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32.Spieltag (H) – FC Hansa Rostock

FC St.Pauli – FC Hansa Rostock 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 Marius Ebbers (12.), 2:0 Marius Ebbers (49.), 3:0 Fin Bartels (79.)
Zuschauer: 22.620 (ca. 50 Gästefans…)

Ich könnte viel schreiben…

    • über einen tollen Abend beim Handball am Samstag Abend (36:29 gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld und >500 Leuten mit einer großartigen Atmosphäre und zwei wichtigen Punkten für den Klassenerhalt in der Oberliga)
    • über geschätzte 1.700 Fans von Hansa Rostock, die eine Demo durch Altona friedlich über die Bühne bringen. (Abgesehen von angeblich 15 Personen, die Sonntag Morgen lt. einer Hamburger Boulevard-Zeitung einen (sic!) Böller entzündet haben. Wie muss man sich das eigentlich vorstellen? Stehen die da rituell im Kreis, bitten alle freundlich zurückzutreten und der mit der feuerfesten Weste holt dann die Streichhölzer raus, winkt dem Mopo-Reporter nochmal zu und “pyrotisiert” dann diesen Böller? Abgesehen davon: Wir sind uns sehr sicher, dass man auch in Rostock keine 15 Leute braucht, um einen Böller zu zünden, das können die sicher auch schon allein.)
    • über geschätzte 1.500 – 2.000 St.Paulianer (Ultras, Nicht-Ultras, Nordler, Südler, Gegengradler, Haupttribünler, Aufsichtsräte uvm.), die absolut friedlich und entspannt vor der Südkurve das Spiel per AFM-Radioübertragung verfolgt haben
    • über eine Vielzahl von Polizisten, die einen großen Teil der Zeit ebenfalls völlig entspannt in der Sonne standen
    • über die Einsatzstunden der Polizei, die am Ende dieses Wochenendes sicher ein Vielfaches dessen ausweisen, was an einem “normalen” Wochenende mit der Partie St.Pauli – Hansa Rostock und einem normal gefüllten Gästeblock zu verzeichnen gewesen wäre. (Meiner Meinung nach übrigens der wichtigste Punkt für die Bewertung im Nachhinein.)
    • über Medien, die immer wieder zeigen, dass sie unfassbar gut copy&paste beherrschen, insbesondere bei Polizeimeldungen, bis hin zur bereits eben erwähnten Hamburger Boulevard-Zeitung, die über ihren Twitter-Account folgendes vermeldete (um sich kurz darauf zu korrigieren, immerhin):
      • über eine ziemlich dumme Aktion, bei der eine Gruppe Polizisten mit Flaschen angegriffen wurde, je nach Zeuge von einer einschlägig bekannten Gruppe St.Pauli-Fans (und die heisst ganz sicher nicht USP, nur fürs Protokoll) oder einer “Gruppe Linksautonomer”. Dumm und unnötig ware es in jedem Fall und auf das Niveau einer “Die sind ja sonst nie da!“-Diskussion wollen wir uns lieber gar nicht erst begeben.
        Trotzdem bleibt festzuhalten, dass dies genau der (ob nun nichtig oder nicht) Anlass war, auf den die Einsatzleitung den ganzen Tag doch nur gewartet hat, um ihr Massenaufgebot wenigstens noch etwas zu beschäftigen und damit auch rechtfertigen zu können. Die Aktion hätte man sich wirklich besser gespart, dann hätte die Polizei nämlich noch deutlich lächerlicher dagestanden.
      • über eine weitere dämliche Aktion, nämlich das “Entglasen” (Polizeisprech, sic!) der “Tankstelle”, einer durchaus bekannten hsv-Kneipe in der Gerhardstraße. (Wo wir übrigens auch wieder bei den Vor- und Nachteilen von copy&paste bzw. furchtbar schlechter Eigenrecherche wären, denn das Abendblatt bezeichnet die “Tankstelle” allen Ernstes als “Restaurant”. Demnächst ist das Jolly womöglich noch ne Beauty-Farm?
        Spaß beiseite, vollkommen dämliche Aktion. Bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall die hsv-Fans die intelligenteren sind und auf einen Rache-Aktion großzügig verzichten. Ansonsten melden sich die Verursacher hoffentlich schon mal vorab beim Jolly und hinterlegen die Kontodaten inklusive Abbuchungserlaubnis bei BallKult e.V..
      • von einem Stürmer mit Namen Marius Ebbers, der nun endlich erfolgreichster Zweitligastürmer ever ist und hoffentlich noch in dieser Woche einen Vertrag für die nächste Saison unterschreibt… bei uns.
      • von einem Video, was die unglaublich brutalen Angriffe *hust* auf die Polizisten zeigt, die natürlich alle Folgeaktionen rechtfertigen. Insbesondere die Aktion gegen die Frau, die erkennbar die ganze Zeit friedlich dasteht (und sich allerhöchstens zivilen Ungehorsam und Verbalakrobatik vorwerfen lassen dürfte, aber selbst das ist fraglich) und bei 3:58 dann mehr als unsanft abgeräumt wird. Die folgenden Szenen lassen einem nur noch schlecht werden, zarte Gemüter seien hiermit vorab gewarnt:
        httpv://www.youtube.com/watch?v=uID1k-fRcu8
      • von der sportlichen Seite, die die mehr als ungeliebte Kogge immer mehr versinken lässte, bei inzwischen vier Punkten Rückstand auf die Relegation
      • von der anderen sportlichen Seite, die uns auf ein spannendes Finale hoffen lässt, mit einem Punkt Rückstand auf die Fortuna (und man schaue sich mal wieder deren “herausgeholten” Elfer zum 2:1 ein und frage sich, ob es da eine Wette des DFB/der DFL bei einem Wettanbieter gibt, der ihr eine gewisse Summe an Elfmetern in dieser Saison garantiert), welche hoffentlich am Sonntag in Fürth strauchelt.
      • von einem Support, der (zumindest in der von mir miterlebten zweiten Halbzeit… ja, ich gestehe…) aus meiner Sicht(!) deutlich verhaltener war als sonst (insbesondere eingedenk eines Sieges in der Konstellation um Auf- und Abstieg gegen den Lieblingsfeind), aber eben bei einigen auch durchaus positiv gefiel.
        Ich hätte jedenfalls gerne erlebt, wie es bei einem 3:0 gegen Hansa mit einem “koordinierten” Gesang geklungen hätte, wenn das ganze Stadion “Nie mehr Hansa Rostock!” singt.

