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Heimsieg gegen Nürnberg wie anno 1984!?

Nach der Länderspielpause geht es für die Kiezkicker am Montag gegen den 1. FC Nürnberg. Wir haben uns zur Einstimmung die gleichnamige Partie aus der Saison 1984/1985 angeschaut.

Vor dem Spiel

Nach Jahren in der Oberliga feierte der FCSP nach der Saison 1983/1984 die Rückkehr in den Profifußball. Als Neuling in der 2. Bundesliga hieß das Ziel Klassenerhalt. Ein durchaus realistisches Ziel, da der Magische FC zu Saisonbeginn lediglich 12 Lizenzspieler im Kader hatte. Den derart ausgedünnten Kader, in der heutigen Zeit kaum vorstellbar, musste Trainer Michael Lorkowski mit vielen Amateuren aus den eigenen Reihen auffüllen. Ein weiteres Kuriosum war der kalkulierte Zuschauerschnitt von 3.000 zahlenden Gästen, aber in Zeiten von Corona auch wieder im Bereich des Möglichen. 
Am ersten Spieltag begann die Saison für den FC St. Pauli vielversprechend. Mit einem 2:0 konnte Rot-Weiss Oberhausen am heimischen Millerntor besiegt werden. Jedoch dauerte es bis zum siebten Spieltag, bis ein weiterer Sieg gelang. Wieder im eigenen Stadion besiegte die Mannschaft um Lorkowski Darmstadt 98 mit 3:0. Zwischen diesen beiden Siegen gelang nur ein Unentschieden gegen die SG Wattenscheid 09 (1:1), aber auch vier Niederlagen, darunter ein 0:4 bei Alemannia Aachen oder ein 1:5 bei Union Solingen. Der Saisonstart war damit vergeigt und der FCSP fand sich auf dem geteilten 18. Tabellenplatz von insgesamt 20  wieder. Vor der Partie gegen den Club, am 11. Spieltag, verbesserte sich die Situation der Braun-Weißen nicht, es setzte weitere Niederlagen und Sankt Pauli war jetzt 19. der Tabelle. Bedenklich war im bisherigen Saisonverlauf insbesondere die Auswärtsschwäche. Mit 0:10 Punkten haben die Braun-Weißen neben dem anderen Aufsteiger Blau-Weiß 90 Berlin auswärts nichts holen können. Mit den Nürnbergern kam also keine leichte Aufgabe ans Millerntor. Der Bundesliga-Absteiger war zwar nicht überragend in die Saison gestartet, aber immerhin auf dem achten Tabellenplatz. weiter

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16.Spieltag (H) – 1.FC Nürnberg

FC St.Pauli – 1.FC Nürnberg 0:4 (0:2)
Tore: 0:1 Niclas Füllkrug (18.), 0:2 Niclas Füllkrug (43.), 0:3 Tim Leibold (53.), 0:4 Patrick Erras (89.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.000 Glubberer)

Letzten Mittwoch fand ein Treffen im Ballsaal der Südkurve statt, bei dem ein geschätzter ehemaliger ÜS-Schreiberling schwarz malte für Sonntag.
Begründung: “Mit den Sondertrikots verlieren wir immer!”
Tja, Recht sollte er behalten, beste Grüße an Käpt’n Braunbär.
Spiele in denen wir bisher Sondertrikots getragen haben:

Und von dem grundsätzlichen Misserfolg der Pokaltrikots will ich gar nicht erst anfangen…
(Außerdem gab es 2012 noch ein Fanräume-Sondertrikot gegen Grashoppers Zürich, aber das 1:1 in dem Spiel würde mir die schöne Statistik versauen und daher lasse ich es als Testspiel unbeachtet außen vor.)
Also, wenn das nächste Mal wieder ein Sondertrikot getragen wird ruhig mal 100,-€ auf ne Niederlage setzen und das Geld an Kiezkick spenden, sichere Sache.
Oder wahlweise: mindestens ein Gegentor nach der 85.Minute.

