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Wehen wer?

Ausgangspunkt

Wehen wer? Eine lange „Tradition“ haben die Spiele gegen das Team aus Hessen nicht. Denn das Fußballunternehmen SV Wehen 1926 Wiesbaden GmbH mischt erst seit rund zehn Jahren im Profifußball mit. Zuvor firmierte das Team unter dem Namen „SV Wehen 1926 – Taunusstein e. V.“ und spielte, mehr oder weniger, unter ferner liefen im oberen Amateurbereich. Dann wurde das Unternehmen Brita (die mit der Wasseraufbereitung) auf den Verein aufmerksam und initiierte in der Folge den Umzug nach Wiesbaden in das neugebaute Stadion. Im Jahr 2007/2008 gelang dann erstmals der Aufstieg in die 2. Bundesliga. weiter

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2017/2018

“Endlich”, mag der ein oder andere denken, aber ich hab es dieses Jahr einfach nicht früher geschafft: Die Preisübersicht für Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 20112012201320142015 und 2016)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sechs Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2017: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Langsam aber sicher scheint die Einsicht einzukehren, dass die TV-Millionen die wichtigere Einnahmequelle sind und man mit vollen Stadien diese eher sichert, als mit weiteren Preiserhöhungen minimale Einnahmesteigerungen zu erzielen, die dauerhaft vielleicht eher zu einem Absatzrückgang führen könnten.
Will sagen: Von den 16 Vereinen, die bereits in der letzten Saison in der 1.Liga spielten, haben nur Drei (Frankfurt, Dortmund und Werder) die Preise erhöht. Bei zwölf Vereinen blieben die Preise gleich, beim SC Freiburg ist man (in Summe) sogar leicht mit dem Preis runtergegangen, aber auch dazu gleich etwas detaillierter.

Der durchschnittliche Stehplatz kostet aktuell 183€ und damit etwa 15€ mehr als bei der ersten Erfassung 2011. Knapp ein Euro Erhöhung pro Spiel in sechs Jahren, “Wucher” ist das nicht gerade, eher Inflationsausgleich.
Die Spanne reicht hier von 130€ (VfL Wolfsburg) bis 225,70€ (unser Nachbar).

Der “billigste” Sitzplatz ist für durchschnittlich 322,50€ zu erwerben, auch hier zeigt der Anstieg seit 2011 (302€) nur moderate Anhebungen.
Am wenigsten zahlt man dafür erneut in Wolfsburg (200€), dort sogar weniger als beim Nachbarn und in Dortmund für einen Stehplatz. Der teuerste “billige” Sitz ist in Freiburg für 415€ zu erwerben, allerdings ist dies immerhin 50€ günstiger als in der Vorsaison.
Wie oben erwähnt ist der “schlechteste” Platz in Freiburg aber natürlich auch immer noch um einiges näher am Feld als in den größeren Arenen.
Und wo wir schon bei Freiburg sind: Diese günstigeren Karten im Vergleich zum Vorjahr erscheinen als Europa-League Qualifikant erstaunlich, allerdings hat man im Ausgleich dafür die Stehplatzkarten um 10€ erhöht (195€ statt 185€).

Der “beste” Sitzplatz (Gegengerade) kostet durchschnittlich 666€ (2011: 595€) und auch hier gewinnt der VfL Wolfsburg mit 400€ den Titel für das preisgünstigste Ticket.
Den teuersten Platz der Liga (ohne VIP / Business-Seats) auf der Gegengerade genießt man bei unseren Nachbarn in der Arena, deren Namensrechte aktuell Klaus-Michael Kühne besitzt. 806,70€ zahlt man dort für einen besonders guten Blick auf das Grün.

Anmerkungen zu den einzelnen Vereinen:
Bei Hannover 96 sind die 5% Rabatt für Dauerkarten-Besitzer der Vorsaison erneut berücksichtigt, wie auch in den Jahren zuvor. Nachdem man für die 2.Liga die Preise um 20% gesenkt hatte, ging man jetzt exakt auf den vorherigen Erstligapreis zurück. Lediglich die teuerste Kategorie ist 5€ günstiger als damals.

