“Denkt an die Kinder!” – St.Pauli Ultras von Presse bedroht

Liebe Teile der sogenannten “Presse“,

eigentlich beömmeln wir uns seit Tagen über Euch. Warum? Weil Ihr mal wieder keine Ahnung habt, von diesen sogenannten “Fans“. Weil Ihr nicht mal richtig Plakate ablesen könnt und sie dann auch noch auf falsche Tribünen packt. Und vor allem, weil Ihr irgendetwas schreibt, was Euch gerade so in den Sinn kommt.

Es mag Euch immens irritieren, aber die Tapete “Denk an die Kinder!” (ungleich dem von Euch zitierten: “Denk an Deine Kinder!“) wurde weder auf der Haupttribüne – noch von “den” Ultras gezeigt (wie heute auch der Verein offiziell bekannt gab). Aber auch hier wäre wieder Sachverstand gefragt. Oder man müsste mal jemanden fragen, der sich damit auskennt! Diese Empfehlung kam ja gestern Abend auf der JHV generell häufiger.

Denk an die Kinder!” ist seit ein paar Jahren ein Running Gag innerhalb der Fanszene.
Ihr wollt wissen woher das kommt? Gerne!
Im Rahmen der Proteste gegen Montagspiele wurde wiederholt “Scheiß DSF!” auf Plakaten, Flyern und als Ruf im Stadion verwendet.
Bei einem Gespräch zwischen Präsidium und Fanszene wurden wir darum gebeten, auf diese Art der Unmutsäußerungen zu verzichten, denn (Zitat): “Denkt an die Kinder!“! Denn die sind ja bekanntlich auch in diesen gefährlichen Stadien oder verfolgen das Spiel stattdessen im Fernsehen. Und: Alternativ könne man ja “Kein DSF!” rufen. Denkt an die Kinder, eben, drum!
Diese Rufe schädigen dann die (von den Gewalt-Exzessen sicher eh schon gepeinigte) Kinderseele nicht noch mehr.

In diesem Sinne: Ömmel Ömmel, Mors Mors!

Mit immer noch beömmelten Grüssen,
Euer Aufklärungsmob

P.S. Wer mehr Hintergrundinfos möchte, findet diese inzwischen bei BildBlog. Da durch den Link dort sicherlich auch einige Leser hier landen, die nicht so tief im Thema sind: Ein Foto der Tapete ist bei Stefan Groenveld zu bewundern.

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16 Antworten auf “Denkt an die Kinder!” – St.Pauli Ultras von Presse bedroht

  1. jeky sagt:

    Der Blogpost-Titel ist grandios. Dafür ein #ft

  2. Thor Steinar-Stinkt sagt:

    Müsste es im Titel nicht “Pauli-Ultras” heißen? Oder wenigstens “Ultrafans”?

  3. Quellen zum Thema im Allgemeinen wären angebracht. Ein Verallgemeinern finde ich unpassend. Auch weil viele meiner Kollegen, hoffe sehr viele, nicht so blöd im Kopf sind. Ansonsten schöner Post.

    • Frodo sagt:

      Moin Markus,
      Danke für den Kommentar. Für die “Betroffenen” Leser aus dem St.Pauli-Umfeld sollte die Quelle bekannt sein (BILD in erster Linie, die es heute auf der Titelseite ihrer Regionalausgabe hatte, wodurch wir am Kiosk überhaupt auf den Mist aufmerksam wurden), aber auch die andere Hamburger Boulevard-Zeitung hatte sich da gestern schon mit ähnlich wenig Ruhm bekleckert.
      Das dies für nicht direkt Beteiligte schwer bis unmöglich nachzuvollziehen ist, sehe ich ein, Verlinkungen zu beiden Blättern werden wir hier trotzdem nicht liefern, da bitte ich um Verständnis.
      Bzgl. der Verallgemeinerung hast Du Recht, den Schuh sollten sich die anderen Pressevertreter dann aber eben auch größtenteils nicht anziehen. Ohne die beiden Haupt-Verursacher direkt zu nennen, was im Artikel eben auch bewusst nicht passieren sollte, blieb da nur die rhetorische Umschiffung über die Formulierung “Teile der Presse”.
      Beste Grüße, Frodo

      • Das genannte Blatt sowie dessen “boulevarischen” Brüder – die mal wieder. Ok, nachvollziehbar. Dann verstehe ich es nun zumindest ein wenig und lege mich entspannt zurück. LG aus Karlsruhe.

  4. Schöner Beitrag.Vor allem die Überschrift ist fantastisch treffend.
    Gruß
    Die Kölsche Ziege

  5. Das ist ein starkes Stück. Eigentlich sollte jemand den entsprechenden BILD-Redakteur oder eben den Verlag wegen unwahrer Tatsachenbehauptung anzeigen und zudem über die Medienaufsicht eine Richtigstellung fordern. Vielleicht gibt es ja auch Anwälte und den Pauli-Fans, die diesen formellen Akt relativ simpel ausführen können.

    • Wired sagt:

      @ Alexander Trust:
      Eine Medienaufsicht gibt es hier nicht, nur Rundfunksender werden linzenziert und dann beaufsichtigt. Der Presserat wäre zuständig, ist aber ein eher hilfloser Papiertiger ohne Möglichkeit von ernsthaften Konsequenzen. Hilfreich wäre eventuell einen Gegendarstellung, aber die müsste von den Betroffenen kommen. Also in diesem Fall von USP oder denen, die das Banner gehalten haben. Ich vermute, das beide das nicht unbedingt einfordern werden. Klagen bringt vor allem erstmal viel Arbeit und wohl kaum Aussicht auf Erfolg.

      Und so kommt es wie es immer kommt wenn Stimmung gegen – ich sag mal – Randgruppen gemacht wird… Bild darf jeden Quatsch tausendfach verbreiten und die Mehrheit glaubt es sogar.

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