Übersteiger 124

Wenn hier einer Ananas macht, 
dann sind wir das!

Vorneweg: Viel Spaß beim letzten Heimspiel der Saison 2015/16. Genießt den Tag mit eurer Bezugsgruppe, nehmt drölfzig Bier am Fanladen und verabschiedet die Mannschaft würdig in den Sommerurlaub. Sie haben ja Zeit genug, Relegation ist ausgefallen.

Wer hätte das gedacht? Ich kann mich noch an dramatische Minuten am Ende der letzten Saison erinnern, wo ein Tor über Relegation oder Nicht-Relegation entschieden hat. Auch damals hatten die Magischen Anspruch auf den vollen Sommerurlaub. („Jaja, alle glücklich! Ewald, komm, wir müssen los.“)

Insgesamt war es eine Saison, die wir uns verdient haben. Mit dem Abstieg nichts zu tun, ein paar Mal vom Aufstieg träumen, ordentliche Spiele abgeliefert, Helden geboren und Helden verabschiedet.

Beim Übersteiger hat sich auch eine Menge getan. Wir standen ebenfalls kurz vorm Abstieg in die Nichtexistenz, haben aber in diesem Jahr mit neuen Leuten wieder an Fahrt gewonnen. Neues Layout, neue Redaktionsmitglieder, weniger Seiten und dafür mehr lange Geschichten. Wir hoffen, euch gefällt es. Neu begrüßen können wir diesmal Wiebke und Sibbe, die Cover und Illustrationen jetzt rocken. Herzlich willkommen.

Inhaltlich kümmern wir uns schwerpunktmäßig ums liebe Geld. Wie soll es weitergehen mit der Verteilung der Fernsehgelder, wer hat welche Interessen und warum sind Werksvereine immer noch scheiße? Garniert wird der lange Artikel mit unseren Lieblingsfotos der Saison.

Über die EM brauchen wir ja gar nicht weiter reden – Deutschland muss sterben, wissen wir alle. Und Schlandatzen auf dem Vorplatz des heiligen Rasens brauchen wir auch nicht. Leider hat sich wohl ein Sponsor gefunden, der der bierseligen Identitätsfindung tumber Massen finanziell unter die Arme greifen will. Zum Kotzen.

Den Artikel von Hermannus lest ihr natürlich trotzdem. Und den EM-Ausblick auch, inclusive diverser Spezialexperten aus dem Vereinsumfeld. Apropos Spezialexperten: Wir haben seit langem mal wieder eine Players’ Corner im Heft. Schnecke hat sich erbarmt und uns einige Fragen beantwortet. Mal sehen, ob seine Aussagen im einem Gegensatz zu denen unseres Videoanalysten Andrew stehen…

Ansonsten alles wie gewohnt: NVDA, diverse Rezis, Party in der Mitte und Neuigkeiten aus dem Verein.

Viel Spaß beim Saisonabschluss,

Wenn hier einer Ananas macht, 
dann sind wir das!

Vorneweg: Viel Spaß beim letzten Heimspiel der Saison 2015/16. Genießt den Tag mit eurer Bezugsgruppe, nehmt drölfzig Bier am Fanladen und verabschiedet die Mannschaft würdig in den Sommerurlaub. Sie haben ja Zeit genug, Relegation ist ausgefallen.

Wer hätte das gedacht? Ich kann mich noch an dramatische Minuten am Ende der letzten Saison erinnern, wo ein Tor über Relegation oder Nicht-Relegation entschieden hat. Auch damals hatten die Magischen Anspruch auf den vollen Sommerurlaub. („Jaja, alle glücklich! Ewald, komm, wir müssen los.“)

Insgesamt war es eine Saison, die wir uns verdient haben. Mit dem Abstieg nichts zu tun, ein paar Mal vom Aufstieg träumen, ordentliche Spiele abgeliefert, Helden geboren und Helden verabschiedet.

Beim Übersteiger hat sich auch eine Menge getan. Wir standen ebenfalls kurz vorm Abstieg in die Nichtexistenz, haben aber in diesem Jahr mit neuen Leuten wieder an Fahrt gewonnen. Neues Layout, neue Redaktionsmitglieder, weniger Seiten und dafür mehr lange Geschichten. Wir hoffen, euch gefällt es. Neu begrüßen können wir diesmal Wiebke und Sibbe, die Cover und Illustrationen jetzt rocken. Herzlich willkommen.

Inhaltlich kümmern wir uns schwerpunktmäßig ums liebe Geld. Wie soll es weitergehen mit der Verteilung der Fernsehgelder, wer hat welche Interessen und warum sind Werksvereine immer noch scheiße? Garniert wird der lange Artikel mit unseren Lieblingsfotos der Saison.

Über die EM brauchen wir ja gar nicht weiter reden – Deutschland muss sterben, wissen wir alle. Und Schlandatzen auf dem Vorplatz des heiligen Rasens brauchen wir auch nicht. Leider hat sich wohl ein Sponsor gefunden, der der bierseligen Identitätsfindung tumber Massen finanziell unter die Arme greifen will. Zum Kotzen.

Den Artikel von Hermannus lest ihr natürlich trotzdem. Und den EM-Ausblick auch, inclusive diverser Spezialexperten aus dem Vereinsumfeld. Apropos Spezialexperten: Wir haben seit langem mal wieder eine Players’ Corner im Heft. Schnecke hat sich erbarmt und uns einige Fragen beantwortet. Mal sehen, ob seine Aussagen im einem Gegensatz zu denen unseres Videoanalysten Andrew stehen…

Ansonsten alles wie gewohnt: NVDA, diverse Rezis, Party in der Mitte und Neuigkeiten aus dem Verein.

Viel Spaß beim Saisonabschluss,

Wenn hier einer Ananas macht, 
dann sind wir das!

Vorneweg: Viel Spaß beim letzten Heimspiel der Saison 2015/16. Genießt den Tag mit eurer Bezugsgruppe, nehmt drölfzig Bier am Fanladen und verabschiedet die Mannschaft würdig in den Sommerurlaub. Sie haben ja Zeit genug, Relegation ist ausgefallen.

Wer hätte das gedacht? Ich kann mich noch an dramatische Minuten am Ende der letzten Saison erinnern, wo ein Tor über Relegation oder Nicht-Relegation entschieden hat. Auch damals hatten die Magischen Anspruch auf den vollen Sommerurlaub. („Jaja, alle glücklich! Ewald, komm, wir müssen los.“)

Insgesamt war es eine Saison, die wir uns verdient haben. Mit dem Abstieg nichts zu tun, ein paar Mal vom Aufstieg träumen, ordentliche Spiele abgeliefert, Helden geboren und Helden verabschiedet.

Beim Übersteiger hat sich auch eine Menge getan. Wir standen ebenfalls kurz vorm Abstieg in die Nichtexistenz, haben aber in diesem Jahr mit neuen Leuten wieder an Fahrt gewonnen. Neues Layout, neue Redaktionsmitglieder, weniger Seiten und dafür mehr lange Geschichten. Wir hoffen, euch gefällt es. Neu begrüßen können wir diesmal Wiebke und Sibbe, die Cover und Illustrationen jetzt rocken. Herzlich willkommen.

Inhaltlich kümmern wir uns schwerpunktmäßig ums liebe Geld. Wie soll es weitergehen mit der Verteilung der Fernsehgelder, wer hat welche Interessen und warum sind Werksvereine immer noch scheiße? Garniert wird der lange Artikel mit unseren Lieblingsfotos der Saison.

Über die EM brauchen wir ja gar nicht weiter reden – Deutschland muss sterben, wissen wir alle. Und Schlandatzen auf dem Vorplatz des heiligen Rasens brauchen wir auch nicht. Leider hat sich wohl ein Sponsor gefunden, der der bierseligen Identitätsfindung tumber Massen finanziell unter die Arme greifen will. Zum Kotzen.

Den Artikel von Hermannus lest ihr natürlich trotzdem. Und den EM-Ausblick auch, inclusive diverser Spezialexperten aus dem Vereinsumfeld. Apropos Spezialexperten: Wir haben seit langem mal wieder eine Players’ Corner im Heft. Schnecke hat sich erbarmt und uns einige Fragen beantwortet. Mal sehen, ob seine Aussagen im einem Gegensatz zu denen unseres Videoanalysten Andrew stehen…

Ansonsten alles wie gewohnt: NVDA, diverse Rezis, Party in der Mitte und Neuigkeiten aus dem Verein.

