34.Spieltag (A) – MSV Duisburg

MSV Duisburg – FC St.Pauli 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Moritz Stoppelkamp (45+2), 2:0 Christian Gartner (90+5)
Zuschauer: 25.324 (ca. 4.000 St.Paulianer)

Fertig. Die ganze Kacksaison endlich vorbei.
Ich hatte mir schon sehr früh vorgenommen, dass ein Klassenerhalt diese Saison kein Grund zum Feiern sei und ich daher auch keinerlei Lust verspürte nach Duisburg zu fahren.
Es sollte dann anders kommen, weil: Wettschulden sind Ehrenschulden.

Ein Klassiker aus dem “Ich und meine große Fresse”-Lehrbuch, welcher bekanntlich mit der Einleitung zum Regensburg-Bericht seinen Anfang nahm, falls noch jemand den Bezug zu Katzen sucht.
Andererseits: win/win, denn nach dem Spiel in Regensburg war mir eine rechnerische Rettung vor dem 34.Spieltag diesen Einsatz schon wert.

Um es auch klar zu sagen: Um nichts in der Welt hätte ich ähnliches als Wetteinsatz angeboten, wenn es noch um was gegangen wäre oder wir evtl. sogar schon rechnerisch abgestiegen wären.
Diese ganzen Junggesellen-Abschieds-Schabernack Geschichten gehen allen völlig zurecht auf die Nerven und wenn so ein Dödel mit so einem Kostüm in sportlicher kritischerer Situation durch den Sonderzug gewackelt wäre, dann… ich führe das hier nicht weiter aus.
Daher auch die klare Absprache, dass ich das Kostüm nur hinterm Tresen und nur auf der Hinfahrt tragen muss, da konnte ich dann auch jedem auf Nachfrage die Hintergründe erläutern, bevor es auf’s Maul geben konnte.

Und wenn die Fanszene des FC St.Pauli eins ist, dann geschäftstüchtig sobald es um den guten Zweck geht. Die Aufsichtsratsvorsitzende organisierte wie immer die beiden Partywagen mit und als es sich abzeichnete, dass der ein oder andere gerne ein Foto von oder gar mit mir machen wollen würde, wurde dies gleich in ein Spendenmodell für die Baui am Brunnenhof sowie die Gedenkstättenfahrt des Fanladen umgewandelt.
Danke, Sandra <3

Ansonsten eine Auswärtsfahrt wie so viele:
Hinfahrt super, Organisation von Polizei und gastgebendem Verein ne glatte Sechs, Fußball furchtbar, Rückfahrt super.

Die beiden Partywagen des Sonderzugs boten beste Stimmung, der ein oder andere Song der sich mit einem anderen Hamburger Zweitligisten beschäftigte soll auch gespielt worden sein und angeblich wurde teilweise leise mitgesummt.

Vor Ort dann ein Einsatzkonzept der Extraklasse… wobei, ich muss etwas ausholen.
Die Stadt Duisburg ist durch das Unglück der Love-Parade immer noch sehr ängstlich, was Großveranstaltungen angeht.
So hat auch der MSV lange Zeit keine zusätzlichen Tickets für den FCSP zur Verfügung gestellt, obwohl die Kurve groß genug ist und absehbar war, dass das Stadion nicht ausverkauft sein würde.
Erst, als der Duisburger Klassenerhalt fix war, gab es ein paar Tickets zusätzlich, die dann aber auch nicht mehr an der Tageskasse verkauft werden durften – was umgekehrt natürlich dazu führt, dass sich dann Gästefans vor Ort an der Tageskasse für den Heimbereich eindecken. Kein Kommentar.

Die Polizei hatte den Sonderzug zum Halt in Duisburg-Schlenk verdonnert, was der fußläufig erreichbare Bahnhof ist. Kann man grundsätzlich erst mal verstehen – bis man feststellt, dass dort null Infrastruktur vorhanden ist, keine Klos, keine Getränke- oder Essensversorgung.
Für 900 Leute die seit 08.00h unterwegs sind und erst gegen 19.30h wieder abfahren.
Nebenbei ist das Gleis so kurz, dass nur der halbe Zug dort am Gleis halten kann, aber dies nur als Randnotiz.
Und damit bei diesem Spiel auch absolut nichts passieren kann, fliegt dann schon lange vor Duisburger Stadtgebiet ein Polizeihubschrauber neben dem Sonderzug her. Man möge sich dies auf Wiedervorlage legen, wenn denn das nächste Mal über so viele Einsatzstunden gejammert wird oder die Frage der Finanzierung von Polizeieinsätzen bei Fußballspielen aufkommt.
Gut, für das Wetter kann dann die Polizei nichts, aber komplett durchnässt am Stadion anzukommen ist halt auch nur so halbgeil.

Was für Lappen dann in der Duisburger Kurve standen und hingen, spricht hingegen für sich.

Dahinter tänzelten dann zwei-drei Personen freudig erregt auf und ab, womit das Banner sicher nicht für die gesamte Kurve spricht, welche in der Mehrheit wohl nicht mal was davon mitbekommen haben wird.
Grüße an die Zebras gegen Rechts.
Wenn das Banner dann aber doch für eine längere Zeit hängen bleiben kann, ist oben erwähnte Polizeitaktik natürlich umso lächerlicher, auch vom Ordnungsdienst war offenbar kein Einschreiten als notwendig erachtet worden. Passt schon.

