Super Mario

Am 2. Oktober fand im Rahmen des Hamburger Filmfestes die Deutschlandpremiere von “Mario” statt. Das Werk des Schweizer Regisseurs Marcel Gisler erzählt glaubwürdig und feinfühlig die Geschichte eines jungen Perspektivspielers, der sich in einen Teamkollegen verliebt. Schwule Fußballer – immer noch ein Tabu. Und das wird sich so schnell nicht ändern. Das zeigt dieser Film in seiner ganzen authentischen Härte. Sei gerne schwul, aber lass es niemanden wissen. Denn das passt nicht in das gesellschaftliche Bild vom Fußball als Männersport, wo du zwar viele “Buddies” hast, es aber niemals mehr sein darf. Sonst bist du schnell eine “Schwuchtel” – und weich darf man auf und neben dem Platz ja schon mal gar nicht sein.

Die Hauptdarsteller Max Hubacher (Mario) und Aaron Altaras (Leon) verkörpern die jungen Spieler absolut überzeugend – bis hin zu Fußballszenen, die laut dem Regisseur so lange wiederholt wurden, bis der Kopfball saß. Aber auch alle Nebenrollen sind sehr gut besetzt. Jessy Moravec spielt die beste Freundin von Mario und ist dafür zu recht mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet worden.

Nach seiner Zeit in Thun, wo der Film zu Beginn spielt, wechselt Mario nach Hamburg – und wo sollte er anders spielen als bei unserem FCSP. Im Film sind Aufnahmen aus dem Spiel gegen Sandhausen 2017 zu sehen, die geschickt mit einem fiktiven Spiel kombiniert wurden. Viele St. Paulianer*innen fungieren als Kompars*innen. Doch auch in diesem unseren Verein erwartet Mario kein Happy End.

Im Cinemaxx saßen auch unsere Profis und waren danach auch bei der Premierenfeier in einer Bar unter den Gleisen am Dammtorbahnhof. Ich hätte sehr gerne in einige der Köpfe hineingeschaut, fand es aber indiskret, direkt nachzufragen. Andreas Rettig brachte Marcel Gisler zur Premiere die St. Pauli-Regenbogenfahne mit. Wie schön wäre es, wenn sich in unserem Verein irgendwann in näherer Zukunft ein Profi outen könnte und alle nur – wie im Film die Mutter von Mario – sagen würden: “Und?”.

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