Archive for the ‘Fanszene’ Category

Sommerpause vorbei, Fanladen und JHV

Montag, Juli 26th, 2010

Hello again!

Die WM haben wir hinter uns, die Schwarz-Rot-Goldenen Autofähnchen und Außenspiegelkondome glücklicherweise auch, die Bundesligasaison wirft ihre Schatten voraus… Zeit also, den ÜS Blog aus dem Sommerschlaf zu holen.

Fanladen in finanziellen Schwierigkeiten 

Grundsätzlich gibt es genug positives, seien es die anscheinend durchaus passenden Neuverpflichtungen, die Einführung der Auswärtsdauerkarte, der Fortschritt des Haupttribünenbaus, die Härtefallregelung bei den Süd-DKs und vieles mehr. Der tatsächliche Anlass aber, der den Blog ausgerechnet heute aus der Pause holt, ist leider ein überhaupt nicht schöner und er betrifft den Fanladen. Aber lest selbst:

Liebe St. Pauli-Fans,
leider ist der Fanladen in finanziellen Problemen.

In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.
Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:
Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
Diese Spenden dienen dem Fortbestand des Fanladens in seiner Form!
Wir wissen, dass das gerade in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich ist und freuen uns über Euren Support jetzt, aber auch in den letzten Jahren und in der Zukunft!

Nutzt Euren Fanladen!

Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!
Spenden bitte an:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli,
Kontonr. 1045210935,
Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550

Solltet ihr die Urkunde haben wollen, dann bitte eine Mail an:
fanladen@gmx.de mit Namen unter dem ihr gespendet habt.

Vielen Dank,
Euer Fanladen St. Pauli
(Carsten, Elin, Justus, Kolja und Stefan)

Zu dem “Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!” ließe sich dann wohl ergänzen, dass die Fanszene des FC St.Paulis ohne den Fanladen ebenso gar nichts (wert) wäre, oder zumindest so gut wie gar nichts. Nahezu alle aktiveren Gruppen haben ihr Wurzeln im Fanladen und treffen sich noch heute regelmäßig dort, die Organisation der Auswärtsfahrten, die U16, Kiezkick… ach, ich zähl jetzt nicht erst alles auf, wisst Ihr ja hoffentlich selbst. Zumindest für mich selbst gilt, dass der Fanladen meinen Werdegang als St.Pauli-Fan entscheidend mit geprägt hat. Wer sich zu dem Thema äußern will, kann dies gerne noch hier in den Kommentaren machen, oder auch im entsprechenden Thread im St.Pauli-Forum. Dort findet man auch eine englischsprachige Version des Textes, falls dies jemand weiterleiten will.

Die JHV im November 

Dann noch eine aktuelle Info aus dem Verein dazu: Die Jahreshauptversammlung wirft ihre Schatten voraus, und aufgrund der anstehenden Präsidiums- und Aufsichtsrats-Wahlen hat man sich entschieden, sie auf zwei Tage zu verteilen: Am Sonntag, dem 14.November 2010 ab 14.00h und am Montag, dem 15.November ab 18.30h trifft sich also die Mitgliedschaft im CCH.

Die Oberliga beginnt, Sonntag zur U23!

Und last but not least: Fussi geht auch bald wieder los, zum Aufwärmen empfiehlt sich der Besuch unserer II.Mannschaft am Sonntag, die beim Klub unseres Ex-Präsidenten Renald Koch antritt, der Eintracht aus Norderstedt. Anpfiff ist um 15.00h im Edmund-Plambeck-Stadion. Außerdem hier der Link zu allem Wissenswertem im St.Pauli Forum. // Frodo

Antira-Turnier und Spiel gegen FCUM

Donnerstag, Mai 13th, 2010

Am Samstag ist es dann soweit, mit dem Spiel gegen den FC United of Manchester gibt es das erste größere Highlight in den Geburtstagsfeierlichkeiten zum huntertjährigen Bestehen.

Alle wichtigen Infos zum Spiel gibt es hier auf der offiziellen Community Website, Namen wie Volker Ippig, Klaus Thomforde, Holger Stanislawski, André Trulsen, Dirk Dammann, Ivan Klasnic, Thomas Meggle und Jürgen Gronau sind natürlich zum mit der Zunge schnalzen, zumal Meggie wohl auch in diesem Rahmen verabschiedet wird.

Wir möchten Euer Augenmerk aber besonders auf das Rahmenprogramm legen: Wie hoffentlich alle wissen, findet an diesem Wochenende auch das 6.Antira-Turnier an der Kollaustraße statt, hier noch zur Erinnerung der Zeitplan. Lasst Euch da mal blicken, das Programm steht für sich und auf ne leckere Grillwurst (oder eine vegetarische/vegane Variante) sollte jeder mindestens mal kurz vorbeischauen können. Für die “Mich interessiert nur Fussi!”-Fraktion: Fußball wird am Freitag ab 13.00h, Samstag ab 10.00h und Sonntag ab 11.00h gespielt.
Auf der o.a. Community Website des Vereinsgeburtstages steht zwar “das Finale” des Antiras werde in der Halbzeit des Spiels gegen Manchester ausgeführt, allerdings würde ein “Finale” ja der Philosophie des Turniers ein wenig zuwider laufen und die genauere Erklärung zur Spielplanung kann man hier also dem Zeitplan entnehmen, aber eigentlich ist es auch egal. Hauptsache dieses Turnier wird überhaupt außerhalb der Kollaustraße im Verein gewürdigt, und dieser Auftritt im Stadion ist ganz sicher ein Beweis dafür.

