Übersteiger 116

Für Rathenow langt’s

Endlich wieder zweite Liga, endlich wieder Stadion, endlich wieder Pokal und endlich wieder Übersteiger.

Sportlich hält sich die Euphorie trotz Pokalsensation ja in Grenzen, deswegen wollen wir uns damit gar nicht lange aufhalten. Das ist zu wenig und sollte es heute wieder nicht klappen… Bonjour Tristesse!

Deswegen das Wichtigste neben dem Platz vorweg: Wir haben uns diese Saison viel vorgenommen und werden euch, wenn alles glatt läuft, mit gigantischen fünf (!) Ausgaben beglücken. Mal sehen.

Heute habt ihr erst einmal die #116 in den Händen, prall gefüllt mit fast allem, was seit dem Ende der Spielzeit 13/14 im, um und beim besten Verein aller Zeiten passiert ist. Wir danken dem DFB für die beste Sommerloch-T-Shirt-Idee der Dekade, blicken zurück auf den gerade 25 Jahre alt gewordenen MillerntorRoar, den Geburtshelfer unseres Fachblatts und begrüßen das MUSEUM, eine Herzensangelegenheit von uns allen.

Große Oper in Milan, mal wieder einer der seltenen Auswärtsberichte im Heft. Muss brutal gewesen sein…

Dankeschön auch für den Gastartikel zum F_in-Treffen, das Netzwerk hatte zehnjähriges und aus diesem Grund eine dreitägige Sause (mit Konferenzanteil).

Kein Gastartikel, aber ebenso fette Grüße und Glückwünsche gehen raus an die BASCH, die zum Saisonauftakt ihre 50.Ausgabe präsentierte. Weiter, immer weiter!

Darüber hinaus findet ihr natürlich auch gewohnte Rubriken wie NvdA, Frodos Tagebuch, Statistiken, Neuzugänge, Döntjes und Rezis und vieles mehr.

Viel Spaß beim Lesen,

Eure Übersteigers


Museumsreif

So lautet der Schriftzug auf einem der T-Shirts von 1910eV, der Verein im Umfeld des FC St. Pauli, der sich um den Aufbau eines Museums für den FC St. Pauli bemüht. Und sie haben die Probe gemeistert, sie sind nun nachweislich museumsreif!

Der Weg war nicht immer einfach: Die Diskussion um die Goliathwache und deren Verlegung aus den Räumlichkeiten der Gegengrade, die nun sich dem Ende zu nähern scheint, war sicherlich von allen die größte Hürde.

Auf dem Weg zum finalen Museum ist der Verein seit Jahren sehr umtriebig und hat mehrere Veranstaltungen gewuppt, um zu üben, um Spenden zu generieren und weils einfach Spaß macht. Neben etlichen kleinen Aktionen stachen besonders heraus: Die beiden Kessel Braun-Weißes (zusammen mit Fanräume e.V.), Fußball & Liebe im September 2013 und nun eröffnete am 25.07. die Ausstellung “Fuck You Freudenhaus” zum Millerntorstadion in genau den Räumlichkeiten der Gegengrade, die einmal das Vereinsmuseum werden könnten.

Museum? Langweilig! Pokale in Vitrinen…. denkt man so. Da wir wenig bis gar keine Pokale unser Eigen nennen, konnte es sich das Ausstellungsteam nicht so leicht machen. Zusammen mit der durch den St.Pauli-Idealisten Carsten Hepke geführten Eventkonzeptionsfirma bontempo, die schon bei Fußball & Liebe unentgeltlich Sensationelles geleistet hat, haben die Macher hier eine wirklich treffende und gleichsam unterhaltsame Ausstellung hingelegt. Einlauf zu Hells Bells durch den Spielertunnel, Rübenacker, Schneegestöber und fehlende Drainage zum anfassen. Etliche Stadionmodelle, die nie gebaut wurden. Archetypische Papp-Fans mit der Guido-Schröter-Nase, die Stadionordnung als größtes Heiligtum, Politik in Stadion und Stadtteil, ein Film zur Verankerung des Stadions im Viddel, Viva con Agua und Kita, Stadionbau im Zeitraffer von Jo Bornemann und seltene Einblicke in Haupttribünen-Separée-Konzerte, die immer Spieltags stattfinden, in den Räumlichkeiten des Separée 31 von Frank Otto.

Nach Hobby und ehrenamtlich sieht da nix aus, eher nach professionell und akribisch. Natürlich wird immer diskutiert werden können, was da vielleicht fehlt, aber die Räumlichkeiten sind so groß, wie sie eben sind und die Leute arbeiten eben in ihrer Freizeit für Umme.

