Schlagwort-Archive: Sören Gonther

Auswärts in Sandhausen

© Arigrafie

Am heutigen Freitag spielt der Magische FC gegen den Sportverein aus Sandhausen. Wie gewohnt wollen wir uns ein Spiel gegen die Sandhäuser aus der Vergangenheit anschauen. Diesmal ist es die gleichnamige Partie aus der Saison 2013/2014, die beiden Teams trafen am 29. Spieltag aufeinander.

Vor dem Spiel

Der FCSP hatte in der Saison 2012/2013 eine Berg- und Talfahrt hinter sich und schloß die Saison mit dem 10. Tabellenplatz ab. Trainer Frontzeck wollte mit der Mannschaft in der anstehenden Saison 2013/2014 den nächsten Schritt gehen, doch zunächst waren einige namhafte Abgänge zu ersetzen. Neben dem Abschied von Florian Bruns und Marius Ebbers verließ auch Daniel Ginczek den Verein. Neu hinzu kamen unter anderem Bernd Nehrig, Christopher Nöthe, Marc Rzatkowski und John Verhoek. Der Saisonbeginn war dann auch vielversprechend. weiter

Teilen:
Veröffentlicht unter Gegner am Wochenende, Spielberichte, Vor dem Spiel | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreib einen Kommentar

DFB-Pokal, 1.Runde (A) – VfB Lübeck

VfB Lübeck – FC St.Pauli 0:3 (0:1)
Tore: 0:1 Vegar Eggen Hedenstad (16.), 0:2 Sören Gonther (61.), 0:3 Marvin Ducksch (88.)
Zuschauer: 13.000 (ca. 2.500 St.Paulianer)

Der Pokal.
Jener Wettbewerb, der traditionell den FC St.Pauli von Juli (Auslosung) bis August (1.Runde) begleitet.

Wobei: Ganz so furchtbar wie immer gemutmaßt ist es ja gar nicht:

Nur 14x in Runde 1 gescheitert in 30 Jahren, wer hätte das gedacht?
Gut, auch in den Runden danach konnte man noch bei unterklassigen Teams (Werder II, Energie Cottbus) scheitern, aber wer wird denn Erbsen zählen?

Lübeck also.
Bekanntlich in der jüngeren Vergangenheit eine Geschichte voller Missverständnisse, oder so.
Und die Lübecker Ultras taten im Vorfeld dann ihr Übriges:

– Zecken, die sich bei dem genannten Spiel in den Heimbereichen oder auch den Gebieten vor den einzelnen Blöcken aufhalten, werden nicht geduldet!

– Dies betrifft genauso Hopper und sonstige Touristen, die nicht ausdrücklich von der Lübecker Fanszene eingeladen sind!
(Quelle: Ultra’ Kollektiv Lübeck)

Großer Spaß, sollte allerdings noch besser werden.

Auf Seiten des FC St.Pauli wurde von USP ein gemeinsamer Marsch vom Lübecker Bahnhof zur Lohmühle organisiert, der auch von einem Großteil der 2.200 Personen mit Tickets für den Gästeblock angenommen wurde und sehr ruhig und entspannt verlief.

Die Ticketsituation war bei nur 13.000 Tickets natürlich schwierig, zumal sich der VfB Lübeck wohl, wie schon beim Pokalfinale vor einem Jahr gegen Holstein Kiel, wieder dafür entschied den Block 6 auf der Haupttribüne, in dem eigentlich die Lübecker Ultras beheimatet waren, nicht zu verkaufen. Damals war übermäßige Pyronutzung als Grund genannt worden.

Und obiges Lübecker Statement forderte dann natürlich auch entsprechende Reaktionen hervor:

Im Stadion wurden einem dann wieder die Vorzüge der doch ach so verhassten “modernen Arenen” bewusst:
Schlechte Sicht, kein Dach, dadurch schlechte Akustik, Dixie-Klos.
Will man auch echt nicht mehr dauerhaft haben.

