Und… steckt der Teufel wirklich im Detail?
(Alle Fotos: arigrafie)

Endlich Explosion – oder Fehlstart perfekt?
Am kommenden Sonntag (30. August) haben die Kiezkicker um 13:30 Uhr den 1. FC Kaiserslautern am Millerntor zu Gast. Mit ebenfalls zwei Unentschieden an den ersten beiden Spieltagen sind die Pfälzer punktemäßig gleichauf mit den Braun-Weißen. Letztere haben allerdings 3:3 Tore auf dem Konto, während die „Roten Teufel“ bislang weder einen Treffer erzielt noch einen kassiert haben.
Nach dem verdienten Ausscheiden im Po(tt)kal schauen die Spieler von Trainer Marcel Rapp etwas neidisch auf den 1. FCK, denn dieser hatte gegen Mannheim in der 120. Minute den 1:0-Siegtreffer erzielt. Überschattet war das Südwestderby durch den sinnbefreiten Krawall einiger gehirnamputierter Einzeller: Pyros von den Rängen und auf dem Platz, samt Polizei und Reiterstaffel auf dem Rasen. Allein die Herren der IMK freuen sich diebisch, können sie ihre fanfeindlichen „Gesetze“ nun noch eher durchboxen.

Tja, so kann es – (fast schon) nüchtern, rein sportlich und ganz ohne kulinarische Köstlichkeiten – in einem Vorbericht auch mal zugehen. Denn von Essen haben wir alle erst einmal wohl mehr als genug. Und außer der berüchtigten Leibspeise eines ehemaligen Bundeskanzlers hat die Pfalz auch nicht sonderlich viel Verlockendes zu bieten.
Außer natürlich Fußball, mit natürlich reichlich Tradition. Und genau dazu kommt die Elf vom Betze am Sonntag schließlich an unser heimeliges Millerntor. Ziemlich sicher hat der 1900 gegründete Verein mehr Medaillen, Schalen und Pokale in den Vitrinen hängen und stehen als der zehn Jahre jüngere Club vom Heiligengeistfeld. Aber was soll man auch mit diesen ollen Staubfängern…(?)
Der 53-Jährige Torsten Lieberknecht war zehn Jahre Coach bei der Braunschweiger Eintracht, auf die dann kurze Zwischenstopps in Duisburg und Darmstadt folgten. Seit April 2025 ist Lieberknecht nun Trainer auf dem Betzenberg. Dort führte er sein Team in der Vorsaison auf den sechsten Tabellenrang und bis ins Pokal-Achtelfinale. Diesmal soll es mehr werden – doch zunächst gilt Vorsicht:
Sollte seine Mannschaft am Millerntor verlieren (was nicht nur der Autor dieser Zeilen hofft!), ist der Fehlstart in der Liga perfekt und die Pfälzer können sich allein am Erreichen der zweiten Pokalrunde erfreuen.

Umgedreht gilt aber ebenfalls: Sollten die Kiezkicker eine teuflische Pleite kassieren, wäre der Saisonbeginn ein Mega-Fehlstart für Braun-Weiß.
Um diesen zu verhindern, müssen wir mal ins Detail gehen (puuuh, Kurve zur Subline gekriegt): Zunächst muss Ben zwischen den Pfosten weiterhin so grandios parieren; zudem darf die Abwehr es ihm gerne gleichtun und nicht in wichtigen Situationen in den Sekundenschlaf fallen. Dazu sollte sich das Mittelfeld wirklich mal als Bindeglied zwischen Defensive und Angriff präsentieren, damit in vorderster Reihe dann die Möglichkeiten auch endlich genutzt werden können. Wir wollen hier keine Namen nennen, aber fünf 100%ige Chancen für einen Treffer ist echt mau. (Wie lautet eigentlich der deutsche Begriff für „Kansendood“? – *duckschnellweg!*) Dazu wäre eine extreme Steigerung der Genauigkeit bei Pässen, Flanken und Standards wünschenswert. Ebenso sollte „Hacke, Spitze, 1-2-3“ nur in den Spielaufbau integriert und dargeboten werden, wenn es wirklich beherrscht wird. Also, wirklich wirklich. Aber ansonsten macht ihr das schon ganz gut, Jungs…

Wie eingangs erwähnt, sucht man derzeit vergeblich nach Liga-Torschützen beim FCK. Bleibt zu hoffen, dass das Detail am Sonntag nicht den Teufel findet. Sollte Braun-Weiß am Ende Rot sehen, lasst und auf den mehr als verkorksten Saisonfehlstart alle erstmal kollektiv Kotzen gehen.
Aber der Tipp bleibt unbeirrt zwangsoptimistisch und lautet 3:1. Wer aber die Tore machen soll, weiß ich allerdings auch nicht. Was ich aber weiß, ist, dass pünktlich zum Spiel der neue Übersteiger #147 erscheint. Am Stadion. Im Stadion. Und ums Stadion rundum. Watch out!
// Hossa