      Aber ich lasse das Alles und übergebe das Wort einfach an Benedikt Pliquett, der auf seiner facebook-Seite folgendes schrieb: weiter

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34.Spieltag (A) – FSV Mainz 05

Last exit Bruchweg

Die Nacht bricht langsam herein über Hamburg. Ich habe das Glück, die letzten Stunden, bevor es auf meine längste Auswärtsfahrt dieser Saison geht, zum Saisonabschluss nach Mainz, die Stadt, die wir in Kürze bald alle überfallen werden, auf einem der letzten kleinen Refugien dieser Stadt zu verbringen. Es wird auf dem Bauwagenplatz Rondenbarg, der zwischen meiner Wohnung in Bahrenfeld und dem uncharmanten Wellblechbunker der Unaussprechlichen liegt, Geburtstag gefeiert und gegrillt. Zwischendurch kreist eine Schnapsflasche mit fruchtigem Inhalt, „den Oma angesetzt hat“. Herrlich. weiter

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Wir sind St.Pauli Nur was sind wir? – Ein Bloggerprojekt

Die Anfrage kam vor einigen Tagen und die Idee dahinter ist hier nochmal nachzulesen.

Boah… wie geht man denn an so ein Thema ran? Offene Fragenstellungen haben ja immer Vor- und Nachteile.
Für mich ein klarer Vorteil ist, dass ich meine Gedanken zur ebenfalls sehr schönen “Warum bist Du bei St.Pauli?”-Kampagne zeitlich zum eigentlichen Termin nicht in Worte fassen konnte und nun einfach beide Themen verknüpfen kann. Will sagen: Wo komm ich her, wo will ich hin? Also holt Euch nen Kaffee, wird länger dauern. weiter

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Fanaktion / Trainerkarussel / Sonstiges

Zunächst ein Text, der für sich selbst spricht:

Die aktive Fanszene des FC St. Pauli wird am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart eine Aufruf an die Fans und Besucher des Millerntor-Stadion richten. Den vollständigen Aufruf (siehe nachfolgend) sowie den dazugehörigen Flyer (siehe Anhang) erhalten Sie nach Rücksprache mit den FanvertreterInnen vorab:
+++
Warum bist Du eigentlich bei St. Pauli?
So intensiv, wie wir Ansprüche an die Vermarktung unseres geliebten Clubs stellen, verschonen wir uns auch selbst nicht davon. Eine Fanszene, die Werte jenseits des Mainstreams verteidigt, muss sich auch selber hinterfragen, wie sehr sie diese Werte eigentlich noch lebt.
Vor ca. einem Jahr lud der Fanladen schon einmal zu einer Podiumsdiskussion in den Ballsaal der Südkurve, um diverse Meinungsverschiedenheiten innerhalb der braun-weißen Fanwelt anzusprechen. Damals konnten nur eventuelle Lösungsansätze umschrieben werden. Auf dem Nachbereitungstreffen im letzten Sommer entstand dann die Idee, einen kompletten Spieltag zu nutzen, Probleme der Fanszene abermals in einem großen Rahmen anzusprechen. Deshalb rufen alle aktiven Gruppen der Fanszene einen Aktionstag zum Heimspiel gegen Stuttgart aus. Die zentrale Frage an diesem Tag lautet:
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Offener Brief des Ständigen Fanausschusses nach Gespräch mit Präsidium

Nach dem großen Jolly Rouge-Samstag fand am Dienstag Abend das turnusmäßige Treffen des Ständigen Fanausschusses (StFa), welchem auch der ÜBERSTEIGER angehört, mit dem Verein statt, welches natürlich durch die jüngsten Ereignisse eine größere Brisanz als normalerweise hatte. Sogar so groß, dass sowohl der Verein als auch der StFa eine Einladung zu Hamburg 1 in die Sendung “rasant” am Tag zuvor bekamen… aber richtigerweise auch ablehnten, um den internen Gesprächen nicht vorzugreifen. weiter

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DFB Pokal, 1.Rd. (A) – Chemnitzer FC

Chemnitzer FC – FC St.Pauli 1:0 (0:0)
Tor:
1:0 Andreas Richter (5.)
Zuschauer: 10.431 (geschätzte 2.000 St.Pauli-Fans)

Wo und wer sind wir überhaupt?

