Archive for Mai, 2010

Corny Littmann ist zurückgetreten

Mittwoch, Mai 19th, 2010

Wie dem Abendblatt der letzten Tage und dem ÜS-Blog schon zu entnehmen war und die BILD heute gegen 12.15h vermeldete, ist Cornelius Littmann heute auf der Pressekonferenz um 13.00h als Präsident des FC St.Pauli zurückgetreten.
Und wie das in Zeiten des Web2.0. so ist, war seine um 13.00h verlesene Erklärung dann auch schon um 12.45h auf der Vereins-Homepage im Wortlaut nachzulesen.

Das Possenspiel der letzten Tage (Ankündigung des Rücktritts im Abendblatt durch Indiskretionen aus seinem eigenen Dunstkreis, vehementes empörtes Dementi inkl. der Verwendung des Wortes “Märchen” und dann heute der Rücktritt) sei ihm als Schauspieler mit der notwendigen Gabe zur Inszenierung auch gerne zugestanden.

Er stellte auf der Pressekonferenz noch kurz voran, dass er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und nüchtern sei(!), am Ende aber dann mit den Anwesenden mit einem Kaltgetränk anstoßen wolle. Der Rest der Rede ist unter dem Vereins-Link nachzulesen.

Was bleibt?

Zunächst einmal ein Danke, für die unbestrittenen Verdienste, die er als Präsident hat.

  • Finanzielle Konsolidierung aus einer Situation heraus, die an das Arminia Bielefeld von heute erinnert
  • zwei neue Tribünen und die realistische Chance, zwei weitere in einigen Jahren folgen zu lassen
  • das Vertrauen in die richtigen Leute im sportlichen Bereich, allen voran Holger Stanislawski und Helmut Schulte und der damit verbundene Wegn aus dem Mittelfeld der Dritten Liga in die Bundesliga
  • eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Heimspiel gegen den hsv am Millerntor austragen zu dürfen
  • siebeneinhalb Jahre ehrenamtliche Arbeit als Präsident des FC St.Pauli

Es gibt in den siebeneinhalb Jahren auch vieles, was keinen Dank verdient hat, aber nur wer arbeitet macht Fehler und zumindest für mich ist das ab jetzt Vergangenheit und abgeschlossen.

Es gilt, nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass es unter dem neuen Präsidium Verbesserungen im Bereich der Kommunikation gibt und auch die Fans wieder das Gefühl haben, Ernst genommen zu werden, wenn man denn schon miteinander spricht.
An der inhaltlichen (wirtschaftlichen und sportlichen) Arbeit gab es ohnehin selten Kritik, dies kann also gerne so weitergeführt werden wie in der Vergangenheit.

Dem Aufsichtsrat obliegt es jetzt satzungsgemäß, einen Interimspräsidenten vorzuschlagen. Bereits in den letzten Tagen kristallisierte sich hier aus unterschiedlichen und von außen schwer nachvollziehbaren Beweggründen unter der Oberfläche ein Shoot-Out zwischen Marcus Schulz und Bernd-Georg Spieß heraus. In jedem Fall wird auf der JHV im Herbst dann (auch nach Vorschlag des Aufsichtsrates) ein neuer Präsident zu wählen sein.
Die Gerüchteküche der letzten Tage hatte auch schon den Wunsch Cornys gestreut, einen Posten im Aufsichtsrat zu bekommen, gemeinsam mit Thomas Meggle und Krista Sager, wie heute auch von Rene Martens geschrieben wird.
Ob da was dran ist? Keine Ahnung, aber den Rücktritt Cornys hatten einige ja auch vorschnell ins Reich der Märchen abgetan, die Küche scheint also gut gekocht zu haben. Zumindest den Aufsichtsratsposten wird es aber nur per demokratischer Wahl geben, und solange er Geschäftsführer der Service GmbH bleibt, ist dies per Satzung zumindest für ihn auch ausgeschlossen. Bei Meggle und Sager hingegen liegen derlei Gründe nicht vor, die könnten sich also durchaus zur Wahl aufstellen lassen, wie jedes andere berechtigte Vereinsmitglied auch.

Wie dem auch sei: Corny, Alles Gute für Deinen weiteren Weg als Mensch und Fan.
Der Übersteiger hat es Dir sicher nicht immer leicht gemacht, Du uns andersrum auch nicht.

