Tonträger der Woche: Keele – Kalte Wände

Rookie Records/Indigo
– erschienen am 23. August

„Schonungslose Heuchelei für ein besseres Gefühl“ – es sind Textzeilen wie diese, die Keele abheben von der Masse der deutschsprachigen Alternative/Punk/Indie-Bands. Und das eine oder andere Riff hier, der Melodielauf dort, stimmungsvolle Moll-Akkorde, die Melancholie. Aber nicht, wie so häufig bei anderen Kapellen, weil irgendjemand dich verlassen hat, dich nicht mehr liebt, eine/n andere/n hat. Sondern weil im tiefsten Inneren von dir selbst oder den anderen oder deiner Welt etwas nicht stimmt, etwas kaputt gegangen ist, du isoliert alleine stehst („Kalte Wände“). Oder ein Schicksalsschlag dein Leben komplett verändert und du kämpfen musst („Zwischen toten Nerven“). Musik, bei der man spürt, dass sie überlebenswichtig ist für die Menschen, die sie entwickelt haben und mit Leidenschaft spielen. Diese Leidenschaft spürt man auch auf der Bühne, wo sie uns die Songs des neuen Albums um die Ohren hauen, allerdings gehen sowohl Fabians Stimme als auch die recht komplexen Songstrukturen live noch ein wenig unter, während die Hamburger Chameleon Studios ganze Arbeit geleistet haben, so dass es Spaß macht, die Scheibe laut auf der heimischen Old-School-Stereoanlage (jawoll!) zu hören und sich davon einhüllen zu lassen. Der Gloomy Friday ist gesichert, aber er hält nur 35 intensive Minuten an. Danach dürft ihr rausgehen und den Spätsommer genießen 😉 //kurzpass

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