Nächstes Thema also: Übersteiger Nr. 122
Das war es nun also, das erste Print-Erzeugnis des ÜS seit 2001, seit Heft Nr. 53, zu dem ich nichts beigetragen hatte. Bekanntlich hatte ich mich mit der 120, erschienen zum Ende der letzten Saison, von der Print-Redax verabschiedet um mehr Zeit für den Blog und den MillernTon zu haben.
Und nachdem die 121 aus verschiedenen Gründen nur als PDF erschienen  war, nun also erstmals das Gefühl zum Stadion zu kommen und das Heft noch nicht zu kennen. Auch mal wieder schön, und tatsächlich ist nach dem ja doch sehr großen internen Umbruch eine sehr schöne Nummer dabei herausgekommen, sicher dieses Mal aufgrund der Doppelausgabe auch etwas ganz besonderes.
Trotzdem ist es hier definitiv noch nicht an der Zeit sich beruhigt zurück zu lehnen, der ÜS braucht weiterhin jede Unterstützung die er kriegen kann, insbesondere Schreiber! Also, Arsch hoch, oder zumindest das e-mail Konto geöffnet und eine Mail an redaktion at uebersteiger.de verfasst, wenn Ihr Euch zukünftig einbringen wollt und dies nicht eventuell das letzte Heft aller Zeiten gewesen sein soll.

Statt Hefte zu verkaufen, konnte ich so Niklas Wildhagen treffen, seines Zeichens einer der Mitwirkenden am Talking Fussball-Podcast. Meine Versuche in Englisch über den FC St.Pauli zu sprechen sind dort dann demnächst nachzuhören.

Es folgte eine Braun-Weiß-Rot Wende-Choreo auf der Gegengerade, sowie die “Straight Outta Saint Pauli”-Choreo in der Süd – es war alles bereitet um wieder drei Punkte einzusacken… wenn da doch bloß nicht die Sondertrikots gewesen wären.
Daher der Mantel des Vergessens über das Spiel, will jetzt zwei Tage später eh keiner mehr was drüber lesen.
Grundsätzlich ist Platz 3 nach 16 Spieltagen immer noch mehr als alle erwartet haben, nach den zwei Niederlagen jetzt erwartet wohl auch niemand ernsthaft einen Erfolg in der Region. Also Zeit für zwei Kalla-Tore zum umjubelten 2:1 Auswärtssieg.

Und dann war da noch: NOlympia.
Wir hatten das Thema ja ausführlich im MillernTon besprochen (ab 3h23m), die Diskussion auf der JHV zählt wohl auch zu den positiven Beispielen für Diskussionskultur in diesem speziellen Thema und in Sportvereinen allgemein.
Natürlich ist es schwierig, sich als Profiverein dem vermeintlich größten Sportereignis der Welt zu verweigern, wenn es in der eigenen Stadt stattfinden soll. Aber diese ganzen schwachsinnigen Statements aus der Fraktion der Beleidigten im Nachhinein, bestärken einen nur noch mehr darin, dass es die richtige Entscheidung war. Es war ja keine Entscheidung gegen die Veranstaltung als solche oder gar gegen “den Sport”, sondern es ging um die konkrete Situation und Bewerbung von Hamburg für das Jahr 2024. Und da gab und gibt es weiterhin gute Gründe, die bei vielen zu einem überzeugten “Nein” geführt haben.
Grundsätzlich hat der Verein alles richtig gemacht. Er hat Diskussionen ermöglicht, sowohl Pro- als auch Contra-Argumente veröffentlicht, sich aber vor keinen Karren spannen lassen und den ja auch in der Mitgliedschaft vorhandenen verschiedenen Meinungen Raum gegeben.
Chapeau, so soll es sein.

Hauptpunkt für das Nein war aus meiner Sicht das amateurhafte Vorgehen von Olaf Scholz, der auf einer terminlich von ihm gewählten Pressekonferenz Zahlen präsentiert, in denen der Bund einen Anteil übernehmen soll, der Bund aber Tage später eine Zusage dazu verweigert.
So etwas darf in dieser Geschichte einfach nicht passieren, insbesondere wenn man sich Transparenz bei den Finanzen als eines der größten Ziele auf die Fahnen geschrieben hat. Die Details hätte man vorher abstimmen müssen oder man darf eben diese Pressekonferenz noch nicht abhalten. So ist Scholz wahlweise sehenden Auges ins Verderben gerannt oder hat einfach in gutem Glauben gezockt und ist damit auf die Fresse gefallen.
Ja, auch die Anschläge in Paris, der Fifa- & DFB-Skandal und das Misstrauen in Sportverbände allgemein dürften ihren Anteil am Ergebnis haben, aber selbst wenn es am Ende (wie in der letzten Umfrag vor Paris) 56% “Ja” gewesen wären, so hätte dies doch nichts grundsätzliches geändert.
Die Stadt ist in der Frage gespalten – und wenn man sich dann anschaut, dass die BILD eine Gratis-Ausgabe an die Haushalte verteilt, das Abendblatt eine Beilage im utopischen Jubelperser-Stil herausgibt und sowieso die Medienarbeit der letzten Wochen und Monaten eher an Gehirnwäsche-Propaganda als an eine Kampagne erinnert, so ist es umso erstaunlicher, dass sich die Öffentlichkeit hier so entschieden hat.

Ist der Sport in Deutschland jetzt tot? Ist Olympia jetzt auf Generationen hinaus aus Deutschland verbannt? Hat Hamburg gar das Tor zu Welt versperrt?
Blödsinn.
Es wäre an der Zeit, das IOC grundsätzlich zum Nachdenken zu bringen, wie man die Olympischen Spiele ernsthaft reformieren kann. Wie man die Auschreibungen abändern muss, die Konzepte verändert, damit die Spiele auch in Städten wie Hamburg wieder mehrheitsfähig sind.
(Denn, nebenbei: Auch in München, Wien, Oslo und Budapest gab es ja schon negative Abstimmungen in der Vergangenheit.)
Und natürlich ist unsere Welt so schnelllebig, dass eine erneute Bewerbung einer Stadt in Deutschland in ein paar Jahren durchaus möglich ist, vielleicht sogar mit einem positiven Ausgang eines Referendums – es muss sich eben nur vorab einiges ändern.

Es gab zu dem Thema viel Mist zu lesen, allerdings auch viele lesenswerte Kommentare. Subjektiv ausgewählt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit mal diese zwei Texte, die es aus meiner Sicht gut und differenziert betrachten:

Last but not least dann noch eine aktuelle Meldung von heute aus dem Verein:
Kyoung Rok Choi verlängert seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei uns um drei Jahre. Oh, what a choi!

Links: 
Vor dem Spiel / Nach dem Spiel – Podcast
– Bericht Clubfans United: “Reife Leistung
– Bilder Stefan Groenveld: “Crystal gegen Valium
– Bilder USP
– Bericht Grenzenlos 1910: “Egal, aber…
– Bericht und Bilder Zaphod Beebleblox: “

Straight outta Spitzengruppe weiter

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Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2015/2016

Herzlich Willkommen zur neuen Runde!

Wie schon in den letzten vier Jahren (2011, 2012, 2013 und 2014) gibt es hier wieder den großen Preisvergleich der Dauerkarten in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

Noch immer sind folgende Regeln gültig:

Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt. Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien: Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf Liga 2 zu), hab ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, meist dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach zwei drei vier Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht. Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld als die günstigsten Plätze in Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor. Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen.
Einzig faire Variante wäre eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste irgendwie die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen ja auch noch einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.

Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. weiter

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Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2014/2015

Dauerkarten Preisübersicht 1.Bundesliga 2014/2015

Dauerkarten Preisübersicht 1.Bundesliga 2014/2015

Nachtrag, 23.Juli: Zum Vergleich eine ähnliche Statistik für die Premier League.

Willkommen zur vierten Runde, nach 2011/2012, 2012/2013 und 2013/2014.

