Cardiff City Fans bitten um Unterstützung

Ein paar Worte vorweg, bevor wir zum eigentlichen Thema kommen:
Es ist Sommerpause. Für einen reinen Fußballblog also sicher die beste Zeit im Jahr, um auch mal kreative Schaffenspause zu machen. Nun ist allerdings dieser Blog der eines FC St.Pauli – Fanzines, und da geht es bekanntlich nur “auch” um Fußball, nicht ausschließlich. Und beim FC St.Pauli geht es eben auch immer um Politik, so wie heute. Zur “wirklichen” Politik gibt es aktuell aus Frankfurt viel lesenwertes und aus der Türkei (u.a.) viele furchtbare und Hoffnung machende Bilder. Noch näher dran ist allerdings ein Vorfall in Hamburg, zu dem der Magische FC einen Text verfasst hat: “Hamburg – das Tor zur Welt, nicht die Festung Europas“, in dem es um die Situation der afrikanischen Flüchtlinge geht, die derzeit von der Politik der EU (zynischerweise ja bekanntlich Friedensnobelpreisträger) im Stich gelassen werden.

Alle Links befassen sich mit Politik und/oder politischen Themen. Dies wird bekanntlich gerne als Anlass genommen, zu betonen, dass es doch bitte nichts mit dem Fußball zu tun habe.
Wer dies immer noch ernsthaft glaubt, kann das gerne weiterhin tun, muss sich aber eben auch nicht wundern, wenn er in Gesprächen nicht ernst genommen wird.
Macht Euch Gedanken, bringt Euch ein, helft wo Ihr könnt. Als Menschen, nicht als Fußballfans. Wenn aber der Fußball als Themenkomplex Fans (und damit Menschen) zur Hilfe bringen kann, so ist dies nur zu begrüßen.
Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrags, der dann tatsächlich was mit Fußball (und Politik) zu tun hat. // Frodo

 

„We’re Cardiff City – we’ll always be BLUE“

Gastartikel von Hofmeister

Dass Fans etwas bewegen können ist uns, denke ich, schon öfters klar geworden. Mit Unterschriftsaktionen und Protesten haben Fußball-Fans immer wieder zu Änderungen beigetragen, die positiv und nachhaltig zu Gunsten der Fans bzw. ihrer Vereine waren.
Sorry, dass dieser Text etwas lang geworden ist, aber um die Hintergründe zu verstehen, musste ich etwas weiter ausholen.
Einige haben es vielleicht mitbekommen, CARDIFF CITY FC wurde vor einem Jahr vom malaysischen Clubbesitzer Vincent Tan umgekrempelt und “re-branded”. Aus den traditionellen Vereinsfarben Blau und Weiß wurde Rot (mit Schwarz), und aus dem einst stolzen “Bluebird” als Wappentier wurde ein Drache.

Gründe hierfür sind folgende: Rot bedeutet in Asien die Farbe des Glücks und Zufriedenheit und ein Drache ist das stärkste Symbol, welches andere Tiere beherrscht…
Ich kommentiere jetzt mal nicht, was ich von diesem Aberglauben halte…

Außerdem, so Vincent Tan, könne er den Club in Asien so besser vermarkten und zu einem Global Player machen, er hat seit dieser Woche auch Pläne vorgestellt den Verein an die Börse in Malaysia zu bringen.
Jetzt werden viele von Euch fragen: warum habt ihr Cardiff Fans nicht gleich dagegen protestiert und seid dem Bekloppten aufs Dach gestiegen?
Klar, damit habt Ihr recht, ich persönlich wäre dem Menschen am liebsten auch an die Gurgel gegangen, wenn ich ihn mal getroffen hätte. Es regte sich auch Widerstand in der Fanszene, jedoch nicht anhaltend genug um einen breiten Protest zu organisieren.

Dies hatte folgenden Grund: der Club wurde schon über Jahre fast hoffnungslos überschuldet, Vorgänger von Tan haben immer wieder investiert um den Verein attraktiv zu machen, damit man in die Premier League aufsteigt, um dort die Schulden abzutragen.
Vor 2 Jahren war der absolute Tiefpunkt erreicht; der Verein drohte komplett pleite zu gehen, hatte mehrere Millionen Steuerschulden und der gesamte Schuldenbetrag bezifferte sich auf über 90 Mio. Pfund. Ein Gerichtsbeschluss war vorhanden, den Verein komplett aufzulösen und alles zu verpfänden was der Verein hatte.

