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“Denkt an die Kinder!” – St.Pauli Ultras von Presse bedroht

Liebe Teile der sogenannten “Presse“,

eigentlich beömmeln wir uns seit Tagen über Euch. Warum? Weil Ihr mal wieder keine Ahnung habt, von diesen sogenannten “Fans“. Weil Ihr nicht mal richtig Plakate ablesen könnt und sie dann auch noch auf falsche Tribünen packt. Und vor allem, weil Ihr irgendetwas schreibt, was Euch gerade so in den Sinn kommt.

Es mag Euch immens irritieren, aber die Tapete “Denk an die Kinder!” (ungleich dem von Euch zitierten: “Denk an Deine Kinder!“) wurde weder auf der Haupttribüne – noch von “den” Ultras gezeigt (wie heute auch der Verein offiziell bekannt gab). Aber auch hier wäre wieder Sachverstand gefragt. Oder man müsste mal jemanden fragen, der sich damit auskennt! Diese Empfehlung kam ja gestern Abend auf der JHV generell häufiger. weiter

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Termine, Lesetipps, Sommerpause und EM

Na, habt Ihr alle nach gestern überhaupt noch Lust, zum Fußball zu gehen?
Da entlässt der Verein doch tatsächlich den ach so furchtbar beliebten Sportdirektor! Dies führt auf der Facebook-Seite des Klubs zu “Nee, Skandal! Da muss ich mir echt überlegen, ob ich Pauli noch unterstützen kann!“-Einträgen und man ist geneigt mit “Och, Du… lass mal. Und wenn das so einfach ist, Typen wie Dich loszuwerden, entlassen wir jetzt wöchentlich irgendjemanden!” zu antworten.
Getoppt wird das nur noch von den Kommentarspalten im Boulevard, wo man sich teilweise sogar erdooft, auch an diesem Vorgang die “Schuld” bei USP zu suchen. weiter

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Wenn Fans zu “Fans” werden.

Da war sie wieder! Zack, die Keule des “Erhobenen Zeigefinger – Sportjournalismus”, der nun wirklich in den allermeisten Fällen so überhaupt gar nichts von Fans und deren Liebe zum Verein versteht, hatte wieder zugeschlagen.

Montags, Weg zur Arbeit, U-Bahn. Nach Niederlagen schmerzt es besonders, aber noch immer lese ich da regelmäßig den Kicker. Zum einen ist man da vor dem üblichen Internet-Forumsgewäsch zahlreicher Experten sicher, zum anderen kann man nochmal herrlich nüchtern und trocken die Eindrücke des Wochenendes bestätigt oder widerlegt sehen, ohne jede Gefahr von irgendeiner Vereinsbrille irritiert zu werden. Nennt mich rückständig oder konservativ, aber für mich gehört dies zu einem Montag Morgen dazu. weiter

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22.Spieltag (H) – Borussia Mönchengladbach

FC St.Pauli – VfL Borussia Mönchengladbach 3:1 (1:1)
Tore: 0:1 Igor de Camargo (9.), 1:1 Max Kruse (38.), 2:1 Gerald Asamoah (53.), 3:1 Matthias Lehmann (58.)
Zuschauer: 24.487 (ausverkauft, sogar die Business-Seats. ca. 3.000 Borussen)
Rote Karte: Igor de Camargo (21., Tätlichkeit an Lehmann)

Okay, zwei Wochen nach dem Spiel kann ich hier mit dem Spielbericht natürlich gleich zuhause bleiben, daher beschränke ich mich auf die zwei Themen des Spiels:

