Monatsarchive: April 2010

Fürth, Fulham, Fröhlichkeit… fir follen faufsteigen!

Oirooooobbabooogaaaaaaaaaaaaal!
Also wirklich… da würde man dem hsv doch echt mal von Herzen nen Sieg gönnen (Nicht!), damit die Bundesliga in der Fünjahreswertung an Italien endgültig vorbeizieht und dem FC St.Pauli nächstes Jahr schon Platz 4 zur Champions League-Qualifikation reicht, und dann haben sie so ein Pech. Och Menno… aber egal, Kopf hoch, Jungs, ist doch nur Fußball! Alles nur ein Spiel! Und zwei Mal Halbfinale hintereinander im Europapokal schafft auch nicht jeder! Klasse! Respekt! Ganz tolle Leitung! Und auch nicht 1:5 wie am Sonntag, sondern nur 1:2 ist doch auch ne Verbesserung! Wenn das so weitergeht, holt Ihr morgen gegen den Glubb aus Nürnberg ja vielleicht auch mal wieder nen Punkt.
Polizeimeldungen, nach denen Bruno Labbadia gestern nacht onanierend über die Reeperbahn getorkelt sei und “Ohne Bruno, habt Ihr keine Chance!” gegröhlt hätte, konnten bisher übrigens noch nicht bestätigt werden. Allerdings ist die “Operation Rathausmarkt” für den 13.Mai wohl abgesagt, der Patient ist inzwischen verstorben. weiter

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32.Spieltag – (H) – TuS Koblenz und der Marathon

FC St.Pauli – TuS Koblenz 6:1 (2:0)
Tore: 1:0 Charles Takyi (42.), 2:0 Deniz Naki (44.), 3:0 Charles Takyi (57.), 4:0 Marius Ebbers (59.), 5:0 Rouwen Hennings (69.), 6:0 Matthias Lehmann (74. Foulelfmeter), 6:1  Marvin Pourie (75.)
Zuschauer: 19.686 (geschätzt 600 Koblenzer)

Es war ein zähes Ringen mit den Koblenzern, wobei ihre fußballerische Limitierung schon sehr früh deutlich wurde. Aber man weiß ja, wie sowas laufen kann wenn die Zeit voranschreitet und das Runde einfach nicht ins Eckige will.  Als dann der (zweifelhafte, weil eher außerhalb verübte) Elfmeter gepfiffen wurde, wähnte sich Braun-Weiß endgültig auf der Siegerstraße, aber dann folgte unglaubliches: Bruns schießt neben das Tor und die zurecht gegebene Wiederholung schießt Lehmann platziert nach unten links, der Ball wird aber vom Koblenzer Torwart Paucken klasse pariert… warum hier kein Reporter das billige Wortspiel vom Paukenschlag brachte, ist mir nach wie vor ein Rätsel.
Doch was so ein echter Fußballexperte ist, der lehnt sich locker zurück und sagt zum Nebenmann: “Kein Thema… machen sie jetzt das erste Ding, fallen die anderen automatisch. Wäre aber hilfreich, wenn es vor der Pause passiert!” Gesägt, Tun, Getan, um es mit Onkel Hotte zu formulieren. An dieser Stelle dann auch noch das schnelle Schulterklopfen in Richtung Stani, für sein Festhalten am Sir, gegen alle kritischen Stimmen während der vergangenen Monate. Der Rest war dann gegen zusammenbrechende Koblenzer ein Selbstgänger.
Die Stimmung auf den Tribünen war zunächst auch sehr verhalten, es gab auch diverse kritische Tapeten gegen die Vorfälle der letzten Wochen, hierzu sei nochmals auf die Stellungnahme von USP und Fanladen verwiesen, in dem alles wesentliche steht. Der Verein hat logischerweise eine davon abweichende Sichtweise, die aber ähnlich vage und ausweichend bleibt, wie die ganzen letzten Wochen schon und die entscheidenden Antworten auf die Sommerpause verschieben will. Und wenn die Stellungnahmen der letzten Wochen tatsächlich als “fortwährenden Angriffen auf den Verein im Allgemeinen und das Präsidium im Besonderen” empfunden wird, fragt man sich natürlich, was die machen wenn mal tatsächlich heftigerer und vereinter Gegenwind kommt, denn momentan ist sich die Fanszene ja nicht mal einig. Merkwürdig aber auch, dass aus Fehlern immer noch nicht gelernt wird, denn in dem sehr lesenswerten Artikel der Times Online von heute wird Littmann in Bezug auf Fans im Jolly Roger wie folgt zitiert: “I’ve been president for seven years but a fan for 30, so I understand what they want.” Mag für Teile der Fanszene sogar noch stimmen, denen sportlicher Erfolg und finanzielle Sicherheitwichtiger sind als Ideale, aber so ein Satz ausgerechnet in der derzeitigen Diskussion ist doch reichlich unbedacht… und gerade den Leuten im Jolly dürfte da so manches Bier wieder bei hochkommen, wenn sie das lesen.
Aber spätestens nach den ersten beiden Toren war die Stimmung dann natürlich bestens, gegen Ende kam mit “Wir ham die Schnauze voll!”, “Stani raus!” und ähnlichen Gesängen sogar so etwas wie Volkspark-Stadion Feeling die gute alte Ironie des Millerntors hervor und es wurde wunderbar und lange gefeiert.
Einziger Wehrmutstropfen: Hansa Rostock gewann zeitgleich beim 1.FC Kaiserslautern… warum das einige im Stadion sogar zum Jubeln brachte, kann ich mir nach wie vor nicht erklären, denn die Meisterschaft dürfte bei weiterhin vier Punkten Rückstand normalerweise trotzdem an “die Region” gehen und wäre mir ehrlich gesagt auch völlig egal, eine Niederlage von Rostock hätte hingegen die Chance auf deren direkten Abstieg am Leben gehalten und den Relegationsplatz gefestigt… vielleicht lag das am Alkohol, aber vielleicht mag sich einer der Jubler ja mal in den Kommentaren erklären, ich würd mich freuen.
Anschließend brachte auch der Stuttgarter Sieg in Bochum noch die Gewissheit, dass es für den hsv in der Bundeliga eng werden würde, noch nach Europa zu kommen. weiter

