Euro 2012: Gr.D – Ukraine

In der Ukraine…

Tja, eine etwas undankbare Aufgabe, über eines der Gastgeberländer zu schreiben. Es ist so ziemlich alles gesagt, nur nicht von jedem.

der weg war da, er war nur überwuchert
die meisten kannten sich noch immer aus
mit 6 fingern und manche auch 3 arme
packten sie das picknick aus

Die fußballerischen Erfolge halten sich in Grenzen. Zu meinen Lebzeiten einmal an einer WM teilgenommen. 2006 in Schland, im Viertelfinale gegen Italien ausgeschieden. Bisher noch an keiner EM teilgenommen. Gruppengegner England, Frankreich und Schweden. Ich prognostiziere: kein Überleben der Gruppenphase.

 der reaktor liegt dort wie ein toter saurier
die glut sie strahlte streng orange
die tauben schmorten die sonne war nicht da
das gemüse aus den gärten – groß und fremd

In der Sphäre des deutschen Fußballs berühmteste Protagonisten zum Einen Andrij Mykolajowytsch Schewtschenko und Anatolij Tymoschtschuk (spielt heute noch bei den Bayern aus München). Dieser führt die Einsatzzeiten-Rangliste mit 116 Einsätzen in einem Team des Federazija Futbolu Ukrajiny (FFU), dem ukrainischen Verband, an. Der andere, wechselte 2006 für 51 Millionen Euro zum FC Chelsea, wurde dort aussortiert und kickt seit 2009 bei Dynamo Kiew, liegt bei den in Länderspielen geschossenen Toren weit vorn. 107 sind es. Er hat allerdings lange dafür gebraucht, er kickt seit 1995 in der A – Auswahl.

 ingenieure sind jetzt nicht mehr da
sie waren die ersten ohne die schutzkleidung
30000 tote tauben neben der müllhalde
lalalala in der ukraine

Alles in allem nicht sehr Schlagzeilenträchtig. Mediale Aufmerksamkeit gab es in der Frühphase der diesjährigen Europameisterschaft vor allen Dingen wegen umgebrachter Straßenhunde. Der Aufschrei war groß. Jeder, der ein Facebook-Profil hat, weiß wovon ich rede. Die ukrainische Regierung stoppte offiziell das Hundemorden. Gebracht hat es nichts.

 die männer grau und hatten keine lunge mehr
zigaretten rauchen sie nicht gern
die frauen am schwatzen und schliefen dabei ein
und kinder waren nicht zu sehen

Vor ein paar Tagen machte dann die BBC auf einen anderen Aspekt ukrainischer Stadionrealität aufmerksam. Bei Youtube ist die Dokumentation über den Rassismus organisierter Fans nicht mehr zu finden. Erschütternde Bilder.

lecker lecker das gemüse
und die tauben fliegen leise
selbst die ratten keine chance
in der ukraine

Und dann, irgendwo in der Mitte zwischen skurill-lustig und das-kann-doch-nicht-wahr-sein, die Meldung über ukrainische Studenten und Studentinnen, die aufgrund von TUI gebuchter Zimmer in ihren Wohnheimen wieder ausziehen dürfen. Und die Miete trotzdem zahlen müssen.

 der reaktor liegt dort wie ein toter saurier
die meisten kannten sich noch immer aus
an die witwer witwen und ganzen waisen
der jahrestag er nahte jetzt heran

Ich habe bei diesen ganzen Meldungen über das Gastgeberland inzwischen ein komisches Gefühl. Und alles wird wie immer sein: die UEFA spult ihr Programm ab, Kerner, Waldi und der Kaiser Franz erklären uns die Welt und am Ende des Tages wird wieder alles so sein wie vorher. Kopfprämie für tote Hunde, offener Rassenhass beim Fußball und autoritäre Strukturen. Die Karawane zieht weiter.

// Zwille

P.S. Auch hier sei nochmals auf die ZDF-Doku zum Thema Groundhopping in Polen und der Ukraine verwiesen.

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