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Saisonstart gegen Bochum

Von Stefan

Mit dem Auswärtsspiel in Bochum startet der Magische FC in die Bundesligasaison. Um nach dem Pokaldesaster etwas Optimismus zu verbreiten, haben wir uns das Spiel gegen den VfL aus dem Jahre 2017 nochmal angeschaut. Damals war es ebenfalls der erste Spieltag und die Kiezkicker nahmen drei Punkte mit nach Hause.

Vor dem Spiel

Es war die erste Saison nach Ewald Lienen; die erste Saison nach der erfolgreichsten Rückrunde der Vereinsgeschichte, in der die Kiezkicker 34 Punkte holten. Neuer Coach wurde der vorherige Co-Trainer Olaf Janßen. Die Erwartungen zumindest auf eine Saison ohne Abstiegssorgen waren groß. Ins Gewicht fiel insbesondere jedoch der Abgang von Sören Gonther nach Dresden, der umstrittene Marvin Duksch war weiter an Holstein Kiel verliehen. Als Königs-Transfer konnte bei der Verpflichtung Sami Allagui von Hertha BSC Berlin angesehen werden. Er war als Doppelstürmer mit Aziz Bouhaddouz vorgesehen, zudem kam Clemens Schoppenhauer aus Würzburg und Luca Zander aus Bremen. Es gab also zu Beginn der Saison kaum Veränderungen im Kader. Nach der erfolgreichen Rückrunde hätte dies durchaus ein Vorteil sein können. Die Mannschaft schien eingespielt und Allagui der fehlende Mosaikstein. Zudem hatte der Kader die größte Zweitligaerfahrung. Insgesamt wiesen die Spieler 1696 Einsätze auf. Doch in der Vorbereitung war die Torausbeute stark ausbaufähig und vor dem ersten Spieltag gegen Bochum ebenso Baustelle wie die Torgefährlichkeit nach ruhenden Bällen. Für Optimismus vor dem Ligastart sorgte immerhin der 2:1 Testspiel-Heimsieg gegen Werder Bremen und die damit sieben erfolgreichen Testspiele der Vorbereitung. weiter

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Preisübersicht: Dauerkarten 1. & 2. Fußball-Bundesliga 2018/2019

Hello again!

(Die letzten Jahre zum Zurückblättern: 201120122013201420152016 und 2017)

Wie immer gilt es, folgende Hintergründe zu den nackten Zahlen zu lesen, ehe man sich unnötig aufregt:

Am Wichtigsten: Es ist nur eine Zahlenspielerei.
Nicht mehr hineininterpretieren als meine Langeweile in der Sommerpause, gepaart mit einer kleinen Affinität zu Excel-Tabellen.

Es gibt drei Kategorien, aus Gründen der Vergleichbarkeit alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt.
Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien:
Der günstigste Sitzplatz überhaupt (ohne Familienbereich und Sichtbehinderung), sowie der Teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf wenige Vereine in Liga 2 zu), habe ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, i.d.R. dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach sieben Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht.
Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld, als die günstigsten Plätze in kleineren Stadien wie Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor.
Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen, wo man die wenigen Stehplätze eben leicht sehr günstig abgeben kann. Außerdem gehen Vereine mit großem Stadion und geringerer Auslastung natürlich eher mit einem günstigen Preis an den Start, als es ständig ausverkaufte kleinere Stadien tun.
Einzig faire Variante wäre wohl eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste dann irgendwie noch die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen sowie besagte Stadiongröße einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach’ es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche transparente “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.

Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist.

Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist?
Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen.
Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ausnahme 2018: Union Berlin, dazu später mehr.

Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bei einigen Vereinen ist dies durch die Stadionlage durchaus ein Kostenfaktor. Nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.
Bei einigen Vereinen ist die U23 gratis mit drin, andere gewähren eine Ermäßigung, wieder andere haben keine U23 mehr, bieten dafür aber U19 und U17-Bundesliga gratis – die ist bei wieder anderen aber ohnehin für alle Gratis.
All diese Faktoren müssten also für den Einzelfall berücksichtig werden, fallen aus dieser Tabelle aber heraus.

Alle Zahlen sind manuell auf den einzelnen Websites der Vereine rausgesucht und nach bestem Wissen und Gewissen übertragen worden. Sollte sich da ein Fehler eingeschlichen haben, lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail an blog(at)uebersteiger.de wissen.
Und natürlich freue ich mich generell über jede Form der Rückmeldung in den Kommentaren, zumindest wenn Ihr vorher die hier eben gemachten Anmerkungen gelesen habt.