Viel Spaß beim Saisonabschluss,

Eure Übersteigers


Seid umschlungen, Milliarden… 

Entwicklung und Verteilung der TV-Einnahmen im europäischen Vergleich

Über das letzte Jahr hinweg gab es wenige Themen, die öffentlich und DFL-intern so heiß diskutiert wurden wie die künftige Verteilung der TV-Einnahmen. Befeuert wurden die Debatten durch die Rekordsummen, die die Premier League aus der Vergabe ihrer TV-Rechte erzielen konnte. Seit die englischen Milliarden drohen und zugleich der nächste Geldregen im eigenen Hause lockt, haben sich tiefe Gräben aufgetan, nicht nur zwischen Bundesliga und 2. Liga, sondern auch innerhalb der Ligen selbst. Während die Sorge der Bayern vor allem ihrer eigenen „internationalen Wettbewerbsfähigkeit“ gilt, beschwören Vereine wie Eintracht Frankfurt, Werder Bremen oder die Relegationsmeister aus der Vorstadt die Bedeutung der von ihnen angeblich verkörperten „Tradition“ und wollen die in barer Münze vergütet wissen. Jeder Verein will ein möglichst großes Stück vom Kuchen haben – oder zumindest verhindern, dass die Stücke der anderen noch dicker werden…

Um die Hintergründe besser zu verstehen, lohnt der Blick in die Historie und das europäische Umfeld: Man mag es kaum glauben, aber direkt nach ihrer Gründung 1963 musste die Bundesliga für Fernsehberichte von ihren Spielen zunächst einmal bezahlen. Erst ab 1965 zahlten die Sender, anfangs knapp 650.000 DM. Bis vor dreißig Jahren hatte die Bundesliga – es gab in Deutschland noch kein Privatfernsehen – kaum nennenswerte TV-Einnahmen. Noch für die Saison 1987/88 lag der Betrag, den die öffentlich-rechtlichen Sender überwiesen, umgerechnet unter 10 Mio. EUR. Auch mit „Anpfiff“ und „ran“ dauerte es noch bis Mitte der 1990er-Jahre, bis die Schallmauer von 100 Mio. EUR pro Jahr durchbrochen wurde. Der nächste große Sprung erfolgte zur Saison 2000/01 durch den Deal mit der Kirch-Gruppe: Erstmals wurden alle Spiele im Pay-TV live übertragen und die Einnahmen stiegen auf weit über 300 Mio. EUR. Übrigens sicherten sich die Bayern schon damals mit der Drohung, aus der Zentralvermarktung auszusteigen, eine Extraportion. Kirch versprach ihnen per Geheimvertrag den Ausgleich der ihnen entgehenden, möglichen Erlöse aus der Direktvermarktung. Vereinbart war ein Gesamtvolumen von ca. 100 Mio. EUR bis 2005, von denen aufgrund der Kirch-Pleite letztlich nur etwa 20 Mio. flossen … Ab 2006 nahm die Bundesliga dann über 400 Mio. EUR pro Saison ein und mit dem seit 2013 gültigen TV-Deal erhöhten sich die jährlichen Erlöse aus der nationalen TV-Vermarktung auf weit über 600 Mio. EUR.

Einnahmen und „Sozialgefälle“ der europäischen 
„Big Five“ im Vergleich 

Damit lag die Bundesliga, was die Einnahmen aus der Inlandsvermarktung anging, zur Saison 2013/14 ungefähr auf einem Niveau mit der französischen Ligue 1 und der spanischen Primera División, aber deutlich hinter der italienischen Serie A oder gar der Premier League, die auf dem heimischen Markt fast das Doppelte an TV-Geldern erlöste. Zählt man die Auslandsvermarktung hinzu – traditionell die Achillesferse der Bundesliga –, so war es sogar das Dreifache. In der Gesamtbetrachtung hatte dann auch die spanische Liga rund 200 Mio. mehr, die Serie A etwa 300 Mio. EUR.

Wichtig ist ja aber nicht allein, wieviel Geld reinkommt, sondern vor allem, wie es aufgeteilt wird. Gemäß der immer sehr lesenswerten „Annual Review of Football Finance 2015“ des Beratungsunternehmens Deloitte lag das Verhältnis zwischen dem an TV-Geldern „reichsten“ bzw. „ärmsten“ Klub in der Saison 2013/14 in Italien bei 5,3:1, in Frankreich bei 3,4:1 und in der Premier League bei 1,6:1. Die Bundesliga arbeitete offiziell mit einem Schlüssel von 2:1. Das größte Gefälle zwischen den Klubs gab es bisher in Spanien, wo Real Madrid und der FC Barcelona extrem von der dortigen Einzelvermarktung profitierten und zuletzt jeweils ca. 140 Mio EUR pro Saison erlösten. Das Gefälle zwischen ihnen und den Klubs mit den geringsten TV-Einnahmen lag 2013/14 laut der erwähnten Studie bei 7,4:1.

Die sportlichen Ergebnisse der Saisons 2010/11 – 2014/15 in Spanien, Deutschland und England zeigen, dass es zumindest eine gewisse Relation zwischen diesen Verteilungen und dem Liga-Geschehen gibt. Der jeweilige spanische Meister machte in diesen Jahren im Durchschnitt 2,67 Punkte pro Spiel und hatte am Saisonende 3,51 mal so viele Punkte wie der Tabellenletzte. In der Bundesliga waren es nur 2,45 Punkte und ein Faktor von 3,15. Die Premier League war am engsten beieinander: 2,39 Punkte, bei einem Faktor von 3,01. In dieser Saison, in der viele englische Vereine schon im Vorgriff auf den neuen Deal agiert haben, hat Leicester City vier Spieltage vor Schluss einen Schnitt von nur 2,15 Punkten und nur 2,5 mal so viele Punkte wie der Vorletzte, Newcastle – das in Trümmern liegende Aston Villa muss man rausrechnen. Bayern: 2,6 Punkte, Faktor 2,9 auf den Vorletzten, 3,7 auf den Letzten. Während die Premier League also womöglich noch enger zusammenrückt, entwickelt sich die Bundesliga scheinbar in Richtung spanischer Verhältnisse. Maybe money matters…

Entwicklung ab der kommenden Saison

Zur nächsten Saison kehrt man in Spanien nun aber nach langen Verhandlungen zur Zentralvermarktung zurück, die sogar gesetzlich geregelt ist. Das Verhältnis zwischen „reich“ und „arm“ in Sachen TV-Gelder wird auf max. 3,5:1 oder sogar noch weniger gesenkt. Durch diesen Schritt steigen die Gesamteinnahmen aus der nationalen und internationalen Vermarktung deutlich: Für die nächste Saison kann La Liga mit 1,7 Mrd. EUR rechnen. Die französische Ligue 1 fällt weiter zurück: Sie erlöst von 2016 bis 2020 national „nur“ 726 Mio. EUR pro Saison und aktuell 32,5 Mio EUR für die internationalen Rechte (ab 2018 mind. 80 Mio. EUR). Die Serie A hat noch bis 2018 über die Summe von 943 Mio. EUR abgeschlossen, kommt aber mit 186 Mio. EUR aus der internationalen Vermarktung auf etwas über 1,1 Mrd. EUR pro Saison. Die Bundesliga erlöste in der Saison 2015/16 aus Inlands- und Auslandsvermarktung zusammen 850 Mio. EUR. Nun will man zumindest Italien überflügeln: Das Ziel ist, ab 2017 pro Saison eine Milliarde Euro für die nationalen Fernsehrechte zu kassieren und die 150 Mio. EUR, die man aktuell international erwirtschaftet, weiter zu steigern. Viel Geld, und auch im europäischen Vergleich nicht schlecht, könnte man meinen. Hinzu kommt, dass die Bundesliga durch ihre hohen Einnahmen insbesondere im Bereich Werbung und Sponsoring die Einnahmenachteile im TV-Bereich bisher noch immer einigermaßen ausgleichen konnte:

abb

Doch wie es immer so ist: Man guckt vor allem dorthin, wo die noch Reicheren sitzen, in diesem Fall also nach England. Im Februar 2015 gab die Premier League bekannt, dass sie aus der nationalen Vermarktung ihrer TV-Rechte für die drei Saisons 2016–19 etwa 5,1 Mrd. GBP einnehmen würde. Ein Jahr später wurden die englischen Erstligisten dann informiert, dass ihnen die internationale Vermarktung zusätzliche 3,2 Mrd. GBP einbringen würde. Zu aktuellen Kursen bedeutet das umgerechnet eine Gesamteinnahme von etwa 10,4 Mrd. EUR, also fast 3,5 Mrd. EUR pro Saison, mehr als doppelt soviel wie in Spanien und ungefähr dreimal mehr, als die deutschen Vereine ab 2017 erwarten können. Unabhängig vom sonstigen sportlichen Wert des englischen Fussballs: Besser als aktuell auf der Insel kann man das Milliardenspiel nicht spielen…

„Equal share“ oder „Einer gegen Alle“?

Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen in den deutschen Klubs angesichts des Premier League-Deals schnell unruhig wurden und meinten, man müsse noch einmal darüber reden, wie die TV-Gelder in Deutschland verteilt werden. Die einen – insbesondere natürlich die Bayern – sorgen sich darum, den finanziellen Anschluss an die europäischen Top-Klubs zu verlieren. Die anderen, eh schon abgehängt, fürchten um die letzten Reste ihrer nationalen Wettbewerbsfähigkeit. Beide Positionen sind durchaus verständlich, denn wie man sie auch dreht und wendet: die Decke bleibt zu kurz. Das Glück des einen ist offenbar nur auf Kosten der anderen zu haben. Könnte man meinen.

Erstaunlicherweise ist es vor allem die Premier League selbst, die das Gegenteil vormacht. In den deutschen Medien wird die dortige Verteilung allgemein ungefähr so kommuniziert: gleichmäßige Verteilung von 50 % der Einnahmen, Vergabe von jeweils 25 % nach sportlichem Erfolg (Platzierung letzte Saison) und TV-Interesse (Anzahl der Live-Spiele letzte Saison). Diese Angaben machte bspw. auch der „Kicker“ (Ausgabe v. 22.2.2016), der die Verteilung innerhalb der Bundesliga mit 65 % Sockelbetrag und 35 % sportlicher Erfolg (letzte fünf Saisons) angab und den Sockelbetrag als den im europäischen Vergleich höchsten bezeichnete. Betrachtet man nur die Verteilung der TV-Gelder aus der Inlandsvermarktung, wäre das sogar richtig. Allerdings übersehen der „Kicker“ und andere Medien geflissentlich zwei wesentliche Aspekte: Erstens den hohen Anteil von fast 40 %, den die Erlöse aus der Auslandsvermarktung an den Gesamteinnahmen der Premier League ausmachen, und zweitens die Art, in der diese verteilt werden. Die Premier League verteilt nämlich die gesamten Einnahmen aus der Auslandsvermarktung gleichmäßig an ihre Mitglieder. Alles in allem gehen also über 69 % ihrer Gesamteinnahmen als „equal share“ zu gleichen Teilen an die teilnehmenden Vereine. Dieser „equal share“ liegt künftig bei ca. 100 Mio. EUR und sorgt dafür, dass die Höhe der an den Meister bzw. den Letzten der Tabelle ausgezahlten Fernsehgelder nur um einen Faktor von etwa 1,6 abweicht. In der Saison 2014/15 lag er sogar bei nur 1,53.