Praktischerweise kann ich daher auch die “Regeln” einfach kopieren, sie haben sich zur letzten Saison nicht verändert.

Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt. Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Stehplatz der Ultrà-Gruppierung, am Millerntor also die Süd statt der Gegengerade) gibt es zwei Sitzplatzkategorien: Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt (trifft nur auf Liga 2 zu), hab ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen, meist dann mittig auf der Haupttribüne.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach zwei drei Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht. Ebenfalls klar: Der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld als die günstigsten Plätze in Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor. Und: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen.
Einzig faire Variante wäre eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste irgendwie die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen ja auch noch einfließen.

Gerade letzteres sorgte auch in den letzten Jahren immer wieder für (teils hitzige) Diskussionen in den Kommentaren oder auch per e-mail, doch bis heute hat es, trotz vielfacher Aufforderung nach einem “Ey, ist doch ganz leicht, mach es einfach so und so!” noch niemand geschafft, zumindest für den eigenen Verein eine solche “Preis-pro-Platz”-Vergleichszahl zu errechnen. Besonders erbost sind auch immer die Fans der Vereine, die oben stehen, doch auch von denen kam bisher noch nicht mal für den eigenen Verein eine Beispielrechnung, wie es “fairer” geht.
Insofern: nehmt die Statistik nicht ernster, als sie gemeint ist. Es ist eine Spielerei, die dann am Ende nach einer völlig fiktiven Summe sortiert ist, nämlich der Summe dieser drei Kategorien. Und es gibt wohl niemanden auf der Welt, der genau je eine Karte dieser drei Kategorien erwirbt, es bleibt also lediglich ein Beispiel.
Sollte ich stattdessen nach einer der drei einzelnen Kategorien sortieren? Ja, könnte man auch machen, dann würden wieder andere meckern. Immerhin sind die drei jeweils teuersten und günstigsten Vereine pro Kategorie farblich hervorgehoben.

Kauft sich jetzt irgendjemand die Dauerkarte eines anderen Vereins, nur weil der günstiger ist? Wohl kaum. Wie gesagt, es ist nur eine Spielerei.

Und: In der wunderbaren Visualisierung könnt Ihr neben einigen Filtern  auch wunderbar die einzelnen Spalten sortieren, auch die vergangenen Jahre lassen sich ein- und ausblenden.
Für die Visualisierung vielen Dank an Marco Pöhler von Kontaktlinsen-Preisvergleich.de!

Nicht berücksichtigt sind Rabatte für Mitglieder, auch wenn man in den meisten Vereinen inzwischen Mitglied sein muss, um an eine Dauerkarte ranzukommen. Nur: Hat man dann erst mal eine Dauerkarte, könnte man auch wieder aus dem Verein austreten, würde sein Vorkaufsrecht aber trotzdem behalten.
Ebenso nicht berücksichtigt ist, ob der ÖPNV enthalten ist. Bein Vereinen wie dem FC Bayern ist dies, durch die Stadionlage, durchaus ein Kostenfaktor, nur geht es hier ja nicht um Gästefans, sondern um Heimfans, bei denen sicher oftmals bereits auch eine ÖPNV-Monats-/Jahreskarte vorliegt, auch dies ist also schwer transparent mit einzuberechnen.

Kleine Anmerkung zu den Vorjahren: Hier hatte ich wohl beim BVB in den letzten zwei Jahren in der teuersten Kategorie versehentlich den Preis inkl. Champions League genommen, was natürlich falsch ist. Umso erstaunlicher, dass es niemandem aufgefallen war. Ich hab die alten Artikel nicht angepasst, aber zumindest die Vergleichszahlen zu den Jahren bei mir intern verändert, so dass sich diese auch weiterhin vergleichen lassen.
Nachtrag: Ich hatte doch die richtigen Zahlen, allerdings hat der BVB diese Kategorie jetzt aus der öffentlichen Darstellung rausgenommen und ich hab die Zahl der “jetzt” höchsten Kategorie. Update folgt, wenn ich näheres habe.

