„Harr, Harr, Hara“ und „Cees-yeay“ treffen auf der Alm!

Sie haben einiges investiert, manchmal auch zu wenig. Sie hatten starke Phasen und auch schwächere. Sie erzielten zwei herrliche Tore, kassierten allerdings auch zwei Gegentreffer. Sie spielten mutig weiter und sind zweimal nach einem Rückstand zurück gekommen. Am Ende bleibt (trotzdem) nur ein Punkt und die Erkenntnis: Es muss einfach besser werden!
Mit der Crew Voll – Nemeth, Mathisen, Andō – Pyrka, Rasmussen, Smith, Oppie, Hrgota – Kaars und Hara vertraute FCSP-Coach Rappo derselben Startelf wie bei der 1:2-Heimpleite gegen Kaiserslautern.

Und unser Übungsleiter wurde bereits nach 13 Minuten enttäuscht, als Bielefelds Rochelt einen Fehler von Nemeth zum 1:0 eiskalt ausnutze. Kurz sah man ein paar hängende Köpfe. „Nicht schon wieder“, stöhnte auch die Besatzung von Sofa und Sessel. Doch unsere Jungs kniffen auf der Alm die Pobacken zusammen, blieben mutig und belohnten sich. Nur sieben Minuten nach dem Rückstand schickte Verteidiger Nemeth Kollege Hara mit einem Traumpass steil. Unser japanischer Wirbelwind vollendete humorlos ins linke Eck. Auf Sofa, Sessel, der Bank und im pickepacke vollen Gästeblock erhellten sich die Gesichter wieder – zumindest etwas.

Foto: Paulines Papa 😉
Schnappatmung dann nach einer gespielten halben Stunde: Armine Momuluh wurde gleich von mehreren Kiezkickern mehr als höflich begleitet, als er sich durch den 16er tankte. Sein schwacher Abschluss wurde von Mathisen noch zur Ecke abgefälscht, die aber nichts einbrachte. (Ach, diese Reporter-Floskel wollte ich schon immer mal schreiben…).
In der 37. Minute verriet ein Blick in den kicker-Ticker: „Torgefahr ist mittlerweile schon länger Mangelware geworden. Dennoch suchen die Teams schon noch den direkten Weg nach vorne, scheitern aber immer wieder an gut gestaffelten Defensivreihen“. Zu sehen war dagegen ein sehr elegantes Smith-Zuspiel auf Kaars Kopp, welches allerdings (fast erwartungsgemäß) harmlos verpuffte. Mit dem leistungsgerechten 1:1 ging es in die Pause.



„Für beide Teams ist noch Platz nach oben“, wurde kurz orakelt, bevor es nur noch reichlich Floskeln hagelte. Von „Ein Tor würde dem Spiel gut tun“ über „Ballbesitz schießt keine Tore“ und den beliebten Konjunktiven „wäre“, „hätte“ und „könnte“ war alles dabei.
Nicht ganz dabei – also, bei der Sache – war St. Pauli in der 51. Minute: Bielefelds Torschütze Rochelt brachte einen Freistoß von rechts in den 16er, wo unser Torschütze Hara die Kugel perfekt für Arminias Top-Scorer Grodowski auflegte. Dessen Schuss fälschte Rasmussen noch leicht ab und das Spielgerät zappelte im Netz. Wieder ein Rückstand und die Gesichter auf Sofa, Sessel, der Bank und im pickepacke vollen Gästeblock verfinsterten sich so ähnlich wie in Minute 13.

Bild von Hendrik / Fanclub St Pauli Piraten
Dauerte es vorhin nur sieben Minuten bis zum Ausgleich, ließen sich die Braun-weißen diesmal doppelt so viel Zeit. Dafür wurden Sofa, Sessel, die Bank und der pickepacke volle Gästeblock mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ belohnt: Rasmussen bediente Pyrka, dessen scharfe Hereingabe Ceesay mit der Hacke elegant zum erneuten Ausgleich vollendete. Chapeau!
Auch wenngleich dieser Treffer lehrbuchmäßig herausgespielt und exquisit erzielt wurde – und damit das Niveau der Partie enorm in die Höhe schnellen ließ – so verflachte das Spiel in den letzten zwanzig Minuten. Beide Teams schienen sich mit dem Remis abgefunden zu haben, obwohl ein Zähler aktuell sowohl für die Arminia als auch St. Pauli viel zu wenig ist.

Ünschönes Novum (im wahrsten Sinne) am Rande: Als die Ergänzungs-Kiezkicker sich hinter ihrem Keeper warmlaufen wollten, wurden sie aus dem Bielefelder Block reichlich bepöbelt. Daraufhin wurden die Zonen hinter den Toren kurzerhand getauscht.
P.S.: Auch wenn ich meinen Tipp im Vorbericht vergessen habe einzutragen – ich schwöre: Auf meinem Tippzettel bei mir zuhause steht 2:2. Damit habe zumindest ich den ersten Dreier der Saison eingefahren. Ego-Chapeau! // Hossa