Man bekommt Lust auf das fertige Museum und wer noch nicht da war: bis 30.08. kann man noch hin und besuchen. Die Spieler unserer ersten Herren waren auch da, wie man auf den umliegenden Ablichtungen von Rakete erkennen kann.

Am 25.07. zur Saisoneröffnung war die große Vernissage und die Besucher strömten in Massen. Nun war am nächsten Tag das Saisoneröffnungsspiel gegen Celtic Glasgow und naturgemäß der Stadtteil voller Schotten. Scheinbar folgerichtig bot sich ein Plenum des Zeckensalon im Fanladen zur Bedeutung ausländischer Fans und ein Konzert der schottischen Combo The Wakes im Fansaal an. 

Ich persönlich fand es etwas schade, dass die Celtic-Wucht die Millerntor-Ausstellungsthematik zum Ende hin schon ziemlich überstrahlte. Bei den Veranstaltungen dominierte sehr deutlich grün-weiß gegenüber braun-weiß. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber es ist halt ein ganz anderes Thema. Nach dem letzten Akkord der Wakes war der Fansaal quasi leer, weil die Schotten vermutlich feiern gehen wollten. Die nicht celtic-affinen St.Paulianer (zu denen ich übrigens auch gehöre) waren schon längst weg.

Und eine weitere Beobachtung erfüllte mich mit ein wenig Sorge. Die Kollegen von 1910eV sahen überwiegend echt platt aus. Die Ausstellung lässt erahnen, wieviel Arbeit und Stress dort drin steckte. Mir schien, dass der sich ausgerechnet zur Eröffnung in Erschöpfung niederschlug. Viele aus dem Kernteam waren schnell weg oder gar nicht erst erschienen, anstatt doch ihre eigene Ausstellung und deren Eröffnung zu genießen und sich selber zu feiern. Liebe Freunde des 1910eV, Ihr leistet so tolle Arbeit. Vergesst Euch selber nicht dabei und habt vor allem eines: Spaß! 

Denn eigentlich geht es doch nur um eben diesen. Vielen Dank für eine wunderbare Ausstellung! 

// Mirco


Kein Millerntor dem DFB

Für erhebliche Aufregung in der Sommerpause sorgte der DFB, als er seine Nationalmannschaft zum Trainieren ans Millerntor schickte und aufgrund werberechtlicher Bestimmungen das Stadion „neutralisierte“. Dem fiel dann nicht nur die Werbung zum Opfer, sondern auch der hintere Teil des „Kein Fussball den Faschisten“-Schriftzugs auf der Gegengerade. Dumme Tat, mit einem Happy End!

Als am Montag nach dem 34.Spieltag durchsickerte, dass die Nationalmannschaft am Millerntor trainieren würde, zuckte ich noch mit den Schultern. Der hsv hatte den direkten Abstieg knapp versäumt und für das Relegationsspiel war der Rasen im Volkspark dringend zu schonen. Rasen, Volkspark – wir kennen das, ein Quell steter Freude.

Da das erst sehr kurzfristig feststand, rotierte der Verband wohl am späten Samstagabend, um noch schnell einen Ausweichplatz zum Trainieren zu finden und fand diesen eben am Millerntor. Die Standard-Verträge dafür wurden schnell unterzeichnet, in diesem findet sich auch der Passus zur „Neutralisierung“ des Stadions, welches auch bei früheren Gelegenheiten nie wirklich ein Thema war. Die vorhandenen Werbeflächen werden abgebaut oder überklebt, der DFB stellt Banden seiner Werbepartner auf, fertig.

So weit, so unkritisch. Aber: Auch der große Spruch, der die neue Gegengerade nun schon länger ziert, gemalt von Fans in Eigenregie, unterstützt vom Verein, war teilweise abgehangen. Statt “Kein Fussball den Faschisten!” stand dort nur noch: “Kein Fussball”. Ein paar übereifrige Helfer waren der Meinung, dieses Statement falle ebenfalls unter das Neutralisierungsgebot. Warum sie dies dann so halbherzig taten und damit unfreiwillig erst recht Hohn und Spott heraufbeschworen, bleibt Ihr Geheimnis.

Auf Facebook und Twitter wurde das DFB-Team mit “höflichem Unverständnis” übergossen, Vereinsübergreifend, völlig zu Recht. Den Vogel schoss dann der Twitter-Account der Nationalelf ab, der auf eine Nachfrage mit „Das Millerntor wurde neutralisiert. […]“ antwortet, klingt ein bisschen nach den Borg aus StarTrek.