Mehr als 2.000 St.Pauli-Fans sorgten mit dafür, dass das Stadion an der Gellertstraße in Karl-Marx-Stadt erstmals seit Jahren wieder dermaßen prall gefüllt war. Und ohne die beiden überdimensionalen Pufferblöcke hätten sogar weit mehr als 10.431 Zuschauer live dabei sein können, wie ein magischer Jahr100-Club aus dem Vollrausch geklingelt wird, weil es nach den durchzechten Paadie-Wochenenden nun wieder heißt tagtäglich zu malochen. Und dabei spielte sich dieser verfxxxxe, sächsische Viertligist nicht mal ansatzweise in einen so genannten „Pokalrausch“, was wiederum die eigene Blamage nur noch peinlicher gestaltet.
Das Spiel hatte insgesamt eher Amateurniveau, wobei unsere Zweite den CFC vor genau 4 Monaten noch 3:1 besiegen konnte. Ach, und apropos Regionalliga und so: Wenn man dort spielt wo ihre Mannschaft spielt, lieber Herr Schädlich, dann ist man Viertligist, nicht Zweitligist, wie sie in der Stadionzeitung zitiert wurden. Egal, bis zum Abpfiff der Nachspielzeit rechneten wir jedenfalls sehr wohl noch damit, dass irgendeiner unser Bundesligaspieler eine himmelblaue Abwehrlücke findet und doch noch für den erlösenden Torerfolg sorgt. Aber Satz mit X und so bleibt unterm Strich nur ein vollkommen verkorkster erster Pflichtspiel-Auftritt, wobei von hinten bis vorne aber auch gar nichts zusammen laufen wollte. Im Gegensatz zum Spielentscheidenden Kopfball des Chemnitzer Spielführers Andreas Richter in der 5. Minute, erreichte höchstens die neue (Interims-)Nummer 1 Bene so eben das Prädikat „Normalform“. Der Rest der Trainings-müden Truppe quälte sich mehr (Lehmann, Takyi, Boll, Oczipka) oder weniger (Zambrano, Naki) über die gesamte Spielzeit und schaffte es in dieser nur 8-9 Torchancen heraus zuspielen, die es zumindest wert waren anschließend in der Sportschau gezeigt zu werden. Soviel zum Spiel, welches jede_r einfach schnellst möglich vergessen sollte. Im Gedächtnis bleiben da schon eher 2 ansehnliche Choreos, wobei von dem Pokal-Diebstahl aus der Bayern-Vitrine auf der einen Seite wegen dem roten Rauch, passend zum Bandera Rossa-Banner von USP, eher nichts zu erahnen war. Falls es die blonde Glücksfee bei der nächsten Auslosung so will und tatsächlich die Bayern in der 2.Runde nach drüben müssen, werde ich die Schickeria-Ultras nochmal begleiten, um den glänzenden Pott aus den Händen der Dunkeldeutschen zu befreien. Denn nein, lieber Hans Meyer, auch wenn ich sie für ihre Wortwahl ansonsten sehr schätze, keinem Verein, der ein solches Fan-Klientel anzieht, gönne ich die Mehreinnahmen in Höhe von etwa 250.000€ für das Überstehen der ersten Pokalrunde. Und einem Verein der sich „dagegen“ zudem nicht besser zu wehren weiß, als die „Plakatierung jeglicher politischen Meinung“ einfach komplett zu verbieten, was im Vorfeld für Banner, Schwenk- und Zaunfahnen galt, schon mal gar nicht. Dem gönne ich bestenfalls noch ein Insolvenzverfahren. Basta! Dieses immer und überall gleiche Herunterspielen von Vereinsfunktionären, Regionalpolitikern oder der zuständigen Polizeibehörde widert mich restlos an. Wenn jemand sich bei der Einlasskontrolle bis auf die Haut entkleiden muss, weil ein antifaschistisches Transparent am Körper vermutet wird und im Stadion dann problemlos ein großes Banner mit „Deutsche Jugend – Ehre wem Ehre gebührt“ präsentiert werden kann, dann haben sie in ihrem Verein ein Problem, nicht wir! Wenn unsere Busse bei Ankunft und Abfahrt von der Polizei durch heruntergekommene Wohngebiete geleitet werden müssen, die wenig Grund geben sie voller Stolz zu präsentieren, und du als St.Pauli-Fan wahlweise mit Mittelfingern oder ausgestreckten, rechten Armen begrüßt bzw. verabschiedet wirst, dann haben sie in ihrer Stadt sogar ein tief-sitzendes Problem! Und wenn dann auf dem ersten Rasthof außerhalb ihrer Stadt, neben der Bravo und den üblichen Porno- und Autozeitschriften auch noch eine gut-sortierte Auswahl an Landser-Romanen angeboten wird, dann finden sich sicher auch genügend interessierte Käufer in der näheren Umgebung. In solchen Fällen habe ich aber auch kein Problem damit, wenn eine Tankstelle beklaut und diese Scheiße entsorgt wird. Sie aber augenscheinlich sehr wohl und zwar mit ihrer gesamten Region. Und ja, liebe Christen, natürlich ist nicht jede_r Chemnitzer_in automatisch rechtsoffen oder gar -radikal blablablubb… Andererseits ziehen sich bei derartigen Problemen aber immer die selben Clubs mit Ausreden a la „ein paar Idioten gibt´s immer“ aus der Verantwortung, statt sich mal klar dagegen zu positionieren. Doch so etwas wie Fanprojekte kosten halt Geld und außerdem hat man bei konservativer Haltung auch weniger Ärger mit diesen Idioten… weiter

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Podiumsdiskussion – 18.01.2010

Der Fanladen hatte eingeladen und doch sehr viele kamen. Zumindest weit mehr als geplant und weit mehr, als in den alten Ballsaal gepasst hätten. Schätzungen sind sicher schwer, aber so Pi mal Daumen 350 Leute werden es gewesen sein.

Auf dem Podium saßen neben dem als Moderator fungierenden Justus (Fanladen) noch (von links nach rechts) Roger (Aufsichtsrat), Sven (OL), Kaeser (Skins), Jano (Alte Schule), Gerrit (USP), Corny (Präsident), ich (ÜS), Karsten (Fanclub-Sprecherrat und Rene (AGiM).

In Ermangelung der Möglichkeit, auf dem Podium groß mitzuschreiben, fasse ich hier einfach mal subjektiv zusammen, was bei mir hängen blieb, ergänzt durch den ein oder anderen Gedanken, der mir seitdem noch kam. weiter

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