Außerdem gibt es im Verein seit Jahren das “Alfred-Siebentritt-Turnier”, wo die Amateurmannschaften der Fußballabteilung unter sich um die Ehre streiten. Hier stimmt es dann auch, dass im Rahmen des Spiels gegen den FCUM das Finale ausgespielt wird und der ÜS ist besonders froh zu vermelden, dass es die 4.Herren (auf deren MySpace Seite gibt es übrigens auch das großartige “Bullenwagen klau’n und die Inn’nstadt demolier’n!”) in eben dieses Finale geschafft hat, deren Trikotsponsor wir sind und die ja auch Redaktionsmitglieder im Team hat. Anstoss ist schon um 16.45h, vor dem Spiel der All Stars gegen den FCUM, gespielt wird 2×15 Minuten und der Gegner ist die 3.Herren. Da diese in den normalen Hamburger Ligenbetrieb eingegliedert ist (2.Kreisliga, 2.Platz) und die 4.Herren im Ligenbetrieb für untere Herrenmannschaften quasi in einer Parallelwelt spielt, dort aber in der höchsten möglichen Liga (HA-01, ist etwas kompliziert in Hamburg…) dürfte das eine sehr spannende Geschichte werden. Anstoß der AllStars gegen den FCUM ist dann um 18.00h.

Also, alle hin da! Zum Antira, und am Samstag zum Millerntor! Schönes Wochenende! // Frodo

ÜS 99 erscheint am Sonntag gegen Paderborn, inkl. WM Special

Mittwoch, Mai 5th, 2010

Es ist soweit, der ÜS 99 erscheint am Sonntag zum letzten Heimspiel der Saison gegen den SC Paderborn. Und als kleinen Bonus gibt es, wie alle vier Jahre, auch dieses Mal wieder unser beliebtes (und dieses Mal 36-seitiges!) WM Special. Garantiert anders als das Kicker-Sonderheft, garantiert lesenswert.

Gleiches gilt natürlich auch für die Nr.99 als solche, und um Euch schon mal ein wenig auf den Geschmack zu bringen, hier ein Ausschnitt aus dem Redaktionsartikel zun den Vorfällen zwischen Fans, anderen Fan und dem Präsidium, welcher sich im Heft auf sechs Seiten erstreckt:

[…]
Irgendwas bleibt
Die Frage ist, was nach all diesen Geschehnissen übrig bleiben wird. Auf den ersten Blick ist es simpel: Ein Präsidium, welches sich ums finanzielle und sportliche kümmert, wofür es ja auch gewählt wurde und dem Fanbelange eher egal sind. Außerdem Fans eines Vereins, die in großen Teilen auf beiden Seiten des Schützengrabens hocken um wahlweise den Verein „nur“ als Fußballverein zu sehen oder eben mehr in diesen hineininterpretieren. Schade ist ganz sicher, dass bei vielen der eigentliche Auslöser in Vergessenheit geriet und man nur noch über die Blockade sprach.
Wird der FC St.Pauli sich durch derartige Vorfälle seiner Andersartigkeit berauben? Oder kann er es problemlos verkraften, wenn sich immer mehr frustrierte Ultras, Fanzinemacher, Fanclub-Sprecherräte und viele andere eher aktive Fans abwenden? Weil „irgendwie“ schon neue Leute nachrücken werden? Kann ein Präsidium nicht solide arbeiten und trotzdem auch vertrauensvoll mit Fanvertretern zusammen arbeiten, wie es ja teilweise in der Vergangenheit auch schon der Fall war, wenn man z.B. an den Kongress im letzten Sommer denkt?
Wir holen mal etwas aus und zitieren Nick Hornby: „Seinen Fußballverein sucht man sich nicht aus, er wird einem gegeben!“ Dies mag für viele Vereine zutreffen, denn wer würde sich Greuther Fürth, Paderborn, Altona 93 oder Hoffenheim „aussuchen“? Daher bleibt es bei einer eher übersichtlichen Klientel. Oftmals entscheidet der Wohn- oder Geburtsort oder die Vorliebe der Eltern oder des Freundeskreises, oft auch der bloße Zufall.
Doch gilt dies auch für den FC St.Pauli? Einen Verein, der noch nie etwas gewonnen hat, der nie mit fußballerischem Hochgenuss geglänzt hat, sondern bis Mitte der 80er in der Fanwahrnehmung kaum stattfand? Klar, auch hier finden sich Fans, die ganz einfach keine andere Wahl hatten und schon seit den 70ern oder noch länger ans Millerntor kommen und für die der FC St.Pauli einfach nur „ihr Fußballverein“ ist. Dies ist auch gut und wichtig so und soll keineswegs abwertend klingen oder gar gemeint sein. Doch wohl nirgendwo sonst gibt es derart viele, die irgendwann in ihrer Fanlaufbahn bewusst auf den FC St.Pauli umgeschwenkt sind (vom hsv oder einem beliebigen anderen Verein), als sie in der Lage waren, es sich „auszusuchen“. Fragt doch mal bei den Fanclubs außerhalb Hamburgs nach, warum deren Mitglieder Fans des FC St.Pauli sind. In der Regel werden die Antworten länger als zwei Sätze sein und sie werden viele nachvollziehbare Argumente liefern können, von denen kaum einer was mit „2.Liga“ oder „sportliches Abschneiden“ oder gar „finanzielle Stabilität“ zu tun haben dürfte. Andererseits reicht an der Müllverbrennungsanlage ein hysterisch heraus gezucktes „Nurderhsv!“ schon aus, um keine weiteren Fragen stellen zu wollen.
Nehmt Euch mal fünf Minuten Zeit und überlegt, warum Ihr irgendwann mal zum FC St.Pauli gekommen seid und welchen Anteil daran das sportliche oder wirtschaftliche hatte und welchen Anteil „Die Fans“, in welcher Form auch immer. Und fragt Euch auch, ob diese „Fans“ ohne die momentan so beschimpfte „aktive Fanszene“ und insbesondere den Fanladen die gleichen gewesen wären.
Um es erneut klar zu sagen: Natürlich hat das aktuelle Präsidium immense Verdienste. Das Stadion, die finanzielle Konsolidierung, das Vertrauen auf die richtigen Leute im sportlichen Bereich. Aber warum kann man diese Dinge nicht auch noch um ein vernünftiges Miteinander mit den Fans erweitern, dass schwächt doch die anderen Punkte nicht, im Gegenteil?
Und hier nähern wir uns dem Dilemma:
Wie philosophierte ein Redaktionsmitglied vor kurzem so schön:
„Der FC St.Pauli ist für mich mehr als nur ein Fußballverein. Ich will meinem Sohn, wenn er alt genug ist um mit mir über Fußball zu reden, erklären können, warum ich am Wochenende immer für 90 Minuten nur bedingt zurechnungsfähig bin. Er soll in der Schule gegenüber den Klassenkameraden mit dem hsv-Etui ein mitleidiges Lächeln übrig haben und mit stolz geschwellter Brust erzählen können, dass er St.Pauli Fan ist. Er soll erklären können, dass Ultras beim FC St.Pauli sich für diverse soziale Projekte einsetzen, dass es den „Fanladen“ gibt, der unglaublich viel soziale Arbeit, auch im Stadtteil macht. Er soll von Projekten wie der U18 oder Kiezkick berichten können, von 90 Minuten Gesängen ohne ständige Diffamierung des Gegners oder vollen Schnauzen. Er soll sich bewusst sein, dass diese Fanszene für Antirassismus, Antifaschismus und im allergrößten Teil auch für Antisexismus steht, und der Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten dies alles unterstützt. Dass es Gedenktage für die Opfer des 2.Weltkrieges gibt, die vom Fanladen organisiert werden, dass es so viele Fanzines wie bei keinem anderen Verein gibt, dass es eine Abteilung wie die AFM gibt, in der fast ausschließlich ehrenamtlich für diesen Verein gearbeitet wird und Fans direkt die Nachwuchsarbeit fördern. Er soll bei Themen wie Bambule oder Gentrifikation irgendwann nicht mehr ratlos mit der Schulter zucken, sondern ein Bewusstsein für Verantwortung entwickeln, die er auch gerne im und ins Stadion tragen darf. Er soll anführen können, dass der Fanladen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Gewalt einlädt, wenn es nötig ist; das sich immer wieder Leute finde, die Flugblätter erstellen und verteilen, wenn mal wieder mehr als zwei Deppen gleichzeitig gegen die Stadionordnung verstoßen.Und für all dies steht die „Aktive Fanszene“ des FC St.Pauli und allen voran der Fanladen. Sollte es diesen irgendwann nicht mehr geben und Personen die Oberhand gewinnen, denen ein neues Stadion oder ein Bundesligaaufstieg wichtiger sind als die eben aufgezählten Dinge, so ist dies nicht mehr mein Verein, den ich mir ausgesucht habe. Dann kann ich zurück zu dem Verein, den mir meine Geburtsstadt gegeben hat, da ist der sportliche Erfolg entscheidend und Bums, Aus. Gleichzeitig hätte Corny Littmann gewonnen, er wäre die ungeliebten kritischen Stimmen los… und doch hätte er alles verloren, weil das gleichzeitig der Anfang vom schleichenden Ende des Mythos FC St.Pauli wäre. Dann sind wir auch nur noch ein Verein, der einem gegeben wird.“

