Schlagwort-Archive: SV Darmstadt 98

Mal was holen in Darmstadt?

Gleich geht es für unsere Kiezkicker gegen den SV Darmstadt 98. Am Böllenfalltor gibt es eigentlich nichts zu holen für Braun-Weiß, anders jedoch am Millerntor. Dort gelangen fünf Siege, wir haben uns das Spiel aus der Saison 1987/1988 mal genauer angeschaut.

Vor dem Spiel

Die Vorsaison beendete der FC St. Pauli auf dem 3. Tabellenplatz und hatte damit die Möglichkeit an der Relegation in die 1. Bundesliga teilzunehmen. Leider scheiterte das Team dort in zwei Spielen am FC 08 Homburg. In die Saison 1987/1988 startete das Team von Willi Reimann dann auch mit dem Anspruch einen Platz im oberen Mittelfeld zu ergattern. Der Saisonstart gestaltete sich zunächst sehr erfolgreich. Am ersten Spieltag gelang ein 3:0 Auswärtssieg bei Union Solingen. Es folgte ein 1:1 gegen den VfL Osnabrück und ein 2:0 Auswärtssieg gegen den 1. FC Saarbrücken. Nach fünf Spieltagen lag der Magische FC auf einem ordentlichen zweiten Platz hinter Fortuna Düsseldorf. Weitere fünf Spieltage später waren die Braun-Weißen auf Platz drei mit fünf Siegen und drei Unentschieden. Vor dem Spiel gegen die Lilien stand Sankt Pauli auf dem vierten Tabellenplatz, der Gegner aus Darmstadt war sogar Tabellenführer. Die Zuschauer am Millerntor erwartete also ein richtiges Spitzenspiel. weiter

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2018/2019

Hello again!

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 201120122013201420152016 und 2017)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen, ehe man sich unnötig aufregt:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt (ohne Familienbereich und Sichtbehinderung), sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sieben Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.

Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist.

Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2018: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Zur letzten Saison erhöhten nur drei der 16 verbleibenden Erstligisten die Preise (Frankfurt, Dortmund, Bremen), diese Saison sind es erneut drei Clubs.
Heißt aber auch: Bei den anderen 13 Vereinen bleiben die Preise stabil.
Mehr als im Vorjahr zahlt man in Dortmund (ca. 2% in allen Kategorien), Freiburg (ca. 6% in allen Kategorien) und in Stuttgart. Beim VfB ziehen Stehplatz und günstigster Sitzplatz um 17,-€ an, während die teureren Sitzplätze stabil bleiben. Das ist ja auch mal ein Statement. (Sollte es dafür einen tieferen Grund geben, diesen gerne in die Kommentare packen.) Nachtrag: Haha, Quatschkram erzählt, bin nur in der Spalte verrutscht. Der VfB Stuttgart erhöht in allen Kategorien gleichwertig um 17€.
Hannover 96 ist ein Sonderfall, da ich da bisher immer die 5% Rabatt für Vorjahres-Dauerkarteninhaber mit drin hatte, da dies nahezu einzigartig war. Nun fangen mehr Vereine damit an und es wird unübersichtlich, daher sind jetzt alle Daten ohne “Treuerabatt” und die Hannoveraner Preise eben 5% höher erfasst als letztes Jahr, auch wenn sich der Preis nicht verändert hat.
Wer gleichzeitig noch Mitglied und oder Kunde einer bestimmten Bank ist, kann diesen Rabatt sogar auf 10% oder 15% erhöhen. Mitgliederrabatt bieten allerdings auch fast alle Vereine an.

Der Deutsche Pokalsieger, Eintracht Frankfurt hat den “Titel” verteidigt und verkauft weiterhin die teuersten Tickets. Allerdings liegen die Stehplatztickets mit 180€ unterm Ligaschnitt, dafür sind 383€ für den billigsten Sitzplatz der drittteuerste Wert und mit 803€ für die beste Sicht ist man am Main sogar Ligaspitze. Die teuerste Karte in dem Segment hatte bisher der Hamburger SV, aber der folgt ja erst in der nächsten aufgezählten Liga.
Am günstigsten ist der Erstligafußball nach wie vor in Wolfsburg. 130€ für den Stehplatz sind ebenso wie 200€ für den günstigsten und 400€ für den teuersten Platz das preiswerteste, was die Liga zu bieten hat. Wer also gut gucken will, kann in Wolfsburg zwei Premiumsitze zum Preis von einem Frankfurter Sitz kaufen… wird sicher trotzdem niemand deswegen tun, schon klar.

