Vorbericht / Gastinterview zum Spiel beim FC Hansa Rostock

Moin Thorben, Du bist Fan des FC Hansa, bei Twitter als @HubiHRO aktiv und betreibst den Greifenblog.
Was steht denn rein sportlich für den FC Hansa am kommenden Samstag auf dem Spiel?

Man muss sich nur die Tabelle anschauen, um zu sehen, in welcher schwierigen Situation Hansa momentan steckt. Trotz größtenteils ordentlicher Leistungen ist die Abstiegsangst jetzt schon greifbar, was ich erstaunlich finde. Warum? Man verlor aus 14 Spielen lediglich fünf. Normalerweise denkt man: Okay, gesichertes Mittelfeld. Gewinnst Du aber auch nur eins und machst nur acht Tore, weißt Du wo das Problem liegt. Und genau aus diesem Grund ist momentan jedes Spiel sehr, sehr wichtig. Gerade in den Heimspielen muss gewonnen werden.

Wo im Stadion verfolgst Du selbst das Spiel und wie verläuft für Dich ein „typischer“ Heimspieltag? Und weicht am Samstag irgendwas vom Ritual ab?

Normalerweise stehe ich auf der Südtribüne, besitze aber aufgrund mehrerer Gründe keine Dauerkarte (Dieses Jahr habe ich aber noch kein Spiel verpasst ;-) ). Da die Karten für die Süd extrem schnell vergriffen waren, werde ich dieses Mal auf der Nordtribüne sein.

Naja, die üblen Anstoßzeiten zwingen einen ja quasi direkt nach dem Aufstehen loszufahren. Mal im Ernst: Gewöhnlich treffen wir uns vorher, trinken 1-2 Bierchen und schlendern dann in Richtung Stadion. Ein besonderes Ritual besitze Ich aber nicht.

Kommen wir zum unvermeidlichen: Der Konflikt zwischen Hansa und St.Pauli ist altbekannt. Wie ist da Deine persönliche Historie, also welche Spiele hast Du selber gesehen und was hältst Du ganz generell von dieser besonderen Rivalität?

Meine persönliche Historie hält sich, auch aufgrund meines Alter, in Grenzen. Ich wohne jetzt seit 2 ½ Jahren in Rostock und in dieser Zeit habe ich natürlich diese Spiele auch im Stadion verfolgt. Vorher nur „aus der Fremde“, also im TV.

Rivalitäten gehören im Sport dazu. Ich will jetzt auch gar nicht darauf eingehen, wie im speziellen diese entstanden ist, denn das würde den Rahmen sprengen.

Ich bezahle gerne 3 Euro: Auch dieses Spiel gibt nur 3 Punkte. Auch wenn ein Sieg in diesem Spiel natürlich besonders schmeckt, keine Frage.

Danke, Jörg Wontorra wird sich sicher freuen.

Wie wurde eigentlich auf Rostocker Seite damals das Gästeverbot wahrgenommen? War der FC St.Pauli der Schuldige? Oder die Polizei? Und wie sah man die internen Streitigkeiten bei uns, wo ja mehrere Fangruppen (neben USP auch der ÜS) die Südkurve für fünf Minuten sperrten und es doch zu ziemlich heftigen Diskussionen bei uns kam. Hat man das bei Euch überhaupt mitbekommen, und wenn ja, wie wurde das in der Fanszene bewertet?

St.Pauli war definitiv nicht der Schuldige. Dieses meiner Meinung nach lächerliche „Angebot“ der Polizei war einfach nicht tragbar.

Ich denke, was personalisierte Eintrittskarten angeht, sind (fast) alle ähnlicher Meinung. Aus diesem Grund wurde die kurzzeitig Sperre der Südkurve auch durchaus positiv wahrgenommen. Zumindest in dem Dunstkreis, in dem ich mich bewege.

Natürlich sickert immer mal einiges durch, aber großartig bewertet wurde das nicht. Ich denke, dieses Problem kennen viele Fanszenen. Bei einer großen Masse an Fans kommt es immer mal zu verschiedenen Meinungen. Wichtig ist dann einfach, dass man eine Lösung findet, die für alle akzeptabel ist.

Zu Beginn der Saison stand ein Dauerkartenverbot für Euren Supportbereich im Raum, der dann erst nach dem Verabschieden von einem Ehrenkodex abgesagt wurde. Wie kam es dazu und wie läuft das Ganze? Bei uns sorgte natürlich die etwas merkwürdige Formulierung „Wir begegnen der eigenen Heimat mit Respekt und Wertschätzung.“ für allerlei hochgezogene Augenbrauen. Außerdem stellt sich natürlich die Frage, warum dieser Kodex denn nur für die Heimspiele gilt.

Nicht so einfach zu erklären..

Ich versuch es mal: Bei unserem letzten Heimspiel zündelt einige Geistesgestörte im eigenen Stadion (totales Unding). Und ich denke das war der Punkt, an dem Bernd Hofmann’s Fass übergelaufen ist. Daraufhin sollte es eine gesplittete Dauerkarte für die Südkurve geben. Will heißen: Jeder bekäme immer nur die Karten für die nächsten 3 Heimspiele. O-Ton: „Und wenn etwas passiert, behalten wir die anderen Karten ein.“ Diese Lösung war für uns natürlich kaum zu akzeptieren, denn Hofmanns Aussagen waren einfach nicht klar genug. Was war gemeint mit: „Wenn etwas passiert?“ Aus diesem Grund traf sich die Fanszene vor einem Testspiel und diskutierte, wie man mit der Situation umgeht. Dort wurde beschlossen, dass bitte alle zum nächsten Fanforum erscheinen, um die Situation zu klären. Außerdem wurde festgelegt das niemand diese gesplittete Dauerkarte kaufen würde. Uneinigkeit gab es in der Frage, dem Stadion dann ganz fern zu bleiben, oder in einen anderen Block zu gehen.

Das Problem: Bernd Hofmann hat wörtlich gesagt, dass er das Stadion zu einem Familienparadies machen werde und man diese Idioten nicht bräuchte. Stimmung würden auch andere Leute erzeugen. Gerade für die Fanszene, die immer hinter ihrer Mannschaft gestanden hat (ich spreche nur vom Anfeuern, etc. nicht vom Verhalten), natürlich ein Schlag ins Gesicht. Aus diesem Grund wird Hofmann auch sehr, sehr kritisch beäugt.

Bei dem Fanforum wurde Hofmann dann mit knapp 1.500 Leuten konfrontiert und man merkte schnell, wie unwohl er sich fühlte. Argumente für seine Lösung wiederholte er permanent, aber er besaß nur eins: Pyro. Er merkte aber auch relativ schnell, dass die Szene nicht bluffen würde und durchaus ein Großteil wegbleiben würde. Und als beide Fronten verhärtet waren kam er auf diesen ausarbeiteten Codex. Dieser besagt eigentlich genau das, was er mit der gesplitteten Karte erreichen wollte. Kein Pyro im eigenen Stadion. Außerdem wurde von Seiten des Vereins festgelegt, dass Ordner auf der Süd eingesetzt werden. Im Jahr zuvor waren dort keine zu finden.

Für die Fanszene war erst einmal erreicht, was erreicht werden wollte. Man hatte für alle 17 Heimspiele die Karten in der Hand.

Ehrlich gesagt habe ich mir die Frage, warum das nur zu Hause gilt, auch schon desöfteren gestellt. Und ehrlich? Ich hab überhaupt keine Ahnung.

Kurzer Sidestep: Wie denkst Du über den freiwilligen Verzicht von Dynamo Dresden für das Gästekontingent beim Spiel am Millerntor? Befürchtest Du bei weiteren Vorfällen auf Auswärtsspielen ähnliche Gedankenspiele auch beim FC Hansa?

Das war vom Verein Dynamo erstens die einzige Chance Veolia als Sponsor zu halten (Veolia ist auch Trikotsponsor beim FC Hansa, Anm d.ÜS). Und zweitens war es einfach taktisch clever. Das wurde ganz bewusst gemacht, um mit Glück einer drastischen Strafe zu entgehen. Ich wünschte, bei Hansa wäre man ähnlich schlau gewesen, vielleicht hätte man so keine zwei Spiele ohne Fans gehabt, sondern nur eines. Die Gedankenspiele würden bestimmt kommen, ob man dann im Vorstand die „Eier“ besitzt das durchzuziehen, bezweifel ich stark.

Zu guter Letzt: Was möchtest Du unseren Lesern noch mit auf den Weg geben, vor dem Spiel am Samstag?

Ich wünsche allen Fahrern eine angenehme Reise in unsere Hansestadt und ein gutes Spiel. Rivalität ist wie gesagt schön und gut, es sollte aber nicht handgreiflich, verletzend, etc. werden. Und vielleicht kann ich auch dazu beitragen, dass die Fanszene des FCH nicht nur mit Leuten in Verbindung gebracht wird, wie es häufig in den Medien passiert. Natürlich freut ihr euch über unsere Niederlagen und wir über eure. Das soll auch so bleiben. Allerdings auf einem fairen Level, mit dem nötigen Respekt vor jedem Einzelnen (Vielleicht solltet Ihr den Teil auch noch einmal Deniz Naki schicken J).

Im Duell unserer Vereine fällt im Bezug auf den jeweils anderen Verein oft das Wort „Hass“. Dein Kommentar?

Hass ist ein Wort, das nicht zum Sport passt. Natürlich bin ich kein St.Pauli Fan und natürlich freue ich mich über Niederlagen. Es gibt genug Leute, die einen aufs Fandasein reduzieren: St.Pauli-Fan = Idiot. Das ist meiner Meinung nach total lächerlich. Wir haben Meinungsfreiheit und es wäre auf jeden Fall auch sehr langweilig, würde jeder den gleichen Verein bevorzugen!

In meinem Studiengang ist jetzt einer, der ist Hamburger und St.Pauli-Fan. Aber das schließt ja nicht aus, dass wir uns gut verstehen. Darüber sollten einige vielleicht einmal nachdenken.

Vielen Dank für Deine Zeit und die Antworten. Und natürlich wünschen wir auch Dir ein schönes Spiel am Samstag! // Frodo

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13.Spieltag (A) – 1.FC Union Berlin

1.FC Union Berlin – FC St.Pauli 0:2 (0:0)
Tore: 0:1 Deniz Naki (63.), 0:2 Markus Thorandt (77.)
Zuschauer: 18.432 (ausverkauft, ca. 3.000 St.Paulianer)

So soll es sein… Fußball in einem Stadion, in dem Fußball wirklich noch eingeatmet werden kann, noch dazu unter Flutlicht, ausverkaufte Hütte! Klingt nach Millerntor, gilt aber ebenso für die Alte Försterei.
Die Spiele bei Union waren fantechnisch immer ein Highlight, Freitag Abend kam nun erstmals ein Sieg als i-Tüpfelchen obendrauf (abgesehen von einem Erfolg im DFB-Pokal 1994).

Die Atmosphäre rund ums Stadion war, zumindest soweit ich das mitbekommen habe, äußerst entspannt unter den Fans, lediglich die übergroße Polizeipräsenz sorgte für leichte Spannungen. (Kleiner Einschub: Dazu empfehle ich schon mal den Artikel im aktuellen 11Freunde-Heft über die angeblich(!) steigende Gewalt bei Fußballspielen, der wunderbar aufzeigt das man Statistiken eben nur dann trauen darf, wenn man sie selbst gefälscht hat. Evtl. gibt es dazu die nächsten Tage auch noch nen längeren Text hier im Blog.)

Zur Stimmung muss man nicht viel sagen, das kam wohl auch beim AFM-Radio oder am TV wunderbar rüber. Der Gästeblock sang 90 Minuten durchgehend und laut, wenn aber Union mal gemeinsam von allen Stehplätzen was von sich gab, war das absolut ohrenbetäubend, selbst im gerade singenden Gästeblock.
Beide Seiten beschränkten sich auf die Anfeuerung des eigenen Teams, keinerlei Schmähgesänge in Richtung Gegner…  ich will jetzt nicht sagen: “So soll es sein!“, weil ich schon der Meinung bin, dass man beim Fußball auch mal den Gegner (im Rahmen) bepöbeln oder lächerlich machen darf, an diesem Abend war es aber eben genau so richtig und passend. Okay, Sport1 machte daraus dann gleich wieder “Das Kultspiel” mit diversen “ach so kultigen” Verbrüderungensszenen, aber wahrscheinlich ist das nach den diversen Medienberichten zu “Fanausschreitungen” der letzten Tagen sogar wirklich “gut gemeint” gewesen.