Wie das ganze mit “Zeig Rassismus die Rote Karte!” oder ähnlichem vereinbar ist, ob die UEFA künftig auch nur noch “Say no” statt “Say no to racism!” sagen wird, all dies fragte sich nicht nur Ralph Gunesch auf Twitter, sowie zahlreiche andere:  

Wenige Tage zuvor war in Spanien eine Banane aufs Feld geworfen worden, als rassistisch gemeinter Hinweis auf farbige Spieler. Der Spieler hob und aß sie auf, eine Solidaritätswelle ohne Gleichen schwappt durch Europa („We are all monkeys“), überall lassen sich Fußballer mit Bananen fotografieren… und der DFB klebt eine Aussage ab, als Deutscher Sportverband, die sich von Faschismus distanziert. Manche Geschichten kann man sich tatsächlich nicht ausdenken.

Den Verein traf das Vorgehen recht unerwartet, mit einem Abkleben des Statements hatte niemand gerechnet und immerhin war es am nächsten Morgen dann auch wieder lesbar. Der DFB mag von dem heftigen Gegenwind in seinem Wolkenkuckucksheim etwas überrascht worden sein, unserem Verein wäre dies sicher bewusst gewesen, wenn man davon bereits vorab gewusst hätte.

Es gibt so Dinge, die sind so bescheuert, die wird man kaum vorab besprechen bzw. vertraglich festhalten. Einige Dinge verbietet der gesunde Menschenverstand. 

Immerhin entschuldigte sich Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident später beim Verein, der diese Entschuldigung dann auch öffentlich machte. Der DFB selber beließ es bei der internen Kommunikation und hängte die Entschuldigung nicht an die große Glocke. Trotzdem ist zumindest mir kein anderer Fall bekannt, bei dem der DFB sich schon mal bei einem Verein entschuldigt hätte.

Und schlussendlich kann man sich beim DFB sogar bedanken, denn diese Vorlage wurde per Fallrückzieher verwandelt. Pinkmacabre war am Schnellsten und druckte T-Shirts mit „Kein Fussball den Faschisten“, von deren Erlös antifaschistische Projekte aus der Fanszene unterstützt wurden. Nach einem kleinen Anschubser von Klaas Reese (fokus-fussball.de) wurden auch wir aktiv und ließen 300 schwarze Shirts herstellen, auf denen vorne „Kein Fussball…“ und hinten „…den Faschisten!“ stand, insbesondere vor den vielen öffentlichen WM-Rudelguck-Terminen ein gut gewähltes Kleidungsstück.

Diese Shirts wurden für 15,-€ beim Fanclub- und dem Antira-Turnier verkauft und sind inzwischen fast vollständig vergriffen, evtl. findet Ihr noch ein paar Restexemplare im Fanladen. Der Erlös wurde bereits vollständig gespendet, AnDOCken, Café Exil und USP Antirazzista wurden mit jeweils Euro 750,- unterstützt. 

Auch Jens Grittner vom DFB bekam ein Shirt, außer der Meldung seiner Kollegin, dass das Shirt eingetroffen sei haben wir aber leider bis heute nichts mehr gehört.