So weit vorab die grundlegenden Infos, kommen wir zu den aktuellen Zahlen und Besonderheiten dieser Saison:

1.Bundesliga

Zur letzten Saison erhöhten nur drei der 16 verbleibenden Erstligisten die Preise (Frankfurt, Dortmund, Bremen), diese Saison sind es erneut drei Clubs.
Heißt aber auch: Bei den anderen 13 Vereinen bleiben die Preise stabil.
Mehr als im Vorjahr zahlt man in Dortmund (ca. 2% in allen Kategorien), Freiburg (ca. 6% in allen Kategorien) und in Stuttgart. Beim VfB ziehen Stehplatz und günstigster Sitzplatz um 17,-€ an, während die teureren Sitzplätze stabil bleiben. Das ist ja auch mal ein Statement. (Sollte es dafür einen tieferen Grund geben, diesen gerne in die Kommentare packen.) Nachtrag: Haha, Quatschkram erzählt, bin nur in der Spalte verrutscht. Der VfB Stuttgart erhöht in allen Kategorien gleichwertig um 17€.
Hannover 96 ist ein Sonderfall, da ich da bisher immer die 5% Rabatt für Vorjahres-Dauerkarteninhaber mit drin hatte, da dies nahezu einzigartig war. Nun fangen mehr Vereine damit an und es wird unübersichtlich, daher sind jetzt alle Daten ohne “Treuerabatt” und die Hannoveraner Preise eben 5% höher erfasst als letztes Jahr, auch wenn sich der Preis nicht verändert hat.
Wer gleichzeitig noch Mitglied und oder Kunde einer bestimmten Bank ist, kann diesen Rabatt sogar auf 10% oder 15% erhöhen. Mitgliederrabatt bieten allerdings auch fast alle Vereine an.

Der Deutsche Pokalsieger, Eintracht Frankfurt hat den “Titel” verteidigt und verkauft weiterhin die teuersten Tickets. Allerdings liegen die Stehplatztickets mit 180€ unterm Ligaschnitt, dafür sind 383€ für den billigsten Sitzplatz der drittteuerste Wert und mit 803€ für die beste Sicht ist man am Main sogar Ligaspitze. Die teuerste Karte in dem Segment hatte bisher der Hamburger SV, aber der folgt ja erst in der nächsten aufgezählten Liga.
Am günstigsten ist der Erstligafußball nach wie vor in Wolfsburg. 130€ für den Stehplatz sind ebenso wie 200€ für den günstigsten und 400€ für den teuersten Platz das preiswerteste, was die Liga zu bieten hat. Wer also gut gucken will, kann in Wolfsburg zwei Premiumsitze zum Preis von einem Frankfurter Sitz kaufen… wird sicher trotzdem niemand deswegen tun, schon klar.

Noch ein Blick auf die Aufsteiger:
Der 1.FC Nürnberg landet mit sehr günstigen Werten nur knapp oberhalb von Hoffenheim und Wolfsburg. Die Karten kosten 22% mehr als in der letzten Zweitligasaison. Hier lohnt natürlich auch der Blick auf das letzte Erstligajahr: Im Vergleich zur Saison 2013/14 sind die Preise um etwa 6,4% gestiegen. So weit sicher im Rahmen, allerdings auch hier ein Ungleichgewicht bei den Kategorien: Die Stehplatztickets kamen damals 165€ und jetzt 190€. Die teuersten Sitzplätze kosteten damals 519€… und jetzt immer noch.
Fortuna Düsseldorf hatte letztes Jahr die zweitteuersten 2.Ligatickets. Dementsprechend erhöht man jetzt nur um moderate 6%, schiebt sich damit aber auch noch die die obere Hälfte. Und wer auf diesen bunten Sitzschalen gut gucken möchte, zahlt mit 759€ sogar den dritthöchsten Preis der Liga.

Durchschnittlich zahlt der Erstligafan für seine Stehplatzdauerkarte 185€, am teuersten sind diese Tickets in Dortmund und Stuttgart (je 215€) sowie Freiburg (210€). Die günstigsten Steher gibt es wie schon erwähnt in Wolfsburg (130€) sowie bei den beiden Champions League-Teilnehmern Bayern (140€) und Hoffenheim (150€).

