Wieder die Wende in Braunschweig?

Während die Mannschaft um Schulle gegen Braunschweig auf den zweiten Dreier diese Saison hofft, blicken wir mal genauer auf  eine besondere Partie gegen Braunschweig aus der Saison 2002/2003 zurück:

Vor dem Spiel

Nach dem frustrierenden Abstieg aus der Bundesliga in der Vorsaison, standen die Zeichen auf Konsolidierung beim FCSP. Doch die Vorbereitung war vor allem geprägt von internen Querelen mit den Protagonisten Sportdirektor Franz Gerber, Trainer Dietmar Demuth und Manager Stephan Beutel. Dennoch sprach Vereinspräsident Koch dem Trainer das Vertrauen aus und die Mannschaft startete verhalten optimistisch in die Saison. Einzig der etwas dünn besetzte Kader sorgte für Kopfzerbrechen, da keine Leistungsträger ausfallen durften. Doch setzten sich die negativen Vorzeichen zu Saisonbeginn fort. Bereits am ersten Spieltag setzte es eine empfindliche 4:0 Klatsche gegen Eintracht Frankfurt, kaum besser schnitt man im darauffolgenden Heimspiel gegen LR Ahlen ab: Dort gingen die Braun-Weißen mit 1:4 unter. Naturgemäß nahm die Trainerdiskussion um Demuth nicht ab und dieser wurde am darauffolgenden Montag entlassen. Gleichwohl brachte der Trainerwechsel nicht den erhofften Umschwung. Gegen den Aufsteiger VfB Lübeck setzte es unter Interimstrainer Joachim Philipkowski gar eine 0:6 Niederlage! Ein Lichtblick war das Pokalspiel gegen TeBe Berlin. Dort behielten die Kiezkicker mit 2:1 die Oberhand und zogen ungefährdet in die nächste Pokalrunde ein. Trotz der bis dato nicht gänzlich überzeugenden Leistungen, erhielt Philipkowski vom Präsidium einen Vertrag als Cheftrainer, wohl auch, weil die anderen Kandidaten nicht gänzlich überzeugten. So ging es für den neuen Cheftrainer mit einer Hypothek von drei hohen Niederlagen und Tabellenplatz 17 in das erste Spiel mit voller Verantwortung.

Das Spiel

Anstoß der Partie am Millerntor war am 11.09.2002 um 19 Uhr. Die Begegnung vor 20.629 Zuschauern leitete Schiedsrichter Knut Kirchner von der TSV Hirschau. Neu-Trainer Joachim Philipkowski vertraute auf folgendes Team: Im Tor spielte Simon Henzler, in der Abwehr Daniel Scheinhardt, Holger Stanislawski und Zlatko Basic. Im Mittelfeld begannen Markus Lottner, Yakubu Adamu, Jens Rasiejewski und Catalin Racanel von Beginn an. Im Sturm Alex Meier, Tobias Kurbjuweit und Chen Yang. Und bereits nach 17 Minuten stand es bereits 2:0 für den Magischen FC durch die Treffer von Alex Meier und Stani. Zwar erzielte Choji für die Braunschweiger noch den Anschlusstreffer, doch der FCSP ging mit dieser Führung in die Halbzeitpause. Zu Beginn der zweiten Halbzeit passierte zunächst nicht viel. Erst in der 60. Minute gelang Ofodile der Treffer zum 3:1 und nur 10 Minuten später das 4:1 durch Yang. Nach der 70. Minute brachen bei der Eintracht alle Dämme. St. Pauli spielte sich in einen Torrausch. Erneut Stani (76.) Ofodile (80.) und schließlich Meier (85.) erzielten die Treffer fünf bis sieben.

Nach dem Spiel

Leider schafften es die Kiezkicker nicht, das gewonnene Selbstvertrauen aus dem hohen Sieg gegen die Niedersachsen in die nächsten Spiele mitzunehmen. Bis zum zehnten Spieltag setzte es weitere empfindliche Niederlagen. Das Torverhältnis war mit 16:27 erschreckend schlecht. Der Abstand vom 16. Tabellenplatz zum rettenden 14. Tabellenplatz betrug glücklicherweise nur einen Punkt. Zum Ende der Hinrunde verschlechterte sich die Situation weiter. Sankt Pauli war nun Tabellenletzter mit mageren neun Punkten und acht Punkten Abstand auf Platz 14. Ganze 42 Gegentreffer hatte die Mannschaft angesammelt und nur zwei Siege eingefahren. Somit musste auch Philipkowski den Trainerstuhl räumen und Sportchef Franz Gerber übernahm das Kommando auf der Trainerbank. Doch auch er konnte das Runder nicht herumreißen. Die Saison blieb katastrophal und der FCSP stieg sang und klanglos als Tabellensiebzehnter aus der 2. Bundesliga ab und legte einen Durchmarsch von der Bundesliga in die Regionalliga hin.

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