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31.Spieltag – (A) – Union Berlin

1.FC Union Berlin – FC St.Pauli 2:1 (1:1)
Tore:
1:0 Torsten Mattuschka (10.), 1:1 Charles Takyi (19.), 2:1 Karim Benyamina (87.)
Zuschauer: 19.000 (ausverkauft, ca. 2.500 St.Paulianer)

Aaaaaach, was könnte man alles schreiben über diesen Samstag in Berlin:

  • eine entspannte Anreise mit dem ICE, inkl. “zänk yu for trewölling wiff Deutsche Bahn!”
  • nette Unioner Kollegen, die einen sogar am Hauptbahnhof abholen, eine Stadtrundfahrt mit einem machen und dann nach Köpenick kutschrieben, wo schon deren Kumpels mit gekühltem Berliner Pilsener warten
  • ein wirklich gigantisch toll gelungenes Stadion “An der alten Försterei”, in dem Fußball noch das wichtigste ist und man zu keiner Zeit den Kitsch der neuen Arenen vermisst
  • eine großartige Stimmung im Gästeblock, die dazu führte, dass man die Unioner kaum hörte
  • ein Spiel, welches leistungsgerecht 1:1 endete
  • einen entspannten “nach dem Spiel”-Nachmittag in einer großen Unioner Fankneipe, in der bunt gemischt die Bundesliga-Konferenz geguckt und die hsv-Niederlage bejubelt wurde
  • insgesamt ein Tag in Berlin, an dem es fast keinen Streß zwischen beiden Fangruppen gab (eine kleine Hauerei an der Tankstelle mal außen vor, deren Gründe ich aber nicht sehen konnte)

Und warum schreibe ich nichts darüber?
Weil ich mich über diese völlige Dummheit in der 87.Minute so sehr aufgeregt habe, dass ich weder dem Herrn Thorandt, der das Abseits aufhob, noch den Herren Morena oder Rothenbach, die sich in angemessener Entfernung zum Bestaunen entschlossen, einen angemessenen Bericht zukommen lassen könnte, ohne ausfallend zu werden. weiter

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Stellungnahme des Präsidiums zu den Vorfällen beim Spiel gegen Rostock

Die Konsequenzen des Vereins sind veröffentlicht.

Die wichtigsten Sätze:

Eine Verweigerung der Unterstützung, sei es durch Fernbleiben oder durch Stillschweigen, also ein Boykott in diesem Sinne, ist ein für Mannschaft und Verein zwar nicht wünschenswertes, aber durchaus legitimes Mittel.

Die Vorfälle vor dem Beginn und bis wenige Minuten nach Spielbeginn in der Promenade der Südtribüne beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock waren jedoch kein Boykott im obigen Sinne, sondern ein erzwungener Boykott, der für diejenigen, die ihre Plätze einnehmen wollten und daran gehindert wurden, den Straftatbestand der Nötigung erfüllt und zudem einen eindeutigen Verstoß gegen unsere Stadionordnung darstellt. Hierzu liegen uns unzählige Berichte und Beschwerden vor. weiter

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30.Spieltag – (H) – FC Augsburg (oder: Nie mehr Hansa Rostock!)

