Verein am Wochenende (12/2013)

Fußball

Kaum spielen die Profis mal nicht (das geplante Testspiel bei Bergedorf war frühzeitig abgesagt worden), schon glänzt die Abteilung von ihrer besten Seite! (Btw: Michael Frontzeck ist nach seinem dreifachen Rippenbruch mit anschließender Not-OP inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden, die Redaktion wünscht weiterhin Gute Besserung!)
Fangen wir an mit der U23, die in der Regionalliga Nord beim SV Meppen antreten musste, wo es bisher in sechs Spielen nur ein Unentschieden und fünf Niederlagen gegeben hatte. Aus dem Profikader machten sich Joseph-Claude Gyau, Dennis Daube und Lennart Thy mit auf den Weg ins Emsland, sowie Robin Himmelmann und Marcel Anrijanic, die ja aber ohnehin ihre Einsatzzeiten fast ausschließlich im Regionalliga-Kader bekommen.
Nach einem schnellen Rückstand erzielte Gyau noch vor der Pause den Ausgleich, ehe Thy in Hälfte zwei nach einem Lattenkopfball von Hauke Brückner zum Siegtreffer abstauben konnte.
Spannend ist es, hier mal die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Spielberichte (Verlinkung weiter unten) zu vergleichen, denn während auf Meppener Seite der Ausgleich “der erste Angriff” unsererseits war, werden bei uns “zahlreiche Einschussmöglichkeiten” vorweg erwähnt, die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
In der Nachspielzeit gab es dann noch eine rote Karte gegen einen Meppener wegen Tätlichkeit, bei der die Meppener Seite Hauke Brückner gerne einen Fair-Play-Preis angedeihen lassen würde, weil dieser den Schiri darum bat, nur gelb zu zeigen.
Unsere Vereinshomepage hatte gar nur eine gelb-rote Karte gesehen, da nehm ich aber den Kicker mal als schlichtende Instanz, der auch von glatt Rot berichtet.

In jedem Fall drei ganz wichtige Punkte, mit jetzt 24 Punkten hat man sich ein leichtes Polster auf die Abstiegsränge verschafft, von dem der Stadtrivale von der Hoheluft (18 Punkte) ebenso nur träumen kann, wie der Stadtrivale von der Müllverbrennungsanlage (16 Punkte).
Das nächste Spiel findet soll am Ostermontag stattfinden, Anstoß gegen den VfB Oldenburg wäre dann um 16.00h, also ideal zum “Warmgucken” für das Heimspiel der Profis um 20.15h gegen den SC Paderborn.

Spielbericht auf der Homepage des SV Meppen
Spielbericht auf der Homepage des FC St.Pauli

In der A-Jugend Bundesliga geht es bezüglich des Abstiegs auch sehr eng zu, mit zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen hatte die U19 sich aber etwas Luft verschafft. Heute war der Hallesche FC zu Gast, derzeit Tabellenletzter, was selbstredend einen Dreier zur Folge haben musste, wenn man sich endgültig freischwimmen wollte.
Zur Halbzeit stand es noch 0:0, ehe dann die beiden Topscorer Theodoros Ganitis (49.) und Laurynas Kulikas (75.) ein 2:0 herausschossen, was normalerweise Ruhe hätte reinbringen müssen. Allerdings gab es im Gegenzug das 2:1, was zwar nochmal etwas zittern verursachte (von der Kälte mal abgesehen), aber eben auch der Endstand war.
28 Punkte aus 19 Spielen sind jetzt erst mal ein gutes Polster, auch wenn Kiel und Erfurt (beide 20 Punkte) noch zwei bzw. vier Nachholspiele haben. Auch in dieser Liga würde der hsv (18 Spiele, 21 Punkte) wohl gerne mit uns tauschen und hat den Klassenerhalt noch lange nicht sicher.

Die U17 hatte bereits gestern Dynamo Dresden zu Gast und konnte den Halbzeitrückstand gegen den Tabellennachbarn durch Tore von Tone Gabriel und den für den Torschützen eingewechselten Marian Kunze noch in einen 2:1-Sieg drehen.
Vierzehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, so frühzeitig hatte eine Fußballmannschaft des FC St.Pauli den Klassenerhalt in der Bundesliga wohl noch nie gesichert, egal in welcher Altersklasse.
Nächste Woche geht es zu Rasenball Leipzig.

Handball

Die 1.Herren hatte ja am Donnerstag vielumjubelt den Einzug ins Hamburger Pokalfinale gefeiert. Dieses findet übrigens am 1.Mai in der Budapester Straße statt, den Termin solltet Ihr Euch also alle schon mal freihalten, Uhrzeit und Gegner stehen noch nicht fest.
Am Samstag ging es dann um Big Points für den Klassenerhalt, beim direkten Kontrahenten aus Herzhorn wäre ein Sieg fast gleichbedeutend mit dem Ligaverbleib gewesen. Tja, hat nicht sollen sein, denn wohl u.a. aufgrund einer sehr fragwürdigen Schiedsrichterleistung ging das Spiel mit 33:26 verloren.
Frohe Nachrichten gab es dann aber heute, denn die bereits abgestiegene HG Norderstedt siegte gegen die auf dem ersten Abstiegsplatz liegende HSG Hohn/Elsdorf, wodurch der Vorsprung unserer Jungs weiterhin drei Punkte (in einem 2-Punkte-pro-Sieg-System) beträgt, drei Spieltage vor Schluß.
Nach dem letzten Heimspiel gegen Wift (13.4.) dürfte es sich also durchaus lohnen, am 20.4. eine kleine Reise nach Hohn zu unternehmen, wo es dann zum großen Endspiel kommen könnte.