Schaut man nun noch einmal genauer in die Bundesliga, so wurde bpsw. für die Saison 2015/16 nur ca. ein Drittel der Einnahmen aus der internationalen Vermarktung gleichmäßig verteilt: Jeder Bundesligist erhielt 2,5 Mio. EUR. Der Rest ging an die Vereine, die in den letzten fünf Jahren an den Wettbewerben der UEFA teilgenommen hatten, wobei die Höhe der Zahlung vom Klub-Koeffizienten abhing. Resultat: Bayern München erhielt 31,5 Mio. EUR aus den internationalen Erlösen und damit insgesamt fast 72 Mio. EUR aus den Fernsehgeldtöpfen der DFL. Bezieht man die internationalen TV-Gelder mit in die Berechnung ein, so liegt der „equal share“ der Bundesliga eben nicht bei 65 %, sondern bei etwa 57 %, und das Verhältnis zwischen den Bayern und den Darmstädtern, die aktuell am wenigsten TV-Gelder erhalten, bei 3,2:1.

Die Bundesliga ist also bei genauer Betrachtung schon jetzt fast bei dem Faktor angelangt, der in Spanien künftig maximal erlaubt ist. Die Schere geht in Deutschland doppelt so weit auf wie in England und die Bayern genehmigen sich bereits jetzt ein wesentlich größeres Stück vom Kuchen, als in aller Regel suggeriert wird. Da erscheint es doch ein wenig unangemessen, wenn Rummenigge sich beschwert, dass die Interessen seines Vereins nicht genügend berücksichtigt würden, und mit der Aussage, dass die Bayern per Direktvermarktung 200 Mio. EUR erzielen könnten, die Kanonen gegen den Rest der Liga in Stellung bringt. Ob die Bayern einen solchen Schritt wirklich gehen würden, ist natürlich fraglich. Vor allem geht es ihnen – wie schon seinerzeit im Zusammenhang mit dem Kirch-Deal – wieder einmal darum, mithilfe dieser Drohung auch unter dem Dach der gemeinsamen Vermarktung soviel wie irgend möglich für sich selbst herauszuschlagen.

Womöglich müsste man allerdings auch in München vielmehr darüber nachdenken, ob die deutlich gleichmäßigere Verteilung innerhalb der Premier League eine der Ursachen für ihre enormen Vermarktungserfolge sein könnte. Offenbar war das die Erkenntnis, zu der die Analyse des Premier League-Deals in Spanien geführt hat: Gemeinsame Vermarktung und Solidarität mit den anderen Vereinen der eigenen Liga dient mittel- und langfristig den Interessen auch der reichen Klubs mehr als eine immer weiter aufgehende Kluft zwischen „arm“ und „reich“. Eine Erkenntnis, die sich auch auf andere Felder als den Fussball übertragen ließe…

// Slarti


Den letzten beißen die Hunde!

Die Reaktion der deutschen Vereine auf den Premier League-Deal ließ nicht lange auf sich warten. Über das letzte Jahr wurde mit allen möglichen Vorschlägen zur Verteilung der Fernsehgelder Politik gemacht: sportlicher Erfolg, Tradition, Marktwert, TV-Interesse, Einhaltung der 50+1-Regelung, wirtschaftliche Stabilität – kaum eine Kennziffer, die nicht als „gerechter“ als das bisherige System bezeichnet worden wäre. Was aber kann im Milliardengeschäft Fussball überhaupt als „gerecht“ gelten? Wie soll man Tabellenplätze gegen TV-Quoten, „Tradition“ – was immer das auch sein mag – gegen „Marktwert“ gewichten? Darüber haben wir uns ein paar Gedanken gemacht. Bevor wir darauf kommen, wollen wir zunächst die Entwicklung der Debatte und die unterschiedlichen Lager skizzieren.

Die „Traditionsvereine“ im „Team Marktwert“

Der erste Vorschlag zur Neuausrichtung der Fernsehgeldverteilung kam Anfang Mai 2015 und war in Teilen sogar ganz gut. Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry vertrat nämlich im Deutschlandfunk den Standpunkt, dass man grundsätzlich zunächst den Sockelbetrag für alle Klubs erhöhen müsse und in die Verteilung der Restsumme neben dem sportlichen Erfolg auch „Nachfragekriterien“ einbeziehen sollte. Frankfurts scheidender Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen sprang den Bremern bei und brachte eine entsprechende Initiative in die DFL ein. Die Gründung des sogenannten „Team Marktwert“ Ende März dieses Jahres, zu dem neben Bremen und Frankfurt auch Köln, Stuttgart, Hertha und die Rauten gehören, geht im Kern auf diesen Vorstoß zurück. Die Pressemitteilung der Vereine macht nun jedoch vor allem die „Nachfragekriterien“ stark: „Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media“. Die Gruppe fordert, dass „eine große, leidenschaftliche Fangemeinde als Wert im TV-Ranking Berücksichtigung“ finden solle. Ein Verein, der „den Wert unseres gemeinsamen Produkts Bundesliga steigert“, müsse „bei der Verteilung der Einnahmen auch entsprechend berücksichtigt werden“, so das „Team Marktwert“.

Ob die richtige Idee, den Sockelbetrag für alle zu erhöhen, vom „Team Marktwert“ noch verfolgt wird, geht aus der Pressemitteilung nicht eindeutig hervor. Da das Thema darin allerdings gar nicht mehr auftaucht, muss man wohl davon ausgehen, dass diese „Traditionsvereine“ sich vor allem als Agenten der eigenen Sache begreifen. Der Mainz-Manager Christian Heidel hielt denn auch sofort dagegen: Er sieht nicht ein, warum eine „Tradition […], die 50 Jahre zurückliegt, aber nichts mit der Leistung des Vereins im Jahr 2016 zu tun hat“, noch vergütet werden solle (www.kicker.de, 1.4.2016). Worauf er zielte, ist klar: Die sechs Vereine, die das „Team Marktwert“ bilden, sind zugleich diejenigen, die in der für die Saison 2015/16 relevanten Fernsehgeldtabelle die Plätze 11–16 einnahmen – hinter ihnen lagen lediglich noch die Aufsteiger aus Ingolstadt und Darmstadt.

Gesund und erfolgreich – die Klubs, 
die die Massen bewegen…

Heidel schlug stattdessen vor, künftig „80 Prozent der Fernseheinnahmen nach sportlichen und 20 Prozent nach wirtschaftlichen Kriterien“ zu verteilen (ebd.). Damit vertrat er wohl nicht allein die Interessen seines Noch-Arbeitgebers Mainz, sondern dürfte mindestens ebenso sehr seine Aufgabe als künftiger Manager von Schalke 04 im Hinterkopf gehabt haben. Zwar würde auch Schalke von den ins Gespräch gebrachten „Nachfragekriterien“ durchaus profitieren, ebenso wie Gladbach. Doch mit den abgewrackten „Traditionsvereinen“ wollten sich beide Vereine offenbar nicht in ein Boot setzen. Solange bezüglich der Aufteilung der TV-Gelder die Logik des Verteilungskampfes herrscht, wäre das ja auch Unsinn: Warum sollte man langjährige Konkurrenten, die man sportlich und wirtschaftlich abgehängt hat, wieder aufpäppeln helfen und so die eigenen Pfründe und Perspektiven gefährden?

Die Bayern müssen sich um ihre Position innerhalb der Bundesliga keine Gedanken machen und interessieren sich nur dafür, wo sie im europaweiten TV-Geld-Ranking stehen: Darin durch den Premier League-Deal auf Platz 26 zurückzufallen, wie Rummenigge es auf der JHV des Vereins als Schreckgespenst an die Wand malte, ist für sie nicht akzeptabel. Die DFL müsse dafür Sorge tragen, dass „die deutschen Topclubs in Europa wettbewerbsfähig sein können und vor allem bleiben“. In dieser Frage herrscht zwischen Bayern und Dortmund sogar einmal Einigkeit, wie BVB-Chef Watzke kurz darauf betonte: „Wir – und damit meine ich vor allem Bayern und uns – erwarten von der Liga, dass wir uns auch international messen können“ (SportBild-online, 9.12.2015). Im gleichen Interview machte Watzke eine Unterscheidung zwischen „Traditionsklubs“, für die er sich nie „stark gemacht“ habe, und den „Klubs, die die Massen bewegen“, die man stärken müsse: „Wenn ein Klub eine Million Fans in Deutschland hat, 65000 Zuschauer im Schnitt zu Hause und 5000, die auswärts mitfahren, dann muss sich das auch wirtschaftlich niederschlagen.“ Wer die Zuschauertabelle der Bundesliga anführt, ist ja allgemein bekannt…

Wer braucht denn noch die Zecken aus der 2. Liga?

