Stellungnahme des Präsidiums zu den Vorfällen beim Spiel gegen Rostock
Die Konsequenzen des Vereins sind veröffentlicht.
Die wichtigsten Sätze:
Eine Verweigerung der Unterstützung, sei es durch Fernbleiben oder durch Stillschweigen, also ein Boykott in diesem Sinne, ist ein für Mannschaft und Verein zwar nicht wünschenswertes, aber durchaus legitimes Mittel.
Die Vorfälle vor dem Beginn und bis wenige Minuten nach Spielbeginn in der Promenade der Südtribüne beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock waren jedoch kein Boykott im obigen Sinne, sondern ein erzwungener Boykott, der für diejenigen, die ihre Plätze einnehmen wollten und daran gehindert wurden, den Straftatbestand der Nötigung erfüllt und zudem einen eindeutigen Verstoß gegen unsere Stadionordnung darstellt. Hierzu liegen uns unzählige Berichte und Beschwerden vor.
Das Präsidium des FC St. Pauli verurteilt das Verhalten der Beteiligten und jede Art von Gewalt und jede damit einhergehende Beschimpfung, egal von welcher Seite, aufs Schärfste. Wir erkennen aber auch an, dass in den uns bekannten Stellungnahmen der beteiligten Fangruppen und des Fanladens diese Aktion auch selbstkritisch reflektiert wird. Aufgrund dieser Stellungnahmen, aber auch um in dieser für unseren Club sportlich so wichtigen Phase, die durch die Aktion gerissenen Gräben nicht weiter zu vertiefen, verzichtet das Präsidium sowohl auf die Erstattung von Strafanzeigen als auch auf die Erteilung von Stadionverboten.
Danach kommen dann die eigentlichen Konsequenzen, nämlich ein Entzug der Priviliegien für USP. Was das konkret heisst, wird wohl die Zukunft zeigen, insbesondere was die Vergabe der Süd-Stehplatzkarten in den nächsten Jahren anbelangt.
Da vieles hier (sicher auch bewusst) vage gehalten wird, scheint es so, als wäre USP fürs Erste auf Bewährung unterwegs… ein abschließendes Urteil über diese Stellungnahme ist daher sicher auch nicht möglich. Was genau die Kartenvergabe für die Süd mit der Blockade zu tun hat, ist sicher fragwürdig, aber vielleicht ist dies die durchaus elegante Art des Vereins, ein wenig die Spannung aus dieser Debatte zu nehmen, bis man das Stadion auf knapp 30.000 ausgebaut hat und wieder jeder eine wirklich freie Platzwahl haben wird und nicht gegen seinen Willen das “Konzept Süd” unterstützen muss, um überhaupt ins Stadion zu gelangen.
Der Verzicht auf Stadionverbote (sowohl für die “Blockierer”, als auch für die, die auf andere Art gegen die Stadionordnung verstoßen haben), ist aber sicherlich zu begrüßen. // Frodo
Mai 3rd, 2010 at 15:42
…trodzdem, einiges ist seltsam: Was haben beide Seiten aus dem Konflikt Scheiße gebaut. allerdings wird nur eine bestraft: USP bekommt “Sonderrechte” aberkannt. Aber was bekommen die Fans, die “Schwuchtel, Hurensöne” und schlimmeres gerufen haben? Das Präsidium tut so, als ob sie die Einsicht der Ultras begrüße. Nun, gab es irgend eine Einsicht von Seiten der Stimmungskonsumenten? Irgendeine Ernst zunehmende Erklährung außer Peinliche Statements in den unzähligen Fanfohren des magischen F.C.s? Und warum nur wieder die bösen von USP, da waren mehr Leute die Blokiert haben, Mitglieder anderer Gruppen!
Das ganze wirkt wie ein organisierte Fans Vs. unorganisierte. Menschen, die ihre Zeit dem Verein opfern, und die Kurve bunt machen, oder aktiv sind in Fanrad u.ä. werden zugunsten derer Benachteiligt, die nur zum konsumieren ins Stadion kommen bei allem was weiter greift und sie scheinbar nichts angeht schön die Klappe halten. Wenn ich das im Zusammenhang mit der “Marke” St. Pauli, dem Stadion- und Stadtteil Umbau setzte läuft mir ein sehr kalter Schauer über den Rücken.
Prost! Auf den Aufstieg
P.S.: Beim Wichtigsten Spiel der Saison aus Fadenscheinigen Gründen kein Public Viewing hin zubekommen, und mehr V.I.P. Logen auf kosten von Bezahlbaren Plätze auf der Neuen Haubttribüne könnten erste Vorboten davon sein, was “Fan” in Zukunft für den Verein mit den Budesweit am meist gefeierten Fans im Umgang bedeuten könnte.