Vielen Dank, dem schließen wir uns vollinhaltlich an, auch die bisher kinderlosen unter uns.
Vielleicht ist dies die Gabelung des Weges, an dem sich die mittel- bis langfristige Zukunft des Vereins entscheidet. Vielleicht muss hier auch die aktive Fanszene einsehen, dass sie eine radikale Minderheit ist und von der Masse nicht gewollt ist. Nur, der ÜBERSTEIGER wird dieses Feld nicht kampflos räumen. Nicht nach 17 Jahren Fanarbeit und 99 Ausgaben. Für uns ist dieser Verein immer noch mehr als ein beliebiger Fußballverein und wir wollen es schaffen, dass auch weiterhin „Aktive, Mittlere und Passive“ Fans gleichermaßen gerne den Helden in Braun-Weiß zujubeln, singen, sich freuen, sich ärgern und doch alle irgendwie wissen, warum sie gerade hier stehen. Sollte das auch mit dem aktuellen Präsidium möglich sein, umso besser. // Die Redaktion

Fürth, Fulham, Fröhlichkeit… fir follen faufsteigen!

Freitag, April 30th, 2010

Oirooooobbabooogaaaaaaaaaaaaal!
Also wirklich… da würde man dem hsv doch echt mal von Herzen nen Sieg gönnen (Nicht!), damit die Bundesliga in der Fünjahreswertung an Italien endgültig vorbeizieht und dem FC St.Pauli nächstes Jahr schon Platz 4 zur Champions League-Qualifikation reicht, und dann haben sie so ein Pech. Och Menno… aber egal, Kopf hoch, Jungs, ist doch nur Fußball! Alles nur ein Spiel! Und zwei Mal Halbfinale hintereinander im Europapokal schafft auch nicht jeder! Klasse! Respekt! Ganz tolle Leitung! Und auch nicht 1:5 wie am Sonntag, sondern nur 1:2 ist doch auch ne Verbesserung! Wenn das so weitergeht, holt Ihr morgen gegen den Glubb aus Nürnberg ja vielleicht auch mal wieder nen Punkt.
Polizeimeldungen, nach denen Bruno Labbadia gestern nacht onanierend über die Reeperbahn getorkelt sei und “Ohne Bruno, habt Ihr keine Chance!” gegröhlt hätte, konnten bisher übrigens noch nicht bestätigt werden. Allerdings ist die “Operation Rathausmarkt” für den 13.Mai wohl abgesagt, der Patient ist inzwischen verstorben.