Weiter aber ging es mit Lübecker Amüsement, denn vorm Stadion wurde ein Zettel mit Verhaltenskodex und “relevanten Fangesängen” verteilt, der es auf Umwegen dann auch in den Gästeblock schaffte:

Man weiß ja gar nicht, wo man anfangen soll:

  • “Regeln! Hierarchien! Respekt!”
  • “Politische Scheiße hat hier nichts zu suchen!”
  • “Ehre allen VfBer, die immer hier sind!”
  • In den sieben “relevanten Fangesängen” wird dreimal der Gegner gehasst, Scheiße gefunden oder ähnliches, in einem weiteren ist man gegen “Kommerz und Polizei”.
  • weiter

    Teilen:
    Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 3 Kommentare

    3.Spieltag (H) – SpVgg Greuther Fürth

    FC St.Pauli – SpVgg Greuther Fürth 3:2 (2:1)
    Tore: 1:0 Marc Rzatkowski (19.), 2:0 Marcel Halstenberg (34.), 2:1 Sebastian Freis (42.), 3:1 Marc Rzatkowski (74.), 3:2 Robert Zulj (79.)
    Zuschauer: 28.421 (ca. 1.000 Gästefans)

    Es dürfte bekannt sein: Ich liebe Statistiken und Quervergleiche zu vergangenen Saisons oder Spielen.
    Die naheliegendste Zahlenspielerei zu gestrigen Spiel: Seit 17 Jahren hatte der FC St.Pauli kein Heimspiel gegen Fürth mehr gewonnen. Am 13.Februar 1998 hatte André Trulsen unter Coach Gerhard Kleppinger in der 88.Minute für einen 1:0-Heimsieg gesorgt.

    Die für gestern aber viel packendere und dramatischere Szene, die ich trotzdem in keinem Medienbericht (apropos, dazu später mehr) finden konnte, geschah am 13.12.(sic) im Jahre 2009.
    Der FCSP empfing als Tabellenzweiter am 16.Spieltag die Kleeblätter, die ihrerseits im unteren Tabellendrittel rumliefen. Es war bekanntlich die Aufstiegssaison, Offensivfußball am Millerntor war Trumpf und durch Tore von Charles Takyi und Rouwen Hennings (viel Erfolg in Burnley) führte man mit 2:0.
    In der 82.Minute flankte der eingewechselte Christopher Nöthe auf Sami Allagui und dieser verkürzte auf 1:2 – immer noch alles okay.
    Und dann kam die Nachspielzeit: Keeper Lobouè war bereits mit nach vorne geeilt. Unsere Verteidigung konnte klären, schlug lang nach vorne auf Deniz Naki, der frei durch war und mit dem Ball ins leere Tor lief! 3:1, Deckel druff…
    Ah, doch nicht, Abseits… wir feiern zu lange, Fürth schaltet schnell, greift an – Ausgleich, 2:2! Lange Gesichter.

    Im Fußball gleicht sich alles aus? Scheint so – und wenn es dann auch mal fast sechs Jahre dauert.
    (Übrigens flogen damals Gegenstände – nach dem Spiel. Zu einer Zeit, als dies noch deutlich häufiger der Fall war als heute. Ich würde meine Worte inzwischen aber wohl auch deutlich schärfer wählen, als ich sie damals gewählt habe, es war bekanntlich ja auch noch vor dem Spielabbruch gegen Schalke.)
    (P.S. Ich war doch nicht alleine mit der Verbindung zu jenem Spiel: Auch bei StPauli.nu findet sich diese Erinnerung. Und bei Stefan Groenveld findet man die Fotos von damals.)

    Okay, zurück in die Gegenwart.
    Als wäre da nicht schon genug Verletzungspech, folgende Meldung schon vorm Anpfiff:

    (Inzwischen ist ein Muskelbündelriss diagnostiziert worden. Gute Besserung, Käpt’n!)

    Deichmann war fleißigen U23-Zuschauern der letzten Saison zwar ein Begriff, hatte aber bisher noch keine Zweitligaminute absolviert.
    Und genau so fing er auch an: Übermotiviert, schlecht zum Ball stehend, ein Risiko – und früh mit Gelb belastet. Kein Wunder, wenn man wahrscheinlich schon die Nominierung für den Kader als Erfolg wertet und dann plötzlich in der Anfangsformation steht.
    Doch nach zehn bis fünfzehn Minuten hatte er seinen Weg ins Spiel gefunden, stand besser zu Ball und Gegner, gewann die Zweikämpfe. Und das alles an einem Tag, an dem Philipp Ziereis auch nicht führen konnte sondern genug mit sich selbst zu tun hatte. Gerade in der Schlußphase des Spiels hatte Deichmann dann auch noch einige starke Szenen und sicherte so (mit) den Sieg.
    Sauber, Yannick, weiter so!