319€ kostet im Schnitt der

“billigste Sitzplatz” weiter

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18.Spieltag (H): VfL Bochum

FC St.Pauli – VfL Bochum 2:1 (1:0)
Tore: 1:0 Lasse Sobiech (34.), 2:0 Jan-Marc Schneider (49.), 2:1 Lukas Hinterseer (75.)
Gelb-Rot: Anthony Losilla (90.)
Zuschauer: 29.005
(ca. 1.500 Gästefans)

Puh… Erleichterung, Winterpause, Akku aufladen.
[Artikel Ende]

(Halb)Jahresfazit

Das letzte Spiel im Kalenderjahr gibt ja auch immer die Möglichkeit, ein kleines Fazit zu ziehen und auf das Jahr zurückzuschauen – oder zumindest auf die abgelaufene Halbserie.
Im konkreten Fall des ruhmreichen FCSP lohnt sich natürlich mal der Blick auf das Große Ganze, denn letztes Jahr Weihnachten hatten wir auch gerade ein Heimspiel gegen den VfL Bochum zum Jahresabschluß hinter uns.

Es war der 17.Spieltag. Nach katastrophalem Beginn der Saison hatten wir durch einen 2:0-Sieg in Fürth (“Cenk ein das Ding!”) doch noch einen Funken Hoffnung und wollten mit einem Heimsieg diesen weiter glimmen lassen.
Bouhaddouz mit einem sehenswerten Heber an die Latte verpasste die frühe Führung, stattdessen musste Daniel Buballa mit einer Kopfverletzung schon nach einer guten Viertelstunde ausgewechselt werden. Mlapa erzielte dann in der 20.Minute das 0:1, ehe Bochums Perthel nach einem Tritt an den Kopf von Miyaichi nach einer knappen halben Stunde vom Feld musste.
Anrennen, Verzweiflung – und mehr als den Ausgleich durch Bouhaddouz in der 76.Minute gab es nicht mehr.
Elf Punkte nach 17 Spielen, damit exakt so viele wie “Die Region” sie nach 17 Spielen in dieser Saison hatte.

Der Rest ist bekannt: Dank der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte konnten wir das Ruder noch herumreißen und die Saison auf Platz 7 beenden. Ewald Lienen wurde vom Trainer zum Technischen Direktor, Olaf Janßen übernahm den Cheftrainerposten und nach einem Sieg in Braunschweig am 11.Spieltag hielt man mit Platz 5 durchaus Anschluß an die Aufstiegsplätze.
Schon da hatte man sicher den ein oder anderen Punkt mehr, als es dem Spielverlauf nach angemessen gewesen wäre (Nürnberg und Braunschweig).
Doch dies sollte sich dann recht schnell umkehren, der unglückliche Niederlage gegen Düsseldorf folgten (nach dem Zwischenhoch in Braunschweig) unglückliche Unentschieden in Sandhausen, gegen Aue, die vielleicht beste Saisonleistung bei Union Berlin ohne Punkte und nach einem erneut eher unglücklichen Unentschieden gegen Regensburg die krachenden Pleiten in Fürth und Bielefeld – sowie die Entlassung von Olaf Janßen.

Ich tue mich bekanntlich schwer mit Trainerentlassungen, da dies auch immer das Eingestehen eines schweren Fehlers (des Vereins, des Präsidiums, der Mannschaft, whoever) ist. Im konkreten Fall aber war es wohl die richtige Entscheidung, da die Spiele in Fürth und Bielefeld die Entwicklung der bisherige Saison nur auf die Spitze trieben.
Vielleicht ist Olaf Janßen einfach der geborene Co-Trainer, so wie Michael Henke? Dass er sein Fach versteht, hat er in der letzten Saison bewiesen, wo er (meiner Meinung nach) einen erheblichen Anteil am Klassenerhalt hatte.
Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute, auf das er bald einen neuen Verein findet.

Nun also Markus Kauczinski.
Für eine fundierte Einschätzung ist es natürlich noch viel zu früh, wenn man so etwas (ohne täglich beim Training und in allen Besprechungen zu sein) überhaupt jemals kann. (Diese Einschätzung gilt natürlich auch für mein oben Geschriebenes zu Olaf Janßen.) Direkt nach der Verpflichtung kam von “Unsympath” bis “Sympathisch” in den sozialen Netzwerken auch gleich die ganze Bandbreite an Meinungen, ich persönlich fand seine Arbeit in Karlsruhe aus der Ferne betrachtet mehr als beachtlich.
Die Punkteausbeute ist mit vier Punkten aus zwei Heimspielen absolut im Soll, zumal beim aktuellen Verletzungspech.