Aber genug der Schadenfreude, blicken wir nach vorne: Am Sonntag erfolgt in Fürth wohl eine braun-weiße Invasion. Der Sonderzug ist inzwischen ausverkauft, der Gästeblock eh schon lange und langsam werden auch wie wenigen Resttickets des 15.000 Personen fassenden Ronhofs Playmobil-Stadions knapp, ca. 7.000 St.Paulianer werden erwartet. Da der Sonderzug schon lange geplant war und man damals noch von einer Anstoßzeit  um 13.30h ausging, gammeln die Zugfahrer also schon ab dem frühen vormittag in Franken rum. Die örtliche Polizei versuchte daher, die lokalen Lokale zum frühen Öffnen zu bewegen, was auch alle wohl sehr gerne machen. Insgesamt ist sowieso ein unheimliches Bemühen vor Ort zu spüren, sich als toller Gastgeber eines Fußballfestes zu geben, was auch in diesem Artikel der Fürther Nachrichten rüberkommt. Mein Lieblingszitat kommt vom Wirt des “Mephisto”: »Wenn es Rostocker wären, hätte ich extra zugesperrt, aber St. Pauli …« So soll es sein!

Auch die Mottofahrt des Fanladens wird von der Polizei und dem Ordnungsdienst vor Ort respektiert, Nietengürtel und Springerstiefel sind also ausdrücklich gestattet und führen zu keinerlei Problemen… sollte Franken doch was anderes sein als Bayern? Bei so viel echtem sympathischen Bemühen, sollte man dann auch ein netter Gast sein und folgende Bitte beherzigen, die Sven Brux im Forum und auf der Vereinshomepage neben weiteren Hinweisen veröffentlichte: “Unsere Kollegen von der SpVgg Greuther Fürth bitten die St. Pauli-Fans, nach dem Spiel eine Platzstürmung zu vermeiden. Im Ronhof finden noch Spiele der Regionalliga sowie ein Länderspiel statt.”  Find ich klasse, dass sie darum bitten, daher sollte man das dann auch respektieren.

Also, feiert alle schön in den Mai hinein, sorgt morgen für einen Nazifreien 1.Mai und man sieht sich dann am Sonntag in Franken! // Frodo
 
P.S. Wer für das Heimspiel gegen Paderborn noch ne Karte braucht, sollte Montag früh aufstehen oder abends erst gar nicht schlafen gehen.

Ein Marathon ist Kein Sprint! Unterstützt Fanräume und VcA!

Montag, April 19th, 2010

Es gibt wenige Dinge, die derzeit in der Fanszene des FC St.Pauli unstrittig sind. Einer davon: Der Aufstieg soll jetzt gefälligst nach dieser bisher so tollen Saison auch eingetütet werden.

Ein weiterer: Sowohl Viva Con Agua als auch Fanräume e.V. sind Projekte, die absolut unterstützenwert sind.

Und an diesem Sonntag bietet sich allen Interessierten die Möglichkeit, auf einen Streich beide Projekte gleichzeitig zu unterstützen und das bereits mit Kleinstbeträgen oder aber tatktäftiger Hilfe.
Das Zauberwort dafür lautete: “Marathon!”

Nein, keine Angst… das “Im Laufschritt Überwinden von 42,195km” ist keine Voraussetzung für diese Hilfe, hierfür haben sich genug andere “Verrückte” gefunden. Für genau diese Personen aber kann man eine Art Patenschaft übernehmen, alles weitere darüber findet Ihr auf Kein Sprint!

Die Kurzfassung: Es laufen besagte Verrückte, und jeder kann sich eine dieser Personen aussuchen und Sponsor werden. Bezahlt wird dann nach dem Marathon pro absolviertem Kilometer dieser Person, bei einem Mindestbetrag von 20 cent also “im schlimmsten Fall” 8,40€, wenn derjenige das Ziel erreicht. Sollte man sich sogar für 2,-€ (oder noch mehr) als Betrag entscheiden, ließe sich auch noch ein Werbelogo auf der Seite platzieren. Auch der Autor dieser Zeilen ist dort zu finden und verspricht hiermit schon mal, alles dafür zu geben, Euch das Geld durch Zielankunft möglichst vollständig aus den Taschen zu ziehen.

Aktive Hilfe ohne Geld:
Wer stattdessen (oder zusätzlich) auch den Läufern am Sonntag hilfreich zur Seite stehen will, kann wahlweise hier eine Liste der Läufer inkl. Startnummern ausdrucken, um dann Zwischenzeiten an den Liveticker zu melden oder sich per mail an info@fanraeume.de noch als Helfer für die Projekteigenen Verpflegungsstellen am Schwanenwik, Saarlandstraße, Rathenaustraße, Alsterkrugchaussee, Lenhartzstraße oder Rothenbaumchaussee bewerben.
Auch ein aufmunternd gemeintes “Quäl Dich, Du Sau!” ab Kilometer 32 soll schon dem ein oder anderen Läufer geholfen haben… auch wenn hier mitunter ein “Halt die Fresse und lauf nächstes Mal selbst!” zurückgefeuert kommt, hat es zumindest einen kleinen Adrenalinschub gegeben, also lasst Euch davon nicht abbringen :)

Derzeit steht die Sponsorensumme bei 10,98€ pro Kilometer, wenn alle ankommen sollten, also bei weniger als 8.000,-€ im Idealfall für die Ankunft aller 17 LäuferInnen… da geht doch noch was! // Frodo