Wir sind gespannt ob und wie es weitergeht und wünschen Dir und uns nächste Saison ganz viel Spaß in der ersten Liga, mit Deinem und Unserem Verein. // Frodo

Littmann will zurücktreten

Dienstag, Mai 18th, 2010

Nachdem es die Spatzen schon seit mindestens einer Woche von den Dächern und Bäumen pfiffen, steht es nun heute auch im Abenblatt, damit auch zum ersten Mal im Licht der Öffentlichkeit. (Ich muss hier mal einen Ausdruck des Erstaunens los werden, dass es diese Info vorher nicht ins Forum geschafft hat. Spätestens nach dem Spiel gegen den FCUM am Sonntag hatte ich fest mit einem “Ich weiß was!”-Posting gerechnet. Aber umso besser, dass internes in diesem Verein jetzt auch zumindest mal ne zeitlang intern bleiben kann.)

Corny Littmann will seine Präsidenten-Ära beim FC St.Pauli beenden. Nach siebeneinhalb Jahren, in denen er den Verein finanziell saniert hat, in denen zwei neue Stadiontribünen gebaut wurden und in denen er im sportlichen Bereich auf die richtigen Leute setzte und so dem Verein zum hundertsten Geburtstag die Rückkehr ins absolute Rampenlicht der ersten Liga ermöglichte. Siebeneinhalb Jahre, in denen auf der anderen Seite auch unheimlich viel Porzellan innerhalb der Fanszene und zwischen Vereinsführung und Fans/Fanladen zerbrach. Den Satz “Endlich ist ein Fan Präsident geworden!” hat er sicherlich auch schon tausendfach bereut.

Ich habe keine Lust, hier erneut eine Pro & Contra-Corny Auflistung zu starten, die oben genannten Punkte sollten als Erinnerung ausreichen und wer Erinnerungslücken stopfen will, kann sich gerne in den letzten siebeneinhalb Jahren Forum oder Übersteiger-Ausgaben austoben. Ich bin einfach nur erleichtert, dass der Blick jetzt nach vorne gehen kann, wenn seine Entscheidung denn auch endlich umgesetzt ist.

Es kann einen auch nicht mehr erstaunen, dass es “zum Politikum” wird, wenn er mal wieder ohne Satzungskenntnis durch die Institutionen stolpert und meint, seinen Nachfolger präsentieren zu können, obwohl ihm das nicht erlaubt ist. Dass aufgrund dieses fehlenden Wissens nun die für morgen ursprünglich angedachte “Ich trete zurück!” Pressekonferenz erst mal auf unbestimmte Zeit (lt. Abendblatt zwei Wochen) verschoben werden muss, passt ebenfalls ins Bild und zeigt, dass die politischen Machtspielchen auch mit seinem Verschwinden vom Präsidentenstuhl noch lange nicht vorbei sind.

Geschäftsführer der Millerntor-Stadionbetriebsgesellschaft ist er ja weiterhin, im Catering ist er ebenfalls weiter beteiligt und auch einen Kredit bekommt er vom Verein ja noch zurück, ganz so schnell wird man ihn also noch nicht los. Und ob er sich dann, wie ebenfalls schon laut angedacht, einen Posten im Aufsichtsrat verschaffen will, wird man sehen. Letzterer wird ja aber glücklicherweise per Wahl vergeben und nicht per Erlaß, damit dürfte dann auch in der nächsten JHV genug Zündstoff stecken. Wenn er sich da demokratisch durchsetzt, sei ihm auch bei dieser Aufgabe viel Spaß gewünscht.

Die Frage ist jedoch, was kommt jetzt? Der Aufsichtsrat muss lt. Satzung für den Fall des Rücktritts einen Interims-Präsidenten benennen. Dieser sollte im Normalfall aus dem aktuellen Präsidium kommen und Corny hat seine Wahl mit Marcus Schultz ja auch schon verlautbaren lassen. Ob der AR diesem Vorschlag folgt, bleibt abzuwarten.

Wie dem auch sei: Es wird nicht langweilig… und zumindest DAS ist dann auch wieder MEIN FC St.Pauli! // Frodo

Nachtrag, 13.00 Uhr: Nee, war alles gar nicht so gemeint. Übersteiger Abendblatt, Zeckenblatt, wir haben Deine Lügen satt! :) Wer es glaubt…

Antira-Turnier und Spiel gegen FCUM

Donnerstag, Mai 13th, 2010

Am Samstag ist es dann soweit, mit dem Spiel gegen den FC United of Manchester gibt es das erste größere Highlight in den Geburtstagsfeierlichkeiten zum huntertjährigen Bestehen.