Auch ansonsten war das Wochenende für die Abteilung überaus wichtig: Während die 2.Herren dringend einen Sieg für den Klassenerhalt in der Landesliga brauchte, konnten 1.Damen, 3.Herren und 4.Herren jeweils durch einen Sieg den vorzeitigen Aufstieg klar machen.
Die 1.Damen hatte in der Landesliga bisher in 18 Spielen 18 Siege errungen, der 19. wäre dann gleichbedeutend mit dem Aufstieg. Es ging gegen den Tabellenzweiten vom Elmshorner HT. Am Ende stand ein 21:21, was zwar rechnerisch den Aufstieg noch nicht perfekt machte, bei fünf (Minus-)Punkten Vorsprung und lösbaren Aufgaben sowie noch drei Spielen bei gewonnenem Vergleich aber ganz sicher am de facto Klassenwechsel in die Hamburg-Liga nichts mehr ändern wird, da sie den Verfolger auf Distanz hielten.

Die 2.Herren hatte ebenfalls den Elmshorner HT zu Gast, es war ein “Vier-Punkte-Spiel” um den Verbleib in der Landesliga. Leider hatten die Gäste am Ende ein Tor mehr, wodurch man jetzt punktgleich in die letzten zwei Spiele geht und nur einen Punkt überm Strich ist.

Die 3.Herren wollte in eben diese (zweigeteilte) Landesliga aufsteigen und seit Samstag Abend ist es auch vollbracht. Das 21:17 bei der SG Altona reicht lt. der Abteilungsseite auf Facebook aus, um uneinholbar zu sein, auch wenn lt. Tabelle auf sis-handball.de zumindest Platz 1 noch nicht gesichert ist.

Die 4.Herren hingegen macht sich aus der Kreisliga nun auf in die Bezirksliga, eingetütet wurde dies durch ein 27:18 (oder so) gegen die HG Hamburg-Barmbek.

Last but no least noch eine Information zum kommenden Heimspiel der Profis gegen den SC Paderborn am Ostermontag:

Aktionstag gegen Homophobie!
In mitteleuropäischen Ländern kann seit längerem ein gesellschaftlicher Prozess festgestellt werden, der es homosexuellen Menschen mehr und mehr erlaubt, ihre sexuelle Orientierung nicht verbergen zu müssen, sondern offen leben zu können. Teile der Gesellschaft bleiben von dieser Entwicklung jedoch offenbar unberührt – Homophobie ist auch in Mitteleuropa immer noch ein großes Problem.
Ein Beispiel hierfür ist der Fußballsport, insbesondere da, wo er von Männern ausgeübt wird. Sowohl Fankurve als auch Mannschafts-, Vereins- oder Verbandsgefüge stellen weiterhin ein Reservat obsoleter Männlichkeitsvorstellungen dar. Mit Männern assoziierte Stereotype wie Härte, Kampfgeist oder Durchsetzungsvermögen, die für den Fußballer als unabdingbar gelten, werden exklusiv dem heterosexuellen Spieler zugeschrieben.
Schwulsein dient hierbei als Synonym für Schwäche. Das Resultat zeigt sich auf den Rängen, wo kollektiver Rausch und die Anonymität der Masse den Raum schaffen für Diskriminierung in unverhohlener und lautstarker Form. In den Vereinen hingegen prägt meist Tabuisierung das Bild, wenn auch hier nach wie vor mit Regelmäßigkeit homophobe Entgleisungen von Akteuren aller Ebenen zu vernehmen sind. Diesem Zustand entgegenwirken möchte die Aktion „Fußballfans gegen Homophobie“.
In Kooperation mit der Kampagne „Fußballfans gegen Homophobie“ führt das Alerta-Netzwerk bestehend aus 13 antifaschistischen, internationalen Fangruppen einen Aktionstag gegen Homophobie durch.
Im Millerntor wird es dazu heute (also gegen Paderborn) eine große Choreografie, bestehend aus Papiertafeln und Luftballons geben. Diese werden im ganzen Stadion verteilt und sollen zum Einlauf der Teams hochgehalten werden!
Zur inhaltlichen Auseinandersetzung wird ein Handzettel angeboten, haltet Ausschau!
Außerdem findet am 5.4.2013 ein Vortrag über Homophobie im Fußball statt.
Um 19:00 Uhr werden Dirk (Queerpass/QFF) und Jan (FfgH) im Fanladen referieren.

Eine schöne Woche inkl. Osterwochenende, am Montag dann bitte alle zunächst zur U23 (so es denn stattfindet) und dann Paderborn wegballern, allein schon als Strafe für ihren furchtbaren Stadion-Zombi-Song, “Paderborn – Erhebe Dich und lauf”.  // Frodo

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3 Kommentare zu Verein am Wochenende (12/2013)

  1. Svensson sagt:

    Hej Frodo, Du Tabellenfuchs. Bei den 3. Handball-Herren ist der erste Platz zwar rechnerisch noch nicht gesichert, der Aufstieg aber schon. Der Tabellenzweite Norderstedter SV darf nicht aufsteigen. Zur nächsten Saison fusionieren NSV und HG Norderstedt und haben dann in beiden Landesligastaffeln schon je ein Team.

  2. @Svensson:

    Wieso darf der Norderstedter SV nicht aufsteigen? Deine Aussage verstehe ich nicht ganz.

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