Vergessen Sie Arzt & Apotheke: Diese Scheibe ist pure Medizin!

Neulich fühlte ich mich schlecht, also fast schon halbtot bis sterbenskrank. So wehleidig, wie wir Kerle nun mal sind, wollte ich schon den Notarzt rufen. Doch was sollte ich mit einem NOTArzt? Ich brauchte einen richtigen Arzt! Ich rief also beim Doc meines Vertrauens an und legte ohne Termin wieder auf. Der Weg zur Apotheke war beschwerlich. Ich schleppte mich, von Schweißausbrüchen gezeichnet, ächzend und stöhnend durch die kleine Straße. Kurz vor dem Ziel schien mein letztes Stündlein geschlagen…
Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einer Bank in der Apo und der Weißkittel beugte sich über mich. Was mir denn fehlen würde, fragte er mit leicht erkälteter Nase. Ich setzte mich auf, holte tief Luft und klagte mein Leid: „Ich bin total antriebslos, kein Bock auf Feiern oder Tanzen. Und dazu ständig diese verdammten Ohrenschmerzen. Ich brauch‘ was richtig Gutes“, endete ich. Er verschwand schlurfend hinterm Tresen und kramte in einer der zahllosen Schubladen. „Hier habe ich genau das Richtige, junger Freund“, rief er strahlend und reichte mir eine sehr dünne Packung. Ich lugte vorsichtig hinein und sah etwas Silbriges glitzern. „Da ist ja nur eine Taplatte drin“, sagte ich irritiert. „Das reicht“, entgegnete mir der Fachmann für menschliche Leiden. „Das ist Rebelles Portus Vorte. Die schiebst du drei Mal täglich ein, dann wird das ganz schnell wieder.“ Gesagt und, wieder zu Hause angekommen, getan – und ich erlebte eine sofortige Wunderheilung. Chapeau!

Das Allheilmittel heißt „Harbour Rebels“ und ist bereits das vierte Studioalbum des Hamburger Quintetts, das am 11. Dezember samt großer Release-Show im Knust veröffentlicht wird. „Musik aus der Szene für die Szene“, lautet seit 2017 das Motto von Jule (Gesang), Chris (Drums), Keith & Dennis (beide Gitarre, Gesang) und Gürl (Bass, Gesang). Nach dem wachrüttelnden Intro mischen sich in elf fetten Tracks Punkrock, Streetpunk, Oi!, Ska und Hardcore und schwappen, nein, strömen quasi von Wohnzimmer zu Wohnzimmer. Aber nicht nur zu Hause, in Hamburg auf St. Pauli, sind die Fünf bestens bekannt. Nachdem die Republik gerockt war, stand eine Asientour auf dem Programm, dazu Gigs in Tschechien, Schweden sowie England, wo die Meute beim „Rebellion Festival“ in Blackpool bespielt und vereint wurde.

Die Texte haben klare Kante gegen Rechts und Sexismus und handeln von Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe. Wie z. B. im Song „St. Pauli“, in dem es weniger um Fußball geht als um die innige Verbundenheit zu unserem Viertel und das damit verbundene Lebensgefühl. In „Nacht zum Tanzen“ wird sich an die alten Zeiten im Stadtteil erinnert und das Gefühl beschrieben, das dich beschleicht, wenn nichts mehr so ist, wie es einmal war. „Eine Hymne für den ersten Tag vom Rest des Lebens“, schreibt das Rookie-Label passend dazu.

Wo die Harbour Rebels auftauchen, kommt die Szene zusammen, ist Paadie angesagt und kann ein absolut beschissener Scheißtag am Ende doch noch gerettet werden. Klar, dass dabei auch viel über den Tresen geht, doch wer hier lediglich plumpe Sauflieder zum Mitgrölen sucht, wird eher (er)nüchter(n)t nach Hause gehen. Das Album erscheint als LP, CD sowie digital und ist ein mitreißender Soundtrack zum Aufstehen, Durchhalten und Kante zeigen. Gibt’s allerdings weniger in der Apotheke, sondern beim Plattendealer im Viertel, über Indigo oder kontaktiert die Band direkt. Die freuen sich!
P.S.: Meine Gehörgänge sind wieder durch und die Beschwerden wie weggeblasen. Holt euch das Zeug!
// Hossa
Live-Dates:
13.11.26 Berlin – Trinkteufel
14.11.26 Halle – Alte Schule
11.12.26 Hamburg – Knust (Release-Show) (mit Gästen Crim und The Law)
23.01.27 Dresden – Ostpol
03.04.27 Potsdam – Archiv
17.04.27 Bremen – Karo
Booking Kontakt:
harbour.rebels@gmx.de
Internet:
www.harbourrebels.com
Sowie auf Intagram (harbourrebls) und facebook (Harbour.Rebels)
