Auswärts in Kaiserslautern

Carsten blickt kurz auf uns und unseren kommenden Gastgeber
Unser kommendes Spiel findet auswärts am Betzenberg statt. Foto: Stefan Mertens

Nach der schweren Kost im Pokal folgt das dritte Auswärtsspiel in Folge. Die Losfee meinte es sicherlich nicht gut mit dem FCSP, was die Gegner zu Beginn der Saison angeht. Man muss nach den ersten drei Spielen aber festhalten, dass man trotz erneuter Schwächen im defensiven Bereich eigentlich das Maximum an Ausbeute herausgeholt hat. Dass man in Hannover „nur“ einen Punkt mitnimmt, ist zumindest mit Blick auf die Statistik der letzten Jahre fast schon als Sieg einzuordnen. Aber woran hapert es? Das identische Leid der letzten Saison zieht sich auch diese Runde wie ein roter Faden durch unsere Defensive und man muss es auch so hart sagen auch bedingt durch unsere Keeperposition. Einige Medien melden einen bevorstehenden Neuzugang auf der „Schnapper“-Position. Es wird sicherlich nicht einfacher für Smarsch, dessen Vertrag im kommenden Sommer eh ausläuft. Wahrscheinlich wird er sich überlegen müssen, ob er sich noch die restliche Saison mit Position 3 oder 4 zufriedengibt, oder ob er woanders eine neue sportliche Herausforderung sucht. Dennis hat eigentlich sehr gute Anlagen, auch in der vergangenen Pokalsaison war er der stabile Rückhalt. Diesen Sommer fehlt es ihm leider an Glück, vielleicht auch ein wenig an Können. Unsere eh wackelige Defensive wird weiter geschwächt, wenn der aktuell um den Stammplatz kämpfende Torhüter mehr mit seiner eigenen Leistung zu kämpfen hat, als dass er für mehr Stabilität im Abwehrverbund sorgt. Entweder Smarsch schafft es, dann macht man sich eine erneute Baustelle auf: die Vertragsverlängerung des neuen Stammkeepers nach dem Verkauf von Vasilj oder man trifft in diesem Sommer noch die Entscheidung Smarsch abzugeben nach der Erkenntnis der letzten drei Spiele. Wie auch immer, wir werden sehen wie es weitergeht. Persönlich mag ich seine Art, und grundsätzlich wünsche ich ihm alles Gute, egal wie es weiter gehen mag in dieser Geschichte.

Dennis Smarsch
Hello oder Goodbye? Foto: Ariane Gramelspacher / arigrafie

Sonntag geht es nun also nach Kaiserslautern! Und mit Kaiserslautern schaffte es gewissermaßen die gesamte Region in einer dramatischen Relegation den Klassenaufstieg gegen Dynamo Dresden, nachdem die Roten Teufel zum Saisonfinale den Aufstieg in Liga 2 fast noch verspielten. Kurz vor dem drohenden Szenario, eine bis dato gut laufende Saison wegzuwerfen, entließ man Trainer Marco Antwerpen und ersetzte diesen gegen Mr. „Betonanmischer“ Dirk Schuster. Und das Risiko wurde belohnt, der Aufstieg gelang und auch der Start in die neue Saison verlief bis hier hin positiv. Mit 4 Punkten aus 2 Spielen und einem relativ bitteren Ausscheiden im Pokal gegen den SC Freiburg, kann man sehr zufrieden sein. Das Team vom Betzenberg konnte im Großen und Ganzen auch zusammengehalten werden. Zwar musste man Torwart Raab an die Rauten abgeben, konnte mit Andreas Luthe im Tor aber einen Routinier verpflichten, der sicherlich Ruhe ausstrahlt. Auch Weltmeister Eric Durm fand den Weg in die Pfalz, was sicherlich als Transfercoup zu bezeichnen ist. Wenn man sich die vergangenen zwei Heimspiele anschaut, so muss man auch festhalten, dass der Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft wieder hergestellt ist. Was also in Liga 3 erfolgreich begann, nimmt jetzt seine Fortsetzung. Das Stadion ist relativ gut gefüllt, der Druck aus der Kurve in Richtung Spielfeld hoch. Gerade dann, wenn Mannschaften wie wir als Gegner dort auflaufen, wird der Betzenberg sicherlich noch mehr beben und emotionaler werden. Mit unserer wackeligen Defensive sehe ich da aktuell allerdings schwarz. Die Faustregel unsererseits ist aktuell ja: triffst du mindestens dreimal selbst die Bude, hast du eine Chance zu gewinnen. Andernfalls bleibt die Punktausbeute überschaubar.