Sportlich war das eines Aufstiegsaspiranten durchaus würdig. Nach den letzten Spielen waren unsere Jungs sicher noch leicht verunsichert, Union hingegen hatte fünf Heimspiele in Folge gewonnen und wollte diese Serie selbstverständlich fortsetzen.
In Hälfte eins ausgeglichenes Spiel mit eben einer sehr diskussionswürdigen Szene, nämlich dem Zweikampf zwischen Thorandt und Mosquera im Strafraum. Nach mehrfachem Studium der Szene für mich ein klarer Fall von “Kann man geben, muss man nicht!”. Eine Berührung findet unstrittig statt, andererseits fällt Mosquera auch sehr bereitwillig und guckt schon im Fallen hilfesuchend zum Schiri, was man i.d.R. nicht wirklich kann, wenn man von der Berührung gerade eben überrascht wurde. Aber nochmal: Wenn er den pfeift, kann man sich auch nicht wirklich beschweren.

Hat er aber nicht, so konnten unsere Jungs in Hälfte zwei ihre spielerische Überlegenheit besser ausspielen und hatten dann erneut das Glück des Tüchtigen, als Union nach dem Rückstand nur unseren Pfosten traf.

Was fiel sportlich auf:

  1. Naki liest diesen Blog… oder wahlweise jemand aus dem Trainergespann tut dies oder kam selbst auf die Idee, Naki mal zwei Tage mit ner intensiven “Was ist dieses Abseits und wie kann man dagegen vorgehen?” – Schulung zu nerven. Kein einziges Mal stand er im Abseits… aller Ehren wert, nach den gefühlten 30 Abseitsstellungen letzte Woche.
  2. Endlich mal wieder zu null! Sowieso ist “Die Null muss stehen!” für diese Saison scheinbar ein unschlagbares Rezept, denn wenn dies bisher der Fall war (gegen Ingolstadt, in Karlsruhe und eben jetzt bei Union) siegten wir jeweils mit 2:0.
  3. Bartels… welch begnadete Schnelligkeit, Technik, Spielverständnis, Auge für den Nebenmann, Zusammenspiel mit Kruse…
    Ich hoffe wirklich, ihm bleibt die Abschlußstärke eines Platzwarts erhalten, ansonsten würde ihn uns Barca schnell wegkaufen.
  4. Die Ballstaffetten, insbesondere nach dem 2:0 grenzten schon an Arroganz. Sollten wir uns nicht zu viel von gönnen, war aber mal wieder ein Beleg dafür, dass wir technisch definitiv ein absolutes Topteam dieser Liga sind.

Nachdem Frankfurt am Sonntag in Ingolstadt in der 96.Minute(!) immerhin noch einen Punkt und holte und die Fortuna den Halbzeitrückstand beim FSV Frankfurt noch fulminant in einen 5:2 Sieg verwandelte, kann man sich nun heute Abend schön mit Popcorn vor die TV-/Radio- oder Stream-Übertragung Eurer Wahl setzen und sich den Gegner des kommenden Samstags anschauen, Greuther Fürth trifft zuhause auf die Braunschweiger Eintracht.
Mit einem Heimsieg wären wir am Samstag wieder absolut mittendrin in der Verlosung, bei einer Niederlage müsste man eben erstmal wieder ein Lauerstellung bleiben.

Links zum Spiel:
Bilder – UNVEU
Bilder – Union-Foto-Hupe
Bilder – Splitterbruch
Bericht – Turus.net (inkl.lustiger Kommentare)
Bericht – Tagesspiegel

Und sonst so…

Fußball-Nachwuchs: Die II.Mannschaft holte sich in der Regionalliga Nord gegen die Pokalhelden aus Kiel die zu befürchtende Niederlage ab, auch wenn sie mit 1:2 nach einer sehr guten zweiten Hälfte vor gut 1.200 Zuschauern am Millerntor knapp und unglücklich ausfiel.
Die A-Jugend verpasste gegen Halle den erhofften Befreiungsschlag und kam über ein 0:0 nicht hinaus und damit auf einem Abstiegsplatz. Nächste Woche in Osnabrück bleibt man daher weiter unter Zugzwang. (Edit: Bilder dazu bei den Zaungästen, Danke für den Hinweis!)
Die B-Jugend machte es hingegen etwas besser und holte gegen Carl-Zeiss Jena ein 2:2 und bleibt im Mittelfeld.
Ebenfalls einen Punkt holte die C-Jugend gegen Hannover 96 beim 0:0. Beide Teams liegen mit 14 Punkten aus acht Spielen auf den Plätzen drei und vier, der hsv konnte als lachender Dritter dank eines eigenen Sieges und jetzt 15 Punkten vorbeiziehen, Wolfsburg führt die Tabelle an.
Nicht wirklich “Nachwuchs”, aber bekanntlich mindestens so im Fokus des Übersteigers wie die genannten Teams, ist ja die Vierte Herren, tatkräftig aus der Redaktion unterstützt. Am siebten Spieltag konnte Uetersen auswärts mit 4:0 besiegt werden, unsere Jungs sind punktgleich mit dem langjährigen Rivalen aus Glashütte an der Tabellenspitze.

Handball
Argh… 26:27 lautet das Endergebnis der 1.Herren in der Oberliga beim Gastspiel in Herzhorn. Nächsten Sonntag um 17.00h gibt es gegen den Tabellennachbarn der SG Wift die nächste Chance, das Team in der Halle an der Budapester Straße zum Sieg zu schreien.

Rugby
Nachdem die 1.Herren am letzten Spieltag das Derby gegen den Hamburger RC deutlich mit 24:3 für sich entschied, gewann man nun auch das Spiel bei Victoria Linden mit 23:20 und liegt mit acht Siegen aus acht Spielen an der Tabellenspitze der 2.Liga Nord.
(Kleiner Regeleinschub: Wie kommt man denn so auf 38 Punkte? Der Letzte hat nach sieben Spielen und sieben Niederlagen zwei Punkte, der zweite nach neun Spielen und sieben Siegen sowie zwei Niederlagen 34 Punkte… es ist mir ein Rätsel, vielleicht kann ja jemand helfen. Hier die Tabelle.)
Die Frauen sind mit drei Siegen aus drei Spielen bisher auch äußerst erfolgreich, am Samstag wurde Marburg mit 52:0 nach Hause geschickt, die vorherigen Ergebnisse von 47:5 (auswärts beim jetzigen Zweiten) und 54:0 sprechen auch eine deutliche Sprache.

Mietenwahnsinn stoppen
Die Demo am Samstag hatte (je nach Schätzung) ca. 4.500 – 6.000 Teilnehmer und verlief fast komplett friedlich, obwohl jeder dritte Teilnehmer seinen eigenen Polizisten dabei hatte. Bilder gibt es bei den Kollegen der BASCH, einen Bericht (und ebenfalls Bilder) zur Demo bei Indymedia.

Occupy
Zwei Lesetipps zum Thema, da mir derzeit die Zeit fehlt mich intensiver damit auseinanderzusetzen: Zum Einen das Lichterkarussell, zum Anderen die durch ersteren Text angestoßenen Überlegungen beim Magischen FC-Blog.

Thees Uhlmann
Relativ viele Gesichter, die man am Freitag Abend im Gästeblock sehen konnte, erblickte man Samstag Abend dann auch wieder beim Konzert unseres Star-Kolumnisten Thees in der ausverkauften Großen Freiheit. Die (zahlreich) anwesenden Redaktionsmitglieder bedanken sich für einen klasse Abend, insbesondere die einleitenden Worte vor “Das hier ist Fußball” zum Thema Rostock sorgten für Erheiterung. Wer den Abend verpasst hat, bekommt am 31.März die Chance zum Nachholen. // Frodo

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Und niemals vergessen: Auf zu Union!

Wer vor der Saison nach den beliebtesten Auswärtsfahrten fragte, dürfte bei den allermeisten St.Pauli-Fans zwei Reisen gehört haben… VfL Bochum und 1.FC Union Berlin!
Und nachdem Bochum sowohl sportlich als auch supporttechnisch schon absolut eine Reise wert war, naht nun mit großen Schritten unser Auftritt in der Alten Försterei. Die Tickets waren sowohl bei uns als auch für die Unioner im Nu vergriffen, die Vorfreude steigt. Grund genug, für diesen Blog mal was Neues zu wagen, was es bei anderen Vereinen/Blogs auch immer mal wieder gibt, teilweise sogar als feste Rubrik: Ein Interview mit einem Fans des jeweiligen Gegners. (Am Ende dieses Eintrags findet Ihr dann noch ein paar Veranstaltungstipps für Berlin.)

Und den Auftakt macht dann niemand geringeres als textilvergehen.de, immerhin jüngst erst durchaus prominent ausgezeichnet:

Moin Sebastian und Steffi, als Unioner wird man euch oder zumindest www.textilvergehen.de kennen, als St.Paulianer vielleicht nicht zwingend. Erzählt doch unseren Lesern mal, was ihr auf der Seite so treibt und wie viel hunderte Menschen an dem Projekt mitarbeiten.

Sebastian: Gegründet wurde Textilvergehen 2007 von Steffi. Ich bin erst seit 2009 mit dabei und schreibe wie Steffi Texte. Dazu haben wir einen wöchentlichen Podcast in einer meist fünfköpfigen Runde. Wir wollen nicht nur über Unions Fußballspiele berichten, sondern thematisieren alles, was mit Fußballkultur in Berlin zu tun hat. Dazu gehören auch andere Vereine wie meinetwegen Lichtenberg 47 und natürlich auch Frauenfußball. Politik gibt es auch. Insgesamt sind wir vier Leute, die permanent am Textilvergehen arbeiten.

Steffi: Dazu kommen Gastautoren – Freunde und Bekannte, nicht zwingend Unioner, die Lust haben, was zu schreiben, oder die von uns dazu überredet werden. Nicht zu vergessen sind aber auch die Sportfotografen, die uns ihre Fotos zur Verfügung stellen. Ohne die wär´s ganz schön kahl. Mit dabei sind eine ganze Reihe von Journalistenkollegen, die uns auf unterschiedlichste Art helfen, auch wenn sie gar nicht namentlich in Erscheinung treten. Und schließlich gibt uns der Verein selbst extrem viel Raum und Möglichkeiten.

Beim Stichwort „BOB“ denkt man evtl. an Wintersport oder an die Bayrische Oberlandbahn, seit 2011 dürfte diese Abkürzung für Euch eine neue Bedeutung haben, eine durchaus erfolgreiche. „Textilvergehen.de“ gewann den internationalen „Best of Blog“-Award in der Sprach-Kategorie „Best Blog: German“. Wie kam da der erste Kontakt zustande und wie habt Ihr das Ganze rückblickend miterlebt?

Sebastian: Das ist eine komische Geschichte. Denn bis zur Nominierung wussten wir von nichts. Am Ende hat das eine Eigendynamik erreicht, selbst Union hat über die Facebook-Seite des Vereins zur Wahl aufgerufen. Am Ende schrieb Steffi das erste Vorwort des Textilvergehens im Stadionheft. Das war insgesamt eine wunderbare Würdigung unserer Arbeit.

Steffi: Es war, das muss man vielleicht dazu sagen, der Publikumspreis. Über den stimmt eben nicht die Jury ab, sondern die Leser. Auf die Nominierung hatte uns Jens Peters (catenaccio.de) aufmerksam gemacht. Wir dachten im ersten Moment: Schaffen wir sowieso nicht. Und dann kam eben doch unerwartet viel Unterstützung aus den Reihen der Unioner, und am Ende hat´s gereicht. Das war beeindruckend.

Zum Spiel am Freitag: Das Spiel bei Union dürfte für viele St.Paulianer ein Saison-Highlight sein, die Tickets waren ähnlich schwer zu ergattern wie für unser Derby letzte Saison. Auch bei Union waren die Karten rasch vergriffen. Eure Meinung zum Hype und den Begleiterscheinungen, Stichwort „Kultspiel“?

Sebastian: Dem Begriff „Kultspiel“ stehen wir sicherlich ähnlich gegenüber wie ihr. Ich freue mich einfach auf das Spiel, weil ich trotz aller Unterschiede eine große Gemeinsamkeit sehe: Die Hingabe zum Verein, der mehr als nur ein Fußballverein ist, sondern ein sozialer Bezugspunkt. Außerdem versuchen beide Vereine, andere Wege im Profifußball für sich zu finden. Das finde ich spannend und auch richtig zumal St. Pauli und Union jeweils Konkurrenzklubs in ihrer Stadt haben, die das Sponsorengeld anziehen. Da bleibt nichts anderes übrig, um eine eigene Identität zu finden.