Noch ein Blick auf die Aufsteiger:
Der 1.FC Nürnberg landet mit sehr günstigen Werten nur knapp oberhalb von Hoffenheim und Wolfsburg. Die Karten kosten 22% mehr als in der letzten Zweitligasaison. Hier lohnt natürlich auch der Blick auf das letzte Erstligajahr: Im Vergleich zur Saison 2013/14 sind die Preise um etwa 6,4% gestiegen. So weit sicher im Rahmen, allerdings auch hier ein Ungleichgewicht bei den Kategorien: Die Stehplatztickets kamen damals 165€ und jetzt 190€. Die teuersten Sitzplätze kosteten damals 519€… und jetzt immer noch.
Fortuna Düsseldorf hatte letztes Jahr die zweitteuersten 2.Ligatickets. Dementsprechend erhöht man jetzt nur um moderate 6%, schiebt sich damit aber auch noch die die obere Hälfte. Und wer auf diesen bunten Sitzschalen gut gucken möchte, zahlt mit 759€ sogar den dritthöchsten Preis der Liga.

Durchschnittlich zahlt der Erstligafan für seine Stehplatzdauerkarte 185€, am teuersten sind diese Tickets in Dortmund und Stuttgart (je 215€) sowie Freiburg (210€). Die günstigsten Steher gibt es wie schon erwähnt in Wolfsburg (130€) sowie bei den beiden Champions League-Teilnehmern Bayern (140€) und Hoffenheim (150€).

319€ kostet im Schnitt der

“billigste Sitzplatz” weiter

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20.Spieltag (H): SV Darmstadt 98

(c) @amhass on twitter

FC St.Pauli – SV Darmstadt 98 0:1 (0:1)
Tore: 0:1 Loevin Jones (7.)
Zuschauer: 29.005
(ca. 1.500 Gästefans)

„Jo, ich schreibe Montag was über das Darmstadt-Spiel. Mach ich gerne!“
Das waren die unbedachten Worte, die ich Frodo auf digitalem Wege zukommen ließ. Ebenso wie sich die Heimspiele des FCSP manchmal anfühlen, so begeben sich nun die Buchstaben eher schleppend auf den weißen Grund. Der Start der gestrigen Partie fühlte sich an wie eine Hommage an unsere Heimspiele der Hinrunde: Guter Start, verpasste Chancen, aus dem Nichts das frühe Gegentor und danach planloses Anrennen. War was? Winterpause? Trainerwechsel?

Vor dem Spiel

Viel wichtiger als jedes Fußballspiel auf der Welt war das Geschehen vor dem Anpfiff. Hier wurde ganz leise ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Ich empfehle jedem, der es noch nicht getan hat das Interview mit Esther Bejarano auf der FCSP-Homepage zu lesen. Für die, die nicht im Stadion waren hat u.a. Edel Fan Nico dankenswerterweise ein Video vom Einlaufen der Mannschaften hochgeladen.

Sportliches

Das Spiel selbst ist schnell erzählt. Wir verpassen die frühe Führung und Darmstadt macht im Gegenzug das Tor. In dieser Situation hat die Übergabe der Spieler von Mittelfeld auf Abwehr mal so überhaupt nicht funktioniert. Danach laufen wir gegen eine Wand.

Meine persönliche Erwartung an ein Fußballspiel sinkt immer massiv, wenn Darmstadt 98 beteiligt ist. Das war vor allem unter Dirk Schuster im Aufstiegsjahr und dem ersten Jahr in der 1.Liga so. Norbert Meier und Thorsten Frings haben der Truppe aber auch den Teufel nicht austreiben können. Und nun ist Dirk Schuster sogar wieder Trainer. Noch bevor wir weiter darüber diskutieren, ob uns der schleichende Zerfall von 50+1 oder die zunehmende Kommerzialisierung den Fußball kaputt macht, müssen wir uns über den Fußball den Darmstadt 98 salonfähig gemacht hat, unterhalten. Das mag recht drastisch formuliert sein, aber das Interesse an dem Spiel Fußball als solches hat in der 2.Liga in den letzten Jahren massiv abgenommen. Es geht nur noch um Fehlervermeidung in der Liga und Darmstadt war ein Vorreiter dieser Entwicklung, die, nachdem sie einmal in Gang gebracht wurde, nicht mehr aufzuhalten war und ist. Inzwischen gibt es eigentlich kein Team mehr, das primär ein Offensivkonzept hat. Sämtliche Offensivkonzepte sind unterwandert von defensivem Denken. Es gilt meist immer in guter Position für das Gegenpressing und die Rückverteidigung zu sein. Dabei wird weniger riskiert, da ein Gegentor dazu führt, dass die mit diesen Konzepten ohnehin nur schwer bespielbaren Räume vom Gegner komplett verschlossen werden. So ist auch zu verstehen was Ewald Lienen damit meinte, als er im MillernTon sagte, dass ein Tor das Spiel viel mehr als früher beeinflusst. Darmstadt hat uns im Grunde einen Spiegel vorgehalten und uns aufgezeigt, wie destruktiv wir in Dresden nach der frühen Führung spielten. Da haben wir nach der Führung teilweise in einer 46-Formation gestanden.