// Frodo


ST. PAULIS U23: AUSBLICK UND RÜCKBLICK

Ich kann mich an keine andere Saison unserer zweiten Mannschaft erinnern, wo zu Saisonbeginn, außer aus der eigenen Jugend und dem HSV-Nachwuchs, keine weiteren Neuzugänge aus anderen Vereinen zu verzeichnen waren. Allein aus St. Paulis U19 stießen jetzt sieben Spieler zu Meggles Kader, zwei Akteure kommen vom HSV-Nachwuchs – das war’s. “Ich habe alle Spieler des Jahrgangs 1995 in die U23 übernommen – wenn sie denn wollten”, betont Thomas Meggle ausdrücklich; und einige 1996er würden auch schon regelmäßig mittrainieren. Eine sehr junge Truppe erwartet uns also, bei der nach Christian Rahn und Fabian Boll Keeper Christian Schau als 1990er Jahrgang der drittälteste Spieler ist; Tormann zwei, Mietja Bieren, ist als 1996er hingegen der Jüngste im Kader. “Wir setzen auf unsere Jungen”, sagt dabei noch einmal ausdrücklich Thomas Meggle, der in diesem Zusammenhang betont, dass er gerne auch weiter auf Nachwuchsstürmer Laurynas Kulikas, der zum VfL Bochum gewechselt ist, gesetzt hätte: “Ich hätte ihn gerne behalten.” Warum es anders kam, versucht Rachid Azouzi zu erläutern: “Wir wollten den Vertrag um 2 Jahre verlängern; Laury sollte weiterhin U23 spielen und hin und wieder bei der Ersten mittrainieren. Ich bot ihm auch an, wenn er es denn möchte, ausgeliehen zu werden, falls er sich in der U23 unterfordert fühlt. Er wollte aber direkt in die 3. Liga, was nach Probeeinheiten bei zwei Drittligisten (u.a. Osnabrück) aber nicht funktioniert hat. Jetzt hat er genau das, was er bei uns auch gehabt hätte. Keine Ahnung, warum die Entscheidung so ausgefallen ist.” Da kann man nur mutmaßen, und einer der Überlegungen von Kulikas könnte dabei durchaus gewesen sein, dass er sich in Bochum eine höhere Durchlässigkeit von der U23 in die erste Mannschaft erhofft. Besonders viele Kicker haben bei uns in den vergangenen Jahren ja nun auch den Sprung nach oben wirklich nicht geschafft. Ein paar Minuten Zweit- oder Erstligafußball kann das mitnichten ersetzten. Gehen wir mal davon aus, dass Thomas Meggle, der seine Mission als Nachwuchscoach hier beim FC St. Pauli noch lange nicht als erfüllt ansieht, gemeinsam mit Joachim Philipkowski sowie dessen Trainer- und Scoutingstab, in den kommenden Spielzeiten für deutlich mehr Durchlässigkeit nach oben sorgen und uns möglicherweise irgendwann eine neue Generation Klasnic, Bajramovic, Rahn bescheren wird. Zunächst, so Meggle, kann das erste Ziel für die laufende Saison nur der frühzeitige Klassenerhalt sein. Und dann müsse man halt mal weiter sehen. Doch selbst wenn die theoretische Tür für einen Aufstieg in die 3. Liga anstehen sollte, so ist dies für Meggle, auf das individuelle sportliche Fortkommen der Jungs gemünzt, relativ egal: “Ganz gleich, ob 3. oder 4. Liga: die Entwicklung ist gleich.” Nur in die Oberliga absteigen sollte man nicht.

Ein kleine Bilanz der vergangenen Regionalligasaison 2013/14: Mit 46 Punkten und 55:58 Toren landete unsere U23 am Ende auf Rang 9 und platzierte sich somit immerhin als beste Hamburger Elf – wenn man denn Norderstedt dazurechnen möchte – einen Platz und drei Punkte vor der Eintracht aus Garstedt. Die zweite Mannschaft des Hamburger SV kam am Ende mit 34 Zählern auf Rang 14, der SC Victoria auf den 17. und somit vorletzten Platz, der den Abstieg in die Oberliga besiegelte. Für den hübschen Erfolg der St.Pauli-Crew, so möchte ich das Ergebnis doch nennen, benötigte man 14 Siege und vier Unentschieden und verlor dabei 16 Begegnungen. Zu Hause verkackte Meggles Truppe neun Mal, auswärts lediglich sieben Mal. Bester Torschütze des FC St. Pauli blieb mit zehn Treffern, trotz sehr langer Verletzungszeit, Laurynas Kulikas, knapp vor Erdogan Pini und Kwasi Okyere Wriedt, die jeweils neun Buden erzielen konnten. Zum Vergleich: Torschützenkönig Menga vom VfB Oldenburg netzte 23 Mal ein. Auch in der Zuschauertabelle liegt St. Paulis U23 vor den drei anderen Hamburger Vertretern – hier allerdings nur auf Platz 11: Im Schnitt sahen 498 Menschen die Heimpartien. Den Rekordbesuch von 4.210 Zuschauern einmal rausgerechnet – ihr dürft raten, bei welchem Derby das war – stellt sich die Situation dann allerdings schon ganz anders dar, und der Schnitt würde bei dann insgesamt nur noch 4.260 zahlenden Supportern (8.470 minus der Derbykulisse) auf sensationelle 266 Besucher pro Heimspiel fallen. Das wäre der vorletzte Platz in diesem Ranking – auch dann immerhin noch vor HSV II mit lediglich 221 Heimzuschauern im Schnitt. Da passt es dann auch gut ins Bild, dass es ausgerechnet der FC St. Pauli II ist, der mit 102 Besuchern (beim 3:1-Erfolg im März 2014 gegen BSV Rehden) den Negativrekord der Saison stellt. Der SV Meppen als Zuschauerkrösus kommt übrigens auf 1.827 Zahlende pro Heimpartie. Respekt.

