1. Runde DFB-Pokal: Alle auf zur Hafenstraße!

Bundesliga ohne St. Pauli ist wie Essen ohne Hafenstraße?

TV Screenshot von den ersten 8 ausgelosten Paarungen der ersten DFB-Pokalrunde.
TV-Screenshot

Der (Kult-)Film „The Big Lebowski“ von 1998 mit Jeff Bridges überbrückte den Nachmittag halbwegs nett. Aber nach gefühlten zwanzig „White Russian“ (im Film!) ist dann auch mal gut. Das hält doch niemand aus!
Allerdings waren dann immer noch weitere 35 Minuten (also fast eine Halbzeit …!) bis zum Beginn der Sportschau zu überstehen. Und dann erstmal das ewige Gelaber um den Show-Event-Charakter „aufzubauen“ ertragen. (Schlimme Erinnerungen an den 11. Dezember 2025 kommen hoch. ÜS-Text mit Stichwort: WM-Auslosung). Immerhin gab es keinen „DFB-Friedenspreis“. Aaaalter, mach hinne! Dann endlich, nach 15 Minuten, ging es los mit dem losen.

Nach seinem Schiri-Karriereende fungierte Deniz Aytekin, der nach eigenen Angaben seine frei gewordene Zeit noch nicht sinnvoll strukturieren könne, als Pokal-Losfee. Und machte seine Sache gut, bis auf – unseren Gegner … Rot-Weiß Essen! Eher ein unangenehmer Gegner (dazu gleich noch mehr), aber immerhin geht es an die Hafenstraße! Wenngleich dort eher keine Störte-Fahnen wehen dürften.

Dann ging es plötzlich sehr zügig weiter. Der etwas hektisch wirkende Moderator Malte Völz (möchte bestimmt mal „Wetten dass…?“ oder „Der Preis ist heiß“ moderieren) brachte es dann noch halbwegs über die Bühne. Terminiert ist die Partie noch nicht, wird aber um den 22. August herum stattfinden.

RWE, Tabellendritter in der 3. Liga der abgelaufenen Saison. Zwar zehn Punkte hinter Spitzenreiter Osnabrück, aber mit 78:66 Toren in der Liga das Team mit den meisten Treffern – allerdings bei den Gegentoren auch ganz vorn dabei. In der Relegation scheiterten die Ruhrpottler nach einem 1:0-Heimsieg im Rückspiel (0:2) gegen Fürth und verbleiben in der 3. Liga.

Dass die Essener Mannschaft nicht unser Wunschgegner sein dürfte, ist die eine Sache. Dass die Fans von RWE mindestens in Teilen gelinde gesagt „fragwürdig“ sind, die andere. Haben diese vor rund 25 Jahren vorm Millerntor noch gesungen (Triggerwarnung – es folgt gewaltverherrlichender, frauenverachtender Text): „Hamburger Frauen – f*cken und verhauen“, hat sich seitdem leider nicht viel zum Besseren gewendet.
Noch letzten November verteilten „Fans“ beim Spiel gegen Schweinfurt Flyer mit dem Text „Keine Weiber in den ersten Reihen“. Neben frauenfeindlichem Verhalten fällt ein nicht unerheblicher Teil der Fanszene außerdem mit rechtsradikalen Gesängen, Parolen und Gesten auf.
In der Sendung „Monitor“ vom 21. Mai 2026 widmet sich der Beitrag „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ u. a. viel der Essener Fanszene. Unschön, unschön. Aber wie schon gegen Atlas Delmenhorst, wird die antifaschistische Fanszene St. Paulis auch beim Pokalspiel in Essen dies sicherlich zu thematisieren wissen.
// Hossa + ari

Teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert