6.Spieltag (H) – MSV Duisburg

FC St.Pauli – MSV Duisburg 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Lasse Sobiech (70., Foulelfmeter), 2:0 Sebastian Maier (88.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 1.500 Zebras)

Wahrscheinlich ist tatsächlich mit diesen 140 Zeichen alles gesagt:

Aber da dies nicht Twitter ist, sondern ein Blog, hab ich ja glücklicherweise noch ein bisschen Platz zu füllen. Montagsspiele fühlen sich auch nach 22 Jahren immer noch falsch an. Wie titelte der ÜBERSTEIGER schon 1997:

Montags gehört Vati mir!

Der Tag wirkt auch als Heimfan merkwürdig, viele gehen ganz normal der Lohnarbeit nach und bewegen sich dann abends Richtung Stadion. Es ist aber ein anderes Gefühl als beispielsweise an einem Freitag, wenn man das Wochenende vor sich hat.
Und bei aller Wertschätzung der Meidericher: Es ist halt auch nicht wirklich Champions League, was einen Spieltag am Dienstag oder Mittwoch rechtfertigen würde. Gleichzeitig hat man inzwischen resigniert, die Proteste gegen den Spieltermin haben sich totgelaufen. ProFans verleiht noch monatlich den SAM, in unserer Nordkurve hingen noch ein paar „Scheiß Sport1“-Tapeten und der Gästeblock zeigte ein „Fußball ist Samstags“-Banner.

Aber: Die Ohnmacht gegen diese Form der Terminierung und der offensichtlichen Akzeptanz dieses Termins beim Verband, den Vereinen und eben auch vielen TV-Zuschauern ist spürbar. Man darf gespannt sein, ob sich dies nochmal ändert, wenn sich die angekündigten Pläne als Tatsache herausstellen sollten, auch die 1.Liga mit diesem wunderbaren Wochentag als Spieltag zu beglücken. Und damit hab ich jetzt noch nicht mal annähernd erwähnt, wie toll Montagsspiele erst für die Auswärtsfans sind.

Um das Stadion herrschte gespannte Vorfreude, ich will es mal als „Grundsummen“ bezeichnen. Freudiges Gemurmel, welches sich natürlich zum Teil mit der hoffnungslosen Ausgangssituation beschäftigte (Heimspiel gegen den Tabellenletzten, die Möglichkeit auf Platz 3 zu springen – sowas können wir nicht), aber natürlich auch immer wieder Gespräche um die aktuelle politische Situation, wobei hier nochmals die großartige „Bring your Duschgel“-Aktion der Handball-Abteilung bzw. der 2.Damen und VIII.Damen erwähnt sein sollte.

Sportlich war es dann tatsächlich eine Mischung aus der soeben erwähnten Erwartungshaltung („Heimsiege gegen Tabellenletzte sind für den FCSP nicht vorgesehen.“) und jenem Tweet oben. Zähes Spiel mit Feldüberlegenheit, ohne die ganz großen Chancen. Ein solides Debut von Marc Hornschuh als rechter Verteidiger, ein vielversprechender Auftritt von Jeremy Dudziak, der in Hälfte eins an nahezu jeder annähernd gefährlichen Aktion in Braun-Weiß beteiligt war.

Umgekehrt der MSV, der zunächst mal hinten gut stand, nach vorne aber immer über Konter gefährlich war und sich auch nicht ausschließlich darauf zurückzog.
Nur: Wenn man auf Platz 18 steht, geht so ein Schuss wie von Wiegel eben an den Pfosten und dann zurück ins Feld – und wenn man oben steht, pfeift der Schiedsrichter dann auch mal einen Elfmeter, vielleicht auch als Konzessionsentscheidung nach dem zumindest im Stadion eher vertretbaren aber ausbleibenden Pfiff nach Foul an Thy in Hälfte eins.

Oder, um es mit den Worten einer Kollegin heute morgen zu sagen:

„Wenn man schon Pech hat, läuft es noch scheißer!“

Jürgen Wegmann dürfte blass vor Neid sein. Kann man den Elfer pfeifen? Tjoa, außerhalb des Sechzehners werden das wohl einige als „Stoßen“ pfeifen, bei Collinas Erben wurde zumindest der Elferpfiff als Fehlentscheidung falsche Tatsachenentscheidung bezeichnet.

Nachtrag: Bomheuer selbst bezeichnete den Pfiff bei Sport1 übrigens als „50:50“-Entscheidung. (Danke an Christoph K. für den Hinweis.)

Und dann, tja, diese Story wie man sie eben am Millerntor immer noch anders erlebt als in anderen Stadien: Der gegnerische Trainer dreht frei (es war ja auch bei Weitem nicht seine erste „emotionsgetriebene“ Beschwerde an diesem Abend) und wird auf die Tribüne verwiesen… und diese Tribüne zeigt eine fröhlich winkende Menge auf den Stehplätzen, wo überall sonst die Sitzplätze von (meistens) der Haupttribüne warten.
Zauntor auf, man wird mit offenen Armen und einem Bier im Plastikbecher empfangen – als Gästetrainer sicher eine einmalige Erfahrung. Ob er sich da jetzt sonderlich drüber gefreut hat, sei mal dahingestellt, zumindest ließ er später wissen, dass der vierte Offizielle doch bitte seine Reinigungskosten übernehmen sollte, da sein Hemd beim Torjubel wohl mit Bier angereichert wurde.

Egal, es gab auch schon unglückliche Entscheidungen gegen uns, jetzt haben wir mal wieder profitiert. Lasse Sobiech, Schuss, Tor.
Und danach kam von Duisburg nichts mehr, die dann auch noch nach einem unglücklichen Foul von Marc Rzatkowski im Mittelfeld Andreas Wiegel vom Feld nehmen mussten, der aufgrund des erschöpften Wechselkontingents auch nicht mehr ersetzt werden konnte.
Gute Besserung an Wiegel, erste Untersuchungen deuten auf einen Kreuzbandriss hin.

Sebastian Maier sorgte dann für den sehenswerten Schlusspunkt dieses Spiels, nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Fafa Picault. Ich schreibe es ja nach wohl jedem seiner Tore, aber: Es freut mich sehr für ihn, ich hoffe er nimmt das als Schub für sein Selbstbewusstsein mit.

Nun geht es als Tabellendritter also am Sonntag nach Braunschweig, wo die Eintracht nach einem übersichtlichen Start (ein Punkt aus drei Spielen) mal kurz das Gaspedal durchgedrückt hat und die folgenden drei Spiele mit insgesamt 11:0 Toren für sich entschied und mit einem Heimsieg an uns vorbeiziehen würde.
Spitzenspiel! // Frodo

Links:
– Bilder bei Stefan Groenveld: „Vom Gegner gelernt…
– Bilder Vereinshomepage

 

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