24.Spieltag (H) – 1.FC Union Berlin

FC St.Pauli – 1.FC Union Berlin 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Sebastian Polter (19.), 0:2 Damir Kreilach (48.), 1:2 Aziz Bouhaddouz (83.)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft, ca. 3.500 Unioner)

Das war ja dann doch irgendwie klar. Viel zu gute Serie unsererseits, noch nie(!) hatte Union bei uns gewonnen – und im Textilvergehen letzte Woche kündigte man an, genau dies noch Jens Keller zu stecken, der statistische Serien scheiße findet und sie alle brechen will. Außerdem waren wir bei den Wettanbietern Favorit – was immerhin die gut mitzunehmende Quote von 3,0 für den Auswärtssieg brachte, bekanntlich eine Art Schadenersatz, wenn es schon keine Punkte gibt.

Nun gut, volle Hütte, gefühlt gab es rund ums Millerntor noch etwa 5.000 Personen mit “Ich suche…”-Pappschildern  (in dem Zusammenhang sei nochmal auf die Hinweise des Vereins zum Ticketverkauf hingewiesen), voller und lautstarker Gästeblock und am Anfang auch noch Pyro.
(Disclaimer: Ja, ist gefährlich, verboten und es wird eine Strafe geben, die der DFB am Saisonende für soziale Projekte spendet. Aktuell sind ja 5.000€-Wochen.)

FC St.Pauli – 1.FC Union Berlin, Südkurve

Und dann war es sportlich durchaus das, was man sich von einem Spitzenspiel (Rückrunden-Dritter gegen Rückrunden-Spitzenreiter) versprechen konnte, ein Spiel auf durchaus hohem Zweitliganiveau.
Am Anfang ein Übergewicht für uns mit ein zwei guten Möglichkeiten, anschließend die Gästeführung nach dem Motto “Wer solche Tore schießt, steigt auch auf“. Als der Ball aus dem Kopfballduell unkontrolliert wegspringt, entdeckt ihn Polter kurz vor Buballa wieder, will mit links volley abschließen, dabei fällt ihm der Ball aber aufs rechte Knie und trudelt ins Tor.
Ein Tor wie unsere Hinrunde.

Danach verdiente sich Union bis zur Pause die Führung aber absolut, hätte noch 2-3 Tore nachlegen können, scheiterte aber wiederholt an Philipp Heerwagen.

In Hälfte zwei dann ein Auftakt nach Maß, der eigentlich mit dem Ausgleich durch Jeremy Dudziak gekrönt werden muss, nachdem dieser dank gutem Körpereinsatz von Bouhaddouz frei vorm Tor steht – aber Dudziak ist eben leider kein Stürmer und scheitert an Mesenhöler. Und wie es dann so ist – zack, Gegenangriff, noch ein Treffer aus der Kategorie Kacktor, 0:2 durch Kreilach.

Waren wir in der Vergangenheit dann oft auseinander gebrochen, so spielte man jetzt einfach weiter und erzielte schließlich auch noch durch Bouhaddouz nach Vorarbeit von Sobota den Anschlußtreffer – und mit ein bisschen Glück erzielt Thy in der Nachspielzeit sogar noch den Ausgleich.

Hat nicht sollen sein – und ist unterm Strich vielleicht auch ergebnistechnisch okay.
Wenn man sich aber die 13 Punkte aus den vorherigen fünf Spielen mal auf 3-5 runterdampft, was nach der Hinrunde ja absolut normal gewesen wäre, dann würde ich das jetzt auch deutlich weniger entspannt sehen.

Gästefans im Heimbereich

Es war ja (auch hier) ein großer Aufreger, und nachdem gegen den KSC und Dresden es keinen Gästetorjubel gab, so war dieses Mal ja doch wieder damit zu rechnen und so gab der Verein erneut die Devise aus, dass auf einem Teil des Heimbereichs (dieses Mal: nur die Süd) ein absolutes Gästefarbenverbot besteht.

Bei beiden Toren eskalierte der Gästeblock und direkt daran anschließend ein paar Leute auf der Haupttribüne und in der Nord, aber soweit alles normal.

Und da neben mir zwei Sitzplätze frei waren, kam es dann auch so, dass sich dort zwei Suchende Freunde mit getrennten Plätzen zusammen hinsetzten, von denen einer Union-Fan ist. Und es lief dann eben auch so, wie es laufen soll. Er jubelte natürlich bei beiden Toren, aber eben nicht wie “wilde Sau”, sondern mit einem lauten “Ja!” und gereckter Faust, so dass man wahrscheinlich schon 1-2 Reihen hinter uns dies gar nicht mehr mitbekam.
Wir unterhielten uns über beide Teams, über unser Stadion und den für Union geplanten Umbau und am Ende wünschte man sich gegenseitig viele Siege bis zum Saisonende.
Geht also.
Und nein, dies ist aus meiner Sicht absolut kein Widerspruch zu meinem Text vom Stuttgart-Spiel, es kommt halt immer auf das individuelle Verhalten an.

Zum Support allgemein:
Gästeblock sah gut aus, viel mehr kann ich aus der Gegengerade im Block 2 nicht sagen, da akustisch aufgrund der Entfernung kaum was ankam.
Bei uns war es im Rahmen, für den absoluten Existenzkampf wäre es sicher zuwenig gewesen, aber die letzten Wochen haben da eben auch wieder etwas Druck herausgenommen und man ergab sich daher vielleicht etwas zu früh in die Niederlage.

Ausblick

Am kommenden Wochenende kommt also Hannover 96. Und wenn man das “schlechte Omen” von bisher keiner Heimniederlage gegen Union mal umkehrt, so sieht es da für uns deutlich besser aus, denn die Bilanz in unseren Heimspielen gegen 96 ist ziemlich Bescheiden, sechs Heimsiegen und fünf Unentschieden stehen neun Niederlagen gegenüber, selbst in Hannover haben wir mit sieben Auswärtssiegen eine bessere Bilanz.
Der letzte Heimsieg… nun der liegt doch schon deutlich zurück, denn im April 1994 erzielten Leonardo Manzi und Martin Driller die Tore zum 2:1, welches uns auf am 28.Spieltag auf Platz 2 beließ, wo es am Ende aber dann (u.a. aufgrund einer gegen den Wuppertaler SV) doch nicht zum Aufstieg reichen sollte.

Es ist also durchaus Zeit, hier mal ein neues Kapitel hinzuzufügen und Philipp Tschauner (viele Grüße) die ein oder andere Bude einzuschenken.

Davon ab: Danach geht es nach Aue… und bei entsprechenden Ergebnissen würden wir dort im Falle einer Niederlage schon wieder mit dem Rücken an der Wand stehen. Das kann ja auch keiner wollen.

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