Wirklich gefährlich wurde es gestern nur, wenn wir es schafften schnell und über die Außen zu spielen. Diese Räume waren vor allem dann vorhanden, wenn Darmstadt hoch presste, also im 433. Dann allerdings musste die erste Reihe erst einmal überspielt werden. Schoppenhauer versuchte das meist mit langen Bällen. Ich finde es immer beeindruckend, was auf dem Platz passiert, wenn es mal geschafft wird die erste Reihe zu überspielen und einen eigenen Spieler im Zentrum in Ballbesitz zu bringen. Die Dynamik die dann kurzzeitig, im Vergleich zum eher langsamen Ballgeschiebe vorher, einsetzt, ist bemerkenswert. Die verteidigende Mannschaft versucht so schnell wie möglich auf Mittelfeld- oder Abwehrpressing umzustellen und alle Spieler hinter den Ball zu bekommen. Meist bewegen sich die Spieler dazu im Vollsprint zurück. Der angreifenden Mannschaft bleibt also nur wenig Zeit um die freien Räume zu bespielen. Das führt natürlich zu Fehlern, seien es falsche Laufwege oder Fehlpässe. Gerade in der zweiten Liga ist in diesen Situationen die Fehlerquote sehr hoch. Jeder Offensiv-Spieler der in solchen Situationen unter höchstem Druck den Ball sinnvoll weiterleiten kann, landet früher oder später in einer höheren Liga. In Liga Zwei befinden sich also entweder Offensiv-Spieler, die unter diesem Druck (noch) nicht oder zu selten richtige Entscheidungen treffen und technisch umsetzen können.

Darmstadt spielte dann ein absolut kompaktes Pressing im Zentrum, teilweise mit einer interessanten 424-Formation. Bemerkenswert war, dass hierbei die Außenbahnen teilweise nicht besetzt waren. Diese freien Räume wurden von uns aber eher selten bespielt. Warum? Hier kommt wieder die Rückverteidigung ins Spiel. Sollte man den Aufbau über die Außenbahn forcieren und versuchen dort eine Überzahl zu erschaffen (was unter Ewald Lienen häufig der Fall war), dann sieht man bei Ballverlust meist ganz alt aus, da die Raumaufteilung bei einem Konter absolut ungünstig ist. Somit wurde nur sehr selten über die Außen gespielt und das meist bei eigenen Umschaltsituationen. Und trotz einer Menge Ballverluste und mangelnder Passgenauigkeit gab es einige Chancen für uns. Dass Darmstadt mit einer Führung in die Pause ging lag vor allem an mangelnder Chancenverwertung lag und nicht an fehlenden Chancen.

Die zweite Hälfte kann durchweg als enttäuschend beschrieben werden. Symptomatisch für die Planlosigkeit, mit der angerannt wurde, ist die Einwechslung von Diamantakos. Ich bin mir sicher, dass wir an diesem Spieler noch viel Spaß haben werden. Allerdings frage ich mich, wie er uns gestern hätte helfen können, außer dass er als Stürmer eine Option mehr in vorderster Reihe darstellte. Die fehlende Abstimmung des Sturm-Trios war bis in den obersten Rang des Stadions zu spüren. Wenn solch eine Einwechslung möglich ist, dann stelle ich mir die Frage, ob es überhaupt einen ausgereiften Plan gab, wie man in der zweiten Halbzeit ein Tor gegen Darmstadt erzielen wollte. 15 Minuten nach Diamantakos‘ Einwechslung stellte der Wechsel von Allagui auf Neudecker dann wieder das vorher gespielte 442 her, welches mich dann komplett ratlos machte, was die Einwechslung von Diamantakos für Sahin bezwecken sollte. Die Phase zwischen den beiden Wechseln war auch deutlich unsere schwächste. Für mich kam die Einwechslung von Neudecker, für viele im Stadion die Auswechslung von Allagui zu spät. Selbst wenn man mal von den Ballverlusten und Fehlpässen absieht (zumal auch immer einige gute Aktionen dabei sind und ich bereits ausführte, wie hoch der Druck und die Geschwindigkeit sind), so ist auf jeden Fall die Körpersprache von Sami Allagui absolut ungenügend. Das spiegelt sich auch im Defensivverhalten wieder. Sorry, aber da helfen dann auch die paar Tore nicht viel. Hier muss was passieren!