    Fürth am Anfang besser, doch mit der ersten Chance gehen wir durch Marc Rzatkowski (Kicker-Note 1, Elf des Tages) in Führung. Wahrscheinlich klappen solche Dinge jetzt einfach, die in der letzten Saison noch gegen uns gelaufen wären. Und auch das 2:0 durch Marcel Halstenberg (Note 2, ebenfalls Elf des Tages) passte – solche Schüsse aus der Distanz hatte er schon häufiger versucht, nach dem Ding in Karlsruhe war es jetzt schon der zweite Treffer. Es folgte der Fürther Anschlußtreffer, gefühlte zehn Sekunden nachdem ich meinem Sitznachbarn mitgeteilt hatte, dass es doch ganz gut wäre wenn wir das 2:0 mit in die Kabine nehmen würde.

    Und dann eben jene Szene, die wohl spielentscheidend war: Der vermeintliche Fürther Ausgleich, Gästejubel vor der Gästekurve… und Marc Rzatkowski schaltet am schnellsten, wirft den Ball vom 16er aus (nachdem Kumbela ihn dort freudig hingeschossen hatte) zurück zu Himmelmann, der den Freistoß schnell ausführt und mit einem Zuckerpass in die gegnerische Hälfte Sobota losschickt – und dann stolpert Ratsche den Ball eben nach Luftloch ins Netz. Auch wieder so eine Szene, die letzte Saison wohl nicht mit einem Torerfolg abgeschlossen worden wäre.
    Und ein Beweis, wie fußballerische Fähigkeiten bei Torhütern eben auch spielentscheidend sein können.

    Jubel, abhaken, auf Leipzig vorbereiten.

    Das Drumherum:

    Begonnen hatte der Tag mit dem USP-Frühstück auf den Michelwiesen und einem gemeinsamen Marsch zum Stadion.

    Alles Weitere zum 12.09. gibt es u.a. hier (Forum) oder hier (Zeckensalon, FB, inkl. Flyer).
    Auch in der Halbzeit war der 12.September Thema, großflächige Tapeten in der Süd (“St.Pauli muss tun, was St.Pauli tun muss – 12.09. Nazis wegscheppern“) und vor der Gegengeraden (“Wehret den Anfängen – 12.09. – Naziaufmarsch verhindern“) , sogar eine kleine Choreo plus Tapete in der Nord (“12.09.15 – Platzverweis für Nazis – Alle hin da!“) und auch im Gästeblock gab es eine zweiteilige Tapete (“Gegen jeden Tag der Deutschen Patrioten“). Danke und Grüße für letzteres nach Fürth.
    Schön, dass auch der Verein mit inhaltlichen Durchsagen (über eine bloße Terminverkündung hinaus) und Einblendungen auf der Anzeigetafel sich klar positionierte.
    Schön, dass so etwas bei uns immer noch eine derartige Selbstverständlichkeit ist, dass es in den Medien kaum Erwähnung findet.
    Schade, dass es immer noch nötig ist.

    Als ich dann irgendwann aufs Sofa fiel, lächelte mich die sport1-Übertragung an und… ja, ich wurde schwach. Ich ignoriere den “DoPa” seit Jahren sehr erfolgreich (und möchte auch an dieser Stelle Allen nochmals stattdessen den Rasenfunk als Audioformat empfehlen) und schaffe es zumeist auch, dank Vereins-TV ohne die “xy-igste 2.Liga aller Zeiten” auszukommen.
    Aber solch emotionalen Heimsiege sind ja doch immer mal wieder ein Grund, Prinzipien über Bord zu werfen. Ach, hätte ich es doch bloß gelassen… ich müsste jetzt nicht drüber schreiben.
    Also, es kommentierte Carsten Fuß, es folgte ein bunter Mix an Erwähnenswertem:

    • [Situation zum 1:0, zweite Wiederholung]
      Schauen sie auf Trybull! Er zieht zwei Franken auf sich!”
      “Nur weil zwei Abwehrspieler bei Trybull sind…
      Tja… wäre Trybull noch bei uns, wäre die Verwechslung mit Lennart Thy auf dem Spielfeld ja sogar theoretisch noch möglich gewesen. Bei einem einmaligen Versprecher hätte ich auch drüber hinweg gesehen. Aber gleich zweimal? Puh…
      Lustigerweise ist Trybull zudem ja auch noch aktuell beim Gegner, auch wenn er gestern mal wieder nicht im Kader stand.
    • [Situation beim 2:0, Halsternberg mit rechts]
      Dabei hatte er doch gesagt, er hat den rechten Fuß nur, um nicht umzufallen.
      Ähm… nein, exakt das Gegenteil hatte er gesagt.
    • [Halbzeit, eingeblendet eine Frau mit Totenkopf-Halstuch]
      Eine schöne – eine beeindruckende – eine Totenkopfhalbzeit!
      Wer kennt sie nicht, die Totenkopfhalbzeit…
    • [Parade Himmelmann]
      Der heißt zwar Himmelmann, ist aber ein extrem geerdeter Typ.
      Was ist nur aus dem guten alten “No jokes with names” geworden? Da zieht es einem ja die Schuhe aus, Herr Fuß…
    • Der Knaller dann in der 70.Minute, Carsten Fuß war unschuldig:
      WERBUNG!!!
      Ich glaub es hackt! Ich hatte es ja schon mal gesehen, dass zur Halbzeit unterbrochen wurde… aber eine Zusammenfassung eines Spiels in der 70.Minute zu unterbrechen?
    • Last but not least:
      Es wäre der 333. Sieg des FC St.Pauli in der 2.Liga. Eine Schnapszahl.
      Und die Schnaps-Spezialität hier auf dem Kiez ist ja der Orgasmus!
      No comment…

    Und dann war da noch…
    … die Hamburger Polizei. Wie überall im Land auch hier von Überstunden geplagt. Was macht man also bei einem vorhersehbar unspektakulären und friedlichem Spiel wie FC St.Pauli – Greuther Fürth? Pferdestaffel und Wasserwerfer vorbeischicken. Na dann.
    … die U23, die leider parallel zum Profispiel den VfB Oldenburg empfing. Das Spiel ging ohne Profiunterstützung mit 2:3 verloren, 212 Zuschauer waren an der Hoheluft. Für eine Parallelansetzung wohl ganz okay, sicherlich aber dann in erster Linie den Gästefans geschuldet.
    Nach vier Spielen steht man damit in der Tabelle mit nur einem Punkt nicht sonderlich gut da, nächster Versuch zu punkten am kommenden Sonntag in Lüneburg.
    … die U19, die nach der 1:3 Pokalpleite in Saarbrücken in der Vorwoche nun auch mit dem Liga-Alltag beginnen durfte. Und wie!
    7:0 Auswärtssieg beim Aufsteiger Energie Cottbus, davon eine knappe Stunde sogar in Unterzahl.
    Die Tabellenführung sichern will man nun am kommenden Mittwoch, um 18.00h geht es am Königskinderweg gegen den SV Werder, die am ersten Spieltag Holstein Kiel mit 5:2 besiegten.
    (Alle Tore der A-Jugend-Bundesliga Nord gibt es bei DFB-TV.)
    … die U17, die ebenfalls mit einem Auswärtsspiel bei einem Aufsteiger startete. Bei Union Berlin sah es lange nach einem Auftakterfolg aus, kurz vor Schluß gelang den Eisernen allerdings noch der 1:1-Ausgleich. (Auch hier die Tore bei DFB.TV)
    Weiter geht es am kommenden Samstag um 11.00h am Königskinderweg dann gleich mit dem Derby.

    // Frodo

    Links:
    AFM-Radio
    – Fotos Stefan Groenveld: “Millernroar
    – Fotos USP
    – Fotos Vereinshomepage
    – Bericht Grenzenlos St.Pauli: “Vier Schritte weiter
    – Bericht und Fotos BeebleBlox: “

    Schwül mit kalten Duschen weiter

    Teilen:
    Veröffentlicht unter Spielberichte | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 4 Kommentare

    1.Spieltag (H) – FC Ingolstadt (und: U23 – Wolfsburg)

    USP-Choreo, Teil 1 - "Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich!"

    USP-Choreo, Teil 1 – “Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich!”

