21. Spieltag (H) – VfL Bochum 1848

St. Pauli – VfL Bochum 0-1 (0-1)
Tore: 0-1 Holmar Oern Eyjolfsson (12.)
Zuschauer: 29.063 (ausverkauft – ca. 3.000 Gästefans)

Das erste Heimspiel der Rückrunde stand an, das Wetter verhielt sich dementsprechend und zeigte eine solide Leistung für den 15.Februar. Nach der gefühlten Niederlage von Bielefeld und der Tatsache, dass wir seit dem Cottbus-Spiel im November 2013 nicht mehr zuhause gewinnen konnten, war es ein wenig Zeit für drei Punkte.

Vor dem Millerntor eine entspannte Stimmung, viele Bochumer drehten eine kleine Stadionrunde bzw. suchten den Gästeblock. Und auch wenn das Wetter es verdient gehabt hätte, kurz vor 12 waren die besten Schattenplätze auf der Gegengerade schon belegt und man beobachtete die Haupttribüne und Nordkurve beim Sonnenbad (oder so ähnlich).

Letztere zeigte beim Einlauf eine sehr hübsche Choreo, schickte Neumann und Scholz „an einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will“ und ließ sie gegen eine sehr ansehnliche Windmühle kämpfen, welche sogar ein bewegliches Windrad aufwies. Top! Die Gästechoreo war im Vergleich auch eher so SPD.

Das Spiel
Anpfiff, auf Seiten von St. Pauli leider ohne den gelb gesperrten Buchtmann, Kalla dafür im linken Mittelfeld und Trybull wieder auf der Sechserposition. Dieser musste dann mit ansehen, wie seine Hinterleute massiv ins Schleudern gerieten, da Bochum direkt mit viel Druck unterwegs war. Thorandt hat offenbar gefallen gefunden an frühen Elfmeterpfiffen, hält Richy Sukuta-Pasu in der dritten Minute im Strafraum fest. Schiri Siebert entscheidet zum Glück zu unseren Gunsten und lässt weiterspielen. Trotzdem spielt Bochum weiter nach vorne, gerade Tasaka auf der linken Seite macht einige schöne Aktionen. Dann kommt die 12. Minute, Tasaka darf eine Ecke zwischen Gegengerade und Süd treten. Inzwischen hat wohl auch die letzten Mannschaft in der zweiten Liga festgestellt, dass St. Pauli ein besonderes Verhältnis zu diesem Thema hat, über ein Drittel der Gegentore wurden dadurch eingefangen. Tja, dann schlägt Tasaka eine halbhohe Ecke, die pütschert einmal auf den Boden und Eyjolfsson bugsiert das Ding mit bisschen Pfostenglück ins Tor. Das zehnte Gegentor nach einer Ecke diese Saison. Tschauni und Schnecke sehen nicht wirklich glücklich aus, ohne wirklich einen direkten Fehler zu machen.

In der Folge bleibt es ein gutes Spiel, allerdings kontrolliert Bochum das Mittelfeld und kann Bartels und Rzatkowski fast komplett aus dem Spiel nehmen. Ab und an kommt es mal zu sehenswerten Kombinationen, aber das 1-1 lag in weiter Ferne. Lediglich Gonther und Halstenberg können ein wenig Gefahr vor den Bochumer Kasten bringen, der feine Freistoß vom Linksverteidiger gibt in der 45. Minute nochmal ein bisschen Hoffnung für die zweite Hälfte.

Dies schienen auch die elf Menschen auf dem Platz begriffen zu haben, denn in Hälfte zwei nutzte die Mannschaft die kurze Schwächephase des Gegners um in den Minuten 65. und 69. zwei Tore zu erzielen. Pini und Daube konnten sich in die Torschützenliste eintragen – ach, verdammt. War ja in Stellingen.

Die erste Mannschaft konnte dies leider nicht wirklich umsetzen, Chancen waren Mangelware und wenn mal ein guter Schuss abgegeben wurde, war irgendein Bochumer Körperteil im Weg. Nach vorne ging immer weniger, Nöthe zeigte ein paar ansehnliche Fehlpässe und Bartels orientierte sich am Bremer Niveau. Je weiter die zweite Halbzeit fortschritt, umso näher war Bochum dem 0-2, weswegen auch kein wirklicher Fight in den letzten Minuten eingesetzt hat. Rzatkowski zeigte in der 94. Minute nochmal einen richtig guten Schuss, ein umgekehrtes Bielefeld-Erlebnis sollte sich allerdings nicht einstellen. Irgendwie verbitterte dieser Lattentreffer das Endergebnis eher noch.

Zum Glück ist nächste Woche wieder auswärts!

Die Stimmung war ungewohnt gedämpft, den Rückstandsfaktor schon eingerechnet. Teile der Gegengerade waren wirklich erschreckend leise, die Hälfte der Haupttribüne bekommt den Arsch nicht hoch (außer zur Halbzeit bzw. beim Abpfiff) und der gut gefüllte Gästeblock war auch kaum existent. Passte also zum Spiel.
Als Dessert zu unserem Spiel lief die Bundesliga, unsympathische Mannschaft aus Hamburg trifft auf unsympathische Mannschaft aus Braunschweig. Ergebnis kennen wir, vom spielerischen Niveau wird es wohl für beide eng. Zur nächsten Saison sollte ich mir ein Fahrrad kaufen, scheinen kurze Anreisewege zu werden.

Und nun zum einzigen Gewinner des Tages: Derbysieg unserer U23! Zum Glück hat die Polizei mit der zeitgleichen Spielansetzung verhindert, dass die Attraktivität der Regionalliga ein wenig steigt. Deswegen blieb leider nur der Liveticker (Danke dafür!) und die Erkenntnis, ein anscheinend sehr gutes Spiel verpasst zu haben. Glückwunsch!

Einen schönen Derbysiegerjahrestag! // Daniel

P.S. Fabian Boll hört im Sommer auf, hier (FB) schreibt er warum. Taschentücher bereitstellen, bitte.

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