Alle wichtigen Infos zum Spiel gibt es hier auf der offiziellen Community Website, Namen wie Volker Ippig, Klaus Thomforde, Holger Stanislawski, André Trulsen, Dirk Dammann, Ivan Klasnic, Thomas Meggle und Jürgen Gronau sind natürlich zum mit der Zunge schnalzen, zumal Meggie wohl auch in diesem Rahmen verabschiedet wird.

Wir möchten Euer Augenmerk aber besonders auf das Rahmenprogramm legen: Wie hoffentlich alle wissen, findet an diesem Wochenende auch das 6.Antira-Turnier an der Kollaustraße statt, hier noch zur Erinnerung der Zeitplan. Lasst Euch da mal blicken, das Programm steht für sich und auf ne leckere Grillwurst (oder eine vegetarische/vegane Variante) sollte jeder mindestens mal kurz vorbeischauen können. Für die “Mich interessiert nur Fussi!”-Fraktion: Fußball wird am Freitag ab 13.00h, Samstag ab 10.00h und Sonntag ab 11.00h gespielt.
Auf der o.a. Community Website des Vereinsgeburtstages steht zwar “das Finale” des Antiras werde in der Halbzeit des Spiels gegen Manchester ausgeführt, allerdings würde ein “Finale” ja der Philosophie des Turniers ein wenig zuwider laufen und die genauere Erklärung zur Spielplanung kann man hier also dem Zeitplan entnehmen, aber eigentlich ist es auch egal. Hauptsache dieses Turnier wird überhaupt außerhalb der Kollaustraße im Verein gewürdigt, und dieser Auftritt im Stadion ist ganz sicher ein Beweis dafür.

Außerdem gibt es im Verein seit Jahren das “Alfred-Siebentritt-Turnier”, wo die Amateurmannschaften der Fußballabteilung unter sich um die Ehre streiten. Hier stimmt es dann auch, dass im Rahmen des Spiels gegen den FCUM das Finale ausgespielt wird und der ÜS ist besonders froh zu vermelden, dass es die 4.Herren (auf deren MySpace Seite gibt es übrigens auch das großartige “Bullenwagen klau’n und die Inn’nstadt demolier’n!”) in eben dieses Finale geschafft hat, deren Trikotsponsor wir sind und die ja auch Redaktionsmitglieder im Team hat. Anstoss ist schon um 16.45h, vor dem Spiel der All Stars gegen den FCUM, gespielt wird 2×15 Minuten und der Gegner ist die 3.Herren. Da diese in den normalen Hamburger Ligenbetrieb eingegliedert ist (2.Kreisliga, 2.Platz) und die 4.Herren im Ligenbetrieb für untere Herrenmannschaften quasi in einer Parallelwelt spielt, dort aber in der höchsten möglichen Liga (HA-01, ist etwas kompliziert in Hamburg…) dürfte das eine sehr spannende Geschichte werden. Anstoß der AllStars gegen den FCUM ist dann um 18.00h.

Also, alle hin da! Zum Antira, und am Samstag zum Millerntor! Schönes Wochenende! // Frodo

34.Spieltag (H) - SC Paderborn

Montag, Mai 10th, 2010

FC St.Pauli – SC Paderborn 1:2 (1:1)
Tore:
1:0 Marius Ebbers (19.), 1:1 Daniel Brückner (45.), 1:2 Nejmeddin Daghfous (81.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Schön war’s. Ein rundum entspannter Aufstiegstag… nur wenn ich ganz ehrlich bin, ist es eben doch nicht das gleiche wie 2001. Zum FC St.Pauli gehört ein Herzschlagfinale, die Entscheidung durch einen unberechtigter Handelfmeter in der Nachspielzeit, der an den Pfosten geht und dann vom Rücken des Torwarts ins Netz trudelt… natürlich erst, nachdem der erste Versuch bereits wiederholt werden musste.
Aber okay, ich will nicht meckern, auch wenn meine Saisonziele (DFB-Pokalfinale und Erreichen der Aufstiegs-Relegation) beide verpasst wurden und es an diesem Tag nur noch um die goldene Ananas die silberne Radkappe ging. Nächstes Jahr krieg ich bestimmt mein Finale und die Relegation ;-)
Schwarzmarktpreise bis zum Mond, Schlangen überall bis nach Meppen… wohl ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns nächstes Jahr in der ersten Liga erwartet. Wenn da an der U-Bahn St.Pauli Stehplatzkarten für 150,-€ angeboten werden und es auch noch Vollidioten gibt, die das bezahlen, muss man sich echt nicht wundern, dass die da immer wieder stehen. Warum der Verein in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt da nicht einschreitet, weiß ich allerdings auch nicht so genau, aber vielleicht wär das ja mal ein Thema für den ÜS.
Zum Spiel: Ich selbst wäre sehr gerne Meister geworden und muss schon mein Unverständnis darüber äußern, wenn solch ein erfahrener Profi wie Morena offensichtlich das falsche Schuhwerk wählt oder Richie frei vorm Tor so kläglich scheitert. Aber, auch klar: Völlig Ladde, die Jungs haben eine Woche gefeiert und das sei ihnen auch absolut gegönnt, da fehlen dann eben die letzten Prozent und in der Zweiten Liga gibt es eben kein Fallobst, dann wird derartiges auch ausgenutzt. Die Stimmung war grade vorm Spiel und zu Beginn bombastisch, das einschläfernde Gekicke tat dann aber auch seine Wirkung und so feierte man sich, wie so oft am Millerntor, mal lieber wieder selbst. Auch der Block 1 fand, wie schon gegen Augsburg und Koblenz wieder zu alter Form zurück. „Und schon wieder keine Schale, St.Pauli!“ nach dem 1:2 fand ich ebenso schön wie das „Erste Liga! Schulle ist dabei!“, welches bei Schulles Einwechslung vom Supportblock in der Mitte der GG herüberschwappte. Der Ohrwurm für mich war aber das von USP angestimmte „2.Liga war schön, Zeit für uns zu gehen!“ nach der vom letzten Aufstieg noch wohlbekannten „Schade, Magdeburger Jungs!“-Melodie.
Schön auch, dass in der medialen Nachbetrachtung (Tagesschau, Sport 1, Premiere, sky) fast nur der FC St.Pauli auftauchte und keine Sau die Meisterfeier aus der Region interessierte.
Womit wir beim Thema wären: Großartig, liebe Mannschaft! Ich hatte, nach den vollmundigen Ankündigungen („Die Mannschaft hat eine Überraschung vorbereitet!“ - „Ihr wisst ja gar nicht, was Euch erwartet!“) schon mit einer Rede, einer Tapete und ein paar netten Gesängen gerechnet, aber das Einlagespiel war dann wirklich der Hammer, ich habe Tränen gelacht. Sollte es tatsächlich jemanden geben, der es noch nicht gesehen hat, bekommt am Ende des sky-Berichts zumindest einen kleinen Eindruck und auf YouTube findet man vielleicht auch was. Aber aus reiner Chronisten-Pflicht muss ich es einfach noch mal aufzeichnen: Nach Spielschluss verließ das Team den Platz und kam nach drei Minuten wieder… zur Hälfte mit St.Pauli Trikots, die andere Hälfte in diversen bunt gemischten Erstligatrikots, standesgemäß zu Hell’s Bells. Hennings Frings und Schulle Jarolim bepöbeln sich schon beim Einlaufen, letzterer geht mehrfach per Schwalbe zu Boden. Nachdem er den Schiri bepöbelt bekommt er dann auch das „Schiri-Metzen-Gedächtnis“ Doppel Rot gezeigt und geht mit einer weiteren theatralischen Schwalbe pöbelnd vom Platz und zeigt der Gegengerade den Mittelfinger… unfassbar, das muss man gesehen haben.
Auch die „I’ve been looking for freedom“ Nummer fand ich großartig. Da mag man mich als billigen Jubelperser auf Ballermann-Niveau bepöbeln und im Forum zerhacken. Aber wer schon mal in nem Sonderzug im Partyabteil oder auf einer beliebigen Schlagerparty war, sollte wissen, dass derartiges manches Mal einfach aus der Situationskomik heraus entsteht und nichts mit Niveau oder Geschmack zu tun hat. Die Szenen in der Flimmerkiste nach dem Spiel in Fürth haben jedenfalls gezeigt, dass die Mannschaft Spaß an dem Song hatte… und dementsprechend muss man dann auch nicht groß drüber diskutieren, ob der Song nun passt oder ob man da mitsingen kann/darf/soll/muss. Wer nicht will, muss ja nicht, die Mannschaft hatte aber sichtlich dabei ihren Spaß und ein Großteil der Zuschauer eben auch.
Die restliche Feierei konnte ja auch auf sämtlichen Kanälen bestaunt werden und das auf der Reeperbahn mehr Leute waren als bei Bayerns Meisterfeier ist sicher eine Erwähnung wert. Ich persönlich war lieber im Fanladen und danach noch mit netten Leuten was zum Saisonabschluß essen, aber auch das ist ja zum Glück jedem selbst überlassen.
Gleiches gilt natürlich auch für Alkoholkonsum, aber bevor der Text jetzt hier entgleitet, heb ich mir das Thema lieber auch mal für nen Übersteiger – Artikel auf, schließlich stand auf den T-Shirts ja “Einfach mal glücklich sein!” und ich will mich dran halten… aber was will man erwarten, wenn „Wir saufen jetzt sechs Monate durch!“ schon von höchster Ebene lange vor dem Aufstieg anlässlich des Geburtstages als Motto ausgegeben wurde oder ein Präsidiumsmitglied in der Süddeutschen aufgrund seiner völlig verwahrlosten Erscheinung und komplett abgeschossen auf der Pressekonferenz als herrlich kultig und anders gefeiert wird.