    FC St.Pauli – FC Ingolstadt 1:1 (0:1)
    Tore: 0:1 Alfredo Morales (42.), 1:1 Sören Gonther (78.)
    Zuschauer: 26.664 (ca. 200 Ingolstädter)

    Juhu, neue Saison und so. Vorfreude. Die spannende Erwartung vor dem ersten “Aux armes”. Die neuen Spieler. Sommer. Sonne. Millerntor!

    USP bat sogar zum Grillen, was aus familiären Gründen für mich entfiel, die Fotos zeigen aber, dass es ein ziemlicher Spaß war, inkl. einem lautstarken Marsch zum Stadion.

    Ja, und dann macht die Mannschaft auch noch vieles richtig, schon vorab. Die Applaus-Runde beim Einlaufen zum Warmmachen gibt es ja nun schon länger, dass man sich nach dem Warmmachen aber mit Applaus vom Publikum verabschiedet, ehe es in die Kabine zum Umziehen geht, ist aber sicher eine schöne Idee. Dies hatte der Nachbar ja letzte Saison auch probiert, da aber etwas aufgesetzter und statischer, und es dann ja auch wieder gelassen.
    Hier wirkte es frisch und natürlich, als Gonther die Mannschaft zusammenrief und das startete, wahrscheinlich haben es viele im Stadion noch nicht mal so ganz mitbekommen. Gefiel mir gut, weitermachen.

    Anschließend dann die Wendechoreo von USP (siehe oben) und es konnte losgehen. Ging auch gut los, die ersten Minuten wirkten so, als wäre es nur eine Frage der Zeit bis wir die Führung erzielen würden.
    Tja, und dann war die Luft irgendwann raus, Ingolstadt wurde stärker und fast zwangsläufig fiel der Rückstand… wenn auch eher aus purem Zufall, denn den Ball trifft Morales auf die Art bei 100 Versuchen wahrscheinlich auch nur einmal so.
    Hilft aber ja nichts, auch wenn “Ausgerechnet der!” wohl eines der häufigsten Zitate war, denn um einen Sympathiepreis hatte er sich schon vor diesem Moment nicht wirklich beworben.

    Wobei, der Einschub sei mir hier mal kurz erlaubt: Mich haben zwei andere Spieler mit ihren “Unarten” viel mehr geärgert: Zum Einen Moritz Hartmann (Nr 9), der bei wirklich jedem Freistoß für uns sich erst mal “minutenlang” in den Weg stellte. Lowlight war dann ein Freistoß an der Mittellinie, wo er ca. einen halben Meter vor dem Ausführenden in den Weg sprang, um die schnelle Ausführung zu verhindern. Wieso es da nicht spätestens nach dem zweiten oder dritten Versuch Gelb gibt, müsste man Schiri Fritz nochmal fragen.
    Zum Anderen: Lukas “Hansi” Hinterseer, Neffe des berüchtigten Volksbarden, frisch aus Österreich gewechselt. Klar, in einem Luftkampf kann man mal getroffen werden. Man kann auch mal hinfallen. Man kann auch mal einen Freistoß haben wollen, gerade wenn man auswärts führt. Aber wenn man dies dann schon als Fußballprofi zur fast alleinigen Beschäftigung in den 90 Minuten wählt, dann sollte es weniger plump und lethargisch passieren. Es war am Ende selbst Schiri Fritz zu peinlich, darauf reinzufallen, und der war sonst sehr kleinlich.

    Okay, all das aber auch nur in der Deutlichkeit, weil Ingolstadt dies absolut nicht nötig hatte, die haben nämlich durchaus gezeigt, warum sie jetzt seit 14 Spielen auswärts ungeschlagen sind. Vielleicht kann der Herr Gunesch, der bei der Mannschaftsaufstellung mal wieder elffach genannt wurde, hier ja nochmal mäßigend einwirken.

    Unseren Jungs fiel hingegen nach vorne nur wenig ein. Die Chance von Verhoek in Hälfte ein, als Öczan dank gutem Stellungsspiel pariert, dazu in Hälfte zwei der Kopfball von Nöthe nach Flanke von Schachten und der Schuss von Nöthe aus dem Gewühl nach Ecke – drei Chancen, nicht allzu viel.
    Immerhin aber gab es dann diesen Kapitänsmoment, den Boller vorher schon auf Facebook quasi herbeibeschworen hatte.