Steffi: Kultspiel sag ich genau so oft wie Kulturbeutel. Nämlich nie. Es gibt Sachen, die braucht man gar nicht medial hypen, die sind einfach groß und wahr und gut. St.Pauli gegen Union ist für mich so ein Spiel. Ich hab euch die 1.Liga gegönnt, aber dass mein persönliches Saison-Highlight damit futsch ist, gefiel mir nur so halbgut. Fanseitig empfand ich die Partien immer als von großer Fairness im Umgang miteinander geprägt. Für mich ist das deshalb bemerkenswert, weil die Spiele selbst ja alles andere als Freundschaftsspiele sind.

Wie ist denn Eure Meinung über den FC St.Pauli?

Sebastian: St. Pauli ist für mich ein ganz interessanter Orientierungspunkt wie Kommerz funktioniert und trotzdem das Gesicht gewahrt bleibt. Andererseits gefallen mir bestimmte Sachen nicht. Zum Beispiel verdient St. Pauli am Kommerz viel zu wenig (Stichwort Upsolut).

Steffi: Gute Gäste! Ein Club, gegen den verlieren etwas weniger weh tut und gewinnen extrem stimmungsaufhellend wirkt. Außerdem ein Verein, der in seiner Außendarstellung vieles richtig macht. Wie es innen aussieht, kann ich von hier aus schwer beurteilen.

Die Frage muss rückblickend natürlich kommen: Wie waren für Euch die Derbys letzte Saison und wie ist in Berlin grundsätzlich das Verhältnis zu den anderen Vereinen / Fanszenen?

Sebastian: Die Derbys waren etwas einmaliges. Schließlich lag das letzte richtige Derby fast 60 Jahre zurück. Der Sieg im Olympiastadion war unbeschreiblich. Ich habe noch nie so viele Männer weinen sehen. Vom Pressesprecher bis hin zu den ganzen Fans. Das war Unions „Wir sind wieder wer“.

Steffi: Um mal die Frage zu beantworten: Ein Verhältnis zu anderen Fanszenen gibt es nicht so, wie ihr das aus Hamburg kennt. Hertha war immer woanders, und diese eine Ausrutscher-Saison fällt da für mich nicht ins Gewicht. Sollte man sich mal mit vergleichbarem Etat auf Augenhöhe begegnen, wäre das etwas anderes. Der Sieg im Olympiastadion war ein Pumuckl-Streich. Ein sehr gelungener, wie ich finde. Nur eben nicht repräsentativ für das Kräfteverhältnis an sich. Seitdem gibt es praktisch keine Berührungspunkte mehr. Wer als Nicht-Berliner in die Stadt kommt, bringt seinen Heimatverein mit, geht ins Olympiastadion, wenn der dort spielt, und wählt Union als Zweitverein. So ist das hier.

Zum sportlichen: Union ist mit dem Punkt beim FSV Frankfurt, dem 0:4 gegen Fürth und dem Pokalaus in Essen eher wackelig in die Saison gekommen, nach dem 0:4 in Dresden war die Stimmung wohl auf einem Tiefpunkt. Inzwischen aber läuft es und mit 18 Punkten aus zwölf Spielen dürfte man zufrieden sein, oder?

Sebastian: Ja, das ist schon ganz gut gelaufen. Vor allem in den Heimspielen. Die ersten 14 bis 16 Spieler haben die Mannschaft qualitativ doch auf ein höheres Niveau gehoben. Ein Schritt hin zur Etablierung in der zweiten Liga. Aber Zufriedenheit? Nein, denn die wirklich schweren Gegner kommen noch.

Steffi: Im Gegensatz zu Sebastian bin ich sehr zufrieden. Könnte daran liegen, dass ich momentan nicht auswärts fahre. Nee, auch der Tabellenplatz geht vollkommen in Ordnung, und ich traue der Mannschaft, die diese Saison auf dem Platz steht, viel zu. Sogar Auswärtssiege. In der vergangenen Saison haben wir viel mehr Punkte bei vermeintlich schwächeren Teams liegen lassen. Mit Niederlagen gegen das obere Tabellendrittel komme ich klar.

Was erwartet Ihr sportlich vom heutigen Spiel? Besondere Erwartungen an die taktische Ausrichtung bei Euch?

Sebastian: Ich erwarte ehrlich gesagt nichts. Dazu sind im Moment zu viele Spieler verletzt. Vor allem in der Verteidigung. Ein Unentschieden wäre schon groß. Taktisch tippe ich auf eine Doppelsechs, um euren schnellen Spielern keinen Raum zu bieten.

Steffi: Unsere Heimspielsiegesserie ist sagenumwoben! Das werdet ihr doch jetzt nicht ruinieren!? Spielen wird, wer laufen kann. Ist ein bisschen der Wurm drin, momentan. Ich erwarte bei Heimspielen prinzipiell eine offensive Ausrichtung. Doppelsechs? Der Menz kann doch nicht überall sein?!

Wo seht ihr den 1.FC Union denn in zehn Jahren?

Sebastian: Schwer zu sagen. Vor zehn Jahren stand Union im DFB-Pokalfinale, zudem Zweitliga-Aufstieg und zwei Runden UEFA.Cup. Von dort ging es bis in die vierte Liga runter. Anker Wismar und Falkensee-Finkenkrug waren dann die Gegner. Jetzt genieße ich einfach die zweite Liga. Ich bin demütig geworden. Wenn in zehn Jahren immer noch zweite Liga stünde und dafür das Stadion weiter ausgebaut worden ist, der Verein sich intern weiter entwickelt und professionalisiert hat, bin ich schon sehr zufrieden.

Steffi: Auf seiner neuen Heimtribüne.

Noch irgendetwas, was ihr den St.Pauli-Fans für Freitag mit auf den Weg geben wollt?

Steffi: Das, was die Kapitäne immer sagen: Gutes Spiel!

Sebastian: Stimmt.

Vielen Dank Euch Beiden für die Zeit und die Antworten, das Gute Spiel wünschen wir Euch natürlich auch!

 

In Berlin gibt es rund ums Spiel natürlich noch diverse weitere Möglichkeiten, einen angenehmen Tag oder gar ein tolles Wochenende zu verbringen, auf die wir Euch kurz hinweisen möchten:
Zunächst: Wer keine Karte hat, trotzdem aber in netter Atmosphäre das Spiel verfolgen will, dem sei die Astrastube in Neukölln empfohlen.

Das Spiel Union - St.Pauli live in der Astrastube gucken
Nach dem Spiel kann man in der Astrastube natürlich auch weiterfeiern, alternativ gibt es noch zwei bzw. drei weitere Örtlichkeiten:

Zum einen gleich eine Doppellocation in der Skalitzer Straße, wo in den Hausnummern 130 und 134 ordentlich was los ist, Details entnehmt Ihr dem Flyer:

Zum anderen im “OBE”(Bevernstraße 5), wo ab 22.00h die DJs hoffentlich zu drei gewonnenen Punkten auflegen werden, Details hier:


Und wer bis Samstag bleibt, kann dann auch noch einen Ausflug nach Potsdam ins “Karli” machen und ab 14.00h Babelsberg 03 gegen den VfL Osnabrück in Liga 3 zum Sieg schreien. // Frodo

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Und sonst so… (XX)

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein eher unspektakuläres Heimspiel, daher findet das auch nur kurz Erwähnung. Ansonsten gibt es viel Lesestoff aus den weiten des Internets der letzten Tage nachzuholen.

FC St.Pauli – FSV Frankfurt 2:1 (2:0)
Tore: 1:0 Max Kruse (3.), 2:0 Deniz Naki (30.), 2:1 Marcel Gaus (76.)
Zuschauer: 24.487 (ausverkauft, ca. 300 Gästefans)

Das letzte Spiel gegen den FSV Frankfurt war furchtbar… ein 0:0 gegen den damaligen Tabellenletzten in eisiger Kälte, ein Stolperstein auf dem Weg zum bereits am Horizont winkenden Aufstieg.
Ähnliches wurde auch für dieses Spiel erwartet, “Das wird heute ein grottiges Unentschieden, 0:0 oder 1:1!” war ein Zitat eines Gegengeraden-Dauerkartenbesitzers, welcher wohl aussprach was viele dachten oder zumindest befürchteten.
Nach wenigen Sekunden hätte es dann schon bei uns klingeln können, Tschauner konnte dank gutem Stellungsspiel aber aus kurzer Distanz klären und im Gegenzug konnte Max Kruse dank gütiger Mithilfe des Ex-Rostockers Gledson zum 1:0 einschießen. Kruse war auch das letzte Glied einer hervorragenden Kombination zum 2:0, indem er den Ball auf Naki spielte, welcher locker einschob.

Der Rest war größtenteils Gewürge, die zweite Halbzeit eher zum Abgewöhnen, aber wer oben steht gewinnt eben auch solche Spiele und sowohl an “Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss!” als auch an “Wer solche Spiele gewinnt, steigt am Ende auf!” ist viel wahres dran, wenn auch letzteres zum jetzigen Zeitpunkt und in Anbetracht der drei anderen konstant punktenden Teams in ein “… bleibt mindestens oben dran!” relativiert werden sollte.

Hauptaufgabe für das Trainerteam sollte in der kommenden Woche sein, Deniz Naki nochmal in aller Ruhe die Abseitsregel zu erklären. Verbunden mit den Konsequenzen für einen Spieler, wenn er in selbigem steht. Und ganz wichtig: Ihm mögliche Lösungsvorschläge für diese Situation aufzeigen, bitte.
Wenn das gelingt, stehen uns ca. zehn Angriffe pro Halbzeit mehr zur Verfügung, da dürfte das ein oder andere Tor schon bei rausspringen.

Noch ein Wort zur FARE Action Week: Da marschieren Fans mit einem “Fußball, Ficken, Alkohol???”-Plakat aufs Feld, und die Gegengerade stimmt lauthals mit selbigem Spruch ein, nur eben ohne Fragezeichen. Klang so jetzt für mich auch nicht zwingend nach Ironie sondern mehr nach zu viel Alkohol, aber vielleicht bin ich da auch empfindlich.

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf den Freitag, um 18.00h ist Anstoß in der Alten Försterei und es wird sicherlich mehr Stimmung in der Bude sein als gestern, da eben auch akkustisch ein Gegner anwesend ist.

Links zum Spiel:
- Fotos Stefan Groenveld
- Bericht Gegengeraden-Gerd
- Bericht BeebleBlox
- Bericht Magischer FC

Kommen wir zur Aufarbeitung der letzten Wochen:

Raval
Ja, scheiße… nach der Weinbar schließt also nun auch das Raval im November seine Pforten für immer. War es bei der Weinbar der (mutmaßlich aufgrund der inhaltlich fragwürdigen aber anhaltenden Beschwerden einer anderen Mietpartei) gekündigte Mietvertrag, machen dem Raval die hohen Auflagen der Behörde zu schaffen bzw. die Zukunftsplanungen zunichte.
Sehr schade, der Neue Kamp verliert damit innerhalb weniger Tage zwei großartige Anlaufstellen für lecker Essen, Trinken und nettes Beisammensein.
Macht dem Laden noch bis zum 12.November Eure Aufwartung.
Die Redaktion wünscht Romy, Jan und allen anderen Beteiligten alles Gute für die Zukunft!

Karten für das Auswärtsspiel in Rostock
Sicher eines der (aus Fansicht) wichtigeren Spiele der Saison, die Begegnung in der DKB-Arena beim FC Hansa Rostock am Samstag, den 19.November. Der Fanladen wird einen Sonderzug (AFM 13,-€, alle anderen 15,-€) stellen, Vorbestellungen können noch bis Mittwoch, dem 26.10. abgegeben werden. Außerdem wird es voraussichtlich einen Entlastungszug der Bahn geben.
Auch der Verein hat jetzt das Procedere für die Tickets bekannt gegeben, der Verkauf dort beginnt nächste Woche Mittwoch, am 2.November.

“FußballHamburg.de”
Die ohnehin gute Seite über den Hamburger Fußball im Allgemeinen wurde zum 19.10.(!) einem Relaunch unterzogen und zur Feier des Tages empfhle ich dann auch gleich mal einen besonders lesenswerten Artikel über die besondere Hingabe zum Sport und die alltäglichen Probleme, die damit einhergehen wenn man dabei im Rollstuhl sitzt. Ein Portrait über Björn Meyer.