FC St.Pauli – FC Augsburg 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 Matthias Lehmann (51.), 2:0 Marius Ebbers (63.), 3:0 Marius Ebbers (83.)
Zuschauer: 19.901 (ausverkauft, ca. 1.000 Gästefans)

Welcome to the Hell of St.Pauli!
Diesen Song stimmte der Block 1, formerly known as Singing Area, gestern kurz vorm Einlaufen an, und schon da konnte man spüren, dass heute das Potential für einen ganz besonderen Abend vorhanden war.

Es war schon vor Anpfiff ein ganz merkwürdiges Gefühl im Stadtteil. Es war Dom, das Flutlicht war an, überall Spannung zum Anfassen und eine unfassbare Anzahl von Leuten mit selbst gebastelten “Suche Karten”-Kartons, wie ich sie in dieser Masse noch nie gesehen habe, größtenteils schon mit ziemlicher Verzweiflung im Gesicht. (Das Clubheim war übrigens während des Spiels prall gefüllt… allerdings hab ich da keinen Vergleich, ob das nicht sonst auch so ist.) weiter

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29.Spieltag (A) – Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf – FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Sebastian Heidinger (48.)
Zuschauer: 47.200 (geschätzte 4.000 St.Pauli Fans)

Hätte ich nur auf Dorthe gehört…

Im Nachhinein bin ich eigentlich nur froh darüber, dass ich zumindest die Fahrt hin zum Spiel nach Düsseldorf im Auto eines alten Freundes hinter mich bringen konnte. Haar-sträubende, lange Zeit verdrängte Jugendsünden (der letzten 2 Wochen) wurden aus den verstaubten Gehirnwindungen hervor gekramt und dem Gegenüber nochmal peinlichst detailiert unter die Nase gerieben. Trotz Feiertags-Rückreiseverkehr und spontanen Umwegs, quer durch den idyllisch-tristen Ruhrpott, trafen wir sogar völlig entspannt eine halbe Stunde vor(!) dem Anpfiff an diesem abscheulichen, einst als WM-Spielstätte beworbenen Würfelkasten an.
Keine Ahnung was sich die Modestadt dabei gedacht hat, die authentischen Umrisse des schnuckeligen Stadions hinter einer abgehängten Werbe-Leinwand zu verstecken. Aber das ist deren Architektursünde, mir blieb jedenfalls genug Zeit meine Laptoptasche und den Gitarrenkoffer von einem der hintersten Parkplatzlücken aus bis zu den Fanladenbussen zu schleppen, in einem derer ich dann später 6,5 Stunden gefrustet zurück nach Hamburg juckeln durfte. weiter

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Guerrero, Naki und ne Messerstecherei

Also hier ist ja immer was los…

Ein Flaschenwurf und seine Folgen
Natürlich tritt man nicht auf am Boden liegende ein… dochbevor der hsv nicht mindestens in Liga zwei spielt sondern immer noch einen Platz belegt, der zur Teilnahme am Europapokal am UEFA-Cup an der Europa League (schönes “Denglish” übrigens) berechtig, liegen die auch noch nicht am Boden, auch wenn manch ein hsv-Fan dieses Gefühl beim Eier suchen sicher verspürt.
Was war geschehen? Gegen anfangs elf und nach einer Stunde nur noch zehn Hannoveraner hatte sich der Verein, der vor ein paar Wochen noch laut über die Champions League-Qualifikation nachdachte, ein unspektakuläres 0:0 erkämpft und schlottert nun vor den Fußballmächten aus Stuttgart, Frankfurt und Wolfsburg, die die Mindestanforderung Europa League auch noch zerstören können. Ein gellendes Pfeifkonzert des zahlenden Publikums war die Folge und “Jose Paolo Guerrero”, den Fachleute mit dem großen Denis Bergkamp auf eine Stufe stellen, begab sich mit einer Trinkflasche in der Hand zum Kabinengang. Dort muss ihm das ein oder andere unfreundliche Wort an den Kopf geflogen sein, woraufhin seine Trinkflasche zielstrebig an die Schulterpartie eines Zuschauers flog. (U.a. hier das sky Video, ab 3:50min). Darf nicht passieren und ist auch mit so ziemlich nichts zu rechtfertigen, schon gar nicht mit einem “Geh doch wieder nach Peru!”, wie es lt. sky wohl gefallen sein soll. Interessant dazu auch Aussagen von Matthias Sammer, Bruno Labbadia und Frank Rost auf sky90. (ab ca. 1:50min)
Spannend dürfte nun sein, wie es hier weitergeht bzw. was dies für Konsequenzen nach sich zieht. Ein paar Gedanken dazu: weiter

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