Letzte Anmerkung: In der Angelegenheit “Umbau/Umzug an der/die Waidmannstraße” gäbe es nach Aussage von Thomas Mergle noch nichts wirklich Neues zu vermelden. Auch die Frage, ob möglicherweise die beschlossene Verlegung des Bahnhofs Altona an den heutigen Standort S-Bahn Diebsteich Auswirkungen auf die Sportplätze rund um den Bereich Waidmannstraße/Memellandallee haben könnte, sei noch nicht erörtert worden. Der ÜS wird euch hier aber auf jeden Fall auf dem Laufenden halten – gegebenenfalls, wie ihr es gewohnt seid, mit eigenen Recherchen… 

// Ronny
AN- UND ABREISEMit der neuen hoffentlich nur temporären “Heim”spielstätte (Hintergründe siehe ÜS #115) der U23 des FC St. Pauli in Norderstedt gestaltet sich die An- und Abreise für die meisten Anhänger unserer Regionalligaelf aktuell etwas schwieriger – von meinem Redaktionskollegen Maik/Frodo einmal abgesehen. Wie also kommt man aus Hamburg am besten ins Edmund-Plambeck-Stadion (gut 5.000 Plätze) des FC Eintracht Norderstedt 03? Die offizielle Anschrift lautet: Ochsenzoller Straße 58 in 22848 Norderstedt. Und der beste Weg führt für die meisten von euch wohl über die U-Bahn-Station Garstedt (U1); von dort aus fährt die Buslinie 195 an Wochenendtagen alle 40 Minuten bis zur Station “Garstedt, Friedhof”. Da es sich um lediglich zwei Busstationen bis zum Stadion handelt, ist allen, die einigermaßen zu Fuß sind, der circa ein Kilometer lange Marsch von der U-Bahn bis zur Spielstätte angeraten: Berliner Allee, rechts in die Friedrich-Ebert-Straße, dann links in die Ochsenzoller Straße. Thomas Meggle: “Ich hoffe, dass der harte Kern für die Übergangszeit nach Norderstedt mitkommt und uns dort unterstützt.”