Laut gegen Nazis
Im Profifußball dürfte kein anderer Verein eher mit “Gegen Nazis/Gegen Rechts” in Verbindung gebracht werden als der FC St.Pauli und insbesondere seine Fans.
Ab und an ist es aber natürlich auch gut, sich nicht nur auf den erworbenen Lorbeeren auszuruhen sondern auch Verantwortung zu übernehmen und deutlich Position zu beziehen.
Dies tut unser Verein nun mal wieder und wird offizieller Partner für Hamburg der “Internationalen Wochen gegen Rassismus” im März nächsten Jahres.
Wir sind gespannt, was da noch an weiteren Aktionen geplant ist, schöne Sache!

Fußball und Gewalt
Ach ja… ein Lieblingsthema der Medien, oftmals sinnlos angereichert durch Bilder von Pyros. Artikel die sich differenziert mit der Thematik beschäftigen kann man pro monat wohl an einer Hand abzählen und hat meist noch fünf von fünf Fingern über, daher ist es doch sehr angenehm wenn aktuelle auch mal etwas mehr lesenswertes zu finden ist.
Zum einen hat Nicole Selmer für den Ballesterer ein Interview mit dem Psychologen Clifford Stott geführt, Anlass waren die “London Riots”.
Zum zweiten gibt es erneut einen Artikel von Pascal Claude in der schweizer Wochenzeitung, der sich auch mit der Rolle eines ganz bestimmten Sicherheitsdienstes beschäftigt.

Fußball und Wirtschaft
Zwei Bereiche, die immer mehr zusammengehören, was ja im Sommer nach der Pleite von Bayer 04 – Sponsor Teldafax schon mal aufkam. Jetzt hat die SZ in einem Artikel über Vorwürfe gegenüber dem VW-Konzern berichtet, welcher Geschäftspartner “freundlich” darum gebeten haben soll, doch auch Sponsor beim VfL Wolfsburg zu werden, was de facto unter das Stichwort Korruption fiele, denn dadurch fordere man Vorteile für einen Dritten, die mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun haben.
Dem VfL selber droht da wohl nichts, die Anklage richtet sich gegen VW, doch die Folgen für den gesamten Sportbereich dürften spannend sein.

Wer nicht hüpft, der…
Ob wir nun “Die Welle” oder das “Basismodell” auf der Gegengerade bekommen werden, ist offiziell noch immer nicht entschieden, allerdings kam da ein Artikel auf Spiegel Online gerade recht um nochmal über den Sicherheitsaspekt zu sprechen.
Aus meinem Laienverständnis heraus spricht der Artikel eher für die Welle, da Stahl für derartige Schwingungen besser geeignet sein müsste als Beton. Aber wirklich entscheidend in der genannten Frage des Modells sollte er nicht sein, da er ja auch auf Stahl gar nicht eingeht. Wer aber bisher aus Sicherheitsgründen gegen die Welle war, sollte sich vielleicht nach dem Artikel mal fragen, wie sicher denn andere Stadien unter dem Aspekt heute sind.

Abgründe…
Ein Artikel, auf den ich über den folgenswerten Twitter Account von Rene Martens gestolpert bin. Fans von Maccabi Haifa werden dort verdächtigt, für Grabschändungen verantwortlich zu sein. Ob es nun stimmt oder nicht, allein die Diskussion darüber zeigt, wie sehr Fußball und Politik miteinander verbunden sind… und das eben nicht nur beim FC St.Pauli und in Deutschland.

Lauterer Ultras lehnen Preis ab
Die Deutsche Akademie für Fußballkultur vergibt seit einigen Jahren Preise, von denen wenigstens einer pro Jahr auch Fanbelange berührt. In diesem Jahr sollten die Lauterer Ultras der Generation Luzifer für ihre Fritz-Walter-Choreo ausgezeichnet werden, lehnten dies aber ab. Nicht, weil man an der Akademie etwas auszusetzen hätte, sondern weil hinter dem Preis easyCredit/TeamBank als Sponsor steht.
Nun gelten St.Pauli-Fans und die Lauterer sicher nicht als engste Freunde, für diese Konsequenz schicken wir aber zumindest mal eine anerkennend hochgezogene Augenbraue in Richtung Pfalz, zumal im gleichen Atemzug ein Spendenkonto für drei Projekte eingerichtet wurde, welchen man sich nun widmen will.

Ergebnisse aus dem Verein
Fangen wir mit dem Fußball Nachwuchs an. Die U23 hat nach drei Siegen in der Regionalliga nun auch einen von den “Großen” geärgert und bei RB Leipzig einen Punkt ergattert. Nach einem Halbzeitrückstand erzielte Erdogan Pini den umjubelten Ausgleich, einen Bericht dazu inkl. Blick auf den Gästesupport könnt Ihr beim MDR sehen.
Die A-Jugend hingegen kämpft in der Bundesliga weiterhin gegen den Abstieg. Bei Hannover 96 verlor man 1:3 und hat nach sieben Spielen weiterhin nur drei Punkte durch drei Remis. Allerdings kommen die Spiele gegen die Gegner, gegen die man die Punkte holen sollte auch erst jetzt und es ist noch alles eng beisammen. Wer am Sonntag noch nichts vor hat, sollte um 11.00h an der Sternschanze sein, wo gegen Halle dann hoffentlich der erste Sieg eingefahren wird.
Deutlich besser steht die B-Jugend da, die am Wochenende durch einen 2:1 Erfolg gegen den VfL Osnabrück drei ganz wichtige Punkte eingefahren hat und sich somit im Mittelfeld der Bundesliga Nord aufhält.
Die C-Jugend holte sich mit einem 4:1 Sieg bei Werder Bremen und liegt damit weiterhin einen Punkt vor dem hsv auf Platz 4.
Absolut spannend auch die Tabelle der vom ÜS unterstützten 4.Herren, dort liegen (nach sechs Spieltagen) in einer 12er Liga die ersten 4 Teams punktleich nur drei Punkte vor den Plätzen 5-8.
Beim Handball holte die erste Herrenmannschaft in der Oberliga gestern Abend vor gut 200 Zuschauern einen Punkt beim 24:24 gegen den TSV Ellerbek. Einen Spielbericht dazu gibt es beim Basch.
Und schließlich gibt es noch eine Meisterschaft zu vermelden, und zwar beim American Football: Die St.Pauli Buccaneers holten durch ein 25:0 bei der II.Mannschaft der Lübeck Cougars den Titel in der 5.Liga. Meine Anfrage, ob dies gleichbedeutend mit dem Aufstieg in Liga 4 ist, läuft… falls es jemand auch so weiß, darf dies gerne in den Kommentaren vermekrt werden.
Last but not least noch ein Blick über den Kanal: Der FC Brentford (bekanntlich der neue Klub von Marcel Eger), hält Anschluß an die oberen Ränge und liegt nach einem 1:1 bei Notts County zwei Punkte hinter den Play-Off-Plätzen. Marcel hat von den bisher 14 Spielen immerhin die Hälfte bestritten, ein Interview mit ihm wird es auch im nächsten ÜS geben, welcher zum heimspiel gegen Dynamo Dresden Ende November erscheint. // Frodo

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Und sonst so… (XIX)

JHV 2011
Wie der Verein per Blickpunkt mitteilte, findet die allseits beliebte Jahreshauptversammlung in diesem Jahr am Dienstag, dem 22.11.2011 um 18.00 Uhr im CCH statt.

Nun kann man (wie Frau Jeky es tut und dafür ihren eigentlich eingestellten Blog wieder befüllt) dies als bewusste Schikane gegenüber Auswärtigen Fans des Verein werten. Auch als Hamburger ist ein Termin unter der Woche von 18.00h für manch Arbeitnehmer schwer. Und natürlich kann man damit dann Absicht seitens des Präsidiums vermuten, um unliebsame Gegenstimmen bei der ein oder anderen eventuellen Abstimmung auszugrenzen.
Ebenso kann man, wie es der Magische FC Blog tut, anmerken, dass ein Termin am Wochenende viele der sporttreibenden Abteilungen ausschließt, auch wenn, wie er anmerkt, dieses Risiko durch langfristige Planungen und Absprachen mit den jeweiligen Verbänden sicher zu umgehen gewesen wäre.

Will sagen: Ein echtes Ärgernis, egal wo man wohnt. Allerdings hab ich da inzwischen eher resigniert, da kann ich mich nicht mehr wirklich drüber aufregen.
Festzuhalten bleibt, dass der Termin sicher nicht als “Bestmöglich” in die Geschichte eingehen wird. Vielleicht wäre die Miete im CCH am Wochenende höher gewesen, vielleicht ist der Ballsaal zu klein, sehr wahrscheinlich wäre die Veranstaltung im Stadion abzuhalten Ende November in Hamburg nicht machbar.
Trotzdem: Unglücklich bleibt es, Punkt.

Aber: Wie man an diversen Beispielen der Vergangenheit sieht (aktuell nicht zuletzt an den 143 Mitgliedern der AFM-Versammlung, bei ca.9.500 Mitgliedern und damit gut 1,5% Anwesenheitsquote trotz Termin an einem Feiertag) ist die Auffassung der meisten Mitglieder dieses Vereins eben die, dass die Mitgliedschaft diverse Rechte bietet, neben dem Bezahlen des Mitgliedsbeitrages aber eben keine Pflichten hat. Das war bei vergangenen Versammlungen so und wird auch dieses Mal so sein.
Von den 15.000 Mitgliedern dürften mindestens zwei Drittel im Hamburger Einzugsgebiet leben und der überwiegende Teil dürfte (wenn einen Monat vorher darüber informiert) auch ohne umstellen der Urlaubsplanung den 18.00h Termin möglich machen können… und trotzdem wird die Zahl der Anwesenden wahrscheinlich nicht einmal (oder grade mal eben so) vierstellig.
Zum Vergleich: Im letzten Jahr fand sie an einem Sonntag Nachmittag vor 500 Leuten statt (Samstag war Heimspiel gegen Leverkusen, also auch für Auswärtige irgendwie mach-/kombinierbar) und am Montag Abend, da sie ja zweitägig war, waren es immerhin noch 400 Anwesende. Wer da jetzt 20% Schwund am Werktag erkennt und dies verallgemeinern will, sollte im Hinterkopf behalten, dass die für viele wichtigste Entscheidung (Corny Littmanns Ehrenpräsidentschaft oder eben nicht) bereits am Sonntag gefällt worden war und vielleicht auch deswegen einige auf den Montag verzichteten.

Also: Kommt alle… oder auch nicht, kann ich eh nicht ändern.

St.Pauli-Bande
Die St.Pauli-Bande ist ein großartiges Projekt vom Fanclubsprecherrat und Fanladen, und hat noch Kapazitäten. Lest selbst:

In der Saison 2009/2010 wurde die Sankt Pauli Bande, der erste Fanclub nur für Kinder, vom Fanclubsprecherrat in Zusammenarbeit mit dem Fanladen ins Leben gerufen. Hier sollen sich Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren kennen lernen und gemeinsam ihr Fandasein außerhalb der Spieltage erleben. Die Bande ist für die Mitglieder kostenlos.
Alina, Cathrin, Christine, Elin, Inessa und Martino organisieren die Bandentreffen. Seitdem treffen wir uns etwa alle sechs Wochen montags zwischen 17.00 und 18.30 Uhr im Fanladen.
Bei jedem Treffen der Bande findet eine besondere Aktion statt. Beim letzten Treffen haben die Bandenmitglieder ihre eigene Fantasche hergestellt. Das nächste Treffen ist am 7. November und wir machen eine Rallye rund um den Fanladen. Das Weihnachtstreffen findet am 12. Dezember statt. Wir haben uns schon eine tolle Überraschung für euch überlegt!
Natürlich kommt auch der Fußball nicht zu kurz! Die Bandenmitglieder spielen im Rahmen der Fanclubturniere ihr eigenes Kinderturnier. Und selbstverständlich erhält jeder eine Urkunde und einen Preis.
Wir haben noch viele Ideen im Kopf, aber vielleicht hast du noch bessere? Hast du Lust, mit dabei zu sein? Dann melde dich an unter bande@fanclubsprecherrat.de oder bei Elin unter fanladen@gmx.de. Wir freuen uns auf dich!

NPD-Blog wird zu Publikative
Das Projekt “NPD-Blog.Info” geht zuende, ein neues namens Publikative.org beginnt bzw. macht dort weiter, zu den Gründen hat Patrick sich hier geäußert. (Also aktualisiert Eure RSS-Feeds und/oder Bookmarks.)
Doch auch unter dem neuen Namen gibt es weiterhin allerlei Lesenswertes und wir empfehlen dann gleich mal einen etwas anderen Blick auf das Frankfurter “Bomben auf Dynamo”-Plakat, als ihn die klassischen Medien (und insbesondere der Boulevard) in den letzten Wochen geworfen haben. Ob die dort geäußerten Hintergründe den Frankfurtern auch so bewusst waren, bezweifeln wir mal genauso wie der Autor. Der Verwunderung über die ausbleibende Reaktion auf die Dresdener “Jude, Jude, Jude!”-Rufe schließen wir uns aber gerne an.

Gewalt im Fußball
Die Ausschreitungen beim Zürcher Derby zwischen GC und dem FCZ machten europaweit Schlagzeilen, insbesondere der Boulevard überschlug sich regelrecht. Nicht ganz zu unrecht, schließlich war dies der erste zuschauerbedingte Abbruch im schweizer Profifußball.

Der Tenor aber war wie immer bei solchen Vorfällen. So, wie man ihn auch aus anderen Ländern und eben auch aus Deutschland kennt: Einige wenige, unverbesserliche Fans (gerne in Anführungsstrichen) hatten mal wieder tausende “normale” Fans um ihren Fußballgenuss gebracht. Jene wenige, die doch mit den anderen nichts zu tun hätten und sowieso nicht wirklich ins Stadion gehörten, je nach Zeitung oder Vereinsfunktionär eben auch gar nicht wirklich zu den beiden Vereinen gehören würden.
Eine Herangehensweise, die beim einem gewissen Zweitligisten in Mecklenburg-Vorpommern bereits mit “Die sind ja sonst nie da…” zum geflügelten Wort wurde.

Am Wochenende erreichte mich dann per Mail aus Zürich dieser Artikel von Pascal Claude aus der Schweizer “Wochenzeitung”, verbunden mit dem Kommentar: “Solch differenzierte Betrachtungsweisen zum Thema sind in der Schweiz derzeit eher selten!
Nicht nur in der Schweiz, möchte man hinzufügen.

“Tor des Wochenendes”
Die Wahl zum Tor des Monats September läuft noch, Stimmen für Florian Bruns’ Freistoß in den Winkel können noch bis Samstag um 19.00h abgegeben werden.
Beim 13-0 Testspielsieg am Samstag in Lüneburg gab es gleich das nächste Traumtor, erzielt von Rouwen Hennings zum zwischenzeitlichen 4-0, volley aus ca. 25 Metern. Dank der Lüneburger Zeitung gibt es das Tor jetzt auch online anzuschauen, es lohnt sich.

Weihnachten kommt näher
Zum Schluß dann noch die Empfehlung eines (zumindest annähernd) “Weihnachtsliedes” mit besonderem Gruß an Herrn Arnesen. Möge er die erfolgreiche Arbeit von Michael Oenning fortsetzen.

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Filmkritik “Das ganze Stadion”

Als ich die erste Twitter-Werbung über den Trailer zu “Das ganze Stadion” losschickte, kam da ein etwas hämischer Kommentar eines hsv-Fans zurück, der doch sinngemäß schrieb: “Schon toll dieses Pauli, dass da das ganze Stadion singt, unfassbar…
Man mag nun glauben, dass es am Millerntor noch immer “anders” ist als in vielen anderen Stadien, oder auch nicht, den Neid bzw. die Häme über die mediale Aufmerksamkeit dieser “Andersartigkeit” kann man aber vielleicht nachvollziehen, die stört ja in Teilen sogar uns selbst.

Dies führte gerade in den letzten Jahren aber eben auch zu einer Vielzahl an mehr oder weniger professionellen Filmen. Wie viele Filme (wichtig: ungleich “sportlicher Saisonrückblick”) fallen Euch denn zu den Bayern, Dortmund, Werder oder dem Verein mit den vielen Stadionnamen ein? Jeweils ein bis zwei? Na, immerhin, wenn überhaupt… und bei uns? Drei bis vier? Von wegen!
Beim FC St.Pauli waren es ein paar mehr und im Zweifel ist die folgende Liste nicht mal vollständig:

Darunter waren gute und weniger gute Versuche, bei den als “Spielfilm” zur Unterhaltung gedachten “Schicksalsspiel” und “Gegengerade” blieb naturgemäß auch die Realität in (großen) Teilen auf der Strecke, geopfert der dadurch besser vermittelbaren Story, je nach Zielgruppe.

Nun hat sich mit Felix Grimm ein Fan dem Thema “Mythos Millerntor und Fanszene FC St.Pauli” angenommen, der zum einen den beruflichen professionellen Background für eine hochwertige und durchdachte Produktion hat, zum anderen genug Herzblut in das Projekt investiert um eben dieser Fanszene auch gerecht zu werden (hier ein absolut lesenswertes Interview mit ihm in der Basch #4).
Mit seinem Team hat er einen Film geschaffen, der sich angenehm von den meisten bisherigen Werken abhebt. Alles ist echt, ungeschminkt. Aus der Mitte dessen, was sich beim FC St.Pauli unter dem Sammelbegriff “Aktive Fanszene” bewegt, die ja auch immer gerne als Klüngel bezeichnet wird.

Das ganze Stadion” hatte im Rahmen des Hamburger Filmfestes am Dienstag Abend um 21.30h Premiere im Metropolis und (wenig überraschend) war komplett ausverkauft. Aufgrund der großen Nachfrage gab es danach sogar noch eine zweite Vorstellung um 23.15h, auch nicht alltäglich mitten in der Woche.
Morgen (Freitag) gibt es im B-Movie (Brigittenstraße 5) um 19.00h noch eine Gelegenheit den Film zu sehen und ich kann wirklich nur jedem raten diese zu ergreifen, so es irgendwie geht und man die Vorstellungen Dienstag verpasst hat, derzeit gibt es wohl auch noch Karten.

Wo, wie und wann der Film außerdem noch gezeigt wird, ist noch in Klärung, Details sicher auf der Homepage des Films oder im St.Pauli-Forum.
Ebenfalls ist noch unklar, ob der Film auf DVD erscheinen wird, da die GEMA hier bei den von Fans gesungenen Liedern zu den jeweiligen Original-Melodien die Hand aufhält und das ein nicht unerheblicher Kostenfaktor für einen Film mit doch eher schlankem Budget ist. Allerdings gibt es da bereits Ideen und wenn jemand das noch irgendwie unterstützen will, darf er sicher die auf der Homepage angegebene e-mail Adresse des Regisseurs nutzen.

So, für alle anderen wird jetzt hier geSPOILERt und ich erzähl einfach mal, worum es so im Groben geht und wie das ganze aufgebaut ist.

Der Film erzählt die Geschichte eines (fiktiven) Heimspiels des FC St.Pauli in der Aufstiegssaison 2009/2010, anhand der Spiele gegen Koblenz (32.Spieltag, 6:1, Halbzeit 2:0) und Augsburg (30.Spieltag, 3:0, Halbzeit 0:0). Das erste Halbzeit gegen die TuS Koblenz stellt die erste Halbzeit des Films dar, die zweite Halbzeit übernehmen dann die zweiten 45 Minuten gegen Augsburg und am Ende ist man mit einer Portion künstlerischer Freiheit bei einem 4:0 nach einem 1:0 zur Pause.
Es gibt keine Spielszenen zu sehen, allerdings das ganze Stadion der damaligen Zeit, also mit den drei Tribünen Nord, Gegengerade und Süd, denn die Haupttribüne war ja noch im Bau. Ein Schmunzeln wert ist auch der kurze Besuch im Polizeicontainer, an jenem Tag wohl Euphoriefreie Zone.
Protagonisten sind aber eben die Fans, die bei beiden Spielen mit einer Kamera verfolgt wurden und zudem verkabelt waren, insgesamt waren bis zu 15 Kameras und Aufnahmegeräte bei den Aufnahmen im Einsatz (und haben die Bierduschen wohl alle überstanden).

Der Reiz dieses Films liegt darin, dass eben diese handelnden Personen, die Fans, ihr innerstes nach außen kehren und das gesamte Spiel über eben das Spiel so verfolgen, wie Fans es nunmal tun: Emotional, mit Herzblut, Glaube, Liebe und Hoffnung, Leiden, Glück und Ekstase.

Und all das ist aufgenommen worden, insgesamt gab es über 80 Stunden Material aus denen jetzt diese 63 Minuten zusammengeschnitten wurden.

In der Süd begleitet man A., Vorsänger von USP, die Kamera hierbei direkt aufs Megaphon geklebt, was durchaus ungewohnte Einblicke gibt.
In der Gegengeraden sind mit J., M. und N. gleich mehrere bekannte Personen zu sehen, die natürlich viel mehr Zeit zum fluchen, pöbeln und entsetzt aufschreien haben als A., der ja auf dem Zaun auch eine Aufgabe hat.
Im Norden begleitet das Team zwei Protagonisten von Nord-Support, mutmaßlich Mutter und Sohn. (Schon mal ein großes Sorry, wenn dem nicht so sein sollte, ich komm noch zur Indizienkette wieso ich das schlußfolgerte.)

Grob gesagt eben ein schöner Querschnitt des Stadions, wie es ihn womöglich in so einer Form auch nur am Millerntor geben kann, da es eben auf allen (damals drei und heute vier) Tribünen Fanclubs oder Gruppen gibt, die sich explizit den lautstarken Support auf die Fahnen geschrieben haben… sei es USP, Nord-Support, Alte Schule, Last Minute St.Pauli, diverse weitere Fanclubs auf der GG inkl. dem Block 1 oder eben neuerdings den Oldtras auf der Haupttribüne.
Mag sein, dass es bei anderen Klubs auch so ist, vielleicht fehlt mir da etwas der Überblick. Wem andere Vereine einfallen, wo das ebenso ist, ergänze dies bitte in den Kommentaren.

Und ebenso klar kommt durch ständiges Schneiden zwischen den Tribünen während einer Situation auch gut die jeweilige Identität der jeweiligen Tribüne heraus, auch wenn diese sicher nicht für alle deren Besucher exemplarisch ist, so aber doch für einen Großteil.

Während das AFM-Radio der beiden Spiele den groben zeitlichen erzählerischen Rahmen vorgibt, kommen die sportlichen Halbzeiten ohne Erzählung oder “Story” aus. Die Gesichter, Reaktionen, Gesänge, Sprüche und O-Töne, sie sprechen für sich und erzählen das Spiel, wie es eben ein Fan erlebt.Dabei gibt es natürlich allerlei zum Lachen, wenn beispielsweise besagte Fanin im Norden bei der (etwas angepassten) Textzeile “Unser ganzes Leben, unser ganzes Geld!” stutzt, ihren (meine Vermutung) Sohn anschaut und sagt: “Wieso eigentlich unser ganzes Geld? Doch wohl eher meins…”
Situationskomik, die man schlecht schildern kann, die aber eben auch diesen Film ausmacht.

Zusätzlich werden an den passenden Stellen einleitend, begleitend und abschließend von den handelnden Personen noch Statements aus dem Hintergrund eingespielt, die Kontexte erklären (Entstehung/Bedeutung der Sozialromantiker z.B. oder auch die Sicht auf USP im Vergleich zu anderen Ultraszenen Deutschlands) oder auch grundsätzliche Konflikte wie die Kommerzialisierung im Profifußball im Allgemeinen oder dem FC St.Pauli im Speziellen beleuchten.
Die dort geäußerten Dinge sind vielleicht für die Gesamtaussage des “Erlebnis Millerntor” auf den ersten Blick nicht so wichtig, machen den Film aus meiner Sicht aber eben erst richtig rund, da nur durch sie auch der Unterschied zu anderen Stadien in Deutschland herauskommt.

Wie schrieb User diamondback im St.Pauli-Forum: “Ich werde versuchen alle meine Freunde mit in den Film zu nehmen, die nicht verstehen, warum ich Den FCSP so liebe. Wenn sie es danach noch immer nicht wissen, kapieren sie es nie.

Dürfte so sein, wenn man auch abholt und das ein oder andere erklärt.
Gleichzeitig ist aber damit auch die Zielgruppe des Films schon benannt: Jeder St.Pauli-Fan, der schon mal am Millerntor war dürfte hier viele bekannte Gesichter sehen und in diverse Situationen sich selbst wiedererkennen und diesen Film lieben.
Auch Fans anderer Vereine werden sicher Spaß an “Das ganze Stadion” haben. Und genau mit diesen zwei Gruppen dürfte das Team des Films schon mehr als zufrieden sein, vielleicht ist dies sogar schon mehr, als sie erhofft hatten.
Für jemanden, der mit Fußball (und speziell dem FC St.Pauli) nichts verbindet, dürfte der Film nichts sein, aber das ist sicher zu verschmerzen.