Der provokanteste Vorschlag war derjenige des FC St. Pauli, Vereinen, die sich nicht an die 50+1-Regel halten, die TV-Gelder zu kürzen. Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim schrien natürlich auf, Hannover lieber auch schon mal mit, und Völler begab sich in die Rolle des großen, bösen Wolfs, der das „Schweinchen Schlau“ Andreas Rettig am liebsten zerfleischen wollte. Auch Augsburg lehnte den Vorschlag ab. Dieser würde dazu führen, dass „sich alle vier Investorenklubs selbst vermarkten und wenn die das tun, werden Bayern und Dortmund nachziehen“ und die „Mehrheit der anderen Klubs wie der FCA würden massiv darunter leiden“, so Finanz-Geschäftsführer Peter Bircks (Augsburger Allgemeine, 1.12.2015). Dass ausgerechnet die langweiligen Werks- und Investorenklubs ihr Heil in der Direktvermarktung suchen und so das Ende der Zentralvermarktung einläuten könnten, ist natürlich völlig abwegig und das Argument nur vorgeschoben. Bircks geht es vielmehr darum, bei der „Verteilung nach sportlichen Kriterien“ zu bleiben, weil diese „die fairste“ sei – was soll man aber auch als 7. der Fernsehgeldtabelle sonst sagen, wenn alle alternativ diskutierten Kriterien dazu führen würden, dass man weniger bekäme?

Womit wir sie alle hätten, bis auf Ingolstadt und Darmstadt, die als Neuankömmlinge in der Bundesliga den noch ungewohnten Geldregen erst einmal genießen und sich ansonsten gepflegt zurückhalten. Bleibt festzuhalten: Alle Vereine versuchen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen, und den letzten beißen die Hunde. Wobei der letzte nicht nur der jeweils andere ist, dessen Interessen sich nicht mit den eigenen decken, sondern vor allem der Pöbel in der 2. Liga. Geht es gegen „die da unten“, fällt es den Bundesligisten plötzlich leicht, mit einer Stimme zu sprechen: Im „Strategiepapier“, das 16 von ihnen im Februar dieses Jahres vorlegten, war die gemeinsame Position: Deckelung des TV-Geld-Anteils der 2. Liga auf den aktuellen Stand von 142 Mio. EUR oder bestenfalls 15 % des Gesamttopfes. Um die Kluft noch größer werden zu lassen, diskutiert man zeitgleich darüber, für Absteiger aus der Bundesliga „Fallschirmzahlungen“ einzuführen, wie es sie in der Premier League gibt. 
Abgesehen davon, dass es angesichts der Einhelligkeit der Bundesligisten fast sicher sein dürfte, dass die 2. Liga künftig weniger Geld bekommt und die Bundesliga immer mehr zum „Closed Shop“ wird, in den sich nur Investorenclubs wie Leipzig einkaufen können, werden die neuen Verteilungskriterien sicher auch auf die Zweitligisten angewandt, wenn die sich nicht vehement dagegen wehren. Deshalb bleiben zwei grundsätzliche Fragen: Wie „gerecht“ sind die Varianten, die diskutiert werden? Und wie würden sie sich auf den FC St. Pauli auswirken?

Was ist schon „gerecht“?

Bevor wir uns diesen Fragen widmen, wollen wir deutlich machen, welche Perspektive wir dabei einnehmen. Grundsätzlich finden wir vor allem aus sportlichen Gründen eine möglichst gleichmäßige Verteilung der TV-Gelder in beiden Ligen erstrebenswert. Daneben würde sie aber unserer Meinung nach auch die besten Vermarktungsperspektiven bieten. Daher sollte der Faktor, um den die TV-Einnahmen des Ersten diejenigen des Letzten übersteigen, möglichst gering sein, und zwar über die Gesamtbetrachtung von nationaler und internationaler Vermarktung hinweg. Denn wer im Ausland Bayern oder Dortmund sehen will, wird sich vor allem Spiele der Champions League anschauen und nicht Bayern gegen Hoffenheim. Wer aber wirklich und ernsthaft die Bundesliga sehen will, interessiert sich für alle Vereine gleichermaßen. Dann müssen die aber auch interessant und innerhalb der Liga konkurrenzfähig sein, um das „Produkt“ spannend und vermarktbar zu halten. Falls die Bayern darauf kein Bock haben, sollen sie doch nach Milton Keynes umziehen – dann würde es vielleicht sogar mal wieder spannend. Auch wenn sich diese Position sicher nicht durchsetzen wird, liegt sie unserer Sicht auf die diskutierten Kriterien zugrunde, an denen uns außerdem ihre jeweilige Steuerungswirkung interessiert.

Sportlicher Erfolg

Auf den ersten Blick sicher der kleinste gemeinsame Nenner: Sportlicher Erfolg ist ein klares Kriterium und Fussball am Ende nun einmal ein Ergebnissport. Allerdings wird der sportliche Erfolg sowieso bereits belohnt. Die Teilnahme an europäischen Wettbewerben spült den erfolgreichen Vereinen jede Menge Kohle in die Kassen. Umgekehrt zahlen die Absteiger für ihr sportliches Scheitern einen hohen Preis. Wer den Abstiegskampf allerdings besteht, profitiert weiter vom gemeinsamen Geld. Die Vereine haben also sowieso genug Grund, sich durch gute Arbeit um sportlichen Erfolg zu bemühen, auch in der 2. Liga. Ihn darüber hinaus noch zusätzlich zu vergüten, öffnet die Schere zwischen den Vereinen immer weiter, und zwar je schneller, je weiter sie schon offen ist. Das ist sie aber eh schon weit, zwischen den Vereinen und zwischen den Ligen: Schalke und Leverkusen werden nie mehr Meister werden können und die Chancen der Aufsteiger, sich zu behaupten, sind bereits jetzt gering, weil die einen wie die anderen finanziell nicht mithalten können. Die Erfolgreicheren kriegen mehr Geld, haben deswegen mehr Erfolg, und deswegen kriegen sie dann wieder mehr Geld. Kann es das sein? Wir meinen, eher nicht, weshalb der sportliche Erfolg gern weniger in die Verteilung einfließen darf als bisher. Dem FC St. Pauli wäre das sicher nicht zum Schaden…

Wirtschaftliche Gesundheit

Eine ganz schwierige Kategorie. Einerseits hat man den Eindruck, dass der FCSP zur Zeit gut wirtschaftet und man könnte zudem denken, dass dadurch den eher zahnlosen Regeln des Financial Fairplay mehr Nachdruck verliehen werden könnte. Andererseits: Was würde ein solches Kriterium mittelfristig bedeuten? Käme man nicht schnell in Nachteil, wenn man wie wir sagt, wir machen nicht alles mit, was Geld bringt, bspw. in Bezug auf den Stadionnamen? Die Gefahr, dadurch die Kommerzialisierung weiter anzuheizen, ist zumindest nicht von der Hand zu weisen, wenn mehr Einnahmen auch mehr Fernsehgelder bedeuten könnten. Abgesehen davon wäre es wohl sehr schwer, ein solches Kriterium auszugestalten: Wie mit Leverkusen, Wolfsburg, Leipzig und anderen umgehen? Wie mit Vorgängen wie bspw. in Kaiserslautern, wo die Stadt dem Verein massiv unter die Arme greift? Da nützen auch die Lizenzierungsunterlagen wenig, die Heidel als Basis vorschlug. Die Verlockung, die Regeln zum eigenen Vorteil zu umgehen, wäre groß und ein „echter“ Vergleich kaum möglich.

Kriterien des „Teams Marktwert“

Von der Einführung dieser Kriterien könnte der FC St. Pauli sicher nur profitieren. Zumindest in der 2. Liga sind wir mit Abstand Facebook-Meister, selbst unter allen 36 Vereinen der DFL sind wir noch bei den ersten Zehn dabei. Wir sind seit Fertigstellung des Stadions Zweiter in Sachen Zuschauerschnitt. Außerdem zählt der FCSP zu den beliebtesten und bekanntesten Vereinen beider Ligen, und ist entsprechend auch hinsichtlich des TV-Interesses in der Liga eher vorne mit dabei. Für die Bundesliga hat das Medienportal www.meedia.de Ende März testweise eine Tabelle erstellt, in die ein Mix aus sportlichem Erfolg, Erfolg im Fernsehen, bei nationalen Fans und internationalen Fans eingeflossen ist. Die großen Gewinner waren die Rauten und Köln, die neun Plätze nach oben rückten. Bremen, Stuttgart und Hertha legten fünf Plätze zu – das „Team Marktwert“ weiß also, was es tut. Größter Verlierer war Augsburg (-7). Leverkusen, Wolfsburg, Hannover und Hoffenheim verloren sechs Plätze, Mainz fünf. Der Rest blieb ungefähr da, wo sie in der aktuellen TV-Tabelle eh stehen: oben oder unten (www.meedia.de, 31.3.2016).

Im Endeffekt muss man sagen: Die Kriterien sind vergleichsweise objektiv messbar und haben Einfluss auf den Vermarktungserfolg der DFL. Man kann einwenden, dass die Spielansetzungen einen starken Einfluss auf die Zuschauerzahlen haben, aber andererseits erfolgen sie selbst wiederum zumindest teilweise auf Basis des Quoten-Interesses der Sender. Eine große Steuerungswirkung entfalten die Kriterien nicht; sie bilden eher die Lage ab und begünstigen die sogenannten „Traditionsvereine“, die sowieso schon bessere Karten im Rennen um Sponsoren haben. Wenn man solche Kriterien einführt, wäre es allerdings nur angemessen, die dafür vorgesehene Summe nicht innerhalb der Ligen, sondern auf Basis einer Rangliste aller 36 DFL-Vereine zu verteilen, da sie das „Produkt“ gemeinsam liefern. Dann allerdings könnte die Auswirkung irgendwann sein, dass eine „Operettenliga“ entsteht, in die kleinere Vereine schwer eindringen könnten. Wir würden mittelfristig wahrscheinlich als „Hofnarr“ mit hochgespült werden. Ob man das will, muss man wissen. Unsere Meinung: Wenn man den Anteil des Sockelbetrags erhöht, wäre es nicht unangemessen, in die Verteilung des Restes auch den „Marktwert“ einzubeziehen.