Mit ebenfalls 4 Punkten können wir zum jetzigen Zeitpunkt mit den Boys in Brown sicherlich zufrieden sein.

Knapp 100.000 Einwohner beherbergt die Stadt in der Pfalz, welchen den Namen nach der zur Ruine gewordenen Burg „Kaiserpfalz“ hat (von König Barbarossa errichtet) und dem Fluss „Lauter“, der nur noch unterirdisch durch die Stadt fließt. In und bei Kaiserslautern ist die größte amerikanische Vertretung / Stützpunkt der amerikanischen Streitkräfte außerhalb der Vereinigten Staaten. Aufgrund der strategisch guten Lage zwischen Rhein und Mosel, war Kaiserlautern schon früh besiedelt, wurde aber auch dementsprechend häufig zerstört und wieder aufgebaut. Eine durchgehende Altstadt sucht man daher vergebens. Einzelne Häuser aus den Zeiten vor der Industrialisierung findet man aber unter anderem in der Friedenstraße oder in der Marktstraße. Zum Stadtbild gehört auch die römisch-katholische Kirche sowie die technische Universität zu Kaiserslautern.

Nach meinem Abriss über die Machenschaften des FCK im Übersteiger 139 las ich heute im SWR: „Betrug in Millionenhöhe durch Mittelsmänner aus Kaiserslautern*. „Wie passend“, dachte ich mir, ob man diese im Verein… ach lassen wir das.

Pyro am Betzenberg
Pyroshow der Lauternfans in Würzburg. Foto: Carsten Maslowski

22.000 Mitglieder:innen zählt der FCK, der immer noch im Fritz-Walter-Stadion am Betzenberg spielt. Der Verein ging aus der Fusion FC Palatia 1901 und dem FC Bavaria 1902 hervor. Erst hieß man FV Kaiserslautern. Nach dem ersten Weltkrieg war die Pacht für den angemieteten Fußballplatz zu hoch, daher baute man einen neuen Platz auf dem heutigen Betzenberg in Eigenleistung. 1910 gründete sich nicht nur der FCSP, sondern auch der Verein „Phönix Kaiserslautern“, der die letzte Fusion in der Pfalz mit dem FVK einging. Ab 1929 nannte man sich daher FV Kaiserslautern. Zusammen stieg man damals in die höchste Spielklasse auf und wenige Wochen später im Jahre 1931 benannte man den Verein in „1. FC Kaiserslautern“ um. Übrigens war das Logo des FV Kaiserslautern dem heutigen Logo bereits sehr ähnlich, denn auch die Farben des Wappens waren in rot und weiß gehalten. Das runde Vereinswappen des FCK änderte sich in den folgenden drei Jahren nur noch im stilistischen Bereich nach Schriftart und Aufteilung. Man modernisierte sich, wobei das „C“ aus dem Schriftzug 1. FCK bis 1950 ein wenig an Pacman erinnert. Nach dem 2. Weltkrieg und dem Erfolg zweier deutscher Meistertitel Anfang der 50er Jahre, fuhren fünf Spieler aus Kaiserslautern zur WM 1954 in Bern. Das Endergebnis ist uns allen bekannt. Die fünf Spieler kann man heute noch in Bronze gegossen vor dem Stadion besuchen. Als Gründungsmitglied der Bundesliga kann der FCK sicherlich auf eine lange und erfolgreiche Zeit zurück blicken. Grundsätzlich gab es eine Zeit, in denen ich Kaiserslautern auch aufmerksam und begeisterst verfolgt hatte, bis ich dann irgendwann mal mit dem FC St. Pauli dort vor Ort zu Gast war, wobei `Gast` an dieser Stelle wohl nicht der treffende Ausdruck ist, denn freundlich war dort niemand.

Auf zum Auswärtssieg!

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