Karlsruhe mit zweifachen Schiri-Unglück im doppelten Pech!

In einem Kommentar wurde neulich gefragt, „was sich der Autor der Spielberichte (beim Schreiben) so reinpfeift (und wie man da rankommt)?“. Heute haben sich einzig und allein unsere Kicker was reingepfiffen! Ich schwöre. Das Tempo, in dem die Konter heute serviert wurden, lässt jede Gastrokraft blass aussehen. Von einer Tempo-30-Zone war am (trotz Schietwedder natürlich ausverkauften) Millerntor absolut nichts zu sehen. Voll(er) Speed ging es von Ben über Connor zu unseren Sturmspitzen, die die KSC-Abwehr und das Mittelfeld zeitgleich nahezu im Minutentakt schwindelig spielten.
Doch es war nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ oder gar „golden“ an diesem Oktobertag; denn zwei Mal zappelte die Kugel ja auch hinter Ben im Netz. Und das völlig korrekt, wie der Heim-Schiedsrichter (also, ich) befand. Doch der Check bewahrte die Kiezkicker beim ersten Mal vor einem Rückstand und beim zweiten vor dem Ausgleich.

Foto: Tina B.
Nach den Ergebnissen von Freitag und Samstag reiste der KSC als Siebzehnter des Tableaus ans Millerntor – und fuhr als Vorletzter wieder heim. Damit wäre das Spiel eigentlich schon erzählt – aber heute gehören dann noch die Begriffe: „fußballerisch sozialisiert“, „Stockfehler“, „Box“, „verbotene Zone“, „pfeilschnell“, „brannte lichterloh“, „völlig blank“, „Hüpfverbot“ und (logisch) „HEIMSIEG“ in den Nachbericht. Dann wullt wi mol:
Dass Rappo einst in seiner Jugend beim KSC fußballerisch sozialisiert wurde (1993–2000), war in den letzten Tagen unter dem Titel: „Ein besonderes Spiel“ ausgiebig Thema in manchen Gazetten wie auch auf der FCSP-Homepage. „Aus alter Verbundenheit trifft das zu“, bestätigte unser Coach zwar, versicherte aber gleichzeitig, dass „wenn der Anpfiff erfolgt, das für 90 Minuten vergessen“ sein wird. Die meisten Profispiele absolvierte Marcel übrigens ausgerechnet für die Stuttgarter Kickers (Trauma auf Schalke 1991) sowie den SC Pfullendorf.

Puh, viel Info. Aber ab nun geht’s fix: In Minute 21 bekam der KSC nach einem Stockfehler eine Ecke, gefolgt von einem Kopfball und dem 0:1. Doch in der Box hatte sich kein Spieler in der verbotenen Zone befunden; vielmehr lag ein Offensivfoul vor. Anschließend trugen Ceesay und Njang dann ein ums andere Mal ihre pfeilschnellen Konter vor, sodass es im Strafraum der Gäste ein ums andere Mal lichterloh brannte. Bei einem erneuten fein kombinierten Blitzvorstoß über Fujita, Njang und Metcalfe stand unser Topscorer Abdoulie dann völlig blank und legte in der 32. Minute den Grundstein für den zweiten HEIMSIEG. CEES-YEAY!
Nun fragt sich die Leserschaft, wo denn „Hüpfverbot“ kommt… Kurzes Döntjes am Rande: In Bochum sind die Traversen marode und einsturzgefährdet, weshalb heute beim Spiel gegen Bielefeld dort eben kurzerhand ein „rhythmisches Auf- und Abbewegen des Körpers“ untersagt wurde. Sonst kommt es zum „Trampolineffekt“, so die Statiker. Sehr zum Unmut der Fans. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn die VfL-Ultras ein nahegelegenes Kinderfest samt Hüpfburg entdeckt hätten…

Maximilian, seines Zeichens KSC-Cheftrainer, musste in der Halbzeitpause sodann dringend seinen Senf(t) zur Leistung seines Teams dazugeben. Hierzu hatte er wohl einen etwas ausgedehnteren Wortbeitrag vorbereitet, mit dem er seine Jungs wieder in die Spur zu kriegen probierte, denn der KSC kam mit rund sieben Minuten Verspätung aus dem Spielertunnel.
Weitere sieben Minuten darauf klingelte es dann erneut im Gästekasten. Unser Wikinger Eric hatte einen Freistoß von links kraftvoll vors Tor gezirkelt, wo La-La-Lars Ritzka einen seiner Schlappen zur richtigen Zeit an die richtige Stelle hielt – 2:0. Chapeau!
Fast im Gegenzug verpasste sich Ben dann voll selbst den Spitznamen KRAKE, nachdem er dem Geschoss von Fukuda irgendwie erneut einen seiner drölfhundertacht Gliedmaßen entgegengezuckt bekommen hatte. Ganz großes Reflex-Kino!
Kurz vor dem Ende dann die zweite – zumindest zum Teil – strittige Schiri-Entscheidung, als Referée Lukas Benen auf Abseits entschied. Der Ehrlichkeit halber, muss aber gesagt werden, dass der Ball vom Gegner gekommen war. Von welchem, wird allerdings nicht verraten. Der eingewechselte Ricky hätte in freier Wildbahn dann auch noch einen Strafzettel verpasst bekommen – ob aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit, inklusive gleichzeitigem rechts- und links Überholen, konnte aber nicht (mehr) abschließend geklärt werden. Musste auch nicht, denn dann war Abpfiff und einfach nur Jubel. Jubel pur über den zweiten Heim- und auch Saisonsieg! Danke Jungs, dass ihr euch und uns heute mal fein belohnt habt.

P.S.: Angemerkt werden muss noch, dass der 3:1-Tipp zwar unkorrekt war, aber immerhin die Tendenz stimmt.
// Hossa