Was sonst noch war:
Der Übersteiger ist ausverkauft! Evtl. gibt es noch Restexemplare vom Drucker, ansonsten bleibt nur der Schwarzmarkt!
Das „In the streets of Hamburg“ Nr. 10 ist ebenfalls am Wochenende erschienen und in diesem Fanzine der Skins steckt in jedem einzelnen Artikel mehr St.Pauli als … nee, den Vergleich lass ich jetzt, einfach nur glücklich sein. Kaufen! Lesen!
Und die Gazzetta hab ich noch nicht gelesen, allerdings ist alleine das Poster den Kauf wert… allerdings ist die Ausgabe wohl ebenfalls vergriffen. Von den Postern gab es aber noch Fehldrucke im Fanladen. Fällt kaum auf, dass die Spielpaarung da verkehrt herum steht, sieht trotzdem geil aus das Teil!

Die U23 hat in Plauen mit 6:0 ganz bös Dresche bezogen, und wenn TeBe nicht in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert hätte, wäre der Klassenerhalt (zumindest sportlich) schon so gut wie Geschichte. So aber gibt es noch ne kleine Chance, die aber spätestens Samstag gegen Wilhelmshaven auch genutzt werden muss. Anstoß in knapp zwei Wochen am Samstag, 22.5. um 13.30h am Millerntor. Vormerken!

Noch vorher allerdings kommt das Antira-Turnier an die Kollaustraße! Alles weitere hier, hin da! // Frodo

Links:
Bericht Breitseite
Blog pathos93
Fotos Ostfriesland Fußball
Fotos Stefan Groenveld
Fotos “paulweller”

Fotos “Fußball lebt”

ÜS 99 erscheint am Sonntag gegen Paderborn, inkl. WM Special

Mittwoch, Mai 5th, 2010

Es ist soweit, der ÜS 99 erscheint am Sonntag zum letzten Heimspiel der Saison gegen den SC Paderborn. Und als kleinen Bonus gibt es, wie alle vier Jahre, auch dieses Mal wieder unser beliebtes (und dieses Mal 36-seitiges!) WM Special. Garantiert anders als das Kicker-Sonderheft, garantiert lesenswert.

Gleiches gilt natürlich auch für die Nr.99 als solche, und um Euch schon mal ein wenig auf den Geschmack zu bringen, hier ein Ausschnitt aus dem Redaktionsartikel zun den Vorfällen zwischen Fans, anderen Fan und dem Präsidium, welcher sich im Heft auf sechs Seiten erstreckt:

[…]
Irgendwas bleibt
Die Frage ist, was nach all diesen Geschehnissen übrig bleiben wird. Auf den ersten Blick ist es simpel: Ein Präsidium, welches sich ums finanzielle und sportliche kümmert, wofür es ja auch gewählt wurde und dem Fanbelange eher egal sind. Außerdem Fans eines Vereins, die in großen Teilen auf beiden Seiten des Schützengrabens hocken um wahlweise den Verein „nur“ als Fußballverein zu sehen oder eben mehr in diesen hineininterpretieren. Schade ist ganz sicher, dass bei vielen der eigentliche Auslöser in Vergessenheit geriet und man nur noch über die Blockade sprach.
Wird der FC St.Pauli sich durch derartige Vorfälle seiner Andersartigkeit berauben? Oder kann er es problemlos verkraften, wenn sich immer mehr frustrierte Ultras, Fanzinemacher, Fanclub-Sprecherräte und viele andere eher aktive Fans abwenden? Weil „irgendwie“ schon neue Leute nachrücken werden? Kann ein Präsidium nicht solide arbeiten und trotzdem auch vertrauensvoll mit Fanvertretern zusammen arbeiten, wie es ja teilweise in der Vergangenheit auch schon der Fall war, wenn man z.B. an den Kongress im letzten Sommer denkt?
Wir holen mal etwas aus und zitieren Nick Hornby: „Seinen Fußballverein sucht man sich nicht aus, er wird einem gegeben!“ Dies mag für viele Vereine zutreffen, denn wer würde sich Greuther Fürth, Paderborn, Altona 93 oder Hoffenheim „aussuchen“? Daher bleibt es bei einer eher übersichtlichen Klientel. Oftmals entscheidet der Wohn- oder Geburtsort oder die Vorliebe der Eltern oder des Freundeskreises, oft auch der bloße Zufall.
Doch gilt dies auch für den FC St.Pauli? Einen Verein, der noch nie etwas gewonnen hat, der nie mit fußballerischem Hochgenuss geglänzt hat, sondern bis Mitte der 80er in der Fanwahrnehmung kaum stattfand? Klar, auch hier finden sich Fans, die ganz einfach keine andere Wahl hatten und schon seit den 70ern oder noch länger ans Millerntor kommen und für die der FC St.Pauli einfach nur „ihr Fußballverein“ ist. Dies ist auch gut und wichtig so und soll keineswegs abwertend klingen oder gar gemeint sein. Doch wohl nirgendwo sonst gibt es derart viele, die irgendwann in ihrer Fanlaufbahn bewusst auf den FC St.Pauli umgeschwenkt sind (vom hsv oder einem beliebigen anderen Verein), als sie in der Lage waren, es sich „auszusuchen“. Fragt doch mal bei den Fanclubs außerhalb Hamburgs nach, warum deren Mitglieder Fans des FC St.Pauli sind. In der Regel werden die Antworten länger als zwei Sätze sein und sie werden viele nachvollziehbare Argumente liefern können, von denen kaum einer was mit „2.Liga“ oder „sportliches Abschneiden“ oder gar „finanzielle Stabilität“ zu tun haben dürfte. Andererseits reicht an der Müllverbrennungsanlage ein hysterisch heraus gezucktes „Nurderhsv!“ schon aus, um keine weiteren Fragen stellen zu wollen.
Nehmt Euch mal fünf Minuten Zeit und überlegt, warum Ihr irgendwann mal zum FC St.Pauli gekommen seid und welchen Anteil daran das sportliche oder wirtschaftliche hatte und welchen Anteil „Die Fans“, in welcher Form auch immer. Und fragt Euch auch, ob diese „Fans“ ohne die momentan so beschimpfte „aktive Fanszene“ und insbesondere den Fanladen die gleichen gewesen wären.
Um es erneut klar zu sagen: Natürlich hat das aktuelle Präsidium immense Verdienste. Das Stadion, die finanzielle Konsolidierung, das Vertrauen auf die richtigen Leute im sportlichen Bereich. Aber warum kann man diese Dinge nicht auch noch um ein vernünftiges Miteinander mit den Fans erweitern, dass schwächt doch die anderen Punkte nicht, im Gegenteil?
Und hier nähern wir uns dem Dilemma:
Wie philosophierte ein Redaktionsmitglied vor kurzem so schön:
„Der FC St.Pauli ist für mich mehr als nur ein Fußballverein. Ich will meinem Sohn, wenn er alt genug ist um mit mir über Fußball zu reden, erklären können, warum ich am Wochenende immer für 90 Minuten nur bedingt zurechnungsfähig bin. Er soll in der Schule gegenüber den Klassenkameraden mit dem hsv-Etui ein mitleidiges Lächeln übrig haben und mit stolz geschwellter Brust erzählen können, dass er St.Pauli Fan ist. Er soll erklären können, dass Ultras beim FC St.Pauli sich für diverse soziale Projekte einsetzen, dass es den „Fanladen“ gibt, der unglaublich viel soziale Arbeit, auch im Stadtteil macht. Er soll von Projekten wie der U18 oder Kiezkick berichten können, von 90 Minuten Gesängen ohne ständige Diffamierung des Gegners oder vollen Schnauzen. Er soll sich bewusst sein, dass diese Fanszene für Antirassismus, Antifaschismus und im allergrößten Teil auch für Antisexismus steht, und der Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten dies alles unterstützt. Dass es Gedenktage für die Opfer des 2.Weltkrieges gibt, die vom Fanladen organisiert werden, dass es so viele Fanzines wie bei keinem anderen Verein gibt, dass es eine Abteilung wie die AFM gibt, in der fast ausschließlich ehrenamtlich für diesen Verein gearbeitet wird und Fans direkt die Nachwuchsarbeit fördern. Er soll bei Themen wie Bambule oder Gentrifikation irgendwann nicht mehr ratlos mit der Schulter zucken, sondern ein Bewusstsein für Verantwortung entwickeln, die er auch gerne im und ins Stadion tragen darf. Er soll anführen können, dass der Fanladen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Gewalt einlädt, wenn es nötig ist; das sich immer wieder Leute finde, die Flugblätter erstellen und verteilen, wenn mal wieder mehr als zwei Deppen gleichzeitig gegen die Stadionordnung verstoßen.Und für all dies steht die „Aktive Fanszene“ des FC St.Pauli und allen voran der Fanladen. Sollte es diesen irgendwann nicht mehr geben und Personen die Oberhand gewinnen, denen ein neues Stadion oder ein Bundesligaaufstieg wichtiger sind als die eben aufgezählten Dinge, so ist dies nicht mehr mein Verein, den ich mir ausgesucht habe. Dann kann ich zurück zu dem Verein, den mir meine Geburtsstadt gegeben hat, da ist der sportliche Erfolg entscheidend und Bums, Aus. Gleichzeitig hätte Corny Littmann gewonnen, er wäre die ungeliebten kritischen Stimmen los… und doch hätte er alles verloren, weil das gleichzeitig der Anfang vom schleichenden Ende des Mythos FC St.Pauli wäre. Dann sind wir auch nur noch ein Verein, der einem gegeben wird.“