Vor dem Spiel

Die Bochumer Fanszene macht bekanntlich seit der erfolgten Ausgliederung einen Supportboykott, was auch gestern deutlich zu merken war, leider.
Derjenige, den man (u.a.?) als Verantwortlichen ausgemacht hat, ist Christian Hochstätter, an den daher das “Verpiss Dich!”-Banner gerichtet war, bei dem das “CH” am Ende farblich hervorgehoben war.

Kaum hing dieses, marschierte die Hamburger Polizei auf und entfernte es, bzw. zumindest den “Dich”-Part. “Verpiss” durfte hängen bleiben…
Begründung? Keine Ahnung, dürfte rechtsstaatlich aber auch schwer fallen eine zu finden.
Ist ja auch nicht so, dass unverstädnliches Verhalten der Exekutive in Hamburg aktuell eine Ausnahme wäre.
Für das #G20Fahndung-Thema fehlt mir hier die Zeit, aber da gibt es auch deutlich qualifiziertere Seiten, die sich bereits fundiert geäußert haben, beispielsweise Patrick Gensing oder die Süddeutsche.

Dabei könnte man über die Polizei aktuell auch einfach nur permanent lachen, wenn das Ganze nicht so traurig wäre:

Oder auch: Der gut getarnte Undercover-Einsatz…

Ohne Worte…
Zum Glück kommt sie nicht mit allem durch. Die hier im Tweet gesendeten Grüße bzw. die diese nötig machenden Hintergründe sollte aber jeder im Hinterkopf behalten.

#Freispruch. #check. ✅
Soligrüße gehen raus an die vielen Leute, die wegen Aussage eines Polizisten vor Gericht stehen & nicht soviel Glück, Videobeweise & support haben. https://t.co/rSJM2AWQWb weiter

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1.Spieltag (A) – VfL Bochum (+KRC Genk und Stoke City)

VfL Bochum – FC St.Pauli 0:1 (0:0)
Tor: 0:1 Christopher Buchtmann (65.)
Zuschauer: 27.350 (ca. 3.500 St.Paulianer)

Es war der Tag des Déjà-vu.
Zum Einen, weil ja gerade erst am 34.Spieltag eine eindrucksvolle Rückrunde in Bochum mit einem Auswärtssieg und einem bestens aufgelegten Gästeblock in einem vollen Stadion abgeschlossen wurde.

Zum Anderen aber, weil man sich an die letzte Saison zurückerinnern konnte:
Auftaktspiel im großen Rahmen bei einem (selbsternannten) Aufstiegsfavoriten.
Damals im Montagsspiel beim VfB Stuttgart, dieses Mal im “Saisoneröffnungsspiel” der DFL. Damals mit einer bärenstarken 1.Halbzeit, die (nur) mit einer 1:0-Führung belohnt wurde, dieses Mal mit fantastischen ersten 25 Minuten, nach denen es nur 0:0 stand.

Hier aber endet das Déjà-vu.
Denn während letzte Saison vergessen wurde den Sack zuzumachen und man sich sehr unglücklich dem VfB am Ende 2:1 geschlagen gab und in eine furchtbare Hinrunde marschierte, hatte man dieses Mal das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite und holte den 1:0-Auswärtssieg.
Lest diese Worte (copyright by @Hollywood1910):

“Der Fußballgott hat Großes mit uns vor!”

Doch beginnen wir mit der Eröffnungsshow der DFL.
Bereits in den letzten Jahren hatte es Derartiges schon immer gegeben, das Klima zwischen Verband und Fans war auch da schon immer nicht das allerbeste gewesen, aber man hatte das wohl noch irgendwie erduldet.
In der letzten Saison wurde die viel beschworene überdrehte Schraube dann aber wohl zu sehr durchgenudelt und nun rotiert sie fröhlich vor sich hin.
Helene Fischer beim Pokalfinale – Chinas U20 in der Regionalliga – Vereine die sich wild auf Marketingtouren durch die Kontinente wühlen, um gleichzeitig über die Belastung einer 1.DFB-Pokalrunde jammern – dazu die ständige Gängelung der DFB-Strafgerichtsbarkeit – irgendwann reicht es halt auch dem genügsamsten Fußballfan.
Und dann pfeift er, was anderes bleibt ihm ja auch kaum.