Der zweite Aufsteiger,

VfB Stuttgart weiter

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Neue FC St.Pauli Trikots 2017/2018

Tja nun, da sind sie also. Die drei neuen Trikots für unsere Aufstiegs- und DFB-Pokalsieg-Saison.

(Fotocredits: Under Armour)

Insbesondere das Camouflage-Trikot hatte vorher ja schon für einigen Wirbel gesorgt, im Sommerloch wollte ein Boulevard-Blatt sogar ein Skandälchen herbeischreiben… und was soll man jetzt dazu sagen?
Hier bitte gedanklich ein GIF von Krümelmonster einfügen, der, mit dem Mund voller Kekse mit unschuldigem Blick ein “Kamuflaaaasch? Waff für Kamuflaaaasch?” vor sich hinmurmelt, denn es ist ja gar kein Camouflage!
Es ist “Graffiti-Look”, der “subkulturelle Aspekte aus unserem Viertel aufgreift”!
Ätsch Bätsch!

Okay, muss man erst mal drauf kommen, virtuelles High-Five auf jeden Fall für die Kreativität in der Kommunikation, gewusst wie.
Und dann “Die Mauer” auf dem Auswärtstrikot. Assoziationsketten wie “Under Armour – Trump – Mexiko – Mauer” machten die Runde, teilweise sogar noch mit herablaufendem Blut ergänzt.
Ist aber ja gar keine Mauer, es ist die Backsteinoptik des Millerntor!

Puh…

Und veröffentlicht wird das ganze in so ‘nem fancy Facebook-Live Video, in dem top motivierte UA-Mitarbeiter von “Pauli” faseln und man dem tapfer lächelnden Cenk Sahin in den Mund legt, dass Braun als “Südländer” ja auch ganz passend ist.

Kommunikationstechnisch hat man da in den vergangenen Jahren wohl auch schon besser agiert, sag ich mal so ganz vorsichtig.

Und dann geht in der Pressekonferenz das amerikanische Marketing-Bullshit-Bingo ja erst los:
“schnelltrocknende Under Armour Signature Moisture Transport System”, “der Spieler freut sich über ein trockenes Tragegefühl”, “Four-Way-Stretch-Material”, “Ventilationsöffnungen […] für optimale Kühlung auch bei schwierigen Wetterbedingungen”.
Und Chris Bate, Vice President and Managing Director Europe von Under Armour weiß: “Der FC St. Pauli und Under Armour teilen den Glauben, dass Kultur, Leidenschaft und Innovation die wichtigsten Charakteristiken für eine optimale Zusammenarbeit sind und die Grundlage für eine großartige Performance darstellen.”
Wer bisher noch kein BINGO hatte, sollte spätestens jetzt dabei sein.

Und nun? Alles scheiße? Ausrüster abschaffen? Die Under Armour-Debatte wieder aufrollen?
Nein. Zumindest nicht von meiner Seite.
(Und nein, ich war nicht auf jener USA-Tour dabei.)

Trikot-Designs sind immer Geschmackssache, ich persönlich finde das Pokaltrikot sogar ganz gut (insbesondere die eingearbeiteten Totenköpfe), würde mir aber wohl das Heim- und Auswärtstrikot eher nicht zulegen, wieder andere sehen dies komplett anders – und exakt so war das auch in den letzten Jahren immer.
Das perfekte Trikot wird es wohl nie geben, irgendjemand meckert immer.

Schauen wir also auf den Preis: 74,95€ für Erwachsene, 59,95€ für Kinder… ohne Flock. Gleicher Preis wie letzte Saison.
Das muss dann jeder selbst entscheiden, um wie viel genau ihm das zu teuer ist.
Denn Trikots von Profivereinen sind nun eben auch schon seit Jahren (Jahrzehnten?) völlig überteuert, wenn man normale Kleidungsmaßstäbe ansetzt, und das war auch bei uns schon lange vor Under Armour so.
Zielgruppe sind weniger die regelmäßigen Stadiongänger (auch wenn von denen sicher viele Zähneknirschend trotzdem wieder zuschlagen werden), sondern eher der große Kreis an Sympathisanten und/oder Touristen.