31.Spieltag - (A) - Union Berlin

Sonntag, April 18th, 2010

1.FC Union Berlin - FC St.Pauli 2:1 (1:1)
Tore:
1:0 Torsten Mattuschka (10.), 1:1 Charles Takyi (19.), 2:1 Karim Benyamina (87.)
Zuschauer: 19.000 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Aaaaaach, was könnte man alles schreiben über diesen Samstag in Berlin:

  • eine entspannte Anreise mit dem ICE, inkl. “zänk yu for trewölling wiff Deutsche Bahn!”
  • nette Unioner Kollegen, die einen sogar am Hauptbahnhof abholen, eine Stadtrundfahrt mit einem machen und dann nach Köpenick kutschrieben, wo schon deren Kumpels mit gekühltem Berliner Pilsener warten
  • ein wirklich gigantisch toll gelungenes Stadion “An der alten Försterei”, in dem Fußball noch das wichtigste ist und man zu keiner Zeit den Kitsch der neuen Arenen vermisst
  • eine großartige Stimmung im Gästeblock, die dazu führte, dass man die Unioner kaum hörte
  • ein Spiel, welches leistungsgerecht 1:1 endete
  • einen entspannten “nach dem Spiel”-Nachmittag in einer großen Unioner Fankneipe, in der bunt gemischt die Bundesliga-Konferenz geguckt und die hsv-Niederlage bejubelt wurde
  • insgesamt ein Tag in Berlin, an dem es fast keinen Streß zwischen beiden Fangruppen gab (eine kleine Hauerei an der Tankstelle mal außen vor, deren Gründe ich aber nicht sehen konnte)

Und warum schreibe ich nichts darüber?
Weil ich mich über diese völlige Dummheit in der 87.Minute so sehr aufgeregt habe, dass ich weder dem Herrn Thorandt, der das Abseits aufhob, noch den Herren Morena oder Rothenbach, die sich in angemessener Entfernung zum Bestaunen entschlossen, einen angemessenen Bericht zukommen lassen könnte, ohne ausfallend zu werden.

Also erfreue ich mich lieber am schönen Sonntagswetter und vertage den nächsten längeren Spielbericht auf den Heimsieg gegen Koblenz am Freitag. // Frodo

P.S.
Fotos bei U.N.V.E.U.

Stellungnahme des Präsidiums zu den Vorfällen beim Spiel gegen Rostock

Dienstag, April 13th, 2010

Die Konsequenzen des Vereins sind veröffentlicht.

Die wichtigsten Sätze:

Eine Verweigerung der Unterstützung, sei es durch Fernbleiben oder durch Stillschweigen, also ein Boykott in diesem Sinne, ist ein für Mannschaft und Verein zwar nicht wünschenswertes, aber durchaus legitimes Mittel.

Die Vorfälle vor dem Beginn und bis wenige Minuten nach Spielbeginn in der Promenade der Südtribüne beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock waren jedoch kein Boykott im obigen Sinne, sondern ein erzwungener Boykott, der für diejenigen, die ihre Plätze einnehmen wollten und daran gehindert wurden, den Straftatbestand der Nötigung erfüllt und zudem einen eindeutigen Verstoß gegen unsere Stadionordnung darstellt. Hierzu liegen uns unzählige Berichte und Beschwerden vor.

Das Präsidium des FC St. Pauli verurteilt das Verhalten der Beteiligten und jede Art von Gewalt und jede damit einhergehende Beschimpfung, egal von welcher Seite, aufs Schärfste. Wir erkennen aber auch an, dass in den uns bekannten Stellungnahmen der beteiligten Fangruppen und des Fanladens diese Aktion auch selbstkritisch reflektiert wird. Aufgrund dieser Stellungnahmen, aber auch um in dieser für unseren Club sportlich so wichtigen Phase, die durch die Aktion gerissenen Gräben nicht weiter zu vertiefen, verzichtet das Präsidium sowohl auf die Erstattung von Strafanzeigen als auch auf die Erteilung von Stadionverboten.

 

Danach kommen dann die eigentlichen Konsequenzen, nämlich ein Entzug der Priviliegien für USP. Was das konkret heisst, wird wohl die Zukunft zeigen, insbesondere was die Vergabe der Süd-Stehplatzkarten in den nächsten Jahren anbelangt.
Da vieles hier (sicher auch bewusst) vage gehalten wird, scheint es so, als wäre USP fürs Erste auf Bewährung unterwegs… ein abschließendes Urteil über diese Stellungnahme ist daher sicher auch nicht möglich. Was genau die Kartenvergabe für die Süd mit der Blockade zu tun hat, ist sicher fragwürdig, aber vielleicht ist dies die durchaus elegante Art des Vereins, ein wenig die Spannung aus dieser Debatte zu nehmen, bis man das Stadion auf knapp 30.000 ausgebaut hat und wieder jeder eine wirklich freie Platzwahl haben wird und nicht gegen seinen Willen das “Konzept Süd” unterstützen muss, um überhaupt ins Stadion zu gelangen.

Der Verzicht auf Stadionverbote (sowohl für die “Blockierer”, als auch für die, die auf andere Art gegen die Stadionordnung verstoßen haben), ist aber sicherlich zu begrüßen. // Frodo

30.Spieltag - (H) - FC Augsburg (oder: Nie mehr Hansa Rostock!)

Dienstag, April 13th, 2010

FC St.Pauli - FC Augsburg 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 Matthias Lehmann (51.), 2:0 Marius Ebbers (63.), 3:0 Marius Ebbers (83.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft, ca. 1.000 Gästefans)

Welcome to the Hell of St.Pauli!
Diesen Song stimmte der Block 1, formerly known as Singing Area, gestern kurz vorm Einlaufen an, und schon da konnte man spüren, dass heute das Potential für einen ganz besonderen Abend vorhanden war.

Es war schon vor Anpfiff ein ganz merkwürdiges Gefühl im Stadtteil. Es war Dom, das Flutlicht war an, überall Spannung zum Anfassen und eine unfassbare Anzahl von Leuten mit selbst gebastelten “Suche Karten”-Kartons, wie ich sie in dieser Masse noch nie gesehen habe, größtenteils schon mit ziemlicher Verzweiflung im Gesicht. (Das Clubheim war übrigens während des Spiels prall gefüllt… allerdings hab ich da keinen Vergleich, ob das nicht sonst auch so ist.)

Das Vorgeplänkel der letzten Wochen dürften die meisten Leser dieses Blogs mitbekommen haben. Die Vorfälle rund ums Rostock-Heimspiel mit zig Stellungnahmen und einem großen Graben in der Fanszene. Anschließend die Diskussion um die Montagsproteste , mit der etwas überraschenden Last-Minute Änderung, eine andere Art des Protests als zwanzig Schweigeminuten zu wählen und damit Bahn frei für einen gemeinsamen großartigen Support zu schaffen. Dementsprechend waren auch die Tapeten von USP in Richtung Süd-Publikum, “Das Porzellan ist zerschlagen - Aber Scherben bringen Glück!” und “Gemeinsam für den Aufstieg!” eher nach vorne gerichtet, alles weitere war ja auch schon vorher in der langen Stellungnahme geschrieben worden.

Einen Flyer zum Rostock-Spiel gab es dann aber doch noch, und auch der soll nicht unerwähnt bleiben: Der Fanclub Skinheads St.Pauli äußerte sich darauf wie folgt:

“Du bist kein Linker, du Schwuchtel…”Nein, dies hier ist nicht die zehnte Stellungnahme zur Blockade an sich beim Rostock-Spiel. Dazu haben jetzt viele Gruppen ein Statement abgegeben, da braucht es nicht auch noch unsere Stellungnahme. Wir wollen an dieser Stelle einen Schritt weiter gehen, denn die Sprüche und Beleidigungen die uns zugetragen worden sind, als auch von Mitgliedern selbst erlebt wurden, sind für uns in keinem Fall akzeptabel. “Schwuchtel”, “Fotze”, “Nigger” u. ä. am laufenden Band…das waren nicht nur so genannte Ausrutscher! Was für Vollidioten laufen eigentlich in unserem Stadion herum?! Dies ist eine letzte Warnung an diese Leute. Verpisst euch vom Millerntor!

Sollte uns Derartiges auswärts oder am Millerntor zu Ohren kommen, könnt ihr euch eines verbalen oder auch non-verbalen Verweises sicher sein, versprochen! Mit rassistischen und sexistischen Arschlöchern wollen und werden wir unseren Verein auch in Zukunft nicht teilen. Wir gestehen grundsätzlich jedem zu, seine Vorstellunen vom Fan-Dasein auszuleben, aber hier hört der Spaß für uns auf!

Wer sich nicht angesprochen fühlt, und das wird hoffentlich die große Mehrheit sein, verarbeite diesenZettel einfach zu Konfetti.
Und jetzt gemeinsam auf 3 Punkte gegen Augsburg!

Mit sportlichen Grüßen

Eure Skinheads vom Block 1

Chapeau, treffend formuliert und Danke!

Nun konnte das Spiel aber beginnen und zumindest in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spitzenspiel auf Augenhöhe… will sagen: Langweilig, mit wenig Torchancen, zwei Mannschaften neutralisieren sich gegenseitig. Es waren sogar leichte Vorteile für Augsburg zu erkennen. Aber mit dem 0:0 ging man unterm Strich verdient in die Kabinen.

Allerdings hatte sich da auch schon deutlich gezeigt, woher der Wind an diesem Abend wehen sollte: Von den Rängen in den Rücken der Heimmannschaft, voran zum wichtigen Sieg! Die Proteste gegen das DSF Sport1 traten bis auf einige wenige, aber prominent platzierte Tapeten in den Hintergrund und nicht zu unrecht stimmte der Block1 eben das “Welcome to the Hell of St.Pauli!” an, denn der Millerntor-Roar war seit langem mal wieder spürbar und ging durch alle Tribünen. Schon beim “Aux armes!” konnte man problemlos die Gänsehaut überstreifen.

Und in Halbzeit zwei kam der Mannschaft dann das Glück zugute, welches man schon bei den (vermeintlich ungefährdeten) Siegen in Aachen und Karlsruhe hatte: Dort retteten Hain und das Glück in der Anfangsphase gegen Großchancen, bevor man selbst die erste Chance nutzte. Gestern erzielte Thurk das 0:1… und der Linienrichter Schiedsrichterassistent hatte eine Abseitsposition erkannt, die nach den Fernsehbildern durchaus fragwürdig ist. Wer weiß, wie es dann gekommen wäre. Doch im direkten Gegenzug erzielt Lehmann mehr oder weniger aus dem Nichts das 1:0 für “die Guten” und der Rest war Party… oder besser gesagt: Marius Ebbers! Unfassbar großartig, wie er das zweite Tor nach Ballannahme mit der Brust erzielte, ebenso fantastisch sein Durchtanken gegen zwei Augsburger Fahnenstangen zum 3:0. Abfeiern von Einzelpersonen ist am Millerntor ja eher selten, aber die “Marius Ebbers - Fußballgott!” Sprechchöre gestern waren nicht zu überhören.