Großes Kino, im wahrsten Sinne! // Frodo

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Und sonst so… (XVIII) – (inkl. 10.Spieltag (A) – Energie Cottbus)

FC Energie Cottbus – FC St.Pauli 1:4 (0:2)
Tore: 0:1 Sebastian Schachten (17.), 0:2 Max Kruse (43.), 0:3 Marius Ebbers (76.), 1:3 Alexander Ludwig (81.), 1:4 Marius Ebbers (86., sein 100.Treffer in den ersten zwei Ligen insgesamt!)
Zuschauer: 15.000 (ca. 1.500 St.Paulianer)

Zehnter Spieltag hin, Fehlen diverser Leistungsträger bei Cottbus (Rangelov, sieben von bis dahin 14 Toren) her: Mit dem Abstieg werden wir diese Saison nichts zu tun haben, auch wenn zur 40 Punkte-Grenze noch 18 Punkte fehlen…
Und Andre Schubert sollte sich zur Umsetzung seiner persönlichen Trainings-/Spielziele einfach besser mit dem Abendblatt austauschen. Kaum hatte Lutz Wöckener dort am Samstag erwähnt, dass von den bisher 19 Toren (inkl. DFB-Pokal) keines per Kopf erzielt wurde. Und siehe da: Ecke, Kopfball Gunesch, Kopfball Schachten, Tor! Und Marius Ebbers erzielte ja später dann auch noch ein Tor mit dem Schädel, läuft also.
Und wenn man den Ex-St.Paulianer Ludwig noch dazu zählt, gab es ja sogar noch einen dritten Treffer per Kopf und somit sogar ein 5:0 *hust*.

Zürcher Derby abgebrochen
Wer schon mal eines der brisanteren Ligaspiele in der Schweiz live gesehen hat, weiß, dass die Jungs dort keine Freunde von Traurigkeit sind und man sich über Probleme wie einen geschmissenen leeren Plastikbecher in den Vereinsetagen wohl sogar freuen würde.
Am Sonntag fand nun das Zürcher Derby zwischen “GC” und dem “FCZ” statt, und nach 77.Minuten führten die Grashüpfer durch einen just verwandelten Elfer mit 2:1, als (wohl) ein FCZ Fan eine “Petarde” (schweizer Begriff für Leuchtfeuerwerk) in den GC-Block schmiss. (In ersten Online-Berichten war noch die Rede davon, die GC-Fans selber hätten Bengalos aufs Feld geworfen.)
Danach waren wohl recht schnell Fans beider Teams auf der Tartanbahn, woraufhin
der Schiedsrichter die Spieler dann auch fix in die Kabinen schickte. Nach Rücksprache mit den Sicherheitskräften brach er fünf Minuten später das Spiel ganz ab.
Wer mehr wissen will (und gerne auf den Boulevard verzichtet), findet dazu sicher in der NZZ jeweils aktuelle Infos und wie ich die Schweizer kenne flutet auch YouTube bald über mit Details, hier zumindest schon mal der Bericht des schweizer Fernsehens:

 

Und wo wir grad bei Fußballrandale sind, noch ein Video aus Bosnien:

Beim ersten Hingucken ist man noch fassungslos, beim Zweiten bemerkt man dann den Spieler des weißen Teams der bei ca. 27 Sekunden noch ein “Foul” “versucht”… mein nicht vorhandenes Bosnisch lässt mich beim Lesen der Kommentare vermuten, dass “Politik beim Fußball” hier irgendwie eine Rolle spielt, vielleicht kann da ja jemand weiterhelfen, in welcher Hinsicht auch immer.
Festzustellen bleibt, dass wohl niemand wirklich traurig ist, dass es derartige Zustände im deutschen Fußball kaum noch gibt. Und umgekehrt denk ich bei solchen Bildern auch immer gleich an den Roten Stern Leipzig, der doch recht regelmäßig Gefahr läuft, Opfer solcher Aktionen durch komplett merkbefreite Vollidioten zu werden.

BECHERWURF!!!
Na, wenn da der harte Hammer des DFB aber nicht mal mit unerbitterlicher Härte zuschlägt…
Nach Abpfiff des Spiels KSC – Greuther Fürth (Karlsruhe mit Chancen für zwei Saisons und diversen Aluminiumtreffern, Ausgleich für Fürth zum 2:2 in Unterzahl in der Nachspielzeit: Freistoß, Gewusel, Schuß aus der Menge, Unterkante Latte, Rücken des knapp vor der Linie stehenden Karlsruhers, Tor…) verließ das Schiedsrichtergespann den Wildpark, und da geschah es: Die neue häßliche Fratze des deutschen Fußballs zeigte wieder ihr Gesicht, ein Bierbecher flog! Er war nicht leer, traf aber wohl die vorsorglich aufgespannten Regenschirme. Man darf gespannt sein, wie hoch die Strafe der DFL/des DFB dieses Mal sein wird.
(Und bevor man mir Verharmlosung vorwirft: Gegenstände jeder Art zu schmeißen find ich scheiße… ich kann nur nicht verstehen, wie gerade St.Pauli Fans untereinander jetzt “lebenslanges Stadionverbot” fordern. Strafe muss sein, aber die Verhältnimäßigkeit sollte gewahrt bleiben. Und wenn sich die Medien jetzt auf so eine lächerliche Scheiße (Entschuldigung) einschießen, während jede Woche deutlich schlimmere Sachen beim Fußball auch in Deutschland passieren, so kann man da nur noch resignierend mit dem Kopf schütteln.)

Bruns – Tor des Monats
Abstimmen… Alle… Mehrfach… auch im Namen von Mama, Papa, allen Kindern und Haustieren!
Ich muss allerdings für die Wahl zum Tor des Jahres schon mal vorauseilend sagen, dass ich da wohl Derdiyoks Fallrückzieher von gestern gegen Wolfsburg bevorzugen würde…

Zockerliga
Das Buch “Zockerliga” von Rene Schnitzler ist dank der nahezu zeitgleichen Erscheinung des (bei näherer Betrachtung) eher unspektakulären Buches von Philipp Lahm etwas untergegangen und auch ich habe es bisher noch nicht gelesen. Dafür aber René Martens, der in der Jungle World eine Rezension veröffentlicht hat.
Im Gegensatz zu den meisten bisherigen medialen Texten die ich über das Buch gelesen habe, nimmt sich Martens weniger den reißerischen Ansatz der Sportwetten vor, sondern beschreibt aus dem Blickwinkel als St.Pauli-Fan und setzt daher andere Schwerpunkte.
Dürfte für viele desillusionierend sein, was dort von Schnitzler erzählt wird. Einiges mag dem Willen geschuldet sein das Buch verkaufen zu wollen und dementsprechend aufgebauscht. Aber lest selbst und bildet Euch ein eigenes Urteil.

Sportlicher Überblick
Die U23 kommt langsam in Fahrt und spielt derzeit eine bessere Rolle, als so mancher ihr das vor der Saison zugetraut hat. Am Samstag gab es vor knapp 300 Zuschauern am Millerntor ein 3:1 nach Rückstand gegen die durchaus höher einzuschätzende II.Mannschaft von Hannover 96, durch Tore von Rouwen Hennings, Hauke Brückner und Pierre Becken. Neun Punkte nach acht Spielen bedeuten Platz zwölf und Anschluß ans Mittelfeld.
Die in die Bundesliga aufgestiegene A-Jugend steht nach sechs Spielen mit 3 Punkten zwar auf dem vorletzten Platz, hat aber auch schon gegen die Top 5 der Tabelle gespielt. Am Sonntag gab es gegen den VfL Wolfsburg nach Halbzeitführung leider noch eine 1:2 Niederlage, die Gegentore fielen in der 88. und 90.Minute, bitter. Aber das wird schon noch.
Die B-Jugend war in ihrer zweiten Bundesliga-Saison besser gestartet, musste aber am Samstag gegen TeBe eine nicht unbedingt erwartete 1:3 Niederlage einstecken. Mit acht Punkten aus sieben Spielen steht man damit weiterhin im Mittelfeld.
Die vom ÜS bekanntlich unterstützte 4.Herren hat sich letzte Woche gegen Hamm United III. eine 2:0 Pleite eingefangen und steht mit 9 Punkten aus fünf Spielen im Verfolgerfeld. Da ist noch Luft nach oben, Jungs!

Und noch ein Blick zum Handball: Die in die Oberliga HH/SH aufgestiegene Herren-Mannschaft hat aus fünf Spielen immerhin schon zwei Siege eingefahren, gegen Bad Schwartau II und bei der SH Hamburg-Nord.
Wer da immer schon mal zuschauen wollte, hat jetzt vielleicht eine ganz gute Möglichkeit dazu: Nach dem übernaächsten Heimspiel am Millerntor, am 23.10. gegen den FSV Frankfurt, spielen die Handballer um 17.00h in der Halle an der Budapester Straße gegen den Tabellennachbarn aus Ellerbek. // Frodo

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9.Spieltag (H) – Erzgebirge Aue (inkl. Bierbecher etc.)

FC St.Pauli – Erzgebirge Aue 2:3 (1:0)
Tore: 1:0 Marius Ebbers (20.), 1:1 Ronny König (60.), 1:2 Tobias Kempe (69.), 1:3 Mike Könnecke, 2:3 Mahir Saglik (90. +1)
Zuschauer: 23.998 (ca. 1.500 Gästefans)

Scheiße passiert, nichts dramatisches.
Ich persönlich halte ja bekanntermaßen den sofortigen Wiederaufstieg durchaus für verzichtbar, da sind Niederlagen eine Grundvoraussetzung für das Erreichen dieses “Zieles” Klassenerhalt. Und dann verliere ich lieber gegen Teams mit Fans, die mir egal bis leicht sympathisch sind, damit sind sie nämlich um ca. 5 Ligen über dem restlichen Zeugs was in der Liga so rumläuft. Klar ist aber auch: Gerne verliert man nicht, gegen niemanden, schon gar nicht zuhause.

Zum Spiel: Die Führung kam aus dem Nichts, die Pausenführung war absolut glücklich bis unverdient und der Mann mit viel Fußballsachverstand neben mir sagte zur Pause: “Setz’ mal nen Zehner per Livewette auf ein 1:2, das wird heute nichts mehr!
Gut, das Geld wäre weg gewesen, aber mit genug Einsatz auf nen Auswärtssieg zu dem Zeitpunkt hätte man Griechenland schnell sanieren können, insbesondere in der Kombi mit nem Auswärtssieg des hsv, was mein Sitznachbar auch noch ansprach.
(Ja, Livewetten sind i.d.R. nicht mit Normalwetten kombinierbar, ich weiß.)

Und nach der Halbzeit konnte man das Elend dann wirklich langsam kommen sehen. Aue spielte weiterhin gut und mutig, und auch wenn Bruns vor dem Ausgleich klar gefoult wird, wären die Tore wahrscheinlich auch so später noch gefallen.
Ebbers hingegen war nach dem 1:2 plötzlich völlig frei durch und wurde dann unnötig panisch, wahrscheinlich dachte er, er würde verfolgt… und so versemmelte er eine Chance, die er an normalen Tagen blind reinmacht. Und als Bolls klasse Kopfball dann von Männel noch von der Linie gekratzt wurde, statt den Ausgleich zu markieren, war dann wohl klar das heute nicht mehr gehen würde.
Immerhin hat Saglik mal getroffen, vielleicht hilft es ihm ja.

Gute Besserung in jedem Fall an Lasse Sobiech, lt. Vereins-Homepage gibt es erst Montag eine Diagnose, vermutlich weil die Schwellung im Sprunggelenk noch nichts näheres zulässt. Übrigens ist wohl nicht die Konfrontation mit dem Pfosten das Problem gewesen, sondern ein Umknicken dabei… scheiße, Gute Besserung! Lesenswert übrigens ein Interview mit ihm auf der BVB-Fansite “Gib Mich Die Kirsche”. (Teil 1, Teil 2)

Links:
- Bericht und viele Fotos beim Kleinen Tod
- Fotos von Stefan Groenveld
- Bericht Breitseite
- Bericht Nord-Support

Und sonst so…
Ansonsten war das Spiel als solches und seine Begleiterscheinungen eher unspektakulär, im Nachhinein gab es dann aber zwei “Aufreger”, zu denen ich eingangs zum besseren Verständnis jeweils den entsprechenden Thread im St.Pauli-Forum verlinke, zumal das zweite Thema wohl auch nur dort wirklich ein Thema ist.