In diesem Moment kamen Vincent Tan und der mittlerweile zurückgetretene Tee Ghee mit an Bord, bezahlten die kurzfristigen Verbindlichkeiten, tilgten die Steuerschuld und übernahmen den Club. Also die Rettung…
Aus sportlicher Sicht lief es auch hervorragend, neue Spieler kamen, mit ex-Celtic Spieler Malky Mackay ein Trainer/Manager der es schaffte einen attraktiven, modernen und auch erfolgreichen Fußball spielen zu lassen, mit dem sich die Fans von Cardiff auch zu 100% identifizieren konnten.
Man zog ins Ligapokalfinale ein, unterlag dort dem Premier-League Giganten Liverpool erst nach Elfmeterschiessen. Der Aufstieg wurde wieder einmal knapp verpasst, das 4.Mal in Folge…

Genau hier kam Tan’s „Re-Branding“, er wolle den Verein neu vermarkten und attraktiv für den Asiatischen Markt machen. Deshalb der Quatsch mit Rot als Farbe und dem Drachen als Wappen. Im Zuge des „Re-Branding“ kämen ein neues Trainingszentrum hinzu, 100 Mio. Pfund und die komplette Schuldentilgung.
Nachdem es zunächst massive Unmutsbekenntnisse seitens der Fanszene gab, die klar ihre Ablehnung gegenüber des „Re-Branding“ bekundeten, zog Vincent Tan seine Pläne zurück und verkündete, dass er dies akzeptiere aber sein Investment in den Verein zunächst kürzen werde, um sich anschließen komplett zurückzuziehen.
Mit anderen Worten: wir waren ihm ausgeliefert!

Vor diesem Horror-Szenario, den Verein komplett zu verlieren, entstand ein heftiger Meinungs-Krieg innerhalb der zuvor geeinten Fanszene in Cardiff, welcher zur Splittung der gesamten Szene führte; die Einen wollten lieber die Farben behalten und riskieren ganz nach unten durchgereicht zu werden, die Anderen setzten auf die Karte Tan zu behalten um den sportlichen Erfolg zu haben, den Verein zu entschulden und dann, so hofften viele, einen anderen Käufer für den Club zu finden, der dann die traditionellen Farben wieder herstellt.

Die zweite Fraktion hatte Oberwasser, Tan zog seinen „Re-Brand“ durch, etliche alte Fans (u.A. auch ich selber) sind seither im Exil und boykottieren unseren eigenen Verein. Wir hatten zunächst Hoffnung, dass die Vereinsführung an den Zahlen merken würde, wenn etliche Fans nicht mehr ins Stadion gehen. Aber durch den unglaublichen sportlichen Erfolg dieser Saison, fanden immer mehr neue Fans den Weg ins Cardiff City Stadium, so dass dies nicht weiter auffiel.
Tan selber war es allerdings ein Dorn im Auge, dass die Mehrheit der Fans immer noch in Blau ins Stadion kam, es gab dann beim einem Heimspiel z. B. kostenlose rote Schals für die Fans, gepaart mit der Aktion, wer einen solchen Schal trägt und damit vom Clubfotografen fotografiert wird, bekommt eine Dauerkarte geschenkt.

Viele nahmen den Schal an, viele auch nicht, etliche dieser roten Schals landeten auf dem Spielfeld oder in den Latrinen…
Die „neuen roten Fans“ verstehen indes überhaupt nicht, dass es Traditionalisten gibt, die eine Rückkehr zu Blau und zum alten Wappen als essenziell betrachten, und dies weit vor den sportlichen Erfolg stellen. „Ist doch nur ne Farbe und ein Wappen, das ist doch egal“ bekamen wir zu hören.

Nun für mich sind das die Identität des Clubs, unsere Farben, unser Wappen. Damit identifiziere ich mich…
Man stelle sich vor Schalke in Rot mit einem Hengst als Wappen, oder Dortmund in Grün mit nem Hamster… Der FC Bayern in Weiß und Gelb, Offenbach in Blau und Schwarz oder St.Pauli in Gelb mit Rot…
So etwas ist ein No-Go für mich und für viele Andere auch, so etwas wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Lokalrivalen.
Letzten Monat wurde endlich der seit Jahren ersehnte Aufstieg in die Premier-League klargemacht, als Meister zieht man ins Oberhaus ein und spielt jetzt gegen die ganz Großen: Chelsea, ManUtd, Liverpool, Arsenal, ManCity usw.