Es bleibt festzuhalten, dass besonders bei Umschaltsituationen Darmstadt in der ersten Hälfte ziemlich schlecht aussah. Und das kann man auch andersrum betrachten: Markus Kauczinski sagte bereits bei Amtsantritt, dass der Kader des FCSP sich besonders gut im Umschaltspiel machen würde. Ich habe das durchaus als kleinen Seitenhieb gegen Olaf Janßen verstanden, da dieser versuchte spielerische Elemente wie Kombinationsfußball wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Der Fokus auf das Umschaltspiel ist aber keine Neuheit. Auch unter Lienen war das unser größter Trumpf. Bei diesem Fokus handelt es sich ganz klar um eine reine Fehlervermeidungs-Strategie. Damit werden wir die nötigen Punkte holen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Mehr aber auch nicht. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ möchte man meinen. In der 2.Liga ist es eher „Wer am wenigsten wagt, gewinnt“.

Und sonst so?

Nur kurz, weil es so lächerlich ist: Unser “Sicherheitsbeauftragter” hatte Kontakt mit der GdP. Anscheinend ist es nicht bis in die letzte Gehirnwindung durchgedrungen, dass man nicht auf jeder Party willkommen ist. Und man wundert sich noch, dass man an der Tür abgewiesen wird, wenn man vieles dafür tut, um mit den anderen Partygästen nicht befreundet zu sein…

//timbo

Links:
– Nice Guys St.Pauli: #senfdazu48
– Stefan Groenveld: Lautes Schweigen am Millerntor

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2017/2018

“Endlich”, mag der ein oder andere denken, aber ich hab es dieses Jahr einfach nicht früher geschafft: Die Preisübersicht für Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 20112012201320142015 und 2016)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sechs Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2017: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Langsam aber sicher scheint die Einsicht einzukehren, dass die TV-Millionen die wichtigere Einnahmequelle sind und man mit vollen Stadien diese eher sichert, als mit weiteren Preiserhöhungen minimale Einnahmesteigerungen zu erzielen, die dauerhaft vielleicht eher zu einem Absatzrückgang führen könnten.
Will sagen: Von den 16 Vereinen, die bereits in der letzten Saison in der 1.Liga spielten, haben nur Drei (Frankfurt, Dortmund und Werder) die Preise erhöht. Bei zwölf Vereinen blieben die Preise gleich, beim SC Freiburg ist man (in Summe) sogar leicht mit dem Preis runtergegangen, aber auch dazu gleich etwas detaillierter.

Der durchschnittliche Stehplatz kostet aktuell 183€ und damit etwa 15€ mehr als bei der ersten Erfassung 2011. Knapp ein Euro Erhöhung pro Spiel in sechs Jahren, “Wucher” ist das nicht gerade, eher Inflationsausgleich.
Die Spanne reicht hier von 130€ (VfL Wolfsburg) bis 225,70€ (unser Nachbar).

Der “billigste” Sitzplatz ist für durchschnittlich 322,50€ zu erwerben, auch hier zeigt der Anstieg seit 2011 (302€) nur moderate Anhebungen.
Am wenigsten zahlt man dafür erneut in Wolfsburg (200€), dort sogar weniger als beim Nachbarn und in Dortmund für einen Stehplatz. Der teuerste “billige” Sitz ist in Freiburg für 415€ zu erwerben, allerdings ist dies immerhin 50€ günstiger als in der Vorsaison.
Wie oben erwähnt ist der “schlechteste” Platz in Freiburg aber natürlich auch immer noch um einiges näher am Feld als in den größeren Arenen.
Und wo wir schon bei Freiburg sind: Diese günstigeren Karten im Vergleich zum Vorjahr erscheinen als Europa-League Qualifikant erstaunlich, allerdings hat man im Ausgleich dafür die Stehplatzkarten um 10€ erhöht (195€ statt 185€).

Der “beste” Sitzplatz (Gegengerade) kostet durchschnittlich 666€ (2011: 595€) und auch hier gewinnt der VfL Wolfsburg mit 400€ den Titel für das preisgünstigste Ticket.
Den teuersten Platz der Liga (ohne VIP / Business-Seats) auf der Gegengerade genießt man bei unseren Nachbarn in der Arena, deren Namensrechte aktuell Klaus-Michael Kühne besitzt. 806,70€ zahlt man dort für einen besonders guten Blick auf das Grün.

Anmerkungen zu den einzelnen Vereinen:
Bei Hannover 96 sind die 5% Rabatt für Dauerkarten-Besitzer der Vorsaison erneut berücksichtigt, wie auch in den Jahren zuvor. Nachdem man für die 2.Liga die Preise um 20% gesenkt hatte, ging man jetzt exakt auf den vorherigen Erstligapreis zurück. Lediglich die teuerste Kategorie ist 5€ günstiger als damals.

Der zweite Aufsteiger,

VfB Stuttgart weiter

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