Vielen Dank, dem schließen wir uns vollinhaltlich an, auch die bisher kinderlosen unter uns.
Vielleicht ist dies die Gabelung des Weges, an dem sich die mittel- bis langfristige Zukunft des Vereins entscheidet. Vielleicht muss hier auch die aktive Fanszene einsehen, dass sie eine radikale Minderheit ist und von der Masse nicht gewollt ist. Nur, der ÜBERSTEIGER wird dieses Feld nicht kampflos räumen. Nicht nach 17 Jahren Fanarbeit und 99 Ausgaben. Für uns ist dieser Verein immer noch mehr als ein beliebiger Fußballverein und wir wollen es schaffen, dass auch weiterhin „Aktive, Mittlere und Passive“ Fans gleichermaßen gerne den Helden in Braun-Weiß zujubeln, singen, sich freuen, sich ärgern und doch alle irgendwie wissen, warum sie gerade hier stehen. Sollte das auch mit dem aktuellen Präsidium möglich sein, umso besser. // Die Redaktion

33.Spieltag (A) - Greuther Fürth und der Aufstieg!

Dienstag, Mai 4th, 2010

AUFSTIEG in Fürth, da führt kein Weg mehr dran vorbei.

Jetzt hat der Kiez und ganz St. Pauli schon 2 Tage Kopfschmerzen, die kombiniert mit versagenden Stimmbändern und Heiserkeit auch den Übersteiger voll erwischt haben! Redaktionelles Schlafmangelsyndrom, wie uns der Hausarzt attestierte Diagnose: AUFSTIEG in die Bundesliga pünktlich zur hundertsten Ausgabe. Na wenn das nichts ist.

WAS WAR DAS BITTE FÜR EINE GROSSARTIGE NUMMER!

Und das war erst der Auftakt sämtlich kommender Festivitäten, also noch drei Tage ausruhen und dann geht es richtig zur Sache, obwohl die Stimmung in und um Fürth und im bestens organisierten Sonderzug wohl schon lange nicht mehr so fantastisch war. Da konnte auch die halbstündige Verspätung zwischen Altona und dem Hauptbahnhof aufgrund der Krawallbrüder auf der Schanze nicht für Panik sorgen! War ja dank DFL noch genug Zeit bis zum Anpfiff. Es ging einfach alles nach vorne los.
Im Zug eine Mischung aus besten Kutten die es wohl je gab, mein Highlight dabei Justus himself. Warum einige sich wie zu einer Badtaste Party angezogen hatten erschließt aus dem Motto der Fahrt ja nicht direkt – ist auch Schnurzpiepe. Ist doch eigentlich ganz einfach: Nur den Kleiderschrank aufmachen und alles anziehen was schon seit Jahren unter den neuen Polohemden und Jeans verborgen liegt.
Schön das, weil es offensichtlich nicht die Exzesse gegeben hat die man in Zügen nicht sehen will. Schon in der Samstagnacht war im Partywagen die Hölle los, die meisten habe wohl eher gar nicht geschlafen, so dass in Fürth erst mal Kaffee und Kneipe auf dem Programm stand. Dauerte nicht lange da war die erste Gardinenpinte überfallen und leer getrunken. Die übrigen wenigen Stammgäste verzogen sich auch gleich aufgrund unserer besten Stimmung in die Hinterräume. Also Bier war leer und Kaffee kalt. Weiter den nächsten Laden entern…!