    Sören Gonther schnappt sich den Ball an der Mittellinie, spielt jeweils One-Touch-Fußball mit Maier, Nöthe und Thy und schiebt ihn dann auch noch exakt in den Winkel. Schön!
    Ein absolutes Willenstor. So macht man das wohl als Kapitän!
    Oder, wie Schnecke Kalla nach dem Spiel im Vereins-TV sagte: “Ein typischer Gonther!”
    Bezeichnend aber eben auch, dass dafür ein Abwehrspieler herhalten muss.

    Noch ein paar Worte zu den Neuen:
    Bentley Baxter Bahn: Es würde mich freuen, wenn er den Anschluß an die Stammelf halten kann. Das erste Zweitligaspiel war in Ordnung, allerdings merkte man ihm schon noch an, dass das eine gänzlich neue Liga für ihn ist.
    Michael Görlitz: Ich mag diesen Spielertyp, und wenn er am Ball war sah das oftmals auch gut aus. War er aber dann irgendwie doch zu selten und eben auch zu selten entscheidend.
    Daniel Buballa: Gefiel mir besser als Görlitz, hatte aber defensiv auch ein-zwei Wackler.
    Lasse Sobiech: Freut mich sehr, dass er wieder da ist. Die Souveränität, die er im Zusammenspiel mit Zambrano ausstrahlte, ist noch nicht ganz wieder die alte, aber das kann ja noch kommen. Insgesamt standen wir bei Standards besser als in der letzten Saison, auch wenn das Gegentor nicht zwingend dafür spricht.

    Schön auch die Neuerung beim “Rausgehen”, dass die Mannschaft sich vor der Süd direkt am Zaun verabschiedet.

    Fazit: Der “Saisonöffner”, der erhoffte Sieg zum Auftakt, er kam nicht. Phasenweise erinnerte der Fußball auch an die ernüchternden Auftritte zuhause aus der vergangenen Saison.
    Die 102 Punkte sind damit nicht mehr erreichbar, aber auch in Anbetracht der anderen bisherigen Zweitligaspiele dürfte der Auftakt als “solide” gewertet werden. Nicht mehr, ganz sicher nicht, aber auch nicht weniger.
    Ähnlich äußerte sich Vrabec auf der Pressekonferenz, der die Vorbereitung als noch lange nicht abgeschlossen betrachtet und “Baustellen” noch in allen Mannschaftsbereichen sieht.

    Sehr wahrscheinlich ist auf einer der Baustellen dann etwas entscheidendes passiert, denn wie man mit passablem Grundschulkroatisch auf der Website von Lokomotive Zagreb nachlesen kann, wechselt mit Ante Budimir ein Stürmer zu uns.

    Nach dem Spiel am Freitag in Aalen wissen wir dann vielleicht schon wieder etwas mehr, wo der Weg diese Saison hinführt.

    Es schrieben auch:
    – Fotos und Bericht Stefan Groenveld: “Saisoneröffnung
    – Grenzenlos St.Pauli: “Heißer Scheiß
    – Bommelheinis: “Erstes Heimspiel 2014/2015
    – BreitSeite: “[Die Überschrift ist zu lang und zu wirr]
    – MagischerFC Blog: “Alles wie immer
    – BeebleBlox: “Kalte Duschen mit Ansage
    – Quotenrocker: “FCSP startet mit Unentschieden gegen die Schanzer
    – Am Rande des Dorfes: “FC St.Pauli vs. FC Ingolstadt
    – Text&Blog: “Saisonauftakt am Millerntor
    – Kleiner Tod: “Neues Spiel, neues Glück
    – Fotos von USP, inkl. Grillen vorm Spiel und Marsch zum Stadion
    – Fotos von Unverlierbar

    U23, RL Nord: FC St.Pauli – VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)
    Nach dem Auftakspiel in Flensburg letzte Woche (0:0) also heute die Heimpremiere in Norderstedt. (Zu den Hintergründen des Umzugs sei nochmals auf den letzten Print-Übersteiger verwiesen, oder den

    MillernTon mit Thomas Meggle. weiter

    Teilen:
    Veröffentlicht unter Spielberichte, Verein am Wochenende | Verschlagwortet mit , , , , , | 9 Kommentare