Die Stimmung in der zweiten Halbzeit war ebenso fantastisch, man könnte sie sogar als “Wiedergeburt der Singing Area” bezeichnen, die gestern Abend zu längst vergessener Hochform auflief und diverse Gesänge anstimmte, welche von der Gegengeraden und der Süd nur allzugerne übernommen wurden. Kleiner Einschub diesbezüglich: Wenn man jetzt im Forum schon wieder lesen muss, dass USP “endlich” auch mal die Gesänge der Gegengerade übernommen hätte, sollte man sich mal ehrlich hinterfragen, ob denn USP nicht gestern abend “endlich” erstmals überhaupt in dieser Vielzahl die Gelegenheit dazu hatte, Gesänge zu übernehmen, die sonst selten bis nie da sind.
Aber nicht schon wieder stressige Diskussionen, gestern Abend war einfach nur ein Ereignis zum Freuen!

Einziges Ärgernis waren aus meiner Sicht die Augsburger Gäste. Was für eine jämmerliche Schauspielertruppe… der Raffael läuft bei jedem langen Ball rückwärts mit voller Wucht in den Verteidiger um dann theatralisch zusammenzubrechen, und der Thurk jammert auch ständig am Boden liegend herum. Umso beschämender, wo doch beide es aufgrund ihrer fußballerischen Fähigkeiten gar nicht nötig haben. Ich war jedenfalls heilfroh, dass Lehmann in der einen Szene nicht mit gelb-rot vom Platz musste.
Aber wie sehr muss sich Hertha BSC eigentlich jede Woche in den Hintern beißen, diesen Ibrahima Traoré diese Saison an Augsburg verliehen zu haben? Der spielt ja so großartig, den hätten die Berliner sicher gut gebrauchen können…
Zu den Gästefans: Respekt für die Anreise an einem Montag Abend, auch wenn es dann eben nur zur Füllung der Stehplätze gereicht hat und die Sitzplatztickets an St.Pauli Fans verkauft werden konnten. Schade, dass aufgrund der Akkustik durch die fehlende Haupttribüne aber bereits in der Gegengeraden generell nichts mehr vom Gästeanhang ankommt und ebenso schade, dass es die Ausgburger nicht mal zu einer einzigen Tapete gegen den ÜbertragungsSpieltermin gebracht haben… oder nehmen die gerne ihren Urlaub für solche Ausflüge? Dann dürfen sie auch gerne noch ne Runde in der Liga bleiben und die Düsseldorfer mit uns hoch lassen. (P.S. Nach einem Hinweis in den Kommentaren vom User Holzei1910 möchte ich hierfür Abbitte leisten: Nach einem Zündeln der Ausgburger vor zwei Jahren waren ihnen Tapeten o.ä. verboten ;-))

Endlich ist die dusselige “Aber gegen Spitzenteams bla bla…” Diskussion vom Tisch, und während einige jetzt bei “nur vier Punkten Vorsprung” auf Augsburg immer noch nicht beruhigt schlafen, sage ich: Nur noch vier Punkte Rückstand auf Lautern, wir können diese häßliche Schale noch holen! Wer mir nicht glaubt, tippe mal das Restprogramm durch.

Und nach den Ergebnissen des Wochenendes könnten tatsächlich zwischen uns und Hansa Rostock im Sommer zwei Ligen Differenz sein, wie geil wäre das denn bitte? Dazu passend dann auch das lautstakre “Nie mehr Hansa Rostock!”gestern Abend nach dem dritten Tor.

Am Samstag geht es in die Hauptstadt, die aller Voraussicht nach nächste Saison zwei Zweitligisten hat, während die schönste Stadt der Welt sich wahrscheinlich ab dem Sommer zwei Erstligisten leisten darf. Bei einem Sieg in der Alten Försterei und gleichzeitiger Niederlage der Augsburger gegen die heranrückenden Duisburger könnten wir dann aus eigener Kraft schon gegen Koblenz mit einem Heimsieg den direkten Aufstieg sichern… ich wiederhole mich gerne: Wie geil wäre das denn bitte? // Frodo

Links:
Fotos von miles photography
Fotos von Stefan Groenveld
Fotos aus Augsburg (Burning Nuts)
Blog von pathos93

Doch kein 20minütiger Stimmungsboykott am Montag!

Sonntag, April 11th, 2010

Ach nee, so ein Hin und Her…

Mittwoch hatte USP noch beschlossen und am Donnerstag per Gazzetta Digital verkündet, es wird auch am morgigen Montag einen 20minütigen Support-Boykott geben. Dies hatte zwar zu etlicher Kritik geführt, war aber aus meiner Sicht nur konsequent, auch wenn man bereits eingestand, dass es zur neuen Saison ganz sicher neue Überlegungen geben müsse, wie man mit dem Protest weiter vorgeht, da der Stimmungsprotest wenig Sinn macht, wenn 17 andere Vereine kaum oder gar nicht bereit sind, diesen mitzutragen.

Nun kam heute folgende Korrektur:

Hallo Sankt Pauli Fans!

