Alte Spielerliebe rostet nicht! Was machen unsere ehemaligen Publikumslieblinge eigentlich so?

Heute: Bernd Nehrig

Von Carsten

Bernd Nehrig lächelt
Manchmal konnte er auch lächeln! Foto ©Ariane Gramelspacher/Arigrafie

Bernd Nehrig…. Kampf, Herzblut, Einsatz, eine Spielerkategorie, bei dem der Gegenspieler schon am Mittelkreis seinen Stollen spürte. Eine unermessliche Arbeitsbiene. Hoch und weit bringt Sicherheit, so prügelte Bernd in 117 Spielen, für unsere Profis, den Ball aus der Gefahrenzone in jegliche Himmelsrichtungen. 28 gelbe, eine gelb/rote Karte verbuchte er, genauso wie 3 Tore und 6 Assists. Zum Vergleich, Manuel Neuer traf in 432 Bundesligaspielen kein Mal. Und der Mann steht in der Weltauswahl! Im Sommer 2013 wechselte Bernd vom Ronhof ans Millerntor und eroberte das ein oder andere Herz der Fanszene im Sturm. Legendär dabei sein Auftritt im Heimspiel gegen Magdeburg wo Bernd in einem emotionalen Spiel ein Tor erzielte, eine Vorlage zum entscheidenden 3:1 gab und sich auch beim 2:1 im Sechzehnmeterraum gekonnt foulen lies.

Bernd Nehrig im Torjubel nach seinem Treffer gegen Magdeburg
Torschütze gegen Magdeburg. Foto ©Ariane Gramelspacher

In der Winterpause 2018/2019 wechselte Nehrig an die Hamburger Straße nach Braunschweig, wo er auch direkt das Amt des Kapitäns übernahm. Ich hatte Bernd im ungewohnten blau-gelben Dress in 2 Spielen live im Stadion gesehen und muss sagen, dass er dort der absolute Stabilisator im Mittelfeld war und auch die Körpersprache des Leaders zeigte. Für die Eintracht lief er in 32 Partien auf und verhinderte damit in der ersten (halben) Saison den Abstieg und schaffte mit den Braunschweigern im Folgejahr sogar den Aufstieg. Daraufhin wurde sein Vertrag nicht verlängert und Bernd wechselte im vergangenen Sommer ablösefrei in die Regionalliga Nord-Ost zu Viktoria Berlin. Nennt mich einen Ahnungslosen, ich musste gerade erstmal nachschauen wer dieser Verein ist, hatte ich doch neben den großen anderen Vereinen in Berlin (Union, TeBe ..) die Viktoria nicht so wirklich auf dem Schirm. Dort trifft er diese Saison, wenn denn wieder gespielt wird, auf die Ebenbilder der Unsympathie: Cottbus, Chemnitz, Lok oder den BFC Dynamo Berlin. Die Viktoria startete ganz gut in die Saison und belegt (vor der Coronapause im Herbst) den 1. Tabellenplatz. Vielleicht schafft Bernd den 2. Aufstieg in Folge, es wäre ihm auf jeden Fall zu gönnen.

Ich aus meiner Sicht kann nur sagen, Spieler wie Bernd, der unreflektiert am Mittelkreis alles weghaut, was nicht bei 3 auf der Tribüne ist, sind meine favorisierten Spieler. Ehrliche und harte Arbeit und immer eine gute Meinung und Standing außerhalb des Platzes. Für mich ein großer unseres Vereins. In Ehren werde ich seine Trikots halten, die noch heute die Abdrücke von 19 Meter gegrätschtem Rasen aufweisen. Vielleicht sieht man ihn in irgendeiner Funktion (bei uns oder einem anderen Team) nach seiner Karriere am Millerntor wieder. Stay Rebel Bernd!

Bernd Nehrig mit Bierflasche
Bei besonderen Anlässen gönnt sich Nehrig auch mal ne Knolle. Foto: Ariane Gramelspacher
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