Deutlicher wird dies, wenn man das Statement von Andreas Rettig dazu liest:
“Ein deutlicher Zuwachs bei den Trikotverkäufen in der letzten Saison zeigt uns, dass die Trikots von Under Armour – auch international – äußerst positive Resonanz erfahren haben.”

Soso, die große Protestwelle letztes Jahr und der damalige Aufschrei über die Preiserhöhung (5,-€ mehr als vorher bei Hummel) verklangen also eher ungehört bzw. wurden von der Masse ignoriert, es wurden sogar mehr Trikots verkauft als vorher.
Ehrlich gesagt ist mir daher das Design und der Preis tendenziell eher egal.
Die Dinger sind zu teuer, als das ich mir davon eins kaufen würde… und das wären sie auch dann noch, wenn sie 30,-€ billiger wären.

Ähnliches gilt für vieles im Fanshop, aber auch da: Zielgruppe bin ich da auch nicht.
Ich kaufe mein FCSP-Merch im Fanladen, bei USP oder anderen Gruppen. Und das ist sowohl für mich als auch den Verein sicher ganz okay, auch wenn letzterer sicher gerne auch noch mehr verkaufen würde.
Kann er, wird er auch – aber eben nicht zwingend mit “uns”, sondern mit der großen Masse von Leuten, die es ganz hip und cool finden, FCSP-Zeugs zu tragen.
Kommerzialisierung und so. Der schmale Grat auf dem der Verein wandelt, wenn er Profifußball spielen will, aber nicht jeden Scheiß mitmachen muss und will.

In diesem Sinne, mit folgendem Tweet ist alles gesagt:

Weiterhin schöne Sommerpause! // Frodo

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13.Spieltag (H) – Fortuna Düsseldorf (und: Verein am Wochenende 46/16)

Knappe Stunde vorm Anstoß

FC St.Pauli – Fortuna Düsseldorf 0:1 (0:1)
Tor: 0:1 Daniel Buballa (36., Eigentor)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.000 Fortunen)

Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.
(Andreas Brehme, Filosof & Profed, oder so.)

In Würzburg?
Wenigstens gekämpft – bis auf 25 Minuten in Hälfte eins auch auf Augenhöhe (mit einem Aufsteiger, der grad drei Mal in Folge verloren hat).
Eigene Torchancen? So um und bei eine.
Dummes und unglückliches Eigentor, 0:1.

Gegen Düsseldorf?
Ähnlich, Partie deutlich ausgeglichener, allerdings zuhause und gegen einen Gegner, der in Heimspielen mit Fug und Recht als Lieblingsgegner bezeichnet werden kann.
Eigene Torchancen? So um und bei eine.
Dummes und unglückliches Eigentor, 0:1.

Funfact I: Seit 250 Minuten hat kein Gegner mehr gegen uns getroffen, Danke an @rueckbau für den Hinweis.
Funfact II: 2x hintereinander 0:1 durch ein Eigentor verlieren? Schaffte vor uns in Liga 2 nur LR Ahlen, 2005. Quelle: OptaFranz, auf Nachfrage.
Die Niederlagen gab es gegen den SC Paderborn und Sportfreunde Siegen am 4. & 5.Spieltag, am Ende kam LR Ahlen aber noch auf souveräne 35 Punkte.
(Okay… und steig trotzdem als Vorletzter ab.)

Was bleibt? Zwei unglückliche Niederlagen, die aber jeweils auch nicht unverdient waren. In Würzburg hätte man uns in Hälfte eins regelrecht abschießen können, gegen Düsseldorf war die Fortuna bis zum erzielten Treffer auch deutlich feldüberlegen und zog sich erst danach zurück – was uns dann aber eben auch nicht in die Situation brachte, Chancen zu erarbeiten.

