Monatsarchive: Mai 2012

Euro 2012: Gr.C – Italien

Beginnen wir doch zum Auffrischen unserer grauen Zellen mit einem kleinen Warming-Up:
Italien, ein stiefelförmiger Staat in Südeuropa, zwischen dem Mittelmeer und der Adria, das bekannt geworden ist unter anderem durch Pizza, Pasta und die Ultras.
Es verfügt zwar über natürlich Grenzen (Alpen, Mittelmeer), jedoch konnte Italien als Staat erst im 19. Jahrhundert vereint werden. Neben dem Festland waren auch die Inseln Sardinien und Sizilien betroffen. Denn diese gehörten von Beginn an zu den italienischen Königreichen und Staaten.
Das Land ist etwa 300.000 km² groß und ist die Heimat von, laut demographischer Bilanz, cirka 60 Millionen Einwohnern, die in 20 Regionen leben.
Alle Regionen verfügen über einen sogenannten „Statut“, einer regionalen Verfassung. 15 der 20 Regionen haben einen „Normalstatut“. Dieser legt die Regierungsform dieser Region fest.
Die fünf anderen Regionen (Sizilien, Sardinien, Friaul-Julisch Venetien, Trentino-Südtirol und das Aostatal) sind, aus ethnisch-sprachlichen und historischen Gründen, autonom.
Durch die Wirtschaft im Land, könnte man denken, es gäbe drei „verschiedene“ Italien:
Zum einen Norditalien (die Heimat der Automobil-, Chemie- und Eisenerzindustrie), und Mittelitalien (überwiegend mittelständische Exportfirmen der Bekleidungs-, Textil- und Lederindustrie), zum anderen Süditalien, auch Mezzogiorno genannt. Letzteres hängt in der Wirtschaft des Landes noch hinterher.
Mit einer Arbeitslosenquote von 40% nicht wieder verwunderlich. Man versuchte ein Zentrum der nationalen Stahl- und Chemieindustrie zu schaffen, aber der erhoffte Aufschwung blieb aus. Gelder wurden unterschlagen und die Präsenz der Mafia führte zu noch mehr Korruption.
Seit den 50er Jahren steigt der Lebensstandard in Süditalien, so ist der Hafen in der Stadt Gioia Tauro, einer der bedeutendsten Containerhäfen in Europa. Aber das pro-Kopf-Einkommen liegt dort weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. weiter

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Euro 2012: Gr.B – Deutschland

Aus der Vorfreudeperspektive betrachtet, ergibt sich in Bezug auf die nun folgende EM stets ein und dasselbe Gefühl. Gar keins. Es ist nicht einmal so, dass mein Mantra immer wieder aufsagt „ diesem Land stehe ich ziemlich kritisch gegenüber, doch wenn die DFB-Auswahl spielt, entsteht bei mir dieses unerklärliche Gefühl, dass ich mich über den sportlichen Erfolg dieses Teams freue“. Nein, da ist gar nichts.

Nun gut – ich werde das Turnier schauen, keine Frage. Aber zum ersten Mal ist diese ungewohnte Distanziertheit zu derlei Turnieren da. Wat is los mit mir? Bin ich jetzt tatsächlich so gähnig erwachsen geworden? Oder ist es einfach nur deswegen so, dass jene hochklassigen Fußi-Begegnungen nicht viel mehr als die eigene Karikatur ihrer auf der Playse gespielten Matches sind? Fußball im internationalen Vergleich ist immer noch ein Faszinosum, keine Frage. Aber er hat nur noch so wenige dirtyeske Züge. Ob es nem Fan von, ich sach mal,  Herbert Grönemeyer genauso geht? Vor 30 Jahren in verrauchten Clubs gesehen, vor 20 Jahren die ersten dreckigen Stadiontourneen mit Schlamm an den Schuhen… und mit den Jahren geht man zwar immer noch gern hin, schließlich ist man schon immer dabei gewesen und will gar nicht mehr anders. Aber es wird von Konzert zu Konzert langweiliger und vorprogrammierter – und dann hat man auch noch nix besseres zu tun als diesen ganzen durchstrukturierten Stoff mit seinem Phone zu filmen und mit allen zu teilen, die es nicht wissen wollen. So, und um nun wieder den Dreh zu meinem eigentlichen Thema zu bekommen, stelle ich die These auf: die DFB-Elf und der ganze Ländervergleich auf fußballerischer Ebene ist eben auch ein bisschen wie Herbert Grönemeyers Live-Auftritte für den, der sich das schon immer reingezogen hat. Hingucken tut man immer und gewisse Emotionen sind nicht zu verbergen. Doch der Flash bleibt dann doch eher aus und man hofft auf irgendwelche Skandale außerhalb des Programms. weiter

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Euro 2012: Schlafen wie Prinz Poldi

Schlafen wie Prinz Poldi.

Oder wie sich die BSSP gezeigt hat.

Jetzt frag nicht gleich, wieso, weshalb warum wir in den Genuss kamen die Flüge von Hamburg via München nach Gdansk und zurück sowie zwei Übernachtungen/Frühstück mit freier Nutzung des Wellnessbereichs im 5***** Hotel Dwor Oliwski zu nutzen, ich würde es Dir eh nicht erzählen. Aber zwei von der BSSP (BreitSeite Sankt Pauli, Anm.d.ÜS) hatten die Chance das EM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft kurz vor EM-Beginn in Augenschein zu nehmen.
Ein Hoteltest eben. Und natürlich habe ich mich dazu bereit erklärt. Einer muss es ja machen.
Und Flo kam dann auch mit. Ging zwar ein bisserl hin & her, da ja der Montag auch noch frei genommen werden musste, aber am Ende klappte dann alles. Und so flogen wir am Samstag des Champions League Finales nach Gdansk. weiter

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Euro 2012: Gr.A – Polen

POLSKA – Polen in sechs Buchstaben

P – Papiez (der Papst). Zweifelsohne die wichtigste Person der jüngeren, älteren und mittleren Geschichte Polens. Wenn vom Papst die Rede ist, ist natürlich DER Papst gemeint. Johannes Paul II. Während man schon kritisch über die Rolle der Kirche in Polen sprechen kann, sind abfällige Bemerkungen über den Papst zu unterlassen. Witze über den Papst sollten nur gemacht werden, wenn man den Bekanntenkreis schon etwas kennt und dessen Haltung zu IHM einschätzen kann. Nicht jeder geht damit so locker um wie mein Opa, der IHN nur den „Breschnew vom Vatikan“ nannte. Also immer schön aufpassen und mein Opa lebt leider auch nicht mehr, ist aber eines natürlichen Todes gestorben. Also „don´t mention the war“, äh „don´t tell jokes about the pope“. weiter

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Euro 2012: Gr.A – Tschechien

Was verbindet St. Pauli damit?

Es war der August 1990. Wir (der FC St.Pauli) spielten ein weiteres Jahr in Liga 1 und der Saisonauftakt bildete ein Auswärtsspiel bei der Hertha im wiedervereinigten Berlin. An jenem Donnerstagabend sah ich das erste Bundesligaspiel meines FC live im Stadion. 32.000 waren vor Ort, ein paar Hundert hatten es aus Hamburg geschafft. Im Regen drehten wir einen Rückstand in einen 2-1 Sieg. Was hat das mit Tschechien zu tun? Nun, den Ausgleich schoss Ivo Knoflicek, der wohl uns bekannteste Tscheche und der einzig echte Star mit all seinen Allüren in den glorreichen Tagen einst. Unvergessen seine langen Haare und meist die Radlerhose modisch in Streifen drunter. Schon sein erster Auftritt war legendär. Dezember 89 – Abstiegsduell mit Gladbach und ich kleiner gerade von der Mauer befreiter Ossi lauschte wie seit langer Zeit auf NDR 2. Kurz nach Halbzeit traf Ivo und lief wie enthemmt immer mit dem Zeigefinger winkend Richtung Haupttribüne. Neben Leo Manzi´s Jubel wohl das prägendste Bild jener Tage für mich. In meinem kleinen Zimmer 200 km entfernt vom Millerntor sprang ich umher und brüllte nur noch „Ivo, Ivo…” Selbst bei der WM 1990 schaute ich voller Stolz die Spiele der Tschechoslowaken und bedauerte nur das Viertelfinale. So eine Ansetzung, musste das sein?! (nebenbei: Jan Kocian ist Slowake) Ivo war dann später häufig verletzt und durchaus lustlos, gerade in der zweiten Liga. Und doch ist eben er ein ewiges Bild der schönen Jahre. Für die Statistikfreunde noch als Ergänzung, Filip Trojan war der zweite Tscheche. So gut der Junge auch war und ist, so richtige bleibende Erinnerungen hat er bei mir nicht erzeugt. weiter

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Euro 2012: Gr.A – Russland

Was verbindet St. Pauli damit?