Tan hat es aber trotz des Erfolgs nicht geschafft die Fanszene hinter sich zu bringen, im Gegenteil: seit Wochen und Monaten schallt besonders der Schlachtruf der Blauen durchs Stadion, welches jetzt zum Motto der Opposition geworden ist: „We’re Cardiff City – we’ll always be BLUE
Dieser Ruf hallte auch durch den Saal, als Vincent Tan bei einem Gala-Dinner zur Mannschaft und einigen auserwählten Anhängern und Sponsoren des Clubs sprach, er war nicht sehr begeistert…

Der Verein ist JETZT in einer sehr guten Position: in einer der besten Ligen Europas, garantierte Fernsehgelder, selbst bei einem Abstieg gibt es ein Trostpflaster von mehreren Millionen Pfund.
Und JETZT ist auch die Zeit zum großen Protest gekommen, denn diese Woche hat Vincent Tan ein klassisches Eigentor geschossen: die neue Spielkleidung wurde vorgestellt, nicht nur dass jetzt alles Rot ist, es ist auch unsagbar hässlich. Gepaart mit lächerlichen, zu Kalauern anmutenden Floskeln wie „dieses Rot steht für die Emotionen und Loyalität der Fans“ oder mit einem lächerlichen, zur Einheit der Fans aufrufenden Motto.

Resultat ist, dass jetzt sogar die zuvor Rot als temporären Zustand akzeptierenden Fans aus ihren Löchern kommen, und mobil gemacht haben. Die Protestgruppe von „BLUEBIRDS UNITE“ hat Zulauf wie nie zuvor, und selbst alte Fans, die Tan noch vor Wochen als Heilsbringer gepriesen haben, laufen Sturm gegen Rot und sein Wappen.
Einen ersten Mini-Erfolg gab es schon, der Verein hat in einer Umfrage an die Dauerkarteninhaber gestartet, welche Farbe denn die Hosen der Spieler haben sollen. Allerdings wurden nur Rot, Weiß oder Schwarz als Optionen gegeben, Blau war Außen vor.

Dies ist jetzt zu einer Protestwelle gegen den kompletten „Re-Brand“ ausgeartet, wütende Mails erreichten Verein, „warum kein Blau?“ oder „warum wurden wir nie gefragt ob WIR Rot überhaupt wollen?

Ex-Cardiff City Stürmer und Nationalspieler Nathan Blake hat jetzt auch öffentlich Stellung bezogen und in seiner Zeitungskolumne im “South Wales Echo” das Problem angesprochen, welches ja von Seiten des Clubs ignoriert bzw dementiert wird.

Seit dem Wochenende gibt es eine Online Petition, nach 24 Stunden hatte sie bereits über 1.000 Einträge, inzwischen über 4.000. Und das ohne dass es großartig national oder gar international Publik gemacht wurde.

http://www.gopetition.com/petitions/blu … ntity.html

Und das ist der Grund, warum ich diesen Epos geschrieben habe, macht bitte mit.
Sicherlich hätte ich es einfach machen können; „da Petition.. unterschreiben“ aber man muss die Hintergründe sehen und verstehen warum es zu jetzigen Situation gekommen ist.

Ich bitte jeden Einzelnen von Euch mitzumachen. Jede Stimme zählt, es nimmt ca. 40 Sekunden Zeit in Anspruch.
Verbreitet meinen Text in anderen Foren oder sozialen Netzwerken, die Fans von Cardiff City kämpfen um ihre Identität, ihre Tradition und Herkunft. Unterstützt sie dabei, auch wer mit Inselfussball oder dem Verein selber nichts am Hut hat.
Vor Jahren habe ich etwas Ähnliches für Wrexham in Gang gesetzt, die Resonanz war überwältigend und der Verein wurde gerettet.

Vereinte FANPOWER von Anhängern sämtlicher Vereine wird benötigt, um einem rein Profit- und Marketingorientierten Vereinsbesitzer zu zeigen, dass ein Fußballverein mehr ist wie eine Marke, ein Produkt! Und dass wir Fans nicht einfach nur Kunden sind, sondern dass unsere Herzen an unseren Vereinen hängen, dass sie ein Teil unseres Lebens sind, dass man nicht einfach wegnehmen oder beliebig verändern kann.