1.) Bierbecherwurf
Der Vorfall der letzten Saison gegen Schalke dürfte wohl allen noch in Erinnerung sein, die Folge war ein “Heimwärtsspiel” gegen Ingolstadt an der Lübecker Lohmühle.
Nun gab es am Freitag, wohl unbemerkt von TV- und Fotokameras (dass es sowas noch gibt!) nach Abpfiff einen erneuten Becherwurf. Dem bisherigen Vernehmen nach ein leerer Plastikbecher aus der Süd, der in Richtung Schiedsrichter flog und von diesem mit der Hand abgewehrt wurde. Diesen Wurf will er in den Spielberichtsbogen aufnehmen, was eine Verhandlung beim DFB nach sich ziehen dürfte.
Ich verweise mal kurz auf meine “Bierbecherwurf – One week after“-Gedanken, die in vielen Punkten natürlich auch hier passen, trotzdem noch das Wichtigste zum aktuellen Fall:
Die teilweise (u.a. auch heute im Abendblatt angedeutete) geäußerte Logik “Wiederholungstäter = Noch härtere Strafe = mindestens Geisterspiel” ist natürlich Blödsinn, denn die beiden Fälle sind (aus Sicht des DFB) nicht miteinander vergleichbar. Die DFB-Gerichtsbarkeit hat mehr als einmal klar gemacht, dass die 90 Minuten (plus Nachspielzeit) heilig sind und durch nichts und niemanden gestört werden dürfen. Alles was nach Abpfiff passiert, fällt deutlich weniger ins Gewicht. Der Verein wird ganz sicher eine Geldstrafe bekommen, damit dürfte das aber auch durch sein. Es wurde niemand verletzt, das Spiel wurde ordnungsgemäß beendet. Macht den Wurf natürlich nicht besser, ist aber beim DFB-Urteil absolut wichtig, egal ob man das gut findet oder nicht.

Spannender ist hingegen aus meiner Sicht der Umgang mit “dem Täter”.
Ja, Bierbecherwerfen ist scheiße, dämlich, unnötig und gehört bestraft. Diesen Satz vorweg beim Folgenden bitte immer im Hinterkopf haben.
Gut auch, dass er mit Hilfe der anderen Zuschauer gleich ermittelt werden konnte, auch wenn dies ein Hamburger Boulevardblatt zunächst anders darstellte, weil es reisserischer klang.
Aber darf ein Fußballverein, der im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag umsetzt und sich der doch in vielem sehr willkürlichen DFB-Gerichtsbarkeit unterwirft, die zu erwartende Strafe wirklich 1:1 an den ermittelten und meinetwegen sogar geständigen Täter weiterleiten, wie es jetzt viele fordern? Und ich meine damit nicht das juristische, sondern das “moralische” Dürfen.

Soll ausgerechnet der Verein, der sich wie kein anderer in diesem Lande öffentlich über seine Fans verkauft vermarktet und nur durch eben diese überhaupt so viel Geld einnimmt, mal eben so eine Existenz eines Fans zerschmettern? Wenn derjenige diesen leeren Plastikbecher in der Öffentlichkeit (z.B. bei der anschließenden Demo) geworfen hätte, wäre dies ziemlich sicher folgenlos geblieben… sowohl in der Situation selbst, als auch juristisch. (Ja, es gab Verhaftungen wegen Flaschenwürfen, dies ist aber auch eine andere Dimension was die Gefährdung anbelangt.)
Nun werden es in diesem Fall vielleicht “nur” 5.000,-€ oder oder 10.000,-€ oder sowas sein und nicht gleich wieder eine halbe Million Euro wie beim letzten Wurf, trotzdem finde ich diese Frage mal ganz allgemein wichtig zu klären.
Wie gesagt, ich will keine juristische Antwort, sondern eine die zu meinem FC St.Pauli und der besonderen Situation passt.
Und da kann es aus meiner Sicht eben nicht sein, dass dieser Werfer mit einer x-fach höheren und “mal eben so” durchgereichten Strafe vom FC St.Pauli ruiniert wird (je nach Lebenssituation und Höhe der Strafe), während deutsche Gerichte Leute zu 100,-€ pro Kopf für nächtliches Auflauern und Zusammenschlagen verurteilen. Beide Fälle haben nichts miteinander zu tun, ich weiß, aber man beachte doch bitte mal die Verhältnismäßigkeit. Strafe muss sein, aber bitte Einzelfallbezogen.

Und macht sich der Verein nicht auch mitschuldig, solange er Initiativen gegen Becherwürfe aus der Fanszene immer nur wohlwollend zur Kenntnis genommen aber nie wirklich selbst unterstützt hat, solange er das vorhandene Alkoholproblem dieser Fanszene negiert, solange bei jeder sich bietenden dämlichen Gelegenheit Astra wieder beworben wird, wie jüngst zum 100.Geburtstag, als so eine Buddel mit in die Zeitkapsel gepackt wurde? Komasaufen ist kein Problem, solange nicht mit dem Becher geworfen wird?
Klingt in etwa so, als würde der ADAC sagen: “Zu schnell fahren ist kein Thema, darfst nur keinen Unfall bauen!”

Ich will ja auch nicht, dass der Typ mit einem “Dududu…” davon kommt, aber wer jetzt, ohne Kenntnis des Strafmaß bereits eine 1:1 Durchreichung fordert, sollte das aus meiner Sicht nochmal gründlich überdenken.

Sinnvoller wäre es da, bei derartigen Vergehen mal ganz allgemein und für die Zukunft die Gerichtsbarkeit des DFB zu hinterfragen und zu klären, ob diese nicht künftig die Strafen an “die Täter” richtet und nicht mehr an die Vereine, dann müsste auch dort mal der Einzelfall geprüft werden, inklusive der finanziellen Situation des Täters.
Dies mag juristisch allerdings schwierig sein, keine Ahnung.

Einer der besten Beiträge in dem Thread kam jedenfalls von Grande Jano:
Darf ich auch den Becherwerfer und diese polemische Hetze hier scheisse finden [...]?

2.) Thor Steinar wegklatschen
Auslöser war eine zur 2.Halbzeit entrollte Tapete, auf der obige Worte standen. Auslöser für diese Tapete war/ist der neue Laden dieser “Modemarke” in Glinde und der gestern stattfindende Aktionstag dagegen.
Was dann im Forum diskutiert wurde, gibt es so wohl auch nur beim FC St.Pauli. Find ich auf der einen Seite spannend und gut, dass wir auch uns selbst ständig hinterfragen, den hier verlinkten Ansatz find ich aber ähnlich sinnlos wie hinter dem 90er Spaß-Slogan “Gyros, Tzatziki und dazu Salat!” Rassismus zu vermuten, wie es vor einigen Jahren mal kurz andiskutiert wurde.
Wenn dann im Thread Programme wie Exit genannt werden, als sinnvolle Alternative zur bloßen Gewalt gegen Nazis, so mag das grundsätzlich stimmen und niemand wird dieses Programm schlecht finden, im Gegenteil.

Auf so einer Tapete aber muss kurz und prägnant klar gemacht werden, worum es geht, und mit den begleitenden Tapeten drum rum war klar, dass es hier um erwähnten Aktionstag geht und man dafür “mobil machte”. Ich will jetzt gar nicht mit der “Du willst mit denen doch nicht etwa nen Mate-Tee trinken?“-Keule kommen, aber eine “Bitte geht nächste Woche mal im Thor Steinar Laden in Glinde vorbei und verteilt da Flyer von Exit, Danke Euch Allen!“-Tapete kann es ja wohl auch nicht sein.

Und natürlich war das ja eh kein Aufruf zur Gewalt, sondern wie von Zwille interpretiert nur der Wunsch, durch möglichst lautes und langanhaltendes Beifall klatschen die Ladeninhaber zum Aufgeben wegen Lärmbelästigung zu zwingen.
(Sorry, aber ich kann grad nicht anders, als mir vorzustellen wie dann da der ein oder andere aus dem Laden kommt und ein charmantes “Hier klatscht es gleich, aber keinen Beifall!” von sich gibt. Hoffentlich ist dann wiederum doch genug Tee vorhanden.)

Schreiber vertreiben
Ich gehe mal davon aus, die meisten werden es inzwischen mitbekommen haben, aber insbesondere Leser dieses Blogs außerhalb Hamburgs wissen bei den Stichworten “Schreiber, Obdachlose, Zaun” vielleicht ja doch nicht, was gemeint ist, daher hier der Artikel vom Hinz & Kunzt als Grundlage.
Der Artikel spricht für sich, da muss ich wohl nicht mal mehr meine Meinung zu äußern. Dementsprechend fand dann nach dem Spiel eine Demo statt, zu der sich etwas mehr als 1.000 Leute anschlossen. Verlief ziemlich ruhig, zu den 118.000,-€ die Herr Schreiber eh schon verballert hat kommen nun auch noch die Kosten für knapp 1.000 Beamte. Ich hab hier mal absichtlich einen eher neutralen Bericht verlinkt. “Schreiber vertreiben!” dürfte wohl als Schriftzug noch einige Wochen Bestand haben, wenn da nichts passiert. Und auch wenn es sich um eine Bezirksangelegenheit handelt, wünscht man sich natürlich ein Machtwort von Olaf Scholz.
Aufs Titelblatt der mopo schafft man es mit solchen Themen ja recht fix, da es aber heute auch auf der Titelseite des Abendblatt thematisiert wird, besteht ja vielleicht tatsächlich noch Hoffnung auf eine politische Lösung.
Wir warten!
P.S. Weiterer Link zum Thema

hsv
Ach schade… viel mehr als über die eigene Niederlage war ich über den Auswärtssieg des hsv betrübt. Nicht, weil die mir wichtiger sind als der eigene Klub, bevor das jemand falsch versteht, sondern weil ich wie gesagt an unserer Niederlage auch einiges Gute finden konnte und den Aufstieg nicht zwingend haben muss.
Aber die letzten Wochen mit der IpO (“Initiative pro Oenning) und den diversen (zugegebenermaßen meist schlechten bis flachen) Witzen haben doch verdammt viel Spaß gemacht und ich hätte das gerne noch eine weitere Woche ausgehalten.
Sollte nicht sein, die Verhältnisse in der Stadt sind seit Freitag Abend (sportlich) einigermaßen wieder zurechtgerückt… und trotzdem werde ich noch lange schmunzeln, wenn ich in welchem Zusammenhang auch immer über einen Umlaut rede. // Frodo

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Und sonst so… (XVII) (inkl. 8.Spieltag (A), Karlsruher SC)

Karlsruher SC – FC St.Pauli 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Florian Bruns (17.), 0:2 Marius Ebbers (45:15)
Zuschauer: 18.978 (ca. 2.000 St.Paulianer)

Berichte vom Sofa aus (Schönen Dank, Sport1…) hab ich früher (für die Feuchte Biber-Seite) nie geschrieben, der ÜS-Blog erfordert aber vielleicht etwas mehr Chronistenpflicht, daher zumindest ein paar Zeilen., mit einem expliziten Verweis auf die Berichte die noch von den vor Ort Gewesenen kommen mögen.
2.000 Gästefans an einem Montag Abend bei dieser Entfernung sind aller Ehren wert, auch wenn wohl die wenigsten von ihnen aus Hamburg kamen. Umso mehr Respekt an die, die für eine derartige Tour auch noch zwei Tage Urlaub verballern, obwohl man den Wildpark im Zweifel schon ein paar Mal besucht hat und der Gästeblock zwar schön OldSchool aber eben auch scheiße weit weg vom Spielfeld und akustisch eine Katastrophe ist. Könnte die 2.Liga nicht alle unsere Auswärtsspiele nach Bochum legen?

Vor dem Spiel sorgte KSC-Manager Kreuzer für den ersten Lacher, als er auf die Frage nach der Zukunft des Trainers sagte: “Sie werden von mir jetzt nicht hören, das Scharinger am Freitag mit mir im Flieger nach  Rostock sitzt!“, was er in der Halbzeit auf sky wiederholte und auch noch anmerkte, dass sie eh mit dem Bus fahren.

Zweites Ausrufezeichen kam von den Karlsruher Fans mit ordentlich Pyros… Hat mich schon erstaunt, da doch eigentlich bei den meisten Ultras klare Absprache ist, zuhause nicht zu zündeln. Hintergründe kenne ich nicht, könnte aber natürlich eine (in)direkte Replik auf DFB/DFL und den Abbruch der Gespräche bzgl. der Legalisierung von Pyrotechnik sein. (Ach übrigens… Dazke mal wieder an Chosen Few für deren kreative Auslegung der Rechtschreibung, auch wenn der ÜS da oftmals in einem Glaspalast sitzt.)