Einhaltung der 50+1-Regelung

Darauf, dass der Vorschlag, den Werks- und Investorenklubs die TV-Gelder zu kürzen, in dieser Verhandlungsrunde von uns kam, können wir immer noch stolz sein. Denn er war der einzige, der mit der allgemeinen Vermarktungslogik brach und ein sportpolitisches Kriterium in die Debatte einbrachte: Die Stärkung der „echten“ Vereine in Mitgliederhand gegenüber den Werks- und Investorenvereinen. Die Problematik ist allerdings ähnlich wie hinsichtlich des Einbezugs wirtschaftlicher Kriterien: Leipzig umgeht die Regelung einfach und auch bei anderen Vereinen bleibt die Frage, inwieweit die Interessen der Vereinsmitglieder denen der Investoren untergeordnet werden, selbst dort, wo diese offiziell nur Minderheitsbeteiligte sind. Im Endeffekt ist es aber egal, wie man dazu steht: Durchsetzen wird man sich damit nicht mehr, auch wenn Watzke 2010 noch praktisch die gleiche Forderung gestellt hatte (vgl. „Kicker“, 30.11.2015).

Wenn es doch so käme, würde der FC St. Pauli nicht sonderlich davon profitieren, außer in einer Hinsicht: Es ist abzusehen, dass die Entwicklung immer mehr dahin gehen wird, dass Vereine zum Vehikel von Investoreninteressen werden. In der Premier League und in der zweiten englischen Liga, der Football League Championship, ist diese Entwicklung schon abgeschlossen. Der Vorschlag, den unser Verein machte, wäre geeignet, die Entwicklung zumindest zu verzögern, und war insofern im Eigeninteresse des FCSP, der eine solche Entwicklung (hoffentlich) niemals mitmachen wird – was dann aber dazu führen würde, dass man immer mehr Schwierigkeiten hätte, sich in den oberen zwei Ligen zu halten.

Fazit

Der Blick auf die bisherigen und aktuell diskutierten Kriterien zeigt: Eine „gerechte“ Verteilung ist nicht zu erreichen. Selbst wenn alles Geld zu gleichen Teilen aufgeteilt würde – wäre es „gerecht“, Werks- und Investorenvereinen, die per se alles Geld der Welt haben, dadurch noch mehr in den Rachen zu werfen? Irgendwie auch nicht. Zu etwas mehr „Gerechtigkeit“ könnte ein höherer Sockelbetrag allerdings beitragen – sich dafür einzusetzen, wäre unser Auftrag an die Vereinsführung. Wenn in der Verteilung des Restes der sportliche Erfolg eine geringere Rolle spielen sollte als bisher, wäre das einer ausgeglichenen Liga, in der spannender Sport statt nur die nächste Gala der Bayern Globetrotters geboten wird, sicher ebenfalls zuträglich. Der Einbezug des „Marktwertes“ könnte ein weiterer Baustein sein, der insofern angemessen scheint, als es zumindest einen engen Zusammenhang mit den potentiellen Erlösen gibt. Und warum sollte letztlich nicht auch eine Kürzung bei Nichteinhaltung der 50+1-Regelung ein Bestandteil des Gesamtmixes sein? Was auf der einen Seite einbehalten wird, könnte dann auf der anderen Seite unter den „echten“ Mitgliedervereinen aufgeteilt werden und so eine sportpolitische Komponente in den Mix eingehen, die zumindest unserer Meinung nach sinnvoll wäre. Die Vereinsführung sollte hier ihren ursprünglichen Ansatz weiterverfolgen.

Was den FC St. Pauli betrifft, so muss man als Fan dieses Vereins vor keinem der in der Debatte stehenden Kriterien „Angst“ haben. Letztlich würden wir in der Gesamtbetrachtung wohl eher zu den „Gewinnern“ zählen. Überhaupt würde jede „Entsolidarisierung“ der Vereine untereinander eher dazu führen, dass die Position des FC St. Pauli innerhalb der Liga zumindest kurz- und mittelfristig gestärkt wird. Langfristig mag das anders aussehen. Die größte Gefahr für den Verein und die gesamte 2. Liga ist die Zunahme der Kluft zur Bundesliga. Dass diese Entwicklung zu vermeiden ist, erscheint angesichts des scheinbar weitgehend einheitlichen Handelns der Bundesligisten allerdings höchst fraglich. Auch in dieser Frage wird übrigens mit teils falschen Argumenten Politik gemacht. Unter anderem darauf geht der letzte Artikel unseres Schwerpunkts ein, der einen vergleichenden Blick auf die englische zweite Liga und den Umgang der Premier League mit ihr wirft.

// Die Redaktion


„Sollen sie doch Kuchen essen…“

TV-Gelder in der deutschen und englischen zweite Liga im Vergleich

In der Diskussion um die Fernsehgeldverteilung argumentieren die großen Bundesligavereine ja gern damit, „international wettbewerbsfähig“ bleiben zu müssen, wozu sie den Anteil der 2. Liga an den TV-Geldern gern beschneiden würden. Nun hat sich aber bereits im Sommer 2015 gezeigt, dass die „internationale Wettbewerbsfähigkeit“ der deutschen 2. Liga ebenfalls leiden könnte. Gegen die Finanzkraft der englischen Zweitligisten aus der Football League Championship war schon damals im Zweifel nichts zu machen: Rouwen Hennings ging zum FC Burnley, Uwe Hünemeier zu Brighton Hove & Albion und Sebastian Polter zog es zu den Queens Park Rangers. Ihre Gehälter dort liegen angeblich teilweise über dem, was deutsche Bundesligisten gezahlt hätten. Grund genug, sich die künftige Einnahmelage der Football League Championship genauer anzuschauen und zu überlegen, was das für die Diskussionen in Deutschland bedeutet.

Vergleicht man die TV-Einnahmen beider Ligen, so stellt man schnell fest, dass die Schere sowohl zwischen Ober- und Unterhaus als auch innerhalb der zweiten Liga selbst in England deutlich weiter auseinandergeht als bisher in Deutschland. Das liegt daran, dass die Premier League und die Football League, zu der neben der League Championship auch League One und League Two gehören, ihre TV-Rechte getrennt vermarkten. Die Football League erzielt dabei im Verhältnis verschwindend geringe Einnahmen: Etwa 125 Mio. EUR werden jährlich auf die 72 Klubs der drei Ligen verteilt. Die englischen Zweitligisten erhalten aus dieser Summe einen Sockelbetrag von etwas über 2 Mio. EUR und zusätzlich Geld für jedes von ihnen im TV übertragene Spiel. Eine Handvoll Vereine können ihre Einnahmen dadurch in etwa verdoppeln; die meisten erlösen so (deutlich) weniger als eine Million. Die Selbstvermarktung der Football League bringt den englischen Zweitligisten aktuell also jährlich zwischen 2,5 und 4 Mio. EUR. Daran wird sich in Zukunft zunächst nichts ändern.

Die Premier League – „solidarischer“ als die Bundesliga?

Nun aber kommen die sogenannten parachute bzw. solidarity payments der Premier League ins Spiel. Erstere gehen an die Absteiger aus der Premier League, letztere an den großen „Rest“ der Championship: Ungefähr zwei Drittel der Vereine erhielten bisher „Solidaritätszahlungen“ in Höhe von ca. 3 Mio. EUR. Rechnet man die Vermarktungseinnahmen der Football League hinzu, bewegten sich ihre TV-Einkünfte damit insgesamt ungefähr auf dem Niveau des deutschen 2. Ligadurchschnitts. Die Absteiger aus der Premier League waren bereits auf einem ganz anderen Level unterwegs: Sie erhielten im ersten Jahr nach dem Abstieg „Fallschirmzahlungen“ von mehr als 30 Mio. EUR, im zweiten etwa 25 Mio. EUR sowie im dritten und vierten Jahr jeweils etwa 12,5 Mio. EUR. Zählt man „Fallschirm-“ und „Solidaritätszahlungen“ zusammen, so flossen bspw. in der Saison 2014/15 ungefähr 250 Mio. EUR aus der Premier League in die englische zweite Liga. Insgesamt verfügten deren Vereine also über TV-Gelder in einer Höhe von deutlich über 300 Mio. EUR. Zum Vergleich: die deutsche 2. Liga teilte sich in derselben Saison 129 Mio. EUR aus Fernsehgeldern.

Angesichts der Summen, mit denen die Premier League die Championship unterstützte, wirkt es geradezu lächerlich, wenn der „Kicker“ vom 22.2.2016 vorrechnet, wie wenig die deutsche 2. Liga bei eigener Vermarktung hätte erlösen können und mit welchen Unsummen die Bundesliga ihren Unterbau subventioniert hätte. Nach Angaben des „Kicker“ hätte die deutsche 2. Liga in der oben betrachteten Saison 2014/15 bei eigener Vermarktung nur etwa 63 Mio. EUR erlöst, habe also sozusagen „unverdient“ noch einmal etwa die gleiche Summe obendrauf erhalten, quasi geschenkt. Auf der Basis dieser Rechnung spannt sich das Heft dann vor den Karren der Bundesligisten, die den gegenwärtigen 20 %-Anteil der Zweitligisten deutlich beschränken wollen. Dass im gleichen Jahr die Premier League etwa das Doppelte von deren eigenen Vermarktungserlösen zusätzlich in die Championship pumpte, in absoluten Zahlen das Vierfache dessen, womit die Bundesliga die 2. Liga „bezuschusste“, wird vom „Kicker“ in diesem Zusammenhang übersehen oder verschwiegen.

