21.Spieltag (H) – SpVgg Greuther Fürth

FC St.Pauli – SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1)
Tor: Kacper Przybylko (27.)
Zuschauer: 23.383 (ca. 600 Gäste)

Tja, gemäß dem Tweet, der als Anlaß zum Vorbericht diente, war es das jetzt. Wenn man aus drei Spielen sieben Punkte holen muss, ist man gescheitert wenn man auch nur ein Spiel verliert.
Doof, aber nicht ganz so tragisch, Osnabrück, Dresden, Kiel und Münster sind auch eher erreichbar als Aalen, Sandhausen und Heidenheim.
Und immer dran denken: Eine neue Liga ist wie ein neues Leben!

Okay, fairerweise sei darauf verwiesen, dass auch jener Twitterer heute bereits wieder den Kampfesmut auspackte und doch (noch) nicht für Abmeldung vom Spielbetrieb plädierte.
Wäre ja auch Quatsch.
Andererseits: So ganz gerettet sind wir halt rechnerisch auch noch nicht… *hust*

Vor dem Spiel gab es Feuer. Und zwar auf dem Bunker, der bereits vorab von Viva con Agua wunderschön mit Beamern beleuchtet wurde. Die pöse Pyro-Aktion danach hatte natürlich nichts mit VcA zu tun, mögen die verantwortlichen Schwerverbrecher bitte in der erwähnten Hölle schmoren, wenn die Zeit gekommen ist.
(Wie großartig das aussah, vielen Dank! Fotos u.a. bei Stefan Groenveld.)
Da es außerhalb des Stadiongeländes passierte und das Spiel in keiner Weise beeinträchtigt war, dürfte dem DFB eine Bestrafung schwer fallen. Und wenn sie sich doch dazu erdoofen sollten, so hoffe ich, dass unser Verein dagegen bis zum interstellaren Gerichtshof auf Omega 42 vorgeht.

Die Mannschaft begann so, wie sie es gegen Aalen und in Sandhausen getan hat. Power, Spielfreude, Chancen.
Doof nur: Wie schon in Sandhausen (und dem größten Teil der restlichen Saison) haperte es immens an der Chancenverwertung.

Und dann kam die Szene, die vielleicht spielentscheidend war:
Balleroberung Sobiech, Schachten schön auf Sobota und eine Flanke, die von Röcker mit dem Arm abgeblockt wird. Nach allem, was ich in monatelangen Investigativ-Recherchen bei CollinasErben über „Vergrößerung der Körperfläche“ und „Arm über Kopf“ gelernt habe, eine zweifellos richtige Entscheidung.

John Verhoek läuft an, Hesl hält, Nachschuß Koch, Latte, der Ball springt dem heranstürmenden Stephan Fürstner ins Gesicht, 1:0.
Fürstner beschwert sich beim hervorragend leitenden Schiedsrichter Petersen aus Stuttgart, der ihm daraufhin zurecht die gelbe Karte zeigt.
Der Rest ist Fußball wie aus einem Guss. Daube, Verhoek und Sobota erhöhen noch vor der Pause auf 4:0, in der zweiten Hälfte schaltet man einen Gang runter und Budimir, Thy, Nöthe und Schachten machen den zweiten 8:0-Heimsieg in einem Spiel mit Hamburger Beteiligung an diesem Wochenende fest.
Fürstner erhält früh wegen Meckern Gelb-Rot, zwei weitere Fürther fliegen aufgrund von Frustfouls vom Platz.
Ewald Lienen lobt später den Schiedsrichter für seine souveräne Spielleitung in der teils hektischen Partie.
Das Team steigert sich danach in einen Siegesrausch, erreicht noch Platz 3 und schießt in der Relegation eine gewisse Uhr aus.

Der Schiri nimmt den Elfer nach Rücksprach mit seinem Assistenten zurück.
Puh… ehrlich gesagt fehlen mir die Worte. Wenn man sich den Winkel anschaut, in dem der Ball vom Spieler wegspringt, kann es eigentlich keine zwei Meinungen darüber geben, dass der Arm in einer Art und Weise gehalten wurde, wie es lt. Regel nicht erlaubt ist.
Man kann hier sicher über Sinn und Unsinn solcher Regelauslegungen diskutieren, aber so wie sie aktuell ausgelegt wird, ist es aus meiner Sicht ein klarer Fall, den der Assistent nur dann überstimmen dürfte, wenn er es zweifelsfrei anders gesehen hat.
Tja, haste Scheiße auf der Brille, haste Scheiße auf der Brille…