Nach endlosen Jahren, gut es waren nur vier, stieg unser geliebter FC 1995 wieder auf. Ich erinnere mich an das erste Heimspiel jener Saison gegen Wolfsburg. Ich stand das erste Mal auf der Gegengeraden, vor allem weil ich Flagge zeigen wollte nach dem so dumm verschenkten Aufstieg des Vorjahres. Es war ein schöner Sommertag und vor uns lief sich Juri Sawitschew warm, den wir aus Saarbrücken ans Millerntor geholt hatten. Es gibt so Momente, wo man sich fragt, wer ins Stadion geht. Mein Nachbar fragte jedenfalls, wer das da sei und nachdem ich ihm den Namen nannte hörte ich nur das berüchtigte „Aha, kenn ick nicht. Egal, wir machen Party, oder?!“ Nein, eben nicht… nicht egal, wer da spielt. Juri war ein wichtiger Faktor im Aufstiegsrennen und bescherte mir an einem heißen Nachmittag in Liga 1 gegen 1860 eine unvergessene Szene. Wir führten in Überzahl schon 3-2 und noch wenige Sekunden waren zu spielen. Es war klar, wir zittern bis zum Ende. Klaus, das Tier tobte im Tor und dann kam dieser Konter und am Ende schlenzte Sawitschew den Ball in den Dreiangel. Es war die Tabellenführung. Meine frisch gekaufte Fahne bekam so einige Bierladungen ab und bei gefühlten 40 Grad im Schatten schlenderten wir danach über den Dom und in den Zelten lief „ran“ und noch einmal feierten wir alle Tore. weiter

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Euro 2012: Wer fehlt…

Der Auftakt zu unserem kleinen EM-Sonderprojekt, mit der Vorstellung aller Teilnehmerländer, gerät vielleicht etwas anders als erwartet:

Quali-Aus und Du bist raus!  – Welche Mannschaften und Spieler wir bei der diesjährigen EM in Polen und der Ukraine leider nicht in Aktion sehen werden 

Die Klassements des europäischen Klubfußballs sind bereinigt, alle wichtigen Titel sind vergeben. Die Absteiger, Aufsteiger, Pokalsieger und Meister der Ligen stehen fest. Dennoch gibt es diesen Sommer kein Durchatmen für die Fußballfans vom europäischen Kontinent. Eine Europameisterschaft steht an und ab dem 8. Juni rollt wieder der Ball. In Polen und der Ukraine wird ausgespielt, welches Land seine Lettern in den Pokal mit dem klangvollen Namen „Coupe Henri Delaunay“ gravieren lassen darf. weiter

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Auszüge aus dem vorläufigen Untersuchungsbericht zu den Ereignissen beim „Schweinske-Cup“ am 06. Januar 2012 in Hamburg

Pressemitteilung

erstellt von: Thomas Feltes, Christoph Engling, Julia Schmidt
Ruhr-Universität Bochum, Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft

Unmittelbar nach den Ereignissen rund um das Hallenturnier am 06. Januar 2012 in der Alsterdorfer Sporthalle wurde Professor Dr. Thomas Feltes von der Fanversammlung des FC St. Pauli in Abstimmung mit dem Ständigen Fanausschuss und dem Präsidium des Vereins beauftragt, eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse durchzuführen. Dazu wurde einem ersten Schritt durch Mitarbeiter des Lehrstuhls unter Leitung von Professor Dr. Thomas Feltes eine unabhängige Bestandsaufnahme erstellt. Grundlage des Ende April 2012 vorgelegten vorläufigen Untersuchungsberichtes waren neben allgemein verfügbaren und vom Verein zur Verfügung gestellten Dokumenten mehr als 40 Stellungnahmen und Berichte von Besuchern des Turniers, die der Fanausschuss gesammelt hatte. Die Autoren des vorläufigen Berichtes wurden weder vom Verein, noch von anderer Stelle für ihre Arbeit bezahlt. Aus diesem Grund beschränkt sich der Bericht auch auf eine Auswertung bereits vorliegender Dokumente. Weitere Untersuchungen, Befragungen und Analysen sind, wie im Folgenden gezeigt wird, notwendig. Diese konnten in dem genannten Rahmen aber nicht durchgeführt werden.
Vor dem Hintergrund der aktuellen und seit Mitte 2011 eskalierenden Ereignisse in Verbindung mit Ausschreitungen bei oder aus Anlass von Fußballspielen in Deutschland will der Bericht auch die Notwendigkeit verdeutlichen, solche Ereignisse, wie sie sich anlässlich des Hamburger Hallenturniers zugetragen haben, intensiv aufzubereiten und durch unabhängige, externe Experten auswerten zu lassen. Die nach solchen Ereignissen üblichen internen Aufarbeitungen von Seiten der Vereine und der Polizei reichen nach Auffassung der Autoren des Berichtes nicht aus, um die nötige Transparenz herzustellen.
Entsprechend haben die Autoren eine erste, eher oberflächliche Prüfung und Bewertung der Ereignisse in Form von „14 Beobachtungen und Fragen“ vorgelegt und relevante, derzeit noch offene Fragen formuliert. Es liegt nunmehr an denjenigen, die für den Ablauf der Veranstaltung, die Sicherheitsmaßnahmen und den Polizeieinsatz verantwortlich waren, diese Fragen aufzugreifen und zu beantworten.
Beobachtungen und Fragen weiter

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