Dies traf an jenem Abend dann eben irgendwelche Jugendlichen, die da in Bochum tapfer die 18 Zweitligawappen künstlerisch wertvoll durch die Gegend trugen – ich hoffe, die konnten zwischen der Kritik an ihrer Darbietung und der am DFB/DFL unterscheiden. War nicht persönlich gemeint.

Und dann ging es endlich los – und wie!
Die ersten zwanzig Minuten waren ein Feuerwerk, schon nach zwei Minuten hätte Bernd Nehrig (neuer Mannschaftskapitän) das 0:1 erzielen müssen – und irgendwie setzte sich bei mir ein “Wenn sich das mal nicht rächt…” fest.
Der spätere Teil der ersten Hälfte gestaltete sich ausgeglichener und auch Bochum kam zu einer 100%igen, die Robin Himmelmann im Eins-gegen-Eins verhindern konnte.

Aus der Pause kam Bochum dann stark verbessert und mehrfach lag jetzt die Heimführung in der Luft – bis Bernd Nehrig etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball eroberte und Mats Møller Dæhli mit einem Traumpass Sami Allagui auf die Reise schickte.
Der verzögerte kurz, legte ab auf Christopher Buchtmann und der schob überlegt zur Führung ein.
Boom! Gästeblock Eskalation!

“Hier im Ruhrgebiet – feiern wir den Auswärtssieg!”
Déjà-vu, ich schrieb es schon.

Der Treffer zog Bochum gleichzeitig irgendwie den Stecker oder ließ unsere Jungs nochmal innerlich zehn Zentimeter wachsen, denn wirklich gefährlich wurde es anschließend nicht mehr und wir spielten die Führung recht sicher nach Hause.

Wie erwähnt: Spielerisch und vom Verlauf der Feldüberlegenheit in verschiedenen Spielabschnitten ein recht ähnlicher Verlauf wie letzte Saison am 1.Spieltag in Stuttgart.
Ergebnistechnisch aber natürlich eine gänzlich andere Welt.
Nun geht es mit drei Punkten ins Heimspiel gegen Dynamo Dresden, letztes Jahr stand man vor dem Heimspiel gegen Braunschweig bereits eher unter Druck – der Rest ist bekannt. Mal schauen, wie es diese Saison weitergeht.

KRC Genk – Waasland-Beveren 3:3 (0:1)

Wenn man schon in der Gegend ist, kann man in den Sommerferien ja auch gleich ne Papa&Sohn-Tour draus machen.
Also Übernachtung gebucht, Samstags Karl-May-Festspiele in Elspe – und dann für Samstag Abend noch nach einer Alternative gesucht.
Zunächst war das Viertelfinale der DFB-Frauen in Rotterdam in der Verlosung – allerdings war das tickettechnisch etwas schwierig und wäre zeitlich auch knapp geworden. Im Nachhinein aufgrund der dortigen Spielabsage wegen Regens natürlich Glück für uns, dass wir uns für was anderes entschieden.

1.Liga in Belgien, für mich Länderpunkt 15, für Junior der erste außerhalb Deutschlands.
Genk, letztes Jahr durch die “Gen-Derbys” gegen Gent in der Europa-League etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, verpasste im “etwas” unübersichtlichen Belgischen Ligasystem die erneute Qualifikation für die EuropaLeague nur knapp, der Gegner aus Waasland-Beveren hingegen deutlich.

Die Ticketpreise in Belgien sind verhältnismäßig günstig, für Sitzplätze mittig unten auf der Gegengerade zahlt man 23€ für Erwachsene und 12€ für Kinder, zumindest bei Genk konnte man das auch bequem online und per Print-at-home Ticket erledigen.
Danke an Patrick und Nina fürs Ausdrucken der Tickets, da wir uns erst auf der Autobahn nach Bochum für den Besuch in Belgien entschieden und die beiden uns die Zettel in Bochum überreichten. Von ihnen erfuhren wir auch, dass es als Auswärtsfan in Belgien in aller Regel keine Möglichkeit gibt, “nur mal so” irgendwie zum Spiel zu fahren, die Anreise muss immer über die offizielle Busfahrt des Gastvereins erfolgen, nur dann gibt es auch Tickets.