Künftig wird die englische zweite Liga sogar in noch größerem Umfang von ihrer großen Schwester unterstützt. Zwar fließen die „Fallschirmzahlungen“ ab nächster Saison nur noch max. drei Jahre, an direkte Wiederabsteiger sogar nur noch zwei Jahre. Dafür sind sie dann viel höher. Grundlage der Berechnung ist der „equal share“ der Premier League in Höhe von etwa 100 Mio. EUR. In Jahr 1 nach Abstieg werden 55 % davon gezahlt, also etwa 55 Mio. EUR. In Jahr 2 sind es 45 % und ggf. in Jahr 3 noch 20 %, bei entsprechenden Summen. Die „Solidaritätszahlungen“ für alle anderen Klubs der Championship werden auf 30 % der „Fallschirmzahlung“ im dritten Jahr angehoben und verdoppeln sich so auf etwa 6 Mio. EUR. So können selbst die „armen“ Vereine in der Championship in Zukunft mit TV-Einnahmen zwischen 8 und 10 Mio. EUR rechnen, etwa so viel, wie das obere Drittel der deutschen 2. Liga gegenwärtig erhält. Nach den neuen Regelungen wären in der Beispielsaison 2014/15 etwa 400 Mio. EUR aus der Premier League in die Championship geflossen, eine Zunahme um mehr als 50 %. Bezieht man die eigenen Vermarktungseinnahmen der Football League in die Berechnung mit ein, so erhöht sich die Summe der TV-Gelder, die die englischen Zweitligisten hätten ausgeben können, auf ca. 470 Mio. Euro. Da kann man ja fast neidisch werden…

Es sind nicht allein die Fernsehgelder…

Während also die deutschen Bundesligisten „ihren“ Zweitligisten die TV-Gelder wohl am liebsten kürzen würden, zumindest aber einfrieren wollen, geht die Premier League den entgegengesetzten Weg und gibt der Championship von ihrem eigenen Plus einen angemessenen Anteil ab. Ähnlich wie beim niedrigen Splittingfaktor zwischen „arm“ und „reich“ hinsichtlich der TV-Gelder in der Premier League hat das sicher weniger mit romantischem Idealismus oder Altruismus zu tun als vielmehr mit handfesten wirtschaftlichen Überlegungen. Die Premier League befestigt so die Stellung der Championship als umsatzstärkste Liga nach den „Big Five“ in England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich und sorgt zugleich dafür, dass von unten weiter brauchbares „Vermarktungsfutter“ nachkommen kann. Noch ist die deutsche 2. Liga in diesem Ranking direkt hinter der Championship auf dem siebten Rang. Aber ein „Märchen“, wie es Kaiserlautern 1998 schrieb und wie es Leicester City jetzt von vielen Blättern angedichtet wird, wäre deutschen Zweitligisten schon jetzt nicht mehr möglich, auch im zweiten Jahr der Bundesligazugehörigkeit nicht.

Nun darf man aber sowieso nicht glauben, dass die Geschichte von Leicester City tatsächlich ein „Märchen“ wäre – sie wird nur als ein solches verkauft. Am Beispiel Leicester offenbart sich lediglich ein weiterer, wesentlicher Unterschied zwischen der englischen und der deutschen 2. Liga: Vichai Srivaddhanaprabha, thailändischer Milliardär und seit 2010 Eigentümer des Vereins, hat bis zum Aufstieg 2014 ungefähr 125 Mio. EUR in den Klub gesteckt. In der Aufstiegssaison hatte der Verein Personalkosten von fast 40 Mio. EUR, bei TV-Einnahmen von etwa 7 Mio. EUR. Und Leicester ist kein Einzelfall. Praktisch alle Championship-Vereine gehören reichen Konsortien oder Einzeleigentümern, die zusätzlich zu den TV-Einkünften jede Menge eigenes Geld in die Klubs pumpen, um eventuell irgendwann mal von den Geldtöpfen der Premier League naschen zu können. Nicht umsonst machten die Championship-Vereine 2014/15 Verluste von insgesamt über 250 Mio. EUR vor Steuern. Rechnet man die neuen Schulden aus der aktuellen Saison mit ein, wird die Gesamtverschuldung der Liga bei über 1,5 Mrd. EUR liegen. Das ist ungefähr zweimal soviel wie der Umsatz, den die Championship 2015 generierte – inklusive Solidaritäts- und Fallschirmzahlungen der Premier League.

Wenn es aber mit dem Aufstieg klappt, kann sich das für den einzelnen Verein schnell lohnen: Bereits im ersten Jahr in der Premier League erwirtschaftete Leicester einen Gewinn nach Steuern in Höhe von etwa 39 Mio. EUR. Es ist insofern kaum verwunderlich, dass schon in der Saison 2014/2015 die Summe der Gehaltszahlungen der Championship mit über 650 Mio. EUR ungefähr das Doppelte der TV-Einnahmen betrug, über die die Liga verfügen konnte. Es wird nicht weniger werden…

Was bleibt

Sowohl Premier League wie auch Football League Championship haben ihre deutschen Gegenstücke finanziell schon lange komplett abgehängt. Insofern muss man über „internationale Wettbewerbsfähigkeit“ eigentlich nicht reden. Beiden deutschen Ligen bleibt letztlich nur der Versuch, sich als Nummer zwei oder drei auf dem europäischen Markt zu etablieren und dort langfristig zu halten. Das wird aber nicht funktionieren, wenn die Schere zwischen den Ligen und den Vereinen immer weiter aufgeht, sondern nur, indem man die Konkurrenzsituation innerhalb der Ligen möglichst hoch hält und die Anschlussfähigkeit der deutschen Zweitligisten an die Bundesliga wahrt. Geht die Schere innerhalb der Bundesliga noch weiter auf und hängt sie die 2. Liga weiter ab, wird auch das Marktinteresse an der Bundesliga mittelfristig abnehmen. Man muss noch nicht einmal viel mit „Solidarität“ am Hut haben, um das einzusehen… 

// Slarti


„Le Rendez-Vous“

Kicker treffen Kommerz: Frankreichs „Euro 2016“ hat für viele Vieles zu bieten

Der Bundestag tagt wie üblich in Frankfurt am Main. Gewählt wird ein neuer Präsident. Geredet wird an diesem Tag im April auch über Geschäfte. Denn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich für die Europameisterschaft 2024 bewerben. Achtzehn Jahre nach dem „Sommermärchen“ in Deutschland versprechen sich Ligaverband DFL und die großen Profiklubs davon eine Modernisierung ihrer Fußballarenen – finanziert hauptsächlich aus Steuergeldern. Der Umbau der grünen Erlebniswelten wäre vorteilhaft gegenüber der internationalen Konkurrenz, den Ligen in England, Spanien und Italien. Keine Schnapsidee: Dass ein großes Turnier den Wettbewerb tatsächlich verändern kann, zeigt die sportliche Entwicklung Rasenballsports Leipzig. Das WM-Stadion in der ostdeutschen Messestadt wurde zum notwendigen Baustein für den Aufstieg des österreichischen Getränkekonzerns „Red Bull“ in die deutsche Bundesliga.

Für die „UEFA EURO 2016 FRANCE (TM)“ – so der offizielle Markenname („TM“) – wurden in Bordeaux, Lille, Lyon und Nizza vier Fußballstadien neu erbaut. Die Stadien in Lens, Marseille, Paris, Saint-Etienne und Toulouse wurden modernisiert. Die Kosten für die Stadionprojekte der „Euro 2016“ sollen sich laut der Internetseite „Stadionwelt“ auf rund 1,6 Milliarden Euro belaufen.

Zahlen wird das viele Geld vor allem der französische Staat. Auch die kommunalen Stadioneigentümer und Fußballklubs werden zur Kasse gebeten. Durch sogenannte Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) werden außerdem private Investoren beteiligt. In Deutschland sind solche halbstaatlichen, halbprivaten Zwitterprojekte politisch umstritten.

Vorbild „Matmut Atlantique“

Auch der Ausbau des Leipziger Zentralstadions zur WM-Arena 2006 war ein solches ÖPP. Bei einer solchen Partnerschaft finanzieren Banken und an der Errichtung beteiligte Konzerne ein an sich öffentliches Infrastrukturprojekt. Dafür erhalten Investoren vom Staat garantierte Gebühren, Mietzahlungen und werden an späteren Gewinnen beteiligt. ÖPP-Projekte laufen häufig über zwanzig oder dreißig Jahre. Danach geht das (renovierungsbedürftige) Stadion in den Besitz beispielsweise der Stadt über.

Der Einsatz dieses speziellen Finanzierungsmodells für die Europameisterschaft in Frankreich dürfte erklären, warum die UEFA unter ihrem inzwischen von der FIFA für sechs Jahre gesperrten französischen Präsidenten Michel Platini bereit war, Miete für die Stadiennutzung im Mai und Juni zu überweisen. Erstmals in der EM-Geschichte.

So wurde in Bordeaux das neue „Matmut Atlantique“, das vom Fußballverein Girondins, aber auch für Rugby genutzt wird, für offiziell 183 Millionen Euro errichtet – und über eine ÖPP finanziert. Das Konzept war in Frankreichs Südwesten durchaus politisch umstritten. Die Regionalpresse schätzt die Gesamtkosten inzwischen auf insgesamt bis zu 375 Millionen Euro. Zu den ÖPP-Partnern gehört neben der Regierung in Paris die Stadt Bordeaux, die Region Aquitanien, der örtliche Baukonzern Fayat sowie das französische Versicherungsunternehmen und Namensgeber Matmut.

Dem französischen Staat bringt die Euro allerdings wenig – ihm beschert das Turnier auf dem Papier ein geschätztes Minus von rund einer halben Milliarde Euro. Den öffentlichen Kosten – unter anderem für den Bau und die Modernisierung der Stadien und Sicherheitsmaßnahmen – stehen für die französische Wirtschaft erwartete Einnahmen in Höhe von gut 1 Milliarde Euro gegenüber. Wovon ein kleinerer Teil als Steuern ins Staatsäckel fließen wird.