Neues von den Alten

Huhu, da bin ich wieder, und ich muss gestehen, es ist in Gesprächen mit ÜS-Leserinnen und -Lesern immer wieder nett zu hören, dass sich viele von euch gerade diese NVDA-Rubrik als erstes (nach dem Comic natürlich) zu Gemüte führen. Weiterhin ein Grund also – neben dem Spaß an der Recherche –, dieses Ressort auch zukünftig aufmerksam und gewissenhaft zu pflegen. Here we go today: Fußballgott MARIUS EBBERS soll heute die Ehre zuteil werden, als erster Ex-Millerntorkicker in dieser Kolumne genannt zu werden. Der nämlich kehrte nach einigen Monaten beim US-Klub „Fort Lauderdale Srikers“ jetzt nach Deutschland zurück und schloss sich dem Regionalligisten SC Victoria an. Zunächst für die laufende Saison 2014/15. Eine Rückkehr zum VfL 93, wie ursprünglich geplant, hatte sich deshalb zerschlagen, weil die Stadtpark-Kicker als Landesliga-Meister nicht etwa um den Aufstieg mitkicken sollten, sondern stattdessen nur für die Kreisklasse meldeten. Somit verabschiedeten sich von dort auch einige andere ehemalige Heiligengeistfeld-Kicker: Sowohl HAUKE BRÜCKNER, als auch OLUFEMI SMITH wechselten zum Oberliga-Aufsteiger USC Paloma; STEFAN WINKEL schloss sich dem SC Condor an – vorausgesetzt, bis zum Ende der Transferperiode meldet sich nicht doch noch ein Profiverein. Aus dem VfL-93-Trainerstab verließ unter anderem MICHAEL RICHTER (einst Co-Trainer unserer U23) den Verein – Ziel zum Redaktionsschluss unbekannt. Ein weiterer Fußballgott – neben Ebbers – soll an dieser Stelle ebenfalls Erwähnung finden: FABIAN BOLL ist zum zweiten Co-Trainer unserer Viertliga-U23 ernannt worden und fungiert nebenher, quasi für besondere Notfälle, als Stand-by-Spieler der Meggle-Kombo. AproposTHOMAS MEGGLE: Der hatte vor einigen Monaten mit den Worten “Ich habe noch nie eine Vertrag gebrochen” ein Angebot als Cheftrainer bei Zweitligaabsteiger Dynamo Dresden abgelehnt und blieb somit unserer Nachwuchsmannschaft erhalten. Zugesagt hat hingegen unser Ex-Coach HOLGER STANISLAWSKI: Gemeinsam mit Ex-Kicker Alexander Lass übernimmt Stani einen großen Rewe-Supermarkt in Winterhude als Filialleiter, nachdem es ein Angebot des 1. FC Nürnberg nicht angenommen hatte. Angeblicher Grund: Der Club soll darauf bestanden haben, dass Stanislawski Marek Mintal als Co-Trainer aufs Auge gedrückt bekommen sollte, obwohl Stani mit ANDRÉ TRULSEN und KLAUS-PETER NEMEThierfür sein eigenes Wunschpersonal mitbringen wollte. Dass Truller und Kape nun an der Supermarktkasse die Ausputzer spielen sollen, ist allerdings nur ein Gerücht. Keine Vermutung mehr ist hingegen der Schritt eines ehemaligen Braunweißen ins Ausland: CHARLES TAKYI wechselte gemeinsam mit Boubacar Sanogo zu Al Furjairah (Vereinigte Arabische Emirate). In Deutschland geblieben ist US-Kicker JOSEPH-CLAUDE GYAU, der von Hoffenheim zu Borussia Dortmund II wechselte. Wohin es FILIP TROJAN zieht, der Dynamo Dresden zum Saisonende verlassen musste, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. In trockenen Tüchern ist hingegen die Rückkehr von DENIZ KACAN nach Hamburg: Der Stürmer ging zur neuen Saison vom VfB Nordmark zum Landesligisten FC Türkiye. Ebenso perfekt sind die Wechsel von ALEXANDER LUDWIG von Sportfreunde Lotte zum Goslarer SC sowie von NILS PICHINOT, der eben diesen Niedersachsen-Klub verließ, um sich Wacker Nordhausen anzuschließen, wo er auf LASSE SCHLÜTER trifft, der St. Paulis U23 verlassen musste. Wie auch einige andere Akteure, die Meggle ziehen lesen musste oder wollte: FINN APEL schloss sich dem Landesligisten SC Schwarzenbek an, zum ETSV Weiche Flensburg ging ÖMER AKYÖRÜK, nach Eintracht Norderstedt zog es LINUS BÜCHLER, über FABIAN GRAUDENZ darf sich Alemannia Aachen freuen, zur Zweiten des VfL Bochum wechselte Sturmtalent LAURYNAS KULIKAS (siehe auch Interview in Ausgabe # 113), DENNIS DUVE schloss sich dem SC Poppenbüttel an, zum türkischen Erstligisten Gaziantepspor ging Tormann ALKAN TUNCA, und FELIX DRINKUTH unterschrieb bei Eintracht Braunschweig II. Auch früher in St. Paulis