Genug der Vorrede, auf ins Zahlenwerk:

1.Bundesliga

Wow, fulminanter Einstieg, SC Paderborn! Der Aufsteiger hat doch tatsächlich die absolut unangefochtene Spitzenposition inne. Dies nicht nur im Gesamtranking aller Plätze, sondern auch in jeder einzelnen Kategorie. Im Stehplatzbereich liegt man mit 255,-€ satte 51,-€ über dem nächstteuren Verein aus Dortmund, ein Wolfsburger Fan (130,-€) bekommt sogar fast zwei Dauerkarten zum gleichen Preis. Der günstigste Sitzplatz schlägt in Paderborn mit 595,-€ zu Buche, was satte 205,-€ mehr sind als beim Nächstplazierten in Freiburg (390,-€),  während man hier bei sechs Vereinen weniger als die Hälfte zahlt. Das günstigste Sitzplatzticket der Liga gibt es auch hier in Wolfsburg (200,-€).
Und im Premium-Bereich (Gegengerade, teuerster Platz außer VIP) nimmt man beim SCP stolze 850,-€, was Eintracht Frankfurt (790,-€) und den hsv (789,70€) auf die Plätze verweist, den günstigsten Platz in dieser Kategorie gibt es in Leverkusen (470,-€).
Nachdem der SCP in den drei zurückliegenden Zweitligajahren die Preise immer im Mittelfeld konstant gehalten hatte, hat man sie jetzt mal kurzerhand verdoppelt. Aufgrund der Nachfrage in der recht kleinen Benteler-Arena dürfte man aber wohl trotzdem stets so gut wie ausverkauft sein, außerdem auch einen starken Mitgliederzuwachs verzeichnen, da diese bei entsprechendem Eintrittsdatum ein Vorkaufsrecht genießen.
(Nachtrag: Danke an Facebook-User Lasse H. für den Hinweis, dass der Dauerkarten-Preis in Paderborn tatsächlich dem Gesamtpreis aller 17 Einzeltickets entspricht.)

Insgesamt haben zehn Vereine den Preis konstant gehalten, der VfL Wolfsburg hat sich (als ohnehin günstigster Verein) in der teuersten Kategorie sogar zu einer Senkung von 500,-€ auf 480€ entschlossen. (Beim hsv habe ich die 10 cent “Sportgroschen” pro Spiel jetzt mit drin, die hatte ich in den letzten Jahren wohl übersehen.)
Beim FC Augsburg wurden die Stehplätze um 10,-€ erhöht, die günstigsten Sitzplätze um 20,-€, an die teuerste Kategorie hingegen wagte man sich nicht heran. Was Uli Hoeneß wohl dazu sagen würde? Schließlich subventionieren diese doch die günstigen Plätze…

Der zweite Aufsteiger, der 1.FC Köln, hat seine Preise gegenüber der Vorsaison um knapp 30% erhöht, landet damit zwar noch nicht in der gefühlten Heimat des Effzeh, der Champions League, mit Platz 6 wäre aber immerhin die Europa League erreicht, Glückwunsch!
Hier lohnt aber natürlich auch der Vergleich zur letzten Erstligasaison 2011/2012, zu der die Preise um 5% angestiegen ist. Bei drei Jahren kann man dies wohl noch unter “Inflationsausgleich” verbuchen.

Im Schnitt kostet eine Stehplatzdauerkarte knapp 180,-€ und damit 5,-€ mehr als in der Vorsaison. Der günstigste Sitzplatz stieg im Schnitt von ca. 305,-€ auf ca. 326,-€, die beste Sicht kostet statt 615,-€ jetzt 653,-€.