Das Stadion ist dann eine dieser modernen Fußball-Arenen, mit 25.000 Plätzen, davon knapp 4.200 Stehplätze im Unterrang der Heimkurve.
13.545 war an diesem Abend die offizielle Zuschauerzahl.
Die Einlasssituation war entspannt, zumindest auf unserer Tribüne ging man durch ein Drehgitter und wurde nicht weiter abgetastet.

Spielerisch war das jetzt vom Niveau nichts, was im Vergleich zum Abend zuvor irgendwie hervorstach, Junior fällte am Ende lediglich das Urteil, dass hier alles etwas ruppiger zuginge.

Vom Unterhaltungswert aber ging hier einiges:
Der klare Außenseiter aus Waasland-Beveren war die deutlich effektivere Mannschaft, nahezu jeder Angriff strahlte auch eine gewisse Gefahr aus, was man von Genk nicht behaupten konnte. Der Führungstreffer kurz vor der Pause war die logische Konsequenz und eigentlich war die Führung dann noch mindestens ein Tor zu gering.
Nach der Pause dann schnell das 2:0 und das Ding schien durch. Genk mausetot und uninspiriert, bocklos, nach dem Pfeifkonzert zur Pause jetzt auch erste Pfiffe im laufenden Spiel.

Aber dann: Fußball, Ihr kennt das.
70.Minute, der Anschluss aus dem Nichts… plötzlich wieder Feuer auf den Rängen, ein Ruck geht durchs Team.
80.Minute, Ausgleich!
82.Minute, die Führung für Genk, das Stadion steht Kopf, Fassungslosigkeit im Gästeblock.

Und dann:
90. +2, der Ausgleich, 3:3, Abpfiff.

Tjoa, kann man mal so machen. Als neutraler Besucher jedenfalls ein interessantes Spiel.

Die Stimmung im Stadion war okay, Gesänge und Melodien entsprachen zu 90% dem, was man auch aus Deutschen Stadien so kennt, beschränken sich aber komplett auf den Stehbereich. Gästesupport fand vereinzelt statt, war aber zu leise um bei uns anzukommen.
Mit Abpfiff war das Stadion dann aber auch ziemlich schnell leer, wirklich zu feiern gab es ja aber auch nichts.

(Welchen Stellenwert der Belgische Profifußball so hat, sieht man u.a. auch daran, dass auf der Homepage des Gastvereins heute [Freitag] die Tabelle der Liga immer noch ohne den ersten Spieltag auskommt.)

FC St.Pauli – Stoke City 4:2 (2:1)

Ja, Testspiele, schon gut.
Und insbesondere wenn man sich die Aufstellung von Stoke anschaut und mit welcher (Nicht-)Einstellung deren Defensive ins Spiel gegangen ist, so kann man das Spiel dann von der Gewichtung her auch gleich abhaken.
Bester Nebenbeweis: Zeitgleich holte sogar Altona 93 ein 3:3 gegen West Ham.

Trotzdem kann man natürlich auch aus diesem Spiel positives ziehen, und sei es nur die Spielpraxis für Leute wie Litka, Park, Choi, Koglin, Schneider oder Neudecker.

Zur Kooperation mit Stoke im Allgemeinen: Abwarten… die “What’s in it for us?”-Frage scheint noch keine allzu klaren Punkte aufzuweisen, aber da mag uns die Zeit ja vielleicht noch Aufklärung liefern.
(Und was genau da so für Stoke bei rumkommen soll, weiß man ja auch noch nicht. Außer ein paar Allgemeinplätzen beider Vereine.)

Wichtigste Erkenntnis: Es hat sich keiner verletzt.
Und: Der Fußball-Romantiker in mir freute sich darüber, 90 Minuten lang Peter Crouch in “meinem” Stadion beim Fußballspielen zuzuschauen.

Links:
– Magischer FC: “Mal wieder Bochum
– KleinerTod: “2x Bochum, Saisonübergreifend
– FCSP SouthEnd Scum: “Matchday 01” (English)
– KonBon: “St.Pauli gewinnt in Bochum
– Podcast: Vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, Nach dem Spiel
Stoke Sentinel (English)
– MagischerFC: “Testspiel gegen Stoke City und Kooperationen

 

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