U23 kickte TIM PETERSEN, der nach den Stationen Jena und Oldenburg nun zurück in der Hansestadt ist und sich beim ambitionierten Neuaufbau des Landesligisten SV Lurup beteiligen wird. Im übrigen unter Coach BERKAN ALGAN, der sich auch um MARC-KEMO KRANICH bemüht hatte, aber trotz dessen vorläufiger Zusage letztlich nicht den Zuschlag bekam. Zurück zum FC Carl Zeiss Jena zog es PIERRE BECKEN, der sich hierfür beim Halleschen FC verabschieden musste. Zurückgekommen ist auch LASSE SOBIECH, allerdings (zunächst) auf Leihbasis für ein Jahr vom Hamburger SV. Welcome back, Lasse. Ein anderer Ex-Leihspieler des FC St. Pauli hat nun bei Fortuna Düsseldorf Unterschlupf gefunden: Nachdem sich CHRISTOPHER AVEVOR bei Hannover 96 nicht durchsetzen konnte, unterschrieb er bis 2016 am Rhein. Auch JEREMY OPOKU-KARIKARI fand einen neuen Arbeitgeber: Nachdem sein letzter Brötchengeber VfL Osnabrück hieß, unterschrieb er nun einen Vertrag beim Drittligaabsteiger SV 07 Elversberg. Diesen wiederum verlassen musste FELIX LUZ, der aber beim Ligakonkurrenten 1. FC Saarbrücken unterkommen konnte – Viertligavertrag bis 2016. Ebenfalls für einen neuen Klub kickt nun PATRICK FUNK, der vom VfB Stuttgart II zum Staffelkontrahenten SV Wehen Wiesbaden transferiert wurde. In Zukunft wohl ohne Profifußball wird Keeper HEINZ MÜLLER auskommen müssen, nachdem sein Vertrag bei Mainz 05 zum Saisonende ausgelaufen war. Der langverletzte DANIEL GINCZEK hingegen hat nach dem Abstieg des 1. FC Nürnberg in die Zweitklassigkeit beim VfB Stuttgart einen Vierjahresvertrag unterschrieben; Ablöse: 2,5 Millionen Euro. Auch FLORIAN MOHR hat mit der SpVgg. Greuther Fürth einen neuen Verein gefunden – und damit keinen schlechten. Einen echten Karrieresprung beim Hamburger SV machte nun ZLATAN BAJRAMOVIC, der vom Jugendtrainer der dortigen U15 zum Co-Trainer des Erstligisten befördert wurde. Ebenso im Trainergenre aktiv ist seit ein paar Jahren auch schon BERND EIGNER, der nun den bayerischen Landesligisten (6. Liga) 1. FC Sand als Chefcoach übernahm. Auch der Name SIMON HENZLER wird euch kein unbekannter sein. Henzler, der zuletzt im Nachwuchsbereich bei Holstein Kiel tätig war, übernahm nun zur neuen Spielzeit mit einem Zweijahresvertrag den Posten des Torwarttrainers beim Erstligaaufsteiger SC Paderborn. Zuletzt hatte er diese Position bis 2011 bei Holstein Kiel inne. HEIKO ANSORGE, der den Oberligisten FC Elmshorn zum Ende der vergangenen Saison verlassen musste, hat sich für ein Jahr mit Ligakonkurrent SV Rugenbergen geeinigt. Ansorge kickt somit auch in der laufenden Spielzeit gegen KRISTOF KURCZYNSKI, der sich in der Sommerpause vom SV Curslack-Neuengamme zum TuS Dassendorf umorientierte. Zum SCVN hin zog es hingegen KUTAY KEKLICI, der vom SC Victoria kommt. Gemeinsam einen neuen Arbeitgeber fanden St. Paulis ehemalige U23-Spieler WILLIAM WACHOWSKI und MARCEL ANDRIJANIC, die beide innerhalb der vierten Liga von Hessen Kassel (RL Südwest) zum SV Rödinghausen (Aufsteiger in die RL West) wechselten. Zum Nord-Regionalligisten VfR Neumünster zog es sowohl Ex-U23-Keeper OLE SPRINGER, der vom FC Elmshorn kommt, als auch ABDEL MONEEM ABOU KHALIL, der sich beim SV Eichede verabschiedete. Auch Kamerun-WM-Spieler ERIC MAXIM CHOUPO-MOTING kickte in der Jugend des FC St. Pauli und wechselte zur neuen Saison nun vom FSV Mainz 05 zum FC Schalke 04, wo er einen Dreijahresvertrag erhielt. MIKE EGLSEDER, der 2012 von FC St. Pauli II nach Norderstedt wechselte, ging von dort nun zur zweiten Mannschaft Union Berlins. Vom SV Wilhelmshaven zum VfB Oldenburg zog es CHRISTOPHER BRAUN, wo dieser auf den weiteren Neuzugang SERHAN ZENGIN treffen wird. Beides ehemalige U23-Akteure bei uns. Wie auch BORIS KOWESCHNIKOW, der hingegen noch keine neuen Angebote bekommen hat, nachdem dessen Kontrakt bei BSV Schwarz-Weiß Rehden nicht verlängert wurde. Und auch der zuletzt bei VfL Wolfsburg II unter Vertrag stehende Tormann ARVID SCHENK muss bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch ohne neuen