Im Drei-Jahres-Vergleich (tatsächlich haben außer dem SCP und der Eintracht alle anderen 16 Vereine auch vor drei Jahren schon in Liga 1 gespielt) haben sich die Preise (ohne SCP und Eintracht) um 4% erhöht, wobei der hsv und der FC Bayern mit 15% hier am meisten zugeschlagen haben. Beide Vereine haben aber zu dieser Saison widerrum nicht erhöht. Bei Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg ist der Preis sogar günstiger als in der Saison 2011/2012.
Ein Sonderfall ist weiterhin der FC Schalke, da man die Preise für Dauerkarteninhaber ja nun schon seit einigen Jahren sukzessive an die hier berücksichtigten Preise für “Neukunden” anpasst. De facto wird es dort also für den überwiegenden Teil jedes Jahr teurer, da es ja Neukunden durch die Verlängerung der bestehenden Tickets kaum gibt.

Betreffend der Preisentwicklung allgemein und beim BVB im Besonderen sei auch auf diesen Artikel bei schwatzgelb.de verwiesen.

2.Bundesliga

Der 1.FC Union Berlin behält seine Spitzenposition, gleichzeitig ist es (wie schon letzte Saison) der beste Beweis dafür, dass diese gewählte Sortierung im Einzelfall absolut ungerecht ist, ich verweise erneut auf die Sortierfunktion der einzelnen Spalten in der Visualisierung. Die Alte Försterei hat drei Tribünen mit Stehplätzen, was Union eigentlich zu einem hohen Preis in dieser Kategorie zwingen müsste, erst recht bei der gegebenen Auslastung. Hier allerdings liegt man nur an Position acht, also im gesunden Mittelfeld.
Die einzige Sitzplatztribüne allerdings langt dann ordentlich zu, mit 420,-€ für den günstigsten Sitzplatz zahlt man 42,-€ mehr als in Bochum und 102,50€ mehr als in Braunschweig auf den Plätzen 2&3, der günstigste Sitzplatz der Liga ist für 176,-€ in Aue zu erstehen.
Auch bei den teuersten Sitzplätzen liegt man mit 600,-€ weit vorne, wobei hier eben die Haupttribüne statt (wie bei den meisten andern Vereinen) die Gegengerade gewählt wurde, was durchaus bei manchem noch einen Unterschied ausmacht. Getoppt wird dies nur vom teuersten Platz der Liga, den man in Düsseldorf für 690,-€ erwerben kann, bevor Lautern mit 545,-€ schon einigen Abstand hat.
Am günstigsten gut schauen kann man in Sandhausen (250€), Aalen (280€) und Ingolstadt (288€).

Nur fünf Vereine hielten die Preise konstant (1860, Lautern, St.Pauli, Ingolstadt und Aalen), der Rest erhöhte moderat im Inflationsbereich (Union, KSC, Fürth, Aue), Umbaubedingt (FSV Frankfurt) oder selbstbewusst (Fortuna mit 8,88%, Aalen mit 9,38%).
Die Absteiger aus Braunschweig (-8,76%) und Nürnberg (-11,53%) haben die Preise stark gesenkt, wobei Braunschweig damit noch immer stolze 30% über der den Preisen aus der letzten Zweitligasaison liegt. Der Stehplatz ist seitdem 26€ teurer geworden, die Sitzplatzkategorien gar 75€ bzw 120€. Was so eine Erstligasaison doch ausmacht.

Im Langzeitvergleich gilt dies auch für zwei weitere “One-Year-Wonder”, Greuther Fürth hat die Preise seit 2011 um 22,3% angehoben, die Düsseldorfer Fortuna sogar um 28,8%. Die kommende Saison ist für den Fortuna-Fan durch die jüngste Erhöhung sogar wieder teurer als der Ausflug ins Oberhaus (4,2%), wobei der Stehplatz dort “nur” auf Erstliganiveau zurück angehoben wurde.
Die meisten anderen Vereine haben in dem Zeitraum sich eher im normalen Inflationsausgleichbereich bewegt, 1860 München hat sogar als einziger Verein die Preise (wenn auch auf extrem hohen Niveau) seit 2011 nicht angefasst. (Lautern war damals noch Erstligist, hat die Preise mit dem Abstieg gesenkt und liegt heute 14,42% unter dem damaligen Wert.
Auch der KSC hat den Aufstieg aus der 3.Liga zur Anpassung genutzt, gegenüber 2011 zahlt man heute im Wildpark 15,1% mehr.

