelangt wären, ihre Vorgehensweise als grundsätzlichen Fehler zu betrachten.

Das Präsidium hat sich nach Wochen des Schweigens am 19.08.11 mit einer dürftigen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Diese Darstellung wird unserer Auffassung nach der Sachlage nicht gerecht. Zum einen haben über die dort erwähnte „Ausnahmelösung“ im Vorfeld keinerlei Gespräche mit unserer Abteilungsleitung stattgefunden. Zu einem gemeinsamen Treffen aller Beteiligten kam es erst als Reaktion auf den entschiedenen Protest. Zum anderen bedeutet die Meldung eines Frauenfußballteams durch das Präsidium, jedoch gegen den ausdrücklichen Willen und über den Kopf unserer Abteilungsleitung hinweg – entgegen der Darstellung des Präsidiums – einen drastischen Eingriff in unsere Belange. Mit diesem respektlosen Vorgehen wurden nicht nur die Frauenfußballabteilung, sondern auch der Amateurvorstand und der Ehrenrat als zuständige Vereinsgremien übergangen.

Die Erklärung des Präsidiums verkennt völlig, dass es bei dem gesamten Vorgang weniger darum geht, zu verhindern, dass einzelne Unzufriedene den FC St. Pauli verlassen, um die Verwirklichung ihrer persönlichen Vorstellungen anderswo zu suchen. Es geht hier vielmehr um die Wahrung grundlegender Entscheidungs- und Abteilungsstrukturen innerhalb des Vereins. Richtig ist, dass sich ein Trainer nicht gegebenen Strukturen unterordnen konnte/wollte, es den Mädchen jedoch selbstverständlich offen stand bei uns Fußball zu spielen. Die Meldung durch das Präsidium ignoriert und verdreht diesen Punkt völlig. Statt nun lediglich Bedauern über das Scheitern der „Ausnahmelösung“ zu bekunden, wäre es angebracht gewesen, Verantwortung für das eigene Fehlverhalten zu übernehmen.

Über das unverständliche und ungebührliche Verhalten des Präsidiums sowie der Rugbyabteilung sind wir nach wie vor entsetzt und empört!

Eure Abteilung
Frauen- und Mädchenfußball

Aktuelle Infos, die Online-Petition, Termine und Ergebnisse rund um den Frauen- und Mädchenfußball findet ihr unter:

www.fcstpauli-frauenfussball.de

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