Wenn St. Pauli die 96er beehrt, ist das schon einen Auswärtsdreier wert!

Um den feinen Heimsieg zu genießen, bleibt nicht viel Zeit, denn schon stehen zwei Auswärtsspiele nacheinander auf dem Programm. Bereits am Samstagabend (beim „Topspiel“ um 20:30 Uhr) sind unsere Ballakrobaten bei Hannover 96 zu Gast, bevor das Rappo-Team am Freitag darauf um 18:30 Uhr am Darmstädter Böllenfalltor Steherqualitäten zeigen muss.
Der Auftrag lautet in beiden Fällen aber gleich: Auswärtssieg!
Denn neben zwei Heimsiegen, einer Heimpleite und vier Remis fehlt uns eben genau solch einer noch in der bisherigen „Sammlung der Saison“. Oder eben gerne auch zwei in Folge. Wie hoch diese dann jeweils ausfallen – da lassen wir Ceesay & Co. mal komplett freie Hand, … ähem, Fuß.
Zunächst also in die Stadt, in der nicht nur Hunde an der Leine spazieren… geführt werden [Punktabzug wegen Flachball]. Ein Teil Hannovers und seiner über 520.000 Einwohner*innen und 200 km² Fläche sind dem „kleenen Punkerhirn“ allerdings nicht nur von den sogenannten „Chaostagen“ oder den gefühlt 1910 Fußballspielen bei den 96ern bekannt.

Mit dem SV Arminia Hannover gibt es dort einen ehemaligen Zweitligisten, der nicht nur nach einigen „Pleiten, Pech und Pannen“ vorallem (fußball-) politisch voll auf unserer Wellenlänge liegt. Vielleicht liegt es aber auch am gemeinsamen Gründungsjahr 1910, denn die „Blauen“ (wenn die Vereinsfarben auch Grün und Weiß sind) haben gerade einmal 15 Tage mehr auf dem Buckel als unser Magischer FC. Aber wir schweifen ab.

Foto: MiG
Im Jahre 1992 wurde das alte (nicht ehrwürdige) Niedersachsenstadion gar anlässlich eines Konzerts der Band „Guns’n’Roses“ beehrt, allerdings mehr wegen der Vorbands „Soundgarden“ und „Sepultura“. Puh! Damit wären wir (auf Umwegen) wieder an der (neuen) 96er-Spielstätte angekommen, in dem schon so viele grandiose braun-weiße Tore erzielt wurden. In ewiger Erinnerung bleibt der 2:2-Ausgleichstreffer in der 92. Minute mit einem (fast) direkt verwandelten Eckball durch Klaus „Otti“ Ottens. Seines Zeichens mit schuld am Namen des „einzig relevanten Fanzines“ (Heinz Weisener). Auch Ehrenspielführer wussten den ÜS zu schätzen. Lang, lang ist’s her.
Nicht ganz so viele Jahre gingen seit dem letzten Spiel der Kiezkicker in der Messestadt ins Land: In der Aufstiegssaison 2023/24 gab es am 30. Spieltag nach Toren von „Dapo“ Afolayan und „Jojo“ Eggestein einen die Meisterschaft vorentscheidenden 2:1-Sieg. Bei Erwähnung der Namen der Torschützen beim 3:2-Auswärtssieg 2021 schnallt man unweigerlich mit der Zunge: Rodrigo Zalazar, Guido Burgstaller und Igor Matanović. Wow!
Zurück in die (96-) Gegenwart. Sah die Saisonvorbereitung mit acht Siegen in neun Spielen noch vielversprechend aus, wurde nach der 1:2-Pleite in Nürnberg jüngst Trainer Christian Titz entlassen. Nur ein einziger Sieg (gegen unseren kommenden Gegner Darmstadt) aus fünf Ligaspielen war den Verantwortlichen wohl zu wenig. Nach einem 2:1-Heimsieg unter Interimscoach Lars Barlemann gegen Bochum ist also Sandro Wagner wieder da. Sein Debüt als 96-Coach ging mit der 0:3-Niederlage in Magdeburg allerdings mehr als daneben. Mit sieben Zählern und 7:12 Toren liegen die Hannoveraner derzeit auf Rang 13. Aber Wagner weiß, was zu tun ist: „Wir müssen eine Kultur haben, wo man sich was traut“. Mit insgesamt drei Treffern ist Lars Gindorf erfolgreichster 96-Schütze, dicht gefolgt von einem gewissen Marcel Hartel. Der USA-Rückkehrer glänzt bislang mit zwei Buden.
Buden finden sich auch auf dem Hannover’schen Schützenfest, dessen Besuch – besonders nach 96-Spielen – allerdings nicht unbedingt empfehlenswert ist. Das liegt am Rande der südlichen Innenstadt „strategisch günstig“ ähnlich wie der Dom bei uns.
Bereits 1526 wurde in der Stadt ein helles obergäriges Bier kreiert, das sich zu einem Exportschlager entwickelte. Unklar ist der Zusammenhang mit dem nur drei Jahre darauf erstmals stattfindenden Schützenfests.

Doch widmen wir uns nicht den „kulinarischen und gesellschaftspolitischen Highlights“ der Landeshauptstadt. Das Ziel dort lautet ganz klar: „Auswärtsdreier“! Den Spirit des 2:0 über den KSC mitnehmen, dann „geiht dat kloar“. Obwohl unweigerlich Begriffe wie „angeschlagene Boxer“ oder gar „Aufbaugegner“ durch die braun weiße Hirnsuppe schwappen. Irgendwo zwischen Heimspielsieg-Euphorie, Meisterschaftsphantasien und purer Abstiegsangst.

Doch bange machen gilt nicht! Tomoya Andō hat Gelb & Rot aus seinem Fußballleben nun verbannt und könnte wieder verteidigen. Dabei hatte „Lala“ Ritzka ihn hinten nicht mal eben „so lala“ vertreten, sondern vorne auch ins KSC-Netz getroffen. Rappo hat die Qual der Wahl und wird sich schon was überlegen.
Beim Tipp muss man nicht lang überlegen: Wenn unsere Jungs überlegen sind, heißt es am Ende 0:2 – natürlich für die überlegen Guten.
// Hossa
