Ob Madrid oder Millerntor: Hauptsache München

Zwischen Champions League und Klassenkampf!

Aus der Reihe „Good old days“
(Foto: Hossa)

Wo Andy Möller einst bei dem Wunsch nach seinem nächsten Arbeitgeber noch etwas durcheinanderkam, wissen die Bayern ganz sicher, dass der Weg zum Millerntor über die spanische Landeshauptstadt führt. Aber den „kleinen“ Umweg werden sie gerne in Kauf nehmen: Dort winken schließlich weitere süße Millionen Euro – am Millerntor hingegen nur eine bittere Niederlage… Aber mal immer langsam mit den braun-weißen Pferden. Zunächst müssen erst die 90-plus-Bayern-Dusel-Minuten am Samstagabend gespielt werden (Kickoff ist um 18:30 Uhr).

Das Wort „Klassenkampf“ prangte vor über einem Vierteljahrhundert in großen Lettern samt Foto von „Tattoo-Theo“ auf dem Cover der St. Pauli-Stadionzeitung. Dies gefiel einem gewissen Uli H. aus M. mal so mal ganz und gar nicht und so ließ er das Erscheinen des Blattes – Kraft seines Amtes – kurzerhand verbieten. Mannomann, Uli!

Den Übersteiger kann auch Uli nicht verbieten! (Foto: ÜS-Archiv)

Unweigerlich mit diesem Uli verbunden bedeutet Bayern München eben, recht einfach gesagt: Titel, Titel, Titel und Rekorde, Rekorde, Rekorde (nun wurde sogar die 100-Tore-Marke in der Liga geknackt). Das alles hier aufzuzählen würde den Rahmen dieser kleinen Kolumne aber jetzt exorbitant sprengen. Schauen wir also nur etwas in die jüngste Vergangenheit

Am letzten Samstag drehten die Bajuwaren – in der zehn(!)minütigen Nachspielzeit – einen 0:2-Rückstand in Freiburg noch in einen 3:2-Sieg. Der berühmt-berüchtigte Bayern-Dusel eben. Den Siegtreffer erzielte übrigens der bereits jetzt fett über den Klee gelobte Youngster Lennart Karl mit seinem fünften Saisontor.
In der Königsklasse ging es für die Münchner am Dienstag zum Hinspiel des Viertelfinals zu Real Madrid. Die „Königlichen“ kassierten zuletzt eine 1:2-Pleite bei RCD Mallorca und liegen aktuell in der Tabelle sieben Zähler hinter dem Spitzenreiter und ewigen Konkurrenten Barcelona; allerdings beträgt der Vorsprung zum eben so ungeliebten Stadtrivalen Atlético zwölf Punkte. Am Dienstag gab es dann zur Abwechslung mal wieder einen Bayern-Sieg (2:1) bei dem auch Harry Kane nach Verletzungspause einnetzte. Diesmal also nix mit „angeschlagener Boxer“ oder so.

Elias Saad noch im richtigen Trikot
(Comic: Guido Schröter)

Zurück zur Bundesliga: In der vergangenen Saison gingen beide Partien der Kiezkicker gegen den FC Bayern denkbar knapp verloren. Am Millerntor unterlag St. Pauli mit 0:1.

Seit fünf Jahren im richtigen Trikot (Foto: ÜS-Archiv)

Im Rückspiel sorgten Elias Saad und Lars Ritzka bei der 2:3-Niederlage für die braun-weißen Tore. Schon etwas länger liegt der insgesamt dritte Sieg der Kiezkicker über die Bayern zurück: In der Qualifikationsrunde zur Endrunde der Oberliga 1948/49 trafen Günter Woitas und Alfred Boller zum 2:0-Sieg. Im Team standen damals u. a. auch Harald Stender (nach dem der Südkurvenvorplatz inzwischen benannt ist) und Karl Miller (nach dem unser Stadion NICHT benannt ist! Wie oft wurde ich das als Guide bei den Stadiontouren gefragt…).

Die Highlights

2. März 1991: Der legendäre 1:0-Sieg in München durch Ralf „Colt“ Sievers. Kurz zuvor war unser Trainer Helmut Schulte entlassen worden und stand im Olympiastadion zwischen uns Fans. Nach Abpfiff meinte er trocken: „Das hätte ich auch geschafft“. Chapeau!

6. Februar 2002: Der 2:1-Sieg am Millerntor über den amtierenden Weltpokalsieger! Thomas Meggle und Niko Patschinski waren die Torschützen an diesem unvergesslichen Mittwochabend. Blöd nur, dass wir nach solchen Siegen am Saisonende immer absteigen…

Thomas Meggle
(Foto: Ariane Gramelspacher)

Zum Schluss bleibt noch abzuwarten, was USP und Schickeria diesmal denn so auf den Rängen präsentieren werden.

Der Tipp lautet: Sieg mit einem Tor Differenz. Für wen, wird nicht verraten. So wie auf dieser Anzeigentafel wird es aber sicherlich nicht. (Achtung, vielleicht ein KI-Fake…?)
// Hossa

… ohne Worte …
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