In den letzten Wochen wurde in der Fanszene viel über den 20-minütigen Schweigeprotest gegen die Anstoßzeiten diskutiert. Proteste gegen das DSF, die DFL und den DFB, ab jetzt unter dem neuen Namen Sport1, haben bei Sankt Pauli eine sehr lange Tradition. Von Beginn an haben sich Fans gegen die beschissenen Anstoßzeiten vor allem am Montagabend gewehrt, die die Interessen derer, die den Fußball vermarkten wollen, über die Interessen derer stellen, die den Fußball leben und zu dem Machen, was er ist – die Fans. Dabei wurden am Millerntor und Auswärts viele Protestformen genutzt. Sei es das Verhängen der Kameras mit Ballons, Boykottaufrufe für die werbenden Firmen, öffentlichkeitswirksame Kampagnen, Unmutsrufe von tausenden Fans und manch ein DSF-Mitarbeiter hat in den letzten Jahren am Millerntor gar Angst um seine Gesundheit geäußert. Eine Protestform, die vor allem die Ultras genutzt haben war stets, die ersten zwanzig Minuten zu schweigen, um das Event, das übertragen wer den sollte, zu schädigen. Diese wurde in letzter Zeit auch innerhalb der Gruppe immer mehr in Frage gestellt, zumal mehrfach zu beobachten war, dass andere Protestformen eine bessere Wirkung entfalten können. Genannt seien die Spruchbänder der Düsseldorfer Fans letzte Woche oder die vielen Protestspruchbänder bei unseren Montags-Heimspielen. Da wurde es plötzlich zu einem Thema, mit dem sich das DSF auseinandersetzen musste. In der in der Folge anberaumten Diskussionsrunde äußerten die Vertreter des DSF dann auch, dass ihnen ein Schweigeprotest relativ gleich ist, sie nur die beleidigenden Spruchbänder gestört haben.

Wir sind der Meinung, dass der Protest immer ein Markenzeichen von Sankt Paulis Fans gewesen ist und wir denken auch, dass wir damit Erfolge erzielen konnten. Dennoch wurde intern schon oft diskutiert, ob die Protestform nicht überholt sei und etwas anderes, effektiveres her müsste. Warum sollte man so viel einsetzen, sich selber den Spaß nehmen und der Mannschaft die Unterstützung entziehen, wenn es kaum was bringt. In der letzten Woche wurde geplant, in der Sommerpause ausführlich über mögliche alternative Protestformen zu reden (auch wenn der direkte Gegner dann hoffentlich nicht mehr Sport1 heißt). Um es klar zu machen: würden wir weiterhin voll hinter einem Boykott stehen und dessen Erfolg sehen, dann dürfte auch ein sportlicher Erfolg nicht zum Abbruch führen, denn ein Boykott beweist sich erst dann wirklich, wenn es richtig schwer fällt ihn durchzuziehen. Es kommen nun aber viele Sachen zusammen. Zum ersten, dass die Form auch innerhalb der braun-weißen Ultra-Szene mittlerweile stark umstritten ist, desweiteren, dass die Mannschaft in den letzten Tagen mehrfach auf uns zugekommen ist und deutlich machte, dass sie die Unterstützung in diesem wichtigen Spiel von Anfang an braucht. Hinzu kommt, dass wir wissen, dass auch viele Fans in unserer Kurve ein Problem mit dem Schweigen haben und wir es mit dem „aufeinander zugehen“ ernst meinen. All das hat dazu geführt, dass wir die Mannschaft am Montag gegen Augsburg von Anfang an voll unterstützen werden und unserem Protest gegen das DSF anders Ausdruck verleihen werden. Wir wissen, dass wir auch dafür wieder Kritik ernten werden, es bleibt eine schwierige Geschichte und wir bedauern, wenn wir auch hiermit nicht allen gerecht werden können. Wir fordern euch alle auf, das Beste draus zu machen und den Protest nicht untergehen zu lassen, während wir – hoffentlich wieder mehr an einem Strang - unser Team in die erste Liga brüllen.

Ultrà Sankt Pauli im April 2010
Ich finde diese Entscheidung grundsätzlich richtig, da ja wie gesagt dieser Protest als Zeichen nur funktionieren kann, wenn er von beiden Fangruppen des Live-Spiels mitgetragen wird. Gerade bei Auswärtsspielen verkam der Protest so eher zur Farce, da sowohl in Aachen, Lautern und Düsseldorf die Heimfans genug Krach machten. Und so, wie Negation bei Menschen grundsätzlich nur schwer funktioniert (Denkt jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten…) ist eben “nicht singen” nicht dazu geeignet, den Fernsehzuschauer darauf aufmerksam zu machen.
Schade find ich lediglich den Zeitpunkt, denn gerade in einem Heimspiel kann man als Schweigende Masse mit entsprechenden Tapeten und Transparenten immer noch etwas erreichen… da wäre dann die Entscheidung bereits vor dem letzten Spiel in Düsseldorf sinnvoller gewesen.

Aber egal, auch Fehleinschätzungen einzugestehen ist eine Stärke.

Also: 90 Minuten Vollgas und alles geben! Für drei Punkte, für den Aufstieg!
Und zur neuen Saison kann man dann über neue Protestformen nachdenken, auch wenn uns zumindest das DSF Sport1 Livespiel am Montag abend hoffentlich nicht mehr direkt betreffen wird. // Frodo

Letzte Stellungnahme, ich schwör!

Mittwoch, April 7th, 2010

Es soll ja irgendwann auch mal gut sein, daher jetzt hier mein Versprechen, letztmalig eine Stellungnahme von extern zu bewerben… zumindest, bis sich der Verein bzgl. der Konsequenzen äußert, was gerüchteweise wohl am Freitag der Fall sein soll.

Hier also die Stellungnahme der G.A.S. St.Pauli, auch bekannt als “Gehirnamputierte Szene”. Die spricht für sich, keine weiteren Kommentare notwendig.

Und die nächste Problematik wirft ja bereits ihre Schatten voraus, denn am Montag kommt der FC Augsburg und NATÜRLICH wird auch an diesem Montag in den ersten zwanzig Minuten nicht supportet, weil es eben ein Montagabend-Spiel ist. Völlig egal, wie “wichtig” dieses Spiel ist, dass waren schließlich alle anderen auch… und wenn man sich erst mal auf die Argumentations-Schiene begiebt, kann man auch gleich jeden Protest sein lassen, wenn man nicht grade am 34.Spieltag zufällig mal Neunter ist.

Wird nicht langweilig bei diesem Verein… // Frodo