Die Aufsteiger haben sich wild in der Liga verteilt. Während Darmstadt 98 mit 168€ für den Stehplatz und 280€/420€ für die Sitzplätze mal selbstbewusst auf Platz 7 springt, versucht sich RB Leipzig ausnahmsweise mal im Mittelmaß. 150,-€ für den Stehplatz (in der Fankurve, auch wenn es sich dort um Sitzplätze handelt), gleiche 150€ aber auch in der gegenüberliegenden Kurve, 450€ für die besseren Sitzen, Platz 11 Platz 15 im Ranking.
(Nachtrag: Danke an “mikestar”, der mich in den Kommentaren darauf hinwies, dass es eben auch diese sehr günstige Sitzplatzkategorie in der anderen Kurve gibt, ein ähnlicher Fall wie in Aue.)
Heidenheim ist ein Sonderfall, da der günstigste Sitzplatz auf der Gegengerade gleichzeitig auch der teuerste ist, so dass es bei der billigsten Kategorie fast zu ganz oben, in der teuersten aber fast zu ganz unten reicht. Insgesamt Platz 14, damit aber als Einsteiger gleich mal vor den nicht ganz so weit entfernten Klubs aus Aalen und Sandhausen platziert.
(Ergänzung: Ich habe die Preise für den Online-Verkauf genommen, die gegenüber den normalen Preisen deutlich günstiger sind, z.B. 155€ statt 185€ für den Stehplatz. Allerdings zahlen wohl, wie mir Leser und FCH-Fan Christian mitteilte, viele nicht einmal diesen Preis, sondern den “ermäßigten” Preis von (Stehplatz) 62€/72€ (On-/Offline), da dies nicht nur die gängigen Ermäßigungen für Schüler/Studenten/Arbeitslose/Rentner etc. umfasst, sondern zusätzlich auch noch für alle Mitarbeiter einiger Firmen in der Umgebung gilt, ebenso für alle Vereinsmitglieder. Da aber zumindest die Ermäßigung für die Firmen nicht öffentlich ausgeschrieben ist und ich bei den anderen Vereinen derartiges eh nicht berücksichtige, bleibt es für die Tabelle bei den aktuellen Zahlen, diese mögliche Ermäßigung sei aber natürlich erwähnt. Danke an Christian für den Hinweis.)

Im Schnitt zahlt man also in der Liga 160€ für eine Stehplatz-Dauerkarte, sitzt “billig” für 265€ und “gut” für 431€, was in etwa den Zahlen des Vorjahres entspricht.

Mit braun-weißer Brille sei noch der Blick auf den FC St.Pauli erlaubt: Das Stehplatz-Ticket in der Süd (und auch in der Nord) ist mit 143,-€ das viertgünstigste der Liga, die viel beschworene soziale Verantwortung kann man in diesem Punkt also durchaus zugestehen, insbesondere wenn man Angebot und Nachfrage auch nur annähernd einfließen lassen würde. Die Gegengerade ist mit 167,-€ zwar etwas teurer, liegt aber immer noch deutlich unter den Preisen von Düsseldorf, 1860 und Braunschweig, von der besseren Sicht auf einer Stehplatzgeraden ganz zu schweigen. Bei den Sitzplätzen liegt man mit 285,-€ für den Sitzplatz Nord sowie 417,-€ für die mittleren Blöcke 3&4 der Gegengeraden ebenfalls im Mittelfeld der Liga.

 

Wer es bis hierhin geschafft hat: Danke für’s Lesen!
Wie immer gilt: Wer konstruktives Feedback hat, darf dies sehr gerne in den Kommentaren loswerden, wahlweise auch an die Blog-e-mail Adresse im Impressum richten, insbesondere wenn es um jene oben genannte fiktive “Vergleichszahl pro Verein” geht und man da eine praktikable Lösung weiß. // Frodo

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