Ich und alle anderen Bluebirds danken Euch von ganzen Herzen. // Gastartikel von Hofmeister

Dieser Beitrag wurde unter Fanszene abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Cardiff City Fans bitten um Unterstützung

  1. Mika sagt:

    Ehrlich gesagt: Finde den Aufruf viel zu kurz gegriffen!
    Da kommt jemand und investiert in den Verein und ändert die Farben. Ja, das ist (aus Fansicht) ein Skandal! Er ändert die Identität. Ja, auch das ist ein Skandal. Bezeichnend, dass die Mehrheit das hinnimmt (s. Red Bull Sonstwo).
    Aber müssten die Forderungen nicht viel weitergehen als “wir wollen unsere Farben” zurück. Man wird den einen Investor vergraulen und der nächste wird kommen. Und der kann dann machen, was er will, solange er nur “Farben” und “Wappen” nicht anrührt?
    Sorry: Das Problem ist doch, dass britische (und anderswo) Fußballvereine schon längst zu Spielzeugen reicher Männer verkommen sind. Und das nun ein Malaye kommt und mitspielt, finde ich vollkommen legitim. Dass er aus Aberglauben Farben und Wappen ändert, finde ich (als Spielzeug-Fan-Versteher) auch nachvollziehbar. Tut mir leid für die “alten Fans” von Cardiff, aber vielleicht wäre eine Struktur wie FC United of Manchester ein Vorbild. Eine Umstrukturierung und Demokratisierung wäre auch eine Forderung, die unterstützenswert wäre, aber wenn es über ein Gejammer nicht heraus kommt, denke ich mir, lasst den Reichen doch ihr Spielzeug!

    • Frodo sagt:

      Moin Mika,
      ich hab den Verfasser auf Deinen Einwand hingewiesen. Da er grad unterwegs ist kann es bis zu einer Antwort allerdings bis morgen dauern.

      My 2cents:
      Fußballfans sind oft in der Masse sehr lethargisch und verlassen sich auf wenige Aktive. Noch dazu herrscht bei vielen die Denke, es gehe halt nur um Fußball und dann ist Geld aus Asien besser als gar kein Geld.
      So verstehe ich auch die lange Zeit der Passivität seitens großer Teile der Fans.
      Du hast natürlich völlig recht, der Kampf um die Farben ist lediglich ein symbolischer, und er kann nur der Anfang sein. Wenn er gewonnen wurde, sollte man die dadurch erworbenen Strukturen des Protests sicher weiter nutzen, um grundsätzlicheres zu klären.

  2. Headnut sagt:

    Bah… muss es diese unsägliche Kolumne von Augstein sein? Das ist per se so ein grauenhafter Dummkopf, dass die Verlinkung schmerzt.

  3. Frodo sagt:

    Auch dumme Menschen schreiben manchmal gute Dinge. Und die Gleichsetzung von Polizeigewalt in Deutschland und der Türkei in einem Deutschen “Massenmedium” an dem Tag, wo der Regierungssprecher sich erdooft mit empörtem Blick auf die Türkei zu deuten, war mir die Verlinkung wert.
    Aber klar, es gibt auch viele andere Texte, die man hätte verlinken können.

  4. Hofmeister sagt:

    Hallo Mika,
    danke für Deinen Kommentar. Du hast vom Prinzip her Recht. Es “müsste” viel weiter gehen, diese unsäglichen Deals mit Scheichs, Investoren usw. gehen mir, und auch vielen Anderen seit längerer Zeit gegen den Strich. Aber so etwas dauert seine Zeit: Wenn das jetzt auch noch auf der Agenda stehen würde, wäre das erstens zu viel auf einmal, Step by Step ist es effektiver. Zweitens würde man uns erst gar nicht ernst nehmen, denn bei den Summen, die im britischen Fussball gezahlt werden, kann niemand mithalten.

    Aber zunächst, warum das so ist…

    Vor ex-Präsi Sam Hammam gab es schon einen Independent Supporters Trust, der von Fans geführt, Mitsprache und Anteile am Club erwerben wollte. Die meissten Clubs sind vom Recht her Firmen, nicht wie bei uns e.V. sondern wie die Spielbetriebs GmbHs. Man kann also Anteile erwerben, wenn man mehr wie 50% hat, kontrolliert man einen Club alleine.
    Der damalige Trust hatte schon versucht Anteile am Club zu erwerben, was aber von den damaligen Anteilseignern kategorisch abgelehnt wurde (speziell Hammam). Er liess eine Gruppe Fans Anteil an Entscheidungen haben, es gab als Mitsprache von Hammam’s Gnaden. Wenn jemand Anteile veräussern wollte, gingen die sofort an die anderen im Club. Also no chance für den Trust…

    Hammam ging, Ridsdale kam und fuhr den Karren entgültig gegen die Wand, der Trust hatte Zulauf und die Fans versuchten aktiv zu werden um Einfluss zu bekommen. Aber leider wieder ohne Erfolg, die Schulden waren so massiv, die Beteiligung am Club die der Trust aufbringen wollte war in etwa so gross wie 5 Tropfen Wasser in einer Badewanne. Also kam eben dieser Investor aus Fernost, und so sehr ich ihn verachte; er hat damals den Verein (seit 1899) vor dem Ruin, der kompletten Zersplittung gerettet.