Irgendwann ging es dann zum Stadion, was ne Bude, als ob nach einem Bombenangriff überall so kleine Tribünen und Bauklotzsysteme a la Lego dafür verantwortlich sind wie es da nun aussieht. Wenn man nicht gemein sein will, kann man getrost behaupten, dass es eine Zweigbaustelle des Millerntor für einen Tag war. Allerdings eben verbastelt. Fürther waren eher kaum da und auch nicht zu hören – unser Block 5 Südkurve hinter dem Tor hat schon mächtig was los gemacht. War schon sehr auf Heimspielatmo, Respekt! Aber 9.000 Leute sind auch ein mächtiger Auswärtsmob kann man sagen, ne.
Aber die Spannung die in der Luft lag war so stark, das man das Städtchen damit für einige Nächte mit Strom hätte versorgen können. Als der gute Matze Hain dann fast enthauptet wurde (Gute Besserung Aufstiegsgarant und Punkteretter!) wurd mir schon bang und übel. Aber nicht vom Bier! Zum Glück gab es im Stadion keins so konnte man sich dann noch mal auf die große Feier vorbereiten. Fürth war gefährlich und überlegen ich dachte immer irgendwie an das 2:2 aus dem Hinspiel. Doch dann kam die Halbzeit zum Glück.

If you are St Pauli Fan – ´going to the Flughafen … düb düb düp düp ü dü di dü dü

Die zweiten 45 Minuten haben dann einfach alles getoppt was es zu toppen geht. Mann, haben wir eine saustarke Truppe, wie die das Ding gedreht haben, gigantisch.

Beim zweiten und dritten Tor lief mir schon zum ersten mal feuchte Augenflüssigkeit die Wangen herunter, als dann der Schlusspfiff das Mark erschütterte gab es kein Halten mehr Alles im Block schob sich und drückte, man fiel sich in die Arme und wildfremde Menschen drückten sich die Herzen! Dann war der Druck im Kessel zu hoch und unerfindlicher Weise platzte die Tür zum grünen Rasen, wir hätten eigentlich den ganzen Rasen ausbuddeln und mitnehmen müssen, aber die wollen da noch mal spielen bald, auch okay das er heil geblieben ist. Egal wir sind wieder in der 1. Liga. Auf jeden Fall fand man sich auf dem Grün ein, heulte vor Freude und lag sich in den Armen. All die Jahre Regionalliga, die beiden Abstiegsjahre die 2. Liga. All das flog wie in Zeitlupen an einem vorbei und man stand da nicht alleine! Schlagartig wusste man mal wieder warum man in diesen Verein die ehrenamtliche Arbeit reinsteckt, weil die Momente für die es lohnt alles andere aufzugeben, unbezahlbar sind,.

Ich glaube dieser Aufstieg ist Kitt für unsere Fanszene die doch so arg gebeutelt ist in den vergangenen Monaten.

Nachtrag:
Was im Zug los war kann sich wohl jeder vorstellen der schon mal unterwegs war, so viel getanzt und gesungen hab ich persönlich noch nicht im Zug, Donnerwetter. In Altona angekommen um halb fünf tat sich noch ein kleiner Mob auf, wie gesagt … going to the Flughafen … Das war ein lustiger Trupp mit zerfetzen Hosen dunklen Brillen und eben durchgerockt. Irgendwie war für mich da klar, dass es nicht mehr nach Fuhlsbüttel gehen kann, weil einfach nicht mehr geht, wenn man nächstes Wochenende nicht die Übergabe der goldenen Radkappe verpassen will, denn wir gewinnen sowieso und Lautern eben nicht bä! Ich glaub die Kutte muss wieder mit! //JE

FC St. Pauli danke das es dich gibt!

Ihr seid nun Aufstiegshelden, allesamt!