Spielerisch fehlen uns momentan die Mittel, hierzu sei explizit auch nochmal auf den jüngsten MillernTon verwiesen, in dem ÜS-Taktikexperte timbo etwas schilderte, was man auch gestern auf dem Rasen ganz klar erkennen konnte:
Derzeitiges Hauptmuster im Offensivspiel ist es, den Ball lang nach vorne zu schlagen, wo Bouhaddouz im besten Fall den Ball fest machen kann, dies aber auch nicht zwingend nötig ist weil dann eben aus dem Mittelfeld alle anderen nachrücken sollen um den zweiten Ball zu gewinnen, wenn der Ball von der Verteidigung geklärt wird.
Allein: Dieses “nachrücken und den zweiten Ball gewinnen” scheitert eben meist daran, dass jener zweite Ball nicht gewonnen wird und wir daher in Strafraumnähe viel zu wenig Ballbesitz haben.

Und für ein anderes Spielsystem, in dem wir den Ball spielerisch nach vorne bringen, fehlen uns aktuell wohl sowohl die dafür nötigen Spieler als auch die entsprechende Sicherheit und das Selbstvertrauen. Ein Teufelskreis.

Das Drumherum

Eigentlich war alles angerichtet. Statistischer Lieblingsgegner, volle Hütte, ausverkaufter Gästeblock mit (fast ausnahmslos) sympathischen Leuten die sogar eine Choreo dabei hatten und zumindest anfangs sowas wie Hamburger Wetter.

 

 

Die Stimmung war auch anfangs okay (wobei das “Aux armes…” fehlte?), ein wirkliches Aufbäumen in Hälfte zwei und der oft beschriene Roar aber fehlte – ähnlich wie auf dem Platz. Wechselwirkung.

Zunehmend auch Unmut. Vereinzelte Pfiffe zur Pause (wenn auch gleich lautstark mit “St.Pauli”-Anfeuerungsrufen übertönt), hörbares Unmutsstöhnen bei Rückpässen, insbesondere mit zunehmender Spielzeit.
Zumindest zu Letzteren: Wir sind Tabellenletzter mit deutlichem Rückstand zum rettenden Ufer, wir haben bisher erst einen Saisonsieg, wir haben seit Ewigkeiten nicht mehr zu Null gespielt… wo soll da die nötige Sicherheit für nen Zuckerpass nach vorne oder der Mut für ne Einzelaktion herkommen? Und wird das mit lautem Unmut besser? (Ja, ohne Unmut wird es auch nicht besser, aktuell.)
Nahezu ausnahmslos kamen diese Rückpässe wahlweise unter Bedrängnis zustande oder waren als Sicherheitsmaßnahme gedacht, weil es keine andere Anspielstation gab. Und dann ist mir der Rückpass zu Robin Himmelmann eben immer noch lieber als ein Ballverlust.
(Gedanklich hier die Szene von Sören Gonther gegen Braunschweig einfügen.)

Und nun?

Tja, nüscht.
Weitermachen, was auch sonst?
Abmelden vom Spielbetrieb wäre ziemlich sinnlos und mit 2-3 Siegen in Folge wäre man auch wieder in ruhigeren Gefilden. Sieht momentan nicht danach aus, aber Nürnberg hat das gerade sehr eindrucksvoll vorgemacht. (Zum Vergleich: Tabelle nach Spieltag 5.)

Das nächste Spiel findet am Samstag um 13.00h beim 1.FC Heidenheim statt, die haben grade in Bielefeld verloren, gegen die wir bekanntlich absolut souverän in der Nachspielzeit gewonnen haben.
Wir sind also quasi Favorit, oder so.

Und, wie sang schon ein großer Deutscher Dichter und Denker:

Tragik ist wie Liebe,
ohne Happy End.
Und eines ist wirklich sicher,
dass die Tragik St.Pauli kennt. weiter

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