Das Spiel zeigte dann diverse Belege für “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!” und umgekehrte Situationen par excellence. Nach 40 Sekunden hätten wir 1-0 hinten liegen müssen, aber der Pfosten half uns… Letzte Saison wäre der garantiert vom Pfosten an den Rücken des Torwarts und dann über die Linie gehoppelt. Gleiches gilt für Bruns’ Freistoß, der ans Lattenkreuz geht, wenn man nicht grad oben und der Gegner unten steht. Umgekehrt hätte Rothenbach sich letzte Saison garantiert in die Eigentorstatistik eingetragen, statt die Unterkante der Latte zu treffen. Murphy’s Law, jeweils aus Karlsruher Sicht, zum Glück für uns.

In Hälfte zwei gab es dann noch “vor Wiederanpfiff” (Zitat KSC-Keeper Orlishausen) durch Marius Ebbers nach Traumpass von Max Kruse das 2-0 und damit quasi die Entscheidung, denn der KSC war an diesem Abend eben nicht “nur” glücklos sondern auch einfach qualitativ zu schlecht um eine ähnliche Wendung herbeizuführen, wie sie uns bei ähnlichem Verlauf in der Vorwoche gegen die Löwen geglückt war.

Die Stimmung aus der Gästekurve war über TV gut zu hören (sowohl “Wir hol’n die Meisterschaft, und schießen Rostock ab…“, “That’s the way…” als auch etwas leiser “Ich liebe Dich, ich träum von Dir, in meinen Träumen, bist Du Europacupsieger!“), auch wenn die Mikros vor dem Heimblock wohl besser postiert waren oder dort einfach vom Dach profitierten. Der KSC wusste hingegen durch verschiedene “Scheiß St.Pauli!” Varianten zu beeindrucken… Na dann, viel Spaß weiterhin im Abstiegskampf, liebste Badenser!
Bilder & Berichte:
- Bericht Breitseite
- St.Pauli.nu – Wildparkfestspiele
- seit1894.de (KSC-Fotos)
- Vereinshomepage

True Old Firm
Am Samstag begegneten sich mal wieder USP und die Skinheads zum inzwischen 3. oder 4.(?) “True Old Firm” an der Waidmannstraße. Ca. 100 USPler auf der einen Seite sowie ca. 150-200 “Neutrale” in der Kurve hatten sicher ihren Spaß, die ca. 50 Skins auf der anderen Seite eher weniger, denn die Klatsche war mit 5:1 doch recht heftig.
Warum seid Ihr Ultras so häßlich?” wurde dann auch lautstark mit “Warum seid Ihr Skinheads so wenig?” beantwortet und überhaupt war der Nachmittag mal wieder ein schöner Beweis für “Und ich weiß, warum ich hier stehe…”.
Außerdem empfehlen wir dringend noch einen Klick auf das Siegerfoto der Basch oder das dort veröffentlichte Video.

(P.S. Über das andere Old Firm in Glasgow am Wochenende reden wir besser nicht.)

Boah, was sieht das geil aus…
Ach, was solls… wenn Ihr eh grad bei Basch seid, schaut doch auch noch kurz auf diese neu veröffentlichte StreetArt, Hammer!
Ich hoffe, die drei Links führen dann auch dazu, dass Ihr Euch das alle brav in den RSS-Feeder legt.

Lesung Astrastube (Berlin)
Am 28.Oktober 2011 (Freitag, 18.00h) spielen unsere Bhoys in Brown in der Alten Försterei bei Union. Und wer eventuell schon am Donnerstag Abend (also am 27.10.) in Berlin ist und da nichts besseres vor hat, kann sich da schon mal einen Besuch in der Astrastube in Neukölln vormerken, da lasse ich per Lesung die furchtbare Erstligasaison nochmal “Paroli laufen”. Nähere Details folgen.

Chancenverwertung beim hsv weiterhin auf Champions League-Niveau
Ja, gestern war ein harter Tag für alle Freunde der IpO (Initiative pro Oenning). Doch allein die Gesichter der hsv Fans um einen herum waren ein Fest: Zunächst wurde die Entlassung Oennings noch mit einem Seufzer der Erleichterung zur Kenntniss genommen, doch nur fünf Minuten später tickerte Bulgariens Rausschmiss von Loddar Matthäus über die Bildschirme und nackte Panik brach aus… oder wahlweise ein riesiges Lachen, je nach Vereinsvorliebe.
Wie dem auch sei, in einer Tabelle ist der hsv auch nach der unglücklichen Niederlage gegen Gladbach weiterhin Top: In der Chancenverwertung. Da “UnsMicha” clever zuviel Vorwärtsdrang untersagt hatte, spielten sich die Müllverbrenner nur eine Chance heraus, was bei der vom Kicker geführten Chancenverwertungsstatistik die bereits 15.(!) dieser Saison war. Wahnsinn, mehr als zwei pro Spiel! Und immerhin sechs Tore hat man daraus gemacht, satte 40%, was Platz 2 (zusammen mit Hoffenheim) hinter dem 1.FC Köln bedeutet. Die Entlassung Oennings wird in Anbetracht dieser knallharten Fakten zwar immer unfassbarer (schließlich hatten sich auch über 70% der St.Pauli-Fans Onlinevoter beim Abendblatt für seinen Verbleib ausgesprochen, aber wer wenn nicht Loddar wäre ein würdiger Nachfolger? Schließlich hat ein “Matthäus” ja auch schon automatisch zwei Punkte, im Gegensatz zum “Oenning”.
Die “IpO” hatte auf Facebook kurzfristig auch noch Philipp Rösler ins Spiel gebracht (das wären allerdings schon vier Punkte…), aber wir setzen da volles Vertrauen in Arnesen, denn Dänen lügen ja bekanntlich nicht. Wird bestimmt lustig Donnerstag, wenn er da mit Oenning im Flieger sitzt.
In einer neuen Umfrage sprachen sich die hsv-Fans (andere haben da ja bestimmt nicht dran teilgenommen) auch mehrheitlich für Loddar aus. Die “IpO” könnte damit leben und würde sich, wenn ich erste Signale richtig deute, dann auch in “IpM – Jetzt erst recht” umbenennen.

Rostocker Stadionsprecher für Storch Heinar Interview bestraft
Wie die 11Freunde gestern berichtete, wurde ein Rostocker Stadionsprecher (nein, nicht von Hansa, sondern vorm Rostocker FC) bestraft, weil er vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ein Interview mit einem Mitbegründer von Storch Heinar geführt hatte und der Schiedsrichter dies als politische Veranstaltung verstand verstehen wollte.
Der Einspruch gegen dieses bescheuerte Urteil würde alleine schon 300,-€ kosten, dementsprechend wurde jetzt ein Spendenkonto eingerichtet.

Millerntor Gallerie
Ab Donnerstag gibt es Kultur!
Ab 18.00h gibt es unter der Haupttribüne einiges anzuschauen, bevor ich hier jetzt aber den Text  von der Viva con Agua Seite mit den ganzen Infos abschreibe, klickt einfach selbst.

Hingehen lohnt sich in jedem Fall!

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Mut und Armut

Am letzten Sonnabend, dem 10. September 2011, steigt der 25-jährige St. Pauli Fan Benny um 21:41 Uhr an der Haltestelle Neuwiedenthal in die S-Bahn, um nach Hause zu fahren. Wegen der Vorfreude auf das Spiel gegen 1860 München am folgenden Tag trägt er bereits heute sein braun-weißes Trikot.
Benny leidet unter einer seltenen Krankheit und ist zu 100 Prozent schwerbehindert. Auch seine geistige Entwicklung liegt weit hinter seinem biologischen Alter zurück.

„Was willst du denn eigentlich?“

Zusammen mit Benny betritt ein Mann mittleren Alters mit Pferdeschwanzfrisur den Waggon und begrüßt die Fahrgäste mit einem schallenden „Nur der hsv!“ – offensichtlich lautstarke Frustbewältigung nach der eben erfahrenen Niederlage an der Weser. In der Bahn setzt sich der augenscheinlich alkoholisierte Mann direkt zu Benny und zündet sich demonstrativ eine Zigarette an. Da Bennys Unrechtsbewusstsein stark ausgeprägt ist, weist er den Mann darauf hin, dass das Rauchen in der Bahn verboten sei. „Was willst du denn eigentlich? Ihr verliert doch morgen sowieso!“ entgegnet ihm sein Gegenüber. Spätestens als der Mann ihm Rache androht, würde er ihm nicht sein Portemonnaie und Handy aushändigen, steigt in Benny Panik auf, und er ruft zum ersten Mal um Hilfe. Die Reaktion der anderen Fahrgäste findet ihren Höhepunkt in bedächtigem Schweigen.

„In manchen Situationen ist es wohl besser die Klappe zu halten“, so Bennys Mutter Andrea, „aber das Gespür, eine Situation als potenziell gefährlich einzuordnen, fehlt Benny. Letztlich war es ja richtig von ihm, den Mann auf das Rauchverbot hinzuweisen und ich finde es eigentlich auch gut, dass er so mutig ist und nicht wegsieht. In diesem Fall war er aber vielleicht zu mutig“.

Allerdings wird wohl niemand Benny seinen Mut vorwerfen geschweige denn die Schuld für das Folgende bei ihm selbst suchen.

Als Benny am Rathaus Harburg die Bahn verlässt, folgt ihm der Angetrunkene und beweist seinerseits eine gehörige Portion Mut. In seinem Fall handelt es sich bedauerlicherweise lediglich um eine ausgeprägte geistige Armut.

Noch auf dem Bahnsteig springt er seinem wehrlosen Opfer wuchtig ins Kreuz. Benny geht zu Boden.

Bevor der Gewalttäter mit derselben Bahn weiter in Richtung Harburg fährt, gibt er Benny noch den Ratschlag mit auf den Weg, ihn ja nicht anzuzeigen, denn er fände heraus, wo er wohne.

Selbst als Benny erneut um Hilfe schreit, schauen die Leute auf dem relativ gut gefüllten Bahnhof weg oder gehen am Geschehen einfach vorbei. Nennt sich das dann Großmut gegenüber dem Täter?

Benny erleidet diverse Prellungen an Rücken, Beinen und Schulter und ist seit dem Vorfall krankgeschrieben. Außerdem traut er sich seither nicht mehr im Dunkeln mit der Bahn zu fahren und muss deshalb beispielsweise die Besuche bei seiner Mutter so rechtzeitig beenden, dass er es bei Tageslicht nach Hause schafft. Schön, dass die Tage jetzt wieder kürzer werden!

„Die Auswertung ginge deutlich schneller,
wenn öffentlicher Druck vorhanden wäre“

Selbstverständlich kann jeder in einer unübersichtlichen Lage Angst um das eigene Wohl bekommen. Nicht jeder ist couragiert genug, sich selbstlos zwischen Angreifer und Opfer zu werfen, aber aus sicherer Entfernung einen Notruf über das Handy abzugeben, das sollte doch für jeden empathischen Menschen selbstverständlich sein.

Darüber hinaus verfügt jeder Bahnhof der Hamburger Hochbahn über mehrere Notrufsäulen, von denen ganz einfach per Knopfdruck Hilfe herbeigeholt werden kann.

Die Hochbahn appelliert seit mehr als einem Jahr mit ihrer Kampagne Ich drück‘ für dich an die Zivilcourage ihrer Fahrgäste. Offensichtlich mit mäßigem Erfolg, wie dieses Beispiel beweist.

Benny hat den Angriff umgehend zur Anzeige gebracht. Ohne Zeugen und die Aufzeichnungen aus der Videoüberwachung kann die Polizei allerdings wenig tun. Beinahe sprachlos lässt einen die Polizeiaussage zurück, die Auswertung der Bilder durch den HVV ginge spürbar schneller, wenn öffentlicher Druck vorhanden wäre.
Wer Benny durch Hinweise in jeglicher Form helfen möchte, meldet sich bitte bei der Polizeidienststelle Harburg (040-42865-4610). Der Täter ist von kleiner bis mittlerer Statur und trug zum Tatzeitpunkt ein schwarzes T-Shirt. Er trägt einen Oberlippenbart und hatte die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. Im Nacken befindet sich eine auffällige Tätowierung.

Mutig war an diesem Abend am Bahnhof in Harburg nur Einer… // Troll

P.S. Das hier beschrieben ließe sich (gerade weil es sich bei uns um ein FC St.Pauli-Fanzine handelt) natürlich schnell wieder in die Schublade “Guter St.Pauli-Fan, böser hsv-Fan” packen, die auch gerne von den Medien gezogen wird. Genau dies aber möchten wir nicht, denn wir sind uns absolut sicher, dass auch alle anderen hsv-Fans diese Tat genauso verurteilen.

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