Fußball-Arbeitgeber auskommen. Vom Lüneburger SK Hansa zum SC Victoria ging GÖKHAN ISCAN; Bergedorf 85 gab YASAR KOCA an den SC Vierund Marschlande ab. Germania Schnelsen verstärkte mit MAURIZIO D’URSO vom FC Elmshorn; vom TSV Auetal zog es PATRICK SMEREKA zum Klub Kosova, wo MICHEL MAZINGU-DINZEY zuletzt als Cheftrainer tätig war, sein Engagement dort aber für die laufende nicht fortsetzte. Als Trainer aktiv ist mittlerweile DENNIS GERSDORF, der die Mannschaft von Landesliga-Neuling FC Elmshorn II coacht. Trainerkollege JAN KOCIAN wurde in Polen zum “Trainer des Jahres” gewählt, weil er den dortigen Erstligisten Ruch Chorzow bis in die Europa-League-Quali führte. Kocians Team traf dort nach Redaktionsschluss in der 3. Qualifikationsrunde in zwei Begegnungen auf Esbjerg fB aus Dänemark, für den bis zum Ende der vergangenen Saison auch DAVIDSON DROBO-AMPEN unter Vertrag stand. Drobo-Ampens heutiger Klub? Bis Redaktionsschluss unbekannt. CARSTEN ROTHENBACH hospitiert seit Anfang August bis mindestens Oktober im Nachwuchsleistungszentrum des FC St. Pauli. Ob’s für Carsten noch mit Profifußball weitergeht, muss sich in den kommenden Wochen bis Monaten zeigen… Lange nichts gehört von CATALIN RACANEL; jetzt übernahm dieser den Posten des Cheftrainers beim rheinlandpfälzischen Bezirksligisten “SG Binsfeld Niederkail Landscheid”. Racanel hatte seine aktive Laufbahn 2011/12 bei Borussia Neunkirchen ausklingen lassen. CLEMENS LANGE kommt aus Mecklenburg-Vorpommern ins nördlichste Bundesland: Vom Verbandsligisten FC Anker Wismar, wo Lange 32 Tore in 29 Ligaspielen erzielt hatte, wechselt der 28-jährige Angreifer zum Schleswig-Holstein-LigaAufsteiger Eutin 08. Verbunden mit diesem Transfer ist für Lange ein Job als Platzwart bei den Eutinern. St. Paulis Ex-Cheftrainer ANDRÉ SCHUBERT hat zur laufenden Saison seinen Dienst beim DFB aufgenommen. Schubert coacht jetzt verantwortlich die U15-Nationalelf. RENÉ SCHNITZLER spielt nach Ablauf seiner zweijährigen Sperre auch wieder Fußball – und zwar seit 2013 für den Rheydter SV in Mönchengladbach, der mit Ablauf der Saison aus der Landesliga Niederrhein in die Bezirksliga abgestiegen ist. Zum belgischen Erstligisten KSV Cercle Brügge gesellte sich zur neuen Saison RICHARD SUKUTA-PASU, der dafür den 1. FC Kaiserslautern verließ. St. Paulis letzter Leihstürmer MICHAEL GREGORITSCH bleibt auch in der laufender Saison ein solcher: Stammverein Hoffenheim verlieh den Österreicher nun für ein Jahr an den VfL Bochum. Noch ohne neuen Verein ist KEVIN SCHINDLER, der unseren FC nach drei Jahren verlassen musste. Einer von 24 Teilnehmern des 61. Fußballlehrer-Lehrgangs des DFB ist Norderstedts Übungsleiter THOMAS SEELIGER. Viel Erfolg. Zum Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln wechselte von der A-Jugend Bayer Leverkusens Abwehrmann LEON HEINE, der erst im Sommer 2013 aus St. Paulis Jugend zur Werkself gewechselt war. Der zu Beginn der vergangenen Saison neu zum FC St. Pauli gestoßene Zeugwart BENJAMIN HAUPTMANN hat den Verein bereits wieder in Richtung Hannover 96 verlassen, wo er die selbe Funktion wahrnimmt. Und denkt man an den niedersächsischen Klub, so ist die Tragödie um den depressiven Robert Enke, der sich 2009 das Leben nahm, emotional noch nicht weit entfernt. Traurigerweise hat nun auch der bereits seit Jahren an Depressionen leidende ANDREAS BIERMANN in der vorvorletzten Juli-Woche Selbstmord begangen. Biermann, der von 2008 bis 2010 insgesamt 27 Pflichtpartien für den FC St. Pauli bestritt (17 davon 2009/10 für die U23), wurde 33 Jahre alt. Ebenfalls verschieden ist am 4. August 94-jährig KARL KUNERT. Kunert kickte noch gemeinsam mit Harald Stender, Günter Peine sowie Herbert Müller und lief, bevor Einberufung und anschließende Kriegsgefangenschaft seine weitere sportliche Laufbahn beendeten, in der Saison 1939/40 mindestens sechs Mal in der Gauliga Nordmark für die Ligamannschaft auf. 

// Ronny

Teilen:
Dieser Beitrag wurde unter Heft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.