Matthias Lehmann
Es lief die 20.Spielminute, St.Pauli zeigte sich vom Gegentor gut erholt und die Gladbacher hatten bereits begonnen, theatralisch jeden Zweikampf als versuchten Totschlag zu interpretieren, insbesondere de Camargo und Mike Hanke taten sich dabei besonders und Oscar-reif hervor. Nun ging Lehmann an der Mittellinie robust in den Zweikampf mit de Camargo, war aber zumindest bemüht dabei auch den Ball zu berühren. Klar aber auch: Foul ist okay und auch über Gelb kann man sich da nicht beschweren.
De Camargo aber rennt wie eine angeschossene Sau auf Lehmann los und zuckt mit dem Kopf an dessen Stirn und berührt ihn dort. Klare Tätlichkeit und rote Karte, überhaupt gar keine Diskussion, bitte. Ob und wie doll er ihn berührt, ist lt. Regelwerk des DFB komplett irrelevant, er hat dort überhaupt gar nichts zu suchen und seine Aktion muss zwingend mit Rot geahndet werden. Wie der DFB auf die abenteuerliche Vorstellung kommt, ihn dafür nur mit einem Spiel Sperre zu bestrafen, ist mir ein absolutes Rätsel und geradezu eine Frechheit. Punkt, aus, Ende der Bewertung zu de Camargo. Irgendwelche Einsprüche bis hierhin? Dann bitte gerne in die Kommentare, ich bitte aber zu berücksichtigen, dass das Verhalten Lehmanns bis hierhin völlig egal ist, zu dem komme ich jetzt.
Ich erinnere mich an das Interview mit Christian Bönig im Übersteiger, in dem er über seine Rolle und das “Korrektur lesen” der Interviews von Spielern oder sonstigen Vereinsangestellten sprach. Da sagte er auch, dass beispielweise die Mixed-Zone, wo die Spieler direkt nach Abpfiff landen, komplett außen vor sei und er da keinen Einfluss nehme und auch nicht nehmen könne… und exakt dies wurde Lehmann wohl zum Verhängnis, denn sein süffisantes “Wir liegen 1:0 hinten, wenn er mir da dieses Geschenk anbietet, nehme ich es auch gern entgegen!” wurde von so ziemlich allen Medien ausgeschlachtet und Lehmann fortan als Sau durch den Sportboulevard getrieben, was für ein unfairer Geselle.
Ja, auch ich wünsche mir Fairplay, ich will keine Schwalben, keine theatralischen Umfaller. Lehmanns zusammenbrechen nach der Berührung am Kopf war übertrieben und gehört sich nicht, Punkt. Wenn Schiedsrichter dies auch mit bewerten könnten (womit man wieder mal bei der Videobeweis Diskussion wäre, gegen den ich nach wie vor bin), hätte ihm konsequenterweise Gelb-Rot gezeigt werden müssen. Gelb für das Foul, zweites Gelb für die “Schwalbe”. Aber: Dies setzt voraus, dass man Lehmanns zu Boden sinken als Schwalbe outet, und wäre dies allein aufgrund der Fernsehbilder möglich gewesen? Eher nicht.
Bestraft wurde anschließend in den Medien also im Grunde genommen seine (ziemlich naive) Ehrlichkeit! Wenn alle Spieler nach dem Spiel immer so ehrlich wären, würde man wöchentlich allein in der Bundesliga ca. 15-20 Spieler an den Pranger stellen müssen! Spieler wie Marin, Jarolim, Mike Hanke und viele weitere wären gar heiße Kandidaten für den “Pranger fürs Lebenswerk”, da sie ständig im Spiel “Geschenke annehmen”, wie es so schön heißt. Jedes Mal, wo jemand im 16er hinfällt und man das vielzitierte “Naja, den Elfer wollte er auch haben!” fallen lässt, hat derjenige nur ein Geschenk angenommen. Und dies finde ich viel verwerflicher, weil es sich um kompletten Betrug handelt, da sich der Verteidiger i.d.R. nichts hat zu Schulden kommen lassen, während de Camargo (ich wiederhole mich) hier eben eine (zumindest versuchte, aber das reicht) Tätlichkeit beging. Nur hört sich in den Interviews eben “Ich spürte eine Berührung!” eben weniger verwerflich an, als “Ich hab das Geschenk angenommen!”. Und damit habe ich noch kein Wort über diejenigen verloren, die tatsächlich eine plumpe Schwalbe versuchen.
Am nächsten Tag erschien auf der Vereins-Homepage dann schnell ein Interview mit Lehmann, in dem er die Szene wie folgt beschreibt:
Fin wird von de Camargo getunnelt, dann gehe ich hart in den Zweikampf, treffe aber den Ball. Er kam dann zu mir und hat mir erzählt, was das denn sollte. Dann berührt er mich an der Stirn. Ich habe mich durch die Berührung erschrocken und bin zurückgewichen.
Da sieht man mal, wofür Christian Bönig sein Geld bekommt und das er den Job auch wirklich gut macht. Hätte Lehmann gleiches am Tag zuvor schon in die Mikrofone gesprochen, wäre der empörte Schrei ausgeblieben und viele Blogger und Kolumnisten hätten sich ihre Echauffierung sehr wahrscheinlich gespart.
Will sagen: Kein Ruhmesblatt für Lehmann, die ganze Aktion, sicher. Nur ihn derart anzuprangern, weil er einfach die Wahrheit ausspricht, ist schlichtweg zu simpel. Andernfalls erzieht man die Spieler eben zu den gelackten und von Medienberatern weichgespülten 08/15 Fußballern, deren Interviews sich ständig gleich anhören.
Der Ansatz, mehr Ehrlichkeit im Profifußball auf dem Platz einzufordern, stößt bei mir absolut offene Türen nur noch weiter auf. Ein “Exempel” aber zu statuieren an einem Spieler, der bisher absolut nicht durch Theatralik auffiel, nachdem eine Tätlichkeit (wie schlimm auch immer) an ihm begangen wurde, kann ich absolut nicht nachvollziehen, da müsste man viel eher und auch bei viel prominenteren Namen ansetzen. weiter

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