Üblicherweise lösen internationale Fußballturniere und Olympische Spiele zusätzlich Investitionen in die Infrastruktur aus. Das ist auch in Frankreich der Fall. Doch fällt der zusätzliche Bedarf im Vergleich beispielsweise zu Brasilien (WM) oder Russland (Winterspiele in Sotschi) klein aus. Straßen, Schienen – selbst die Wasserstraßen – und Datenautobahnen in Frankreich gelten international als hervorragend. Sie sind weit besser ausgebaut als etwa in der Bundesrepublik. 

Istanbul Airport fliegt nach Hamburg

Ökonomen halten die direkten „Wohlfahrtseffekte“ großer Sportveranstaltungen allerdings meistens für gering. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Städte sehr unterschiedlich profitiert haben“, schreibt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI).

Während die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona der Stadt einen erheblichen Impuls verliehen hätten, so das HWWI, verzeichnete Atlanta in den USA vier Jahre später sogar einen Imageverlust. Weil die Spiele als zu kommerziell und kalt empfunden wurden. In Barcelona hatten die Spiele hingegen die internationale Aufmerksamkeit deutlich erhöht – was zur Ansiedlung von Firmen führte und einen „produktiven Stolz“ der Bewohner auf ihre Stadt bewirkte. Auch München konnte durch die Spiele 1972 – verstärkt durch das Endspiel der folgenden Fußball-WM – zu einer internationalen Metropole aufsteigen.

Frankreich selbst hat dagegen mit der sportlich mitreißenden WM 1998 und seiner Multikulti-Mannschaft um Zinédine Zidane – nach einem kurzen Push – mittelfristig eher ökonomisch und gesellschaftlich enttäuschende Erfahrungen gemacht.

Ein anderes Spiel spielen die Sponsoren. Der wohl interessanteste „Partner der EM“ ist Turkish Airlines. Hierzulande (noch) kaum bekannt, ist die türkische Fluglinie die wohl am schnellsten wachsende. Weltweit. Bald soll der Bosporus zum Mittelpunkt des fliegenden Globusses werden. In Istanbul wird der dritte Airport gebaut. Er soll ab Anfang 2018 alle bisherigen Dimensionen sprengen – er wird drei Mal so groß werden wie der Flughafen Frankfurt.

Allein Turkish Airlines will zukünftig 100 Millionen Passagiere zu diesem neuen „Hub“ beitragen. Pro Jahr. In Großraumfliegern will man die wachsende Mittelschicht in Asien nach Istanbul transportieren und sie von diesem „Hauptumschlagsplatz“ aus in kleineren Maschinen auf Europa verteilen – und umgekehrt Franzosen, Deutsche und Briten nach Asien transportieren. Fatih Cigal, Marketingchef von Turkish Airlines freute sich im Fußballblatt „Kicker“ auf zwei Seiten über „die richtige Werbeplattform“, das Rendezvous mit der „Euro 2016“.

Während die Türken vornehmlich ihren Bekanntheitsgrad erhöhen wollen, setzen die meisten anderen „Sponsoren“ auf Imagetransfer. Ausrüster der Mannschaften wie Adidas (9 Teams) oder Nike (6) wollen vom prachtvollen Ruf der EM profitieren. Das gilt auch für die Brausemarke Coca-Cola, deren Marketingausgaben weit höher sein sollen als ihre Produktionskosten, oder für den Autokonzern Hyundai/Kia.

Solidarität für die Bayern

Die Kosten des eigentlichen Turniers trägt der Veranstalter, die Vereinigung Europäischer Fußballverbände, kurz UEFA. Im April durchsuchte die Schweizer Bundespolizei wegen der „Panama Papiere“ die UEFA-Zentrale in Nyon. Die Schweiz warb lange um internationale (Sport)-Verbände mit günstigen Steuerregeln.

Organisation der Euro, Unterbringung der Mannschaften, Umrüstung und Pflege der Stadien, Prämien für teilnehmende Länder zahlt die UEFA. Dazu fließt mittelbar ein Großteil der Einnahmen in die „Solidarität“ (Platini): Aus den Gewinnen durch die EM 2012 finanzierte die UEFA den Bau von Trainingsgeländen in Albanien, deckt laufende Kosten des kleinen Verbandes auf den Färöer-Inseln oder bezahlt Reisen des Nachwuchses von Kasachstan.

Solidaritätsgelder fließen aber auch an Profiklubs. Und davon profitieren vor allem die nationalen Größen. So flossen 40 Millionen Euro aus den Einnahmen der letzten EM an jene Klubs, die Spieler für den Qualifikationswettbewerb abgestellt hatten. Weitere 60 Millionen kassierten Klubs, deren Spieler an der Endrunde in Polen und der Ukraine teilnahmen. Unterm Strich kassierten am meisten Bayern, Real, Barcelona und Manchester City.

Insgesamt fließen laut UEFA-Finanzbericht rund 400 Millionen Euro aus den EM-Einnahmen in den Soli-Topf und wurden über die Jahre verteilt. Höher ist nur noch der Betrag, der an die teilnehmenden Verbände als Prämien ausgeschüttet wurde.

Dagegen stehen für die UEFA die Einnahmen aus dem Verkauf von 2,5 Millionen Tickets, der Lizenzen für den Absatz von Bier und Baguette in den Stadien, die Zahlungen der „Sponsoren“ für ihre regionalen, nationalen oder globalen Werberechte. Der dickste Brocken stammt aus der Veräußerung der TV-Rechte in über 100 Ländern.

Die Einnahmen aus der vergangenen EM beziffert die UEFA auf 1,4 Milliarden Euro. Was fast den Einnahmen in einem normalen Geschäftsjahr ohne EM entspricht. Unterm Strich erzielte die UEFA aus der Fußball-Euromeisterschaft 2012 einen Gewinn von über einer halben Milliarden Euro.

„Le Rendez-Vous“ dürfte ihre Vorgängerin finanziell nochmals übertreffen. Was durchaus im Sinne der sogenannten Philosophie der UEFA ist: „Der oberste Zweck des Kapitals ist, mehr Geld zu schaffen, um es in den Dienst der Verbesserung des Fußballs zu stellen.“ Dieses wirtschaftsliberale Motto wandelt ein Zitat des Gründers eines der größten Autokonzerne der Welt ab, Henry Ford.

Hermannus Pfeiffer (hape)


