Es geht wieder rund in der Bundesliga

… und damit auch für unsere Kiezkicker im Kampf um den zweiten Klassenerhalt nacheinander (nach 1990). Als erste Gäste im neuen Jahr kommen die Brausebullen aus Leipzig ans Millerntor, die – kurz vor dem Ende der Hinrunde – als Tabellenvierter zum dritten Duell in der Beletage des deutschen Fußballs gegen die Boys in Brown antreten. Mit einem Sieg könnte der ungeliebte Relegationsplatz zumindest vorübergehend verlassen werden.

Eines gleich vorweg: Jahrelang kickte einer meiner Lieblingsspieler bei diesem absolut nicht liebenswerten Verein und stieg mit ihm (und reichlich Kohle) von der Regionalliga bis in die Champions League auf. Dann wechselte er im Sommer aber zu diesem VvV (Verein vom Volxpark) und verspielte damit all meine Sympathien. Als Entschuldigung könnte man hier vielleicht noch gelten lassen, dass er es jetzt nicht mehr so weit in seine Heimat Dänemark hat. Aber nur mal so: Von St. Pauli bis zur A7 Richtung Norden ist es auch nur der berühmte Katzensprung. Und nein, deinen Namen werde ich hier nicht nennen und auch niemals mehr in eine Tastatur tippen!
Nun aber zum Spiel mit der traditionellen und absolut liebenswerten Anstoßzeit in der Bundesliga: Samstagnachmittag um 15 Uhr 30. Hierbei kann es gerne bleiben. Zunächst ein kurzer Rückblick: Die erste Partie nach unserem letzten Aufstieg endete im September 2024 am Millern-tor-los und das Rückspiel ging in der Messestadt mit 0:2 verloren. Bleibt also festzuhalten, dass die beflügelten Bullen in unserem Wohnzimmer noch sieg- und torlos sind. Hierbei kann es ebenfalls gerne bleiben.
Seit dem Missverständnis Marco Rose leitet inzwischen Ole Werner die Übungseinheiten des Retorten-Clubs. Ehemals in Kiel und Bremen beschäftigt, steht der 37-Jährige nun bei einem Verein des sportlichen Oberbosses Kloppo an der Seitenlinie. Mit jeweils sechs Treffern sind der Österreicher Christoph Baumgartner und der Ivorer Yan Diomande die bislang erfolgreichsten Torschützen der Leipziger. Auch hierbei kann es gerne bleiben. Denn Yan Diomande wird beim Spiel am Samstag gegen uns schön irgendwo in Marokko seinem Nationalteam zur Verfügung stehen.
Und bei unseren Kickern? Bleibt zu hoffen, dass sie das „Fire inside“ nach den letzten vier Pflichtspielerfolgen mitnehmen und reichlich beflüüügelt einfliegen, … ähem… antreten. Den Testkick gegen Bremen vergessen wir mal schnell – wieder keine Tore. Und mit Andréas Hountondji gibt’s nach Martijn Kaars den nächsten (womöglich länger) Verletzten. Aber im Gegensatz in Sachen eines Ex-Leipzigers (dessen Name ich nicht mehr nenne) war Andy Bornemann nun ganz fleißig und beschert uns mit Emil Gazdov einen weiteren Keeper und mit Tomoya Ando einen zweiten Japaner, der die Abwehr verstärken soll. Alle Infos zu den Neuzugängen und eventuellen Abgängen lest ihr am besten dann am 23. Januar im Übersteiger Nummer 146, der pünktlich zum Derby erscheint!

Mit einem Sieg würde St. Pauli den FC Augsburg in der Tabelle überholen und zu Wolfsburg aufschließen, die beide erst am Sonntag spielen. Auch wenn die Gäste so viele Siege (neun) wie wir Niederlagen auf dem Konto haben, der semi-pessimistische Tipp eines realistischen Zwangsoptimisten lautet unbeirrt 1:0.
P.S.: Laut www.fussballdaten.de findet das Rückspiel in Leipzig morgens um zwei Uhr statt…
P.P.S.: Juhu, endlich einen Text ohne „Hut ab“ geschafft. Chapeau!
// Hossa