Da der Sonderzug erst zwei Stunden nach Spielende abfahren würde, wurde vielfach auf das Catering in der Arena hingewiesen… dieses war im Sitzplatzbereich zwar einigermaßen zugänglich und zumindest kurz nach Abpfiff auch noch verfügbar, im Stehplatzbereich hingegen war es mit ewigen Wartezeiten verbunden.
In Kombination mit dem Verbot der Polizei, nach dem Spiel den Weg zum Zug frei zu wählen, um evtl. noch andere Lokalitäten aufzusuchen, war das schon “bemerkenswert”.
Immerhin wurde die Polizeikette am Bahnhof dann nach ewigen Diskussionen irgendwann doch noch aufgelöst und die örtliche Pizzeria freute sich über Rekordeinnahmen.

Was außerdem noch auffiel:
Wie gut unser Verein in den letzten Jahren die Verabschiedungen der Spieler hinbekommt. Ich habe selten so eine  lust- und emotionslose Verabschiedung gesehen wie gestern beim MSV.
Wenn Kingsley Onuegbu nicht selbst noch für eine Show gesorgt hätte, wäre das Fremdscham pur gewesen.
Wir wollen hier niemanden hervorheben, deswegen sagen wir zu niemandem was und rufen nur den Namen auf.” (Sinngemäß)
Na, dann kann man es zukünftig vielleicht besser gleich ganz lassen.

In der Nachspielzeit gab es dann wohl noch einen versuchten Bannerklau, der aber jämmerlich scheiterte.

Die Rückfahrt verlief dann ähnlich entspannt wie die Hinfahrt, zumindest habe ich nichts gegenteiliges mitbekommen. Und wenn man dann fast eine Stunde früher als geplant wieder in Hamburg ist, ist dies natürlich auch eine schöne Sache.
Schön auch, dass ein paar Spieler mit zurückgefahren sind. Da es nicht alle waren, gehe ich davon aus, dass diejenigen dies es taten, dies auf eigenen Wunsch machten. Schön, so soll es sein.
Danke an den Fanladen für die Orga des Sonderzugs und an alle Beteiligten für die Orga der Partywagen. Tresen, Musik, Kisten schleppen – vielen Dank!

Sommerpause.

Endlich.

Was ‘ne Kacksaison.

Egal, nächste Saison geht es weiter, wir sehen uns spätestens Anfang August. // Frodo

P.S. Miau!

Links:
– Magischer FC: “Katzen sind besser als Zebras
– halblinksgegengerade: “Ich hätte da mal ne Frage…
– FCSP Athens South End Scum “Matchday 34” (English)

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7 Kommentare zu 34.Spieltag (A) – MSV Duisburg

  1. André Lassau sagt:

    Moin.
    Anschliessen will ich mich dem Dank an die Organisatoren des Sonderzuges. Danke, geil gemacht!
    Gar nicht so selten ein Auswärtsfahrer, war ich erschrocken über die Menge der braunen Vollpfosten auf der „Schauinsland-Reisen-Tribüne“ (das ist doch surreal, oder?) die, glatzköpfig in Thor Steinar-Klamotten, ein offensichtlich fast freundschaftliches Verhältnis zum Sicherheitsdienst pflegen. Kinners, wir haben noch eine Menge zu tun. Und lieber Meidericher SV-aufwachen!

    Mal zu uns: ich kann mich ja auch vor lauter Schadenfreude nicht halten, aber die Fangesänge zu einem großen Teil dem Scheitern des weiteren Hamburger Zweitligisten zu widmen fand ich dann doch irgendwie arm. Auch wenn es natürlich lustig ist wenn das ganze Stadion mitfrotzelt. Für unsere Kicker hätte ich mir mehr Braun-Weiß-Support gewünscht.

    Nur als Randnotiz: schön das (mal wieder) Schnecke und ein paar andere Preisfußballer mit an Bord waren.

    Auf die nächste Saison.

    P.S.: scheiße, ich habe kein Katzenselfie abbekommen…

  2. MF sagt:

    Wo wir beim Thema “Orga” sind:
    Pech hatten auch die, die aufgrund bestimmter Zufahrtswege direkt vor dem Stadion landeten. Man musste um das Stadion herum laufen, was in Duisburg bedeutete:
    Um den “Margaretensee” wandern, was ein Fußmarsch v0n 20-30 min extra bedeutete.
    Man hätte auch vor dem Stadion ein Tor öffnen können, was vielleicht aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Sonst wäre man wohl auf Heimfans getroffen.
    Nun ja, leider war entsprechende Kurve, wo dies möglich gewesen wäre fast komplett leer.

  3. → Merci für die Verlinkung. Dem Reisebericht schließen wir uns an! LG, HLGG

  4. Halli sagt:

    Klasse Bericht spiegelt genau meine Sichtweise wieder tatsächlich… Danke für das Katzenfoto 😉 kann ich dir gerne zukommen lassen 😉

    Vielen Dank für die megagute Orga…

    P.s. Ich hab irgendwie was im Gehörgang, so von wegen “ich fahr mit dir ans meer, mit dir ist niemals Flaute…”

  5. Adel sagt:

    Bin zwar seit 1977 mit herz und Seele Braun- weiß, freue mich aber trotzdem für Moritz Stoppelkamp über sein Tor, weil er ein toller Sportler ist und es verdient hat.- Tausend Dank an Lasse Sobiech für seine tollen Leistungen der letzten Jahre!- Zum Hamburg- Stellingen- Vorstadtverein will ich nur sagen, dass wir es mit in der Hand haben, ob sich zukünftig Hamburger Aufstiegshoffnungen anders ausdrücken als in Pyros von Rautenfaschos.

    • Frodo sagt:

      Ach komm, „Pyros von Rautenfaschos“?!
      Die Zeiten, als man am Millerntor bei jedem Bengalo sinnfrei und Zusammenhanglos „Nazis raus!“ schrie sind doch vorbei.

  6. Pingback: We were having a party when the Dino died – das Wochenende mit dem #FCSP Sonderzug nach Duisburg – KleinerTods FCSP Blog

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