NEUES VON DEN ALTEN

Doch, doch, auch in den Monaten vor der großen Transferperiode zwischen den Spielzeiten tut sich einiges in der Causa Vereinswechsel. Manchmal sind es lediglich Ankündigungen für Veränderungen zur neuen Saison, doch häufig gab es tatsächlich auch schon in den vergangenen Wochen „echtes“ Klub-Hopping oder zumindest interessante Anekdötchen, und ehemalige Braunweiße sind und waren nicht eben selten mittendrin im Geschehen – nicht selten dreht sich dieses Karussell um Übungsleiter-Positionen… So beispielsweise auch bei JÖRN GROSSKOPF (50), der im März dem Ruf des Fünftligisten KFC Uerdingen 05 folgte, um dort schon jetzt ein schlagkräftiges Team für die Saison 2016/17 aufzubauen, wie es Krefeld-Präsident Agissilaos Kourkoudialos sich vorstellt. Probetrainings von STEFAN WINKEL (25) und ARVID SCHENK (26) im April beim Verein aus der Niederrheinischen Tiefebene sprechen durchaus für diese These; doch auch Hamburg-Landesligist TSV Wedel meldet Bedarf an: Angeblich, so deren Sportleiter Frank Ockens, hätte Großkopf, der vor seinem KFC-Engagement als Trainerassistent beim HH-Landesligisten SC Poppenbüttel schaffte, für die neue Saison längst bei Wedel zugesagt. Mit einer Einschränkung allerdings: Der Deal gälte nur dann, wenn Großkopfs Vertrag beim Pokalsieger von 1985 und abgeschlagenen Tabellenzweiten der Oberliga Niederrhein (hinterm Wuppertaler SV) nicht über den 30. Juni hinaus verlängert wird – was als eher unwahrscheinlich zu erachten ist. Reinschnuppern ins Wedeler Trainerdasein sollte eigentlich auch DAVOR CELIC (33), ehemals U23-Kicker bei unserem FC, der dort ab Sommer als Co-Co-Trainer, aber auch weiterhin als Spieler die Jungs auf dem Platz anleiten sollte. Was hieraus wird, wenn Großkopf nicht kommen sollte, werden wir sehen. Hauptsächlich bei unserer U23, aber auch in der 1. Mannschaft (nämlich am 28.4.2006 beim Heimspiel gegen Wattenscheid 09 in der 90. Minute eingewechselt) hat LUKASZ SOSNOWSKI (29) gekickt, der sich jetzt, nach zwischenzeitlicher Sportinvalidität und Trainertätigkeit, anschickt, doch noch mal fußballerisch durchzustarten: Die Saison wird er noch beim Landesligisten SC Vorwärts/Wacker Billstedt zu Ende spielen, dann will Sosnowski es irgendwo in der Hamburger Oberliga (an)packen. Ein konkreter Verein stand zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe aber noch nicht fest. Festgezurrt ist hingegen schon jetzt der Transfer JANNICK MARTENS’ (25, Ex-U23), der sich zur kommenden Spielzeit dem Hamburger Oberligisten SC Condor angeschlossen hat – Martens kommt vom SV Henstedt-Ulzburg (SH-Liga). Martens ersetzt übrigens KRISTOFFER LABAN (27), der sich zum Saisonwechsel dem Ligarivalen BU anschloss. Bereits Mitte März fand TORSTEN FRÖHLING (39) mit dem abstiegsgefährdeten Drittligisten SV Wehen Wiesbaden einen neuen Arbeitgeber; bei Redaktionsschluss war noch nicht entschieden, ob der gebürtige Bützower (Landkreis Rostock) seinen Klassenerhaltsauftrag erfüllen konnte. Fröhling war zuvor bis Oktober 2015 Chefcoach beim TSV 1860 München. Auch MAHIR SAGLIK (33) sollte für Paderborns Neucoach René Müller (nicht zu verwechseln mit St. Paulis ehemaligem Kurzzeitkeeper) wohl eine Art Hoffnungsträger werden. Von Stefan Effenberg suspendiert (der ÜS erörterte dies seinerzeit an dieser Stelle), hob Müller diesen Aktionismus Anfang März wieder auf und – setzte Saglik seither in zwei Partien insgesamt gerade einmal 15 Minuten ein. Mehr Einsätze als der Deutschtürke hatte auf jeden Fall BERND LADIGES vom Fanclub Veteranen, der am 19. März beim Auswärtsmatch gegen Sandhausen sein insgesamt 1000. Ligaspiel besuchte! Und wieviele Partien der Nationalelf darf MAX KRUSE (28), der im März kleingeistig wegen diverser „Verfehlungen“ kurzfristig vom Bundes-Jogi für die Länderspiele gegen England und Italien aus dem Nationalelfkader gestrichen wurde, noch als Aktiver besuchen? Unklar. Unsicher also auch, ob Kruse bei der anstehenden EM dabei sein wird. Nicht mehr vakant ist die Cheftrainerposition bei Bundesligaabsteiger Hannover 96: Nachdem Thomas Schaaf dort Anfang April beurlaubt wurde und 96-A-Jugend-Coach DANIEL STENDEL (42) zunächst bis zum Saisonschluss übernahm, ist der Posten für die neue Saison jetzt auch vergeben: An Daniel Stendel nämlich. Den Platz geräumt hat hingegen kurz vorm Saisonaus OLUFEMI SMITH (37); „Ich stehe per sofort als Trainer nicht mehr zur Verfügung“ trötete Smith nach der 0:4-Heimschlappe seiner USC-Paloma-Mannen Anfang April gegen Oberligakonkurrent Meiendorf seinen Abgang in die Welt hinaus. „Schlag den Raab“-Millionengewinner Smith hatte vernommen, dass der Absteiger-Klub zur neuen Saison ohnehin ohne ihn plane und zog nach der Partie somit seine Konsequenz. Auch Germania Schnelsens Landesligakicker mussten sich Mitte März auf einen neuen Chefcoach einstellen: Unser ehemaliger U23-Kicker EUGEN HELMEL (30). Als Interimscoach übernahm unter anderem SVEN TEPSIC (34) – ebenfalls ein Jahr als braunweißer U23-Spieler im Einsatz. Und auch DENNIS GERSDORF (36), immerhin fünf erfolgreiche Jahre bei unserem Nachwuchsteam am Start, verlässt – allerdings erst zum Saisonende – seinen Trainerstuhl: Der ehemals sehr ambitionierte Landesligist FC Elmshorn plant zur neuen Spielzeit mit einem anderen Übungsleiter. Momentan ohne Vereinsjob ist ROLAND VRABEC(41), nachdem dieser im Februar als Assistenztrainer (!) beim FC Luzern freigestellt wurde, obwohl Cheftrainer Markus Babbel bleiben konnte. Offiziell wurde zwar von einem gestörten Vertrauensverhältnis gesprochen; doch mehr als gemunkelt wurde auch darüber, dass Vrabec vom inzwischen geschassten Sportdirektor für 2016/17 dort die Chefposition versprochen worden sei, der neue Sportdirektor nun aber weiterhin an Babbel festhalten will. Gänzlich neu im Trainermilieu wird sich zur neuen Saison DENNIS TORNIEPORTH (33) bewegen, der seine Aktivenzeit nun endgültig beendet, um als Trainerdebütant den Kreisligisten Düneberger SV zu übernehmen. Jenen Verein also, bei dem für Tornieporth einmal alles begann und für den er in der ablaufenden Saison schon mehr als 30 Tore erzielt hat. Leider keine Tore für den FC St. Pauli wird in Zukunft definitiv ANTE BUDIMIR (24) erzielen: Der vom italienischen Zweitligisten (Serie B) FC Crotone vom FC St. Pauli ausgeliehene Spieler wurde nämlich per Kaufoption (gut eine Million Euro) vom aktuellen Erstligaaufsteiger Crotone übernommen – um ihn, so wird spekuliert, möglicherweise für noch teureres Geld an finanziell potentere Interessenten gleich weiter zu veräußern. Immerhin erzielte Budimir bis zu unserem Redaktionsschluss bereits 16 Treffer für die Süditaliener – bei unserem FC war es in der vergangenen Saison lediglich eine mickrige Budimir-Bude. Immerhin vier Mal hatte NIKOLAI PISAREW (47) 1996/97 für den FC St. Pauli eingenetzt; seit Januar ist der Moskowiter zum zweiten Mal Cheftrainer von Russlands U21 geworden. Ebenfalls international am Start ist KLAUS THOMFORDE (53), der nun als Torwarttrainer und Assistent von U21-Coach Horst Hrubesch auch mit zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro reisen wird. Ein etwas kürzerer Trip liegt vor JAN-MORITZ LICHTE(36), der, bis Ende 2014 Co-Trainer bei Hannover 96, seit Mitte/Ende April dort das Nachwuchsleistungszentrum leitet. Schon seit dem Januar 2016 gehört JENS RASIEJEWSKI (41), der bereits den Nachwuchsbereich des VfL Bochum verantwortet, als zusätzlicher Co-Trainer auch zum Funktionsstab um Chefcoach Gertjan Verbeek. Nicht mehr dazu gehören wird hingegen BABACAR N’DIAYE (43): Der Deutsch-Senegalese wird zur neuen Spielrunde 2016/17 nicht mehr als Co-Trainer Preußen Münsters agieren. Grund: Neu-Übungsleiter Steffen bringt seinen eigenen Assistenten mit. Wohin N’Diaye gehen wird, war zum Redaktionsschluss unbekannt. Zum selben Zeitpunkt auch noch latent war die Frage, zu welchem Verein der in Othmarschen lebende ERIC AGYEMANG (36) im Sommer gehen wird. Grund des Abgangs des Goalgetters bei TuS Dassendorf: Agyemang ist der Anfahrtsweg auf Dauer einfach zu lang. Meine Einschätzung: Sollte Altona 93 tatsächlich, wie geplant, 2016/17 in der Regionalliga spielen, wird Agyemang dort einen Einjahresvertrag unterzeichnen. Falsch eingeschätzt hatte möglicherweise HEINZ MÜLLER (37) seine juristischen Erfolgsaussichten gegen seinen (Ex-)Arbeitgeber Mainz 05. Müller klagte nämlich nach Beendigung seines Zweijahresvertrages auf „Feststellung des Fortbestands als unbefristetes Arbeitsverhältnis“ (wir berichteten an dieser Stelle) – und verlor Mitte Februar in erster Instanz vor dem Landesarbeitsgericht. Einen Monat zuvor schloss sich – auf Leihbasis – ÖMER SISMANOGLU (26) von Besiktas Istanbul erneut Antalyaspor an, wo er in 15 Einsätzen bereits drei Treffer markierte. Ein anderes ewiges Talent, STEFAN WINKEL (25) nämlich, vom SC Poppenbüttel und ehemals einer unserer U23-Kicker, wurde nun in den 16-köpfigen Kader der neu gegründeten Futsal-Nationalelf berufen. Zwei Spieler des Futsal-Teams des FC St. Pauli, Witalij Wilhelm und Danijel Suntic, gehören im Übrigen zum erweiterten 25-Mann-Kader Deutschlands. Neu zum Kader, und zwar zu dem Eintracht Norderstedts (Regionalliga), gehört seit März JEREMY OPOKU-KARIKARI (28), der bereits im Sommer vergangenen Jahres beim SV Elversberg freigestellt wurde und seither vereinslos blieb. Auch KWASI OKYERE WRIEDT (21), von 2009 bis 2015 beim FC St. Pauli (Jugend und U23) und derzeit bester Torschütze der Regionalliga Nord, hat zum Sommer einen neuen Brötchengeber: Vom Lüneburger SK Hansa wechselt der Stürmer zum VfL Osnabrück. Einen neuen – seinen alten – Klub kann ebenso FINN APEL (22), ehedem U23-Recke beim FC St. Pauli, für die anstehende Kickzeit vorweisen: Vom Hamburger Oberligisten SV Curslack-Neuengamme ging’s nun eine Etage tiefer zurück zum Landesligisten SC Schwarzenbek. Zwei weitere Staffeln tiefer (sofern der Klub nicht in die Kreisklasse absteigt, was nicht unwahrscheinlich ist) hat für die kommende Saison MARIO SCHACHT (34, ab Anfang der 2000er vier Jahre bei St. Paulis U23) ein neues Domizil gefunden, wo er zum zweiköpfigen Trainergespann von Egenbüttel II zählt. Leider nicht mehr zählen kann St. Paulis Traditionself auf SIEGMUND MALEK, der am 1. April im Alter von 60 Jahren dem Leben entrissen wurde. Malek kickte früher für St. Pauli in der A-Jugend, bei unseren Amateuren sowie später beim 1. FC Saarbrücken (u. a. 1980/81 2. Bundesliga) sowie BU, Lurup und Concordia. Außerdem absolvierte „Sigi“ Ende der 1970er zwei Länderspiele für die Fußballnationalmannschaft der Amateure. 

// Ronny

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