    Was jetzt läuft, ist quasi die erste Stufe; die Fanszene wieder zu einen (was schwierig genug ist), das letzte Jahr hat tiefe Wunden hinterlassen, und die Narben sind nicht wirklich verheilt.

    Dann gilt es erst einmal Farben und Wappen zurückzubekommen, was noch schwieriger wird…

    Der Trust ist derzeit zu schwach, hat zwar über 2000 Mitglieder, aber die repräsentieren eben 10% der Besucher bei Heimspielen. BLUEBIRDS UNITE hat jetzt schon deutlich mehr. Ich hoffe, wenn wir es schaffen sollten unsere Identität zurückzubekommen, dann werden viele Fans merken, dass wir eben doch eine Macht haben. Denn das ist kaum jemanden bewusst; warum ist es nicht aufgefallen, dass etliche langjährige Dauerkarten-Inhaber ihre Tickets zurückgegeben haben? Weil es genug “neue” Zuschauer gibt, die sehr gerne eine der begrenzten Dauerkarten haben wollen.

    Dann ist ein Problem, dass viele Zuschauer eben nur genau das sind. Sie engagieren sich nicht im Verein oder sind Mitgied im Trust, Supporters Club usw. Sie kommen zu den Spielen, zahlen und gehen wieder. Die zu mobilisieren ist sehr schwer, die interessieren sich auch nicht für unseren Kampf gegen den Re-Brand. Die sagen “Verein spielt in Cardiff, hat gute Spieler, werde gut unterhalten…basst schon”.
    Ist auch nicht meine Auffassung des Fan-Seins, aber leider sehen das viele so…

    Ich nehme mir Wrexham und Pompey (Portsmouth) zum Vorbild, nicht FCUM. FCUM ist ein komplett neuer Verein, ist was ganz anderes was wir haben. Die werden wahrscheinlich niemals in einer Profiliga spielen, was auch ok ist aber eben für Cardiff nicht denkbar. Es wurde auch ein AFC Cardiff gegründet, der FCUM zum Vorbild hatte. Problem hier ist: Cardiff ist bekanntlich Wales, und AFC Cardiff hat vergeblich versucht ins englische System zu kommen. Wurde abgelehnt, da Wales mittlerweile ein eigenes Ligasystem hat, war zuvor nicht der Fall, deswegen spielen ja die traditionellen Clubs Cardiff, Sw*nsea, Newport, Wrexham, Merthyr unnd Colwyn Bay in England. Und wer schon mal Groundhopping in der League of Wales gemacht hat, der weiss, wie unattraktiv das auf Dauer ist.

    FCUM ist also nicht das Vorbild…

    Wrexham jedoch, hat z.B. seinerzeit gegen den korrupten Clubbesitzer Hamilton gekämpft. Vielleich erinnern sich welche noch dran… der hatte mit miesen Tricks die Mehrheit im Club bekommen und das vereinseigene Stadion an seine eigene Firma verkauft. Diese stellte horrende Mieten, die der Verein nicht zahlen konnte und insolvenz ging. Ziel war genau dies, der Verein sollte pleite gehen, denn so hätte Hamilton das Stadion abreissen und das Land teuer verkaufen können… Wrexham wurde gerettet, mittlerweile hat der Trust dort 50% der Anteile am Verein, und man wäre fast wieder aus der Conference (5. Liga) wieder aufgestiegen. Ganz nach oben werden sie wohl nie kommen, dafür muss mehr Geld reinkommen, aber Wrexham hat dies auch nicht zum Ziel. Wrexham ist auch keine Großstadt, wie Cardiff…

    Aber der Kampf gegen Hamilton hat die Fans damals geeint, sie engagieren sich seither und haben so viel Geld gesammelt, dass man jetzt Mitspracherecht hat.

    Step by Step…ich hoffe ein Erfolg in unserem Kampf um unsere Identität, setzt eine Art Welle in Bewegung. Dass wir zumindest Anteile und Mitsprache am Verein bekommen. Aber erst einmal gilt die ganze Konzentration dem Wappen und den traditionellen Vereinsfarben.

    LG Hofmeister

    p.s. sollten Fehler in der Rechtschreibung oder Grammatik vorhanden sein, sorry. Bin grad Heim gekommen aber wollte schnell noch hier antworten, bevor mein Bett auf mich wartet…

Kommentare sind geschlossen.