Es kam, wie es kommen musste.
Beide Teams verteidigten bei Freistößen aus dem Halbfeld sehr hoch. Während uns dies in der 3.Minute fast die Führung beschert hätte, als Koch clever von hinten reinläuft und dann den Ball zu weit wegspringen lässt, wir danach uns aber nicht mehr so geschickt anstellten und die Situationen nicht entsprechend nutzen konnten, geht Fürth mit diesen Bällen deutlich geschickter um und schließlich trifft (wer auch sonst) Kacper Przybylko aus so einer Aktion heraus zum überraschenden 0:1.
Mag Abseits gewesen sein, ist aber nur mit Standbild aufzulösen, passiert. Passt aber in die Reihe von knappen und unglücklichen Entscheidungen an diesem Abend, die leider fast immer zu unseren Ungunsten liefen.
(Ja, Fürths 2:0 kurz vor Schluß wäre kein Abseits gewesen, da war das Spiel dann aber auch schon fast durch und die Situation entsteht ja auch nur, weil man schon alles nach vorne werfen muss.)

Und während man, wenn man oben steht, solche Dinge wegsteckt und weitermacht, geht als Tabellenletzter eben dann das Kopfkino los. Budimir versagt letzte Woche frei vorm Tor in Sandhausen, Daube kläglichst gestern Abend, Verhoek sogar gleich mehrfach, Schachten verstolpert eine 3 gegen 1 – Situation.
Darf alles nicht passieren, passiert aber eben auch.

Um es auch klar zu sagen: Natürlich war der Schiri nicht unser Freund gestern. Und – siehe durchgestrichenen Text – wenn wir den Elfer bekommen und in Führung gehen, machte Fürth gestern nicht den Eindruck nach vorne sonderlich viel entgegensetzen zu können.
Und vielleicht ist das psychische Element auch nicht zu unterschätzen, im Gefühl einen (berechtigten) Elfer zu erhalten diesen förmlich entrissen zu bekommen.
Ewald Lienen äußerte sich bei sky jedenfalls sichtlich angefressen.
Und trotzdem: Chancen genug gab es, Schiedsrichter hin oder her. Den goldenen „Aytekin am Bande“ werden wir Herrn Petersen aber natürlich trotzdem gern per Post zukommen lassen.
Lienen traue ich aber durchaus zu, die Sätze bewusst so platziert zu haben, ggf. auch um Druck von der Mannschaft zu nehmen. Ob es klappt? Man wird sehen.

Und nun?
Vom Spielbetrieb abmelden“ ist wie erwähnt keine Option. Drei Punkte Rückstand (plus Tordifferenz) bei noch 13 Spielen ist sicherlich eine Situation, die keinem Spaß macht, allerdings ist „hoffnungslos“ auch etwas anderes.
Nur: Sehr viele Patronen im Lauf haben wir eben nicht mehr, eine Niederlage bei 1860 würde dann sogar mich langsam etwas unruhig machen.
(Eine 2,5 auf einer Skala von 1 (=Gelassenheit in Person) bis 10 (= wir werden alle sterben))

Hilft ja alles nichts, und Durchhalteparolen sind auch eher was für Trainer und Sportchefs, aber: Es gilt, die positiven Dinge mitzunehmen.
(Verflucht, wo ist das Phrasenschwein, wenn man es mal braucht?)
Robin Himmelmann zeigte, warum es die richtige Entscheidung war ihm das Vertrauen zu geben.
Waldemar Sobota zeigte zumindest in Ansätzen, dass er sowohl spielerisch als auch vom „Dreckigkeitsfaktor“ der Mannschaft in der Situation helfen kann.
Marc Rzatkowski zeigte den Einsatz, den es in solchen Situationen braucht. Kam in Ansätzen auch bei den anderen oft genug rüber, zumindest hängen gelassen hat sich keiner.
Es werden wieder Chancen herausgespielt.
Die Defensive steht zumeist recht gut, zumindest deutlich stabiler als in der Hinrunde.

Jetzt muss es halt nur mal ein Erfolgserlebnis geben.
Gerne am Samstag in München. // Frodo

Links:
– Fotos und Bericht bei Stefan Groenveld
– Bericht bei Hamburg ist Braun-Weiss
– Frustbewältigung beim Kiezkieker
– Bericht auf Fürth: Positiverlebnis

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