Wölfe zu Schoßhunden aussaugen oder:
Trotz Geburtstag gibt’s am Samstag keine Geschenke!

Am 12. September 1945 wurde der VfL Wolfsburg gegründet und wird somit am kommenden Spieltag genau 81 Jahre alt. Geschenke wird es von den Kiezkickern dafür sicherlich nicht geben – die müssen sich die „Wölfe“ schon selber machen.
Ende März diesen Jahres wurde in einer altonaer Einkaufspassage ein einzelner Wolf gesichtet, zwei Monate später ein ganzes Rudel am Millerntor. Drei Löcher rissen sie ins braun-weiße Netz, die Kiezkicker gaben sich – einem Tag nach ihrem 116. Geburtstag – mit nur einer erfolgreichen Attacke eher lammfromm. Am Ende der Jagdsaison stiegen beide in der Rangliste eine Stufe hinunter.
Apropos Absteiger:

Am 21. Dezember 1974 gewann der FC St. Pauli vor 1.600 Zuschauer*innen am alten Millerntor gegen den späteren Absteiger VfL Wolfsburg mit 10:2 !!!
Do it again – auf dass die „Wölfe“ wie ausgesaugte Schoßhunde vom Platz schleichen.
VauWeh – Verarschte Werksarbeiter*innen – können ein Wort derzeit sicher nicht mehr hören: „Werksschließungen“. Ein Wort, das finstere Wolken am Horizont aufziehen lässt. Da bleiben den Werkstätigen einzig und allein die Angestellten der Werkself. Bei ihnen können sie dann sehen, für was das mit ihrer Arbeitskraft schwer verdiente Geld verpulvert wird. 117 Millionen Euro soll das aktuelle Personal der VfL-Ball-Facharbeiter wert sein. Zum Vergleich: Laut transfermarkt.de bringen unsere Jungs gerade mal 48,43 Mio. Taler auf die Goldwaage.
Neuzugänge wie ex-Raute Robert Glatzel (zwei Tore) und der ex-Kiel/Herthaner Fabian Reese (drei Treffer) wollen halt ebenso ihre Drölf-€uro-fuffzig monatlich haben wie auch der (gefühlt seit 20 Jahren) Kapitän Maxi Arnold.
Es sollte wieder hoch hinaus gehen. Wie 2009 und 2010. Damals wurde der VfL Meister, stand im Supercupfinale und nahm an der Champions und anschließend der Europa League teil. Allerdings nicht auf der Überholspur, sondern eher auf dem Autohof. Nun also seit 1997 erstmals wieder Zweite Liga.
Nachdem Dieter Hecking den VfL nicht mehr vor dem drohenden Abstieg bewahren konnte und die „Wölfe“ souverän durch die Relegation in die 2. Liga führte, übernahm Tobias Strobl im Sommer das Amt des Wolfs-flüsterers. Zwischen 2004 und 2012 schnürte der heute 38-Jährige seine Buffer für den FC Ingolstadt, anschließend noch drei Jahre beim FC Pipinsried und zuletzt war er Coach beim Drittligisten SC Verl. Nun tanzt er sich also (vielleicht) ’nen Wolf.
Von so genannten „Experten“, als „Top-Favorit im Kampf um den Aufstieg“ ins Rennen geschickt, stotterte der VfL-Motor zum Start der Rennsaison zunächst. Keine gefahrene Runde zum Auftakt gegen Kaiserslautern (Werks-Ausrede: „Die Ventile waren wohl falsch eingestellt.“), gefolgt vom Einrunden-Sieg im „Derby“ bei Hannover (Werks-Ausrede: „Der Keilriemen hielt glücklicherweise.“) und einem mühsamen Erfolg im Elfmeter-Rundkurs beim Pokalrennen auf der altehrwürdigen Sandrennbahn des VSG Altglienicke (Werks-Ausrede: „Irgendwas stimmte nicht mit den Abgaswerten.“) führten die Wolfsburger Rallyepiloten erst einmal auf eine Holperpiste.
Nach dem 5:2-Erfolg im legendären Badischen 90-Minutenrennen schienen – bis auf Kleinigkeiten – die perfekten Einstellungen in allen KI-gesteuerten Teilen endlich gefunden (Werks-Ausrede: „Nur der Aschenbecher war voll!“).
Auch als die rasenden Wölfe eine Woche darauf bereits nach einer halben Stunde mit drei Runden gegen die Jungs vom Lausitzring führten, schien die VauWehfL-Welt noch in Ordnung. Der Hochgeschwindigkeitstrip endete mit 4:4 allerdings als „totes Rennen“ (Werks-Ausrede: „Das Ad Blue war schlecht.“).

Foto: Hossa
Und nun geht es ausgerechnet am Geburtstag der „Wölfe“ zu den immer hungrigen Zecken! Und das nicht, um lustige Kindergeburtstagsspiele wie „Golf-Schlagen“, „Jetta-Jojo“ und „Blinde-Käfer“ oder gar „Der-Porsche-Sack-geht-um“ zu spielen. Auch das allseits so beliebte „Bulli-Kuss-Wettessen“ fällt flach!
„Wir wollen euch aussaugen!“, drohen die Zecken. Höchste Meningoenzephalitis- und Borreliose-Gefahr am (Millern)Tor zur Hölle!
Tipp: Drei Liter Wolfsblut zu zwei Liter Flucht-Benzin.
// Hossa
